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Warum Jehova dienen?Der Wachtturm 1970 | 15. März
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Warum Jehova dienen?
DIENST du Jehova erst seit kurzem? Gefällt dir dieser Dienst? Bestimmt, denn man findet viel Zufriedenheit, wenn man Gottes Willen tut; und die Gemeinschaft mit Menschen, die sich richtig benehmen und einander aufrichtig lieben, macht das Leben wirklich angenehm.
Wirst du aber im Dienste Jehovas ausharren? Das hängt zum großen Teil davon ab, warum du Jehova dienst. Liebst du Jehova wirklich und dienst du ihm mit ganzem Herzen, aus Dankbarkeit für das, was er für dich getan hat, dann wird es dir nicht schwerfallen, in seinem Dienst auszuharren. Wer jedoch anfängt, Jehova zu dienen mit der Absicht, ihm nur bis zu einem bestimmten Jahr zu dienen, und wenn er bis dahin nicht das böse System der Dinge beseitigt hat, ihm dann nicht mehr dienen würde, der dient ihm bestimmt aus einem verkehrten Beweggrund. Man wird in vielerlei Hinsicht gesegnet, wenn man Jehova dient, und es ist wichtig, daß man das schätzt; wer ihm aber nur persönlicher Vorteile wegen dient, mag seinen Dienst bald wieder aufgeben, wenn Schwierigkeiten und Verfolgungen auf ihn zukommen.
Warum sollten wir Jehova denn dienen? Man kann sagen, daß es drei Hauptgründe gibt, Jehova zu dienen, und diese Gründe gleichen einer dreifachen Schnur, die nicht so bald zerreißt. — Pred. 4:12.
WIE HANDELT MAN WEISE?
Man handelt weise, wenn man Jehova dient. Warum? Weil wir erstens ohne Leben nichts genießen können, und Jehova gibt uns nur Leben, ewiges Leben, wenn wir ihm dienen. Ein weiser Mensch möchte leben. Jehova hat die Liebe zum Leben in uns eingepflanzt. Man wählt das Leben, indem man Jehova liebt, auf ihn hört und fest zu ihm hält. Ja, „der Lohn, den Sünde zahlt, ist der Tod, die Gabe aber, die Gott gibt, ist ewiges Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn“. — Röm. 6:23; 5. Mose 30:19, 20, NW.
Wer Jehova dient, handelt auch weise, weil er dadurch von vielen Formen der Knechtschaft frei gemacht wird. Wer Jehova dienen möchte, muß ein Jünger Jesu Christi werden, und Jesus hat seinen Jüngern Freiheit verheißen. (Joh. 8:31, 32) Wer sich Jehova Gott hingegeben hat und seinem Hingabegelübde gemäß lebt, wird von selbstsüchtigen Begierden frei, von Menschenfurcht, von der Sklaverei der falschen Religion und von der Geldliebe, die „eine Wurzel aller Arten schädigender Dinge“ ist. Auch von der Sklaverei der Sünde wird er frei. Er läßt die Sünde nicht mehr als König in seinem sterblichen Leib herrschen und gehorcht nicht mehr deren Begierden. — 1. Tim. 6:9, 10; Röm. 6:12-20; Hebr. 13:6.
Wer Jehova Gott dient, handelt außerdem weise, weil es für ihn Schutz und Sicherheit bedeutet. Der Schreiber der Sprüche bestätigte dies mit den Worten: „Der Name Jehovas ist ein starker Turm; der Gerechte läuft dahin und ist in Sicherheit.“ Und der Apostel Johannes bemerkte: „Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist.“ Wir können uns nur vor Satan schützen, wenn wir Jehova dienen. Wer Jehova nicht dient, dient dem Teufel, und wie töricht wäre es, unserem ärgsten Feind zu dienen! — Spr. 18:10; 1. Joh. 5:19; 2. Kor. 4:4.
Folgender Spruch ist wirklich wahr: „Der Segen Jehovas, er macht reich, und keinen Kummer fügt er neben ihm hinzu.“ (Spr. 10:22, Fußnote) Wer ihm dient, lernt, auf eine Weise zu leben, die seinem geistigen und körperlichen Wohlbefinden förderlich ist. (1. Tim. 4:8) Man wird ein Teil der großen Familie christlicher Brüder und Schwestern, die Jehovas Grundsätze der Wahrheit und Gerechtigkeit achten. Jesus hat verheißen, jeder, der alles verlasse, um ihm nachzufolgen, werde in dieser Zeitperiode hundertfach empfangen: Mütter, Schwestern und Brüder. — Mark. 10:28-30.
Ein weiser Mensch möchte glücklich sein, und der Dienst Jehovas macht ihn am glücklichsten. Inwiefern? Weil ‘Geben beglückender ist als Empfangen’. Und heute Gott zu dienen bedeutet hauptsächlich, Zeit, Kraft und Mittel einzusetzen, um mit anderen über Gottes Königreich zu sprechen. — Apg. 20:35; Matth. 24:14.
WIE HANDELT MAN RICHTIG UND VERNÜNFTIG?
Ein noch wichtigerer Grund, Jehova zu dienen, ist, weil es richtig ist. Wir schulden Jehova Gott unseren Dienst. Wieso? Weil er vor allem der höchste Herrscher des Universums ist. Jehova ist der Quell aller rechtmäßigen Gewalt. Er hat das Recht, seinen Geschöpfen zu sagen, was sie tun dürfen und was nicht. Der Prophet Jeremia drückte es folgendermaßen aus: „Nicht beim Menschen [steht] sein Weg ..., nicht bei dem Manne, der da wandelt, seinen Gang zu richten.“ Er hat alle Dinge geschaffen, die sichtbaren und unsichtbaren; deshalb gehören ihm alle Geschöpfe. Sie sind lediglich Ansiedler auf Gottes Erde, auf seinem Eigentum. „Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst.“ Deshalb ist es nur richtig, daß wir Jehovas Vorhaben dienen, nicht unseren eigenen Interessen. — Jer. 10:23; Ps. 100:3.
Jehova Gott hat uns aber nicht nur das Leben gegeben, sondern er erhält es auch, indem er uns Regen und Sonnenschein und all die anderen Dinge gibt, die wir zum Leben benötigen. Der Apostel Paulus erklärte den griechischen Philosophen auf dem Areopag oder Marshügel: „Denn durch ihn haben wir Leben und bewegen uns und existieren.“ — Apg. 17:28; Ps. 36:9; Matth. 5:45.
Jehova Gott zu dienen bedeutet einfach, ihm das zu geben, was ihm gehört, was wir ihm schulden. Deshalb sagte Jesus treffend: ‘Zahlt Gottes Dinge Gott zurück.’ (Mark. 12:17) Gott hat uns das Leben verliehen und uns mit geistigen und körperlichen Fähigkeiten sowie mit Empfindungsvermögen ausgestattet. Diese Dinge müssen wir ihm zurückzahlen, indem wir ihm dienen. Anders können wir es nicht tun. Wir passen nur in Gottes Ordnung der Dinge, wenn wir seinen beiden großen Geboten gehorchen: ihn mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Sinn zu lieben und unseren Nächsten wie uns selbst. (Matth. 22:37-39) Wir sollten deshalb Jehova dienen, weil es richtig und angebracht ist. Wir schulden ihm unseren Dienst. Dies könnte man als den zweiten Faden der dreifachen Schnur bezeichnen.
WIE BEWEIST MAN SEINE LIEBE?
Vor allem beweisen wir Liebe, wenn wir Jehova dienen. Wir dienen ihm aus Liebe, nicht nur, weil wir für das, was er für uns getan hat, dankbar sind, sondern auch, weil wir wissen, wer er ist.
Jehova Gott ist der gerechteste, der weiseste und liebevollste Herr, dem man überhaupt dienen kann. Hatte im alten Israel ein Knecht einen außergewöhnlich freundlichen, liebevollen und rücksichtsvollen Herrn, konnte er, wenn er wollte, es am Ende seiner Dienstzeit ablehnen, frei zu werden. Er konnte darum bitten, aus Liebe zu seinem freundlichen Herrn, für den Rest seines Lebens ein Knecht zu bleiben. Jehova Gott ist solch ein liebevoller, freundlicher und rücksichtsvoller Herr, und jedes Geschöpf sollte ihm aus Liebe für immer als Knecht dienen wollen. — 5. Mose 15:12-17.
Ja, echte, liebevolle Dankbarkeit sollte uns veranlassen, Jehova Gott zu dienen. Jehova Gott ist der Geber jeder guten Gabe und jedes vollkommenen Geschenks. (Jak. 1:17) Er selbst ist Liebe, die Verkörperung der selbstlosen, auf Grundsätzen beruhenden Zuneigung. (1. Joh. 4:8) So sehr hat er die Menschenwelt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn auf die Erde sandte, damit er für die Menschheit als das Lamm Gottes sterbe, das die Sünde der Welt wegnimmt. Der Apostel schrieb: „Die Liebe besteht in dieser Hinsicht nicht darin, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und seinen Sohn als ein Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat.“ — 1. Joh. 4:10; Joh. 1:29; 3:16.
Nicht nur die Liebe zu Jehova Gott, sondern auch die Liebe zu unseren Mitmenschen sollte uns veranlassen, Jehova zu dienen. Wir können unserem Nächsten am meisten Gutes tun, wenn wir ihm helfen, Erkenntnis über Jehova Gott und Jesus Christus zu erlangen. Warum? Weil Jesus selbst sagte: „Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus.“ — Joh. 17:3.
In der Tat, wer Jehova Gott dient, handelt weise, denn dieser Dienst ist mit vielen Belohnungen verbunden — jetzt und in der Zukunft. Ein noch wichtigerer Grund, Jehova zu dienen, ist, weil es richtig ist. Doch der wichtigste Grund, weshalb wir Jehova dienen sollten, ist die Liebe; wir dienen ihm aus Liebe, nicht nur, weil wir wissen, wer er ist, sondern auch aus Dankbarkeit für das, was er für uns getan hat und noch für uns tun wird. Diese drei Hauptgründe können tatsächlich wie eine dreifache Schnur wirken. Sie veranlassen uns nicht nur, Jehova zu dienen, sondern helfen uns auch, diesen Dienst fortzusetzen, ganz gleich, wie lange dieses System der Dinge noch bestehenbleibt.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1970 | 15. März
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Fragen von Lesern
● Aufgrund der Ansichten, die in jüngster Zeit in der Öffentlichkeit allgemein verbreitet werden, sind bei uns eine ganze Anzahl Fragen von Eheleuten eingegangen. Es handelt sich dabei um Fragen über Geschlechtsverkehr, Geburtenkontrolle, Sterilisation und Schwangerschaftsunterbrechung. Wir gehen hier auf diese Fragen ein, soweit wir uns dazu berechtigt fühlen.
Der Stifter der Ehe ist Jehova Gott. Der Schöpfer des Menschen gab Adam eine Frau als Gegenstück. Sollte die Ehe lediglich eine platonische Kameradschaft sein, ohne geschlechtliche Vereinigung des Mannes und der Frau? Nach der Bibel nicht. Sie zeigt, daß Gott zu dem ersten Menschenpaar sagte: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde.“ — 1. Mose 1:28.
Das hilft uns erkennen, wie Jehova selbst die Ehe betrachtet. Einer ihrer wichtigsten Zwecke ist die Fortpflanzung oder das Hervorbringen von Kindern. (1. Mose 1:28; 2:18) Das sollte nicht durch Jungfernzeugung geschehen, die Fortpflanzung durch Eier, die zur Entwicklung gelangen, ohne daß eine Befruchtung vorausgegangen ist. Nein, damit der Mann und seine Frau Gottes Auftrag nachkommen konnten, war eine geschlechtliche Vereinigung notwendig. Diese reine, beglückende Geschlechtsgemeinschaft darf daher nicht als etwas Unrechtes oder Unedles betrachtet werden. Sie ist etwas Edles und Heiliges, das Mittel, um menschliches Leben weiterzugeben. Die Bibel zeigt jedoch deutlich, daß unter Christen nur Verheirateten die geschlechtliche Vereinigung erlaubt ist. Der Schöpfer verurteilt außereheliche Geschlechtsbeziehungen: „Gott wird Hurer und Ehebrecher richten.“ — Hebr. 13:4.
Da die Geschlechtsgemeinschaft auch das erotische Verlangen befriedigt, erhielten wir verschiedene Anfragen über gewisse Arten der sexuellen Befriedigung. Wir fühlten uns verpflichtet zu antworten, daß es nicht die Sache von Außenstehenden sei, einem Ehepaar vorzuschreiben, wie es sich auf dem intimsten Gebiet der Ehe verhalten sollte.
Gott hat Mann und Frau mit Geschlechtsorganen ausgestattet, damit diese der Erfüllung des edlen Auftrages, ‘fruchtbar zu sein und sich zu mehren’, dienen. Wir brauchen nicht näher zu erklären, wie diese Organe aufeinander abgestimmt sind, um diesen Zweck zu erfüllen. Ihre Bestimmung ist unverkennbar. Verheiratete wissen ganz genau, wie sich das männliche Organ in die Geburtswege der Frau einfügt, um dem edlen Zweck der Fortpflanzung zu dienen.
Einige stehen indes auf dem Standpunkt, zwischen Verheirateten sei jede Form der geschlechtlichen Befriedigung gestattet. Diesen Standpunkt stützt die Bibel jedoch nicht. In Römer 1:24-32, wo davon die Rede ist, daß Männer und Frauen unsittlich handeln würden, indem sie unter anderem der gleichgeschlechtlichen Liebe frönen würden, wird von dem „natürlichen Gebrauch der weiblichen Person“ gesprochen. Die Bibel zeigt somit, daß Gott den perversen Gebrauch der Fortpflanzungsorgane zur Befriedigung sexueller Begierden nicht gutheißt. Das trifft auch auf Ehepaare zu; sie sollten von dem „natürlichen Gebrauch der weiblichen Person“ nicht abweichen. In manchen Ländern wird dieser Standpunkt sogar durch das Gesetz gestützt, indem gewisse Handlungen zwischen Mann und Frau verboten sind. So konnte man zum Beispiel in der Time vom 8. August 1969 über die Vereinigten Staaten folgendes lesen: „Die Homosexualität ist — auch zwischen Eheleuten — in fast allen Staaten ungesetzlich.“ (Wer solche perversen Handlungen noch nicht kennengelernt hat, sollte dankbar sein, denn Jehova Gott ermahnt Christen, „Unmündige in bezug auf Schlechtigkeit“ zu sein. — 1. Kor. 14:20.)
Da die geschlechtliche Vereinigung für Mann und Frau ein Bedürfnis ist, sollten sie sich dadurch ihre gegenseitige zärtliche Liebe und innige Zuneigung zum Ausdruck bringen. Wäre dies möglich, wenn man von seinem Partner in selbstsüchtiger Weise verlangen würde, daß er sich an einer die Fortpflanzungsorgane entwürdigenden und auf ihn abstoßend wirkenden Handlung
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