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  • Gottes Barmherzigkeit — eine Folge der Treue gegenüber seinem Ehebund
    Der Wachtturm 1976 | 15. Juni
    • Gottes Barmherzigkeit — eine Folge der Treue gegenüber seinem Ehebund

      „Und ich will dich mir in Gerechtigkeit und in Recht und in liebender Güte und in Erbarmungen verloben. Und ich will dich mir in Treue verloben; und du wirst gewißlich Jehova erkennen“ (Hos. 2:19, 20).

      1. Vor welchen Fragen steht ein Mann, dessen Frau wiederholt die Ehe gebrochen hat?

      EINE treulose Frau, die wiederholt die Ehe gebrochen hat, darf kaum erwarten, daß ihr rechtmäßiger Mann ihr Barmherzigkeit erweist. Sie kann sich auch nicht mit Sicherheit darauf verlassen, daß ihre Liebhaber ständig für ihren Unterhalt sorgen. Selbst leidenschaftliche Liebhaber mögen nach einiger Zeit von einer solchen Ehebrecherin genug haben und sich nach einer anderen Geliebten umsehen. Wohin kann sie dann gehen? Treue gegenüber ihrem Ehebund sollte sie veranlassen, zu ihrem rechtmäßigen Mann zurückzukehren. Wird er seiner ehebrecherischen Frau aber Barmherzigkeit erweisen und sie wiederaufnehmen? Wie oft geschieht das wohl in unserer unbarmherzigen Welt des zwanzigsten Jahrhunderts?

      2. Wessen Denk- und Handlungsweise ist erhabener als die der Menschen, und was tat er im Jahre 537 v. u. Z. für sein Bundesvolk?

      2 Doch da ist jemand, der zu den Menschen sagt: „Eure Gedanken sind nicht meine Gedanken, noch sind meine Wege eure Wege . . . Denn wie die Himmel höher sind als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ Wer ist derjenige, dessen Denk- und Handlungsweise so erhaben ist? Er ist der Eine, der himmelhoch über uns Menschen steht. Er, aus dessen Mund die obigen Worte hervorgingen, gibt sich selbst als Jehova zu erkennen, und zwar durch seinen Propheten Jesaja, den Sohn des Amoz (Jes. 55:8, 9; 1:1). Jehova äußerte diese Worte, als er vorhersagte, daß sein Bundesvolk aus der Gefangenschaft im heidnischen Babylon in das ihm von Gott zugesprochene Land im Nahen Osten zurückkehren würde. Entgegen allen menschlichen Gedanken oder Überlegungen sorgte dieser Gott der Barmherzigkeit dafür, daß diese Rückkehr im Jahre 537 v. u. Z. erfolgte.

      3. Die Lösung was für eines Problems war mit der Rückkehr dieses Volkes in seine Heimat verbunden, und was hatte der Berg Sinai in Arabien damit zu tun?

      3 Mit der Rückkehr dieses Volkes in sein fernes Heimatland, das siebzig Jahre unbewohnt gewesen war, stand die Lösung eines Eheproblems in Verbindung, das Jehova betraf. Er war fast tausend Jahre früher mit diesem Volk, dem Volke Israel, ein Ehebündnis eingegangen. Dieser Ehebund war in der Nähe des Berges Sinai auf der Westseite des südlichen Teils der arabischen Halbinsel geschlossen worden, und der Prophet Moses hatte dabei als Mittler zwischen Gott und den Menschen gedient. Als grundlegendes Gesetz, das das Eheverhältnis regeln sollte, verkündete Gott die Zehn Gebote. Das erste lautete: „Ich bin Jehova, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhause, herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter wider mein Angesicht haben“ (2. Mose 20:1-3).

      4. Wem gehörten jene befreiten zwölf Stämme Israels in Wirklichkeit, und was für ein Verhältnis einzugehen, waren sie bereit, und wie geschah dies?

      4 Jehova hatte die zwölf Stämme Israels von der Bedrückung und der Zwangsarbeit im alten Ägypten befreit und sie dadurch in Wirklichkeit als seine Nation, als sein „Weib“, erkauft oder erlöst (Jes. 63:7-9). Diese weibesähnliche Nation gehörte also ihm; er war ihr ehelicher Besitzer. Als solcher beschloß er, mit ihr einen Ehevertrag einzugehen. Dieser Vertrag war der feierliche Vertrag, der auf Gottes Gesetzessammlung beruhte und allgemein als mosaischer Bund oder Gesetzesbund bezeichnet wird. Da den Israeliten daran gelegen war, von Gott, ihrem himmlischen Besitzer, gesegnet und beschützt zu werden, waren sie bereit, diese Ehe einzugehen. Sie versprachen, ihren Ehevertrag, den Gesetzesbund, treu einzuhalten. So wurden sie das alleinige Bundesvolk Gottes auf der Erde. Jehova sagte deshalb: „Ich selbst [war] ihr ehelicher Besitzer“ (Jer. 31:31, 32).

      5. Was treu einzuhalten war für die Nation Israel schwer, da sie in einer sittlich verkommenen Welt lebte, und wessen Handlungsweise wurde durch Hoseas Frau Gomer dargestellt?

      5 In einer sittlich verkommenen Welt, die dem Baal und vielen anderen falschen Göttern anhing, war es für die Nation Israel sehr schwer, ihren Ehebund, ihren Vertrag mit Jehova, ihrem Gott und ehelichen Besitzer, treu einzuhalten. Mit der Zeit wurde daher fast die ganze Nation Jehova untreu und beging geistigen Ehebruch (Jak. 4:4). Im Jahre 997 v. u. Z. wurde das Zwölfstämmereich Israel geteilt. Die ehebrecherische Handlungsweise des als Israel bekannten Zehnstämmereiches wurde durch die Handlungsweise der Frau des Propheten Hosea, Gomer genannt, dargestellt.

      6, 7. (a) Wieso führte Jehova einen Rechtsfall gegen das Zehnstämmereich Israel? (b) Wem jagte das Königreich Israel vergeblich nach, und zu wem wollte es zurückkehren?

      6 Gomer wurde „ein Weib der Hurerei“ und hatte schließlich „Kinder der Hurerei“ (Hos. 1:1-3). Das veranschaulichte, wie das Zehnstämmereich Israel mit götzendienerischen Nationen politische Bündnisse schloß. Die weibesähnliche Nation Israel vertraute allmählich auf diese heidnischen Nationen statt auf ihren ehelichen Besitzer, Jehova. Sie schrieb ihren wirtschaftlichen Wohlstand jetzt diesen weltlichen Nationen statt Jehova zu. Sie betete die Götter dieser Nationen an und machte sich so der groben Verletzung ihres Ehebundes mit ihrem Erlöser und ehelichen Besitzer, Jehova, schuldig. Er führte daher einen Rechtsfall gegen das in geistigem Sinne ehebrecherische Königreich Israel. Nach den Bestimmungen des Ehebundes hatte er das Recht und die Pflicht, gegen das abtrünnige Israel vorzugehen, und das tat er schließlich auch. Er sagte:

      7 „Darum, siehe, verzäune ich deinen Weg mit Dornen; und ich will eine Steinmauer gegen sie aufführen, so daß sie ihre eigenen Pfade nicht finden wird. Und sie wird tatsächlich ihren leidenschaftlichen Liebhabern nachjagen, aber sie wird sie nicht einholen; und wird sie gewißlich suchen, aber sie wird sie nicht finden. Und sie wird sprechen müssen: ,Ich will gehen und zu meinem Mann zurückkehren, dem ersten, denn es ging mir damals besser als jetzt.‘ Sie selbst aber erkannte nicht, daß ich es war, der ihr das Korn und den süßen Wein und das Öl gegeben hatte, und daß ich sie selbst Silber in Menge hatte haben lassen und Gold, von dem sie für Baal Gebrauch machten [das sie zum Baalsbild gemacht haben, Zürcher Bibel]“ (Hos. 2:6-8)

      8. Wen wollte Jehova züchtigen, aber welchen Entschluß wollte er nicht rückgängig machen?

      8 Nach diesen Worten wollte Jehova das Volk des Zehnstämmereiches Israel züchtigen, aber nicht etwa, um dessen Königsherrschaft zu retten, denn er dachte nicht daran, seine durch den Propheten Hosea früher geäußerten Worte rückgängig zu machen: „Ich werde gewißlich die Königsherrschaft des Hauses Israel aufhören lassen. Und es soll an jenem Tage geschehen, daß ich den Bogen Israels in der Tiefebene Jesreel zerbrechen muß“ (Hos. 1:4, 5).

      9. (a) Wer konnte aus der Züchtigung des Königreiches Israel Nutzen ziehen? (b) Welches Ereignis hatte zur Folge, daß der Ehebund zwischen Israel und Jehova aufgelöst wurde?

      9 Einzelne Israeliten konnten jedoch aus der Züchtigung der abtrünnigen Nation Nutzen ziehen, zum Beispiel solche, die sich wie einst die siebentausend vor Baal nicht gebeugt hatten (1. Kö. 19:18; Röm. 11:1-5). Behalten wir folgendes im Sinn: Als Jehova im Jahre 740 v. u. Z. das Königreich Israel aufhören und die überlebenden Israeliten nach Assyrien wegführen ließ, hob er seinen mit der ganzen Nation Israel geschlossenen Ehebund nicht auf. Auch als er im Jahre 607 v. u. Z. Jerusalem zerstören und die überlebenden Juden in die Gefangenschaft nach Babylonien führen ließ, hob er den mosaischen Bund, den Gesetzesbund, nicht auf, durch den die Zwölfstämmenation Israel mit ihm als himmlischem Ehegemahl in ein eheliches Verhältnis getreten war. Dieses Verhältnis zwischen Jehova und ganz Israel wurde erst im Jahre 33 u. Z. aufgelöst, als die Führer der Juden Jesus Christus hinrichten ließen (Kol. 2:14).

      10. Inwiefern wurde das Königreich Israel von seinen „leidenschaftlichen Liebhabern“ im Stich gelassen, doch wer konnte aus der von Jehova vorgenommenen Züchtigung Nutzen ziehen?

      10 Die Zehnstämmenation Israel suchte zwar Hilfe bei den weltlichen Nationen, die ihre „leidenschaftlichen Liebhaber“ gewesen waren, aber Jehovas Zeit, mit ihr abzurechnen, kam unerbittlich auf sie zu. Sie konnte noch so eifrig nach ihren „Liebhabern“ suchen; es war keiner zu finden, der ihr helfen konnte. Sie war wie mit einem undurchdringlichen Dornendickicht umzäunt, so daß es unmöglich war, ihr zu helfen. Ihre ehemaligen „Liebhaber“ waren nicht in der Lage, ihr den nötigen Beistand zu leisten, obwohl sie es gern getan hätten. Nach dreijähriger Belagerung durch die Assyrer wurde Israels Hauptstadt Samaria im Jahre 740 v. u. Z. erobert. Die überlebenden Israeliten wurden in das Land ihrer Eroberer weggeführt. Das Königreich der zehn Stämme Israels wurde in dem ihnen einst von Gott zugesprochenen Land nie wiederaufgerichtet. Wer konnte denn aus der von Jehova vorgenommenen Züchtigung Nutzen ziehen? Nur einzelne von denen, die nach Assyrien in die Gefangenschaft geführt worden waren. Sie dachten über ihre Situation nach und erinnerten sich, wie gut es ihre Vorväter hatten, die Jehova, ihrem himmlischen Ehegemahl und Gott, gedient hatten. Sie erkannten nun, was für sie besser wäre, und wandten sich deshalb vom Baalskult ab und bemühten sich, ihr Bundesverhältnis zu Jehova zu erneuern.

      11, 12. Wann erhielten die israelitischen Gefangenen in Assyrien Gelegenheit, Jehova wieder in Jerusalem anzubeten, und wie kam es dazu?

      11 Wann erhielten die israelitischen Gefangenen in Assyrien Gelegenheit, vereint an den von Jehova bestimmten Ort zurückzukehren, um ihn dort wieder anzubeten? Erst im Jahre 537 v. u. Z., unter einer neuen Weltmacht. Wie kam es dazu? Um das Jahr 632 v. u. Z. wurde Assyriens Hauptstadt Ninive von den Babyloniern eingenommen, und Babylon wurde Weltmacht. Die assyrischen Provinzen, in denen die gefangenen Israeliten lebten, wurden Provinzen des Babylonischen Reiches. Etwa fünfundzwanzig Jahre später wurde an dem nun ebenfalls abtrünnig gewordenen Königreich Juda Jehovas Strafgericht vollzogen. Im Jahre 607 v. u. Z. ließ Jehova die Stadt Jerusalem und ihren Tempel zerstören. Tausende überlebender Juden wurden nach Babylonien weggeführt, wo sie mit den gefangenen Israeliten zusammentrafen, die in den ehemaligen assyrischen Provinzen lebten.

      12 Nach fast siebzig Jahren war Jehovas weibesähnliche Organisation auf der Erde in seinen Augen genügend gezüchtigt worden. In seiner Barmherzigkeit hatte er den vorhergesagten Perser Cyrus erweckt, der 539 v. u. Z. Babylon stürzte. Kurz danach, im Jahre 537 v. u. Z., veranlaßte Jehova dann Cyrus den Großen, einen Erlaß herauszugeben, der reumütigen Israeliten gestattete, in ihre geliebte Heimat zurückzukehren.

      13. Wieso erwies Gott seinem Bundesvolk, seinem Weib, in Anbetracht der Worte aus 5. Mose 24:1-4 in außergewöhnlichem Maße Barmherzigkeit?

      13 Erwies Gott, der himmlische Ehegemahl, seinem Bundesvolk, den zwölf Stämmen Israels, dadurch nicht in außergewöhnlichem Maße Barmherzigkeit? Ganz gewiß; denn gemäß dem mosaischen Bund, dem Gesetzesbund, war dies nicht zu erwarten. Wir lesen darin nämlich folgendes: „Falls ein Mann eine Frau nimmt und sie sich als Ehefrau wirklich zu seinem Besitz macht, so soll es geschehen, wenn sie in seinen Augen keine Gunst finden sollte, weil er etwas Anstößiges an ihr gefunden hat, daß er dann ein Scheidungszeugnis für sie ausschreiben und es ihr in die Hand legen und sie aus seinem Hause entlassen soll. Und sie soll aus seinem Hause wegziehen und hingehen und die Frau eines anderen Mannes werden. Wenn der letztgenannte Mann sie schließlich haßt und ein Scheidungszeugnis für sie ausgeschrieben und es ihr in die Hand gelegt und sie aus seinem Hause entlassen hat oder falls der letztgenannte Mann, der sie sich zur Frau genommen hat, sterben sollte, so wird ihr erster Besitzer, der sie entlassen hat, sie nicht zurücknehmen dürfen, damit sie wieder seine Frau wird, nachdem sie verunreinigt worden ist; denn das ist etwas Verabscheuungswürdiges vor Jehova, und du sollst das Land, das Jehova, dein Gott, dir als Erbe gibt, nicht in die Sünde hineinführen“ (5. Mose 24:1-4).

      14. Was sagte Jehova gemäß Jeremia 3:1, um zu zeigen, daß er Israel mit Recht für immer hätte durch Scheidung entlassen können?

      14 In den Tagen des Propheten Jeremia wies Jehova die bundbrüchigen Juden des Königreiches Juda nachdrücklich auf dieses Gesetz hin, um ihnen zu zeigen, daß er Israel mit Recht für immer hätte durch Scheidung entlassen können. Er inspirierte Jeremia zu den Worten: „Es gibt einen Spruch: ,Wenn ein Mann seine Frau wegsenden sollte und sie tatsächlich von ihm weggehen und eines anderen Mannes werden würde, sollte er je wieder zu ihr zurückkehren?‘ Ist jenes Land [Juda] nicht bestimmt entweiht worden? ,Und du selbst hast Prostitution begangen mit vielen Gefährten; und sollte es eine Rückkehr zu mir geben?‘ ist der Ausspruch Jehovas“ (Jer. 3:1).

      15. Wann und wie kam es zur Auflösung dieses ehelichen Verhältnisses, und wie erwies Jehova einzelnen Juden Barmherzigkeit?

      15 Angesichts dieser Tatsache war es nur der alles übertreffenden Barmherzigkeit Jehovas zuzuschreiben, daß sein Ehebund mit ganz Israel nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z. noch jahrhundertelang bestehenblieb. Doch im Jahre 33 u. Z. kam es zum endgültigen Bruch, als die Nation Israel Jesus, den Messias, verwarf und ihn außerhalb der Mauern Jerusalems töten ließ. Damals wurde ihre Ehe mit Jehova Gott aufgelöst. Hat sich dies seither in der jüdischen Geschichte bestätigt? Jawohl. Einzelnen Juden, die an Jesus, den Messias, glaubten, ermöglichte es Jehova in seiner Barmherzigkeit jedoch, ihr Verhältnis zu ihm durch einen neuen Bund, dessen Mittler Jesus, der Messias, war, zu erneuern.

      16. Warum entgeht der Überrest geistiger Israeliten der Vernichtung der Christenheit, und wer zieht aus Jehovas Barmherzigkeit ebenfalls Nutzen?

      16 Heute behauptet die Christenheit, in diesem neuen Bund zu stehen. Sie ist aber trotz dieser Behauptung, trotz des Heiligen Jahres, das die katholische Kirche 1975 feierte, und trotz anderer religiöser Erweckungsbestrebungen zum Untergang in der „großen Drangsal“, die nun bald über die heutige gottlose Welt hereinbrechen wird, verurteilt. In seiner Liebe und Barmherzigkeit hat Jehova aber einen reumütigen Überrest geistiger Israeliten aus der babylonischen Christenheit herausgerufen, damit dieser nicht mit ihr vernichtet werde (Offb. 18:4). Doch nicht nur ein Überrest geistiger Israeliten ist aus ihr herausgekommen. Auch eine „große Volksmenge“, bestehend aus anderen schafähnlichen Menschen, hat seit dem Jahre 1935 aus Jehovas Barmherzigkeit Nutzen gezogen. Diese Menschen sind aus allen Teilen Groß-Babylons herausgekommen. Sie haben sich dem Überrest angeschlossen und sind nun Jehova ausschließlich ergeben (Offb. 7:9-17; Joh. 10:16).

      DIE STRAFE FÜR GEISTIGEN EHEBRUCH

      17, 18. (a) Warum wird die Christenheit Gottes Flüchen nicht entgehen? (b) Wie warnte Jehova gemäß Hosea 2:9-13 vor dieser Bestrafung?

      17 Da die Religionsgemeinschaften der Christenheit behaupten, mit dem Gott der Bibel in einem Bundesverhältnis zu stehen, sich aber durch ihre Freundschaft mit Politikern und Militaristen in geistigem Sinne der Prostitution preisgegeben haben, werden sie der Strafe nicht entgehen. Sie sollten daran denken, daß über die Nation Israel damals Gottes Flüche kamen, weil sie den Gesetzesbund, der zwischen ihr, dem „Weibe“ Jehovas, und ihm, ihrem himmlischen Ehegemahl, bestand, übertreten hatte. Jehova warnte sie vor dieser Bestrafung, indem er zu Hosea weiter sagte:

      18 „ ,Darum werde ich umkehren und gewißlich mein Korn zu seiner Zeit und meinen süßen Wein zu seiner rechten Zeit wegnehmen, und ich will meine Wolle und mein Linnen [meinen Flachs, Menge] zur Bedeckung ihrer Blöße wegreißen. Und nun werde ich ihre Schamteile vor den Augen ihrer leidenschaftlichen Liebhaber aufdecken, und da wird kein Mann sein, der sie meiner Hand entreißt. Und ich werde gewißlich all ihr Frohlocken, ihr Fest, ihren Neumond und ihren Sabbat und jede ihrer Festzeiten aufhören lassen. Und ich will ihren Weinstock und ihren Feigenbaum verwüsten, von denen sie sprach: „Sie sind mir eine Gabe, die mir meine leidenschaftlichen Liebhaber gegeben haben“; und ich will sie zu einem Wald machen, und die wilden Tiere des Feldes werden sie gewißlich verzehren. Und ich will Abrechnung halten mit ihr wegen aller Tage der Baalbildnisse, denen sie ständig räucherte, als sie sich fortgesetzt mit ihrem Ring und ihrem Schmuck zierte und ständig ihren leidenschaftlichen Liebhabern nachging, und mich vergaß sie‘ ist der Ausspruch Jehovas“ (Hos. 2:9-13).

      19. Wozu war Jehova einer ehebrecherischen Nation gegenüber gemäß dem Gesetzesbund verpflichtet?

      19 Die Nation Israel hatte also Jehova vergessen. Welche Behandlung verdiente sie daher? Sie war Jehova, ihrem himmlischen Ehegemahl, untreu geworden, und so war er gemäß den eindeutigen Warnungen in den Bestimmungen des Ehebundes, den er mit ihr geschlossen hatte, verpflichtet, ihr seine materiellen Segnungen zu entziehen. Er war nicht verpflichtet, für eine Ehebrecherin zu sorgen, für eine Nation, die ihren Bund gebrochen und sich der Anbetung von Baalbildnissen zugewandt hatte, ja die ehebrecherische Beziehungen zu weltlichen Liebhabern unterhielt. Er konnte ihre moralische Unzuverlässigkeit und ihre Zügellosigkeit mit Recht vor aller Öffentlichkeit bloßstellen, so daß sich sogar ihre weltlichen Freunde voll Verachtung von ihr abwandten.

      20. Inwiefern wollte Jehova die ehebrecherische Nation einem Wald gleichmachen, und in welchem Sinne konnte sie niemand aus der Hand Jehovas, die sein Urteil vollstrecken würde, reißen?

      20 Jehova wollte sie einem Urwald gleichmachen, der keinen Schutz und keine Sicherheit vor wilden Tieren bietet. Es hätte ihr nichts genutzt, aufgrund ihrer Abstammung von den treuen Patriarchen Abraham, Isaak, Jakob (Israel) und den zwölf Stammvätern, den Söhnen Jakobs, Straffreiheit zu beanspruchen. Die verwandtschaftlichen Bande, durch die sie mit jenen Männern verbunden war, wären nicht stark genug, um sie aus der Hand Jehovas zu reißen, wenn er sein Strafurteil an ihr vollstrecken würde.

      21. An der Erfüllung welches früheren Bundes Jehovas teilzuhaben, war Israel trotz seiner Abstammung nicht würdig?

      21 Das bedeutete nicht, daß Jehova des Bundes, den er mit seinem Freund Abraham im Jahre 1943 v. u. Z. geschlossen hatte, nicht mehr gedachte und ihn nicht halten würde. Jehova hatte bei sich selbst geschworen, als er diesen Bund machte, und er wird ihn nie brechen. Die ehebrecherische Nation Israel bewies aber, daß sie trotz ihrer Abstammung von Abraham nicht würdig war, an der Erfüllung dieses Bundes teilzuhaben. Jehova hatte zu Abraham, dem Vorvater der Israeliten, gesagt: „Erweise dich als ein Segen. Und ich will die segnen, die dich segnen; und den, der Übles auf dich herabruft, werde ich verfluchen, und alle Familien des Erdbodens werden sich bestimmt durch dich segnen“ (1. Mose 12:2, 3). „Ich [werde] dich bestimmt segnen . . . und deinen Samen bestimmt mehren . . . wie die Sterne der Himmel und wie die Sandkörner, die am Ufer des Meeres sind; und dein Same wird das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen. Und durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde . . . segnen“ (1. Mose 22:17, 18).

      22. Warum bewahrte Jehova den Samen Abrahams, obwohl er zuließ, daß die Königreiche Israel und Juda gestürzt wurden, und was tat er für einen Überrest dieses Samens?

      22 Das Hauptglied des Samens Abrahams, der Messias, war noch nicht gekommen, als Samaria im Jahre 740 v. u. Z. zerstört wurde. Dieser messianische Nachkomme Abrahams war auch noch nicht gekommen, als Jerusalem im Jahre 607 v. u. Z. zerstört wurde. Doch er mußte aus Abrahams Abstammungs- oder Geschlechtslinie kommen. Jehova ließ zwar zu, daß die Feinde das Königreich Israel und das Königreich Juda stürzten, aber er mußte den natürlichen Samen Abrahams erhalten. Warum? Eben, weil aus dieser Linie der Messias kommen sollte, durch den alle Nationen der Erde gesegnet werden (Matth. 1:1-3; Gal. 3:8-29). Zu diesem Zweck bewahrte Jehova in seiner Barmherzigkeit einen Überrest reumütiger Israeliten während der siebzigjährigen Gefangenschaft, die der Zerstörung Jerusalems und dem Sturz des Königreiches Juda folgte. Er hielt an seinem Ehebund unverbrüchlich fest. Dann erweckte er den Mann, der ein Vorbild des Messias sein sollte: Cyrus, den Eroberer Babylons. Diesen Befreier benutzte Jehova, um den Überrest des Samens Abrahams in das Land Juda zurückzuführen.

      23. Mit welchen Worten aus Hosea 2:14-16 sagte Jehova die Versöhnung zwischen ihm und seinem „Weibe“, seinem Bundesvolk voraus?

      23 Um diese Versöhnung zwischen ihm und seinem „Weibe“, seinem Bundesvolk, vorherzusagen, inspirierte Jehova seinen Propheten Hosea zu folgenden Worten: „ ‚Darum, siehe, ich überrede sie, und ich will sie in die Wildnis gehen lassen, und ich will ihr zu Herzen reden. Und ich will ihr von da an ihre Weingärten geben und die Talebene Achor als Eingang zur Hoffnung; und sie wird dort gewißlich antworten wie in den Tagen ihrer Jugend und wie an dem Tag, da sie aus dem Land Ägypten heraufkam. Und es soll geschehen an jenem Tage‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,daß du mich Mein Mann [ischi] nennen wirst, und du wirst mich nicht mehr Mein Besitzer [baali] nennen‘ “ (Hos. 2:14-16).

      24. Wie sprach Jehova zu seiner weibesähnlichen Organisation in der „Wildnis“, und was bedeutete es, daß er ihr „ihre Weingärten“ geben wollte?

      24 Während der Gefangenschaft im Lande Babylon waren die Israeliten gleichsam in der „Wildnis“. Dort ‘überredete’ Jehova in seiner Barmherzigkeit den reumütigen Überrest, und durch liebevolle Zucht und durch die Propheten Hesekiel und Daniel ‘redete er ihm zu Herzen’. Er hatte verheißen, seiner gezüchtigten weibesgleichen Organisation ‘von da an ihre Weingärten zu geben’. Das bedeutete, daß er sie aus der babylonischen „Wildnis“ herausnehmen und sie in ihr lange verödetes Heimatland, nach Juda und Jerusalem, zurückführen würde.

      25. Was bedeutete es, daß Jehova seiner weibesähnlichen Organisation „die Talebene Achor als Eingang zur Hoffnung“ geben wollte?

      25 Jehovas Bezugnahme auf die „Talebene Achor“ erinnerte an folgende Begebenheit: Nachdem die Israeliten bei der Einnahme Kanaans die Stadt Jericho zerstört hatten, wurden der habgierige Achan und seine Angehörigen gesteinigt. Achan hatte von der Beute genommen und so zufolge seiner Selbstsucht das Gebot Jehovas verletzt und dadurch Israel in Schwierigkeiten gebracht. Das Tal, in dem Achan gesteinigt wurde, erhielt daher passenderweise den Namen „Talebene Achor“, denn Achor bedeutet „Betrübnis“ (Josua 7:10-26). Jehovas Verheißung, seiner weibesähnlichen Organisation „die Talebene Achor als Eingang zur Hoffnung“ zu geben, wies demnach auf ihre Rückkehr in ihre Heimat hin, wo diese Talebene lag.

      26. Wie ‘antwortete’ die weibesähnliche Organisation Jehova in der „Wildnis“, und was tat er zum Beweis für die Erneuerung dieses Eheverhältnisses?

      26 Wie verhielten sich nun die reumütigen Israeliten, die den Überrest der weibesähnlichen Organisation Jehovas ausmachten? ‘Antworteten’ sie auf seine Bemühungen, ‘sie zu überreden’ und ‘ihnen zu Herzen zu reden’, ja gingen sie dankbar darauf ein? Die biblische Geschichte beantwortet diese Frage mit Ja. Die Nation Israel hatte in den Tagen ihrer „Jugend“ von ganzem Herzen ‘geantwortet’. Sie hatte Jehovas Einladung, den mosaischen Bund, den Gesetzesbund, einzugehen und so seine weibesähnliche Organisation zu werden, angenommen. In ähnlicher Weise ging der reumütige Überrest im alten Babylon auf die Erneuerung des Ehebundes zwischen Israel und seinem himmlischen Ehegemahl, Jehova, ein. Zum Beweis für die Erneuerung dieses Eheverhältnisses gebrauchte Jehova Cyrus den Großen, das Vorbild des Messias, um den treuen israelitischen Überrest in dessen Heimat, nach Juda und Jerusalem, zurückzuführen.

      27. Wie verhielt sich der Überrest jetzt gegenüber dem Baalskult, und was bewies die weibesähnliche Organisation dadurch, daß sie Jehova nun „Mein Mann“ nannte?

      27 Der in sein Land zurückgekehrte Überrest des Bundesvolkes Jehovas wandte sich nie mehr dem Baalskult oder irgendeiner anderen Form des Götzendienstes zu. Diese Israeliten bemühten sich nach ihrer Rückkehr eifrig, die Anbetung ihres Gottes und himmlischen Ehegemahls in dem Land, das er ihnen gegeben hatte, wiederherzustellen. Sie empfanden ebenso tiefe Dankbarkeit und Wertschätzung wie ihre Vorfahren, als diese von Ägypten und dessen Streitkräften befreit worden waren. Es war so, als ob sie dem himmlischen Ehegemahl Israels nähergekommen oder mit ihm vertrauter geworden wären. Unwillkürlich redete die weibesähnliche Organisation Jehova jetzt mit vertrauteren, liebevolleren Bezeichnungen an. Sie nannte ihn daher in geistigem Sinne „Mein Mann“ statt „Mein Besitzer“. Sie wollte nicht mehr das Gefühl haben, lediglich „Besitz“ oder Eigentum eines Herrn zu sein. Sie wollte das Empfinden haben, ihm eine Gehilfin zu sein, wie Eva es ihrem Mann Adam hätte sein sollen (1. Mose 2:19-24). Wie wunderbar das alles war!

      28. Was ist heute ebenso wunderbar wie Gottes Barmherzigkeit in alter Zeit?

      28 Ebenso wunderbar ist die neuzeitliche Parallele hierzu. Zu welch erstaunlichen Ergebnissen hat doch Jehovas Barmherzigkeit als Folge seiner Treue gegenüber seinem geistigen Ehebund heute schon geführt! Glücklich sind die, denen seine Barmherzigkeit jetzt zuteil wird!

  • Gottes Barmherzigkeit bewirkt Versöhnung vor Har-Magedon
    Der Wachtturm 1976 | 15. Juni
    • Gottes Barmherzigkeit bewirkt Versöhnung vor Har-Magedon

      1. Womit können die Auswirkungen verglichen werden, die zufolge der Versöhnung Jehovas mit dem Überrest geistiger Israeliten seit 1919 u. Z. zu beobachten sind?

      WIE sollte eine Frau ihrem rechtmäßigen Mann gegenüber eingestellt sein, der sie, nachdem sie ihn treulos verlassen hatte, wiederaufgenommen hat? Ja wie sollte sie reagieren und empfinden, wenn er sie danach sogar mit allerlei Liebesbezeugungen überschüttet? Sie sollte ihn wegen seiner unverdienten Güte sehr schätzen. Sie hat allen Grund, sich mehr denn je zu ihm hingezogen zu fühlen. Er müßte in ihrer Achtung gestiegen sein, und sie müßte sich bemühen, den erneuerten Ehebund nie mehr zu verletzen oder zu brechen. Ähnliche Reaktionen rief Jehovas Versöhnung mit seinem irdischen Bundesvolk hervor, und seit dem Jahre 1919 u. Z. sind solche Auswirkungen auch in bezug auf den mit Gott versöhnten Überrest geistiger Israeliten zu beobachten.

      2. Was bedeutete es für eine Frau, wenn sie ihren Mann nicht mehr „Baali“, sondern „Ischi“ nannte, und wie bewahrheitete sich dies nach dem Jahre 537 v. u. Z. an dem israelitischen Überrest?

      2 Wenn in biblischen Zeiten eine Frau ihren Ehegefährten nicht mehr „Mein Besitzer“, sondern „Mein Mann“ nannte, so verlangte dies von ihr eine Sinnesänderung, eine größere Zuneigung zu ihm. Auf hebräisch nannte sie ihn dann nicht mehr „Baali“, sondern „Ischi“ (Hos. 2:18, Leeser). Sara bewies ihre Achtung vor dem Patriarchen Abraham, indem sie ihn „Herr“ (hebräisch: Adoní) nannte. Sie war seine rechtmäßige Frau und ehrte ihn als ihren Mann. Sie betrachtete sich nicht als seine Sklavin, eine Sklavin, wie Hagar es war, ihre in Ägypten gekaufte Magd, die schließlich aus dem Hause Abrahams weggeschickt werden mußte (1. Mose 18:12; 1. Petr. 3:6). Jehova belohnte Sara für ihre hingebungsvolle Zusammenarbeit mit ihrem gottesfürchtigen Mann, indem er ein Wunder wirkte, so daß sie noch mit neunzig Jahren einen Sohn, ihren einzigen, bekam (1. Mose 21:1-7). Die gleiche Achtung, die Sara Abraham entgegenbrachte, bewies auch der Überrest der mit Gott versöhnten Israeliten Jehova gegenüber, nachdem sie im Jahre 537 v. u. Z. von Jehova aus Babylon befreit worden waren. Sie hatten das Gefühl, wieder Jehovas Organisation, sein „Weib“, zu sein. Seine Barmherzigkeit veranlaßte sie, ihn Ischi, „Mein Mann“, zu nennen.

      3, 4. (a) Auf welches Verhältnis begann der Überrest geistiger Israeliten im Jahre 1919 sein Augenmerk zu richten, und welchen Bund hatte er lange nicht richtig verstanden? (b) Welcher Artikel erschien 1934 im Wachtturm?

      3 In der heutigen Parallele zu diesem Geschehen wurde der reumütige Überrest geistiger Israeliten im Jahre 1919 aus Babylon der Großen befreit. Bis dahin hatten diese geistigen Israeliten die Aufmerksamkeit überwiegend auf Jesus, den Messias, und auf seine Braut, die Christenversammlung, gelenkt. Doch nun begannen sie, ihr Augenmerk mehr auf Jehova Gott, den himmlischen Vater des Messias, zu richten. Das Verhältnis zwischen ihm als dem himmlischen Ehegemahl und dem geistigen Israel war besonders seit 1892 außer acht gelassen worden. Man hatte seinen neuen Bund nicht richtig verstanden.

      4 „Wer wird Jehova ehren?“ So lautete der Titel des Hauptartikels, der in der Wacht-Turm-Ausgabe vom 1. Februar 1926 veröffentlicht wurde. Von da an schenkte man dem Gott des geistigen Israel mehr Aufmerksamkeit. Im Jahre 1934 erschien dann in den Wachtturm-Ausgaben vom 1. Mai bis 15. August ein achtteiliger Artikel, betitelt „Seine Bündnisse“. Durch diese Artikelserie wurde den geistigen Israeliten treffend vor Augen geführt, daß Jehovas neuer Bund, dessen Mittler Jesus, der Messias, war, sich auf sie bezog.

      5. (a) Welches Buch, das eine Wiedergabe des Artikels „Seine Bündnisse“ enthielt, erschien etwas später im Jahre 1934? (b) Wie wurde Jehova von seiner Organisation genannt, nachdem er ihr Barmherzigkeit erwiesen hatte?

      5 Kurz danach, am 15. November 1934 brachte die Watch Tower Bible and Tract Society in Brooklyn (New York) das Buch Jehova in Englisch heraus. Die Kapitel 4 bis 11 enthielten eine Wiedergabe dieses vorher im Wachtturm veröffentlichten Artikels über das Thema „Seine Bündnisse“. Ja, der Überrest des geistigen Israel stand mit Jehova im neuen Bund. Nach und nach forderte das eheliche Verhältnis zwischen Jehova und dem geistigen Israel immer mehr Aufmerksamkeit. Die Barmherzigkeit, die er dem befreiten und mit ihm versöhnten Überrest des geistigen Israel erwiesen hatte, bewog diese weibesähnliche Organisation, ihn Ischi, „Mein Mann“, zu nennen. Seiner, der einzig rechtmäßigen Organisation, nicht der Organisation Satans, galt es anzugehören. Jehova, dem Souverän des ganzen Universums, gebührte ausschließliche Ergebenheit. Das hatte der Überrest nun erkannt.

      GEISTIGE WOHLFAHRT UND SICHERHEIT

      6. Wie wirkte sich die hingebende Liebe des Überrestes zu Jehova, dem himmlischen Ehegemahl, gemäß Hosea 2:17-20 aus?

      6 Die hingebende Liebe zu Jehova, dem himmlischen Ehegemahl, wirkte sich für den mit ihm versöhnten Überrest sehr segensreich aus. Jehova hatte dies durch seinen Propheten Hosea mit folgenden Worten vorhersagen lassen: „Und ich will die Namen der Baalbildnisse von ihrem Mund entfernen, und sie [die zurückgekehrten Israeliten] werden ihrer nicht mehr bei ihrem Namen gedenken. Und für sie werde ich an jenem Tage gewißlich einen Bund schließen in Verbindung mit den wilden Tieren des Feldes und mit den fliegenden Geschöpfen der Himmel und den Kriechtieren des Erdbodens, und Bogen und Schwert und Krieg werde ich aus dem Lande zerbrechen, und ich will sie in Sicherheit sich niederlegen lassen. Und ich will dich mir verloben auf unabsehbare Zeit, und ich will dich mir in Gerechtigkeit und in Recht und in liebender Güte und in Erbarmungen verloben. Und ich will dich mir in Treue verloben; und du wirst gewißlich Jehova erkennen“ (Hos. 2:17-20).

      7. Warum nannten die zurückgekehrten Israeliten den himmlischen Ehegemahl Israels nicht mehr „Baali“, und zu welcher Verehrung kehrten sie nie mehr zurück?

      7 Hätten die aus der Babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrten Israeliten Jehova weiterhin Baali, „Mein Besitzer“, genannt, so wären sie immer wieder an die von ihnen oder ihren Vorvätern durch die Anbetung der Baalbildnisse begangene Sünde erinnert worden. Jehovas Handlungsweise ihnen gegenüber erregte in ihnen einen Abscheu gegen die Baale, und so entfernte er die Namen der Baalbildnisse von ihrem Mund. Sie waren entschlossen, der Baalbildnisse mit ihren abstoßenden Namen nicht mehr zu gedenken. Logischerweise wollten sie daher den himmlischen Ehegemahl der Nation Israel nicht mehr „Mein Baal“ oder Baali nennen (Hos. 2:18, Einheitsübersetzung; Jerusalemer Bibel; Zunz). Zufolge dieser Abneigung gegen Baal kehrten sie nie mehr zur Verehrung selbstgemachter Bildnisse zurück.

      8. Wie bewies der jüdische Überrest, der den Messias annahm, daß er gegen den Götzendienst war, und wieso wird der Überrest geistiger Israeliten heute nicht in Mitleidenschaft gezogen, wenn Gott mit der Christenheit abrechnet?

      8 Auch der jüdische Überrest, der Jesus als den Messias annahm, war gegen jede Art von Götzendienst. Dieser Überrest wurde in den neuen Bund, dessen Mittler Jesus Christus war, aufgenommen. Eine ebenso ablehnende Haltung gegenüber allem, was mit Götzendienst zu tun hat, nimmt heute der Überrest geistiger Israeliten ein, den Jehova durch Jesus, den Messias, im Jahre 1919 aus Babylon der Großen befreit hat. Diese geistigen Israeliten bemühen sich, Jehova, ihrem Gott, ausschließlich ergeben zu sein. Sie lehnen es sogar ab, die Fahne irgendeiner Nation zu grüßen (2. Mose 20:1-6; 2. Kor. 6:15 bis 7:1). Sie wollen sich mit nichts verunreinigen, was irgendwie nach Baalskult aussieht. Sie dulden keine falschen Götter als Rivalen neben Jehova. Sie werden daher nicht in Mitleidenschaft gezogen, wenn er mit der Christenheit abrechnet. Er sagt: „Ich will Abrechnung halten mit ihr wegen aller Tage der Baalbildnisse, denen sie ständig räucherte, als sie sich fortgesetzt mit ihrem Ring und ihrem Schmuck zierte und ständig ihren leidenschaftlichen Liebhabern nachging, und mich vergaß sie“ (Hos. 2:13; siehe auch V. 8).

      9. Gegen welches Königreich der alten Zeit ging Gott so vor, wie er in der „großen Drangsal“ gegen die Christenheit vorgehen wird? Was hat er gemäß Hosea 2:18 jedoch hinsichtlich des Überrestes verheißen, der den Baalskult aufgegeben hat?

      9 Der Christenheit, dem neuzeitlichen Gegenbild des Zehnstämmereiches Israel, steht eine „große Drangsal“ bevor (Matth. 24:21, 22). Gott wird mit ihr Abrechnung halten und gegen sie genauso vorgehen, wie er gegen Israel vorging: „Ich werde gewißlich die Königsherrschaft des Hauses Israel aufhören lassen. Und es soll an jenem Tage geschehen, daß ich den Bogen Israels in der Tiefebene Jesreel zerbrechen muß“ (Hos. 1:4, 5). Sie wird mit Gott nicht versöhnt werden. Wie verhält es sich aber mit dem reumütigen Überrest, der den Baalskult aufgegeben hat? Auf ihn treffen Jehovas Worte aus Hosea 2:18 zu: „Für sie werde ich an jenem Tage gewißlich einen Bund schließen in Verbindung mit den wilden Tieren des Feldes und mit den fliegenden Geschöpfen der Himmel und den Kriechtieren des Erdbodens, und Bogen und Schwert und Krieg werde ich aus dem Lande zerbrechen, und ich will sie in Sicherheit sich niederlegen lassen.“ Welch wunderbare Verheißung!

      GOTTES BUND IN VERBINDUNG MIT DEN TIEREN

      10. Was beweist, daß Jehova seit dem Jahre 1919 und auch schon im ersten Jahrhundert Bogen und Schwert und Krieg aus dem „Land“ des geistigen Israel zerbrochen hat?

      10 Etwa achthundert Jahre nachdem diese Verheißung gegeben worden war, nahm ein Überrest natürlicher Israeliten Jesus als Messias an. Sie erlebten die Erfüllung dieser göttlichen Verheißung. Sie kamen aus den zwölf Stämmen Israels, zum Beispiel aus Juda, Benjamin, Levi und Ascher. Dennoch brachen unter diesen israelitischen Jüngern Jesu Christi keine Stammeskämpfe aus. Das kann auch von dem Überrest geistiger Israeliten gesagt werden, den Jehova im Jahre 1919 und danach aus Babylon der Großen befreit hat. Obwohl die Glieder dieses neuzeitlichen Überrestes aus allen Nationen stammen und in einer kriegstollen Welt leben, hat es unter ihnen noch nie Krieg gegeben (Matth. 28:19). Jehova hat „Bogen und Schwert und Krieg“ tatsächlich aus ihrem geistigen „Land“ auf der Erde zerbrochen (Hos. 2:18). Als Angehörige des geistigen Israel, dessen himmlischer Ehegemahl Jehova ist, halten sie Frieden untereinander (Mark. 9:50).

      11. Wie ist es Gott gelungen, Bogen und Schwert und Krieg aus dem geistigen „Land“ seines Bundesvolkes auf Erden zu zerbrechen?

      11 Wie ist dies möglich geworden? Dadurch, daß sie ihre Persönlichkeit geändert haben und sich bemühen, ihrem messianischen Führer, dem Friedefürsten, ähnlich zu werden (Jes. 9:6, 7). Jehova hat durch seinen heiligen Geist und sein geschriebenes Wort ihre Persönlichkeit umgewandelt und gefährliche, raubtierhafte Neigungen von ihnen entfernt (Röm. 12:1, 2). Er hat in übertragenem Sinne erfüllt, was er über den mit ihm versöhnten Überrest mit den Worten vorhersagte: „Für sie werde ich an jenem Tage gewißlich einen Bund schließen in Verbindung mit den wilden Tieren des Feldes und mit den fliegenden Geschöpfen der Himmel und den Kriechtieren des Erdbodens, . . . und ich will sie in Sicherheit sich niederlegen lassen“ (Hos. 2:18). Seit dem Ersten Weltkrieg (1914—1918) ist die Welt immer brutaler geworden, ja manche Menschen sind schlimmer als wilde Tiere. Jehova hat die Glieder des mit ihm versöhnten Überrestes in ein geistiges Paradies gebracht, in dem sie seine Gunst genießen. Wer an dieser Tatsache zweifelt und sich deshalb davon überzeugen möchte, braucht lediglich einen Königreichssaal der christlichen Zeugen Jehovas aufzusuchen, und er wird feststellen, daß dort Gottes Geist des Friedens herrscht.

      12. Welcher Gegensatz besteht zwischen dem religiösen „Land“ der Christenheit und dem geistigen „Land“ des mit Gott versöhnten Überrestes?

      12 Zwischen diesem Paradies geistiger Wohlfahrt und Sicherheit und dem religiösen „Land“ der Christenheit, die behauptet, mit Jehova Gott in einem Bund zu sein, besteht ein scharfer Gegensatz. An der Christenheit erfüllen sich die niederschmetternden Worte aus Hosea 2:12: „Ich will sie zu einem Wald machen, und die wilden Tiere des Feldes werden sie gewißlich verzehren.“ Die in geistigem Sinne ehebrecherische Christenheit ist wie ein Urwald geworden, der in keiner Hinsicht Sicherheit oder Schutz vor geistigen Gefahren oder vor raubtierartigen, angeblich christlichen Nationen bietet. Ihre Kirchenmitglieder sind der Weltweisheit preisgegeben, die ‘irdisch, animalisch und dämonisch’ ist (Jak. 3:15). Sie werden in geistigem Sinne verschlungen. Der Christenheit hat Jehova keinen Bund in Verbindung mit wilden Tieren und Vögeln verheißen. Er läßt sie nicht „in Sicherheit sich niederlegen“.

      EINE ERNEUERUNG DES EHEBUNDES, DIE EWIG WÄHREN SOLL

      13. Mit Rücksicht auf welche edlen Eigenschaften wollte sich Jehova gemäß seinen Worten seinem „Weibe“, seiner Organisation, wieder verloben?

      13 Jehova, der himmlische Ehegemahl des geistigen Israel, hat dem Überrest geistiger Israeliten außergewöhnliche Erbarmungen zukommen lassen. Und er bekundet ihm gegenüber weiterhin loyale Liebe und bewahrt ihm die Treue. Seine edle Gesinnung zeigt sich in den prophetischen Worten, die er an seine weibesähnliche Organisation, die der Überrest heute vertritt, richtete: „Und ich will dich mir verloben auf unabsehbare Zeit, und ich will dich mir in Gerechtigkeit und in Recht und in liebender Güte [loyaler Liebe, New World Translation, 1971, Fußnote] und in Erbarmungen verloben. Und ich will dich mir in Treue verloben; und du wirst gewißlich Jehova erkennen“ (Hos. 2:19, 20).

      14. (a) Was wird dadurch angedeutet, daß Jehova dreimal sagt: „Ich will dich mir verloben.“? (b) Wieso zeugt Jehovas Erneuerung des Ehebundes mit dem geistigen Israel nicht nur von Barmherzigkeit, sondern auch von Gerechtigkeit und Recht, und wieso wird sie nicht vergeblich sein?

      14 Dreimal sagt Jehova zu dem reumütigen Überrest: „Ich will dich mir verloben.“ Dadurch verleiht er seinen Worten besonderen Nachdruck. Sie lassen seine große Liebe erkennen, die bewirkt, daß er seine Barmherzigkeit in außergewöhnlichem Maße bekundet. Seine Erneuerung des Ehebundes zeugt aber nicht nur von Barmherzigkeit, sondern auch von Gerechtigkeit und Recht. Wieso? Weil er den Bund aufgrund des Sühnopfers erneuert, das Jesus, der Messias, darbrachte und das den Forderungen der Gerechtigkeit entsprach (1. Joh. 1:7 bis 2:1). Die Wiederherstellung des ehelichen Verhältnisses zwischen dem Überrest geistiger Israeliten und Jehova beweist, daß Jehova wirklich treu ist und loyale Liebe übt. Es wird sich auch zeigen, daß er sich dem Überrest nicht vergeblich „in Gerechtigkeit und in Recht und in liebender Güte und in Erbarmungen“ verlobt. Alle Loyalgesinnten werden diesem barmherzigen und loyalen Gott treu bleiben und ihm ausschließlich ergeben sein, und zwar auf unabsehbare Zeit, ja für immer, das heißt durch die bevorstehende „große Drangsal“ hindurch, die in Har-Magedon ihren Höhepunkt erreicht (Offb. 16:14, 16).

      15, 16. (a) Welcher Dinge wegen erkannte der Überrest Jehova? (b) Mit welchen Worten weist Jehova in Hosea 2:21-23 darauf hin, daß er uns mit allen zum Leben notwendigen Dingen versorgt?

      15 Jehova sagt zu dem reumütigen Überrest, dem er sich nun verlobt: „Und du wirst gewißlich Jehova erkennen“ (Hos. 2:20). Das bedeutet, daß der Überrest Jehova nicht nur wegen der von ihm herbeigeführten barmherzigen Versöhnung erkannte, sondern auch wegen der Dinge, die er danach noch tun würde. Da die Glieder des Überrestes ihn nun besser denn je kannten, konnten sie in ihm deutlich den Quell der ihnen ständig zufließenden Segnungen sehen. Beachten wir daher, mit welch liebevollen und freudigen Worten Jehova, der uns mit allen zum Leben notwendigen Dingen versorgt, auf diese Tatsache hinweist:

      16 „ ‚Und es soll geschehen an jenem Tage, daß ich antworten werde‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,ich werde den Himmeln antworten, und sie ihrerseits werden der Erde antworten; und die Erde ihrerseits wird dem Korn und dem süßen Wein und dem Öl antworten; und sie ihrerseits werden Jesreel [= Gott wird Samen säen] antworten. Und ich werde sie mir gewißlich wie Samen in die Erde säen, und ich will derjenigen Barmherzigkeit erweisen, der nicht Barmherzigkeit erwiesen wurde [hebräisch: Lo-Ruchama], und ich will zu denen, die nicht mein Volk sind [hebräisch: Lo-Ammi], sprechen: „Du bist mein Volk“; und sie ihrerseits werden sprechen: „Du bist mein Gott“ ‘ “ (Hos. 2:21-23; Elberfelder Bibel; Einheitsübersetzung).

      17. Wie wirkt sich diese bei Jehova, dem Schöpfer, endende Kette von Antworten oder Erwiderungen aus?

      17 Betrachten wir nun die Auswirkungen dieser Kette von Antworten oder Erwiderungen: In alter Zeit benötigte der mit Jehova versöhnte Überrest der Israeliten, die von ihrem Gott wie Samen in die Erde ihrer Heimat, des Landes Juda, gesät worden waren, Korn, süßen Wein und Öl. Diese bekömmlichen Dinge gehen aus der Erde hervor. Um die Bedürfnisse dieser Israeliten zu befriedigen, bitten Korn, süßer Wein und Öl die Erde, ihre Mineralstoffe an die Getreidehalme abzugeben, an die traubentragenden Weinreben und die Öl liefernden Ölbäume. Um dies tun zu können, ist die Erde auf den Regen angewiesen, den der Himmel spendet, wodurch verhindert wird, daß die Pflanzen verdorren. Die Erde bittet deshalb nun den Himmel darum, rechtzeitig Regen zu spenden. Der Himmel verschließt seine Schleusen nicht, sondern erhört die Bitte der Erde. Was kann aber der Himmel von sich aus tun? Er ist darauf angewiesen, daß der Schöpfer Wolken hervorruft, aus denen Regen zur Erde niederfällt. Der Schöpfer ist der große Regenmacher (Jer. 10:12, 13).

      18. Welche Antwort oder Erwiderung setzt den ganzen Kreislauf in Gang, der schließlich mit einer Antwort an Jesreel endet?

      18 So bittet der Himmel schließlich Jehova, Regenwolken zu bilden und zu bewirken, daß sie sich entleeren. Zum Nutzen seines mit ihm versöhnten weibesähnlichen Volkes, das sich nun wieder auf dem Boden seiner Heimat befindet, antwortet Jehova dem Himmel. Auf einmal kommt der ganze Kreislauf in Gang und bewirkt, daß sein Volk Korn, süßen Wein und Öl erhält. So geben also diese Erzeugnisse der Erde Jesreel, das heißt dem Überrest der Israeliten, die Jehova gleichsam in die Erde ihrer Heimat sät, ihre Antwort.

      19. Was erfährt der Überrest nach seiner Rückkehr über Jehova, so daß er Baal für nichts mehr die Ehre gibt?

      19 Auf diese Weise erfährt der Überrest des Volkes Jehovas nach seiner Rückkehr, daß all die nützlichen Naturvorgänge in seiner Umwelt das Werk Jehovas sind. Sie sind nicht einem von Menschen erdachten Baal (oder Baalen) zuzuschreiben, der von Götzendienern jedes Jahr durch schamlose, abscheuliche Fruchtbarkeitsriten verehrt wird. Durch eine genaue Erkenntnis erleuchtet, war der Überrest jetzt dem wahren Gott ausschließlich ergeben.

      20. (a) Wen haben die Glieder des Überrestes des geistigen Israel als Urheber ihres geistigen Paradieses erkannt? (b) Wie sind noch weitere Menschen, eine „große Volksmenge“, in das geistige Paradies gelangt, dessen sie sich nun zusammen mit dem Überrest erfreuen?

      20 Wie verhält es sich nun mit den Gliedern des befreiten Überrestes des geistigen Israel heute? Sie haben ebenfalls erkannt, daß der Gott, der sie aus Babylon der Großen befreit hat, auch der Urheber des geistigen Paradieses ist, in das er sie seit dem Jahre 1919 gebracht hat und in dem Wohlstand, Frieden und Sicherheit herrschen. Hunderttausende gottesfürchtige Menschen sind auf dieses geistige Paradies des Überrestes geistiger Israeliten aufmerksam geworden, wie das in Hesekiel 36:35, 36 mit den Worten vorhergesagt worden war: „Man wird gewißlich sprechen: ,Dieses Land da, das verödet war, ist wie der Garten Eden geworden . . .‘ Und die Nationen, die rings um euch übriggeblieben sind, werden erkennen müssen, daß ich selbst, Jehova, die niedergerissenen Dinge gebaut habe, ich habe gepflanzt, was verödet gewesen ist.“ So haben sich denn unzählige aufrichtige Menschen, eine „große Volksmenge“, die auf dieses geistige Paradies aufmerksam geworden sind, entschlossen, ebenfalls hineinzugehen, und genießen nun dort zusammen mit dem mit Gott versöhnten Überrest geistigen Wohlstand und Frieden sowie geistige Sicherheit.

      21. (a) Wen bezeichnet Jehova somit als sein Volk, und wer legt heute ebenfalls eine öffentliche Erklärung darüber ab, daß Jehova ihr Gott ist? (b) Wie erfüllt Jehova die Bedeutung des Namens Jesreel in diesem Fall?

      21 Jehova erweist dem Überrest, der zur Zeit des Ersten Weltkrieges von Babylon der Großen gefangengehalten wurde, jetzt auf diese Weise Barmherzigkeit, was er damals nicht tat. Zu denen, die nicht sein Volk waren, sagt er nun: „Du bist mein Volk.“ Aus innerster Überzeugung erwidert der Überrest: „Du bist mein Gott“ (Hos. 2:23). Seine schafähnlichen Gefährten, die „große Volksmenge“, die sich jetzt ebenfalls im geistigen Paradies befinden, legen wie die Glieder des Überrestes eine öffentliche Erklärung darüber ab, daß Jehova ihr Gott ist (Offb. 7:9-17; Joh. 10:16). Das alles spielt sich in dem wiederhergestellten geistigen „Land“ ab, in dem Jehova den Überrest geistiger Israeliten wie Samen gesät hat, um die Bedeutung des Namens Jesreel, „Gott wird Samen säen“, zu erfüllen.

      EINE LEBENSWAHRE VERANSCHAULICHUNG DER BARMHERZIGKEIT GOTTES

      22, 23. Was sollte Hosea gemäß dem dritten Kapitel seines Buches tun, und zu welchem Zweck?

      22 Durch die übergroße Barmherzigkeit, die Jehova bekundet, gelingt es ihm, das Problem mit seinem Bundesvolk, seinem „Weib“, zu lösen. Um dies lebhaft zu veranschaulichen wies Jehova seinen Propheten Hosea an, in einem lebenswahren Drama die Hauptrolle zu spielen. Wir lesen darüber im dritten Kapitel seiner Prophezeiung:

      23 „Und Jehova sprach weiter zu mir: ,Geh nochmal hin, liebe ein Weib, das von einem Gefährten geliebt wird und Ehebruch begeht wie im Fall der Liebe Jehovas zu den Söhnen Israels, während sie sich anderen Göttern zuwenden und [die mit deren Kult verbundenen] Rosinenkuchen lieben.‘ Und ich ging daran, sie mir für fünfzehn Silberstücke und ein Chomer-Maß Gerste und einen halben Chomer Gerste zu kaufen. Dann sprach ich zu ihr: ,Viele Tage lang wirst du als die Meine wohnen. Du sollst nicht Hurerei begehen, und du sollst keinem anderen Mann zu eigen werden; und auch ich will für dich sein.‘ Es ist, weil die Söhne Israels viele Tage ohne König und ohne Fürst und ohne Schlachtopfer und ohne Säule und ohne Ephod und Teraphim wohnen werden. Danach werden die Söhne Israels umkehren und gewißlich Jehova, ihren Gott, und David, ihren König, suchen; und sie werden gewißlich bebend zu Jehova und zu seiner Güte kommen im Schlußteil der Tage“ (Hos. 3:1-5).

      24. (a) Wen kaufte sich Hosea danach, von wem und für wieviel? (b) Wie erfüllte Jehova dieses prophetische Drama 537 v. u. Z. und 1919 u. Z.?

      24 Hosea stellte in dem prophetischen Drama, in dem er gehorsam seine Rolle spielte, Jehova dar. Er kaufte seine rechtmäßige Frau von dem ungenannten Mann, mit dem sie ehebrecherischen Umgang gepflegt hatte und dessen Sklavin sie geworden war, zurück. Um sie zurückzukaufen, gab er den Gegenwert von 30 Schekel Silber, den Preis für einen Sklaven (2. Mose 21:32). Diesem Bild entsprechend kaufte Jehova die im Lande Babylon versklavten israelitischen Gefangenen zurück. Den Erlösungspreis gab er dem Eroberer Babylons, dem Perser Cyrus dem Großen, wie das aus Jesaja 43:14 hervorgeht (Jes. 44:26 bis 45:4). Auf ähnliche Weise kaufte Jehova als himmlischer Ehegemahl im Jahre 1919 den Überrest des geistigen Israel aus der Sklaverei Groß-Babylons und dessen weltlicher politischer Verbündeten zurück. Er erlöste ihn durch seinen größeren Cyrus, Jesus Christus, dem er ‘die Nationen zu seinem Erbe gab und die Enden der Erde zu seinem Besitz’ (Ps. 2:8, 9).

      25. (a) Wie strafte Jehova — der Darstellung durch Hosea entsprechend — sein Bundesvolk in alter Zeit? (b) Wie suchten Angehörige dieses Volkes „David, ihren König“, und welchen Suchenden wurde Jehovas Barmherzigkeit zuteil?

      25 Nachdem Hosea seine rechtmäßige Frau Gomer liebevoll wiederaufgenommen hatte, strafte er sie, indem er von ihr geschlechtliche Enthaltsamkeit verlangte, und wahrscheinlich enthielt er sich ebenfalls der ehelichen Gemeinschaft mit ihr. Auch die in Gefangenschaft lebenden Israeliten wurden bestraft, denn sie durften keinen eigenen König, keine Fürsten und auch keine Götzenpriester oder irgendwelche dem Götzenkult dienende Gegenstände haben (Hos. 13:11). Im Jahre 537 v. u. Z. nahm Jehova den bestraften, reumütigen Überrest seines Volkes, der die falsche Religion aufgegeben hatte und zu ihm zurückgekehrt war, liebevoll wieder auf. Diese Israeliten „suchten“ oder erwarteten den Messias, der sie von der Herrschaft der heidnischen Nationen befreien sollte. Dieser Messias war der König, der aus der Geschlechtslinie Davids kommen sollte (Dan. 9:24-27). Und zu der von Gott bestimmten Zeit kam er auch. Im Jahre 33 u. Z. verherrlichte Jehova Jesus, den Messias, als König im Himmel. Ein Überrest gläubiger Israeliten nahm ihn als himmlischen messianischen König an und folgte ihm nach (Kol. 1:13). Diesen Israeliten wurde Jehovas Barmherzigkeit zuteil (Röm. 9:24-26; 1. Petr. 2:9, 10).

      26. Wer erwies sich damals als Lo-Ruchama (Nichtbemitleidete)?

      26 Die ungläubige Nation Israel wurde wie Lo-Ruchama (Nichtbemitleidete). Das reuelose Jerusalem wurde im Jahre 70 u. Z. von den Römern zerstört, und die überlebenden Juden wurden in alle Welt zerstreut (Matth. 24:15-22; Luk. 21:20-24).

      27. (a) Wie kamen die Glieder des Überrestes in dieser „Zeit des Endes“ bebend zu Jehova, und was taten sie, nachdem sie „David, ihren König“, gefunden hatten? (b) Wem ist dadurch Jehovas Barmherzigkeit ebenfalls zuteil geworden?

      27 Inzwischen sind neunzehnhundert Jahre vergangen. Im Jahre 1914 ist für die gegenwärtige unbarmherzige Welt, zu der auch die Christenheit gehört, die „Zeit des Endes“ angebrochen (Dan. 12:4). Nach dem Ersten Weltkrieg begann ein reumütiger Überrest wahrer geistiger Israeliten, die im neuen Bund standen, Jehova, ihren Gott, zu suchen. Zitternd und bebend kamen sie zu ihm, um als sein Bundesvolk wieder seine Gunst zu erlangen (Ps. 50:5). Sie fanden „David, ihren König“, nämlich Jesus Christus, der seit seiner Inthronisierung im Jahre 1914, dem Ende der Zeiten der Nationen, als König im Himmel herrscht. Mit glühendem Eifer begannen sie, seine zeitgemäße Prophezeiung aus Matthäus 24:14 zu erfüllen. Was tun sie also seither? Sie predigen „diese gute Botschaft vom Königreich“ auf der ganzen Erde, „allen Nationen zu einem Zeugnis“, bevor die „große Drangsal“ beginnt, die in Har-Magedon ihren gewaltigen Höhepunkt erreicht. Zufolge dieser Predigttätigkeit ist Gottes Barmherzigkeit auch einer „großen Volksmenge“ zuteil geworden. Diese schafähnlichen Menschen suchen den einen wahren Gott, Jehova, und seinen messianischen König, den größeren David, ebenfalls, und zwar besonders seit 1935.

      28. Wann wird sich Jehovas Barmherzigkeit, die dem Überrest und der „großen Volksmenge“ bereits zuteil geworden ist, am herrlichsten zeigen, und wie?

      28 Jehova hat seinem mit ihm versöhnten Überrest und der aus schafähnlichen Untertanen des Messias bestehenden „großen Volksmenge“ bereits in großem Maße und auf wunderbare Weise Barmherzigkeit erwiesen. Am herrlichsten wird sich aber seine Barmherzigkeit darin zeigen, daß er den Überrest und die „große Volksmenge“ in der weltweiten „großen Drangsal“, die mit Har-Magedon endet, am Leben erhält. Diese Menschen, die Empfänger der unvergleichlichen Barmherzigkeit, die er vor dem ganzen Universum bekunden wird, werden dann in seine neue Ordnung einziehen, die er nach Har-Magedon herbeiführen wird. „Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater inniger Erbarmungen und der Gott allen Trostes“ (2. Kor. 1:3).

  • Ninive — die stolze Hauptstadt Assyriens
    Der Wachtturm 1976 | 15. Juni
    • Ninive — die stolze Hauptstadt Assyriens

      NINIVE, die Hauptstadt des mächtigen Assyrien, das für seine grausame Herrschaft bekannt war, wurde von den unterjochten Völkern gehaßt. Man sehnte den Tag herbei, an dem Ninives Macht gebrochen werden würde und diese Stadt niemandem mehr ihr bedrückendes Joch auferlegen könnte.

      Kujundschik und Nebi Yunus, zwei große Erdhügel am Ostufer des Tigris, kennzeichnen heute die Stelle, an der einst das stolze Ninive stand. Auf dem Nebi Yunus, sozusagen auf dem Grab des alten Ninive, steht heute ein Dorf. Auf dem Kujundschik, dem größeren Hügel, gibt es ein paar bebaute Felder und einige Grasflächen, auf denen man im Frühling Schafherden weiden sieht. Die Worte, die der hebräische Prophet Zephanja über Ninive äußerte, haben sich erfüllt: „In seiner Mitte werden sich gewißlich Herden lagern . . . Das ist die frohlockende Stadt, die in Sicherheit saß, die in ihrem Herzen sprach: ,Ich bin’s, und da ist niemand sonst.‘ O wie sie zu einem Gegenstand des Entsetzens geworden ist . . .!“ (Zeph. 2:14, 15).

      Stolze assyrische Herrscher wie Sanherib, Esar-Haddon und Assurbanipal dachten kaum daran, daß das mächtige Ninive einmal verschwinden würde. Wenn wir das berücksichtigen, was archäologische Ausgrabungen über diese Stadt zutage gefördert haben, sind auch wir erstaunt, daß es Ninive nicht mehr gibt.

      In seiner Blütezeit war Ninive eine imposante Stadt. Seine 12 Kilometer lange massive Mauer ragte ungefähr 30 Meter auf. An bestimmten Stellen hatte sie eine Stärke von 45 Metern. Durch fünfzehn große Tore gelangte man in die Stadt. Eine Stadt mit derartig gewaltigen Festungsanlagen sollte nicht leicht einzunehmen sein.

      Während der Herrschaft Sanheribs muß sein Palast einer der prächtigsten Bauten in Ninive gewesen sein. Bei einem Ausmaß von 183 mal 192 Metern wies der Palast mindestens achtzig Räume auf. Viele dieser Räume waren reich verziert mit Darstellungen von Schlachten, Belagerungen, Siegen, Jagdszenen und religiösen Zeremonien. Diese Darstellungen waren in Alabaster gemeißelt und mit leuchtenden Farben überstrichen. Unter jedem Bild stand als Erklärung eine Inschrift. Die eingravierten Buchstaben waren mit Kupfer ausgegossen.

      „STADT DES BLUTVERGIESSENS“

      Die Reliefs zeigen, daß Ninive, wie der hebräische Prophet Nahum sagte, eine „Stadt des Blutvergießens“ war (Nah. 3:1). Sie beweisen, wie grausam die Assyrer die Gefangenen

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