-
An Jehova Freude und Gefallen habenDer Wachtturm 1972 | 15. Juni
-
-
erweisen“. Paulus fügt hinzu: „Von diesen wende dich weg.“ (2. Tim. 3:5) Die Christenheit bildet den führenden Teil von „Babylon der Großen“, und heute ergeht laut und deutlich der Befehl: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt.
17. Wohin sollten alle, die „Babylon“ verlassen, fliehen, und warum schnell?
17 Ja, wende dich ab von Babylon der Großen, der feindlichen Stadt, dem Weltreich der falschen Religion, und suche Zuflucht bei Zion. Verliere keine Zeit, denn in Kürze wird Jehova „an Babylon tun, was ihm gefällt“. (Jes. 48:14) Babylon die Große ist bereits gefallen und wird nun bald vernichtet werden. (Offb. 18:2, 21) Jetzt ist es an der Zeit, positiv zu handeln, denn „jeder, der den Namen Jehovas anruft, [wird] sicher davonkommen ...; denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem werden die Entronnenen sein, so, wie Jehova gesprochen hat, und unter den Überlebenden, die Jehova beruft“. — Joel 2:32.
18. Wie sollten wir beweisen, daß wir am Halten des wahren Sabbats Wonne haben, und welchen Segen wird dies mit sich bringen?
18 Halte den wahren Sabbat Jehovas. Tue den Willen Gottes nicht nur an einem von sieben Tagen, sondern gib dich Gott hin und diene ihm dein ganzes Leben lang mit Lust, wie Jesus es tat. Gehe in Gottes Ruhe ein, und vertraue nicht auf deine Werke, sondern auf das völlig genügende Erlösungswerk Christi Jesu. Nimm wie Jesus Gottes Wort in deinem Inneren auf, indem du Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme darin liest. Dann wirst du „wie ein Baum werden, gepflanzt an Wasserbächen“, der ständig Frucht bringt und immer grün bleibt, und ‘alles, was du tust, wird gelingen’. — Hebr. 4:10; Gal. 3:10-14; Ps. 1:1-3; 40:8.
19. Welche Bitte sollten wir an Jehova richten, und wessen können wir gewiß sein?
19 Unterdrücke deinen Herzenswunsch nicht. Äußere wie David glaubensvoll die Bitte: „Unterweise mich, o Jehova, in deinem Wege, und führe mich auf dem Pfade der Geradheit meiner Feinde wegen.“ Handle dann deinem Gebet entsprechend, indem du dein ganzes Leben mit dem wunderbaren Vorhaben des Schöpfers in Einklang bringst. Das wird dir keine Enttäuschung und auch keinen Kummer bringen. Es wird dir kein Herzeleid bereiten. „Habe Wonne an Jehova, und er wird dir die Bitten deines Herzens gewähren.“ — Ps. 27:11; 37:4; siehe ferner Philipper 4:6, 7.
-
-
Eine Prüfung der DemutDer Wachtturm 1972 | 15. Juni
-
-
Eine Prüfung der Demut
DEMUT ist eine Eigenschaft, die der Souverän des Universums, Jehova Gott, von denen erwartet denen er die Ehre zuteil werden läßt, in seinem Dienst zu stehen. Aus der Bibel erfahren wir: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber verleiht er unverdiente Güte.“ — Jak. 4:6.
Obwohl Jehova Gott der Höchste ist, ist er demütig. Wie ist das möglich? Daß Gott demütig ist, bedeutet natürlich nicht, daß er sich anderen unterwirft. Es bedeutet vielmehr, daß er stets bereit und willens ist, gegenüber geringen Sündern, die aufrichtig seine Anerkennung wünschen, Barmherzigkeit zu üben. Jemand, der das erkannte, war König David. Nachdem ihn Jehova von seinen Feinden befreit hatte, sang David: „Du wirst mir deinen Schild der Rettung geben, und deine Demut macht mich groß.“ (2. Sam. 22:36) Ja, Jehova ließ sich demütig herab, einem unvollkommenen Mann (der allerdings ein rechtes Herz hatte), David, zu Hilfe zu kommen, und machte ihn dadurch groß.
Gottes erstgeborener Sohn, Jesus Christus, zeigte ebenfalls Demut. (Phil. 2:5-8) Als vollkommener Mensch war er gegenüber den sündigen Menschen, unter denen er lebte und tätig war, nie überkritisch oder anmaßend. Erbarmen und Mitleid bewogen ihn, anderen geistig und physisch zu helfen. — Matth. 9:36.
Wie Jesus Christus haben Millionen treue Engel sowohl in ihrer Einstellung als auch in ihrer Handlungsweise Demut bekundet. Der Engel, der gebraucht wurde, um dem Apostel Johannes eine prophetische Offenbarung zu übermitteln, gab demütig zu: „Ich bin nichts weiter als ein Mitsklave von dir und von deinen Brüdern.“ (Offb. 22:9) Und von den Engeln insgesamt sagte Jesus: „So ... gibt es bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der bereut.“ (Luk. 15:10) Diese Freude ist wirklich ein Beweis großer Demut. Wieso?
Nun, damals im ersten Jahrhundert u. Z. erhielten Sünder die Aussicht, ins himmlische Königreich aufgenommen zu werden. Alle, die sich danach selbst bis zum Tode als treu erwiesen, sollten König-Priester mit dem Herrn Jesus Christus werden und eine Stellung erlangen, die über der der Engel wäre. (1. Kor. 6:2, 3; 2. Tim. 2:11, 12; Offb. 20:6) Doch fühlten sich die Engel nicht geringschätzig behandelt, weil Jehova Gott sie trotz ihres vergangenen loyalen Dienstes, den sie schon lange vor der Erschaffung des Menschen geleistet hatten, nicht erwählt hatte. Nein, sie freuten sich, da sie erkannten, daß diese Menschen durch das, was ihnen begegnet war und was sie überwunden hatten, dazu ausgerüstet wurden, als mitfühlende, barmherzige Könige und Priester zu dienen. (Vergleiche Hebräer 4:14-16.)
Die Engel schätzen die Richtigkeit und Gerechtigkeit der Vorkehrung Jehovas so sehr, daß sie den voraussichtlichen Königreichserben auf Erden demütig dienen. In Hebräer 1:14 heißt es: „Sind sie nicht alle Geister für den öffentlichen Dienst, ausgesandt, um denen zu dienen, die die Rettung ererben werden?“ Sie geben ein ausgezeichnetes Beispiel.
EINE PRÜFUNG FÜR DIEJENIGEN, DIE NICHT ZU ÄLTESTEN ERNANNT WORDEN SIND
Als unvollkommene Menschen sind wir geneigt, mehr von uns zu denken, als wir eigentlich denken sollten. Daher müssen wir uns anstrengen, die Demut Jehovas Gottes und seiner Engelsöhne, einschließlich derjenigen Jesu Christi, nachzuahmen. Manchmal gibt es in den Versammlungen des Volkes Gottes bestimmte Entwicklungen, die die Demut vieler auf die Probe stellen. Das ist besonders dann der Fall, wenn Männer dazu ernannt werden, in besonderen Eigenschaften zu dienen. Zum Beispiel mögen einige, obwohl sie nicht zu Ältesten ernannt worden sind, denken, man sollte sie in der Versammlung als Lehrer betrachten.
Selbst im ersten Jahrhundert u. Z. dachten gewisse Christen so. Der Jünger Jakobus wandte sich offensichtlich an solche Männer, als er erklärte: „Meine Brüder! Nicht so Viele müsset ihr Lehrer werden wollen! bedenket, daß unsere Verantwortung um so größer sein wird!“ — Jak. 3:1, van Eß.
Es ist wirklich ein ernüchternder Gedanke, daß Älteste bei der Verrichtung ihrer Arbeit eine größere Verantwortlichkeit haben als die Christen im allgemeinen. (Luk. 12:48) Es ist für Älteste keine leichte Sache, daß ihre „Verantwortung um so größer sein wird“. Sie sind wie ihre christlichen Brüder unvollkommene Menschen. Der Jünger Jakobus gab zu: „Wir alle straucheln oft.“ — Jak. 3:2.
Die Unvollkommenheiten der Ältesten werden oft in einem größeren Maße offenbar als diejenigen anderer Glieder der Versammlung. Wie kommt das? Es liegt daran, daß Älteste ständig vor der Versammlung stehen, indem sie lehren, ermahnen und zurechtweisen. Ihre Handlungsweise wird von Gliedern der Versammlung genau beobachtet,
-