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Der Friede, den Christen habenDer Wachtturm 1966 | 1. November
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an siebenter Stelle. — Röm. 14:17; Jak. 3:17; Matth. 5:3-9.
17. In welch weiterer Beziehung ist der Friede, den Christen haben, einzigartig?
17 Der Friede, den Christen haben, ist ferner deshalb einzigartig, weil er nicht von äußeren Umständen abhängt. Der Apostel Paulus beschrieb ihn treffend mit den Worten: „Der Friede Gottes, der alles Denken übersteigt.“ Er ist ein Zustand, in dem Herz und Sinn ruhig sind, ein Zustand innerer Gelassenheit, ganz gleich, was außerhalb vor sich gehen mag. Er läßt sich treffend mit einer Vogelmutter vergleichen, die während eines heftigen Sturmes ruhig auf einem Baum auf den Eiern in ihrem Nest sitzt, ohne sich darum zu kümmern, was um sie herum vor sich geht. Dieser Friede ist offensichtlich ein Friede, den die Welt nicht kennt. Deshalb konnte Jesus über ihn sagen: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Ich gebe ihn euch nicht so, wie die Welt ihn gibt. Euer Herz werde nicht beunruhigt noch vor Furcht verzagt.“ „Ich habe euch diese Dinge gesagt, damit ihr durch mich Frieden habet. In der Welt werdet ihr Drangsal haben, doch faßt Mut! Ich habe die Welt besiegt.“ Ja, wahre Nachfolger Jesu Christi können trotz Verhältnissen, die Menschen normalerweise beunruhigen oder vor Furcht verzagen lassen würden, und trotz Drangsalen Frieden haben. — Phil. 4:7; Joh. 14:27; 16:33.
DEN FRIEDEN GOTTES ERLANGEN
18, 19. (a) Auf welcher Grundlage kann man mit Gott in ein friedliches Verhältnis gelangen? (b) Mit welchem Dienst sind Christen daher betraut worden?
18 Wie kann man aber diesen Frieden, der zu den in Galater 5:22 beschriebenen Früchten des heiligen Geistes Gottes gehört, diesen Frieden, der alles Denken übersteigt, erlangen? Indem man zunächst Frieden mit Gott schließt, das heißt mit ihm in ein freundschaftliches Verhältnis gelangt. Ein freundschaftliches Verhältnis mit Gott? Ist Gott denn nicht jedermanns Freund? Keineswegs! Der Apostel Paulus schrieb treffend: „Ja euch, dir ihr einst entfremdet und Feinde wart, weil euer Sinn auf die Werke gerichtet war, die böse waren, hat er jetzt wieder versöhnt.“ Wodurch versöhnt? Durch das Opfer Jesu Christi. „Denn wenn wir, als wir Feinde waren, mit Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt wurden, so werden wir noch viel mehr jetzt, da wir versöhnt worden sind, durch sein Leben gerettet werden.“ Das war durch folgende Worte vorhergesagt worden: „Er ist um unserer Uebertretungen willen durchbohrt, zerschlagen wegen unserer Missetat; Strafe, uns zum Frieden, lag auf ihm, und durch seine Wunden ward uns Heilung.“ — Kol. 1:21; Röm. 5:10; Jes. 53:5, SB.
19 Aus diesem Grunde bezeichnet der Apostel Paulus das wahre Christentum oder die Verkündigung des christlichen Evangeliums als „den Dienst der Versöhnung“. Jesus kam auf die Erde und „verkündete die gute Botschaft des Friedens euch, den Fernen, und Friede den Nahen“. Mit diesem Dienst betraute er seine Nachfolger. „Alle Dinge aber kommen von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat, nämlich, daß Gott durch Christus eine Welt mit sich versöhnte, indem er ihnen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und er hat uns das Wort der Versöhnung anvertraut. Wir sind daher Gesandte an Christi Statt, als ob Gott durch uns inständig bitte. An Christi Statt bitten wir: ‚Werdet versöhnt mit Gott.‘ Den [Jesus Christus], der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir in Gemeinschaft mit ihm Gottes Gerechtigkeit würden.“ — Eph. 2:17; 2. Kor. 5:18-21.
20, 21. (a) Was heißt es, Glauben auszuüben? (b) Welche Schritte müssen zuerst unternommen werden?
20 Ja, nur durch Jesus Christus kann man mit Gott Frieden schließen: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Das setzt nicht nur voraus, daß wir das, was Jesus für uns getan hat, anerkennen, sondern daß wir auch Glauben ausüben: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe.“ Glauben ausüben heißt etwas tun, seinem Glauben entsprechend handeln, denn „wie der Leib ohne Odem tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot“. — Joh. 14:6; 3:16; Jak. 2:26.
21 Was für Werke muß man denn tun? Man muß vor allem Reue bekunden, muß sich bekehren oder sich von seiner selbstsüchtigen, ungerechten Handlungsweise abwenden, um dem Beispiel zu folgen, das uns Jesus Christus gegeben hat. Der Apostel Petrus ermahnte die damaligen Juden in Jerusalem mit den Worten: „Bereut daher und kehrt um, damit eure Sünden ausgelöscht werden, so daß Zeiten der Erquickung von der Person Jehova kommen mögen.“ — Apg. 3:19.
22, 23. Was tat Jesus zu Beginn seiner Predigttätigkeit, wodurch er uns ein Beispiel gab, und von welcher Wichtigkeit ist dieser Schritt, wenn man mit Jehova Gott Frieden schließen möchte?
22 Jesus wurde der Christus und begann als solcher seine Laufbahn, als er sich dem Willen seines Vaters unterstellte und, wie wir lesen, sagte: „Siehe, ich bin gekommen ..., um deinen Willen, o Gott, zu tun.“ Das geschah am Jordan, wo er auch von Johannes dem Täufer getauft wurde. Da sich Jesus selbst taufen ließ und da er gebot, daß auch seine Nachfolger getauft werden sollten, muß sich jemand, der in Jesu Fußtapfen treten möchte, wie Jesus dazu entschließen, Gottes Willen zu tun, und muß sich dann wie Jesus ebenfalls taufen lassen. Diese Taufe ist ein Symbol oder Sinnbild dafür, daß man sich entschlossen hat, Gottes Willen zu tun. Sie sollte einen ständig an diesen Entschluß erinnern. Sie ist auch ein Zeugnis vor anderen dafür, daß man sich entschlossen hat, Gottes Willen zu tun und Jesus Christus nachzufolgen. — Hebr. 10:7; Matth. 3:13-17; 28:19, 20.
23 Heute sind viele mit den christlichen Zeugen Jehovas verbunden, besuchen ihre Zusammenkünfte, lesen die Wachtturm-Schriften und beteiligen sich sogar am öffentlichen Predigtdienst, schrecken aber vor dem Schritt der Hingabe und vor der Taufe zurück. Sie scheinen mit Gott zu wandeln, tun es aber in Wirklichkeit nicht, denn wir lesen in Amos 3:3: „Wandeln wohl zwei miteinander, es sei denn, daß sie übereingekommen sind?“ Solche Personen sollten daran denken, daß man, um den Frieden Gottes zu genießen, erst mit Gott Frieden schließen muß, indem man sich ihm hingibt und sich dann taufen läßt.
24. Was muß man tun, um diesen Frieden zu bewahren?
24 Das heißt nicht, daß wir nach dem Schritt der Hingabe und nach der Taufe nichts mehr tun müßten, um diesen Frieden mit Gott für immer zu genießen. Hingabe und Taufe sind erst der Anfang. Wir müssen unter anderem fortfahren, Erkenntnis in uns aufzunehmen und uns von Jehova durch sein Wort und seine sichtbare Organisation belehren zu lassen, ja, wir müssen Gottes Gesetz wirklich lieben und nach Weisheit streben. Tun wir das, so können wir sicher sein, daß wir Frieden haben werden: „Alle deine Kinder werden von Jehova gelehrt, und der Friede deiner Kinder wird groß sein.“ „Großen Frieden haben die, die dein Gesetz lieben, und kein Fallen gibt es für sie.“ „Mein Sohn, vergiß nicht meine Belehrung, und dein Herz bewahre meine Gebote. Denn Länge der Tage und Jahre des Lebens und Frieden werden sie dir mehren.“ „Ihre [der Weisheit] Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Pfade sind Frieden.“ Der Apostel Paulus gab Christen den Rat: „Die Dinge, die ihr gelernt und auch angenommen und gehört und in Verbindung mit mir gesehen habt, diese setzt in die Tat um, und der Gott des Friedens wird mit euch sein.“ — Jes. 54:13; Ps. 119:165, Fußnote; Spr. 3:1, 17; Phil. 4:9.
25. (a) Womit könnte man den Grundsatz, der diesen Frieden beherrscht, vergleichen? (b) Als was könnte man den Frieden Gottes deshalb bezeichnen?
25 Dieser Friede könnte mit dem Eheglück verglichen werden. Eine Hochzeit ist bestimmt ein freudiger Anlaß. Sie ist gewissermaßen die Pforte zum Eheglück, bietet aber noch längst keine Gewähr dafür, daß dieses Glück bestehenbleibt. Viele Brautpaare glauben das zwar, sie sind jedoch im Irrtum. Eheleute die glücklich bleiben möchten, müssen an ihrem Glück ständig arbeiten, sie müssen sich darüber Gedanken machen, müssen sich Zeit nehmen und sich anstrengen, in all ihren Beziehungen Reife zu bekunden. Genauso verhält es sich auch mit allen, die durch Reue und Bekehrung, durch Glauben an das Lösegeld Christi, durch den Schritt der Hingabe und durch die Taufe in ein friedliches Verhältnis zu Gott gelangt sind. Sie müssen fortfahren, an diesem Frieden zu arbeiten, um ihn zu bewahren. Der Friede Gottes könnte somit als eine Belohnung bezeichnet werden. Jehova verhieß seinem Volk der alten Zeit Frieden, sofern es seinen Bedingungen entspreche: „Wenn ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Gebote beobachtet und sie tut, so werde ich ... Frieden im Lande geben, daß ihr euch niederleget, und niemand sei, der euch aufschreckt; ... und das Schwert wird nicht durch euer Land gehen.“ — 3. Mose 26:3-6.
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Unseren Frieden erhaltenDer Wachtturm 1966 | 1. November
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Unseren Frieden erhalten
„Mein Volk wird wohnen an einer Wohnstätte des Friedens und in sicheren Wohnungen und an stillen Ruhestätten.“ — Jes. 32:18.
1. Warum wird „der Gott des Friedens“ mitunter „ein Kriegsmann“ genannt, und wie lange wird er noch so genannt werden können?
GOTTES Wort sagt: „Alles hat eine bestimmte Zeit, und jedes Vornehmen unter dem Himmel hat seine Zeit ... Krieg hat seine Zeit, und Frieden hat seine Zeit.“ Deswegen wird Jehova Gott häufig nicht nur als „der Gott des Friedens“ oder „der Gott, der Frieden gibt“, bezeichnet, sondern auch als „ein Kriegsmann“ und als „Jehova der Heerscharen“. Um seine Oberhoheit zu rechtfertigen und den Frieden wiederherzustellen, sieht er sich mitunter gezwungen, Krieg zu führen, und darum sagt er auch von sich: „Der ich ... den Frieden mache und das Unglück schaffe.“ Doch nur in dem gegenwärtigen System der Dinge hat Krieg seine Zeit und Frieden seine Zeit. In der bevorstehenden neuen Ordnung, in der Gottes Wille auf der Erde geschehen wird, wie er im Himmel geschieht, hat nur Frieden seine Zeit. — Pred. 3:1, 8; Phil. 4:9; Röm. 15:33; 2. Mose 15:3; Jak. 5:4; Jes. 45:7.
2. Wie wird die friedliche Tätigkeit der Zeugen Jehovas in der Bibel manchmal noch beschrieben?
2 Das gleiche kann auch von der friedlichen Tätigkeit eines ergebenen christlichen Dieners Gottes gesagt werden. Wieso? Weil auch sein Dienst wiederholt mit Ausdrücken beschrieben wird, die in Verbindung mit dem Krieg verwendet werden: „Nimm als ein vortrefflicher Soldat Christi Jesu teil am Erleiden von Ungemach.“ Selbstverständlich gebraucht ein Christ keine fleischlichen oder materiellen Waffen. Das zeigt der Apostel Paulus mit den Worten: „Die Waffen unserer Kriegführung sind nicht fleischlich, sondern machtvoll durch Gott, um starke Verschanzungen umzustoßen.“ Ferner schrieb er: „Wir führen nicht einen Kampf gegen Blut und Fleisch, sondern gegen ... die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern.“ Der christliche Diener Gottes gebraucht die Wahrheit, „das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort“, das „lebendig [ist] und ... schärfer als jedes zweischneidige Schwert“, um gottentehrende Irrlehren zu zerschlagen. Das tut er nicht aus Stolz oder in böser Absicht, sondern demütig und aus Liebe zu Gott, zur Wahrheit und zu seinen Mitmenschen. — 2. Tim. 2:3; 2. Kor. 10:4; Eph. 6:12, 17; Hebr. 4:12.
3. Was kann über unsere Pflicht, Frieden zu halten, gesagt werden, und warum?
3 Es scheint also, daß der Christ nicht in jedem Fall verpflichtet ist, Frieden zu halten. Nur mit seinen christlichen Brüdern sollte er wie die Bibel zeigt, unter allen Umständen in Frieden leben: „Haltet Frieden untereinander.“ „Brüder, fahrt fort, ... übereinstimmend zu denken, friedsam zu leben.“ „Seid friedsam miteinander.“ Entstehen Meinungsverschiedenheiten unter Christen, so sind sie verpflichtet, diese zu bereinigen, indem entweder der Beleidiger zu dem Beleidigten oder aber
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