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Fahrt fort, „bei jeder Gelegenheit im Geiste zu beten“Der Wachtturm 1964 | 1. Dezember
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so Gelegenheit haben würden, das ihnen von Gott aufgetragene Predigtwerk in Frieden fortzusetzen. Schon viele Gerichtsfälle, für die Jehovas Diener Gebete und Fürbitten dargebracht hatten, wurden von den höchsten Gerichten günstig entschieden.
GEBETE UM ERMUNTERUNG
23, 24. Führe Beispiele an, die zeigen, wie Gebete der Ermunterung dienen können.
23 Da wir heute in einer Zeit leben, in der Not und Bedrängnis überhandnehmen, haben wir es alle nötig, ermuntert zu werden. Wir alle können in Situationen geraten, in denen wir mutlos werden. Als Nehemia erfuhr, daß die Stadtmauer Jerusalems noch in Trümmern liege, wurde er sehr betrübt. Er betete deshalb. „Und es geschah, als ich diese Worte hörte, setzte ich mich hin und weinte und trug Leid Tage lang; und ich fastete und betete vor dem Gott des Himmels.“ (Neh. 1:4) Nehemias Gebet wurde erhört. Der persische König gebot ihm, sich nach Jerusalem zu begeben, um den Bau der Mauer zu überwachen.
24 In Kalifornien lernten ein Vater und sein Sohn die Wahrheit kennen und gaben sich Gott hin. Die Mutter zeigte jedoch kein Interesse. Einige Zeit später wurde sie krank. Der Arzt stellte ein Herzleiden fest und sagte, sie würde nicht mehr lange leben. Vater und Sohn waren darüber sehr betrübt. Schließlich beteten sie in ihrem Kummer zu Jehova und baten ihn, er möchte doch bewirken, daß die Mutter gläubig werde. Bald danach begann die Mutter Fragen über die Bibel zu stellen. In ihren letzten Tagen nahm sie die Wahrheit an, benutzte das Telephon, um Zeugnis zu geben, und starb in der Hoffnung auf ein Leben in der neuen Ordnung der Dinge. Ja, die inbrünstigen Gebete des Vaters und des Sohnes waren erhört worden. Vater und Sohn sind heute Vollzeitpionierprediger.
DAS GEBET IN ZEITEN DER GEFAHR
25, 26. Welche Beispiele zeigen, daß Gott Gebete, die in Zeiten der Gefahr dargebracht wurden, erhörte?
25 In Zeiten äußerster Gefahr ist das inbrünstige Gebet besonders wichtig. Jona befand sich in einer solchen Gefahr, als er in dem Bauch des großen Fisches war, von dem aus er zu Gott betete. Es steht geschrieben: „Und Jona betete zu Jehova, seinem Gott, aus dem Bauche des Fisches.“ (Jona 2:2) Jonas Befreiung war die Antwort auf sein Gebet.
26 Als am 8. April 1963 in Süddakota eine Gott hingegebene Zeugin Jehovas mit ihren beiden Töchtern im Begriff war, das Haus zu verlassen, um einer Zusammenkunft der Ortsversammlung der Zeugen Jehovas beizuwohnen, die zur Feier des Gedächtnisses an den Tod Christi durchgeführt wurde, stand ihr im Flur auf einmal ihr Mann mit vorgehaltenem Gewehr gegenüber und versperrte ihr den Weg. In dieser schwierigen Situation betete sie im stillen sogleich zu Jehova. Nach einigen Minuten begann sich ihr Mann zu beruhigen. Er hörte sich ihre eindringliche Bitte an und erlaubte ihr schließlich, noch dem Schluß der Gedächtnisfeier beizuwohnen. Ihr Gebet wurde auch insofern erhört, als ihr Mann nun duldsamer ist und sich sogar Erklärungen über die Bibel anhört.
ORGANISATORISCHE PROBLEME
27, 28. Warum sollten wir auch um die Lösung organisatorischer Probleme beten?
27 Selbst Jesus hielt es für nötig, zu beten, wenn er organisatorische Probleme zu lösen hatte. Wir lesen, daß Jesus in der Nacht, bevor er seine zwölf Apostel ernannte, betete, um zu erfahren, was Gottes Wille war. (Luk. 6:12, 13) Er ließ sich bei den zwölf Ernennungen von den Gedanken Jehovas leiten.
28 Ein Prediger der Zeugen Jehovas, der bereit war, in einem Gebiet zu dienen, wo Hilfe not tat, wurde als Versammlungsaufseher in eine kleine Ortschaft in Kalifornien gesandt. Der Kreisdiener sagte ihm, diese Versammlung sei als „Sorgenkind“ bekannt, aber niemand wisse warum? Schon bei der ersten Zusammenkunft, der der neue Versammlungsdiener beiwohnte, konnte er zufolge der kalten Atmosphäre feststellen, daß Schwierigkeiten bestehen mußten. Er trug dieses organisatorische Problem wiederholt Jehova in seinen Gebeten vor. Schon nach wenigen Wochen wurde ein Fall von Unsittlichkeit offenbar, der es nötig machte, daß einer Schwester die Gemeinschaft entzogen und zwei anderen eine Bewährungsfrist auferlegt wurde. Die Erhörung dieser Gebete führte nicht nur zu einer sittlich reinen Versammlung, sondern auch zu einer Mehrung, denn schon im zweiten Jahr stieg die Zahl der Verkündiger, die von Haus zu Haus predigten, um 40 Prozent.
WEITERE VORTEILE UND SEGNUNGEN
29—31. (a) Führe einige weitere Vorteile und Segnungen an, die uns das Gebet bringt. (b) Was müssen wir in Verbindung mit dem Gebet tun?
29 Die hier angeführten Beispiele sind nur einige der vielen Fälle, in denen Jehovas Zeugen heute zum „Bethaus“ Jehovas kommen, um Hilfe zu erhalten. Mit all ihren Bitten steigen aber auch — gleich dem Rauch von Räucherwerk — Worte der Liebe und der Lobpreisung, verbunden mit Danksagung, zu Jehova, dem Hörer des Gebets, empor. Bringt aber das Gebet in Verbindung mit der Anbetung Jehovas noch weitere Vorteile? Jawohl. Es bringt uns Jehova ständig näher. (Jak. 4:8) Wir gelangen dadurch in ein vertrautes Verhältnis mit dem Vater, unserem großen Lebengeber. Das Gebet erhält unser Herz rein und stärkt es. Wir enthalten unserem großen Freund im Himmel nichts vor. Mit aufgedecktem Herzen und einem reinen Gewissen halten wir diese Verbindung mit unserem Gott aufrecht.
30 Durch das Gebet wird uns Jehovas bleibender Frieden zuteil. Ohne diesen Frieden können wir unmöglich auf die Dauer Gelingen haben. Durch das Gebet erhalten wir die Gewißheit, daß Jehova uns stützt. Es bewirkt auch, daß Jehovas Geist vermehrt auf uns wirkt. Körperkraft und Verstand können uns in Harmagedon nicht retten. Jene aber, die sich von Jehovas Geist leiten lassen, werden als Sieger hervorgehen. (Sach. 4:6) Das Gebet gibt uns wirklichen Mut. Es gibt uns auch Zuversicht. Durch das Gebet werden wir in unserem Entschluß, Jehova völlig ergeben zu sein, ständig neu bestärkt. Gott achtet auf die täglichen Gebete seiner ihm ergebenen Diener und erhört sie, sofern sie mit seinem Willen und seinem Wort übereinstimmen.
31 Vergessen wir aber nicht, daß es nicht auf die Menge der Worte oder darauf ankommt, daß wir sagen: „Herr, Herr“ (Matth. 7:21-23), sondern darauf, daß wir unseren Gebeten entsprechend handeln, das heißt Gottes Willen tun. Darum wollen wir, ob jung oder alt, Mann oder Frau, ob wir zu den Gott hingegebenen Gliedern des gesalbten Überrests oder zu den „anderen Schafen“ gehören, fortfahren, „bei jeder Gelegenheit im Geiste zu beten“. Wir wollen jederzeit mit Freuden zum „Bethause“ Jehovas, unseres Gottes, kommen, um ihn anzubeten.
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Die Wahrheit reinigtDer Wachtturm 1964 | 1. Dezember
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Die Wahrheit reinigt
● Eine Frau in Olinda (Brasilien), die katholisch erzogen worden war, wandte sich nach ihrer Heirat dem Spiritismus zu. Sie begann zu rauchen und um Geld zu spielen. Als sie eines Tages von den Dämonen einen Fingerzeig erhalten hatte, gewann sie. Dann besuchte sie die Baptistenkirche und andere protestantische Kirchen, schloß sich aber nirgends an, weil sie nicht glauben konnte, daß man durch bloßes Handerheben erlöst werden könne. Eines Tages wurde sie von Zeugen Jehovas besucht. Sie begann mit ihnen die Bibel zu studieren und ihren Zusammenkünften im Königreichssaal beizuwohnen, fuhr aber fort zu rauchen und zu spielen. Schließlich sagte ihre Tochter einmal zu ihr: „Mutter, warum gibst du eigentlich diese Religion nicht auf? Du hörst ja doch nicht auf, zu rauchen und zu spielen; du betrügst dich ja selbst.“ Das brachte die Mutter zu Verstand, und sie betete inbrünstig zu Jehova, er möchte ihr helfen, das Rauchen und Spielen aufzugeben. Sie gab sich Jehova hin und ist heute ein eifriger Verkündiger der guten Botschaft vom Königreich.
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