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  • Die Einheit der sichtbaren Organisation Gottes
    Der Wachtturm 1952 | 15. Februar
    • antraf, und die er die Wahrheit lehrte, sagte er, sie sollten würdig wandeln der Dinge, wozu sie berufen wurden. Sie sollten ihren Lebenswandel nicht mehr auf solch stolze, strenge Art und Weise führen wie die Völker der Welt. Statt dessen sollten sie demütig sein und Niedriggesinntheit offenbaren. Sie sollten milde und langmütig sein, indem sie „einander ertragen in Liebe“.

      20 Durch das Einnehmen einer solch liebenden Haltung wird die Organisation der Brüder stark, und so kann viel Arbeit im Interesse des Königreiches Gottes getan werden.

      VON CHRISTUS GEFANGENGENOMMEN

      21. Wessen erkauftes Eigentum sind Christen, und was zu sein, war Paulus glücklich?

      21 Paulus erklärte, wie Christen ihren Sinn richtigerweise einstellen müssen. Sie standen nicht mehr unter der bedrückenden Herrschaft der Welt Satans als Untertanen jenes alten Systems der Dinge, sondern Christus hatte sie mit seinem Blute erkauft. Sie waren sein Eigentum. Paulus sagt: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib der Tempel des heiligen Geistes in euch ist, welchen ihr von Gott habt? Auch gehört ihr nicht euch selbst, denn ihr wurdet um einen Preis erkauft. Auf jeden Fall verherrlichet Gott in euerm Leibe.“ (1. Kor. 6:19, 20, NW) Paulus war bestimmt glücklich, ein solch Erkaufter, ein Gefangener im Herrn zu sein, einer, den Christus gefangengenommen hatte. Er sagte den Ephesern, er sei ein „Gefangener im Herrn“ und sprach: „Nun wurde jedem von uns unverdiente Güte zuteil, so wie der Christus die freie Gabe ausmass. Deshalb sagt er: ‚Als er zur Höhe hinaufstieg, führte er eine Menge gefangen; er hat Gaben an Menschen gegeben.‘“ (Eph. 4:7, 8, NW) Um jene seiner Nachfolger, die in Knechtschaft festgehalten gewesen waren, zu befreien, musste Jesus sie fangen und sie zu sich in seine Organisation bringen. So wurden die Tausende, welche die Wahrheiten hörten, die Jesus zum Ausdruck gebracht hatte, zu ihm hingeführt und veranlasst, so zu denken, wie er dachte. So hatten sie den Sinn Christi. Sie wurden frei gemacht von dieser alten vergehenden Welt. Allen diesen freien Menschen hat er „Gaben an Menschen gegeben“.

      22. Was waren jene „Gaben an Menschen“? Und welchem Zweck sollten sie dienen, wie dies aus dem Beispiel des Paulus hervorgeht?

      22 Diese „Gaben an Menschen“ waren Apostel, Propheten und Evangelisten, Männer, die umherzogen von Versammlung zu Versammlung und ihnen dienten. Sie konnten in Zungen reden, diese deuten, und sie konnten heilen. Ihnen wurden die Gaben des Geistes verliehen, welche zur Zeit des Paulus in Wirksamkeit waren. (1. Korinther 12, NW) Diese Männer halfen der jungen Versammlung, der sichtbaren Organisation des Herrn, stark zu werden und sich in Einheit zu verbinden, um so zu seinem Lobe und zu seiner Anbetung gebraucht zu werden. Paulus, der eine jener „Gaben an Menschen“ war, erkannte, dass er vom alten System der Dinge befreit worden war, und er war dankbar für diese unverdiente Güte auf seiten Gottes. Ob als Gefangener in Ketten zu Rom oder als ein vom Herrn Jesus Christus Gefangener, war er glücklich, zu einem Gefangenen des Herrn gemacht worden zu sein, wie er dies in Epheser 4:1-3 (NW) erklärte: „Ich, der Gefangene im Herrn, ermahne euch daher, der Berufung würdig zu wandeln, mit der ihr berufen wurdet, mit völliger Niedriggesinntheit und Milde, mit Langmut, einander ertragend in Liebe, euch ernstlich bemühend, die Einheit des Geistes im vereinigenden Bande des Friedens zu wahren.“ Paulus, der Gefangene, wünschte, dass die sichtbare Organisation des Herrn in Einigkeit, in Einheit miteinander sei. Die „Gaben an Menschen“ waren der neuen sichtbaren Organisation gerade zu diesem Zwecke gegeben worden.

      23. Wie sollten sich jene „Gaben an Menschen“ verhalten?

      23 Die Versammlung Gottes sollte nicht aus Personen bestehen, die nach hervorragenden Stellungen strebten, sondern aus Dienern. (Jak. 2:1-4, NW) Jesus war das Beispiel für die Versammlung, und er sagte, dass der grösste unter seinen Brüdern ihr Sklave sein müsse. Jesus offenbarte seine Niedriggesinntheit, indem er den Jüngern am Abend des letzten Passahs und bei der Einführung der Feier zum Gedächtnis an seinen Tod die Füsse wusch. (Johannes 13, NW) Hier zeigte er, wie sie sich demütigen und Sklaven ihrer Brüder sein müssen. Diese Apostel waren die Ersten, die berufen wurden, „Gaben an Menschen“, Evangelisten, Hirten und Lehrer zu sein, und sie sollten nicht über die Herde herrschen, sondern sollten Hirten sein und für die sichtbare Organisation sorgen. (1. Pet. 5:2-4, NW) Diese Sondervertreter sollten allen einzelnen in der Versammlung behilflich sein, ihre Verantwortung als Evangeliumsdiener zu erkennen.

      24. Welch gleiche Verantwortung hatten die Schafe und die Hirten?

      24 Jeder einzelne, welcher in die sichtbare Organisation des Herrn berufen und welchem Freimut der Rede verliehen worden ist, sollte der Berufung, womit er berufen wurde, würdig wandeln. Alle, die Hirten und die Herde in gleicher Weise, hatten dieselbe Verantwortung. Treue im Dienste als Evangeliumsdiener war erforderlich.

      EINHEIT ALS EIN LEIB

      25. Wie mussten sie alle arbeiten, und zu welchem Zweck?

      25 Somit musste die Versammlung Auge in Auge sehen und dieselben positiven Ansichten haben. Alle mussten erkennen, dass der Zweck, diese Diener des Höchsten zu versammeln, darin bestand, diese gute Botschaft vom Königreich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis zu predigen, den Namen Jehovas zu erheben, den Sohn Christus Jesus anzukündigen und sich öffentlich über die heiligen Geheimnisse zu äussern, welche Gott durch sein Wort geoffenbart hat. Alle innerhalb der sichtbaren Organisation des Herrn mussten zu diesem einen Zweck zusammenwirken. Sie durften nicht gegeneinander arbeiten, denn die Glieder, welche den Leib bilden, wirken bestimmt nicht wider andere Glieder. Deshalb fuhr Paulus fort, in Epheser 4:4-6, NW, zu sagen: „Da ist e i n Leib und e i n Geist, gleichwie ihr berufen wurdet in der e i n e n Hoffnung, zu welcher ihr berufen wurdet; e i n Herr, e i n Glaube, e i n e Taufe, e i n Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.“ Jehova handelte mit allen Leibesgliedern durch sein Wort und seine sichtbare Organisation, und zwar tut er dasselbe auch in unsern Tagen, im Interesse unserer Einheit als Leib oder Körperschaft.

      26. Wie setzte sich die Versammlung damals zusammen, und was mussten sie tun, um als Organisation Erfolg zu haben?

      26 Betrachtet die Sachlage, wie sie damals, zur Zeit des Paulus, bestand. Es waren Juden in die Wahrheit gekommen, von denen einige unter den Pharisäern, andere unter den Sadduzäern gelehrt worden waren. Paulus selbst war ehedem ein Pharisäer. Da gab es Ägypter, Leute von Kleinasien, Griechenland, Babylon und andern weit abgelegenen Gegenden der Welt — alle zusammengemischt zu der einen Versammlung des Herrn. Einst hatten sie alle verschiedene Lebenswege, verschiedene Religionen und Lehren, nun aber sollten sie unter e i n e m Gott, mit e i n e r Bibel, dem Worte Gottes als Führer zusammen leben. Sie sollten seine sichtbare Organisation bilden, sollten Freimut der Rede haben und entschlossen sein, den Willen des Herrn zu tun. Wenn diese Organisation erfolgreich sein sollte, dann mussten sie so zusammenwirken, wie die Glieder des menschlichen Leibes zusammenwirken: das Haupt, die Arme, die Organe — alle müssen ihre Funktionen zum Wohl und im Interesse des ganzen Leibes ausüben.

      27. Warum sollte es keine Unterschiede in der Anschauungsweise oder im Wirken geben?

      27 Paulus prägte dem Sinn der Epheser ein, dass es nur e i n e n Leib gebe, und dass dieser eine Leib durch e i n e n Geist, durch Gottes Geist, geleitet werde. Sie wurden alle in der einen Hoffnung berufen, der Hoffnung, Miterben mit Christus Jesus im himmlischen Königreich zu sein und ewig zu leben. Alle hatten denselben Glauben, der sich auf Gottes unfehlbares Wort stützte, dieselbe Taufe und denselben Vater im Himmel. Daher sollte, soweit es die Glieder des Leibes betraf, kein Unterschied bestehen in der Anschauungsweise, sondern sie sollten alle danach streben, das grosse Werk der reinen Anbetung Gottes des Höchsten auszuführen, indem sie teilnahmen an der Rechtfertigung seines Namens und Wortes und allen Menschen guten Willens behilflich waren, die Erkenntnis der Vorsätze Jehovas zu erlangen. Dies geschah zur Zeit des Paulus; es kann auch in unsern Tagen geschehen.

      28. Wo finden wir solch eine sichtbare Organisation in Gang heute, und wer kann in derselben sein und wie?

      28 Finden denn die weisen Worte des Paulus, dass Jehova eine aktive, sichtbare Organisation in Gang haben werde, heute eine Erfüllung? Wo gibt es heute eine Organisation gleich der Versammlung, von der Paulus sprach? Könnte es heute wirklich eine Gruppe von Menschen geben, welche e i n e n Vater haben, den Vater aller Personen in der Versammlung, einen Vater, der über allen, durch alle und in allen ist, einen Vater, der für seine Kinder sorgt und sie zusammen auf dem lauteren Wege der Anbetung behält? Welch ein Vorrecht, welch eine Freude ist es doch, mit ja zu antworten; ja, es gibt eine solche Organisation! In den Tagen der Apostel konnte man eine solch sichtbare Organisation in der Urversammlung Christi finden. In diesem Jahre 1952 wirst du sie in einer Gruppe christlicher Menschen finden, die als Jehovas Zeugen bekannt sind. Sie bilden Jehovas sichtbare Organisation, und noch mehr — auch du kannst in dieser Organisation sein, wenn du so denkst wie Paulus, und Glauben hast, wie er ihn hatte.

      29. Inwiefern sind Jehovas Zeugen heute wie die erste Versammlung?

      29 Man beachte, wie Jehovas Zeugen heute den ersten Versammlungen treuer Zeugen Jehovas gleichen: Jehovas Zeugen glauben fest an Gottes Wort. Sie studieren es, sie predigen es, und sie leben danach. Sie ‚ertragen einander in Liebe‘, auch wenn ihre Bräuche und Lebensgewohnheiten und Sprachen, die sie in ihrer täglichen Unterhaltung sprechen, in allen Teilen der Welt verschieden sind. Sie erfüllen wirklich den Befehl, das Königreich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis zu predigen. (Matth. 24:14, NW) So demonstrieren sie in allen Teilen der Erde die Einheit der sichtbaren Organisation Gottes.

  • Organisierung für den Predigtdienst
    Der Wachtturm 1952 | 15. Februar
    • Organisierung für den Predigtdienst

      1. Was lehrte Jehova seinen Sohn tun, und wozu also traf sein Sohn Vorkehrungen?

      JEHOVA ist der grösste Organisator, und er lehrte seinen Sohn Christus Jesus, wie er organisieren sollte. Als Christus auf Erden weilte, las er Jünger aus und lehrte sie, wie sie weitere Arbeiter sammeln könnten, welche Wahrheit und Gerechtigkeit liebten. Damals bedeutete es eine „kleine Herde“; jetzt bedeutet es das Einsammeln einer „grossen Volksmenge“ „anderer Schafe“. Um die „kleine Herde“ zu versammeln, traf Jesus Vorkehrungen zur Organisierung der Versammlung und entwickelte sie zu einer starken Arbeitseinheit mit fähigen Dienern. Folglich führt der Apostel Paulus Psalm 68:18 an und sagt: „Er gab einige als Apostel, einige als Propheten, einige als Missionare, einige als Hirten und Lehrer, im Hinblick auf die Schulung der Heiligen für dienstamtliche Arbeit, zum Aufbau des Leibes des Christus, bis wir alle hingelangen zur Einheit im Glauben und in der genauen Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu einem vollerwachsenen Mann, zum Masse des Wuchses, der zur Fülle des Christus gehört, damit wir nicht mehr kleine Kinder seien, umhergeworfen wie durch Wellen, und hin und her getrieben von jedem Winde der Lehre durch die Betrügerei der Menschen, durch Arglist im Ersinnen von Irrtum.“ — Eph. 4:11-14, NW.

      2. Was war der Zweck all dieses Organisierens, und wem hilft somit die Versammlung heute?

      2 Jehova Gott war sehr um die richtige Organisation und Pflege der ersten Versammlung besorgt. Der Sohn Christus Jesus teilte seinen Nachfolgern die Gaben des Geistes aus, so dass einige als Apostel, andere als Propheten und Missionare und noch weitere als fähige Lehrer amten konnten. Was aber war der Zweck von all diesem im Leibe Christi? Er war folgender: „Die Schulung der Heiligen für dienstamtliche Arbeit, zum Aufbau des Leibes des Christus, bis wir alle hingelangen zur Einheit im Glauben.“ Heute wird diese sichtbare Organisation auch dazu gebraucht, der „grossen Menge“ der „andern Schafe“ eine Hilfe zu sein. Diese gehören nicht zur „kleinen Herde“, müssen aber in der genauen Erkenntnis des Sohnes Gottes zur Reife gebracht werden. Sie sind nicht jene, welche Miterben mit ihm am himmlischen Königreich werden sollen, werden aber Leben unter diesem Reiche in der neuen Welt der Gerechtigkeit erlangen.

      3. Wie muss die Organisation von allen angesehen werden, und wie erlangen sie die Reife?

      3 Alle, die je zur Organisation des Herrn kommen, müssen, nachdem sie das Wort des Herrn studiert haben, dasselbe Verständnis von ihr haben. Es war nie Gottes Vorhaben, in der ganzen Welt Hunderte verschiedener Konfessionen zu haben, von denen jede einen andern Glauben, eine andere Lehre usw. hätte. Es kann nur „e i n e n Glauben, e i n e Taufe, e i n e n Gott und Vater“ geben. Jehova wünscht, dass jeder, der nach Rettung trachtet, zu einer genauen Erkenntnis dieser Wahrheiten komme. (Röm. 10:11-13, NW) Er will, dass sie vollerwachsene, reife Menschen werden. Es kann jemand nur dadurch ein gänzlich Erwachsener werden, dass er Erkenntnis erlangt, und diese kommt durch Schulung. Die falschen Religionen verbreiten nicht diese genaue Erkenntnis aus Gottes Wort. Anderseits wünschen Jehovas Zeugen, dass alle Arten von Menschen gut vertraut werden mit der Bibel und diesen e i n e n Glauben haben. Wenn sie diesen Glauben haben, werden sie sich als die „andern Schafe“ Christi kundgeben.

      4. Um aus allen Gliedern was zu machen, sollten sie geschult und unterwiesen werden?

      4 Die Erziehung, die den Gliedern der „kleinen Herde“ in den Tagen der Apostel zuteil wurde, war die Schulung der Heiligen für dienstamtliche Arbeit. Die ganze apostolische Organisation war eine Organisation von Predigern. Es war keine Laienklasse, wobei ein oder zwei Geistliche über jede Versammlung gesetzt gewesen wären. All diese Schulung und Unterweisung, die damals der „kleinen Herde“ zuteil wurde, sollte jedes Glied jener Herde zu einem völlig befugten ordinierten Prediger machen. Es sollte nicht lange geistige Kleinkinder in der Organisation geben. Neue kämen wohl jederzeit herein, aber sie würden nicht kleine Kinder im Worte bleiben, welche „umhergeworfen [werden], wie durch Wellen, und hin und her getrieben von jedem Winde der Lehre durch die Betrügerei der Menschen“. Es sollte keine Trennung in den Ansichten geben, wobei ein Teil einer Versammlung dies, der andere Teil etwas anderes glaubt. Durch Studium sollten alle reife, vollerwachsene Menschen werden. In Gottes sichtbarer Organisation muss Einheit herrschen. So wie es sich damals mit der „kleinen Herde“ verhielt, so muss es jetzt mit den „andern Schafen“ sein.

      5. Für welche Spaltung waren keine Vorkehrungen getroffen und warum nicht?

      5 Es sollte keine Behinderung im Wachstum, kein Nachlassen geben. Alle sollten vor der Betrügerei der Menschen auf der Hut sein. Es gab keine Vorkehrung, wonach ein Teil abzweigen sollte in eine kleine Methodistengruppe oder Baptistengruppe oder sonst eine religiöse Organisation und befriedigt sein sollte mit der Lehre e i n e s Menschen. Jehovas Wort weist darauf hin, dass eine Person pflanzen, eine andere bewässern möge, dass aber Jehova Gott das Wachstum gibt. Sie alle gehören Gott und nicht einem andern. — 1. Kor. 3:6-9.

      6. Wie muss jeder ein vollerwachsener Diener Gottes werden und an seinem Platze bleiben?

      6 Da die „andern Schafe“ jetzt Empfänger der unverdienten Güte Jehovas sind und Jehova gehören, sollten sie hart arbeiten, um vollerwachsene Verkündiger zu werden und in Gottes sichtbarer Organisation zu bleiben. Um dies zu tun, muss jeder gleichen Sinnes sein. Studieret also die Wahrheit!

      7. Indem sie was reden und was üben müssen, sollen sie zur Reife heranwachsen? Weshalb?

      7 Paulus sagte in seiner Argumentation zu der Versammlung Gottes ferner: „Sondern die Wahrheit redend, lasst uns durch Liebe in allen Dingen heranwachsen zu ihm hin, der das Haupt ist, Christus.“ (Eph. 4:15, NW) Ja, das Lebensnotwendige war das Reden der Wahrheit. Die Apostel, Evangelisten und Missionare jener Tage konnten die Wahrheit einzig und allein aus Gottes Wort empfangen. Ebenso verhält es sich heute. Jehovas Zeugen der Gegenwart empfangen regelmässig Besuche von reifen Brüdern, Sondervertretern der Watch Tower Society, und von allen diesen wird gefordert, der Wahrheit entsprechend, wie sie in Gottes Wort dargelegt ist, zu reden und zu leben. Nicht nur diese reifen Brüder, sondern die ganze Versammlung Gottes, seine sichtbare Organisation, muss die Dinge von Gottes Wort aus betrachten, indem alle Auge in Auge sehen und Gottes Sinn wie auch seinen Geist haben im Betrachten der Dinge. Indem wir in enger Verbindung miteinander bleiben und Liebe zu Jehova und unsern Brüdern bekunden, „lasst uns durch Liebe heranwachsen“. Wenn wir in Gottes sichtbarer Organisation nicht Liebe hätten, so würde bestimmt ein Stillstand und eine Verzögerung des Wachstums eintreten. Wo Zwietracht und Streit besteht, gibt es keinen Fortschritt. Wo Friede, Liebe und Freude herrscht, da ist Wachstum zu finden.

      8. Welchem Organismus müssen sie gemäss der Beschreibung des Paulus gleich sein?

      8 Der wachsende menschliche Körper ist ein wunderbares Beispiel von harmonischer Bewegung, Funktion und Zusammenarbeit. Ein Körper kann Dinge tun, kann Arbeit leisten, und wiewohl er aus vielen Gliedern besteht, gibt es doch keine Opposition auf seiten irgendeines Gliedes des Leibes im Erfüllen des gewünschten Zwecks. Deshalb fuhr Paulus fort, über den „Leib des Christus“ zu argumentieren: „von ihm aus bewirkt der ganze Leib, indem er harmonisch zusammengefügt ist und zum Zusammenarbeiten veranlasst wird durch jedes Gelenk, welches das Nötige darreicht, nach dem Masse der Funktion jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zum Aufbau desselben in Liebe“. — Eph. 4:16, NW.

      9. Wie wirken heute Jehovas Zeugen in dieser Weise weltweit?

      9 Wenn jedes Gewebe, jedes Organ, jedes Gelenk, jeder Muskel des menschlichen Leibes der Unterweisung des Sinnes folgt, welche Einheit des Handelns gibt es da! Dies ist ein Bild dafür, wie die Einheit der sichtbaren Organisation Gottes unter dem Haupte Christus Jesus herbeigeführt wird. Derjenige kann etwas fertigbringen, der nicht ungeschickt oder schwerfällig ist und einen gut proportionierten und ausgeglichenen Körper hat, den er völlig beherrscht. Genau so ist es bei Jehovas Zeugen heute in der ganzen Welt. Sie stehen unter der Gewalt Jehovas und erhalten Unterweisung von ihm, dem grössten Unterweiser, und dies durch Jesus Christus. Sie studieren Gottes Wort und haben seinen Geist. SIE BRINGEN ETWAS FERTIG. Zusammenarbeit wird von jedem Teil der Organisation, jeder Abteilung, jeder Gruppe, jedem Zweig, jedem Missionarheim gewährt. Sie funktionieren alle vereint als einzelne Glieder der ganzen Organisation, des Leibes, und dies bewirkt das Wachstum der Organisation in Liebe.

      10. Was ist der Grund ihres ungewöhnlichen Wachstums?

      10 Wenn wir das Werk der Zeugen Jehovas überblicken, das während des Jahres 1951 geleistet wurde, kann wiederum gesehen werden, wie sie in Einheit wirken. Ohne Zweifel ruht in ihrem Werke Jehovas Geist auf ihnen. Sie haben das Werk nicht in der eigenen Kraft getan. Sie haben „e i n e n Herrn, e i n e n Glauben, e i n e Taufe; e i n e n Gott und Vater“, und alle vom Volke des Herrn sind verbunden in der einen sichtbaren Organisation, die in Liebe auferbaut ist; erstens in der Liebe zu Jehova, dem Geber jeder guten und vollkommenen Gabe, und zweitens in der Liebe zum Nächsten. Dies erklärt das ungewöhnliche Wachstum der Organisation der Zeugen Jehovas.

      BEFREIUNG FÜR DEN PREDIGTDIENST

      11. Woran sind sie interessiert, und wie wirken sie für die Befreiung anderer?

      11 Jehovas Zeugen von heute sind an einer Sache interessiert, woran sonst niemand interessiert ist: am Predigen der guten Botschaft des Königreiches in der ganzen Welt zu einem Zeugnis. Nicht nur liegt ihnen daran, es selbst zu tun, sondern sie haben auch ein Interesse daran, andere für dienstamtliche Arbeit zu schulen. Sie wissen, dass dieses die Errettung anderer bedeutet, wie geschrieben steht: „Gib beständig acht auf dich selbst und auf dein Lehren. Beharre bei diesen Dingen, denn wenn du dies tust, wirst du sowohl dich selbst erretten als auch jene, die auf dich hören.“ (1. Tim. 4:16, NW) Die Zeugen Jehovas ziehen bis an die Enden der Erde und sagen zu den Gefangenen des neuzeitlichen Babylon: „Gehet hinaus!“ Hunderttausende von allen Arten von Menschen ‚gehen hinaus‘ aus dieser babylonischen Welt. Sie wünschen die gute Botschaft vom Königreich zu predigen. Alles, was sie brauchen, ist die notwendige Hilfe und Unterweisung.

      12. Wie hat das Volk verfehlt, von babylonischen Religionssystemen Unterweisung zu erhalten?

      12 E i n e s ist gewiss: die Menschen guten Willens haben von den babylonischen Religionen dieser alten Welt bestimmt nicht die richtige Unterweisung erhalten. Millionen Menschen gehen jeden Sonntag in die Kirche und hören ihrem Pfarrer zu, aber nach einer Predigt von zehn bis fünfzehn Minuten und den religiösen Zeremonien des Tages verlassen die Leute die Kirche ohne gute Botschaft, die sie der Welt predigen könnten. Sie haben etwas weniges über irgendein beliebtes Buch gehört, das besprochen wurde, oder haben etwas über Politik vernommen. Vielleicht hat der Pfarrer irgendeinen abstrakten Gedanken aus der Bibel besprochen oder einen Schrifttext verwendet und ist dann abgeschweift zu irgendeiner Philosophie, der sich leicht zuhören lässt. Wo aber ist „die e i n e Hoffnung“? Wo „der e i n e Glaube“? Wo die genaue Erkenntnis des Sohnes Gottes? Wo das Wachstum zum vollerwachsenen Manne? Wo das Interesse an Gottes Königreich? Wo ist die eine sichtbare Organisation, die auf Liebe aufgebaut ist?

      13. Was wären alle Kirchenmitglieder, wenn sie recht unterwiesen würden? Weshalb?

      13 Wenn die sogenannten „christlichen“ Kirchen das Wort Gottes und die in der Bibel dargelegten Wahrheiten gelehrt hätten, dann würden alle Glieder der Kirchgemeinden zu Predigern geschult. Fanden wir nicht in unserem Studium (Seite 56, Abschnitt 4), dass Lehrer gegeben wurden „im Hinblick auf die Schulung der Heiligen für dienstamtliche Arbeit“? Jawohl. Um also an der lauteren, unbefleckten Anbetung teilzunehmen, muss man ein Prediger, ein Evangeliumsdiener, ein Diener des Höchsten, Jehovas, sein. Die Christenheit hat in dieser Hinsicht versagt.

      14. Wie arbeiten die Zeugen, um die Interessierten zu Predigern zu machen?

      14 Im Gegensatz zu dem von der falschen Religion eingeschlagenen

  • Ergebnisse eines lange hinausgeschobenen Nachbesuchs
    Der Wachtturm 1952 | 15. Februar
    • Ergebnisse eines lange hinausgeschobenen Nachbesuchs

      Der folgende Brief erschien in der Zeitschrift Trost (nun Erwachet!) vom 24. April 1946 (engl. Ausgabe):

      „Ich habe mich entschlossen, auf der rechten Seite Stellung zu beziehen, nämlich für Jesus Christus und für die Ausdehnung seines Königreiches. Ich war stets ein Glied der United Church und dachte immer wie alle übrigen, dies sei der Weg, auf dem wir nach Jesu Willen gehen sollten; aber seit dem 1. August habe ich Ihre Bücher gelesen, und in diesen vier Monaten habe ich mich entschlossen, diesen Weg einzuschlagen.

      „Liebe Leute! Ich weiss nicht einmal den Namen des Mannes, der an meine Türe kam. Zu jener Zeit war mir an gar nichts gelegen. Ich war müde, erschöpft und traurig. Ich bin Mutter von fünf Söhnen und wohne hier sozusagen an einem Vorposten, wo es so viel zu tun gibt, dass ich kaum weiss, wo anfangen.

      „Nun, als der Mann kam, habe ich für 50 Cent von jenen kleinen Büchlein abgenommen, z. B. Friede — Ist er von Bestand? und noch viele weitere. Jeden Sonntag habe ich darin gelesen und die Schrifttexte nachgeschlagen, auf die sie aufmerksam machen, und habe festgestellt, dass sie der Wahrheit entsprechen.

      „Und nun wünsche ich weiteren Lesestoff, und bitte lassen Sie mich wissen, was für Schritte ich tun muss, um mich auf Ihre Seite zu stellen. Mittlerweile sende ich hier $ 1.— für den Wachtturm, und bitte lassen Sie jenen Mann wissen, dass ich die Bücher gelesen habe und nun bereit bin, für Gott zu leben.

      „Er wird sich meiner als jener Frau erinnern, bei der er eine Flasche Milch erlangte. Hätte ich gewusst, dass er ein Jünger Jesu Christi war, so hätte ich kein Geld für die Milch abgenommen.

      „Liebe Leute! Es ist mein Wunsch, dass Sie für mich beten. Ich bin ganz allein, ausgenommen, dass Christus mir zur Seite steht, und deshalb weiss ich, dass mir kein Leid geschehen kann. Ich freue mich, etwas von Ihnen zu vernehmen und den Wachtturm zu erhalten, da ich bestimmt Interesse daran habe. Möge Gott Sie in Ihrem Werk segnen, und mögen Sie als Lohn manche Seelen gewinnen. (Von einer Insel in der Placentia-Bucht, Neufundland)“

      Jahre sind seither verflossen, und obwohl unser Büro dieser Frau mehrmals schrieb, erhielten wir doch nie Antwort; sie war an einem so abgelegenen Ort, dass wir in den dazwischen liegenden Jahren nie wieder Fühlung mit ihr bekamen. Doch mahnte mich das Gewissen seither immer an den Nachbesuch, und so fuhren wir neulich in unserem kleinen Wagen hinaus durch die Berge an die Küste, und ich mietete ein Fischerboot, um die harte Ruderarbeit an die abgelegene Insel aufzunehmen, denn i c h hatte dort den ersten Besuch gemacht und erinnerte mich sogar noch des Hauses, wo die Frau wohnte, die mir die Milch verkauft hatte.

      Sie hatte weder unsere Briefe noch den Wachtturm im Jahre 1946 erhalten, aber durch die Jahre hindurch hatte sie gebetet, dass der Zeuge Jehovas eines Tages zurückkehren möge. Nun hättet Ihr sehen sollen, wie sie im trüben Lampenlicht in ihrem bescheidenen Heim knieend die neuen Bücher, eins ums andere, aus meiner Tasche hervorholte und wie sie, als sie Buch um Buch und Broschüre um Broschüre aus der Büchermappe herauszog, in Freudenrufe ausbrach: „Eine Bibel mit einer Konkordanz — Gerade was ich mir wünschte!“ „Endlich Der Wachtturm!“ — Welche Freude für mich, im Stuhl zurückzulehnen und ihr den Segen jeder neuen Entdeckung selbst zu überlassen!

      Nun ist unsere Schwester nicht mehr allein. Diese fünf Jahre hindurch predigte sie und stand fest für die Wahrheit, und sie erhält nun viermal im Monat einen freundlichen Besuch unserer Zeitschriften von Brooklyn aus, und sie hat dem Zweigbüro geschrieben, dass sie sehr glücklich sei, da ihre Kraft erneuert werde. Solches also sind die weitreichenden Ergebnisse Eures guten Werkes, das Ihr dort in Brooklyn tut, und dies ist ein Beispiel dessen, was in der ganzen Welt geschieht, denn „Jehova kennt, die ihm gehören“.

      [Wie im Bericht über die Hauptversammlung in Neufundland, welcher der Vizepräsident der Gesellschaft beiwohnte, im engl. Wachtturm vom 15. Januar 1952 erwähnt wird, wurde diese Schwester bei jenem Anlass getauft und erzählte diese Erfahrungen den dort Versammelten.]

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