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Wahrer Reichtum und wahre FreundeDer Wachtturm 1956 | 1. Juli
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Jesus den Rat: „Macht euch Beutel, die sich nicht abnutzen, einen nie versagenden Schatz in den Himmeln.“ — 1. Pet. 3:7; Luk. 12:20, 21; 12:33, NW.
GELD SO GEBRAUCHEN, DASS MAN SICH SELBST NUTZT
Die meisten Leute scheinen nicht daran zu denken, einen „nie versagenden Schatz in den Himmeln“ anzusammeln. Sie denken nur daran, sich Schätze auf dieser Erde anzuhäufen. Irdische Reichtümer anzusammeln, ist nicht der Gebrauch des Geldes, der jemandem wirklich selbst nützt. Jesus wies in Lukas, Kapitel 16, auf diesen Punkt hin, als er seinen Jüngern das Gleichnis vom ungerechten Verwalter vorlegte:
„Es war ein gewisser reicher Mann, der einen Verwalter hatte; und dieser wurde bei ihm angeklagt, als verschwende er seine Habe. Und er rief ihn und sprach zu ihm: Was ist dies, das ich von dir höre? lege die Rechnung von deiner Verwaltung ab, denn du wirst nicht mehr Verwalter sein können. Der Verwalter aber sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? denn mein Herr nimmt mir die Verwaltung ab. Zu graben vermag ich nicht, zu betteln schäme ich mich. Ich weiß, was ich tun werde, auf daß sie mich, wenn ich der Verwaltung enthoben bin, in ihre Häuser aufnehmen. Und er rief jeden einzelnen der Schuldner seines Herrn herzu und sprach zu dem ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? Der aber sprach: Hundert Bath Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldbrief und setze dich flugs hin und schreibe fünfzig. Danach sprach er zu einem anderen: Du aber, wieviel bist du schuldig? Der aber sprach: Hundert Kor Weizen. Und er spricht zu ihm: Nimm deinen Schuldbrief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug [mit praktischer Weisheit, NW] gehandelt hatte; denn die Söhne dieser Welt sind klüger [in praktischer Hinsicht weiser, NW] als die Söhne des Lichts gegen ihr eigenes Geschlecht.“ — Luk. 16:1-8.
Was war der Hauptpunkt im Gleichnis? Jesus erklärte ihn: „Auch ich sage euch: Macht euch Freunde mittels des ungerechten Reichtums, damit, wenn er versagt, man euch aufnehme in den ewigen Wohnstätten.“ — Luk. 16:8, NW.
Jesus befürwortete hier nicht etwa eine Unehrlichkeit, sondern empfahl eine weise, weitsichtige, praktische Handlungsweise, durch die man sich selbst nützt. Personen dieser Welt suchen sich klugerweise selbst zu nützen, indem sie sich viele zu Freunden machen, besonders unter jenen, die in der Lage sind, ihnen Gutes zu tun. Oft machen sie sich solche Freunde durch den schlauen Gebrauch ihres Geldes. Natürlich denken sie dabei an ihre künftigen Interessen, doch handeln sie vom weltlichen Standpunkte aus gesehen nach gesundem Verstand. Durch diese Verwendung des Geldes nützen sie sich in Wirklichkeit selbst. Sollten die „Söhne des Lichts“ weniger klug handeln als Weltlinge? Sollten sie weniger weitsichtig sein? Sollten sie weniger klug sein in der Verwendung des Geldes zum eigenen Nutzen? Natürlich nicht! Von allen Menschen wissen in erster Linie die „Söhne des Lichts“, wer des Menschen wahre Freunde sind. Besonders die „Söhne des Lichts“ sollten sich „mittels des ungerechten Reichtums“ Freunde machen.
Die religiösen Pharisäer, die das Gleichnis Jesu vom ungerechten Verwalter hörten, liebten das Geld. Sie behaupteten, „Söhne des Lichts“ zu sein, handelten aber in der Verwendung ihres Geldes nicht weise. Sie häuften es für sich selbst auf und machten sich nicht wirklich Freunde bei Gott; ja sie ließen Christus Jesus umbringen. Aber der ungerechte Verwalter war weitsichtig. Er baute sich sein eigenes weiches Nest, indem er die Beträge, die die Schuldner seinem Herrn schuldeten, herabsetzte. Indem er, was Geld betraf, einen Lauf einschlug, der ihm selbst nützte, machte er sich Freunde. Er brauchte sich nicht Sorgen zu machen, als er seine Stelle verlor; denn seine Freunde hießen ihn in ihren Wohnstätten willkommen. Ebenso sollten die „Söhne des Lichts“ weise genug sein, sich nun wahre Freunde zu machen. Doch wie?
Indem sie helfen, die Interessen des Königreiches Gottes zu fördern. Dies erfordert nicht nur Zeit und Kraft, sondern weisen Gebrauch des „ungerechten Reichtums“. Wenn wir zur Unterhaltung der Königreichssäle etwas beisteuern, wenn wir uns Schriften beschaffen, um die gute Botschaft zu predigen, wenn wir unsere Autos benutzen oder im Bus, in der Straßenbahn oder mit der U-Bahn fahren, um uns zu einem Bibelstudium zu begeben, so mehren wir dadurch die Interessen des Reiches Gottes in unserem Gebiet. Doch können wir den „ungerechten Mammon“ oder Reichtum auch dazu verwenden, die Königreichsinteressen in der weiten Welt zu mehren. Wie denn? Indem wir den Kanal, das Werkzeug, materiell unterstützen, dessen Jehova sich bedient, um die gute Botschaft in der ganzen Welt zu einem Zeugnis predigen zu lassen. Dieser Kanal ist der „treue und verständige Sklave“; er besteht aus dem gesalbten Überrest der Zeugen Jehovas, die die Watch Tower Bible and Tract Society von Pennsylvanien seit langem als ihre legale Dienerin gebrauchen. — Matth. 24:45, NW.
Die Watch Tower Society interessiert sich an der ferneren erdenweiten Ausdehnung der guten Botschaft vom Königreich. Zu diesem Zwecke unterhält sie nun in der ganzen Welt achtundsiebzig Zweigbüros. Sie hat mehr als 1800 Graduierte der Wachtturm-Bibelschule Gilead in hundert verschiedene Länder gesandt. Um Jehovas Zeugen in ihrem Zeugniswerk beizustehen, druckt die Gesellschaft biblische Schriften. Vollzeitdiener erhalten eine große Menge dieser Schriften zu Beträgen, die weit unter den Druck- und Versandkosten stehen. Woher kommt denn das Geld? Es wird durch freiwillige Beiträge gespendet.
Die „Söhne des Lichts“ haben das Vorrecht, etwas von dem „ungerechten Reichtum“ beiseite zu legen, um es zur Förderung der Königreichsinteressen auf der ganzen Erde zu verwenden. Damit die Gesellschaft eine weitere Ausdehnung planen kann, scheint es am besten zu sein, daß jene, die das Jahr durch etwas beisteuern können, die Gesellschaft im voraus unterrichten, was sie zu geben hoffen. Eine solche Äußerung ist kein Versprechen. Man deutet dadurch lediglich an, was man zu geben hofft. Diese Mitteilung wird zu Recht „Eure voraussichtlichen Beiträge“ genannt. Wie kannst du dich in dieser Sache äußern? Indem du eine Karte oder einen Brief an das Zweigbüro der Gesellschaft des Landes sendest, in dem du wohnst. Wer in Deutschland wohnt, kann seine Karte oder seinen Brief an die Watch Tower Bible and Tract Society, (16) Wiesbaden-Dotzheim, Am Kohlheck, adressieren. [In der Schweiz: 39 Allmendstraße, Bern 22].
Was sollte die Karte oder der Brief besagen? Dem Sinne nach etwa folgendes: „Es ist meine Hoffnung, während der nächsten zwölf Monate in der Lage zu sein, an das Werk des Predigens der guten Botschaft vom Königreich den Betrag von .... DM (Fr.) beizusteuern. Diesen Betrag werde ich in solchen Einzelbeträgen und zu solchen Zeiten einsenden, wie ich es ermöglichen kann und je nachdem ich durch Jehovas unverdiente Güte durch Christus Jesus Gedeihen habe.“ [Unterschrift]. Außer der obigen Adresse des Büros in Deutschland findet sich eine Liste der Zweigbüro-Adressen auf Seite 386, und eine vollständige Liste ist auf der letzten Seite der meisten Veröffentlichungen der Gesellschaft zu finden.
Allerdings kann Gott mit Geld nicht bereichert werden. Alles Gold und Silber ist sein. Den „ungerechten Reichtum“ also weislich zu gebrauchen, ist in der Tat das Geringste, was wir für die wahren Freunde tun können. Wer treu ist im Geringsten, dem werden sie noch mehr anvertrauen und werden ihn liebend willkommen heißen in den „ewigen Wohnstätten“ der neuen Welt. Sei weise. Diene den wahren Freunden des Menschen, nicht dem Reichtum!
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„Arzt, hilf dir selbst!“Der Wachtturm 1956 | 1. Juli
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„Arzt, hilf dir selbst!“
● Anfang Februar 1956 kam der Weltkirchenrat in Sydney, Australien, zusammen, um „die Pläne und das taktische Vorgehen des Christentums für Südostasien“ ins Auge zu fassen. Einer der Redner, der zum Rate sprach, war Dr. Pope, der Dekan des Theologieseminars von Yale. Bei der Besprechung der Probleme, denen man sich gegenübersah, gab Dr. Pope unter anderem folgende bedeutsame Erklärung ab: „Geteilt und entzweigerissen, was ihr eigenes Leben betrifft, spricht die Kirche selbst eine gebrochene Sprache, und bisweilen scheint sie zur Sprachenverwirrung noch beizutragen. Die Nationen der Welt könnten auf das Flehen der Kirche um internationale Einheit und Frieden verständlicherweise erwidern: ‚Arzt, hilf dir selbst!‘“ Time, 13. Februar 1956.
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