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Ihr Jugendlichen, laßt euch aus dieser verkehrten Generation rettenDer Wachtturm 1964 | 15. Mai
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Heißt das seine Eltern ehren? Da auf diesem Gebiet ein großer Teil der heutigen Jugend versagt, ist anzunehmen, daß bei der Vollstreckung des göttlichen Urteils an dieser bösen Welt wahrscheinlich sehr viele junge Menschen umkommen werden. Sie mögen ihre Einstellung zu ihren Eltern leicht nehmen, der große Schöpfer aber tut es nicht, denn er erklärt: „Ein Auge, das den Vater verspottet und den Gehorsam gegen die Mutter verachtet, das werden die Raben des Baches aushacken und die Jungen des Adlers fressen.“ (Spr. 30:17) Kein anständiges Begräbnis! Keine Gedächtnisgruft! Wie Kadavern sollte es ihnen ergehen, die von Aasvögeln gierig verschlungen werden.
13. Welche Rolle spielt das Elternhaus für einen jungen Menschen, der aufrichtig bemüht ist, seinen Pfad zu „reinigen“?
13 Beginnt deshalb gleich zu Hause, einen anderen Weg zu gehen. Betrachtet eure Eltern und alles, was sie für euch getan haben, künftig von einem neuen Gesichtspunkt aus. Vielleicht hattet ihr bis jetzt das Empfinden, es sei eintönig und langweilig bei euch zu Hause. Habt ihr aber jemals etwas dagegen unternommen, oder seid ihr einfach eure eigenen Wege gegangen? Warum nicht von nun an aus dem Elternhaus mehr machen als nur einen Ort, an dem man seine Kleider aufbewahren kann, tagsüber dreimal eine Mahlzeit bekommt und nachts ein Bett zum Schlafen hat? Im Elternhaus lernt man am besten andere verstehen und ihre Rechte respektieren. Wenn ihr in diesem Punkt zu Hause versagt, werdet ihr darin ziemlich sicher auch woanders versagen. Bemüht euch darum ernstlich, etwas zum Glück eurer Familiengemeinschaft beizutragen. Das Elternhaus ist der Ort, an dem ihr am besten geschult und darauf vorbereitet werdet, später einmal selbst einer Familie richtig vorzustehen.
14. (a) Warum haben Kinder kein Recht, sich gegen die elterliche Gewalt aufzulehnen? (b) Was sollten Kinder, die in Gottes Gunst bleiben möchten, tun, selbst wenn ihre Eltern verkehrt handeln?
14 Manche Eltern regeln allerdings ihre häuslichen Angelegenheiten nicht nach dem Worte Gottes. Viele machen auch Fehler oder kommen ihren Verpflichtungen nicht immer nach. Berechtigt das aber zur Auflehnung? Ihr denkt vielleicht, weil sie in manchen Dingen falsch gehandelt haben, brauchtet ihr euch ihnen überhaupt nicht mehr unterzuordnen. Wird jedoch ein Fehler durch einen weiteren Fehler wiedergutgemacht? Beachtet, was Gottes Wort Frauen zu tun empfiehlt, damit sie ihre verkehrt handelnden Männer zum Guten beeinflussen können: „Ebenso ihr Ehefrauen, seid den eigenen Männern untertan, damit sie, wenn irgendwelche dem Wort ungehorsam sind, durch den Wandel [ihrer] Frauen ohne ein Wort gewonnen werden, weil sie Augenzeugen eures keuschen Wandels, verbunden mit tiefem Respekt, gewesen sind.“ (1. Petr. 3:1, 2, NW) Dieser Grundsatz müßte sich auch auf das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern anwenden lassen. Es ist schon oft vorgekommen, daß ungläubige und unvernünftige Eltern günstig beeindruckt wurden, wenn sie sahen, welch guten Einfluß das Wort Gottes auf ihre Kinder ausübte.
15. Worauf sollte eine Familie vor allem bedacht sein, wenn sie sich etwas zum Ziel setzt?
15 Damit eine Familie glücklich sein kann, muß sie Ziele anstreben, die weit über den unbedeutenden, selbstischen Zielen weltlich gesinnter Familien liegen. Ihre Ziele müssen Gottes Vorhaben mit den Menschen und der Erde entsprechen. Angenommen, ihr hättet ein kunstvolles, prächtig verziertes Gefäß gemacht und stelltet nun fest, daß es als Abfallbehälter verwendet wird. Wie würdet ihr einen solchen Mißbrauch betrachten? Wahrscheinlich wärt ihr empört. Versetzt euch nun einmal in Gottes Lage. Er hat uns zu einem bestimmten Zweck gemacht; wir sollten seinen, nicht unseren Willen tun. Nach seinem Willen sollte er durch unsere Gedanken, Worte und Handlungen geehrt werden. Wir sollten lebende, sichtbare Beweise seiner grenzenlosen Schöpfermacht sein. (Jes. 42:5-8) Wie abstoßend ist es doch zu sehen, daß die meisten Menschen das Dasein ihres Schöpfers außer acht lassen oder leugnen, ja daß viele seinen Namen durch ihre demoralisierenden Lehren und abscheulichen Bräuche sogar in den Schmutz gezogen haben! Kein Wunder, daß eine zweite Weltkatastrophe bevorsteht.
16. (a) Welche Ziele, die weit über den von weltlichen Familien angestrebten eigennützigen und selbstischen Zielen liegen, sollte eure Familie unter anderem anstreben? (b) Vor welcher Gefahr solltet ihr euch hüten?
16 Eure Familie sollte sich daher zum Ziel setzen, ihrer Umgebung den Gott, dem sie dient, durch Wort und Wandel zu empfehlen. Jeder Besucher eures Hauses sollte bereit sein, dieses Ziel zu respektieren, oder euch fernbleiben. Ihr solltet auch nicht zulassen, daß euch ungläubige, nichtsnutzige Altersgenossen eurer Familie abspenstig machen und eure ganze Zeit und Aufmerksamkeit für sich beanspruchen. In welchem Land ihr auch leben mögt, sollte eure Familie eine kleine Gruppe von Missionaren sein, die ihre Mitbürger richtig belehrt und ihnen lebengebende Erkenntnis vermittelt. Sie sollte ein Zentrum sein, zu dem Menschen, die Probleme haben, kommen können, um Rat zu holen, Hoffnung zu schöpfen und ermutigt zu werden. Satan, der große Feind Gottes und der Menschen, bemüht sich heute, das Familienleben zu zerstören. In einigen Ländern gelingt es ihm durch die Einmischung totalitärer Regierungen und in anderen mit Hilfe der verschiedenen Männerklubs und Frauenvereine, Jugendgruppen und Sonntagsschulen, durch die die Familie auseinandergerissen wird. Eure Familie sollte jedoch nicht durch die falsche Religion oder durch menschliche Einrichtungen, die eine bessere gesellschaftliche Stellung zu vermitteln versprechen, aufgespalten werden. Tragt euren Teil dazu bei, daß eure Familie eine fest vereinte Gemeinschaft bleibt, eine Familie, die bestrebt ist, ihrem Schöpfer zu gefallen. Ihr benötigt die Unterstützung eurer Angehörigen, um aus dieser verkehrten Generation fliehen zu können.
17. (a) Welchen Gefahren seid ihr während der Schulzeit ausgesetzt? (b) Wie solltet ihr deshalb eingestellt sein?
17 Geht ihr noch zur Schule, dann solltet ihr euren Schöpfer unter euren Klassenkameraden würdig vertreten. Nutzt jede Gelegenheit aus, mit ihnen und den Lehrern über Gottes Vorhaben zu sprechen. Laßt euch nicht dazu bewegen, ihren gesellschaftlichen Einrichtungen, wie Jugendgruppen, Gesangvereinen, Orchestervereinigungen, Sportklubs, Lesegesellschaften und dergleichen, beizutreten. Eine gute Schulbildung verlangt nicht, daß ihr Mitglied einer solchen Organisation seid. Vergeßt auch nie, daß der Stoff, den ihr in der Schule behandelt, das Gedankenprodukt unvollkommener Menschen und vieles davon nur Theorie ist. Er läßt sich, was Zuverlässigkeit und Wahrheit anbetrifft, niemals mit dem Wort Jehovas vergleichen, das ewig bleibt. Deine Eltern sind, sofern sie Gott fürchten, der von Gott bestimmte Kanal, durch den dir die höchste Ausbildung zugeht, eine Erkenntnis über Gott und sein Wort.
18. Welchen nützlichen Fächern solltet ihr euch besonders widmen? Warum?
18 Nutzt eure Schulzeit richtig aus, um gut sprechen, lesen und schreiben zu lernen, denn das wird euch später helfen, an der weltweiten Verkündigung der göttlichen Botschaft, die in der noch verbleibenden Zeit durchgeführt wird, einen größeren Anteil zu nehmen. „Kein faules Wort gehe aus eurem Munde hervor“, rät uns Gottes Wort. (Eph. 4:29, NW) Unterstützt auch die gemeine Sprache, die manche führen, nicht dadurch, daß ihr ihnen zuhört oder das, was sie sagen, sonstwie deckt oder gutheißt. Jakobus veranschaulichte es mit folgenden Worten: „Eine Quelle läßt doch nicht etwa aus derselben Öffnung das Süße und das Bittere hervorsprudeln?“ (Jak. 3:11, NW) Eure Worte sollten stets erfrischend, auferbauend und heilend wirken, denn so wirkt auch das Wort Jehovas auf das hörende Ohr. (Ps. 107:20) Seine Gedanken seien in eurem Sinn und seine Worte auf euren Lippen!
19. Welche beiden Wege hat die heutige Jugend vor sich, und wohin führen sie?
19 Abschließend mag gesagt werden, daß ihr, Jugendliche, nun erkennen solltet, daß der Weg, den Gott weist, und der Weg, den diese verkehrte Generation geht, in entgegengesetzte Richtungen führen. Ihr könnt nicht beide Wege zugleich gehen. Die schlimme Lage, in der sich die Welt zur Zeit befindet, beweist zur Genüge, daß der Weg, den die Welt geht und auf dem sie Popularität, das Vergnügen und Unabhängigkeit sucht, zu einer Katastrophe führt, die von weit größerem Ausmaß sein wird als die verheerende Flut der Tage Noahs. Der Weg, den Gott weist und auf dem die Menschen die wahre Liebe kennenlernen, sich ihrer Abhängigkeit von Gott bewußt werden und als gottesfürchtige Familien ihrem Schöpfer vereint dienen, führt dagegen heute schon zu Zufriedenheit und einer nützlichen Tätigkeit und schließlich zur Bewahrung in der bevorstehenden Katastrophe sowie zu einem ewig dauernden glücklichen Leben. Ihr müßt euch aber JETZT entscheiden, welchen Weg ihr gehen wollt.
20. (a) Wie könnt ihr beweisen, daß ihr die richtige Entscheidung getroffen habt? (b) Welche Belohnung dürft ihr in diesem Fall zuversichtlich erwarten?
20 Wenn ihr die richtige Entscheidung trefft und der Herausforderung, die in diesen Tagen, da ein gewaltiger Wechsel vor sich geht, mutig begegnet, werdet ihr euch euren Eltern unterordnen und euch mit ihnen vereint bemühen, die Familienbande zu stärken, damit ihr als eine geschlossene Einheit den entzweienden Einflüssen der hoffnungslos verderbten Welt standhalten könnt. Studiert zu Hause gemeinsam die Bibel, versammelt euch mit anderen gottesfürchtigen Familien, und beteiligt euch als Familie an dem befriedigenden Werk der Ausbreitung von Gottes heilsamen Wahrheiten. Arbeitet daran, eure Fähigkeiten zu verbessern, um in den kommenden Jahren immer größere Dienstvorrechte wahrzunehmen. Auf diese Weise könnt ihr dazu beitragen, daß eure und andere Familien die bevorstehende Katastrophe überleben und in die neue Ordnung der Dinge gelangen können. Denkt an die Freude und die Befriedigung, die ihr empfinden werdet, wenn ihr, nachdem die Vernichtungsstreitkräfte von Harmagedon ihr Werk beendet haben, im Kreise eurer lieben Angehörigen und im Verein mit anderen glücklichen Familien Jehova, eurem Gott, Lobpreis und Dank dafür darbringen werdet, daß er euch einst die Gelegenheit bot, euch auf diese friedliche Zeit vorzubereiten, in der ihr ihm zu seiner Ehre auf einer gereinigten paradiesischen Erde dienen könnt. (1. Mose 8:18-22) Möge Jehova euch Weisheit und Kraft schenken, damit ihr euch richtig entscheidet und ihr gerettet werdet „aus dieser verkehrten Generation“. — Apg. 2:40, NW.
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Die Geschichte einer Interpolation — 1. Johannes 5:7, 8Der Wachtturm 1964 | 15. Mai
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Die Geschichte einer Interpolation — 1. Johannes 5:7, 8
NEUZEITLICHE Gelehrte lassen die unechte Stelle die in 1. Johannes 5:7, 8 erscheint, ohne Bedenken weg. Dieser Zusatz zu den Worten: „Denn drei sind es, die Zeugnis geben“, lautet: „Im Himmel: Der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins. [Vers 8] Und drei geben Zeugnis auf Erden.“ (Er fehlt in den Übersetzungen von Luther, Menge, Bruns, Pfäfflin, Karrer, Sigge, in der Elberfelder Bibel, in der Zürcher Bibel usw.) Der berühmte Gelehrte und Prälat B. F. Westcott sagte über diesen Einschub: „Die Worte, die dem herkömmlichen griechischen Text zugefügt wurden, sind ein anschauliches Beispiel dafür, wie eine ursprüngliche Randbemerkung in den apostolischen Text gelangte.“1 Wie kam es aber zu diesem Zusatz, und wie beweist die Textkritik, daß er nicht zu Gottes inspiriertem Wort, der Bibel, gehört?
DER URSPRUNG DIESER WORTE
Mit dem Abfall vom wahren Christentum begannen auch die vielen Auseinandersetzungen über die Dreieinigkeitslehre; aber obwohl diese Worte eine gute Stütze gewesen wären, werden sie von den ersten Kirchenschriftstellern
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