Nachrichten und ihre tiefere Bedeutung
Im Namen Gottes
● Der Journalist C. L. Sulzberger schrieb aus Den Haag: „Es ist eine traurige Tatsache, daß es sich wahrscheinlich bei mehr als der Hälfte der heute ausgefochtenen Kriege entweder um offene religiöse Konflikte handelt oder religiöse Kontroversen damit im Zusammenhang stehen. Und da praktisch alle formell festgelegten Glaubensbekenntnisse monotheistisch sind, bedeutet es, daß in diesem Augenblick Menschen einander im Namen ein und desselben, wenn auch unterschiedlich benannten Gottes töten.“
Sulzberger führt u. a. die zwischen religiösen Parteien im Libanon tobenden Kämpfe an sowie die Auseinandersetzungen in Nordirland, in die Katholiken und Protestanten verstrickt sind. Menschen, die sich an solchen Kriegen beteiligen, glauben vielleicht, daß sie im Namen Gottes kämpfen. Steht jedoch Gott wirklich auf der Seite einer dieser streitenden Parteien?
Die Antwort kann nur Nein lauten, wenn auch die auf beiden Seiten Kämpfenden vorgeben, den christlichen Glauben zu haben. Jesus Christus sagte von seinen wahren Nachfolgern: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Joh. 13:35). Liebe zeigt man nicht dadurch, daß man sich gegenseitig bekämpft, zum Krüppel macht oder tötet. Überdies haben diejenigen, die wirklich im Namen Gottes handeln, ‘ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Winzermessern’ geschmiedet (Jes. 2:4).
Die Suche nach Frieden
● In einem Leitartikel der „South China Morning Post“ vom 31. Dezember 1975, in dem der Hoffnung auf eine bessere Zukunft Ausdruck verliehen wurde, hieß es: „Die Weltlage findet, während das Jahr 1975 zu Ende geht, ihr düsteres Spiegelbild im Zustand der Vereinten Nationen am Abschluß ihrer Jahresversammlung. Das die verschiedenen Debatten charakterisierende Klima der Verbitterung, des Zorns, der Frustration und der Konfrontation stellt die unheilvolle Drohung dar, die aufrichtigen Glückwünsche zum neuen Jahr 1976 zum Gespött werden zu lassen.“
In dem Leitartikel wurde auf einen bedeutsamen Umstand aufmerksam gemacht, der dem Weltfrieden im Wege steht: „Seit dem schrecklichen Zweiten Weltkrieg ist man über ein Vierteljahrhundert ununterbrochen immer noch auf der Suche nach Weltfrieden, doch nur mit geringem Erfolg, hauptsächlich deshalb, weil es arrogante und dogmatische Staatsmänner gibt, denen Macht mehr bedeutet als Frieden.“
Ruhe und Frieden können nicht allein durch die Bemühungen unvollkommener Menschen herbeigeführt werden, ganz gleich, welche Motive dabei eine Rolle spielen. „Setzt euer Vertrauen nicht auf Edle“, heißt es in der Bibel, „noch auf den Sohn des Erdenmenschen, bei dem es keine Rettung gibt. Sein Geist geht aus, er kehrt zurück zu seinem Erdboden; an jenem Tag vergehen seine Gedanken tatsächlich“ (Ps. 146:3, 4).
Eine bessere Zukunft können wir einzig und allein von Jehova Gott erwarten, zu dem der Psalmist betete: „Leiste uns doch Hilfe aus Bedrängnis, da Rettung durch den Erdenmenschen wertlos ist“ (Ps. 60:11). Dauerhafter Frieden und ungestörte Ruhe werden auf der Erde nur durch Gottes Königreich unter Jesus Christus, dem „Fürst des Friedens“, herbeigeführt (Jes. 9:6, 7).
Eine Gefahr für den Staat?
● In einem besonderen Bericht über Jehovas Zeugen in Afrika schreibt Ernie Regehr in der Zeitschrift „The Christian Century“: „Überall als hart arbeitende und sittlich hochstehende Staatsbürger gelobt, haben Jehovas Zeugen wiederholt das Mißfallen von Regierungen erregt, und zwar durch ihre Weigerung, an symbolischen Bekundungen der Staatstreue teilzunehmen und in einigen Einparteienstaaten durch ihre Weigerung, der herrschenden Partei beizutreten.“
Betrachten vielleicht einige Staatsmänner Jehovas Zeugen als eine Gefahr für den Staat, weil diese Christen in politischen Angelegenheiten streng neutral bleiben? Wenn ja, so könnten solche Staatsmänner auch Jesus Christus nicht dulden, der sagte: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt“ (Joh. 18:36). Die neutrale Stellung seiner Nachfolger machte Jesus mit den Worten deutlich: „Sie sind kein Teil der Welt, so, wie ich kein Teil der Welt bin“ (Joh. 17:16).
Männer in hohen politischen Stellungen brauchen nicht zu befürchten, daß Jehovas Zeugen eine Gefahr für den Staat bilden. Diese neutralen Christen zollen der Regierung, den „obrigkeitlichen Gewalten“, gebührende Achtung (Röm. 13:1-7). Sollten Machthaber nicht eher die hohen sittlichen Maßstäbe, an die sich Jehovas Zeugen halten, schätzen, statt diese Christen zu verfolgen?
Diesbezüglich zitiert Ernie Regehr aus einem Leitartikel der in Sambia erscheinenden Zeitung „Mirror“. Das Blatt schrieb bezeichnenderweise: „Viele derjenigen, die sie [Jehovas Zeugen] im Widerspruch zu unserer Verfassung verfolgen, weil sie an ihren Glaubensansichten festhalten, wären nützlichere Bürger, wenn sie dem Beispiel des sittlich einwandfreien Verhaltens der Sekte folgten.“