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Rechte oder Pflichten?Der Wachtturm 1973 | 1. Juni
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wir von Natur aus, besonders aufgrund unseres geschulten Gewissens, ob etwas die Herrlichkeit der guten Botschaft, die wir predigen, erhöht oder beeinträchtigt. Wir wissen, ob wir den Ruf oder das Ansehen der Versammlung in den Augen anderer fördern oder schädigen. Wenn jemand dies aber nicht weiß, dann sollte er sich von dem guten Gewissen der Christenversammlung leiten lassen. Er sollte den guten Rat der verantwortlichen Brüder annehmen und sich auf ihr gutes Urteilsvermögen verlassen. — Spr. 12:15.
30. (a) Welche Verpflichtung ruht auf allen, die in der Versammlung eine verantwortungsvolle Stellung bekleiden? (b) Wie lautet ein maßgebender Grundsatz, der uns Sicherheit bietet? (c) Warum sollten wir mehr an Pflichten als an Rechten interessiert sein?
30 Wahre Christen lieben einander, und diejenigen, die verantwortungsvolle Stellungen bekleiden, sind verpflichtet, nur das zu tun, was für ihre Brüder am besten ist, sei es durch das Beispiel, das sie geben, oder durch den Rat, den sie erteilen. Auch sollten sich die Handlungen eines jeden von uns stets nach dem Grundsatz richten: ‘Schmücke ich die Lehre unseres Retters, Gottes, in allen Dingen?’ Wenn wir unseren Pflichten nachkommen und mit ganzer Seele arbeiten, als wäre es für Jehova und nicht für Menschen, so wird uns Jehova mit Segnungen belohnen, die weit größer als irgendwelche „Rechte“ sind, die wir uns verschaffen mögen, ferner mit Jahren des Lebens und mit Frieden. — Tit. 2:10; Kol. 3:23, 24; Spr. 3:1, 2.
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Ein freies, aber gehorsames VolkDer Wachtturm 1973 | 1. Juni
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Ein freies, aber gehorsames Volk
„Seid gleich freien Menschen, und behaltet doch eure Freiheit nicht als einen Deckmantel für Schlechtigkeit, sondern als Sklaven Gottes. Ehret Menschen von allen Arten, habt Liebe zur ganzen Bruderschaft, habt Gottesfurcht.“ — 1. Petr. 2:16, 17.
1. Welche Freiheit hatten Paulus und seine Mitjünger, wie der Apostel es zeigte?
„CHRISTUS [hat] uns frei gemacht. Darum steht fest, und laßt euch nicht wieder in ein Joch der Sklaverei spannen.“ Diese Worte schrieb der Apostel Paulus, nachdem er die Freiheit der Söhne Gottes beschrieben hatte, die auch Söhne der freien himmlischen Organisation Gottes, des „Jerusalem droben“, ihrer „Mutter“, waren. Diese „Mutter“ oder Organisation erfreute sich zwar der Freiheit eines vollkommenen Verhältnisses zu Gott, doch wurde sie als das ‘Weib’ Jehovas Gottes dargestellt. In dieser Eigenschaft hatte sie eine relative Freiheit. Sie war ihrem großen himmlischen Ehemann, ihrem Haupt, untertan. Und als Söhne hatten auch Paulus und diejenigen, die mit ihm Christus nachfolgten, eine relative Freiheit, denn sie waren ebenfalls ihrem himmlischen „Vater“ und ihrer himmlischen „Mutter“ untertan. Als Kinder mußten sie ‘der Zucht ihres Vaters und dem Gesetz ihrer Mutter’ gehorchen. — Gal. 5:1; 4:26; Spr. 1:8.
2. Wieso ist Gottes Volk frei, doch weshalb hat es keine absolute Freiheit?
2 Gottes Volk ist heute frei, weil es ‘die Wahrheit kennt, und die Wahrheit hat es frei gemacht’. (Joh. 8:32) Die Freiheit, die es hat, dient ihm jedoch zum Guten, nicht zum Schlechten. Gottes Volk kann in vollem Maße die Früchte des Geistes hervorbringen, denn „gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz“. (Gal. 5:23) Diese Früchte sind alles, was für ein vollständiges Glück nötig ist; Schlechtes zu tun führt nur dazu, daß man wieder der Sünde und dem Tode versklavt wird. Um weiterhin das zu tun, was gut und nützlich ist, muß Gottes Volk dem, der es frei gemacht hat, Jesus Christus, gehorsam sein.
EINE UNTERWERFUNG, DIE GUTES BEWIRKT
3. Welcher Unterwerfung, die Gehorsam verlangt, hat Gott in der Christenversammlung Geltung verschafft?
3 Auch hat Gott auf Erden für eine Einrichtung gesorgt, der er sein Volk unterworfen hat. Dies ist die Versammlungsorganisation. Darin hat er gewisse Personen eingesetzt, die seine „Herde“, die Versammlung, hüten und leiten sollen. Bestimmte Männer sind in Stellungen eingesetzt worden, um der Versammlung zu helfen, das ihr aufgetragene Werk durchzuführen, nämlich die gute Botschaft vom Königreich zu predigen. Diese Männer achten auch auf das Wohl der einzelnen Glieder der Versammlung, indem sie ihnen helfen, die Grundsätze der Bibel in ihrem Leben anzuwenden. Diesen Männern soll der Christ ebenfalls gehorchen, denn der Apostel gebietet: „Gehorcht denen, die unter euch die Führung übernehmen, und seid unterwürfig, denn sie wachen beständig über eure Seelen als solche, die Rechenschaft ablegen werden, damit sie dies mit Freude und nicht mit Seufzen tun mögen, denn das wäre euch zum Schaden.“ — Hebr. 13:17.
4. Unter welche weiteren Gesetze des Gehorsams hat Gott den Christen gestellt, und sind sie für den christlichen Dienst ein Hindernis?
4 Des weiteren wird Christen geboten, „den obrigkeitlichen Gewalten untertan“ zu sein, das heißt Herrschern der Regierungen in dieser Welt. Sie sollen die Gesetze befolgen, die nicht mit Gottes Gesetzen in Widerspruch stehen. (Röm. 13:1; vergleiche Apostelgeschichte 4:19; 5:29.) Christliche Sklaven sollen ihren Herren untertan sein, und dieser Grundsatz gilt heute für Arbeitnehmer, die „volle, gute Treue an den Tag legen“ sollten. (Tit. 2:9, 10) Kinder sollen ihren Eltern gehorchen. (Eph. 6:1-3) All diese Gebote hindern Christen nicht daran, Gutes zu tun und ihren christlichen Dienst durchzuführen, sondern dadurch, daß sie diese Gesetze befolgen, verherrlichen sie vielmehr Gott und fördern die Königreichsinteressen.
5. In welcher Hinsicht sind Christen all ihren Brüdern untertan?
5 Der Christ muß also diesen verschiedenen Gewalten untertan sein, und diese Unterwerfung wirkt sich für ihn zum Guten aus und bewirkt größere Freiheit und größeres Glück, doch geht der Apostel noch weiter, indem er ermahnt: „In Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor.“ (Röm. 12:10) In gewisser Hinsicht sind daher alle Christen all ihren Brüdern untertan, denn sie müssen den Interessen ihrer Brüder vor ihren eigenen Interessen dienen. — Mark. 10:44; 1. Petr. 5:5.
GEHORSAM ALS MERKMAL
6. Was kennzeichnet den Unterschied zwischen dem wahren Christen und dem Weltmenschen heute auf besondere Weise?
6 In welche Lage kommt hierdurch der Christ im Vergleich zu denen, die die Einstellung der Welt im allgemeinen haben? Er verhält sich gehorsam, während sie sich ungehorsam verhalten. Dies ist das wesentliche Unterscheidungsmerkmal. Wie ernst sollten wir daher die Angelegenheit des Gehorsams nehmen!
7. Auf welche Weise könnten wir versucht sein, für irgendeine weltliche „Sache“ einzutreten, doch woran sollten wir denken?
7 Wir mögen jedoch manchmal versucht sein, anders zu handeln. Überall um uns her sehen wir Ungehorsam gegenüber jeglicher Autorität. Überall hören wir die Menschen so sprechen. Wir sehen Ungerechtigkeiten, und wir mögen das Gefühl bekommen, diese ungehorsamen Menschen hätten recht. Wir
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