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  • Jesus und die Juden
    Der Wachtturm 1956 | 1. August
    • machen‘ (Fußn.) und ‚ihre Missetaten auf sich laden‘. Erst nach diesem ersten Kommen und seinem schimpflichen Tode als Sündopfer würde er wiederkommen, bekleidet mit ewiger Königreichsmacht, wie Jehova es sagte: „Darum werde ich ihm die Großen zuteil geben [Anteil geben mit den Großen, RS], und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, daß er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und den Übertretern beigezählt worden ist; er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Übertreter Fürbitte getan.“

      So erfüllte Jesus bei seinem ersten Kommen Sacharja 9:9: „Frohlocke laut, Tochter Zion; jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König wird zu dir kommen: gerecht und ein Retter [triumphierend und siegreich, RS] ist er, demütig, und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Füllen, einem Jungen der Eselin.“ Und er erfüllte den Text in Jesaja, Kapitel 53, wo darüber gesprochen wird, daß er eines Opfertodes sterben, daß er verachtet, gehaßt und zu sündigen Übertretern gezählt werden würde.

      Bei seiner zweiten Gegenwart kommt er in den Wolken oder als unsichtbarer himmlischer König. Dann wird ihm von Jehova eine ewige Herrschaft gegeben, die allen gehorsamen Menschen Frieden und Gerechtigkeit zukommen läßt. Dann wird sich Jesaja 9:6, 7 und Daniel 7:13, 14 erfüllen, nämlich bei der zweiten Gegenwart und nicht bei der ersten, wie die Juden es vor neunzehnhundert Jahren irrtümlich erwarteten. Hätte er damals sein ewiges Königtum aufgerichtet, wann hätten sich dann die Prophezeiungen aus Jesaja, Kapitel 53, und Sacharja 9:9 erfüllt? Die Juden von damals schauten nach den falschen Zeichen aus, nach der falschen Gegenwart des Messias, und so verfehlten sie, Jesus als Messias anzuerkennen. Dessenungeachtet erkannten ihn Tausende einzelner Juden, nahmen ihn an und wurden die ersten Christen. Heute können Juden und auch andere die Zeichen sehen, die Jesus in bezug auf seine zweite Gegenwart voraussagte, denn diese Zeit ist hier.

      HEUTE DEN JUDEN ZEUGNIS GEBEN

      Als der Apostel Paulus den Menschen Zeugnis gab, paßte er seine Worte ihren Bedürfnissen, ihren Gesichtspunkten, an. Er behielt ihre Verhältnisse im Sinn. Er sagte: „Und so wurde ich den Juden wie ein Jude, damit ich Juden gewinne“, und er fügte bei: „Ich bin den Menschen aller Arten alles geworden, damit ich auf jeden Fall einige errette.“ So sollten wir die falsche Auffassung im Sinn behalten, die die Juden von Jesus wegen der Lügen haben, die in der Vergangenheit und der Gegenwart ausgestreut worden sind und auch wegen der Scheußlichkeiten, die in seinem Namen begangen wurden und ihn falsch darstellten. Wir sollten dieses falsche Bild ausmerzen und die Scheinchristen bloßstellen. Zeige die zwei Kommen Jesu und ferner, wie vor neunzehnhundert Jahren die jüdische Nation Jesus verwarf, weil sie nach dem verkehrten Kommen ausblickte. Zeige die Prophezeiungen, die Jesus das erste Mal, da er kam, erfüllte, und auch diejenigen, die jetzt, bei seiner zweiten Gegenwart, im Begriffe der Erfüllung sind. Weise darauf hin, daß bald Abraham, Isaak, Jakob und Mose zurück sein werden, auferweckt, um als Fürsten auf der neuen Erde zu amten und die ihnen vor langem gemachten Verheißungen zu ererben. Schildere die gesegneten Zustände der Einheit, die dann unter den Menschen herrschen, wenn Gesundheit, Glück und ewiges Leben das Teil aller gehorsamen Menschen sein wird. — 1. Kor. 9:20, 22, NW.

      Die jüdischen Religionsführer der ehemaligen Zeit verlangten Jesu Tod als einen Dienst für Jehova Gott, und Jesus wandte die Worte, die Jesaja an sie richtete, recht an: „Ihr Heuchler, trefflich hat Jesaja über euch prophezeit, wenn er sagte: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir. Es ist umsonst, daß sie mir beständig Verehrung zollen, denn als Lehren lehren sie Menschengebote.‘“ (Matth. 15:7-9, NW; Jes. 29:13) Sogenannte Christen der Vergangenheit und der Gegenwart haben Juden und andere im Namen Jesu verfolgt und getötet und gemeint, dadurch Gott einen Dienst darzubringen. Auch ihnen gelten Jesajas obenerwähnte Worte. Viele Tausende des gewöhnlichen Volkes, Juden, haben Jesus von langer Zeit angenommen, und Hunderttausende des gewöhnlichen Volkes nehmen ihn heute an, in dieser Zeit seiner zweiten Gegenwart.

      Sprich zu den Juden über Jesus. Weiche dem Thema nicht aus. Doch bekunde Verständnis für das jüdische Denken, merze das falsche Bild aus, das falsche Religionisten, Kreuzfahrer und Inquisitionisten aus alter und neuer Zeit gegeben haben. Doch rede zu den Juden über Jesus, suche die Ursache des Anstoßes zu beseitigen. „Es gibt in keinem anderen Rettung, denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.“ — Apg. 4:12, NW.

  • Luthers Kampf und spätere Zugeständnisse
    Der Wachtturm 1956 | 1. August
    • Luthers Kampf und spätere Zugeständnisse

      AN MARTIN Luther erinnert man sich nicht nur als des Mannes, der als erster die Bibel in die deutsche Sprache übersetzte, sondern auch als des erfolgreichen Herausforderers, der mutig der allmächtigen Herrschaft der Päpste von Rom trotzte. Unabsichtlich zündete Luther das Streichholz an, das schließlich das Pulverfaß des wachsenden Widerstandes gegenüber dem Katholizismus in Brand stecken sollte.

      Martin Luther wurde im Jahre 1483 in Eisleben, Sachsen, geboren. Nach einer stürmischen, religiösen Laufbahn starb Luther, unangetastet von den Händen der mörderischen Werkzeuge Roms, am 18. Februar 1546, eines natürlichen Todes. Als Sohn eines Bergmannes geboren, hatte er eine strenge Erziehung empfangen.

      Luthers Vater war finanziell in der Lage, ihn im Jahre 1501 auf die wohlbekannte Universität Erfurt zu senden. Im Jahre 1505 graduierte er dort als „Magister der freien Künste“. Auf den Wunsch seines Vaters, der nicht sehr kirchlich eingestellt war, begann Luther im Mai 1505 in Erfurt die Rechte zu studieren. Zwei Monate später entsagte er der Welt plötzlich und trat in das Kloster der Augustiner-Mönche in Erfurt ein.

      Im Jahre 1507 wurde Luther zum römisch-katholischen Priester geweiht und später dem Lehrpersonal der Universität Wittenberg zugesellt. Als Augustiner-Mönch und Priester unternahm er im Jahre 1510 eine Pilgerreise nach Rom. Die Korruption, der Unglaube und das Laster, wovon Luther unter den Priestern in Rom Zeuge wurde, beunruhigten ihn sehr. Jahre später sagte er, er hätte ‚nicht um hunderttausend Gulden verpassen mögen, Rom gesehen zu haben, denn ich hätte wohl eine gewisse Besorgnis gehabt, dem Papst Unrecht zu tun; doch wie wir sehen, so reden wir.‘1

      Von Rom nach Deutschland zurückgekehrt, setzte er seine Studien in der ihm zugänglichen lateinischen Bibel fort und lehrte auch weiterhin Theologie an der Universität Wittenberg. Im Winter 1512 bis 1513 wurde sein innerer Gewissenskampf so groß, daß er ein unabhängiges Studium der grundlegenden katholischen Lehren aufzunehmen begann. Über den Ablaßverkaufsfeldzug der katholischen Kirche, das heißt über den Verkauf der Vergebung der Sünden, der ihm wie Bestechung Gottes vorkam, schließlich höchst erzürnt, nagelte

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