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Erfordernisse für das DienstamtDer Wachtturm 1954 | 1. September
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Erfordernisse für das Dienstamt
‚Wenn du den Brüdern diese Ratschläge gibst, so wirst du ein Diener Christi von rechter Art sein‘ — 1. Tim. 4:6, NW.
1, 2. Welches sind einige der Mittel, die Jehova benutzt, um seine Vorsätze durchzuführen?
JEHOVA, der lebendige Gott, der unendlich ist an Weisheit, gebraucht viele Kräfte und Geschöpfe, um seine unwandelbaren Vorsätze durchzuführen und zu einer gegebenen Zeit eine besondere Aufgabe zu erfüllen. In vergangenen Zeiten hat er rasende Feuerflammen, sturmgepeitschte Meere, einen großen Fisch, Tiere des Feldes, Vögel des Himmels, Insekten, Menschen, Engel und selbst den Erzengel Michael verwendet. Alle diese haben gut mitgewirkt, um den Willen des großen Schöpfers durchzuführen.
2 Der Erzengel, in der Bibel auch als das „Wort“ gekennzeichnet, war die erste und einzige unmittelbare Schöpfung Jehovas. Er war es, dessen Jehova sich als des „Werkmeisters“ im Erschaffen alles anderen bediente. (Spr. 8:30, Fußn.; Off. 3:14) „Alle Dinge kamen durch ihn ins Dasein, und ohne ihn kam auch nicht e i n Ding ins Dasein.“ (Joh. 1:3, NW) Er besaß die nötigen Erfordernisse für das ihm zugewiesene Dienstamt, er gehorchte und gefiel seinem himmlischen Vater jederzeit, und es war ihm eine Lust, seinen Willen zu tun. Wie all die anderen treuen Engel dienen, um den auf Erden Wohnenden, welche die Rettung ererben, eine Hilfe zu sein, wissen wir nicht völlig, aber daß sie Jehovas Diener sind, die die nötigen Erfordernisse besitzen, um ihren Dienst zu erfüllen, dessen werden wir entschieden versichert. Jehova „‚macht seine Engel zu Geistern und seine öffentlichen Diener zu einer Feuerflamme.‘ … Sind sie nicht alle Geister zu öffentlichem Dienst, ausgesandt, um jenen zu dienen, welche die Rettung ererben werden?“ — Heb. 1:7-14, NW; Ps. 104:1-4.
3. Wie zeichneten sich Abel und Henoch als Diener Jehovas aus?
3 In alten Zeiten haben Männer und Frauen Jehova gut gedient, weil sie die erforderlichen Eigenschaften für das ihnen zugewiesene Dienstamt aufwiesen. Sechzehn davon werden im heiligen Bericht in Hebräer 11 ehrenhaft erwähnt. Abel, der erste, war ein treuer Zeuge für Jehova, dessen Stimme nicht einmal verstummte, als sein eifersüchtiger Bruder Kain ihn umbrachte. Zu Kain sagte Jehova: „Horch! Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Erdboden her.“ (1. Mose 4:10, NW) „Durch Glauben brachte Abel Gott ein Opfer von größerem Werte dar als Kain, durch welchen er Zeugnis empfing, daß er gerecht war, indem Gott Zeugnis gab hinsichtlich seiner Gaben; und durch ihn redet er noch, wiewohl er gestorben ist.“ (Heb. 11:4, NW) Auch Henoch ist in jener Reihe mit aufgezählt als jemand, der die nötigen Erfordernisse für das ihm zugewiesene Dienstamt besaß. „Ja, der Siebente in der Linie von Adam her, Henoch, prophezeite, … als er sagte: ‚Siehe! Jehova kam mit seinen heiligen Myriaden, um Gericht zu üben wider alle, und alle Ungöttlichen all ihrer ungöttlichen Taten zu überführen, die sie auf ungöttliche Weise verübten, und all der anstößigen Dinge, welche ungöttliche Sünder wider ihn redeten.‘“ — Judas 14, 15, NW.
4. Welche Tätigkeit Noahs beweist, daß er den Erfordernissen als Jehovas predigender Diener entsprach?
4 Etwa sechzehnhundert Jahre nachdem Adam und Eva wegen ihrer Rebellion und ihres Ungehorsams aus ihrer Paradiesesheimat ausgetrieben worden waren, versanken ihre Nachkommen so tief in moralischer Verkommenheit, daß all ihr Denken und Trachten fortwährend nur böse war. So beschloß Jehova denn, eine mächtige Wasserflut auf die Erde zu senden, um dieses böse System und alle, die es unterstützten, zu vernichten. Um irgendwelche Gerechte auf Erden und gewisse Tiere am Leben zu erhalten, ordnete Jehova die Errichtung eines Schutzbaus an. Es war ein einzigartiger Bau. Wer da will, mag es ein Schiff nennen. Dem Noah wies Jehova diese Aufgabe zu, obwohl er kein Schiffserbauer war. Als Mann von großem Glauben an Jehova und an Jehovas vollkommene Fähigkeit, seine Vorsätze auszuführen, ging Noah an sein Werk und beendete es zur rechten Zeit. Außer dem Bauen predigte Noah auch mündlich von Jehovas Vorhaben. (2. Pet. 2:5) Auch er besaß die nötigen Erfordernisse für das Dienstamt.
5. Wie erfüllte Abraham während seines langen Lebens die Erfordernisse eines anerkannten Dieners Gottes?
5 Später, nach der Sintflut, wies Jehova einem anderen Mann, der den nötigen Glauben zur Durchführung besaß, eine Aufgabe zu. Weil dieser Mann treuen Dienst und unerschütterlichen Gehorsam darbrachte, gab ihm Jehova eine wunderbare Verheißung. Diese Verheißung wurde ein Bund und enthielt die Hoffnung für alle gläubigen Menschen. „Die Schrift nun, voraussehend, daß Gott Leute aus den Nationen zufolge von Glauben gerechtspreche, verkündigte die gute Botschaft zum voraus dem Abraham, nämlich: ‚Durch dich werden alle Nationen gesegnet werden.‘“ (Gal. 3:8, NW) Über Abraham kam die schwerste Prüfung, als Jehova von ihm forderte, seinen geliebten Sohn Isaak als Opfer auf einem Altar auf dem Berge Morija darzubringen. Dies diente in der heiligen Aufzeichnung zur Darstellung, wie Jehova Gott seinen geliebten Sohn Jesus als ein Opfer zur Erlösung gläubiger Menschen opferte. Aus Glauben gehorchte Abraham, und so entstand das erforderliche Bild. Durch Jehovas unverdiente Güte aber wurde Isaak am Leben erhalten und seinem treuen Vater Abraham zurückgegeben. — 1. Mose 22:1-18.
6, 7. Welche Erfordernisse, die an einen guten Diener Gottes gestellt werden, treten in Moses Laufbahn hervor?
6 Im Laufe der Zeit diente auch Mose als Beispiel eines für das Dienstamt ausgerüsteten Mannes, obwohl er zuerst nicht dachte, die nötigen Erfordernisse zu besitzen. Große Scharen von Israeliten waren in ägyptischer Knechtschaft, als Mose hebräischen Eltern geboren wurde. Von der Zeit seiner Geburt an bis zum Tage, da er starb, spielte der Glaube die wichtigste Rolle in seinem Leben. Gemäß einem Erlaß des Königs von Ägypten sollte Mose samt all den anderen Knäblein der Israeliten bei der Geburt getötet werden. Durch Glauben weigerten sich seine Eltern, ihr schönes Kind zu töten. Unter der Leitung Jehovas wurde der Knabe dann von der Tochter des Pharaos adoptiert und am Königshofe aufgezogen. Dort wurde er in aller Weisheit der Ägypter unterwiesen. Doch selbst in dieser ungewöhnlichen Umgebung gab Mose die reine Anbetung Jehovas, des Gottes Israels, nicht auf. Als er einst seinen Brüdern zu helfen suchte, die von ihren ägyptischen Vögten bedrückt wurden, geriet Mose in Schwierigkeiten mit dem Pharao und wurde gezwungen, um seines Lebens willen in das Land Midian zu fliehen. Dort verblieb er vierzig Jahre lang und diente als ein Hirte für Jethro, dessen Tochter er später heiratete. Mit achtzig Jahren war Mose wohlgereift auf dem Wege der Gerechtigkeit und mit dem ausgerüstet, was er zum Versehen des Dienstamtes benötigte, das ihm Jehova jetzt zuwies, indem er sagte: „Zweifellos habe ich das Elend meines Volkes, das in Ägypten ist, gesehen, und sein Geschrei wegen der sie zur Arbeit Antreibenden habe ich gehört; denn gut kenne ich die Schmerzen, die sie erleiden … Und nun komm und laß mich dich zum Pharao senden, daß du mein Volk, die Söhne Israel, aus Ägypten herausführest.“ (2. Mose 3:7-10, NW) Als Mose diese Botschaft von Jehova hörte, hätte er sich freuen sollen, doch statt dessen fürchtete er sich, an die Aufgabe heranzugehen, weil er den Geist der Ägypter und ihren König kannte. Er sagte, er sei für die Aufgabe nicht geeignet oder gewappnet. Dies mißfiel Jehova, denn er wußte mehr über die Fähigkeit Moses als Mose selbst. So sagte ihm Jehova, er werde mit ihm sein. Mit dieser Verheißung als Stärkung schritt Mose an die Erfüllung seiner Mission.
7 Mose besaß die nötigen Erfordernisse für diese Aufgabe. Er wurde reich gesegnet, weil er sie erfüllte. Hier haben wir eine gute Lehre für uns alle. Wenn uns von Jehova durch seine Organisation ein Dienst zugeteilt wird, sollten wir nicht Entschuldigungen vorbringen oder klagen, daß wir dies nicht tun können. Jehova kann nicht Entschuldigungen annehmen. Müßte er das tun, so würde es bedeuten, daß Jehova die Grenzen, denen seine Diener unterworfen sind, nicht kennt. Ein solcher Mangel auf seiner Seite ist für den Gott von unendlicher Weisheit unmöglich. Gehorsam unsrerseits ist besser als Entschuldigungen. Gehorsam führt zum Leben; Entschuldigungen können zu endlosem Tode führen.
8. In welchen Beziehungen ist es uns eine Hilfe, daß Jeremia als treuer Prediger Dienst geleistet hat?
8 Nachdem die Nation Israel Ägypten verlassen hatte und in das Land der Verheißung eingezogen war, gedieh sie, wurde sehr zahlreich und wohlhabend. Sie wandte sich aber bald von der wahren Anbetung Jehovas ab und pflegte die törichte Dämonenanbetung der heidnischen Nationen ringsum. Dies mißfiel Jehova sehr. Seinen Propheten Jeremia, einen weiteren Mann, der für das Dienstamt wohlausgerüstet war, sandte Jehova nun nach Jerusalem, um die treulosen Priester und die falschen Propheten und dazu die Könige Judas davor zu warnen, daß er durch den König von Babylon die Stadt und ihren herrlichen Tempel zerstören werde, ferner, daß er die Bewohner als Sklaven nach Babylon wegführen lasse, wo sie während siebzig Jahre anderen Göttern dienen würden. (Jer. 25:8-13; Dan. 9:1, 2) Diese Priester und falschen Propheten verfolgten Jeremia, doch führte er seinen Auftrag durch und bewies völlig, daß er die für das Dienstamt nötigen Erfordernisse besaß. Bei einer Gelegenheit führten sie Jeremia zu den Fürsten, beschuldigten ihn des Aufruhrs und sagten, er sei des Todes schuldig. Weshalb? Er hatte dem Volke gesagt, es möchte die Stadt dem König von Babylon überlassen. Was tat Jeremia? Wollte er etwa die Sache in die Hand nehmen? Zu seinen Verfolgern sagte er: „Ich bin in eurer Hand; tut mir, wie es gut und wie es recht ist in euren Augen. Doch wisset bestimmt, daß ihr, wenn ihr mich tötet, unschuldiges Blut bringen werdet auf euch und auf diese Stadt und auf ihre Bewohner; denn in Wahrheit, Jehova hat mich zu euch gesandt, um alle diese Worte vor euren Ohren zu reden.“ Nun drehte sich der Spieß gegen die falschen Priester und die Verfolger, denn als das Volk dies hörte, sagte es: „Diesem Manne gebührt nicht die Todesstrafe; denn er hat im Namen Jehovas, unseres Gottes, zu uns geredet.“ (Jer. 26:14-16) Dies veranschaulicht auch, wie Jehovas Zeugen in alten Zeiten auf die Anregung und das Anstiften von Priestern und falschen Propheten hin verfolgt wurden. Ebenso ist es heute. Satan hat keine neuen Tricks; er kleidet die alten nur in ein neues Gewand. Seine Anschläge sind uns bekannt, wie Paulus sagte: „… damit wir nicht vom Satan überlistet werden; denn seine Anschläge sind uns nicht unbekannt.“ (2. Kor. 2:11, NW) Im Gegensatz dazu sagt Paulus: „O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar seine Wege!“ — Röm. 11:33, NW.
EINFÜHRUNG DES GRÖSSTEN DIENERS UND PREDIGERS
9. Welche einzigartigen Vorrechte eines predigenden Dieners wurden von Johannes dem Täufer zu Recht benutzt?
9 Zu seiner bestimmten Zeit beschloß Jehova, daß der Messias kommen und zuerst beim Volke Israel eingeführt werden solle. Jehova wählte nicht einen der gebildeten Schriftgelehrten oder Pharisäer zu diesem kostbaren Dienst der Einführung des Messias. Nein, er wählte einen Mann vom Hinterland, jemand, der nicht von den Traditionen und Irrtümern der religiösen Herrscher Jerusalems durchdrungen war. Um den Weg für den Messias zu bereiten, wählte Jehova Johannes den Täufer, und Johannes führte ihn beim Volke ein, als er kam. Schon vor seiner Geburt wurde Johannes für den Dienst Jehovas bestimmt, und in seiner Kindheit wurde er von gottergebenen Eltern aufgezogen und geschult, und er verbrachte sein Leben in den frühen Jahren in der Einsamkeit der Wüste. Dort konnte er lesen und über das nachsinnen, was in den Hebräischen Schriften geschrieben stand, und konnte sich auf das vor ihm liegende Werk vorbereiten. So erlangte er die für das Dienstamt nötigen Erfordernisse. Wer den Bericht über die Predigttätigkeit des Johannes liest, wird finden, daß er ein furchtloser Mann war, der in nichts zurückhielt. Oftmals befanden sich unter seinen Zuhörern Schriftgelehrte, Pharisäer und Sadduzäer, doch ehrte er sie nicht besonders, indem er ihnen hervorragende Plätze gab. Statt dessen sagte er zu ihnen: „Ihr Otternbrut, wer hat euch gezeigt, wie dem kommenden Zorn zu entfliehen ist?“ — Matth. 3:7, NW.
10. Welche rechten Gewohnheiten eines guten Predigers sind besonders bemerkenswert, wenn wir Jesu kurze Dienstzeit auf Erden betrachten?
10 Sechs Monate nachdem Johannes seinen Dienst angetreten hatte, kam Jesus zu ihm, um getauft zu werden. Johannes zögerte und sagte: „Ich habe nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?“ Jesus antwortete: „Laß es jetzt so sein, denn so gebührt es uns, alles auszuführen, was gerecht ist.“ (Matth. 3:14, 15, NW) Über Jesu Jugendzeit ist in der Bibel recht wenig Aufschluß enthalten außer der Tatsache, daß er vom Geiste Jehovas gezeugt und in Bethlehem geboren worden war. Er wurde von der Jungfrau Maria geboren, die aus der Familie Davids stammte. Heute gibt es in Bibliotheken zu Rom und Konstantinopel Aufzeichnungen, die besagen, daß Jesus als junger Mann sich nicht für die Politik der damaligen Zeiten oder die Fragen und Streitsachen des Volkes interessierte. Er habe sich nicht bemüht, das Volk von der Knechtschaft des bitteren Joches der Römer zu befreien. Er habe seine Zeit damit verbracht, die Hebräischen Schriften zu studieren und mit den Menschen über das Königreich der Himmel zu sprechen. Auch wird in diesen Aufzeichnungen gesagt, daß niemand ihn lesen gelehrt habe, dennoch habe er die Bibel aus dem Gedächtnis gekannt, was die gelehrten Rabbiner jener Tage überraschte und ärgerte. Seine Mutter sei ebenfalls bestürzt gewesen, daß Jesus kein Interesse an den Problemen der Nation Israel zeigte, da sie sich erinnerte, daß der Engel Gabriel ihr gesagt habe, ihr Sohn werde den Thron seines Vaters David ererben und sein Königreich werde kein Ende haben. Bei einer Gelegenheit habe sie mit ihm darüber gesprochen, doch habe Jesus erwidert: „Weib, du weißt nicht, wer ich bin.“ Diese Aufzeichnungen gehören indes nicht zur Bibel. Gemäß der Bibel wußte Jesus, wer er war und welche Mission zu erfüllen er bestimmt war. Und er erfüllte sie auch.
11. Welche Hindernisse überwanden sowohl Johannes der Täufer wie auch Jesus in ihrer Predigttätigkeit?
11 Johannes der Täufer und Jesus mußten viele Schwierigkeiten und Hindernisse überwinden, während sie umherzogen und predigten: ‚Das Königreich des Himmels ist herbeigekommen! Daher bereuet und werdet getauft für die Vergebung der Sünden.‘ Die Juden dachten, daß ihr erwarteter Messias ein Königreich auf Erden aufrichten werde, ein solches, wie jenes es war, worüber David und Salomo geherrscht hatten, aber Johannes und Jesus sprachen von einem himmlischen, geistigen Königreich. Die Juden blickten nach einem Herrscher und Propheten aus, der größer war als Mose und der komme und sie von den bedrückenden Heidennationen befreie und Israel zur größten Nation auf Erden mache, so daß alle Völker nach ihr fragen würden. Sie erinnerten sich, daß ihr eigener Prophet Jesaja geschrieben hatte: „Und es wird geschehen an jenem Tage: der Wurzelsproß Isais, welcher dasteht als Panier der Völker, nach ihm werden die Nationen fragen; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.“ (Jes. 11:10) Noch eine weitere Lehre verwirrte manche der Juden. Johannes predigte die Vergebung der Sünden durch Reue. Darüber verwunderten sie sich, denn während mehr als fünfzehnhundert Jahre hatten die Juden ein vielseitiges System von Diensten und Opfern in der Stiftshütte und später im Tempel gepflegt. Der Zweck solcher Dienste und Opfer war, die Sünden des Volkes zu beseitigen, damit es unter der durch Mose eingeführten Gesetzesbund-Einrichtung beständig mit Jehova in Übereinstimmung bleibe. Jetzt zu lehren, daß Sünden vergeben werden könnten durch Reue, die durch die Wassertaufe symbolisiert würde, war mehr, als die religiösen Führer fassen konnten. Viele vom gewöhnlichen Volke jedoch nahmen Johannes als einen Propheten an und kamen freudig zu ihm, um sich taufen zu lassen.
12. Welcher heutige Zustand, der von falschen Lehren herrührt, erscheint als eine Parallele zu den Verhältnissen, denen Jesus begegnete?
12 Die jüdischen Religionsführer verstanden nicht, daß die Tieropfer, die von den Hohenpriestern Jahr um Jahr dargebracht wurden, die Sünden des Volkes weder wegnahmen noch wegnehmen konnten. Ein vollkommenes Menschenopfer war nötig, um den Forderungen zu entsprechen, die Jehovas Gesetz an das Menschengeschlecht stellte. Ein vollkommenes, Menschenleben mußte geopfert werden, um das zurückzukaufen, was durch Adams Sünde in Eden verlorengegangen war. Selbst die Jünger konnten nicht verstehen, warum es für Jesus nötig war, zu sterben, ehe sein Königreich aufgerichtet und die Segnungen auf alle Gehorsamen ausgegossen werden konnten. Sie wollten ihn sogleich zum König machen und die irdische Herrlichkeit Israels wiederherstellen. Nebenbei bemerkt, sehen wir hier einen Zustand, der dem von heute entgegengesetzt ist, denn die falsche Religion hat lange Zeit gelehrt, daß die einzigen Personen, die gerettet werden, jene seien, die in den Himmel kommen, und daß Gottes Königreich sich nur auf Segnungen im Himmel beziehe. Indes ist Gottes heutige Botschaft für die Bevölkerung der Erde eine solche von einem himmlischen Königreich, das die Erde mit Segnungen überschütten und sie mit der Herrlichkeit Jehovas erfüllen wird, indem es sie zu einem Paradies der Wonne macht, wo gehorsame Männer und Frauen endlos in Glück leben werden, indem sie Jehova lobpreisen und ihm mit Freuden dienen.
13. Wie erfüllte Jesus auf Erden andere wichtige Erfordernisse eines rechten Predigers und mit welchen Ergebnissen?
13 So erkennen wir denn, daß auch Jesus für sein Dienstamt gründlich ausgerüstet war. Er studierte das Wort Gottes sehr sorgfältig, erinnerte sich an das Gelesene und folgte den für ihn aufgeschriebenen Anweisungen. Ferner sammelte er manche Jünger um sich und schulte sie für das Dienstamt. Zur Öffentlichkeit sprach er in Bildern, seinen Jüngern aber erklärte er die gesunden Lehren deutlich. Im Schulen seiner Jünger zu ihrem Werk war Jesus sehr praktisch. Er nahm sie mit sich von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf und von Haus zu Haus und zeigte ihnen, wie und was sie das Volk lehren sollten. Nach solcher Schulung sandte er sie später zu zweien aus, damit auch sie wertvolle praktische Unterweisung durch persönliche Erfahrung erhielten. Die Männer, die er schulte, wurden fähige Diener mit den nötigen Erfordernissen zu ihrem Dienst.
14. Wie veranschaulicht das wahre Verständnis und die Durchführung der symbolischen Taufe durch Petrus ein anderes Erfordernis des Predigtdienstes?
14 Betrachtet zum Beispiel Petrus! Am Tage der Pfingsten predigte Petrus vor einer großen öffentlichen Versammlung, ohne Zweifel der größten, zu der er bis dahin je gesprochen hatte. Als Ergebnis dieser Predigt wurden dreitausend Personen bekehrt und später getauft. (Apg. 2:14-41) Leute, die für die Besprengung statt für die Taufe durch ein Untertauchen im Wasser eintreten, lehren, daß Petrus diese große Schar Menschen besprengt haben müsse, da es keine Möglichkeit gegeben habe, in Jerusalem so viele unterzutauchen. So Lehrende befinden sich aber im Irrtum, denn damals gab es viele Teiche in Jerusalem und seiner Umgebung, so daß große Mengen mit Leichtigkeit getauft werden konnten. Teiche, die Salomo erbaute, um seine Gärten zu bewässern, beschreibt er wie folgt: „Ich pflanzte mir Weinberge; ich machte mir Gärten und Parkanlagen, und pflanzte darin Bäume von allerlei Frucht; ich machte mir Wasserteiche, um daraus den mit Bäumen sprossenden Wald zu bewässern.“ (Pred. 2:4-6) Heute sind noch drei dieser Teiche in Jerusalem zu sehen. Sie waren durch eine Leitung aus gebranntem Ton miteinander verbunden und sind etwa 15 m lang, 6 m breit und 3,6 m tief, mit Steintreppen an jedem Ende. Außer diesen Teichen gab es auch den Teich Siloam, wo leicht Massentaufen durchgeführt werden konnten. Somit hat Petrus jene Tausende nicht bloß besprengt; sie wurden zweifellos im Wasser untergetaucht. Dieser treue Apostel war in der Tat für das Dienstamt gut geschult, und mit Hilfe des Geistes Jehovas gebrauchte Petrus den ersten der „Schlüssel des Königreiches“, um den Juden die Königreichsvorrechte zu erschließen. — Matth. 16:19.
DAS DIENSTAMT DES PAULUS
15, 16. (a) Wann und wie erwählte Jesus den letzten seiner zwölf Apostel? (b) Welche Gewohnheiten des Paulus kennzeichnen ihn als einen wahren Prediger?
15 Nach Pfingsten verbreitete sich die Botschaft vom Königreich eilends, sehr zum Ärger der Feinde Jesu. Einige hervorragende Männer jener Zeit nahmen die Königreichsbotschaft an und begannen sie anderen zu predigen. Unter ihnen war ein glänzend begabter junger Mann von Tarsus, namens Saul. Sein Name wurde später in Paulus umgeändert, und er wurde einer der zwölf Apostel Jesu.
16 Paulus hatte ein wunderbares Erlebnis, das seine Bekehrung zur Wahrheit herbeiführte. Als er auf dem Wege nach Damaskus war, um Christen zu verfolgen, erhielt er durch ein Wunder einen Schimmer des verherrlichten Christus, der ihm sagte, er, Paulus, sei ein erwähltes Gefäß, um die Königreichsbotschaft zu vielen Menschen zu tragen. Mit großem Eifer trat Paulus in den Predigtdienst ein. Nach einer Zeit sorgfältigen Studiums, das dazu diente, die Erfordernisse für das Dienstamt kennenzulernen, gab er sich völlig dem Dienste Gottes Jehovas hin. Er reiste nach fernen Ländern und predigte und lehrte die gute Botschaft überall, wohin er ging. Bei einer Gelegenheit besuchte Paulus die Stadt Athen in Griechenland, wo er erwartete, seine Dienstgefährten zu treffen. Dort, in der Synagoge, bemühte er sich, die Griechisch sprechenden Juden für die Botschaft des Messias zu interessieren, doch wollte keiner auf ihn hören. Später, auf dem Marktplatze, hatte er Gelegenheit, mit gewissen Philosophen über die Heilige Schrift zu sprechen, und kam auch in Berührung mit den Epikureern und den Stoikern. Die Epikureer dachten nicht, daß ihre vielen Götter an den Angelegenheiten der Menschen großen Anteil nähmen. Ihr Hauptziel im Leben war die Befriedigung ihrer Sinne. Stoiker glaubten, daß alle Belange des Lebens durch das Schicksal beherrscht und geleitet werden.
17. Welche Einstellung gewisser neugieriger Zuhörer in Athen vermochte in Paulus den Sinn für Verantwortlichkeit als Jehovas Diener nicht zu trüben oder zu ertöten?
17 Beide dieser Gruppen, offenbar geplagt durch die Beharrlichkeit des Paulus, wurden schließlich seiner überdrüssig; einige nannten ihn einen Schwätzer, und andere begannen sich zu fragen, was er eigentlich hier wolle. (Apg. 17:18) Diesen Ausdruck, „Schwätzer“, gebrauchten sie in verächtlichem Sinne und wollten damit sagen, Paulus sei wie eine Krähe, die unterwegs einige Bissen Nahrung auflese, indem er hier und dort gewisse Bissen Erkenntnis aufgeschnappt habe und nun versuche, sie als die seinigen weiterzugeben. Aber oh, diese Philosophen waren nicht fähig, auf die Fragen des Paulus zu antworten, noch seine Beweise über Jesus und die Auferstehung zu widerlegen. In ihrer Erregtheit „ergriffen sie ihn, führten ihn zum Areopag und sagten: ‚Können wir erfahren, was diese neue Lehre ist?‘“ Um jene Zeit bestimmte ein römisches Gesetz, daß ‚keine Person irgendwelche besondere oder neue Götter haben dürfe, noch dürfe sie privat irgendwelche fremde Götter anbeten, sie seien denn öffentlich erlaubt‘. Diesem Gesetz begegnete Paulus zum erstenmal in Philippi, wo den Amtspersonen von seinen Anklägern gesagt wurde: „Diese Menschen, welche Juden sind, beunruhigen unsere Stadt gar sehr, und sie verkündigen Bräuche, die anzunehmen oder auszuüben uns nicht erlaubt ist, da wir Römer sind.“ — Apg. 17:19; 16:19-40, NW.
18. Wie erscheinen Athen und Jerusalem hier im Gegensatz zueinander?
18 Nun befand sich Paulus an der Stätte, die sich während vieler Jahrhunderte gerühmt hatte und sich noch rühmte, der Mittelpunkt der Kultur und Bildung, eine unabhängige oder freie Stadt, eine Musterdemokratie zu sein. Ihre großen Philosophen, die ihre sogenannte Weisheit vortrugen, hatten die Aufmerksamkeit der Gebildeten der ganzen Welt auf sich gelenkt. Die Athener waren stolze und wohlhabende Leute gewesen. Nun aber war auch Athen der sechsten Weltmacht, Rom, untertan. Paulus andrerseits kam von Jerusalem, der Stadt, auf die seinen Namen zu legen es Jehova gefallen und wo Jesus das Volk gelehrt und die wahre Religion eingeführt hatte. Mehr als das: Paulus war ein tätiger Bürger des wahrhaft freien „Jerusalems droben“, der Organisation Jehovas. (Gal. 4:26) Was ergab sich aus dieser Einladung zur Entfaltung der Weisheit von oben vor den Verfechtern der Weisheit dieser Welt? Laßt uns sehen:
19-21. (a) Wer bildete die Zuhörerschaft des Paulus auf dem Marshügel, und wie war er gewappnet, ihr zu dienen? (b) Wie ging Paulus vor, um seine Zuhörer zu erleuchten?
19 Der jahrhundertealte Areopag oder Marshügel, der einst der Versammlungsort im Freien für das höchste Gericht der berühmten Stadt gewesen war, war jetzt nicht viel mehr als ein öffentliches Forum. Dort setzen sich auf die besseren Plätze die stolzen, gutgekleideten, wohlgenährten Epikureer. Hinter ihnen folgen die ernst dreinblickenden Stoiker, gefolgt von ihren Anhängern von fern und nah. Dionysius, ein Richter, kommt ebenfalls, er setzt sich da, wo er alles hören kann, was Paulus sagen mag. Schließlich sieht man eine Dame namens Damaris einen Platz einnehmen. (Die Rede des Paulus bei diesem Anlaß bekehrte sie dazu, eine Nachfolgerin Christi zu werden.) Welch eine Zuhörerschaft! Vertreter der Gerichtsbarkeit, der Intelligenz und der hohen Gesellschaft dieser niedergehenden Metropolis der Gelehrsamkeit und Kultur!
20 Blicken wir jetzt auf den eingeladenen Redner, den Apostel Paulus, den Diener Jehovas. Er ist klein von Gestalt, stellt nicht viel vor, ist nicht reich gekleidet. Bereits hat er einige Zeit im Gefängnis zugebracht, ehe er nach Athen gekommen ist, und es mag sein, daß zufolge seiner Reisen seine Kleider der Frische ermangeln. Hier steht er, ganz allein, ohne menschliche Hilfe und Stütze. Ist er etwa entmutigt und niedergeschlagen? Kaum, denn er ist bewaffnet mit dem „Schwert des Geistes“, das schärfer ist als irgendein Schwert des Fleisches, und er versteht es, dieses zu schwingen, weil er die nötigen Erfordernisse für das Dienstamt besitzt. Mit dem Geiste Jehovas, der ihn leitet, spricht Paulus:
21 „Männer von Athen, ich sehe, daß ihr in allen Dingen der Furcht vor Gottheiten mehr hingegeben zu sein scheint als andere. Zum Beispiel, als ich umherging und eure Gegenstände der Andacht aufmerksam betrachtete, fand ich auch einen Altar, über dem die Inschrift stand: ‚Einem unbekannten Gott.‘ Wem ihr also unwissentlich fromme Andacht zollt, diesen verkündige ich euch.“ (Apg. 17:22, 23, NW) Welche Einleitung! Welche Art, zu dieser Versammlung von Philosophen zu sprechen! Diese Worte von einem „Schwätzer“ hatten eine aufrüttelnde Wirkung bei seinen neugierigen, gestrengen Zuhörern. Bestimmt erwarteten sie absolut nichts Derartiges. Ja, mit einer einzigen kurzen Erklärung hatte Paulus den Spieß gedreht. Nun waren die gelehrten Philosophen die ‚Schwätzer‘ geworden, die töricht und unwissend dreinschauten, während der kleine, unbedeutende Mann aus Jerusalem der gelehrte Unterweiser geworden war. Diese stolzen Athener gaben öffentlich zu, daß sie aus Unwissenheit einen Gott verehrten, von dem sie nichts wußten, während Paulus viel von ihm wußte und mit Freuden daranging, sie darüber zu unterrichten. Er konnte auf dem Marktplatze, wo sie sich regelmäßig trafen, um andere zu unterweisen, nicht so zu diesen Menschen sprechen, aber hier war Paulus der eingeladene Redner und war frei, zu sagen, was er sagen wollte.
22, 23. Wie kennzeichnete Paulus taktvoll den lebendigen Gott?
22 Kannst du dir die Unbehaglichkeit jener Philosophen vorstellen, die zueinander sagen: ‚Wessen Idee war es denn eigentlich, diesen Mann hierherkommen zu lassen, um uns in Verlegenheit zu bringen?‘ Aber wartet! Paulus hat mit dem Aufdecken der Unwissenheit dieser Männer erst begonnen. Er fährt fort: „Der Gott, der die Welt gemacht hat und alle Dinge in ihr, dieser, welcher Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, mit Händen gemacht, noch wird er von Menschenhänden bedient, als ob er etwas benötigte, denn er selber gibt allen Leben und Odem und alle Dinge. Und er machte aus einem Menschen jede Nation der Menschen, damit sie auf der ganzen Erdoberfläche wohnen, und er verordnete die bestimmten Zeitabschnitte und die festgesetzten Wohngrenzen der Menschen, damit sie Gott suchen … wiewohl er zwar nicht fern ist von einem jeden von uns. Denn durch ihn haben wir Leben und bewegen uns und existieren, wie auch gewisse eurer Dichter gesagt haben: ‚Denn wir sind auch sein Geschlecht.‘“ Welche Worte von dem kleinen „Schwätzer“ aus Jerusalem, ja Worte des Lebens! — Apg. 17:24-28, NW.
23 Dann zitierte Paulus, wie einige es behaupten, aus einer Dichtung des Aratus von Zilizien und auch des Cleanthes: „Beginnen wir mit Gott. Jeder Sterbliche erhebe seine Stimme, um ewig Gottes Lob zu singen. Gott erfüllt Himmel, Erde, Meer und Luft, wir fühlen seinen Geist hier und dort weben und sind Nachkommen von ihm.“ So stützte der Sprecher seine überraschende Beweisführung nicht mit einer Anführung aus den hebräischen Propheten, die seine Zuhörer nicht als maßgebend angenommen hätten, sondern erinnerte sie an etwas, was in den Schriften eines Mannes aus ihrem eigenen Geschlecht aufgezeichnet stand. Man höre, wie er fortfährt: „Da wir nun Gottes Geschlecht sind, sollten wir nicht meinen, daß das göttliche Wesen dem Golde oder Silber oder Stein gleich sei, gleich einer Skulptur der Kunst und Erfindung des Menschen.“ Oh! wie das Ich dieser stolzen Philosophen zusammenschrumpfte, und wie unbehaglich ihnen zumute wurde! Wie sie sich danach sehnten, daß er zu reden aufhöre, und wie froh sie gewesen wären, sich aus der Zuhörerschaft wegstehlen zu können! — Apg. 17:29, NW.
24, 25. (a) Welches von Jehova festgesetzte Erfordernis hob Paulus ferner hervor? (b) Zu welchem Höhepunkt führte die ungewöhnliche öffentliche Versammlung, als Paulus zu seinen Zuhörern über welche gesunde Lehre sprach?
24 Aber Geduld, meine Herren! Paulus hat euch noch mehr zu sagen. Da er theokratischen Takt anwendet, sind seine nächsten Bemerkungen freundlich; und wenn diese schlecht unterrichteten sogenannten „Weisen“ willens wären, sie zu beachten, könnten sie Leben erlangen. Er sagt weiter: „Gott hat zwar die Zeiten solcher Unwissenheit übersehen, heißt aber jetzt die Menschen, daß sie alle überall bereuen sollen, weil er einen Tag gesetzt hat, an welchem er die bewohnte Erde richten will in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er bestimmt hat, und er hat allen Menschen eine Gewähr gegeben, indem er ihn auferweckt hat aus den Toten.“ — Apg. 17:30, 31, NW.
25 Auferstehung der Toten? Erstaunlich, jawohl; aber die athenischen Philosophen benutzten dies sogleich als Ausflucht. „Einige begannen zu spotten, während andere sprachen: ‚Wir wollen dich darüber noch ein andermal hören.‘“ Somit erklärte die demokratische Mehrheit durch Übereinstimmung die Sitzung plötzlich mit grober Förmlichkeit als beendet. Sie, als die „Weisen“, dachten, daß niemand von irgendwelcher Bedeutung in Athen an die Auferstehung glaube. Aber wie gewöhnlich waren sie sehr im Unrecht: „Paulus ging aus ihrer Mitte hinweg, doch etliche Männer schlossen sich ihm an und wurden gläubig.“ Unter diesen befanden sich Richter Dionysius und eine Frau namens Damaris. (Apg. 17:32-34, NW) Eine Versammlung wurde in Athen organisiert, und durch Jehovas unverdiente Güte fahren dort auch heute viele Zeugen Jehovas fort, in dieser Stadt zu predigen. Durch freimütigen und furchtlosen Gebrauch des Wortes Gottes zeigte Paulus, daß all die „Weisheit“ jener athenischen Philosophen Torheit sei, die ernsthafter Betrachtung nicht wert sei, während das Wort Jehovas den Weg des Lebens kundtue. Dieses Wort allein wird bestehenbleiben. Durch dieses Erlebnis des Paulus werden wir daran erinnert, daß er die nötigen Erfordernisse für das ihm zugewiesene Dienstamt hatte. In dieser kräftigen, klaren, wiewohl unterbrochenen Ansprache enthüllte er taktvoll die Trugschlüsse weltlichweiser Neugieriger und stärkte zudem den Glauben einiger weniger, die sich ihres geistigen Mangels bewußt wurden.
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Die rechte Art Prediger von heuteDer Wachtturm 1954 | 1. September
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Die rechte Art Prediger von heute
1. Von welchem rechten und welchem unrechten Benehmen als Diener Gottes gab Mose ein Beispiel?
DIE ERFORDERNISSE für den wahren Predigtdienst können zu gewissen Zeiten verschieden sein. Vor etwa dreitausendfünfhundert Jahren wurde Jehovas Prophet Mose in aller Weisheit der Ägypter geschult, indem er am Königshofe großgezogen wurde. Später, als reifer Mann, der Jehova gehorchte, wußte Mose, wie er sich dem stolzen Pharao nähern und mit ihm verkehren mußte. Da Mose mildgesinnt und demütig war, übte er auch bemerkenswerte Nachsicht mit den Millionen Israeliten, die, nachdem sie eben von der Sklaverei in Ägypten befreit worden waren, ruhelos und nicht leicht zu zügeln waren. Die ägyptische Regierung hatte sie als ihre Sklaven mit dem Nötigen versehen, und sie besaßen daher wenig oder keine Erfahrung im Sorgen für sich selbst. So klagten sie öfters über die Vorkehrungen, die Jehova nun für sie auf der Wüstenwanderung traf. Mose ließ sich nie aus der Fassung bringen, ausgenommen bei einer Gelegenheit. Bei dieser verlor er seine Selbstbeherrschung, ja damals vergaß er Jehova. Die murrenden Israeliten, die zu Millionen zählten, schrie Mose damals zornig an: „Ihr Rebellen! sollen wir aus diesem Felsen Wasser für euch hervorbringen?“ (4. Mose 20:9-13, NW; Ps. 106:32, 33) Alles in allem aber war Mose für seine Arbeit als Jehovas Diener gewappnet, tat sie gut und verblieb bis zum Tode in Jehovas Gunst und wurde dann von Jehova begraben. — 5. Mose 34:5-7; Heb. 3:1-6.
2. (a) Wieso ist Jesu beispielhaftes Benehmen als Prediger von rechter Art uns jetzt eine Hilfe? (b) Wieso dasjenige des Paulus?
2 Als Mensch auf Erden war Christus Jesus, der größere Mose, ein vollkommenes Beispiel eines Mannes, der die nötigen Erfordernisse für das ihm von Gott anvertraute Dienstamt besaß. Als fleißiger Erforscher des Wortes Jehovas, der Hebräischen Schriften, folgte Jesus als Jüngling und Erwachsener ohne Vorbehalt seinen Anweisungen. Sein Predigtdienst war sein Lebenswerk. Er hatte keine anderen Interessen auf der Erde, sondern verwandte all seine Zeit und Talente auf die ihm zugewiesene Aufgabe. Seine Nachfolger wurden für das ihnen nach seinem Tode und seiner Auferstehung zugewiesene Werk gut unterwiesen, und sie führten es gut durch. Gleichwie Jesus war sein treuer Apostel Paulus dem Dienste Jehovas völlig ergeben. „E i n e s“ nahm sein Interesse und seine Aufmerksamkeit in Anspruch: das Predigen der guten Botschaft vom Königreich. (Phil. 3:13; Apg. 28:30, 31) Paulus suchte nicht, viele Dinge zu tun. Er verglich sich mit einem Soldaten, der sich davon zurückhielt, sich in weltliche Geschäfte einzulassen, damit er dem über ihm Stehenden gefalle. Nein, Paulus unterhielt weder ein Rechtsbüro in Jerusalem noch eine Zeltfabrik in Tarsus. All seine Zeit und Kraft widmete er dem ihm zugewiesenen Dienst und sagte seinen Brüdern: ‚Ich erachte mein Leben keineswegs als teuer für mich selbst, wenn ich nur meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, gründlich Zeugnis abzulegen von der guten Botschaft der unverdienten Güte Jehovas.‘ — Apg. 20:24, NW.
3. Von wem wird die Neue-Welt-Gesellschaft aufgebaut, und zu welchem Zweck?
3 Heute wird ein von Jehova vor alters vorausgesagtes Werk durch seine Diener in allen Ländern der Erde getan. (Jes. 51:15, 16; 61:1-3; Matth. 24:14, 15) Für Diener, die an diesem Werke teilnehmen, gibt es besondere Erfordernisse. Jehova hat eine Neue-Welt-Gesellschaft errichtet und fährt unaufhaltsam fort, sie erdenweit aufzubauen, und sie wird ewig bestehen. Die Glieder dieser Gesellschaft, alles Prediger, bilden den sichtbaren Grundstock der „neuen Erde“ Jehovas und werden durch seine Schlacht von Harmagedon hindurchleben. Heute besteht diese Gesellschaft von Predigern aus dem Überrest der Gesalbten Jehovas, die noch auf Erden sind, samt ihren Gefährten guten Willens, die jetzt aus „allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“ herausgesammelt werden; und jeder wird ausgerüstet, um als Prediger von rechter Art unter Christus Jesus zu dienen. (Off. 7:9, NW) Damit diese Prediger vielen anderen Willigen wirksam helfen können, etwas von Jehovas neuer Welt zu erfahren, müssen sie die nötigen Erfordernisse haben. Sie müssen und werden ihr Dienstamt ernst nehmen, denn dessen treue Erfüllung bedeutet Leben, ihr Versagen aber Tod. Es ist nicht eine Tätigkeit, die nur eine Weile ausgeübt und dann mit einer anderen vertauscht werden kann. Jesus hat gewarnt: „Kein Mensch, der seine Hand an einen Pflug gelegt hat und nach dem blickt, was dahinten liegt, ist tauglich für das Königreich Gottes.“ (Luk. 9:62, NW) Ja, dieses Werk wird während der nächsten tausend Jahre weiterdauern, und danach wird Jehova selbst jedem treuen Diener eine andere Aufgabe in seiner universellen Organisation zuteilen. (1. Kor. 15:24-28) Welch beglückende Aussicht!
4, 5. Welchen Erfordernissen kommen predigende Diener von rechter Art nach, und mit welchen Ergebnissen?
4 Die Fähigkeit, andere zu lehren, und der Wunsch, daran teilzuhaben, sie auf vielerlei Weise zum Dienste Jehovas zu schulen, gehören zu den heutigen Erfordernissen. Gleichwie es von Jesus gefordert wurde, so wird von den heutigen Dienern Jehovas gefordert, daß sie fleißige Erforscher seines geschriebenen Wortes, der Hebräischen Schriften, und jetzt auch ihrer Ergänzung, der Christlichen Griechischen Schriften, seien. Eine weitere erforderliche Aufgabe beim Aufbau der Neuen-Welt-Gesellschaft ist das Suchen nach den anderen Schafen des Herrn Jesus, die jetzt ein Anrecht darauf haben, die zunehmende große Volksmenge dieser Gesellschaft zu werden. (Off. 7:9, 10) In allen Ländern der Erde gehen diese mit Schafen verglichenen Personen heute einsam, bedrückt und durch die falschen Hirten der Christenheit beraubt umher; doch werden sie jetzt gefunden und unter dem Rechten Hirten Jehovas in die eine Hürde versammelt, damit sie sich auf guten Weiden reichlich nähren können. (Hes. 34:1-15) Jesus nannte sie die „anderen Schafe“, was die „Schafe“ außer seinen himmlischen Miterben, der „kleinen Herde“, bedeutet — und alle diese, so sagte er, muß er in e i n e Herde hineinbringen. Er meinte damit nicht, daß er persönlich vom Himmel auf die Erde herabkomme und dieses Sammlungswerk tue. Statt dessen hat er seine übriggebliebenen Brüder auf Erden hierzu ausgesandt und sendet sie weiterhin aus. Zu Petrus sagte er: ‚Weide meine Lämmer, weide meine Schafe.‘ Und jetzt, in dieser „Zeit des Endes“, ist dieser Befehl Jesu noch weiter gedrungen und gilt jedem gehorsamen Hörer des Wortes Jehovas. — Joh. 21:15-17; Dan. 12:8-12; Matth. 24:14, 15; Off. 22:17.
5 Heute ist die ‚rechte Art von Predigern Jesu Christi‘ der Person Jehova hingegeben, und sie widmen sich fleißig dem Werke, das er ihnen zuweist. (Spr. 22:29) Sie lieben seine Schafe und tun alles in ihrer Macht Stehende, um ihnen behilflich zu sein, etwas von dem lebendigen Gott und seinem Christus zu erfahren und reife Prediger zu werden. Dies tun sie, indem sie sich mit den Mitlobpreisern Jehovas in Zusammenkünften verbinden, die durch seine sichtbare Organisation zum Wohl seiner Diener vorgesehen sind. Alle Zusammenkünfte der Versammlung sollten besucht werden, wie auch die Kreis- und Bezirksversammlungen und die Landeskongresse. Weshalb? Weil wir bei all diesen Zusammenkünften lernen, wie wir unsere Dienstpflichten besser erfüllen und helfen können, einander als tätige Glieder seiner Neuen-Welt-Gesellschaft aufzuerbauen. Dort treffen wir mit unseren Mitverkündigern des Königreiches Jehovas aus anderen Gebieten zusammen und hören etwas von ihren Erfahrungen im Dienste, wodurch uns eine Menge Aufschluß zuteil wird, und durch unsere Gegenwart helfen wir auch anderen. Auf diese Weise bleiben die Prediger in enger Berührung mit allen Dienern und in Gemeinschaft mit ihnen. Weniger Reifen und Neueren wird wertvolle Hilfe gewährt. Gerade dies tat Jesus unter seinen Jüngern, weil er wußte, daß die Schafe sehr der Hilfe und des Trostes bedürfen. Jetzt, gleichwie in den Tagen Jesu, sind die Schafe bedrückt und von falschen Hirten geschert worden. Die Opfer solcher Bedrücker sind sich ihres geistigen Mangels tief bewußt; sie bedürfen des Rates, der Leitung und Unterweisung, um in ihrem Predigtdienste eine Hilfe zu haben.
6. (a) In welcher Weise können selbst körperlich Schwache jetzt am Predigtwerk teilnehmen? (b) Durch welche Bilder ermutigte Jesus jeden seiner Nachfolger, ein fleißiger Prediger zu sein?
6 Indem wir all dies beständig zu tun suchen, beweisen wir, daß wir die ‚rechte Art von Predigern Christi Jesu‘ sind, die mit Jehova freudig daran teilnehmen, seine Neue-Welt-Gesellschaft zu seinem ewigen Ruhme aufzubauen. Gut erkennen wir, daß man Jehova heute nicht in Wahrheit anbeten kann, ohne teilzuhaben an dem Werke, das er nun zur Durchführung seiner Vorsätze zu tun gebietet. Selbst Blinde und Bettlägerige können nach und nach die Gewohnheit pflegen und stärken, taktvoll ihren Besuchern zu predigen oder gelegentlich durch einen Brief auch Freunden, indem sie ihnen auf klare Weise etwas von der neuen Welt erzählen, von ihrer vollkommenen Regierung und den Segnungen, die aller warten, welche jetzt die Wahl treffen, Jehova, ihren Schöpfer, zu lieben und ihm zu dienern. (Jes. 9:6, 7) Wenn zufolge körperlicher Mängel oder Gebrechen sonst wenig im Dienste getan werden kann, so kann jemand doch regelmäßig zu Jehova beten und für jene, die zu wirken imstande sind, zu ihm flehen. Diese rechte Gewohnheit hob Paulus hervor: „Auch ihr könnt mithelfen durch euer Flehen für uns, damit Dank dargebracht werde von vielen um unsertwillen für das, was uns gütig zuteil wird wegen der vielen emporgerichteten Angesichter.“ „Nun ermahne ich euch, Brüder, durch unseren Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes, daß ihr in Gebeten zu Gott für mich ringet.“ (2. Kor. 1:11; Röm. 15:30, NW) Jene von der Neuen-Welt-Gesellschaft, die der Körperkraft ermangeln und daher in bezug auf die Menge ihres Dienstes begrenzt sind, sollten ermuntert werden. Warum? Solche sollten zu Recht Mut fassen, denn in den Gleichnissen Jesu von den „Pfunden“ (Minen) und den Talenten finden wir Trost. In seinem Bilde von den „Pfunden“ oder den „Minen“ zeigt Jesus, daß die Wirkenden offenbar die gleiche Fähigkeit besaßen (denn jeder empfing eine Mine), jedoch verschieden waren im Eifer, und der Lohn war auch für jeden verschieden. Im anderen Bilde, jenem von den Talenten, waren die Sklaven von verschiedener Fähigkeit (wie dies dadurch gezeigt wird, daß ihnen eine verschiedene Zahl Talente gegeben wurde), waren aber gleich an Eifer, und der Lohn war derselbe in folgender Hinsicht: „Geh ein in die Freude deines Meisters.“ Man entnehme diesen Bildern, daß es nicht die angeborene Fähigkeit war, die den Lohn bestimmte, sondern der Fleiß des Sklaven, seine Aufmerksamkeit gegenüber den Interessen des Meisters, der von ihm im Dienste seines Meisters bekundete Eifer. Der Eifrigste erhielt den größten Lohn. — Matth. 25:15, 23; Luk. 19:13, NW; Spr. 22:29.
7. Was ist das Ergebnis der unablässigen Ankündigung des Königreiches Jehovas während der vergangenen vierzig Jahre gewesen?
7 Sowohl die Schriften wie die Geschehnisse zeigen, daß Christus Jesus in Jehovas Königreich im Jahre 1914 auf den Thron kam. Dieses markante Jahr brachte das Ende der von Jesus vorausgesagten „Zeiten der Nationen“. (Luk. 21:24, NW) Seit jenem Jahre hat er als Herr der Herren und König der Könige inmitten seiner Feinde geherrscht. (Ps. 2; 110:2; Off. 17:14; 19:11-16) Diese Tatsache ist gepredigt worden und wird im Gehorsam gegen das Gebot Jesu weiterhin allen Bewohnern der Erde gepredigt. (Matth. 24:14) Als Ergebnis haben es sich Tausende und aber Tausende erwählt, für Jehova und seinen König einzustehen und zu sprechen, und diese Tätigkeit wird andauern, bis alle Personen der in Offenbarung 7:9, 10 erwähnten großen Volksmenge gefunden, eingesammelt, gespeist und zur Teilnahme an der Lobpreisung Jehovas geschult worden sind. Wenn die große Einsammlung endet, wird Jehovas Zorn in Harmagedon folgen. (Zeph. 2:1-3) Diese große Volksmenge wird die Neue-Welt-Gesellschaft von heute mehren, während sie die Schwierigkeiten und Sorgen des alten vergehenden Systems der Dinge verläßt, das geplagt wird durch Kinderkriminalität, Pöbelrotten von Jugendlichen, geschäftliche Unaufrichtigkeit, Untreue in religiöser Hinsicht, behördliche Mißherrschaft und allgemeine Verderbtheit. In der Neuen-Welt-Gesellschaft finden alle Eingesammelten die Freude Jehovas, des lebendigen Gottes. Diese Freude entspringt seiner Zusicherung, daß in ganz naher Zukunft sein Erzfeind, Satan der Teufel, sehen wird, wie alle seine irdischen Horden vernichtet werden, während der Teufel selbst für tausend Jahre in den Abgrund kommt, und in dieser Zeit wird Jehovas Christus regieren. Dann wird die ganze Erde voll sein von der Herrlichkeit Jehovas.
GOTTES WORT IN UNSEREM MUNDE FÜR DEN DIENST
8. Welche Hoffnung und Zuversicht dienen dazu, die rechte Art von Predigern von heute zu stützen und aufzumuntern? Warum?
8 Die Neue-Welt-Gesellschaft nimmt an Zahl und Kraft täglich zu. Viele, viele Tausende ratloser Menschen finden in ihren Vorkehrungen das, was sie zuvor nie gekannt haben. Hier ist eine feste Hoffnung, auf der der wahre Glaube verankert werden kann. Das Vorhaben und die grenzenlose Macht des wahren Gottes, Jehovas, bilden die Grundlage für diese sichere Hoffnung. Daher sprechen seine wahren Anbeter jetzt unerschrocken nicht von irgendeinem menschlichen Unterfangen, sondern Worte, die Jehovas vollkommenes und bleibendes Unternehmen, seine endlose neue Welt, erklären und beschreiben. (Eph. 3:20, 21) Seinen willigen Lobpreisern gilt heute in Wahrheit Jehovas vor alters gegebene Zusicherung: „Ich habe meine Worte in deinen Mund gelegt und dich bedeckt mit dem Schatten meiner Hand, um die Himmel aufzuschlagen und die Erde zu gründen, und zu Zion zu sagen: Du bist mein Volk!“ (Jes. 51:15, 16) Nachdem Christus Jesus von der Erde in den Himmel aufgestiegen war und dort Jehova den Loskaufspreis zur Erlösung gehorsamer Menschen vom Fluche des Todes bezahlt hatte, damit diese seine rechten Prediger werden könnten, wurde er zur Grundlage der neuen Welt Jehovas. Jahrhunderte später, nach seiner Thronbesteigung als Jehovas König im himmlischen Zion (1914 n. Chr.), begann der sichtbare Grundstock oder das irdische „Gerüst“ der Neuen-Welt-Gesellschaft in Erscheinung zu treten. Demgemäß setzte damals die erdenweite Verkündigung der „guten Botschaft“ von der Aufrichtung des Königreiches im Himmel ein und wird von Jehovas Dienern fortgesetzt. Diese seine Wortführer beschützt er, hält sie unter dem Schatten oder der unbezwinglichen Macht seiner Hand, während sie auf ihrer herrlichen Mission unter vielen Menschen in allen Ländern treu vorrücken. — Hes. 9:2-4; 40:2.
9, 10. Wie und zu welchem Zweck werden Willige jetzt aus Jehovas Wort belehrt?
9 Jehova ist es, der die neuen Himmel aufschlägt und die Grundlage der neuen Erde legt. Aber den Zeugen Jehovas werden seine Worte in den Mund gelegt, und so predigen sie, daß das Königreich Gottes, des Allmächtigen, die einzige Hoffnung für die Menschen ist, die in diesen dunkler werdenden Tagen, da alles, was erschüttert werden kann, erschüttert wird, am Leben zu bleiben wünschen. Überall werden willige Zuhörer von ihnen angespornt, sich Jehova hinzugeben und dann treu unter der Führung des von ihm auf den Thron gesetzten Königs der neuen Welt zu dienen. Jehovas Zeugen flößen dem Sinn von Männern, Frauen und Kindern die aufgezeichneten Wahrheiten über die neuen Himmel und die neue Erde ein. Aus Jehovas geschriebenem Wort verkündigen sie auch seine endgültigen Vorkehrungen für seine neue Welt, die ausschließlich und allein über sämtliche Angelegenheiten der Erde Gewalt haben wird, wenn sein Krieg in Harmagedon für immer das gegenwärtige böse System der Dinge beseitigt, das seinem Erzfeinde Satan gehört. In allen Ländern der Erde erhalten jetzt willig Lernende Belehrung über Jehovas aufgezeichnete Grundsätze, Regeln und Verordnungen der neuen Welt, und sie werden ermahnt, jetzt im Einklang damit zu leben.
10 Oft hört man zum Beispiel sagen: „Nirgends ist es wie daheim!“ Zu den Grundlagen, auf denen zu allen Zeiten unvollkommene Menschen Nationen aufgebaut haben, gehört die Familie. Familien werden durch Ehen gegründet. Satans System der Dinge hat aus der Ehe ein Zerrbild gemacht. Für die Menschenwelt von heute ist die Ehe weitgehend zu einer Sache der Dienlichkeit geworden. Die Zeugen Jehovas lehren nun aus seinem geschriebenen Worte die Wahrheit, daß die Ehe eine göttliche Einrichtung ist und rein und lauter bewahrt werden muß, damit sie ein Erfolg sei. In der neuen Welt wird sie richtig geführt werden. Somit werden die Grundsätze, die Jehova für die neue Welt festgelegt hat, dem Sinn treuer Aufrichtiger, welche die Hoffnung hegen, an den glücklichen Aussichten teilzuhaben, schon jetzt eingeprägt.
11, 12. Wie nehmen die in Jesaja 32:1 erwähnten „Fürsten“ jetzt am Predigtdienste teil, und mit welchen Ergebnissen?
11 Jehova beschreibt das vor Harmagedon zu tuende Werk durch die Hand seines treuen Schreibers Jesaja ferner: „Siehe, ein König wird regieren in Gerechtigkeit; und die Fürsten, sie werden nach Recht herrschen. Und jeder von ihnen wird sein wie ein Bergungsort vor dem Winde und ein Schutz vor dem Regensturm [Sturm, ZB], wie Wasserbäche in dürrer Gegend, wie der Schatten eines gewaltigen Felsens in lechzendem Lande.“ (Jes. 32:1, 2, Fußn.) Bereits haben wir Christus Jesus als Jehovas inthronisierten König der neuen Welt kenntlich gemacht. Er herrscht jetzt tatsächlich in Gerechtigkeit ‚inmitten seiner Feinde‘. (Ps. 110:1; 2:1-12; Off. 19:11-16) Wer aber sind diese ‚Fürsten, die nach Recht herrschen‘? Sicherlich nicht irgendwelche Großen dieser bösen Welt noch der erhabenen Systeme der falschen Religion, wenn sich auch einige unter ihnen als „Fürsten der Kirche“ ausgeben. Auch sind die ‚Fürsten, die nach Recht herrschen‘, nicht die Söhne irgendwelcher der wenigen übriggebliebenen irdischen Monarchen.
12 Sar·imʹ, das hebräische Wort, das in diesem Text mit „Fürsten“ übersetzt worden ist, bedeutet Führer oder Anführer, die teilnehmen am Dienste des Königs. Ebenso wird es auch an vielen anderen Stellen der Hebräischen Schriften gebraucht. Die „Fürsten“ sind Männer auf Erden, die sich dem König hingegeben haben. Sie besitzen die nötigen Erfordernisse für das Werk, das sie unter der Leitung des Königs tun. Sie hüten die anderen Schafe des Königs, wovon es schon eine große Menge gibt, die regelmäßig versammelt, geweidet und für einen Platz in der Neuen-Welt-Gesellschaft vorbereitet werden müssen. Satan sucht nun die Schafe durch den Wind seiner falschen Lehre und Propaganda zu verwirren, und er könnte viel Schaden unter ihnen anrichten, hätte Jehova nicht Vorkehrung für „Fürsten“ oder Anführer getroffen, die die Erfordernisse für das Dienstamt haben und den beunruhigten Schafen helfen können. Der erwähnte „Sturm“ sind die Angriffe, die Satan heute auf sie als die Gesellschaft der wahren Religion macht, wodurch er ihre Vernichtung herbeizuführen sucht. (Jes. 32:2) Die Schafe des Königs werden behütet durch die Dienstleistungen der „Fürsten“, welche erfrischende Wahrheitsströme bringen, um die Demütigen zu leiten und zu stärken, und so kommen sie unter den Schatten des großen Felsens, Jehovas, des lebendigen Gottes.
13. Weshalb hat das Predigtwerk jetzt in vielen Ländern Erfolg?
13 Diese „Fürsten“ oder Anführer sind in der Neuen-Welt-Gesellschaft gut unterwiesen worden durch Werkzeuge wie die Wachtturm-Bibelschule Gilead oder eine der vielen theokratischen Dienstamtschulen, die Jehovas Zeugen in ihren Versammlungen auf der ganzen Erde haben. Dieses Werk wird jetzt in vielen Ländern mit großem Erfolg durchgeführt. Als Ergebnis gibt es Tausende und aber Tausende, Junge und Alte, die nach den Leiden auf Erden Ruhe und Sicherheit suchen. Im System der falschen Religion wird keine Hoffnung dargeboten, aber in der Neuen-Welt-Gesellschaft ist ein Volk zu finden, das sich freut über die Erkenntnis der guten Vorsätze Jehovas und die Gewißheit, daß sein Königreich, worum lange gebetet und worauf lange gehofft wurde, nun in den Himmeln aufgerichtet ist und bald die Erde von Satan und seinem System der Dinge befreien wird, das die Menschheit so lange bedrückt und den Namen Jehovas, unseres gerechten Gottes, so geschmäht hat.
14. Welcher schriftgemäße Rat hebt die Wichtigkeit richtiger Vorbereitung auf den Predigtdienst hervor?
14 Zu irgendeiner Zeit seit den Tagen Abels ist es ein großartiges Vorrecht gewesen, ein Zeuge für Jehova zu sein. Doch ist dies jetzt besonders der Fall, weil wir so viele Prophezeiungen der Bibel in Erfüllung gehen sehen. Zum Beispiel lesen wir in Jesaja 60:1-3, 8: „Stehe auf, leuchte! denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jehovas ist über dir aufgegangen. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt Jehova auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und Nationen wandeln zu deinem Lichte hin, und Könige zu dem Glanze deines Aufgangs. Wer sind diese, die wie eine Wolke geflogen kommen, und gleich Tauben zu ihren Schlägen?“ Dieses Gebot kommt von Jehova, und es bedeutet, daß die Neue-Welt-Gesellschaft noch viel Arbeit zu tun hat, bevor sein Zorn in Harmagedon losbricht. Dies sollte ihre Herzen froh stimmen. Man denke nur: „Könige“ und „Nationen“ werden kommen und bei Jehovas Dienern, die er zum Dienste bestellt hat, Trost und Licht suchen. Für diesen Dienst müssen seine Zeugen gewisse Erfordernisse besitzen. Jetzt ist die Zeit, sich auf dieses Werk vorzubereiten, denn in allen Ländern werden viele Prediger benötigt. Bist du an diesem lebenrettenden Werk interessiert? Wenn ja, so bereite dich darauf vor. Jesus sagte, „jener Sklave, der den Willen seines Meisters verstand, sich aber nicht bereitgemacht oder nach seinem Willen getan hat“, werde „mit vielen Streichen geschlagen werden“. (Luk. 12:47, NW) Alle, die den Wunsch haben, sich für diesen großartigen Predigtdienst zu rüsten, werden finden, daß Jehova durch seine Organisation jede mögliche Hilfe beschafft hat. Vermeide es daher, ‚mit vielen Schlägen geschlagen zu werden‘. An solchen wirst du bei weitem nicht soviel Freude haben wie an der Vorbereitung auf den Predigtdienst! Es gilt jetzt, keine Zeit zu verlieren! Promptes, durchgreifendes Handeln ist unerläßlich!
EIN EINZIGARTIGES WERK JETZT IM GANGE
15, 16. Welches einzigartige Werk wird jetzt von der rechten Art von Predigern getan? Warum?
15 Das Werk, das Jehovas Diener in diesen Tagen tun sollen, ist einzigartig. Es besteht darin, in die Häuser der Leute zu gehen und Heimbibelstudien abzuhalten mit allen, die sich dafür interessieren. Diese Methode gefällt Ehrlichgesinnten, denn so können sie ihre Bibel in der Stille ihrer Wohnung studieren und lernen dort viel über Gottes neue Welt und die Segnungen, die allen in Aussicht stehen, welche dem Wort Jehovas gehorchen. Biblische Fragen werden auf verständliche Weise beantwortet, so daß man sich daran erinnern kann, und all dies, ohne viel Zeit darauf zu verwenden, ‚sich für den Kirchgang bereitzumachen‘. Neuinteressierte werden über die Wichtigkeit unterrichtet, anderen das mitzuteilen, was sie selbst kennenlernen, und es wird ihnen von Dienern beigestanden, die reife Prediger sind und die nötigen Erfordernisse für ihren Dienst besitzen. So werden in kurzer Zeit andere Personen „lehrfähig“ und können wieder andere lehren, indem sie rasch erkennen, was von ihnen in ihrer Stellung als Prediger gefordert wird.
16 Die gute Botschaft von Jehovas aufgerichtetem Königreich wird in über hundertvierzig verschiedenen Ländern verkündigt, und die Verkündigung nimmt immer noch zu. In Ländern, wo die Bibel nicht gelehrt worden ist, hungern die Menschen nach Königreichswahrheiten. An gewissen Orten gibt es Leute, die nicht lesen können; wenn ihnen aber die Botschaft vorgelesen wird, erkennen sie darin den Ton der Wahrheit, behalten sie im Sinn und machen sich emsig daran, auch anderen in ihrer Umgebung davon zu erzählen. Welch ein Vorrecht es doch ist, diesen Leuten behilflich zu sein, etwas von Jehova und seinem Königreiche zu erfahren! Bald jedoch wird dieser Teil des Werkes, den Jehova seinem Volke zugewiesen hat, beendet sein, und es wird keine weitere Gelegenheit mehr geben, für Christus und die Sache der Wahrheit zu leiden, etwas, woran seine Apostel mit Freuden teilnahmen. Man erinnere sich an seine Worte: „Schon empfängt der Erntende Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben.“ (Joh. 4:35, 36, NW) Um das Gebot des Meisters zu erfüllen und die gute Botschaft vom Königreich allen Nationen zu predigen, werden viele Missionare und „Fürsten“ gebraucht, die die nötigen Erfordernisse für dieses Dienstamt haben. Diese müssen in allen Ländern gut organisiert sein. „Die Ernte ist in der Tat groß, aber der Arbeiter sind wenige“, sagte der Meister zu seiner Zeit. Und auch heute ist es so, denn das Feld ist die ganze Welt. Jesaja bezog sich offenbar auf das Predigtwerk, das in diesen Tagen getan werden muß, als er von Zeugen für Jehova schrieb, die aus allen Nationen gesammelt und über die Art und Weise unterrichtet werden, wie sie wirken sollen: „Und nun, so spricht Jehova, der dich geschaffen … Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; vom Aufgang [Osten, van Eß] her werde ich deinen Samen bringen, und vom Niedergang [Westen, van Eß] her werde ich dich sammeln. Ich werde zum Norden sagen: Gib heraus! und zum Süden: Halte nicht zurück, bringe meine Söhne von fernher und meine Töchter vom Ende der Erde, einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist, und den ich zu meiner Ehre geschaffen, den ich gebildet, ja, gemacht habe!“ — Luk. 10:2, NW; Jes. 43:1, 5-7.
17, 18. Welche Merkmale der Weltversammlung von 1953 veranschaulichen die vorausgesagte Einheit derer, die jetzt am Predigtdienste teilnehmen?
17 Nun bedeutet dies gewißlich nicht, daß Jehova alle seine Zeugen an einen einzigen Ort auf Erden versammeln wird und sie nur dort predigen läßt. Statt dessen scheint es anzuzeigen, daß er sie in eine enge Einheit zusammenbringt, um sie zu unterweisen. Seine Erklärung, „den ich gebildet habe“, dürfte jene bedeuten, die als eine Einheit oder Organisation zusammengedrängt sind, um Jehovas Herrlichkeit kundzutun. Man sehe, wie dies in begrenzter Weise im Yankee-Stadion in Neuyork-Stadt vom 19.-26. Juli 1953 geschah. Am Mittwoch jener achttägigen Weltversammlung der Zeugen Jehovas richtete der Präsident der Watch Tower Society eine Ansprache an die versammelten Kreis-, Bezirks- und Zweigdiener über das Thema „Hauptarbeit aller Diener“. Das mächtige Stadion war vollständig gefüllt, und alle folgten mit tiefem Interesse dem Programm des Predigtwerkes, wie es in allen Ländern durchgeführt werden soll, wobei das Ziel verfolgt wird, die anderen Schafe des Königs in die Neue-Welt-Gesellschaft einzusammeln. Der Redner wies auf die Notwendigkeit hin, daß alle in gleicher Weise unter der Leitung der Organisation wirken, die Jehova zur Verkündigung seiner Botschaft der Hoffnung unter allen Nationen auf Erden gegründet hat, so wie Jesus es befahl: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird gepredigt werden auf der ganzen bewohnten Erde, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das vollendete Ende kommen.“ — Matth. 24:14, NW.
18 In jenen vielen Zuhörern im Yankee-Stadion war die Mehrheit der Nationen der Erde vertreten, und es wurde ihnen gesagt, wie wichtig es sei, dieses Werk so bald als möglich zu beenden. Die Tätigkeit der ganzen Organisation wurde in vielen Einzelheiten umrissen und die Notwendigkeit stark hervorgehoben, daß alle als eine geeinte große Körperschaft wirken, um das Werk des Zeugnisgebens unter den Nationen zu vollenden. Die Art des Werkes, das diese Diener vollführen müssen, wird auch in den Worten Jehovas erklärt: „Alle Nationen sind miteinander versammelt, und die Völker sind zusammengekommen; doch wer unter ihnen konnte dies voraussagen, konnte es im voraus ankündigen? Mögen sie ihre Zeugen stellen, die beweisen, daß sie recht haben, damit sie ihren Einspruch hören und sagen: ‚Es ist wahr‘.“ — Jes. 43:9, AÜ.
19. (a) Was für fruchtlose Anstrengungen der Weltführer von heute sind von Jehova vorausgesagt worden? (b) Mit welcher Verantwortung betraut er seine Zeugen?
19 Die Nationen der Welt leben in größter Furcht vor der Zukunft, und zwar mit Recht, wenn sie doch neuere, verderblichere Waffen entdecken, die mächtig genug wären, die Menschheit auszurotten. Auch scheint es, daß die Neigung besteht, diese Waffen zu gebrauchen. Ihre Zeugen, die Geistlichen der falschen Religion, und die Herrscher der verschiedenen Nationen haben keine trostreiche Botschaft, die sie dem Volke darbieten könnten. O ja, sie warnen es vor den bevorstehenden Gefahren und fordern es auf, freigebig für weitere Rüstungen zu spenden, um der ernsten Sachlage gewachsen zu sein, vor der die Welt steht. Aber sie können nicht sagen, was der Nationen wartet. Jehova lädt sie ein, ihren Plan zum Schutz und zur Rettung der Menschheit zu erzählen, aber sie haben keinen. So werden sie angewiesen, stumm zu sein, was Weltfrieden und Wohlfahrt durch ihre fruchtlosen Bemühungen betrifft, und auf Jehova Gott zu horchen, der durch seine Zeugen, die jetzt auf Erden sind, eine trostreiche Botschaft aus der Bibel für die ganze Menschheit hat. Und zu seinen Dienern sagt Jehova: ‚Ihr seid meine Zeugen und mein Knecht, den ich erwählt habe: damit ihr erkennet und mir glaubet und einsehet, daß ich derselbe bin. Vor mir ward kein Gott gebildet, und nach mir wird keiner sein. Ich, ich bin Jehova, und außer mir ist kein Retter.‘ — Jes. 43:10, 11.
20. Weshalb dürfen alle Leute jetzt angespornt werden, auf Jehovas Zeugen zu horchen?
20 Bei sorgfältiger Prüfung finden wir, daß Jehovas treuer Prophet Jesaja die Zeit für die Erfüllung dieser Prophezeiung feststellt. Es ist die Zeit, da die Nationen der Erde versammelt sind, um einen Weg zu suchen, auf dem der Friede der Welt herbeigeführt und bewahrt werden soll. Doch unter der durch Jehova vorausgesagten Erschütterung werden die Verhältnisse schlimmer und schlimmer werden. Dieser Prophet Jesaja rät nun unter Inspiration diesen versammelten Nationen, den Zeugen Jehovas Gehör zu schenken, weil diese Gottes Vorhaben kennen und erwählt worden sind, um den Nationen den nötigen Aufschluß zu geben, der ihnen in diesen kritischen Zeiten eine Wegleitung ist. Jehova ist der einzige, der sein Volk retten kann, und alle werden angespornt, um Trost und Hoffnung zu seinem Worte aufzublicken. Auf dieses verwies auch Jesus, als er sprach: „Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave, den sein Meister über sein Hausgesinde gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben? Glücklich ist jener Sklave, den sein Meister bei seiner Ankunft also tuend findet. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über all seinen Besitz einsetzen.“ — Matth. 24:45, 46, NW.
21. Welche Aufgaben des sinnbildlichen treuen und verständigen Sklaven veranschaulichen gegenwärtige Verantwortlichkeiten der Prediger von rechter Art?
21 Jehovas „treuer und verständiger Sklave“, die vereinten, übriggebliebenen gesalbten Brüder Christi Jesu, haben nun über dreißig Jahre lang Gottes Volk mit der Wahrheit aus seinem Worte bedient, so wie dessen Verständnis klarer und klarer geworden ist. Nun wird dieser Sklave aufgerufen, den Nationen, die ‚wegen der Dinge, welche über die bewohnte Erde kommen‘, in Bedrängnis sind, eine Botschaft der Wahrheit und des Trostes zu bringen. Ja, sie sehen die totale Vernichtung kommen, wenn nicht bald etwas getan wird, um das Volk von seinen eigenen teuflischen Unternehmungen zu befreien. Man beachte, daß Jesus sagte, er werde seinen treuen und verständigen Sklaven über seinen ganzen Besitz „einsetzen“. Hier bezieht sich der „Besitz“ zum Teil auf Wahrheiten, die jetzt den Nationen verkündet werden sollen; und daß der Sklave über diese Habe eingesetzt wird, zeigt an, daß er die Verantwortung als Verteiler trägt. Von allen, die sich Jehova Gott und dem Predigtdienste hingegeben haben, fordert er, daß sie jetzt an diesem großen Werke der Verteilung teilnehmen. Hierzu sollten alle ihr Äußerstes tun, um die nötigen Erfordernisse für diesen weltweiten Dienst an den Nationen zu entwickeln. Wenn dieses Werk vollendet ist, folgt die Schlacht von Harmagedon. Sie wird Satans böse Organisation, die unsichtbare und die sichtbare, vollständig stürzen; sie wird die große Schlange in den Abgrund werfen und den Weg bahnen für die bleibende Herrschaft Gottes Jehovas, die durch seinen Christus ausgeübt wird. Ohne Gegnerschaft wird diese gerechte Regierung dann allen gläubigen Überlebenden Frieden und Glück bringen, was zu Jehovas Ehre und Ruhm gereicht. So studieret denn eure Bibel, erfüllet die nötigen Erfordernisse für den Predigtdienst, machet mit in der Tätigkeit der Neuen-Welt-Gesellschaft von Predigern und lebt immerdar in Jehovas neuer Welt, die jetzt nahe ist!
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