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Die Bedeutung der Taufe des JohannesDer Wachtturm 1954 | 1. Mai
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Frucht. Und beginnt nicht bei euch selber zu sagen: ‚Als Vater haben wir Abraham.‘ … Wahrhaftig, die Axt liegt bereits an der Wurzel der Bäume, darum wird jeder Baum, der nicht gute Früchte hervorbringt, niedergehauen und ins Feuer geworfen.“ — Mark. 6:18; Luk. 3:7-14, NW.
BEDEUTUNG DER TAUFE DES JOHANNES
Während seines Predigtwerkes taufte Johannes auch. Warum? Nahm die Taufe entweder buchstäblich oder sinnbildlich die Sünden der Israeliten hinweg, wenn sie sich ihr unterzogen? Das denkt man in der Christenheit im allgemeinen, denn die meisten Religionen lehren, die Taufe habe den Zweck, die von Adam ererbte Sünde wegzuwaschen. Die Heilige Schrift unterstützt keinen derartigen Schluß.
Zuerst mögen wir erkennen, daß Johannes nur zum Volke Israel gesandt wurde, um sie auf den Messias vorzubereiten. (Apg. 13:24) Darüber hinaus erkennen wir, daß die Taufe des Johannes von derjenigen, die im Namen Jesu vollzogen wurde, verschieden war, sonst hätte Paulus nicht gewisse Jünger in Ephesus im Namen Christi Jesu wieder getauft. Andernfalls hätte er sich damit zufriedengegeben, daß sie mit der Taufe Johannes’ getauft waren. (Apg. 19:1-6) Der Zweck des Predigtdienstes des Johannes bestand darin, eine Änderung ihres Herzens, eine Reue herbeizuführen, damit die Israeliten sich für den Messias vorbereiten konnten. Diejenigen, die auf diese Weise wirklich bereuten und ihre Sünden bekannten, wurden von Johannes in öffentlicher Anerkennung dieser Tatsache getauft. Die Reue brachte die „Vergebung der Sünden“, die Taufe selbst war wegen ihrer Reue oder durch sie bedingt. Sie war ein Zeichen oder Bild von der Reue.
Besonders die neuzeitlichen Übersetzungen der Christlichen Griechischen Schriften heben das hervor. Nach ihrer Lesart erklärte Johannes der Täufer, wie es in Matthäus 3:11 aufgezeichnet ist: „Ich zwar taufe euch mit Wasser, weil ihr bereuet.“ (NW) „Ich taufe euch im Wasser als Zeichen eurer Reue.“ (AÜ) „Ich taufe euch im Wasser, um eure Reue darzustellen.“ (C. B. Williams) Nach den modernen Versionen erzählt Lukas in Kapitel 3, Vers 3, daß Johannes der Täufer kam oder umherging, indem „er die Taufe für diejenigen predigte, die zur Vergebung der Sünden bereuten“ (NW); indem „er eine Taufe predigte, die durch ihre Reue bedingt war“ (Williams); „er kündigte eine Taufe an, wodurch Menschen bereuten, damit ihnen die Sünden vergeben wurden“. — Knox.
Die gleiche Bedeutung geht aus der Art und Weise hervor, in der diese Versionen Pauli Worte an die Epheser bezüglich der Taufe Johannes’ wiedergeben. Das steht in Apostelgeschichte 19:4: „Johannes taufte mit der Taufe solcher, die bereuten [Fußn.: Taufe der Reue].“ (NW) „Die Taufe Johannes’ war eine Taufe im Zeichen der Reue.“ (AÜ) „Johannes taufte mit einer Taufe, die ein Ausdruck der Reue war.“ (Williams) Das Vorangehende zeigt klar, daß es ein Akt der Reue von seiten des Sünders war, der durch die Taufe dargestellt wurde, und nicht Gottes Akt der Vergebung.
So verstanden die Urchristen diese Taufe, wie es aus der Übersetzung von Williams aus einer Fußnote als Erklärung zur Wiedergabe von Apostelgeschichte 2:38 hervorgeht: „Ihr müßt bereuen — und als Ausdruck davon lasse sich jeder im Namen Jesu Christi taufen —, damit euch eure Sünden vergeben werden können.“ Die Fußnote erklärt, daß die erklärende Wendung „als Ausdruck davon“ sich „aus dem Zusammenhang ergibt und in der Urkirche gebraucht wurde“.
Da Johannes mit der „Taufe der Reue“ taufte, konnte er nicht verstehen, warum Jesus zu ihm kam, um getauft zu werden: „Ich habe nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?“ Jesus nahm sich keine Zeit, ihm das zu erklären, sondern sagte einfach: „Laß es jetzt so sein, denn so gebührt es uns, alles auszuführen, was gerecht ist.“ — Matth. 3:13-15, NW.
Warum bestand Jesus darauf, getauft zu werden, obwohl er keine Sünden beging, die er bereuen mußte? Welche Bedeutung gibt die Heilige Schrift seiner Taufe? Um eine Antwort auf diese und ähnliche Fragen zu erhalten, verweisen wir den Leser auf den folgenden Aufsatz.
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Die Bedeutung der Taufe in der GegenwartDer Wachtturm 1954 | 1. Mai
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Die Bedeutung der Taufe in der Gegenwart
WIR haben erkannt, daß die Taufe des Johannes nur für Juden bestimmt war. Auch haben wir erkannt, daß sie ein Teil seines Werkes war, das dazu diente, die Juden auf ihren Messias vorzubereiten. Ferner erkennen wir, daß sie ein Bild war, nicht von dem, was Gott zur Vergebung ihrer Sünden tat, sondern von dem, was sie selbst taten, indem sie bereuten, und daß seine Taufe getrennt und verschieden ist von der im Namen Christi Jesu vollzogenen Taufe.
Was bedeutet die Taufe heute? Da sie im Gehorsam gegen Jesu Befehl vollzogen wird, ist es vernünftig, zu schließen, daß sie ebenfalls in Nachahmung des von ihm gegebenen Beispiels geschieht. Da dem so ist, hat die Taufe seiner Nachfolger von heute denselben Sinn wie die Taufe Jesu. Und welchen Sinn hatte Jesu Taufe? Sie war ein Symbol, das öffentlich vollzogen wurde und zeigte, daß der Betreffende den Schritt der Hingabe getan habe, um den Willen seines Vaters zu tun, so wie dieser Wille ihm im Worte seines Vaters geoffenbart wurde.
Dies geht aus Psalm 40:7, 8 hervor, den Paulus in Hebräer 10:5, 7 auf Jesus Christus bezieht: „Daher, als er in die Welt kommt, sagt er: ‚„Schlachtopfer und Opfergaben begehrtest du nicht, aber du bereitetest mir einen Leib.“ Dann sprach ich: „Siehe! ich bin gekommen (in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben), um deinen Willen, o Gott, zu tun.“‘“
Paulus wendet diese Prophezeiung auf die Zeit an, da Jesus in die Welt kam. Wann war das? Zur Zeit seiner Geburt in einer Krippe in Bethlehem? Kaum, denn als Kleinkind konnte er keinen Entschluß ausdrücken, Jehovas Willen zu tun. Geschah es denn im Alter von zwölf Jahren? Nun, alles, was wir von Jesu Tätigkeit von der Zeit an, da er zwölf Jahre zählte, bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr wissen, ist, daß er die Zimmerei erlernte. Offensichtlich schloß das Tun des Willens Gottes mehr ein, als bloß Zimmermann zu sein. Jesus kam auf die Erde, um für die Wahrheit Zeugnis zu geben, seine Lauterkeit unter Druck zu bewahren und so den Namen seines Vaters zu rechtfertigen und sein Leben als ein Lösegeld für viele zu geben. (Joh. 18:37; Heb. 5:8; Matth. 20:28) Da dem so ist, hätte Jesus gesagt: „Siehe, ich bin gekommen, um deinen Willen zu tun“ und dann achtzehn Jahre zugewartet, ehe er mit dem Tun dieses Willens begonnen hätte?
In Übereinstimmung mit Gottes Gesetz für den levitischen Tempeldienst begann Jesus im Alter von dreißig Jahren, kurz nachdem er getauft worden war, zu predigen. (4. Mose 4:2, 3; Luk. 3:23) Somit können wir nichts anderes schließen, als daß er zur Zeit seiner Taufe in die Welt kam, um Gottes Willen zu tun, und daher war sie ein Symbol oder Sinnbild seines Aktes der Hingabe. Gleichzeitig war sie ein öffentliches Bekenntnis von dieser Tatsache. Die Taufe, die er als Teil des Werkes des Jüngermachens aus Menschen von allen Nationen gebot, veranschaulicht daher ebenfalls den Akt der Hingabe, um Gottes Willen zu tun. — Matth. 28:19, 20.
DAS RICHTIGE SYMBOL
Wie sollte die Taufe vollzogen werden? Durch Besprengung (Aspersion) oder Über- oder Ausgießung (Effusion) oder durch Untertauchen (Immersion)? Die überall in der Christenheit am häufigsten gebrauchte Art ist die der Besprengung. Solche, die sie verwenden, stimmen allgemein darin überein,
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