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  • Was von den Richtern zu erwarten ist, die tausend Jahre im Amt sind
    Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht
    • einen heldenhaften Gottesglauben hatten, in Hebräer 11:32-34: „Und was soll ich noch mehr sagen? Denn die Zeit wird mir fehlen, wenn ich weitererzähle von Gideon, Barak, Simson, Jephtha, David wie auch von Samuel und den anderen Propheten, die durch Glauben Königreiche niederkämpften, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, der Löwen Rachen verstopften, der Macht des Feuers Einhalt taten, der Schärfe des Schwertes entrannen, aus einem Zustand der Schwäche mit Kraft erfüllt wurden, im Kriege tapfer wurden, die Heere von Fremden auseinandertrieben.“

      18, 19. (a) Wer war daran schuld, daß die Israeliten bedrängt wurden, nachdem sie sich im Verheißenen Land angesiedelt hatten? (b) Warum mußten mehrere Richter für sie erweckt werden?

      18 Natürlich waren die Israeliten zur Zeit dieser Richter selbst schuld, daß sie von Feinden bedrängt wurden, denn sie wichen immer wieder von der reinen Anbetung Jehovas, des lebendigen Gottes, ab. Aber wenn sie aufrichtig bereuten, umkehrten und Jehova wieder anbeteten, half er ihnen. Wir lesen in Richter 2:16-19:

      19 „Da pflegte Jehova Richter zu erwecken, und sie retteten sie jeweils aus der Hand ihrer Plünderer. Und auch auf ihre Richter hörten sie nicht, sondern sie hatten unsittlichen Verkehr mit anderen Göttern und beugten sich dann vor ihnen nieder. Sie wichen rasch von dem Wege ab, auf dem ihre Vorväter gegangen waren, indem sie den Geboten Jehovas gehorchten. Sie taten nicht ebenso. Und als Jehova ihnen Richter erweckte, erwies es sich, daß Jehova mit dem Richter war, und alle Tage des Richters rettete er sie aus der Hand ihrer Feinde; denn Jehova empfand jeweils Bedauern wegen ihres Stöhnens über ihre Bedrücker und die, die sie umherstießen. Und es geschah, wenn der Richter starb, daß sie jeweils umkehrten und verderblicher handelten als ihre Väter, indem sie anderen Göttern nachgingen, um ihnen zu dienen und sich vor ihnen niederzubeugen. Sie ließen nicht ab von ihren Handlungen und ihrem störrischen Benehmen.“

      UNSTERBLICHE HIMMLISCHE RICHTER

      20. (a) Warum wird die Menschheit während der tausend Jahre nicht von Zeit zu Zeit sich selbst überlassen sein, wie das in den Tagen der Richter Israels der Fall war? (b) Warum benötigt selbst die „große Volksmenge“, die die Drangsal überleben wird, eine weitere Befreiung?

      20 Jesus Christus und seine 144 000 Mitrichter, die ebenfalls von Jehova Gott als Richter erweckt werden, werden nicht wegsterben und die Bewohner der Erde nicht sich selbst überlassen, wenn auch Satan, der Teufel, und seine Dämonen sich nicht mehr in der Umgebung der Erde aufhalten, sondern im Abgrund gefangengesetzt worden sind. Da diese Richter die „Kraft eines unzerstörbaren Lebens“ besitzen, werden alle während der ganzen Amtsperiode von tausend Jahren ihr Richteramt ununterbrochen versehen. Sie werden nicht nur auf Thronen sitzen und Urteile verkünden sowie Entscheide fällen, sondern sie werden sich wie die treuen Richter der alten Zeit, die Jehovas Billigung erlangten, als Befreier betätigen. Sogar „die Lebenden“, die unter Gottes Schutz die „große Drangsal“ überleben und auch die Gefangensetzung Satans und seiner Dämonen im Abgrund, benötigen eine weitere Befreiung. Weil sie vor Gott gerecht dastehen, bewahrt er sie, so daß sie den Tausendjahr-Gerichtstag erleben, aber sie müssen noch von etwas anderem befreit werden. Wovon? Von ihrer Sündhaftigkeit, ihrer Unvollkommenheit, ihrer Schwachheit und ihrer sterblichen Beschaffenheit, die ihnen noch anhaften werden, nachdem sie die Vernichtung des gegenwärtigen Systems der Dinge überlebt haben sowie die Gefangensetzung Satans und seiner Dämonen im Abgrund.

      21, 22. (a) Warum benötigen auch die Verstorbenen nach ihrer Auferstehung eine weitere Befreiung? (b) Warum werden einige, wie Hiob und David, als „gerecht“ gelten, wenn sie auferstehen?

      21 Auch „die Toten“, die aus den Gedächtnisgrüften zurückgerufen werden müssen — sie mögen bei ihrer Auferstehung von den Toten als „gerecht“ oder als „ungerecht“ gelten —, müssen von Sündhaftigkeit, Unzulänglichkeit, Unvollkommenheit, menschlicher Schwachheit und Vergänglichkeit befreit werden. Die Tatsache, daß es unter ihnen Personen gibt, die als „gerecht“ gelten, bedeutet nicht, daß es körperlich und sittlich vollkommene Menschen sind. Daß diese Männer und Frauen in den Augen Gottes gerecht sind, bedeutet, daß sie ihre Lauterkeit gegenüber Gott bewahrt haben wie Hiob aus dem Lande Uz, der große Geduld übte (Hiob 2:3, 9; 27:5; Jakobus 5:11; Hesekiel 14:14, 20), oder wie David, König in Jerusalem, der sich nicht davor fürchtete, von seinem Gott gerichtet zu werden, denn in Psalm 26:1-3, 11 sagte David:

      22 „Richte mich, o Jehova, denn ich selbst bin in meiner eigenen unversehrten Lauterkeit gewandelt, und auf Jehova habe ich vertraut, damit ich nicht wanke. Prüfe mich, o Jehova, und erprobe mich; läutere meine Nieren und mein Herz. Denn deine liebende Güte steht mir vor Augen, und in deiner Wahrheit bin ich gewandelt. Was mich betrifft, ich werde in meiner unversehrten Lauterkeit wandeln. O erlöse mich und erweise mir Gunst.“

      23, 24. (a) Welche Auferstehungshoffnung hatten Personen der vorchristlichen Zeit, die sich weigerten, mit den Bösen einen Vergleich einzugehen? (b) Was wird in Hebräer 11:35-40 über sie gesagt?

      23 Auch bei den Männern und Frauen, die im elften Kapitel des Briefes an die zum Christentum bekehrten Hebräer namentlich erwähnt werden oder von denen darin gesprochen wird, handelt es sich um Personen der vorchristlichen Zeit, die ihre Lauterkeit bis zum Tode bewahrten, indem sie sich weigerten, mit den Bösen einen Vergleich oder Kompromiß einzugehen und Jehova so untreu zu werden. Sie hofften zuversichtlich vom Tode auferweckt zu werden und unter besseren Verhältnissen, unter einer besseren Regierung, ewig auf der Erde zu leben, wobei sie vollkommenen Frieden und vollkommenes Glück genießen würden und dem lebendigen Gott in vollkommener Lauterkeit zugetan wären. Das wird in Hebräer 11:35-40 wie folgt zum Ausdruck gebracht:

      24 „Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung; andere Männer aber wurden gefoltert, weil sie keine Erlösung durch ein Lösegeld annahmen, damit sie eine bessere Auferstehung erlangen könnten. Ja, andere erhielten ihre Erprobung durch Verspottungen und Geißelungen, in der Tat, mehr als das, durch Fesseln und Gefängnisse. Sie wurden gesteinigt, sie wurden auf die Probe gestellt, sie wurden zersägt, sie starben durch Hinschlachtung mit dem Schwert, sie gingen in Schaffellen, in Ziegenhäuten umher, während sie Mangel, Drangsal, Mißhandlung erlitten; und die Welt war ihrer nicht würdig. Sie irrten in Wüsten und Gebirgen und Höhlen und Klüften der Erde umher. Und doch empfingen alle diese, obwohl sie durch ihren Glauben Zeugnis erlangten, die Erfüllung der Verheißung nicht, da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollkommen gemacht würden.“

      25, 26. (a) Warum werden jene „Gerechten“ den großen Gerichtstag, an dem sie auferweckt werden, nicht fürchten? (b) Warum werden die „Ungerechten“, wenn sie auferstehen, den „Gerechten“ gegenüber im Nachteil sein?

      25 Da diese „Gerechten“ ihre Lauterkeit gegenüber Gott bis zum Tode bewahrten, werden sie als Personen vom Tode ins Leben zurückkehren, die zwar immer noch unvollkommen sind und unvollkommen handeln, deren Gesinnung gegen Gott aber lauter ist. Sie werden den großen Tausendjahr-Gerichtstag, an dem sie auferweckt worden sind, nicht fürchten. Wegen ihrer lauteren Gesinnung, die sie vor ihrem Tod entwickelt haben und mit der sie auch auferweckt werden, werden sie gegenüber den „Ungerechten“ im Erlangen tatsächlicher Vollkommenheit als Mensch und völliger Sündlosigkeit im Vorteil sein. Sie werden gegenüber den „Ungerechten“ in dieser Hinsicht einen Vorsprung haben.

      26 Diesbezüglich steht geschrieben: „Besser ein Armer, der in seiner Lauterkeit wandelt, als einer mit falschen Lippen, der ja ein Tor ist“, ferner: „Der Gerechte wandelt in seiner unversehrten Lauterkeit. Glücklich sind seine Söhne nach ihm.“ (Sprüche 19:1, JB; 20:7) Für die „Ungerechten“, die bis zu ihrem Tod sündige Neigungen und schlechte Gewohnheiten gepflegt sowie ihren Begierden gefrönt haben, wird es dagegen viel mühsamer sein. Sie werden in dem Wettlauf, ewiges Leben als sündenlose, vollkommene Menschen auf einer paradiesischen Erde zu gewinnen, gegen diese zusätzliche Belastung, diese Nachteile, diese Hindernisse kämpfen müssen. Viele dieser „Ungerechten“ haben auch die Gelegenheiten und Möglichkeiten, zum Glauben zu kommen, die sich ihnen geboten haben, nicht genutzt, sie haben sie nicht beachtet, sie haben sie geringgeschätzt oder verachtet, oder sie haben gar Widerstand geleistet. Sie müssen daher einen Hang zur Geringschätzung und zum Eigensinn meistern. Es wird für sie mit Weh und Ach verbunden sein. Jesus Christus führte Beispiele dafür an, als er zu den unbußfertigen Städten Chorazin, Bethsaida und Kapernaum sagte:

      27. Wie veranschaulichte Jesus dies in Verbindung mit Bethsaida, Chorazin und Kapernaum?

      27 „Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wären in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst in Sacktuch und Asche bereut. Daher sage ich euch: Es wird Tyrus und Sidon am ,Gerichtstag‘ erträglicher ergehen als euch. Und du, Kapernaum, wirst du vielleicht bis zum Himmel erhöht werden? Zum Hades hinab wirst du kommen; denn wenn die Machttaten, die in dir geschehen sind, in Sodom geschehen wären, es wäre bis zum heutigen Tag geblieben. Daher sage ich euch: Es wird dem Lande Sodom am ,Gerichtstag‘ erträglicher ergehen als dir.“ — Matthäus 11:20-24.

      28, 29. (a) Warum werden die Bewohner der alten Stadt Ninive und die Königin des Südens die jüdische Generation, die in den Tagen Jesu lebte, verurteilen? (b) Inwiefern wird es zwischen den Personen, die heute in religiöser Hinsicht begünstigt sind, und denen, die in dieser Hinsicht benachteiligt sind, am Gerichtstag einen Ausgleich geben?

      28 Zu der jüdischen Generation, die ihr Verhältnis zu Gott durch ehebrecherischen Umgang mit der Welt befleckte und ihren Glauben auf sichtbare Zeichen stützte, sagte Jesus: „Männer von Ninive werden im Gericht mit dieser Generation aufstehen und werden sie verurteilen; denn sie bereuten auf das hin, was Jona predigte, doch siehe! hier ist mehr als Jona. Die Königin des Südens wird im Gericht mit dieser Generation zum Aufstehen veranlaßt werden und wird sie verurteilen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, doch siehe! mehr als Salomo ist hier.“ — Matthäus 12:38-42.

      29 Wie überrascht wird manch ein selbstgerechter religiöser Eiferer sein, manch ein selbstzufriedener, selbstgefälliger, strenger Religionsanhänger, der ganz sicher war, daß er gerechter wäre als die, die er als Heiden bezeichnete! Solche Personen werden merken, daß sie scheinheilig waren, während die Heiden, auf die sie herabblickten, ehrlicher, lernbereiter und dankbarer waren als sie und außerdem wegen ihrer Unwissenheit weniger tadelnswert. Durch ihre Aufrichtigkeit und ihre gute Gesinnung werden die Personen, die in religiösen Dingen weniger begünstigt waren, die Begünstigten verurteilen, die ihre Gelegenheiten aus Gleichgültigkeit oder absichtlich nicht wahrgenommen haben. Somit wird es zwischen den Personen, die heute begünstigt sind, und denen, die benachteiligt sind, einen gerechten Ausgleich geben.

      DIE VORTEILE DES GERICHTSTAGES

      30, 31. (a) Muß den Menschen am Gerichtstag alles, was sie in ihrem früheren Zustand getan haben, aufgezählt werden, um festzustellen, ob sie unschuldig oder schuldig sind? (b) Was wurde durch die Juden, die unter dem Gesetz Gottes standen, in bezug auf die ganze Menschheit bewiesen?

      30 Die Wahrhaftigkeit der Worte aus Römer 3:22, 23 ist nicht zu leugnen. Wir lesen dort: „Denn da ist kein Unterschied. Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes.“ Am Gerichtstag müssen somit alle, „die Lebenden und die Toten“, mit Hilfe der himmlischen Richter, die Jehova Gott erweckt, von jeder Spur von Sünde und moralischer Schwäche sowie von körperlicher Unvollkommenheit befreit werden, mit der sie bei ihrer Auferstehung am Gerichtstag noch behaftet sind. Die Beweise und Zeugnisse sprechen, wie in Römer 3:23 und in anderen Bibeltexten gut verständlich dargelegt wird, gegen die Menschheit; und denen, die gerichtet werden, braucht nicht alles aufgezählt zu werden, um festzustellen, ob sie unschuldig oder schuldig sind. Die Unfähigkeit der natürlichen Juden, das Gesetz zu halten, das ihnen Gott durch Moses gegeben hatte, bewies, daß niemand unter den Menschen, nicht einmal die begünstigten Juden, das Gesetz Gottes vollkommen halten kann. Durch dieses praktische Beispiel der Juden, die unter Gesetz waren, wurde jeder Mensch zum Schweigen gebracht, der jemand verteidigte, der das Gesetz hielt, und es wurde nachgewiesen, daß die ganze Menschenwelt vor Gott schuldig dasteht. Es ist genauso, wie der Apostel Paulus vor langer Zeit schrieb:

      31 „Wir wissen nun, daß alles, was das ,Gesetz‘ sagt, es an die richtet, die unter dem ,Gesetz‘ sind, so daß jeder Mund gestopft und die ganze Welt vor Gott straffällig werde.“ — Römer 3:19.

      32. (a) Bietet der Gerichtstag den Menschen eine „neue Chance“? (b) Wovon hängt es also ab, ob sie auf der paradiesischen Erde leben werden oder nicht, und warum?

      32 Da die Menschen als Sünder, die zum Tode verurteilt sind, geboren werden, haben sie nie eine „Chance“ gehabt. Sie haben sich vor Gott, der absolut vollkommen ist, nie durch vollkommene Werke der Gerechtigkeit und durch ein Freiwerden von Sünde rechtfertigen können. Der Gerichtstag bietet der Menschheit keine „neue Chance“, sondern er bietet ihr die erste wirkliche Gelegenheit, ewiges Leben als vollkommene und absolut sündenlose Menschen in einem irdischen Paradies zu erlangen. Der Gerichtstag bietet der Menschheit aufgrund des vollkommenen menschlichen Opfers Christi die Gelegenheit, von der Sünde frei zu werden und zu der vollen „Herrlichkeit Gottes“ emporgehoben zu werden, die sie jetzt nicht erreicht. Ob „die Lebenden und die Toten“ die paradiesische Erde für immer besitzen werden oder nicht, hängt also von dem ab, was sie am Gerichtstag tun werden. Ihre Vergangenheit liegt fest, daran kann nichts mehr geändert werden, sie mag sich gut oder schlecht auf sie auswirken. Der Gerichtstag wird es ihnen ermöglichen, zu beweisen, daß es ihr aufrichtiger Herzenswunsch ist, mit Sünde nichts mehr zu tun zu haben, aufzuhören damit, ganz damit fertig zu sein. Es gehört zu den Aufgaben der himmlischen Richter, ihnen durch Unterweisung und Rat beizustehen.

      33. Wie wird diese sich am Gerichtstag bietende Gelegenheit in Offenbarung 20:11-15 in symbolischer Sprache beschrieben?

      33 Diese Gelegenheit am Gerichtstag wird in symbolischer Sprache in Offenbarung 20:11-15 wie folgt beschrieben: „Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß. Vor ihm entflohen die Erde und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Buchrollen wurden geöffnet. Aber eine andere Buchrolle wurde geöffnet; es ist die Buchrolle des Lebens. Und die Toten wurden nach den Dingen gerichtet, die in den Buchrollen geschrieben sind, gemäß ihren Taten. Und das Meer gab diejenigen Toten heraus, die darin waren, und der Tod und der Hades gaben diejenigen Toten heraus, die darin waren, und sie wurden als einzelne gerichtet gemäß ihren Taten. Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geschleudert. Dies bedeutet den zweiten Tod: der Feuersee. Und wer irgend im Buche des Lebens nicht eingeschrieben gefunden wurde, wurde in den Feuersee geschleudert.“

      34. (a) Geht es bei der hier beschriebenen Auferstehung auch um die, die an der „ersten Auferstehung“ teilhaben? (b) Was ist in den „Buchrollen“, die dann geöffnet werden, nicht enthalten, und warum nicht?

      34 In dieser symbolischen Schilderung geht es nicht um die, die an der „ersten Auferstehung“ teilhaben und über die in Offenbarung 20:4-6 gesagt wird, daß der „zweite Tod“ keine Gewalt über sie habe. In dieser Schilderung wird von denen gesprochen, die auferstehen, um auf der Erde zu leben, und die erst nach Ablauf der tausend Jahre des ewigen Lebens für würdig erklärt werden, da sie dann nachweisen können, daß sie die erworbene Gerechtigkeit eines vollkommenen Menschen besitzen. Bei den „Buchrollen“, die geöffnet werden und in denen die Dinge geschrieben stehen, nach denen sie für schuldlos oder für schuldig befunden werden, handelt es sich nicht um Buchrollen, in denen ihr unvollkommenes, sündiges Verhalten während ihres Lebens im gegenwärtigen System der Dinge festgehalten worden wäre. Die himmlischen Richter benötigen keine tausend Jahre, um sich über das vergangene Leben der Menschen zu informieren, so daß sie entscheiden können, ob jeder einzelne, der von den Toten auferstanden ist, schuldig oder unschuldig ist. Sie sind über die Vergangenheit der Menschheit nicht so unwissend oder ununterrichtet. Die Richter schauen nicht auf die Vergangenheit der Menschen, sondern sind an ihrer Zukunft interessiert. Die Menschheit benötigt für die Zukunft ihren Rat!

      35, 36. (a) Was stellen denn diese „Buchrollen“ dar, und wer wird ihren Inhalt kennen? (b) Warum wird sich dann niemand auf der Erde damit entschuldigen können, daß er in Unwissenheit gelassen worden sei?

      35 Die „Buchrollen“, die geöffnet werden, sind somit neue Anweisungen, Anordnungen und Verfügungen, die die Richter im Auftrag Gottes der Menschheit bekanntmachen. Auf diese Weise wird die ganze Menschheit über den Inhalt dieser geöffneten „Buchrollen“ unterrichtet, damit sie weiß, aufgrund welcher Normen sie gerichtet werden wird und wie sie in Zukunft zu wandeln und zu handeln hat. Die Menschheit wird nicht in Unwissenheit gelassen, und jeder wird sich mit dem Gesetz, dem Inhalt der Buchrollen, nach denen gerichtet wird, vertraut machen müssen. Satan, der Teufel, und seine Dämonen werden dann nicht mehr unsichtbar in der Nähe der Erde sein, um die Menschen zu verblenden und irrezuführen sowie das Gesetz und die Anweisungen, die bekanntgegeben worden sind, zu verdrehen. Nein, diese alten „Himmel“ werden vor dem Angesicht Gottes, der die Zeit für diesen Gerichtstag festgesetzt hat, entflohen sein. Deshalb wird es auch keine Medizinmänner mehr geben, keine spiritistischen Medien und Hellseher, keine Astrologen mit ihren Horoskopen, und es werden keine Alphabettafeln oder andere ähnliche teuflische Vorrichtungen mehr verkauft werden. Dann wird es nur die „neuen Himmel“ geben, und von ihnen wird Gerechtigkeit herabkommen. Wir lesen:

      36 „O ihr Himmel, laßt es von oben träufeln; und mögen die Wolkenhimmel selbst mit Gerechtigkeit rieseln. Möge sich die Erde auftun, und möge sie fruchtbar sein mit Rettung, und möge sie Gerechtigkeit selbst aufsprossen lassen zur selben Zeit. Ich selbst, Jehova, habe es geschaffen.“ — Jesaja 45:8.

      IRDISCHE „FÜRSTEN“

      37. (a) Wie werden die himmlischen Richter der Menschheit den Inhalt dieser „Buchrollen“ übermitteln? (b) Wie werden die Menschen wissen, wann Gottes Gesetz ausgeführt wird und seine Urteile vollstreckt werden?

      37 Wie die unsichtbaren, himmlischen Richter den Inhalt der geöffneten „Buchrollen“ den Erdbewohnern übermitteln werden, wird in der Bibel nicht genau gesagt. Aber auf der Erde wird es direkte Vertreter des himmlischen Königreiches Gottes geben. Ihre Anwesenheit unter den Menschen wird ein offizieller Beweis dafür sein, daß eine „neue Erde“ mit ihrer neuen menschlichen Gesellschaft ins Dasein gekommen ist. Die alte „Erde“, die unsichtbar von Satan, dem Teufel, beherrscht wurde, floh vor dem Angesicht Gottes, und es fand sich keine Stätte mehr für sie, deshalb blieb für sie nur die Vernichtung. Gerichte, Rechtsanwälte und Gerichtswesen gehören der Vergangenheit an; es gilt jetzt für die Menschen, im Gesetz Gottes bewandert zu sein, danach zu urteilen und es anzuwenden. Und wenn die irdischen Vertreter des Königreiches handeln, werden die Menschen wissen und genau verstehen, daß jetzt das Gesetz Gottes ausgeführt wird und seine Urteile vollstreckt werden.

      38. Wird der himmlische König Jesus Christus auf den Ruhm seiner irdischen Vorfahren angewiesen sein, oder wird er sich seinen eigenen Ruhm erwerben?

      38 Aus den prophetischen Schriften geht hervor, daß während des Tausendjahr-Gerichtstages eine solche Vorkehrung bestehen wird. Ein Beispiel dafür ist Psalm 45, ein lyrisches Lied über Jesus, den Messias oder Christus, Gottes gesalbten König. Der Psalm spricht prophetisch von der Hochzeit Jesu Christi und seiner Braut, der Versammlung, im Himmel und von denen, die die Brautklasse begleiten, und fährt dann fort: „Sie werden einziehen in den Palast des Königs. An Stelle deiner Vorväter werden deine Söhne sein, die du zu Fürsten einsetzen wirst auf der ganzen Erde.“ (Psalm 45:15, 16) Natürlich sind die Vorfahren des himmlischen Königs Jesus Christus, die in der Bibel aufgezählt werden, ruhmreich gewesen, sie mögen auf dem irdischen Thron des Königs David in Jerusalem gesessen haben oder nicht. Aber der himmlische König wird nicht auf ihren Ruhm angewiesen sein, sondern er wird sich seinen eigenen Ruhm erwerben. Das wird er tun, obwohl er es zu der Zeit, da er als der vollkommene Mensch Jesus Christus auf der Erde war, ablehnte, sich auf einen sichtbaren Thron in Jerusalem oder anderswo zu setzen.

      39. Wieso wird der König Jesus Christus, was sein Gebiet betrifft, König David sogar übertreffen?

      39 Der himmlische König Jesus Christus wird sogar berühmter, geehrter und ruhmreicher sein als David. Er wird sein Königreich weit über die Grenzen des Gebietes ausdehnen, das König David zu seiner Zeit in Übereinstimmung mit der Verheißung, die Gott dem Abraham gegeben hatte, eroberte. (1. Mose 15:17-21) Er wird sein Reich nach Osten, Westen, Norden und Süden ausdehnen, ja über den ganzen Erdball oder über ‘die ganze Erde’. „Über Salomo“, der ein prophetisches Vorbild des Königs Jesus Christus war, steht geschrieben: „O Gott, gib deine eigenen richterlichen Entscheidungen dem König und deine Gerechtigkeit dem Sohn des Königs. Möge er die Rechtssache deines Volkes mit Gerechtigkeit führen und deiner Niedergedrückten mit richterlicher Entscheidung. Und er wird Untertanen haben von Meer zu Meer und von dem ,Strome‘ bis zu den Enden der Erde.“ — Psalm 72, Überschrift, Vers 1, 2, 8.

      40. Welches Problem entsteht jetzt anscheinend in bezug auf die Söhne, die zu Fürsten eingesetzt werden sollen, da Jesus auf der Erde kinderlos war und da er der bleibende Erbe des Königs David ist?

      40 Entsteht jetzt in diesem Zusammenhang anscheinend ein Problem? Dieser König, der größer und weiser war als Salomo, der Sohn des Königs David, heiratete nicht, als er als vollkommener Mann mit der Fähigkeit, eine vollkommene Menschheitsfamilie zu zeugen auf der Erde war. Wie kann demnach die Prophezeiung in Erfüllung gehen: „An Stelle deiner Vorväter [man beachte das Folgende] werden deine Söhne sein, die du zu Fürsten einsetzen wirst auf der ganzen Erde.“? Außerdem ist der himmlische Jesus Christus der bleibende Erbe König Davids, und da er die „Kraft eines unzerstörbaren Lebens“ besitzt, wird er regieren, ohne einen Nachfolger, einen Sohn, der ihm auf dem Thron folgen würde, zu benötigen. Der Engel Gabriel sagte zu Maria über Jesus, den Sohn, den sie haben würde: „Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben, und er wird für immer als König über das Haus Jakob regieren, und sein Königreich wird kein Ende haben.“ — Lukas 1:32, 33.

      41, 42. (a) Warum handelt es sich bei den „Söhnen“, die auf der Erde eingesetzt werden, nicht um die 144 000 Miterben Jesu Christi? (b) Wieso wird der himmlische Jesus Christus irdische „Söhne“ haben, und welchem prophetischen Titel entspricht dies?

      41 Wir wissen, daß die 144 000 Miterben Jesu Christi keine geistigen Söhne Christi, sondern Söhne Gottes sind, „Erben Gottes, doch Miterben mit Christus“. (Römer 8:17) Wer ist denn mit den Worten „deine Söhne ..., die du zu Fürsten einsetzen wirst auf der ganzen Erde“ gemeint? Es sind offensichtlich keine himmlischen Söhne des Königs Jesus Christus. Es müssen irdische Söhne sein, die, da sie auf der Erde sind, „auf der ganzen Erde“ zu Fürsten eingesetzt werden können. Durch die Auferstehung, genauer gesagt, durch die Auferstehung der „Gerechten“, werden sie seine Söhne. Der ihm in den prophetischen Worten aus Jesaja 9:6, 7 verheißene Titel „Ewigvater“ wird kein nichtssagender Ehrentitel sein. Jesus Christus wird für die auferweckte Menschheitsfamilie wirklich ein Vater sein. Er ist „der letzte Adam“, der „ein lebengebender Geist“ wurde. (1. Korinther 15:45, 47) Der erste Mensch, Adam, verkaufte alle seine Nachkommen in die Sklaverei der Sünde und des Todes, aber der „zweite Mensch“, der „aus dem Himmel“ ist, opferte sein vollkommenes Menschenleben, um sie von diesem adamischen Erbe zu erlösen. Wir lesen:

      42 „Da ist e i n Gott und e i n Mittler zwischen Gott und Menschen, ein Mensch, Christus Jesus, der sich selbst als ein entsprechendes Lösegeld für alle hingegeben hat.“ (1. Timotheus 2:5, 6) „Doch sehen wir Jesus, den ein wenig unter Engel Erniedrigten, wegen des Erleidens des Todes mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er durch Gottes unverdiente Güte für jedermann den Tod schmecke.“ — Hebräer 2:9.

      43. (a) Wie wird der König der Vater der „großen Volksmenge“ werden, die die Drangsal überleben und daher keine Auferstehung benötigen wird? (b) Wie wird er für ewig der Vater der Menschheit oder ihr Ewigvater werden?

      43 Jesus Christus erlangte dadurch, daß er sich in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes opferte, das Recht, der sterbenden Menschheit Leben zu geben und so ihr Vater zu werden. Er wird den „Toten“, den „Gerechten“ und den „Ungerechten“, Leben geben, indem er sie aus den Gedächtnisgrüften — die Ertrunkenen aus ihrem Grab in den Wellen — hervorruft und sie dann, sofern sie dazu bereit sind, zu menschlicher Vollkommenheit emporhebt. Die zu den „Gerechten“ zählenden „Lebenden“, die die „große Drangsal“ überstehen und unter der Tausendjahrherrschaft Christi leben werden, werden von ihm ebenfalls zu einem Leben „in Fülle“ emporgehoben, zu einem Leben als Menschen, die strahlende Vollkommenheit besitzen. (Johannes 10:10; 2. Timotheus 4:1; Apostelgeschichte 24:15) Wenn die tausend Jahre vorbei sein werden, wird er all das vollendet haben. Aber dieses Leben in Fülle, das seine irdischen Kinder haben, kann ewig andauern, und es wird Personen geben, die vollkommene Lauterkeit bewahren und so beweisen, daß sie würdig sind, ewig zu leben. Alle diese werden für immer seine Kinder sein, und er wird buchstäblich ihr Ewigvater sein.

      44, 45. (a) Wieso werden dem König schon zu Beginn seiner Regierung genügend Fürsten auf der Erde zur Verfügung stehen, und warum werden alle, die eingesetzt werden, im Range eines „Fürsten“ stehen? (b) Muß ein Oberster, der über andere gesetzt worden ist, jedoch von königlicher Abstammung sein, um als Fürst (sar) bezeichnet zu werden?

      44 Der ruhmreiche König Jesus Christus wird am Anfang seiner Tausendjahrherrschaft aus seinen irdischen Kindern ‘Fürsten für die ganze Erde’ auswählen. Eine Anzahl dieser „Fürsten“ wird aus den „Lebenden“ hervorgehen, die die „große Drangsal“ überlebt haben sowie die Gefangensetzung Satans und seiner Dämonen im Abgrund. Aus den „Toten“, die zu der Gruppe der „Gerechten“ gehören, die vom Todesschlaf auferweckt werden, werden weitere hervorgehen, und zwar genügend, so daß „Fürsten ... auf der ganzen Erde“ eingesetzt werden können. Offenbar bedeuten die Worte aus Psalm 45:16, daß auch die „Gerechten“ unter seinen auferweckten „Vorvätern“ zu „Fürsten“ eingesetzt werden. Sie waren seine Vorfahren, doch durch die Auferstehung werden sie seine „Söhne“. Sie sind Söhne des himmlischen Königs und stehen im Rang eines „Fürsten“.

      45 Es gilt jedoch zu beachten, daß das Wort „Fürsten“ in Psalm 45:16 eine Übersetzung des hebräischen Wortes sarím ist. Im alten Israel war nicht jeder, der als „sar“ bezeichnet wurde, von königlicher Abstammung. Bei den Israeliten wurde ein Oberster über tausend, ein Oberster über hundert, ein Oberster über fünfzig und sogar ein Oberster über zehn „sar“ genannt. Sogar ein Oberster der königlichen Mundschenken oder ein Oberster der königlichen Bäcker konnte als „sar“ bezeichnet werden. — 2. Mose 18:21, 25; 5. Mose 1:15; 20:9; 1. Samuel 8:12; 1. Mose 40:2. Vergleiche 1. Mose 23:5, 6.

      46, 47. (a) Müssen alle, die zu „Fürsten“ eingesetzt werden, Vorväter oder königliche Ahnen des Königs sein, und was für Männer müssen es sein? (b) Wessen Belange müssen ihnen gemäß Jesaja 32:1, 2 wirklich am Herzen liegen?

      46 Es ist nicht nötig, daß alle, die zu „Fürsten ... auf der ganzen Erde“ eingesetzt werden, Vorväter oder königliche Ahnen des Menschen Jesus Christus sind. Es müssen grundsätzlich solche Männer sein, wie sie der Prophet Moses zu Richtern einsetzte: rechtschaffene, „tüchtige Männer“, „weise und erfahrene Männer“. Wir lesen darüber: „Moses ging daran, tüchtige Männer aus ganz Israel auszuwählen und ihnen Stellungen als Häupter über das Volk zu geben, als Oberste [sarím] von Tausendschaften, Oberste [sarím] von Hundertschaften, Oberste [sarím] von Fünfzigschaften und Oberste [sarím] von Zehnerschaften. Und sie richteten das Volk bei jedem passenden Anlaß. Einen schweren Fall pflegten sie vor Moses zu bringen, doch jeden geringeren Fall pflegten sie als Richter selbst zu behandeln.“ (2. Mose 18:25, 26; 5. Mose 1:15) Den von dem König Jesus Christus auf der Erde eingesetzten Fürsten wird das Wohl des Volkes am Herzen liegen, und sie werden daran interessiert sein, Schwierigkeiten friedlich und gütlich zu beseitigen. Sie werden mutig das, was recht ist, schützen. Sie werden wie die Fürsten handeln, die in Jesaja 32:1, 2 beschrieben werden, wo wir lesen:

      47 „Siehe! Für Gerechtigkeit wird ein König regieren; und was Fürsten [sarím] betrifft, sie werden für das Recht selbst als Fürsten amten. Und ein jeder soll sich wie ein Bergungsort vor dem Winde und ein Versteck vor dem Regensturm erweisen, wie Wasserbäche in einem wasserlosen Lande, wie der Schatten eines wuchtigen Felsens in einem erschöpften Lande.“

      48, 49. (a) Zu welchem Glauben werden Verbrecher durch die heutige Rechtsprechung veranlaßt, weshalb das Verbrechen überhandnimmt? (b) Mit wem wird es gemäß Prediger 8:11-13 „gut ausgehen“ — mit einem rückfälligen Verbrecher oder mit wem?

      48 In den Tagen des himmlischen Friedefürsten (sar) wird die Rechtsprechung und Bestrafung von Rechtsbrechern nicht langsam, schleppend, vor sich gehen, es wird nicht an Richtern und anderen Beamten mangeln, sondern Delinquenten werden sofort vor Gericht gestellt werden. Dadurch, daß es heute in vielen Fällen lange, manchmal jahrelang, dauert, bis Rechtsbrecher vor Gericht gestellt werden und Unrecht gesühnt und dem Recht Geltung verschafft wird, nimmt das Verbrechen überhand, weil die Verbrecher glauben, ungestraft davonzukommen. In der zweiten Hälfte unseres zwanzigsten Jahrhunderts hat das Verbrechen gewaltig zugenommen, aber schon im elften Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung schrieb ein weiser Mann, der scharfsinnige Beobachtungen anstellte, unter der Inspiration des Geistes Gottes:

      49 „Weil das Urteil über ein schlechtes Werk nicht eilends vollzogen worden ist, darum hat sich das Herz der Menschensöhne in ihnen völlig darauf gerichtet, Schlechtes zu tun. Obwohl ein Sünder hundertmal Schlechtes tun und es lange Zeit treiben mag, wie es ihm gefällt, weiß ich doch auch, daß es mit denen, die den wahren Gott fürchten, gut ausgehen wird, weil sie sich vor ihm gefürchtet haben. Mit dem Bösen aber wird es gar nicht gut ausgehen, noch wird er seine Tage verlängern, die wie ein Schatten sind, weil er sich vor Gott nicht fürchtet.“ — Prediger 8:11-13.

      50. (a) Welche überirdischen Mächte beherrschen die Menschheit heute noch, weshalb es so lange dauert, bis Rechtsbrecher vor Gericht gestellt werden? (b) Wie wird die „neue Erde“ auf die „neuen Himmel“ reagieren, was Gerechtigkeit betrifft?

      50 Der Grund, warum es heute so lange dauert, bis Rechtsbrecher vor Gericht gestellt werden, oder warum viele sich überhaupt nie vor Gericht verantworten müssen, ist in der Tatsache zu suchen, daß heute noch die „alte Erde“ unter den „alten Himmeln“ besteht und daß Satan, der Teufel, und seine „bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern“ die menschliche Gesellschaft beherrschen. Dadurch, daß die alte, verderbte menschliche Gesellschaft vernichtet und Satan samt seinen Dämonen in den Abgrund geworfen werden wird, wird alles, was die Rechtsprechung während der tausend Jahre, da der Friedefürst (sar) mit seinen 144 000 Mitrichtern als Richter amtiert, behindern könnte, beseitigt sein. Wenn von den „neuen Himmeln“ Gerechtigkeit herabträufeln und herabrieseln wird, wird der Erdboden oder die Menschen der „neuen Erde“ fruchtbar werden, das heißt entsprechend reagieren. Jehova hat das wie folgt vorausgesagt: „Möge sich die Erde auftun, und möge sie fruchtbar sein mit Rettung, und möge sie Gerechtigkeit selbst aufsprossen lassen zur selben Zeit. Ich selbst, Jehova, habe es geschaffen.“ — Jesaja 45:8.

      51. Welche Zeit, die schon Jesaja erwartete, sehnen wir deshalb ‘mit unserer Seele’ herbei?

      51 Sehnen wir uns nicht alle nach einer solchen Zeit der Gerechtigkeit und des Rechts? In jener Zeit wird der Pfad des Gerechten nicht so beschwerlich sein wie jetzt, sondern er wird geebnet sein. In Erwartung dieser guten Zeit schrieb der Prophet Jesaja, der eine irdische Auferstehung erhoffte, unter der Einwirkung des Geistes Gottes: „Der Pfad des Gerechten ist Geradheit. Da du gerade bist, wirst du ja die Bahn eines Gerechten ebnen. Ja, für den Pfad deiner Gerichte, o Jehova, haben wir auf dich gehofft. Nach deinem Namen und nach deinem Gedenknamen ist das Begehren der Seele gewesen. Mit meiner Seele habe ich dich in der Nacht begehrt; ja mit meinem Geist in mir suche ich dich unablässig; denn wenn es für die Erde Gerichte von dir gibt, werden die Bewohner des ertragfähigen Landes gewißlich Gerechtigkeit lernen. Auch wenn dem Bösen Gunst erwiesen werden sollte, wird er einfach nicht Gerechtigkeit lernen. Im Lande der Geradheit wird er ungerecht handeln und wird nicht die Hoheit Jehovas sehen.“ — Jesaja 26:7-10.

      52, 53. (a) Wem wird es selbst in dem „Lande der Geradheit“, dem Gott seine Gunst erweist, schwerfallen, Gerechtigkeit zu lernen? (b) Welcher vom Apostel Petrus dargelegte Grundsatz trifft offenbar auf sie zu?

      52 Das tausend Jahre bestehende „Land der Geradheit“, das Land, in dem unter den Menschen und ihnen gegenüber das Recht gilt, wird ein Ort sein, an dem allen Menschen, behaftet mit angeborener menschlicher Unvollkommenheit, Gunst erwiesen wird. Einige Glieder der Menschheitsfamilie sind tiefer gesunken als andere, und weil sie lange nicht zur Rechenschaft gezogen worden sind, sind sie in ihrer Ungerechtigkeit verhärtet. Sie sind es gewohnt, unrecht zu tun. Man versteht ohne weiteres, daß solche bösen Menschen es schwierig finden werden, zu lernen, gerecht und rechtschaffen zu handeln, obschon rings um sie her das Recht gilt und ihnen durch den König Jesus Christus göttliche Gunst erwiesen wird. Trotz der Hilfe, die ihnen geboten wird, werden sie dazu neigen, unrecht zu tun. Sie wollen die Hoheit Jehovas, des rechtmäßigen Gesetzgebers, nicht anerkennen und nicht einsehen, daß die Normen, die er für die Lebenden aufgestellt hat, recht sind. Auf sie trifft offenbar der Grundsatz zu, den der Apostel Petrus wie folgt darlegte:

      53 „Denn es ist die bestimmte Zeit, daß das Gericht beim Hause Gottes anfange. Wenn es nun zuerst bei uns anfängt, was wird das Ende derer sein, die der guten Botschaft Gottes nicht gehorchen? ,Und wenn der Gerechte mit Mühe gerettet wird, wo wird sich der Gottlose und der Sünder zeigen?‘ “ — 1. Petrus 4:17, 18.

      54. Ist es nötig, daß Personen, denen Gott seine Gunst schenkt — allerdings ohne Erfolg und ohne, daß deren Zweck erreicht wird —, bis zum Ende des Gerichtstages am Leben erhalten werden? Begründe deine Antwort.

      54 Es ist nicht unbedingt nötig, daß Personen, die sich als unverbesserlich erweisen, obschon ihnen Gott im „Lande der Geradheit“ seine „Gunst“ schenkt — allerdings ohne Erfolg und ohne, daß deren Zweck erreicht wird —, erst am Ende der tausend Jahre hingerichtet werden, weil sie sich unwürdig gezeigt haben, ewig in dem auf der Erde wiederhergestellten Paradies zu leben. Diesen Unverbesserlichen widerfährt kein Unrecht, wenn sie von dem, den Gott dazu bestimmt hat, die bewohnte Erde in Gerechtigkeit zu richten, hingerichtet werden. Die Namen dieser Hingerichteten werden nicht „im Buche des Lebens“ eingeschrieben, deshalb bleibt für sie nichts anderes als der „zweite Tod“, der durch den „Feuersee“ versinnbildet wird, der eine vollständige Vernichtung bewirkt. (Offenbarung 20:14, 15) Wer daher jetzt auf die „gute Botschaft Gottes“ hört und Liebe zur Gerechtigkeit entwickelt, handelt im Hinblick auf den bevorstehenden Gerichtstag weise und umsichtig.

  • Was wird am Ende des Tausendjahr-Gerichtstages erreicht sein?
    Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht
    • 8. Kapitel

      Was wird am Ende des Tausendjahr-Gerichtstages erreicht sein?

      1. Warum darf gewiß erwartet werden, daß die Bewohner der Erde in den tausend Jahren, in denen Satan im Abgrund ist, Gerechtigkeit lernen werden?

      WÄHREND der tausend Jahre, in denen Satan, der Teufel, im Abgrund ist, wird es ‘für die Erde und ihre Bewohner Gerichte von Gott geben’. Die himmlischen Richter werden im Auftrag Jehovas Gottes Urteile fällen und handeln. Dasselbe werden auch die sie vertretenden Fürsten auf der Erde tun. Sie werden ihr Amt so versehen wie die Richter, die Josaphat, König in Jerusalem, im ganzen Land anstellte, um das Volk zu Jehova zurückzubringen. Josaphat sagte zu ihnen: „Seht zu, was ihr tut, denn nicht für einen Menschen richtet ihr, sondern für Jehova; und er ist in der Sache des Gerichts mit euch. Und nun möge der Schrecken Jehovas [nicht der Schrecken vor Menschen] auf euch sein! Seid achtsam und handelt, denn bei Jehova, unserem Gott, gibt es weder Ungerechtigkeit noch Parteilichkeit, noch Annahme einer Bestechung.“ (2. Chronika 19:4-7) Da im Himmel solche Richter im Amt sind und auf der Erde Fürsten als ihre Vertreter richten, darf gewiß erwartet werden, daß die Bewohner des „ertragfähigen Landes“, des Paradieses, im Laufe der tausend Jahre Gerechtigkeit lernen werden. — Jesaja 26:9.

      2, 3. (a) Von welchem Bethlehemiter stammte Jesus durch David ab, und womit vergleicht Jesaja deshalb den seine irdische Laufbahn beginnenden Jesus in Verbindung mit dem Betreffenden? (b) Mit welchen Eigenschaften wird der Geist verbunden sein, der auf ihm ruhen wird, und wie wird er richten?

      2 Welch einen qualifizierten, zuverlässigen Oberrichter die Menschheit während des Tausendjahr-Gerichtstages in den „neuen Himmeln“ haben wird! Jesaja, der im achten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung lebte, hinterließ eine lebendige, herzerquickende prophetische Beschreibung dieses Richters. Dieser vorausgesagte Richter ist der Herr Jesus Christus, der messianische Nachkomme König Davids, des Sohnes Isais, des Bethlehemiters. Hätte Jehova Gott einen besseren Richter berufen und einsetzen können, um die Verhältnisse der Menschen in Ordnung zu bringen und dafür zu sorgen, daß das Volk zu seinem Recht kommt und daß auf der Erde für ewige Zeiten Gerechtigkeit geschaffen wird? Lies daher ganz aufmerksam das, was der Prophet unter dem Einfluß des Geistes Gottes über die Eigenschaften dieses künftigen Richters schreibt, der von Isai, dem Bethlehemiter, und dessen Sohn, dem König David, abstammt. Von diesem Nachkommen Davids zur Zeit des Beginns seiner irdischen Laufbahn spricht Jesaja in seiner Prophezeiung als von einem Reis, das aus dem Wurzelstock eines gefällten Baumes hervorwächst. Jesaja prophezeit:

      3 „Und es soll ein Reis aus dem Stumpf Isais hervorgehen; und ein Sproß aus seinen Wurzeln wird fruchtbar sein. Und auf ihm soll sich der Geist Jehovas niederlassen, der Geist der Weisheit und des Verständnisses, der Geist des Rates und der Machterweisung, der Geist der Erkenntnis und der Furcht Jehovas; und er wird seine Freude haben an der Furcht Jehovas. Und er wird nicht nach dem bloßen Augenschein richten noch einfach gemäß dem zurechtweisen, was seine Ohren hören. Und mit Gerechtigkeit wird er die Geringen richten, und mit Geradheit wird er Zurechtweisung erteilen müssen zugunsten der Sanftmütigen der Erde. Und er muß die Erde schlagen mit der Rute seines Mundes; und mit dem Geist seiner Lippen wird er den Bösen zu Tode bringen. Und Gerechtigkeit wird sich als der Gurt seiner Hüften erweisen und Treue als der Gurt seiner Lenden.“ — Jesaja 11:1-5.

      4. (a) In der Furcht vor wem wird er die Menschen richten? (b) Wieso wird er nicht nur ein „Reis“ oder „Sproß“ aus dem „Stumpf Isais“ bleiben, und wieso wird er die Bewohner der Erde nicht enttäuschen oder erbittern?

      4 Dieser Oberrichter hat großes Wohlgefallen an der Furcht Jehovas, er findet wirklich Freude daran, daher wird er auch ganz bestimmt für Jehova und nicht für Menschen richten. Wenn er urteilt, fürchtet er daher keinen Menschen, sondern nur Gott. Da er vor dem lebendigen und wahren Gott, Jehova, eine solch gesunde Furcht hat, muß er gewiß auch weise sein. Er blieb kein „Reis“ oder „Sproß“, der aus dem festverwurzelten „Stumpf Isais“ hervorging, sondern entwickelte sich als der größere David, der Sohn Jehovas, des lebendigen Gottes, zu einem starken, „großen Baum“, zum Träger des himmlischen Königtums. (Jesaja 61:3; vergleiche Hesekiel 17:22-24.) Auf diesem Träger königlicher Würde, der ein so hohes Amt bekleidet, ruht der machtvolle Geist Jehovas und vermittelt ihm Erkenntnis, Verständnis und Weisheit, die er für sein verantwortungsvolles Amt so dringend benötigt. Als König, der zur Rechten Gottes sitzt, wird er Jehova Ehre bereiten; und als Richter, der von Gott für dieses Amt bestimmt ist, wird er die Bewohner der Erde nicht enttäuschen oder erbittern.

      5. Inwiefern wird er als Richter, der für die Gerechtigkeit eintritt, noch unparteiischer und scharfsinniger sein als Salomo?

      5 Auf der Erde wird das Recht fest gegründet sein. Der himmlische Richter wird noch scharfsinniger sein als König Salomo, sein prophetisches Vorbild, der außerordentlich weise Urteile fällte, wie in dem schwierigen Fall, den ihm zwei Huren unterbreiteten. Beide behaupteten von einem toten Kind, es sei nicht das ihre, von einem lebenden aber, es gehöre ihnen. Salomo wandte eine einzigartige Methode an, um die wahre Mutter des lebenden Kindes zu ermitteln. Wir lesen über diesen Fall: „Und ganz Israel hörte schließlich von dem richterlichen Entscheid, den der König gefällt hatte, und Furcht vor dem König ergriff sie, denn sie sahen, daß die Weisheit Gottes in ihm war, um Recht zu üben.“ (1. Könige 3:16-28) Auch der größere Salomo wird nicht nach dem bloßen Augenschein richten noch nach dem, was er hört, sondern er wird dafür sorgen, daß der wahre Sachverhalt ermittelt wird und die Ermittlungsergebnisse unverfälscht festgehalten werden, so daß ein gerechtes Urteil gefällt und vollzogen werden kann. Er wird nicht die Großen den Geringen vorziehen oder die Hochmütigen den Demütigen.

      6. Wie wird er durch sein Vorgehen in der „großen Drangsal“ beweisen, daß in den tausend Jahren, in denen er als Richter amtieren wird, eine gerechte Rechtsprechung zu erwarten ist?

      6 Dieser Richter, so erfüllt mit dem Geist Jehovas, wird sich in der kommenden „großen Drangsal“, deren Höhepunkt der „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, Har-Magedon, sein wird, als Befreier der Geringen und der Demütigen erweisen und wird auf diese Weise zeigen, was von seiner tausendjährigen Tätigkeit als Richter erwartet werden darf. (Matthäus 24:21; Offenbarung 7:14; 16:14, 16) Seine Befehle und Richtlinien, die er an seine himmlischen Heere erlassen wird, werden wie eine „Rute“ aus seinem Mund sein, denn was er als Befehlshaber sagt, wird ausgeführt: Die ungerechte, alte „Erde“ wird zerschlagen werden. Die Lippen seines Mundes werden vom Geist Jehovas bewegt werden und seine Haltung und Empfindung gegenüber den Bösen auf der Erde zum Ausdruck bringen; das hat zur Folge, daß sie getötet werden. Der ganze Erdball wird von den Überheblichen, den Hochmütigen und den Bösen befreit werden. Und ihr unsichtbarer Herrscher, Satan, wird natürlich gefesselt und in den Abgrund geworfen werden.

      7, 8. (a) Inwiefern wird es so sein, als ob dieser Richter im Interesse der Menschheit mit Gerechtigkeit und mit Treue gegürtet wäre? (b) Welchen Wandel wird dies bei den Menschen bewirken?

      7 Die Menschheit kann von Jesus Christus, dem von Jehova Gott ernannten Richter, der tausend Jahre amtieren wird, erwarten, daß er gegenüber ihren Interessen gerecht und treu handelt. Es wird so sein, als wäre dieser himmlische Richter mit Gerechtigkeit gegürtet, so, als wäre sie seine Stärke, als hätte er sich für das Werk der Gerechtigkeit bereitgemacht. Ja es ist, als würde er sich mit der Eigenschaft der Treue gürten oder als würde er sich rüsten, zur treuen Verwaltung der Interessen des Volkes, das er gemäß den göttlichen Normen richtet, beizutragen. Welch einen Frieden und eine Ruhe wird das für die Erde zur Folge haben! Wie wird sich die Einstellung der Menschen zueinander ändern! Welch ein Wandel der Persönlichkeit zum Guten der Mitmenschen vor sich gehen wird! Das wird in den prophetischen Worten Jesajas sehr schön geschildert:

      8 „Und Gerechtigkeit wird sich als der Gurt seiner Hüften erweisen und Treue als der Gurt seiner Lenden. Und der Wolf wird tatsächlich bei dem männlichen Lamme weilen, und beim Böcklein wird selbst der Leopard lagern, und das Kalb und der mähnige junge Löwe und das wohlgenährte Tier, alle beieinander; und ein noch kleiner Knabe wird sie führen. Und die Kuh und der Bär, sie werden weiden; zusammen werden ihre Jungen lagern. Und selbst der Löwe wird Stroh fressen so wie der Stier. Und der Säugling wird gewißlich auf dem Loche der Kobra spielen; und auf die Lichtöffnung einer giftigen Schlange wird in der Tat ein entwöhntes Kind seine eigene Hand legen. Sie werden keinen Schaden stiften noch irgendwie Verderben anrichten auf meinem ganzen heiligen Berge; denn die Erde wird gewißlich erfüllt sein mit der Erkenntnis Jehovas, wie die Wasser das ganze Meer bedecken.“ — Jesaja 11:5-9.

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