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  • „Dein Reich komme“!
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 1

      „Dein Reich komme“!

      1. Was würde Gottes Königreich für dich bedeuten, wenn es bald die hier geschilderten Verhältnisse herbeiführen würde?

      WOHL kaum ein Gebet ist so häufig wiederholt worden wie dieses. Vielleicht hast du es selbst schon gesprochen. Und es gibt keinen Zweifel: Wir brauchen Gottes Königreich! Wie großartig wäre es doch, unter den Verhältnissen zu leben, die auf diesen Seiten dargestellt werden! Und das ist die Hoffnung, die uns Gottes Königreich in Aussicht stellt: Auf der ganzen Erde herrschen Frieden und Eintracht; die Menschenrassen sind in wahrer Liebe vereint; jeder leistet produktive Arbeit und genießt die Früchte seiner Arbeit; die Luft ist erfüllt von den Klängen der Schöpfung und vom Singen und Lachen glücklicher Menschen; es existiert eine gesunde menschliche Gesellschaft, in der niemand alt oder krank wird; man erfreut sich an dem Frieden mit den Tieren, an dem Duft der Blumen, an der Schönheit herrlicher Landschaften und ewig wechselnder Jahreszeiten. Ja, Gott hat verheißen, daß die Menschen all dies und noch viel mehr erleben werden, wenn Gottes Königreich gekommen sein wird.

      2, 3. Welche Veränderungen in den letzten Jahren bekräftigen die Notwendigkeit für Gottes Reich?

      2 Heute sieht es jedoch ganz anders aus. Wir leben nämlich in der Zeit, von der die Bibel sagt, daß man damit „schwer fertig wird“ (2. Timotheus 3:1). Du weißt, wie diese kritische Zeit dein eigenes Leben berührt hat. Viele, die diese Seiten lesen, haben in den Kriegen und anderen gewalttätigen Auseinandersetzungen unseres Jahrhunderts Angehörige verloren. Dennoch beteiligen sich die Nationen fieberhaft an dem größten Rüstungswettlauf aller Zeiten. Dabei haben sie bereits mehr als genug Waffen, um die ganze Menschheit auszurotten.

      3 Auch Probleme in unserer unmittelbaren Umgebung machen uns Sorgen. Überfälle, Morde und Vergewaltigungen haben so sehr zugenommen, daß sich viele von uns kaum noch auf die Straße wagen. Und hören wir nicht viel öfter von Scheidungen, zerrütteten Ehen und Straftaten als früher? In Anbetracht der sexuellen Freizügigkeit und des Drogenmißbrauchs haben viele Eltern Angst, ihre Kinder in eine öffentliche Schule zu schicken. Falls du in einer Gegend oder in einem Land lebst, wo solche Probleme noch nicht aufgetaucht sind, solltest du wirklich dankbar sein.

      4, 5. (a) Welche anderen Probleme berühren unser Leben? (b) Welche weltweiten Tendenzen zeigen. wie dringend wir Gottes Reich brauchen?

      4 Wie teuer ist es heutzutage, eine Familie zu ernähren? Und was kostet es, ein Auto zu unterhalten? Während die Preise für Lebensmittel und Benzin steigen, wirft die unstabile Weltlage düstere Schatten voraus. Wohin treibt unsere Welt? Wie ernst die Krise ist, unterstrich ein Artikel, der am 4. August 1980 in der Zeitschrift U.S. News & World Report erschien. Dort hieß es: „Wenn jetzt nicht entscheidende neue Schritte unternommen werden, wird die Welt in 20 Jahren ein schmutziger, unsicherer Planet mit Milliarden armer Menschen sein, die sich um knappe, teure Rohstoffe streiten. Diese Warnung erging am 24. Juli von einer vom Präsidenten eingesetzten Kommission, nachdem sie eine dreijährige Studie abgeschlossen hatte.“ Unter anderem ergab diese Studie, daß im Jahr 2000 die Weltbevölkerung 6,3 Milliarden erreicht haben wird, daß — von der Inflation abgesehen — sich die Lebensmittelpreise verdoppeln, Wüsten sich ausdehnen und Wälder verschwinden werden und daß mindestens die Hälfte der Ölvorräte der Welt verbraucht sein wird. Das heißt, sofern das gegenwärtige System noch so lange bestehen sollte!

      5 Was haben einzelne Nationen und besonders die Vereinten Nationen gegen diese Krise tun können? Bis jetzt sehr wenig. Das alles zeigt, wie dringend wir Gottes Reich, sein Königreich, brauchen.

      WAS IST DAS REICH GOTTES?

      6. Weshalb würden wir enttäuscht werden, wenn Gottes Reich nur im Herzen der Menschen wäre?

      6 Ist es lediglich ein Zustand im Herzen der Gläubigen? Anders ausgedrückt: Wird Gottes Königreich dann dasein, wenn genügend Menschen zum Christentum bekehrt worden sind? Einige vertreten diese Auffassung. Sie verweisen dabei oft auf die Bibel, und zwar auf Lukas 17:21, wo es gemäß älteren Ausgaben der Luther-Bibel heißt: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ Doch wenn ihre Schlußfolgerung richtig ist, rückt das Reich Gottes immer mehr in die Ferne. Wieso? Weil die Zahl derer, die sich zum Christentum bekennen, heute keine 25 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht und ständig sinkt. Außerdem gibt es Hunderte von Millionen Kirchenmitglieder, die nur selten zur Kirche gehen.

      7, 8. Wie können wir durch eine Untersuchung der Heiligen Schrift herausfinden, was die Worte in Lukas 17:21 wirklich bedeuten?

      7 Bedenke auch folgendes: Zu wem sprach Jesus, als er sagte: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch.“? Zu den heuchlerischen Pharisäern, auf die er die Worte Gottes anwandte, die der Prophet Jesaja niedergeschrieben hatte: „Ihr Herz ist fern von mir“ (Matthäus 15:1, 8, Luther; Jesaja 29:13). Wie hätte Gottes Reich in ihr verhärtetes Herz Eingang finden können? Was aber meinte Jesus mit seinen Worten wirklich? Einen Hinweis darauf findet man in neueren Ausgaben der Luther-Bibel. Dort sind diese Worte nämlich wie folgt übersetzt worden: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Und so heißt es auch in vielen anderen Bibelübersetzungen, zum Beispiel in der katholischen Einheitsübersetzung und in der Elberfelder Bibel.

      8 Jesus wollte also damit sagen, daß er selbst als designierter König unter ihnen war. Er war tatsächlich — als eine wirkliche Person — in ihrer Mitte. Das sollte uns auch vor Augen führen, daß Gottes Reich ein richtiges Königreich ist, eine wirkliche Regierung, ebenso wie sein König eine wirkliche Person ist.

      DIE HEUTIGE REALITÄT

      9, 10. Was ist ein richtiges Königreich, und inwiefern kann es für seine Untertanen Gutes bewirken?

      9 Heute gibt es auf der Erde nur noch wenige Königreiche. Es handelt sich dabei um richtige Staatswesen. Dazu gehören Norwegen, Großbritannien, Jordanien und Nepal, um nur einige zu nennen. In diesen Ländern gibt es einen König (oder eine Königin) und Mitherrscher, die ein Parlament, einen Reichstag oder ein anderes Staatsorgan bilden. Unter dieser verhältnismäßig kleinen regierenden Gruppe geht die große Masse der Bevölkerung ihrer täglichen Beschäftigung nach. Sie sind die Untertanen des Königreiches.

      10 Wo der König und seine Mitherrscher um das Wohl des Volkes wirklich besorgt sind, kann ein Königreich viel Gutes bewirken. So war es in alter Zeit im Königreich Salomos. Die Menschen waren „so viele wie die Sandkörner, die am Meer sind, an Menge; sie aßen und tranken und waren voll Freude“ (1. Könige 4:20; 10:1-9).a

      11. In welcher Hinsicht ist das Königreich Gottes irdischen Königreichen ähnlich?

      11 Ist Gottes Königreich weniger eine Realität, weil es vom Himmel aus regiert? Keineswegs! Zunächst einmal hat es einen König, der sehr lebendig und aktiv ist. Es ist Gottes Hauptbeauftragter, der Herr Jesus Christus. Über ihn sagt die Bibel: „Auf ihn werden Nationen ihre Hoffnung setzen“ (Römer 15:12). Wie die Nationen auf der Erde, so hat das himmlische Königreich eine Regierung, die sich aus einer Anzahl Personen zusammensetzt. Die Bibel zeigt, daß es sich dabei um eine begrenzte Anzahl von Mitkönigen handelt, die als Männer und Frauen hier auf der Erde ihre Lauterkeit gegenüber Gott bewiesen haben. Zu diesen sagt Jesus: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Königreich zu geben“ (Lukas 12:32; Offenbarung 5:9, 10; 20:4). Das Königreich übt seine Gewalt vom Himmel her aus. Von dieser günstigen Stellung aus kann die Königreichsregierung ihre Befehle an jeden beliebigen Ort der Erde aussenden, und das auf viel wirkungsvollere Weise als durch Funk oder Laserstrahlen.

      12, 13. Was für Gesetze, was für ein Bildungssystem und was für ein Gesundheitsprogramm hat Gottes Königreich?

      12 Wie steht es mit Gesetzen? Ja, Gottes Königreich hat Gesetze — und zwar die besten Gesetze, die man sich denken kann, weil Gott sie zum Nutzen der Menschen gegeben hat. Aufschluß über diese Gesetze kannst du in der Bibel finden (5. Mose 6:4-9; Markus 12:28-31). Hat das Königreich ein Bildungssystem? Gewiß! Sein Bildungssystem ist gegenwärtig darauf ausgerichtet, aufrichtigen Personen aller Nationen, Völker und Sprachen zu helfen und sie auf das ewige Leben unter der gerechten Verwaltung des Königreiches vorzubereiten. Ganz gleich, in welchem Land der Erde du lebst, kannst du dir diese Unterweisung zunutze machen (Matthäus 24:14; Offenbarung 7:9, 10; Jesaja 54:13).

      13 Hat das Königreich ein Gesundheitsprogramm? Es hat das praktischste aller Gesundheitsprogramme — es stützt sich nämlich auf das Loskaufsopfer des Herrn Jesus Christus. Durch dieses Programm werden die Menschen von ihren Krankheiten und körperlichen Schwächen geheilt, so daß sie ewiges Leben in voller, guter Gesundheit erlangen können (Jesaja 25:8; Johannes 10:10). Als Jesus auf der Erde lebte, vollbrachte er viele Wunder. Dadurch veranschaulichte er, daß er die Autorität und die Macht haben würde, Kranke zu heilen, Blinden das Augenlicht wiederzugeben, Gelähmte zu heilen und sogar Tote aufzuerwecken (Lukas 7:20-23). Dieses Programm des Königreiches liegt zwar noch in der Zukunft, aber diejenigen, die sich jetzt damit vertraut machen, lernen auch, ein sauberes, sittlich einwandfreies Leben zu führen, und sie werden heute schon in geistiger Hinsicht geheilt. Ihre Hoffnung für die Zukunft ist realistisch (Jesaja 65:14; Römer 10:11).

      14. Was bildete einen wichtigen Bestandteil der Lehren Jesu?

      14 Als Jesus auf der Erde lebte, lehrte er viele Einzelheiten über Gottes Königreich, ja er gab eine Vorschau auf das Leben unter seiner Herrschaft (Lukas 4:43; Matthäus 12:22-28). Er belehrte seine Jünger über Gott, damit sie sich Gott nahen und ein Verhältnis zu ihm haben könnten wie Söhne zu einem liebevollen Vater. Er gab ihnen guten Rat, damit sie mit den Situationen fertig werden könnten, die im Leben entstehen (Johannes 1:18; 14:6).

      WIE MAN WAHRES GLÜCK FINDEN KANN

      15. Wieso bedurften die Menschen der Tage Jesu genauso des Trostes wie wir heute?

      15 Das Gebet, daß Gottes Reich kommen möge, ist ein Bestandteil der Bergpredigt, die Jesus auf einem Hügel am Galiläischen Meer hielt. Seine Zuhörer waren seine auserwählten Jünger zusammen mit Scharen anderer Menschen. Diese waren von selbstsüchtigen Menschen ‘geschunden und umhergestoßen’ worden (Matthäus 9:36). Was Jesus sagte, war für seine Zuhörer tröstlich. Und seine Worte können auch für uns heute ein Trost sein.

      16. Wer findet wahres Glück, und wie?

      16 Jesus begann seine Predigt, indem er erklärte, wie man wirklich glücklich werden kann. Sagte er, man könne durch Wohlstand, Unterhaltung, Nervenkitzel und Aufregung glücklich werden? Nein. Jesus legte den Nachdruck auf geistige Dinge. Er zeigte, daß Personen, die sich „ihrer geistigen Bedürfnisse bewußt sind“ und die „nach Gerechtigkeit hungern und dürsten“, in Verbindung mit Gottes Königreich bleibendes Glück finden würden (Matthäus 5:3, 6; Lukas 8:1, 4-15). Pflegst du solch geistige Interessen?

      17, 18. (a) Was müssen wir tun, um Gottes Wohlgefallen zu erlangen? (b) Wie berührt dich die Zusicherung Jesu aus Matthäus 6:26-33?

      17 Im Laufe seiner Predigt machte Jesus klar, daß wir lernen müssen, unseren himmlischen Vater nachzuahmen, wenn wir seine Anerkennung haben wollen. Wir sollten seine Eigenschaften widerspiegeln und uns in unserem Verhalten nach seinen Maßstäben ausrichten (Matthäus 5:43-48; Epheser 5:1, 2). Wenn wir ihm wohlgefallen möchten, darf unsere Anbetung keine reine Formsache sein, die man ein- oder zweimal in der Woche absolviert. Es muß eine lebendige, aktive Anbetung sein, die in unserem täglichen Leben und durch unser liebevolles Interesse an unseren Mitmenschen zum Ausdruck kommt.

      18 Doch müssen wir nicht befürchten, daß wir in der heutigen habgierigen, selbstsüchtigen Gesellschaft Not leiden werden, wenn wir geistige Werte in unserem Leben an die erste Stelle setzen? Nicht im geringsten! Wenn wir ‘zuerst das Königreich und Gottes Gerechtigkeit suchen’, werden uns alle anderen lebensnotwendigen Dinge hinzugefügt werden. Jesus erklärte dies sehr schön. Du kannst seine Worte in Matthäus 6:26-33 nachlesen.

      19, 20. (a) Weshalb ist es wichtig, zu wissen, wie Gott über unsere Anbetung denkt? (b) Was kann uns helfen, dem Königreich Gottes in unserem Leben den Vorrang zu geben? (c) Weshalb wird es nützlich sein, das „Vaterunser“ zu betrachten?

      19 Wie sollen wir denn ‘zuerst das Königreich suchen’? Bedeutet es, daß uns Gottes Segen gewiß ist, wenn wir „in die Kirche unserer Wahl“ gehen? Oder müssen wir versuchen, herauszufinden, wie Gott von uns angebetet werden möchte? Beachte, was Jesus diesbezüglich sagte: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ,Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.“ Er zeigte deutlich, daß einige, die behaupten würden, in seinem Namen prophezeit und in seinem Namen Machttaten vollbracht zu haben, in Wirklichkeit von Gottes Standpunkt aus „Täter der Gesetzlosigkeit“ seien (Matthäus 7:21-23; siehe auch 7:13, 14). Wie können wir mit Sicherheit erfahren, wie Gott über unsere Anbetung denkt? Nur indem wir uns mit seinem Wort, der Bibel, gut vertraut machen.

      20 Eine Untersuchung der Bibel wird uns helfen, Gottes Königreich in unserem Leben die Vorrangstellung zu geben, die ihm gebührt, und zwar entsprechend unseren persönlichen Lebensumständen. Wir werden dann unsere Lebensanschauung völlig ändern und erkennen, was das Wichtigste im Leben ist. Betrachten wir daher als nächstes den Teil der Bergpredigt, der als das „Vaterunser“ bekannt ist (Matthäus 6:9-13). Eine Besprechung dieses Mustergebets wird uns helfen, richtig zu verstehen, was Gott von uns verlangt, damit wir wirklich glücklich werden können. Sie wird auch zeigen, daß das begeisternde Thema der Bibel die Heiligung des Namens Gottes durch sein Königreich unter Jesus Christus ist.

  • Der König der Ewigkeit
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 2

      Der König der Ewigkeit

      1. Weshalb sollten wir Vertrauen zu Gott als zu einem wirklichen Vater haben?

      JESUS leitete das Mustergebet damit ein, daß er Gott mit „unser Vater“ anredete. Nein, Gott ist nicht nur der Vater Jesu Christi, sondern er wird schließlich der Vater aller Menschen sein, die diesen liebevollen „Hörer des Gebets“ gehorsam anbeten (Psalm 65:2). Als „König der Ewigkeit“ ist er beständig um seine Geschöpfe besorgt, wie ein guter menschlicher Vater um seine Kinder besorgt ist (1. Timotheus 1:17). Wir sollten zu „unserem Vater“ Vertrauen haben als zu einer wirklichen Person, die für uns sorgt. Ungeachtet unserer Sprache, unserer Hautfarbe oder unserer sozialen Stellung sollten wir uns frei fühlen, uns ihm zu nahen, da „Gott nicht parteiisch ist, sondern ... ihm in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist“ (Apostelgeschichte 10:34, 35).

      2, 3. Inwiefern hat uns unser Vater sowohl das Leben gegeben als auch auf großartige Weise für uns gesorgt? (1. Mose 1:1, 2, 31).

      2 „Unser Vater in den Himmeln“ ist der Schöpfer, derjenige, der der Menschheit das Leben gab (Matthäus 6:9; Psalm 36:9). Er hat uns aber nicht nur das Leben gegeben, sondern er sorgt auch auf großartige Weise für uns. Von einem verantwortungsbewußten Vater erwarten wir, daß er seinen Kindern Obdach und Nahrung gibt, selbst wenn ihn das viel Zeit und Mühe kostet. Unser himmlischer Vater hat dies getan, und zwar auf eine äußerst großzügige Weise.

      3 Denke nur darüber nach, wie liebevoll dieser „König der Ewigkeit“ die Erde als unsere Wohnstätte zubereitet hat! Er setzte sie genau an die richtige Stelle in der Ausdehnung der Himmel, und durch seine Allmacht brachte er auf der Erde alles hervor, was der Mensch braucht, um leben zu können und glücklich zu sein. Dann erschuf er Mann und Frau und setzte sie in diese herrliche Wohnstätte — wahrhaftig eine großartige Gabe an die „Menschensöhne“! (Psalm 115:16; 19:1, 2).

      4. (a) Wie gütig und vorsorglich war unser Vater, als er unsere Wohnstätte zubereitete? (b) Was gibt uns die Zusicherung, daß er uns glücklich sehen will?

      4 Welch eine schöne Heimat hat doch unser himmlischer Vater seinen Kindern hier auf der Erde gegeben! Er hat es so eingerichtet, daß auf einen hellen Tag voller Tätigkeit eine kühle, ruhebringende Nacht folgt. Zu unserem Nutzen und unserer Freude ordnete er den Ablauf der Jahreszeiten (1. Mose 8:22). Er gab uns einen großen Vorrat an Wasser, diesem lebenswichtigen Gut, und verteilte es so über die Erde, daß wir je nach Bedarf davon Gebrauch machen können. Er hat unsere ganze Heimat, die Erde — viele Millionen Quadratkilometer —, mit einem erfrischenden Pflanzenteppich ausgelegt. Er hat sie mit farbenprächtigen Blumen geschmückt. Er hat wunderbare Landschaften geformt mit herrlichen Wäldern, Seen und Bergen. Im „Keller“ der Erde hat er große Mengen an Kohle, Öl und anderen Energieträgern gespeichert. Er füllt die „Speisekammer“ der Erde immer wieder mit einer Fülle von Getreide, Obst, Gemüse und anderen schmackhaften Delikatessen auf. Wie weise und fürsorglich ist doch unser himmlischer Vater! Die Bibel bezeichnet ihn als den „glücklichen Gott“. Offensichtlich wünscht er, daß auch wir glücklich sind (1. Timotheus 1:11; Jesaja 25:6-8).

      DER „NAME“ UNSERES VATERS

      5. Was sollte unser Herzenswunsch sein, wenn wir die einleitenden Worte des Mustergebets Jesu beten?

      5 Unser liebevoller himmlischer Vater hat ‘einen guten Namen’, einen ausgezeichneten Ruf als großzügiger Versorger. Er hat auch einen Eigennamen wie jeder menschliche Vater. Wenn wir einen achtbaren menschlichen Vater haben, sollte es uns weh tun, wenn sein Name und sein Ruf geschmäht werden. Wir sollten den Wunsch haben, daß sein Name respektiert wird. In noch größerem Maße sollte es unser Wunsch sein, daß der Name unseres himmlischen Vaters geehrt wird. Daher sollten wir aus vollem Herzen das beten können, was Jesus in seinem Mustergebet an die erste Stelle setzte: „Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt“ (Matthäus 6:9; Sprüche 22:1).

      6. Welchen Wunsch hast du in Verbindung mit Gottes Namen?

      6 Tatsächlich sollten wir immer inständig darum beten, daß der Name des großen Schöpfers des Himmels und der Erde erhöht werden möge, hoch über alle anderen Namen, und daß er sich als der kostbarste, bedeutungsvollste und liebenswerteste Name im ganzen Universum erweise. Weit wichtiger als unsere eigene Rettung ist die Heiligung des Namens Gottes. Sein Name und Ruf muß heiliggehalten, ja gegen alle Vorwürfe verteidigt werden, die schamlose Geschöpfe gegen ihn erhoben haben.

      7. Wie lautet Gottes Eigenname gemäß der Bibel?

      7 Wie lautet denn der Eigenname unseres himmlischen Vaters? Er wird uns in einem Zusammenhang geoffenbart, aus dem hervorgeht, daß der Träger dieses großartigen Namens Feinde hat. Über diese Feinde heißt es in Psalm 83, Vers 17 und 18 gemäß der Elberfelder Bibel: „Laß sie beschämt und hinweggeschreckt werden für immer und mit Scham bedeckt werden und umkommen und erkennen, daß du allein, dessen Name Jehova ist, der Höchste bist über die ganze Erde!“ (Siehe auch Psalm 100:3.)

      8. Was haben Gottes Feinde mit seinem Namen zu tun versucht, und mit welchem Ergebnis?

      8 Gottes Name lautet also JEHOVA. Doch viele Personen, die vorgeben, Gott anzubeten, verhalten sich diesem Namen gegenüber sehr respektlos. Einige haben seinen Namen sogar aus ihren Bibelübersetzungen ausgemerzt und ihn durch die Titel „HERR“ und „GOTT“, mit Großbuchstaben geschrieben, ersetzt. Dadurch wird nicht nur Gottes erhabener Name verborgen, sondern man kann auch den Herrn Jehova mit dem Herrn Jesus Christus und mit anderen in der Bibel erwähnten „Herren“ und „Göttern“ verwechseln (Psalm 110:1; 5. Mose 10:17; Römer 1:4; 1. Korinther 8:5, 6). Wie kann jemand aufrichtig darum beten, Gottes Name möge geheiligt werden, wenn er versucht, diesen Namen zu verbergen?

      9. (a) Wie wird Gottes Name in Hebräisch und in anderen Sprachen geschrieben? (b) Aus wie vielen Personen setzt sich Gott gemäß der Bibel zusammen?

      9 Der unvergleichliche Name Gottes wird in Hebräisch, der ersten beim Schreiben der Bibel verwendeten Sprache, durch die Buchstaben יהזה dargestellt, die einige „Jahwe“ aussprechen. Die allgemein eingebürgerte Form des Namens in Deutsch ist „Jehova“, und in anderen Sprachen wird der Name ähnlich geschrieben. Dadurch, daß wir den Namen „Jehova“ gebrauchen, können wir deutlich zeigen, von wem wir reden. Er ist „e i n Jehova“. Er ist nicht Jesus Christus, denn Jesus ist Gottes loyaler Sohn, „das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung“ (Kolosser 1:15; Markus 12:29; 5. Mose 6:4).

      10. Was bedeutet Gottes Name, und wie hat er dies bewiesen?

      10 Der Name „Jehova“ hat eine wichtige Bedeutung. Er bedeutet: „Er veranlaßt zu werden [oder: sich zu erweisen].“ Das bezieht sich auf ihn selbst, nicht auf sein schöpferisches Wirken. Zum Beispiel erklärte er, daß „Jehova“ sein „Gedenkname“ sei, als er im Begriff war, der wunderbare Befreier seines Volkes Israel zu werden und es vor dem Pharao zu retten (2. Mose 3:13-15). Als später der Prophet Jeremia anerkannte, daß der Souveräne Herr Jehova den Himmel und die Erde durch ‘seine große Kraft und durch seinen ausgestreckten Arm’ gemacht hat und „groß an Rat und überströmend an Taten“ ist, sicherte Jehova seinem Propheten zu, zur gegebenen Zeit etwas scheinbar Unmögliches zu tun: Er würde der Wiederhersteller seines Volkes werden, indem er es aus der Babylonischen Gefangenschaft befreien würde. Und das tat er auch wirklich! (Jeremia 32:17-19, 27, 44; 2. Chronika 36:15-23).

      11. Wie kann Gottes Name heute mit seinem Königreich in Verbindung gebracht werden?

      11 Auch heute ist Jehova der große Gott, der „veranlaßt zu werden“. Er ist in der Lage, persönlich das zu werden, was immer erforderlich ist, jede nötige Rolle zu übernehmen, um durch sein Königreich Wunderbares zu tun — zur Heiligung seines Namens und zum Nutzen seines Volkes. Was immer er sich vornimmt, tut er auch, und zwar mit Erfolg (Jesaja 48:17; 55:11).

      GOTTES NAME GEHEILIGT?

      12. Wie denkt die Menschheit über Gott?

      12 Schätzt, respektiert und liebt die Menschheit diesen erhabenen Gott, der so rechtschaffen ist und der seine Geschöpfe auf der Erde so wunderbar versorgt hat? Sieh dich auf der Erde um, und du wirst die Antwort erhalten. Wie falsch ist doch Gott von den Religionsgemeinschaften der sogenannten christlichen Nationen dargestellt worden! Viele dieser Nationen haben ihn als einen parteiischen Gott angesehen und haben zu ihm gebetet, er möge ihnen helfen, gegen ihre Mitmenschen Krieg zu führen. Andere haben ihn als einen grausamen Gott betrachtet, der die „Seelen“ Verstorbener den peinigenden Flammen einer ewigen Qual ausliefert. Wieder andere haben ihn herabgewürdigt, indem sie ihn mit leblosen Standbildern aus Holz oder Stein verglichen. Viele haben seine gerechten Gesetze mutwillig übertreten und behauptet, Gott sehe das nicht und er kümmere sich nicht darum. (Vergleiche damit Apostelgeschichte 10:34, 35, Jeremia 7:31, Jesaja 42:8 und 1. Petrus 5:7.)

      13. Wozu würde es schließlich führen, wenn fehlgeleitete Personen ihre lieblose Handlungsweise fortsetzen dürften?

      13 Wenn aber fehlgeleitete Personen Gott nicht lieben und seinen Namen nicht heiligen, wie können sie dann ihre Mitmenschen lieben? (1. Johannes 4:20, 21; 5:3). Wenn unter der Menschheitsfamilie die Liebe nicht wiederhergestellt wird, muß die Welt schließlich ein Dschungel der Uneinigkeit, Gewalt und Anarchie werden. In einigen Gegenden ist sie das schon. Da immer mehr Nationen mit Kernwaffen ausgerüstet sind, könnten eines Tages kriegslüsterne Personen die ganze Menschheit ausrotten. Doch das wird unser liebevoller Vater niemals zulassen! (Psalm 104:5; 119:90; Jesaja 45:18).

      WIE GOTT SEINEN NAMEN HEILIGT

      14, 15. Wer trägt am meisten dazu bei, Gottes Namen zu heiligen, und wie?

      14 Wer trägt am meisten dazu bei, Gottes Namen zu heiligen? Das ist Jehova selbst! Er tut es, indem er Maßnahmen zur Rechtfertigung seiner gerechten Maßstäbe ergreift. Er wird alle die hinrichten, die sich seinem heiligen Willen widersetzen. Dazu gehören Personen, die ihre Mitmenschen bedrücken und Unwahrheiten über Gott lehren (Psalm 140:12, 13; Jeremia 25:29-31). Jehova kann sich nicht verleugnen. Er ist der wahre Gott, der die ausschließliche Anbetung all seiner Geschöpfe verdient. Er ist der Souverän des Universums, dem alle Geschöpfe Gehorsam schulden (Römer 3:4; 2. Mose 34:14; Psalm 86:9).

      15 Wenn der Souveräne Herr Jehova seinen Namen heiligt, wird er alle Menschen von der Erde wegtilgen, die verderblich, im Gegensatz zu seinem Willen, handeln. Er haßt nämlich Bosheit und liebt Gerechtigkeit (Psalm 11:5 bis 7). Er selbst sagt: „Ich werde mich gewißlich als groß erweisen und mich heiligen und mich kundtun vor den Augen vieler Nationen; und sie werden erkennen müsse, daß ich Jehova bin“ (Hesekiel 38:23). Wenn wir daher Gottes Wohlgefallen wünschen, müssen auch wir seinen Namen heiligen, das heißt ihn heilighalten und respektieren, und in Übereinstimmung mit seinem Willen leben.

      16. Welche Rolle kannst du durch deinen Wandel bei der Heiligung des Namens Gottes spielen?

      16 Alle, die Jehova anbeten, werden seinen Namen durch ihren Wandel entweder ehren oder entehren. Mögen wir uns daher alle so verhalten, daß andere über den großartigen Gott, dem wir dienen, gut reden und daß wir sein Herz erfreuen (1. Petrus 2:12; Sprüche 27:11). Als gehorsame Kinder sollten wir den Wunsch haben, uns gegenüber unserem Vater für all seine Gaben als dankbar zu erweisen, auch für unsere herrliche Wohnstätte — die Erde —, die unter der Königreichsherrschaft seines Sohnes zu noch größerer Herrlichkeit wiederhergestellt wird (Jesaja 6:3; 29:22, 23).

      17. Mit welcher Einstellung sollten wir uns dem „König der Ewigkeit“ im Gebet nahen?

      17 Wie wünschenswert ist es doch, die Anerkennung dieses „Königs der Ewigkeit“ zu erlangen! Dies ist jedoch nicht aufgrund eigener Verdienste möglich, denn wir alle haben sündige Eltern und sind unvollkommen zur Welt gekommen. Wir können aber wie König David zu Gott beten: „Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden, und tilge selbst alle meine Vergehungen aus. Schaffe in mir auch ein reines Herz, o Gott, und lege einen neuen, einen festen Geist in mich“ (Psalm 51:5-10). Während wir kennenlernen, was „unser Vater in den Himmeln“ von uns verlangt, können wir darum beten, daß wir der ewigen Segnungen teilhaftig werden mögen, die sein Königreich mit sich bringen wird. Ja, wir können vertrauensvoll darum beten, daß Gottes Königreich komme. Und was wird dieses Königreich für die Menschen hier auf der Erde bedeuten? Wir werden sehen.

  • Was das Königreich für die Erde bedeutet
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 3

      Was das Königreich für die Erde bedeutet

      1, 2. Wieso zeigt das Kommen des Königreiches, daß Gott an der Erde und ihren Bewohnern interessiert ist?

      IN Jesu Mustergebet heißt es weiter: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:10). Gott ist an der Erde und an all denen, die darauf leben und gelebt haben, sehr interessiert. Deshalb kommt Gottes Königreich, und zwar um „die zu verderben, die die Erde verderben“, um die Auferstehung von den Toten zu ermöglichen, um unseren Feind, den Tod, zu beseitigen und um die Erde zu einer glücklichen, friedlichen Wohnstätte für die Menschen zu machen (Offenbarung 11:15, 18; 21:1, 3, 4).

      2 Wie sehnlich sollten wir daher beten: „Dein Königreich komme.“! Das ist Gottes Königreich in den Händen seines Sohnes, des Herrn Jesus Christus. Durch dieses Königreich wird der Wille Jehovas, der selbst der „König der Ewigkeit“ ist, tatsächlich auf der Erde verwirklicht werden. Beachte, was das für die Angehörigen aller Nationen bedeuten wird:

      DER FRIEDEFÜRST REGIERT

      3, 4. (a) Obwohl die UNO welche prophetischen Worte auf sich angewandt hat, hat sie versagt, und warum? (b) Nur welche Instanz kann bleibenden Frieden herbeiführen, und auf welche Weise?

      3 In einer Vorschau auf die Königreichsherrschaft Christi nennt Gottes Prophet ihn „Fürst des Friedens“, und er fügt hinzu: „Für die Fülle der fürstlichen Herrschaft und den Frieden wird es kein Ende geben.“ Derselbe Prophet sichert uns zu: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. Nation wird nicht gegen Nation das Schwert erheben, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen.“ Obwohl diese letzteren Worte in eine Wand gegenüber dem Hauptsitz der Vereinten Nationen eingemeißelt sind, wird diese von Streitigkeiten zerrissene internationale Organisation die Prophezeiung nicht erfüllen. Die UNO hat als Organ zur Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit unter den Nationen kläglich versagt (Jesaja 2:4; 9:6, 7).

      4 Wenn wahrer und bleibender Friede herrschen soll, muß es für jeden Recht geben, muß wirklich Gerechtigkeit geübt werden. Nur das Königreich des Friedefürsten kann dies garantieren; es wird ‘fest aufgerichtet und gestützt sein durch Gerechtigkeit’. Ja, dieses Königreich ist das Mittel, das Gott dazu benutzen wird, ‘Frieden auf Erden unter Menschen guten Willens’ herbeizuführen (Jesaja 9:7; 32:17; Lukas 2:14).

      5. Welch erstaunliche Dinge wird das Königreich bewirken, um wahren Frieden herbeizuführen?

      5 Wie wird Gottes Königreich dies erreichen? Ganz besonders dadurch, daß es unter dem Friedefürsten gegen die kriegführenden Nationen der Welt ‘kommt’. Psalm 46:8, 9 fordert uns auf: „Seht die Taten Jehovas, wie er erstaunliche Ereignisse auf der Erde hat einsetzen lassen. Kriege läßt er aufhören bis an das äußerste Ende der Erde. Den Bogen zerbricht er, und den Speer zersplittert er; die [Kriegs-]Wagen verbrennt er im Feuer.“ Das Königreich wird alle Waffen der Gewalttätigkeit verbieten. Außerdem wird es nicht zulassen, daß sich auf den Straßen Personen herumtreiben, die andere berauben oder vergewaltigen, denn unter Gottes Königreich werden „die Sanftmütigen ... die Erde besitzen, und sie werden in der Tat ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens“ (Psalm 37:9-11).

      EIN PROPHETISCHES VORBILD

      6. Welche herrliche Erfüllung hatten biblische Prophezeiungen im 6. Jahrhundert v. u. Z.?

      6 Viele Prophezeiungen der Bibel beziehen sich auf die Gefangenschaft des alten Volkes Israel. Nachdem die Israeliten Babylon 70 Jahre lang gedient hatten, kehrte im Jahre 537 v. u. Z. ein treuer Überrest in sein eigenes Land zurück. Während all dieser Jahre hatte das Land verödet dagelegen; es war eine Wildnis geworden. Doch jetzt, wo Jehovas Segen wieder auf seinem Volk ruhte, sollte eine bemerkenswerte Wandlung vor sich gehen. Prophezeiungen, die Hunderte von Jahren im voraus geschrieben worden waren, erfüllten sich auf wunderbare Weise:

      „Die Wildnis und die wasserlose Gegend werden frohlocken, und die Wüstenebene wird voller Freude sein und blühen wie der Safran. Sie wird ganz bestimmt blühen, und sie wird tatsächlich mit Fröhlichkeit und mit Jubelrufen frohlocken. Die Herrlichkeit des Libanon selbst soll ihr gegeben werden, die Pracht des Karmel und Scharons. Dort werden die sein, die die Herrlichkeit Jehovas, die Pracht unseres Gottes, sehen werden“ (Jesaja 35:1, 2; siehe auch Jesaja 65:18-25; Micha 4:4).

      7. Was können wir daher für die Erde erwarten, wenn Gottes Königreich ‘kommt’?

      7 Wie die Geschichte bezeugt, erfüllten sich diese Prophezeiungen auf wunderbare Weise an Gottes wiederhergestelltem Volk in dem Jahrhundert nach seiner Freilassung aus Babylon. Wird Gottes Königreich etwa weniger zur Wiederherstellung paradiesischer Verhältnisse tun, wenn es ‘kommt’, um alle Kinder Gottes hier auf der Erde zu segnen? Die Antwort lautet eindeutig „Nein!“ Das Königreich wird tatsächlich dafür sorgen, daß Gottes Auftrag, mit dem er die Menschheit ursprünglich betraute, nämlich sich die Erde zu unterwerfen, sie zu einem Paradies gleich dem Garten Eden zu machen, vollständig ausgeführt wird (1. Mose 1:28; 2:8-14; Jesaja 45:18).

      EIN WELTWEITES PARADIES

      8. Was wird unter dem Königreich in bezug auf Lebensmittel- und Treibstoffvorräte geschehen, und welchem Gesetz wird gehorcht werden?

      8 Wenn Gottes Königreich ‘kommt’, wird es mit Lebensmittelknappheit und Inflation vorbei sein, denn „es wird Fülle an Getreide auf der Erde geben; auf dem Gipfel der Berge wird Überfluß sein“. Unser liebevoller himmlischer Vater wird wieder „grünes Gras für die Tiere sprossen [lassen] und Pflanzenwuchs zum Dienste der Menschheit, um Nahrung hervorgehen zu lassen aus der Erde, und Wein, der das Herz des sterblichen Menschen erfreut, um das Angesicht von Öl leuchten zu lassen, und Brot, das selbst das Herz des sterblichen Menschen stärkt“ (Psalm 72:16; 104:14, 15). Dann wird es keine Probleme mehr mit der Verteilung der Nahrungsmittel unter den Nationen geben, keine Rationierung, keine langen Schlangen an den Tankstellen. Habgierige Profitmacher werden nicht mehr dasein. Alle Menschen werden dem königlichen Gesetz gehorchen: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ und je nach den Bedürfnissen alles miteinander teilen (Jakobus 2:8).

      9. Welche Zusicherung haben wir, daß dann nichts der Menschheit schaden wird?

      9 Außerdem können wir erwarten, daß das Königreich Naturereignisse wie Erdbeben und Wirbelstürme in Schranken halten wird. Jesus deutete an, wie dies geschehen könnte, als er einen „heftigen Windsturm“ beruhigte. Auf diese Weise erkannten seine Jünger, daß „ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen“ (Markus 4:37-41). Im gesamten irdischen Bereich des Königreiches Gottes wird es nichts geben, was Schmerzen, Schaden oder Verderben bringen könnte. (Vergleiche Jesaja 11:6-9.)

      10. Was zeigen die vielen Wunder Jesu in bezug auf das Königreich an?

      10 Es werden keine großen Krankenhäuser zur Behandlung der physisch und geistig Kranken mehr nötig sein. Herzkrankheiten, Krebs und andere furchtbare Krankheiten werden ausgemerzt werden, denn der große Arzt, Jesus Christus, wird den Wert seines Loskaufsopfers „zur Heilung der Nationen“ anwenden. Die vielen Wunder, die Jesus während seines Erdenlebens vollbrachte — seine Heilungen und seine Toten­auferweckungen —, sind nur ein kleines Anzeichen für das, was er durch seine machtvolle Königreichsherrschaft zustande bringen wird. Sogar die ererbte Sterblichkeit der Menschen wird beseitigt werden, denn die Bibel sichert uns zu, daß der ‘Tod nicht mehr sein’ wird (Offenbarung 21:4; 22:1, 2; Matthäus 11:2-5; Markus 10:45; Römer 5:18, 19).

      11. Welche Freude wird während der Königreichsherrschaft Jesu alles andere übertreffen?

      11 Und Freude aller Freuden: Keine Friedhöfe werden mehr das Bild einer Landschaft beeinträchtigen, denn die Gräber werden geleert worden sein! Als „Erstlinge“ der Auferstehung sollen 144 000 loyale Jünger mit Jesus im Himmel vereinigt werden, um mit ihm in seinem Königreich zu herrschen. Auch wird die wunderbare Verheißung Jesu erfüllt werden, daß die übrigen Toten, „die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden ... zu einer Auferstehung“. Sie werden die großartige Gelegenheit erhalten, als Untertanen des Königreiches hier auf der Erde zu menschlicher Vollkommenheit zu gelangen (Johannes 5:28, 29; Offenbarung 14:1-5; 20:4-6, 11, 12).

      12. (a) Weshalb solltest du den Wunsch haben, ewig im Paradies zu leben? (b) Was müssen wir gemäß Johannes 17:3 tun, wenn wir dorthin gelangen wollen?

      12 Möchtest du erleben, wie die Erde von allem Schlechten gereinigt und in ein Paradies der Wonne umgewandelt wird? Möchtest du hiersein, um die auferweckten Toten willkommen zu heißen? Würdest du gern für immer auf einer Erde leben, der Herrlichkeit verliehen worden ist — wo niemand über Altersschwäche klagt oder der Freuden müde wird, die jeder neue Tag mit sich bringt? Das ist möglich — wenn du Gottes Erfordernissen zum Erlangen des ewigen Lebens entsprichst. Jesus drückte dies mit einfachen Worten aus, als er in einem Gebet zu seinem Vater sagte: „Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3). Welch ein Vorrecht wird es sein, ewig im Paradies zu leben, wenn die „Erde ... erfüllt sein [wird] mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Jehovas, wie die Wasser selbst das Meer bedecken“! (Habakuk 2:14).

      „UNSER BROT FÜR DIESEN TAG“

      13. Weshalb können wir vertrauensvoll um „unser Brot für diesen Tag“ bitten?

      13 Heute sind wir jedoch sehr stark an unseren gegenwärtigen Bedürfnissen interessiert. Für viele von uns ist es eine regelrechte Herausforderung geworden, den Lebensunterhalt zu verdienen und ihre Familie zu ernähren. Wir müssen daher nicht nur darum beten, daß der Vater seinen großen Namen heiligen und dafür sorgen möge, daß durch das Kommen seines Königreiches sein Wille auf der Erde geschehe; wir müssen auch wegen unserer täglichen Bedürfnisse zu Gott beten, um „unser Brot für diesen Tag“. Das können wir mit der vollen Zuversicht tun, daß Gott als der große Ernährer seinen Teil dazu beitragen wird, wenn wir nach seinen gerechten Grundsätzen leben und die Interessen seines Königreiches in unserem Leben an die erste Stelle setzen. Es ist so, wie Jesus weiter sagt: „Macht euch nie Sorgen und sprecht: ,Was sollen wir essen?‘ oder: ,Was sollen wir trinken?‘ oder: ,Was sollen wir anziehen?‘, denn all diesen Dingen streben die Nationen begierig nach. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr all diese Dinge benötigt. So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und Seine Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden“ (Matthäus 6:11, 31-33).

      „VERGIB UNS UNSERE SCHULDEN“

      14, 15. (a) Wozu sollten wir gemäß Matthäus 6:12 bereit sein? (b) Welche wunderbaren Vorbilder können wir in dieser Hinsicht nachahmen?

      14 Wenn wir ein vertrautes Verhältnis zu unserem Vater aufbauen wollen, müssen wir demütig anerkennen, daß wir in seiner Schuld stehen und daß wir gegen ihn und unsere Mitmenschen gesündigt haben. Es ist daher passend, zu Gott zu beten: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben“ (Matthäus 6:12).

      15 In seiner wunderbaren Güte, die wir gar nicht verdient haben, sandte Gott seinen Sohn, Jesus, in die Welt, damit er „seine Seele als ein Lösegeld im Austausch gegen viele“ von uns Menschen gebe. Dadurch wurde eine Grundlage für die Vergebung unserer Sünden gelegt (Matthäus 20:28). Welch große Barmherzigkeit bekundete Gott dadurch doch gegenüber der sündigen Menschheit! Und welch zwingenden Grund haben wir daher, die Schwächen unserer Mitmenschen zu übersehen! Wir sollten sogar bereit sein, noch weiter zu gehen: nämlich selbst schwere Sünden zu vergeben, die jemand gegen uns begangen hat. So können wir gegenüber anderen die starke Liebe zum Ausdruck bringen, die — wie Jesus sagte — ein Kennzeichen wahrer Christen ist (Johannes 13:35; Kolosser 3:13; 1. Petrus 1:22).

      „BEFREIE UNS VON DEM, DER BÖSE IST“

      16, 17. (a) Wie sind die Worte „Bringe uns nicht in Versuchung“ zu verstehen? (b) Wie können wir in Übereinstimmung mit der Bitte handeln: „Befreie uns von dem, der böse ist.“?

      16 Schließlich lehrte uns Jesus, folgendes zu beten: „Bringe uns nicht in Versuchung, sondern befreie uns von dem, der böse ist“ (Matthäus 6:13). Wir sollten nicht denken, Gott lege uns Versuchungen in den Weg und bringe uns zu Fall. In Wirklichkeit ist es Satan, der böse Rebell gegen Gott, der uns von Gott abwendig machen möchte.

      17 Der Vater rüstet uns jedoch aus, damit wir ‘gegen die Machenschaften des Teufels standzuhalten vermögen’, ja damit wir mit ihm und den bösen Geistermächten, die unter seinem Einfluß stehen, erfolgreich ringen können. Damit wir nicht ‘in Versuchung gebracht’ werden, stellt uns Gott eine vollständige geistige Waffenrüstung zur Verfügung, die wir anziehen können. Der Apostel Paulus beschreibt sie in Epheser 6:10-18. Während wir standhalten, indem wir uns dieser von Gott stammenden Ausrüstung bedienen und im Gebet verharren, wird der Vater dafür sorgen, daß wir nicht ‘in Versuchung gebracht’, sondern ‘von dem, der böse ist, befreit’ werden (1. Petrus 5:6-9).

      18. Was ist, zusammengefaßt, der Inhalt des Mustergebets?

      18 Möge Jehovas erhabener Name bald durch das ‘Kommen seines Königreiches’ geheiligt werden! Möge sein Wille auf der Erde geschehen, indem alles Böse beseitigt wird und indem sie zu seiner Ehre ein weltweites Paradies wird. Möge unser himmlischer Vater, solange das gegenwärtige böse System besteht, uns mit dem zum Leben Notwendigen versorgen, uns helfen, mit anderen ein gutes Verhältnis zu bewahren, und uns aus den Klauen Satans befreien. Um diese Dinge lehrte Jesus uns beten. All das ist in seinem Mustergebet enthalten.

      [Kasten auf Seite 25]

      WAS GOTTES KÖNIGREICH TUN WIRD

      ● Jehovas Souveränität hochhalten, Satans Herrschaft beenden.

      ● Falsche Religion und korrupte Herrscher von der Erde beseitigen.

      ● Die Herrschaft Christi, des „Friedefürsten“, herbeiführen.

      ● Dafür sorgen, daß die ganze Erde ein herrliches Paradies wird.

      ● Wohnungsnot, Nahrungsmittel- und Brennstoffknappheit beseitigen.

      ● Eine Gesellschaft hervorbringen, die sich durch Nächstenliebe auszeichnet.

      ● Die Naturkräfte kontrollieren, Katastrophen verhindern.

      ● Belastungen, Schmerzen, Kümmernisse und das Altern abschaffen.

      ● Den Tod, Krankheiten und alle Sorgen beseitigen.

      ● Die Milliarden Verstorbenen auferwecken, damit sie ewig auf der Erde leben können.

  • Woher ‘kommt’ das Königreich?
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 4

      Woher ‘kommt’ das Königreich?

      1. Welche wichtigen Fragen stellt man sich im Hinblick auf 1. Timotheus 1:17 und Offenbarung 15:3?

      DA Jehova in der Bibel als der „König der Ewigkeit“ beschrieben wird, mag man sich fragen, wieso ein Königreich ‘kommen’ muß, um seinen Namen zu heiligen (1. Timotheus 1:17; Offenbarung 15:3). Und wenn es kommt, woher kommt es?

      2. Welche Zustände haben auf Gottes Namen Schmach gebracht, und inwiefern?

      2 Zunächst einmal ist es offenkundig, daß eine umwälzende Änderung eintreten muß, wenn auf der Erde wieder Gerechtigkeit, Frieden und Glück einkehren sollen. Regierungen haben es in vieler Hinsicht versäumt, sich um das Wohl ihrer Bürger zu kümmern, und die Nationen sind auch unter sich in Aufruhr. Völker und Rassen werden durch Haßgefühle, Rivalitäten und nationale Vorurteile getrennt. Durch diese Zustände wird der Vorsatz des Schöpfers in ein völlig falsches Licht gerückt und große Schmach auf seinen Namen gebracht (Römer 2:24; Hesekiel 9:9).

      3. (a) Wie ‘kommt’ Gottes Königreich in dieses Bild? (b) Was ist an dem Königreich so besonders?

      3 Um diese Situation in Ordnung zu bringen, ist eine ganz besondere Regierung erforderlich. Und dafür wird Jehova sorgen. Woher kommt sie? Von Jehova selbst, der in den Himmeln wohnt. Es ist ein untergeordnetes Königreich, das Jehovas universelle Souveränität zum Ausdruck bringt. Seine Gewalt entstammt dem Königtum, das Jehova von Anfang an hatte, lange bevor Himmel und Erde erschaffen wurden. Da diese ganz besondere göttliche Regierung von Gottes himmlischer Organisation hervorgebracht wird, erbt sie die wunderbaren Merkmale der nie endenden Souveränität Jehovas (Offenbarung 12:1, 2, 5).

      JEHOVAS UNIVERSELLE SOUVERÄNITÄT

      4. Wie wird Jehovas Souveränität in Offenbarung 4:11 passend beschrieben?

      4 Da Gott „alle Dinge erschaffen“ hat, ist er der rechtmäßige Souverän über die gesamte bestehende Schöpfung. Selbst diejenigen, denen Gott Königtum im Himmel verleiht, müssen ‘vor dem niederfallen, der auf dem Throne sitzt, und den anbeten, der immer und ewiglich lebt’. Sie erkennen demütig die Oberhoheit des „Königs der Ewigkeit“ an, wie dies aus der weiteren Beschreibung hervorgeht:

      „Und sie werfen ihre Kronen vor den Thron hin und sagen: ,Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen‘ “ (Offenbarung 4:10, 11; Epheser 3:9).

      Hast auch du diese Einstellung zu Gottes Souveränität? Das sollte der Fall sein.

      5. Inwiefern ist Jehovas Königtum allumfassend, verglichen mit menschlichen Regierungen?

      5 Bei den Menschen hat ein Königreich Gesetze, nach denen regiert wird. Das ist erforderlich, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Gewöhnlich gehören zu einem Staatswesen Richter, die Rechtsfälle behandeln, ein Parlament, das Gesetze erläßt, und ein König oder ein Präsident, der gemäß den Gesetzen regiert. Jehova Gott erfüllt im Universum, das er erschaffen hat, alle drei Funktionen, wie Jesaja mit folgenden Worten andeutet: „Jehova ist unser Richter, Jehova ist unser Satzungsgeber, Jehova ist unser König“ (Jesaja 33:22). Und König David fügt dem noch hinzu: „Jehova selbst hat seinen Thron in den Himmeln fest errichtet; und sein eigenes Königtum hat über alles geherrscht“ (Psalm 103:19). Wir wollen nun einige Gesichtspunkte dieses Königtums untersuchen.

      GOTTES UNIVERSELLE GESETZE

      6. Woran kann man die Überlegenheit der Gesetze Gottes erkennen?

      6 Menschliche Regierungen versuchen, die Tätigkeit ihrer Untertanen zu regeln, aber sie haben keinen Einfluß auf die Naturkräfte, die sich nachhaltig auf das Leben der Menschen auswirken. Jehova, der Souverän des Universums, kann jedoch darauf Einfluß nehmen, und er tut es auch. Wissenschaftler haben schon oft darüber gestaunt, mit welch exakter Gesetzmäßigkeit alles im Universum abläuft. Diese Gesetzmäßigkeit stammt von Gott. Nur weil seine Gesetze unveränderlich sind, ist es Menschen möglich gewesen, auf dem Mond zu landen, über Satelliten Nachrichtenverbindungen zu schaffen, Sonnen- und Mondfinsternisse vorherzusagen und Tausende komplizierter Dinge zu erfinden. Gottes Gesetze regeln auch Sonnenschein und Regen, und er kann beides zum Nutzen derer einsetzen, die ihm gehorchen (Psalm 89:8, 11-13; Hiob 38:33, 34; Sacharja 14:17).

      7. (a) Wie bezeugen die Gesetze Jehovas seine Göttlichkeit? (b) Wie sollten wir gleich Hiob zu Gottes Wegen eingestellt sein?

      7 Im Hinblick auf die gewaltige Vielzahl der Himmelskörper sagte ein Prophet Gottes: „Hebt eure Augen in die Höhe und seht. Wer hat diese Dinge erschaffen? Er ist der Eine, der ihr Heer selbst der Zahl nach herausführt, sie alle sogar mit Namen ruft. Wegen der Fülle dynamischer Kraft, da er an Macht auch kraftvoll ist, fehlt nicht eines davon. Hast du nicht erkannt, oder hast du nicht gehört? Jehova, der Schöpfer der äußersten Enden der Erde, ist ein Gott auf unabsehbare Zeit“ (Jesaja 40:26, 28). Seit vielen Milliarden Jahren beherrscht Jehova sein gewaltiges Universum durch sogenannte Naturgesetze. Menschen haben versucht, die Geheimnisse dieser Gesetze zu entschlüsseln, doch sie haben noch eine Menge zu lernen. Sie sind nicht viel weiter gekommen als jener treue Mann, der vor 3 500 Jahren erklärte: „Siehe! Dies sind die Säume seiner Wege, und welch Geflüster von einer Sache wird von ihm gehört! Doch wer kann zeigen, daß er den Donner seiner Macht versteht?“ (Hiob 26:14).

      8. Welche anderen Eigenschaften Gottes haben eine Rolle gespielt und lassen uns erkennen, daß er auf großartige Weise für uns gesorgt hat?

      8 Als Jehova unsere Erde erschuf, errichtete er sie aber nicht allein auf der Grundlage seiner physikalischen Gesetze. Seine grenzenlose Weisheit und seine unermeßliche Liebe spielten zusammen mit seiner Macht und seinen Gesetzen bei seinen wunderbaren Vorbereitungen für die künftigen Bewohner der Erde eine Rolle. Welch eine weise Voraussicht und welch eine meisterhafte Geschicklichkeit verraten doch Gottes Schöpfungswerke hier auf der Erde! (1. Johannes 4:8; Psalm 104:24; 145:3-5, 13). Wie wir bereits in einem früheren Kapitel festgestellt haben, hat Jehova wirklich auf großartige Weise für uns gesorgt.

      9. Welches sind einige der Dinge, für die wir Gott danken sollten?

      9 Wir sollten Gott für all seine wunderbaren Vorkehrungen dankbar sein. Wir sollten ihm auch für die Art und Weise danken, wie er uns Menschen gemacht hat, für unsere physischen und geistigen Fähigkeiten und für unsere Sinne, mit deren Hilfe wir uns an seinen Schöpfungswerken erfreuen können. Ja, wir sollten bereit sein, Gott gegenüber das gleiche anzuerkennen wie der Psalmist, der schrieb: „Ich werde dich lobpreisen, weil ich auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht bin. Deine Werke sind wunderbar, wie meine Seele es sehr wohl weiß. Mein Gebein war nicht vor dir verborgen, als ich insgeheim gemacht wurde, als ich in den untersten Teilen der Erde gewirkt wurde. Deine Augen sahen selbst den Embryo von mir, und in dein [Konstruktions-]Buch waren alle seine Teile eingeschrieben hinsichtlich der Tage, da sie gebildet wurden und unter ihnen noch nicht einer da war“ (Psalm 139:14-16).

      10. Was zeigt, daß Jehova völlig in der Lage ist, auf der Erde alles in Ordnung zu bringen?

      10 Der Souveräne Herr Jehova, der das Universum und alles, was darin ist, erschaffen hat, der die Systeme der Dinge in seiner Liebe und Weisheit und gemäß seinen gerechten Gesetzen gegründet hat, ist auch derjenige, über den die Bibel sagt: „Gerechtigkeit und Gericht sind die feste Stätte deines Thrones; liebende Güte und Wahrhaftigkeit selbst stellen sich ein vor deinem Angesicht“ (Psalm 89:14). Gewiß ist Jehova in der Lage, eine Königreichsregierung zu bilden, die auf der Erde alles in Ordnung bringen wird (Psalm 40:4, 5). Doch wie tut er dies?

      EIN GEHEIMNIS GEOFFENBART

      11. (a) Weshalb sollten wir heute glücklich sein, daß die wahre Erkenntnis zur Verfügung steht? (b) Wie können wir feststellen, wer „Michael“ ist, und was bedeutet sein Name?

      11 In der Bibel finden wir viele Prophezeiungen, die davon handeln, daß Gott ein Königreich aufrichten werde, das seinen Namen heiligen und bewirken werde, daß sein Wille auf der Erde geschehe. Eine davon ist die Prophezeiung Daniels. Sie weist auf die „Zeit des Endes“ hin, in der „die wahre Erkenntnis ... überströmend werden“ würde. Wir können glücklich sein, daß uns diese Erkenntnis heute zur Verfügung steht. Daniel schreibt nämlich:

      „Es wird gewißlich eine Zeit der Bedrängnis eintreten, wie eine solche nicht herbeigeführt worden ist, seitdem eine Nation entstanden ist, bis zu jener Zeit. Und während jener Zeit wird dein Volk entrinnen.“

      Wie Daniel erklärt, wird dies zu der Zeit sein, in der der große Fürst Michael zugunsten des Volkes Gottes aufsteht. Gemäß der Bibel ist Michael Jesus Christus, der gegen Gottes Feinde Krieg führt, um Jehovas Namen zu heiligen. Der Name „Michael“ bedeutet daher passenderweise „Wer ist wie Gott?“; denn es ist Michael, der beweist, daß niemand Jehovas Souveränität erfolgreich anfechten kann (Daniel 12:1, 4; Offenbarung 12:7-10).

      12. Was für ein Traumbild wird in Daniel 2:31-33 beschrieben, und weshalb sollte es uns heute interessieren?

      12 In der Prophezeiung Daniels lesen wir auch von einem Traum, den der babylonische König Nebukadnezar hatte — ein Traum von aufeinanderfolgenden Königreichen. Der König vergaß sofort wieder, wovon der Traum handelte, doch er war sehr beunruhigt. Schließlich wurde Daniel von dem „Offenbarer von Geheimnissen“, Jehova Gott, beauftragt, dem König sowohl den Traum als auch dessen Deutung kundzutun (Daniel 2:29). Da sich die Erfüllung dieses prophetischen Traums bis in die heutige Zeit und darüber hinaus erstreckt, sollten wir an seiner Bedeutung sehr interessiert sein. Der Traum handelte von einem „riesenhaften Bild“ in der Form eines Menschen — ein Bild, das schrecklich anzusehen war. Du kannst darüber in Daniel 2:31-33 lesen. Was stellt dieses Bild dar?

      13. Was stellen die verschiedenen Teile des Standbildes dar?

      13 Daniel erklärte Nebukadnezar, das Haupt von Gold stelle den „König“ von Babylon dar und die unteren Körperpartien stünden für andere Königreiche, die sich nach Babylon erheben würden. Wir können heute erkennen, daß es sich dabei um die mächtigen Reiche Medo-Persien, Griechenland und Rom handelt, wobei die „Beine“ auch die anglo-amerikanische Doppelweltmacht der Neuzeit einschließen. Doch was stellen die Füße dar, „teils aus geformtem Töpferton und teils aus Eisen bestehend“? In den letzten Jahren haben sozialistische Volksbewegungen die eisengleiche Herrschaftsgewalt der anglo-amerikanischen Weltmacht sehr geschwächt, genauso wie die Füße des riesenhaften Standbildes dadurch zerbrechlich waren, weil sich das Eisen „nicht mit geformtem Ton vermischt“. Somit stellt dieses schreckliche Bild aufeinanderfolgende menschliche „Könige“ oder Weltmächte dar, die dann ihr Ende finden, wenn Gottes Königreich sie vernichtet (Daniel 2:36-44).

      14, 15. Was macht der „Stein“ mit dem Standbild, und woher wissen wir, was er darstellt?

      14 Denn sieh! Ein „Stein“ wird auf wunderbare Weise aus einem Berg gehauen, „nicht mit Händen“. Für diesen Vorgang ist keine menschliche Instanz verantwortlich. Jehova selbst bewirkt dies gemäß seinem heiligen Willen. Der Stein fliegt auf das mächtige Standbild zu und trifft es an den Füßen. Er zermalmt das gesamte Gefüge der Menschenherrschaft, so daß die Überreste wie Spreu vom Winde verweht werden. Der Stein selbst wird darauf zu einem großen Berg, der die ganze Erde erfüllt (Daniel 2:34, 35).

      15 Was könnte dieser „Stein“ sein? Die Prophezeiung beseitigt jeden Zweifel, indem sie erklärt:

      „In den Tagen dieser Könige [der anglo-amerikanischen Weltmacht und der Überbleibsel der vorausgegangenen Weltmächte] wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und es selbst wird für unabsehbare Zeiten bestehen“ (Daniel 2:44).

      16. Worum bitten wir, wenn wir beten: „Dein Königreich komme.“?

      16 Was bedeutet das für uns heute? Es bedeutet, daß wir, wenn wir um das Kommen des Königreiches Gottes beten, in Wirklichkeit darum bitten, daß das himmlische Königreich seine Zerstörungskraft dazu gebrauche, alle von Menschen eingesetzten Regierungen zu zermalmen, die so kläglich darin versagt haben, Frieden und Wohlfahrt herbeizuführen. Glücklicherweise wird dieser „Stein“, nachdem er sein Zerstörungswerk vollbracht haben wird, selbst zu einer Weltregierung werden, gleich einem Berg, der die ganze Erde erfüllt. Diese Weltregierung wird einen Frieden herbeiführen, wie ihn die Menschheit seit den Tagen König Salomos nicht mehr gekannt hat, eine „Fülle von Frieden, bis der Mond nicht mehr ist“ — das heißt für immer! (Psalm 72:7).

      17. (a) Weshalb sollte uns das Verhältnis zwischen dem „Stein“ und dem ursprünglichen „Berg“ zuversichtlich stimmen? (b) Welche weiteren Maßnahmen ergreift das Königreich? (c) Welche Zuversicht sollten wir gemäß Psalm 85:8-12 haben?

      17 Was aber ist über den „Berg“ zu sagen, aus dem der „Stein“, das Königreich, gehauen wird? (Daniel 2:45). Der „Stein“ muß von dem Berg abhängig sein und aus dem gleichen Material bestehen, und das ist auch der Fall. Die Königreichsherrschaft entstammt der allumfassenden Souveränität des Königs der Ewigkeit — Jehovas Gottes. Genauso, wie die universelle Souveränität Jehovas all seine vortrefflichen Eigenschaften widerspiegelt, so muß das Königreich, das jener Souveränität entstammt, Jehova Gott und seine großartigen Vorsätze verherrlichen. Es heiligt seinen Namen, indem es seine Feinde vernichtet und dadurch zeigt, daß es mit ihren bösen Taten nichts zu tun hat. Darauf sorgt dieses Königreich unter Christus Jesus dafür, daß auf der Erde Recht und Ordnung sowie Liebe und Freude einkehren und daß sie zu einer gerechten, friedlichen Stätte umgewandelt wird, wie Gott sie von Anfang an haben wollte. Wir sollten wirklich um das Kommen des Königreiches beten! (Psalm 85:8-12).

  • Weshalb dauert es so lange, bis das Königreich ‘kommt’?
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 5

      Weshalb dauert es so lange, bis das Königreich ‘kommt’?

      1. Welche Fragen erheben sich angesichts der Worte aus Römer 8:22?

      DER Apostel Paulus schrieb: „Wir wissen, daß die gesamte Schöpfung zusammen fortgesetzt seufzt und zusammen in Schmerzen liegt bis jetzt“ (Römer 8:22). Weshalb ist dies so? Weshalb hat Gott in den vergangenen 6 000 Jahren aufgezeichneter Geschichte Kriege, Verbrechen, Krankheiten und Elend zugelassen? Wie konnte es kommen, daß die Menschen, die erschaffen wurden, um nach Gottes Gesetz zu leben, jetzt von Gesetzlosigkeit geplagt werden? Weshalb hat unser himmlischer Vater diese Situation nicht bereinigt? Wenn das Königreich die Lösung ist, weshalb dauert es dann so lange, bis es ‘kommt’? Können wir wirklich hoffen, daß Gott diese schrecklichen Verhältnisse ändern wird?

      2. Was hätte die Erde unter der Souveränität Gottes werden sollen?

      2 Unter der Oberherrschaft oder Souveränität des „Königs der Ewigkeit“ hätten von der Zeit der Erschaffung in Eden an ideale Verhältnisse auf der Erde herrschen sollen. Während die ersten Menschen Kinder hervorgebracht hätten und sich die Menschheitsfamilie zu Milliarden von Familien vermehrt hätte, hätte die gesamte Erde ein schönes Paradies werden sollen, erfüllt von dem fröhlichen Lachen und der nachbarschaftlichen Liebe friedlicher Menschenrassen. (Vergleiche Prediger 2:24.)

      3. (a) In wessen Gleichnis wurde der Mensch erschaffen? (b) Welchen Auftrag erhielt das erste Menschenpaar? (c) Welche Frage müssen wir uns jetzt stellen?

      3 Genau das hatte der liebevolle Schöpfer mit der Erde vor, als er den Mann gemäß seinem Gleichnis (in sittlicher Hinsicht) erschuf und die Frau aus dem Mann bildete. Im Schöpfungsbericht heißt es nämlich:

      „Männlich und weiblich erschuf er sie. Auch segnete Gott sie, und Gott sprach zu ihnen: ,Seid fruchtbar und werdet viele und füllet die Erde und unterwerft sie euch, und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt.‘ ... Nach diesem sah Gott alles, was er gemacht hatte, und siehe! es war sehr gut“ (1. Mose 1:26-31).

      Wieso ist dann Gottes Schöpfung auf der Erde heute nicht mehr „sehr gut“?

      GOTTES SOUVERÄNITÄT ANGEFOCHTEN

      4. (a) Welches ist das hervorragendste Gesetz Gottes, und warum? (b) Wer wollte andere Gesetze einführen, und was tat er deshalb?

      4 Der Schöpfung lagen Gottes Gesetze zugrunde. Das hervorragendste davon ist das Gesetz der Liebe. Gott selbst ‘ist Liebe’ (1. Johannes 4:8). Aber plötzlich trat jemand auf, der für die Menschheit andere Gesetze einführen wollte. Dieser „Jemand“ war ein unsichtbarer Engelsohn Gottes, zweifellos einer von denen, die „beifällig zu jauchzen begannen“, als Jehova die Erde und alles darauf erschuf (Hiob 38:7). Dieser Engel machte sich selbst zu einem Satan, einem Widersacher Gottes. Er wollte unabhängig sein, wollte selbst angebetet werden, und er säte einen Geist der Rebellion (Epheser 2:1, 2; vergleiche Lukas 4:5-7). Er entwickelte den Plan, unsere Ureltern für seine eigenen selbstsüchtigen Zwecke zu gebrauchen. Wie ging er dabei vor?

      5, 6. (a) Welches einfache Gebot gab Gott Adam? (b) Wie machte sich Satan an Eva heran, und weshalb wird er zu Recht „der Teufel“ genannt?

      5 Im paradiesischen Garten Eden lebten Adam und Eva unter Jehovas wohlwollender Herrschaft. Gott gab ihnen alles, was sie in geistiger und physischer Hinsicht brauchten. Zu ihrem eigenen bleibenden Wohl verlangte er von ihnen auch, daß sie ihm als ihrem Souveränen Herrn gehorchten. Zu diesem Zweck hatte er Adam ein einfaches Gebot gegeben, nämlich, daß er nicht von dem „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ essen dürfe. Nach der Erschaffung Evas galt dies auch für sie. Das bedeutete nicht, daß Gott ihnen irgend etwas vorenthielt, denn die anderen Bäume im Garten boten eine herrliche Vielfalt nahrhafter Früchte. Wenn sie aber Gott ungehorsam wären, indem sie diese eine Frucht essen würden, würden sie „bestimmt sterben“. In heimtückischer Weise machte sich der Rebell, Satan, durch eine Schlange zuerst an Eva heran und sagte zu ihr: „Ihr werdet bestimmt nicht sterben. Denn Gott weiß, daß an demselben Tage, da ihr davon [von der Frucht des Baumes] eßt, euch ganz bestimmt die Augen aufgetan werden, und ihr werdet ganz bestimmt sein wie Gott, erkennend Gut und Böse“ (1. Mose 2:17; 3:1-5).

      6 Durch diese Worte wurde Gott als Lügner hingestellt. In Wirklichkeit aber war Satan der Lügner. Ganz zu Recht wurde dieser „Vater der Lüge“ auch als Teufel bezeichnet, was „Verleumder“ bedeutet (Johannes 8:44). Er focht direkt Jehovas Souveränität, sein Königtum über seine Geschöpfe, an. Er tat so, als würde Gott den Menschen eine Erkenntnis vorenthalten, auf die sie ein Anrecht hätten, als könne man der Herrschaft Gottes nicht vertrauen, als wäre es besser für sie, eigene Wege zu gehen und eigene Maßstäbe für „Gut und Böse“ aufzustellen.

      7. In welcher Hinsicht versagte das Menschenpaar in der Prüfung?

      7 Wie reagierte die Frau auf diese Verleumdungen? Statt ihr Herz zu behüten, ließ sie zu, daß eine falsche Begierde dort Wurzel faßte. Diese Begierde wurde dann befruchtet, so daß Eva sich betrügen ließ und willentlich sündigte, indem sie Gott nicht gehorchte. Außerdem mißachtete sie die Stellung ihres Mannes, mit dem sie sich hätte besprechen sollen. Und wie reagierte der Mann? „Adam [wurde] nicht betrogen“, sondern erwählte es sich, Evas Los zu teilen, und schloß sich willentlich ihrer rebellischen Handlungsweise an. Welch ein trauriger Tag für unsere Ureltern und für das ganze Menschengeschlecht! (1. Mose 3:6, 7; 1. Timotheus 2:14; vergleiche Jakobus 1:14, 15).

      8. (a) Welche gerechte Strafe verhängte Gott über Adam und Eva? (b) Hatten sie eine Seele, die nach ihrem Tod in den Himmel kommen oder Höllenqualen erleiden konnte? (c) Welcher König regiert nun über uns, und warum?

      8 Adam und Eva hatten Gottes Souveränität gröblich mißachtet. In Übereinstimmung mit seinem Gesetz verkündete Gott daher die Todesstrafe. Er sagte zu Adam:

      „Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren“ (1. Mose 3:19).

      Gott meinte damit nicht, daß nur Adams Körper sterben werde, während eine ihm innewohnende „Seele“ oder ein „Geist“ dem Körper entweichen und dann in einem Himmel oder in einer Hölle weiterleben werde. Nein, denn Adam selbst war eine „Seele“. Im Schöpfungsbericht, in 1. Mose 2:7, heißt es nämlich: „Jehova Gott ging daran, den Menschen aus Staub vom Erdboden zu bilden und in seine Nase den Odem des Lebens zu blasen, und der Mensch wurde eine lebende Seele.“ Zur gegebenen Zeit starben Adam und Eva — als Seelen. Und da das ganze Menschengeschlecht von dem sündigen Adam abstammt, haben wir alle Sünde und Tod ererbt. „Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben“ (Hesekiel 18:4, 20). Ja, als Menschenseelen sterben wir schließlich. Der Tod regiert als König über uns (Römer 5:12, 14; 6:12; Prediger 3:19, 20; 9:5, 10; Psalm 6:5; 115:17).

      DIE STREITFRAGE UM DIE LAUTERKEIT DES MENSCHEN

      9. Welche andere Streitfrage wurde in Eden aufgeworfen?

      9 Durch die Rebellion in Eden wurde jedoch nicht nur Gottes Souveränität in Frage gezogen. Auch eine andere Streitfrage wurde aufgeworfen. Da gleich die ersten Menschen, die Gott auf die Erde gesetzt hatte, in einer Prüfung untreu wurden, muß man sich fragen: Stimmte mit Gottes Schöpfung etwas nicht? Kann man wirklich sagen, daß all seine Werke „vollkommen“ waren?

      10. (a) War Gottes Schöpfung fehlerhaft, und weshalb antwortest du so? (b) Wie können die Menschen beweisen, daß sie ‘in Gottes Gleichnis’ sind?

      10 Gott hätte Adam und Eva sofort vernichten und ein anderes Menschenpaar erschaffen können. Doch hätte er damit nicht gewissermaßen zugegeben, seine erste Schöpfung sei fehlerhaft gewesen? Sie war aber nicht fehlerhaft. Unsere Ureltern hatten es sich lediglich erwählt, ihre sittliche Fähigkeit, ihren freien Willen zu gebrauchen, auf die falsche Weise anzuwenden. Wären sie Roboter gewesen, die unter allen Umständen das Richtige hätten tun müssen, dann hätte ihnen in sittlicher Hinsicht etwas gefehlt. Sie wären nicht ‘in Gottes Gleichnis’ gewesen. Alles, was Jehova macht, ist vollkommen und richtig, denn er ist Liebe. Er möchte, daß seine vernunftbegabten Geschöpfe ebenfalls durch Liebe veranlaßt werden, das Rechte zu tun (1. Mose 1:26, 27; 1. Johannes 5:3).

      11. Inwiefern wirft 5. Mose 32:4, 5 Licht auf die damalige Situation?

      11 Über Jehova heißt es: „Der FELS, vollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es keine Ungerechtigkeit gibt; gerecht und gerade ist er.“ Seine Schöpfung, die Menschheit, kann ebenfalls treu, gerecht und gerade sein. Er ließ daher zu, daß Adam und Eva Kinder hervorbrachten. Diese würden zwar von ihren Eltern sündige Wesenszüge ererben, doch würde es unter ihnen einige geben, die ihre unerschütterliche Liebe zu ihrem Schöpfer und ihre Lauterkeit ihm gegenüber beweisen würden, und das trotz ihrer Unvollkommenheit und trotz bitterer Prüfungen und Verfolgungen, die über sie kommen könnten. Andere Menschen dagegen würden ‘verderblich handeln’ und sich nicht als Kinder Gottes erweisen. Das wäre dann ihre eigene Entscheidung; ihre Fehlerhaftigkeit wäre ihnen selbst zuzuschreiben und nicht Gott (5. Mose 32:4, 5).

      12, 13. (a) Was warf Satan Gott in bezug auf Hiob vor? (b) Welche Antwort gab Hiob, und wie wirkte sich dies für ihn aus?

      12 Daß Satan, der Teufel, diese Streitfrage um die Lauterkeit des Menschen gegenüber Gott aufwarf, geht aus dem Bibelbuch Hiob hervor. Hiob, der etwa 2 500 Jahre nach der Rebellion Adams lebte, erwies sich als „untadelig und rechtschaffen, gottesfürchtig und von Schlechtem weichend“. Satan warf Gott vor, Hiobs Rechtschaffenheit sei nicht echt, denn er diene Gott nur deshalb, weil er einen Nutzen davon habe. Daher ließ Gott zu, daß Satan Hiob auf die Probe stellte. Hiob verlor einen großen Teil seines Eigentums; seine 10 Kinder kamen bei einer Katastrophe um; er selbst wurde später von einer schrecklichen Krankheit befallen, und schließlich verspottete ihn seine eigene Frau, indem sie sagte: „Hältst du noch an deiner unversehrten Lauterkeit fest? Fluche Gott und stirb!“ Als nächstes hatte sich Hiob mit den sarkastischen Vorwürfen von drei falschen Tröstern auseinanderzusetzen (Hiob 1:6 bis 2:13).

      13 Durch all diese Prüfungen hindurch hielt Hiob an seinem Entschluß fest:

      „Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen!“

      Er blieb Gott treu und gab somit eine deutliche Antwort auf Satans Anschuldigungen. Jehova belohnte Hiob daher, indem er ihm von allem, was er vorher besessen hatte, das Doppelte gab. Er wurde auch dadurch gesegnet, daß er wieder sieben Söhne und drei Töchter hatte — die schönsten Mädchen im ganzen Land (Hiob 27:5; 42:10 bis 15).

      14. Wie haben auch andere Satans Behauptung erwidert, und wer ist das beste Beispiel dafür?

      14 Hiob ist jedoch nur einer von vielen hunderttausend treuen Dienern Gottes, die sein Herz erfreut haben, weil sie auf Satans falsche Behauptung, Menschen würden Jehova nur aus selbstsüchtigen Gründen gehorchen und dienen, eine Antwort gegeben haben. Das beste Beispiel dafür war Gottes eigener Sohn, Jesus, der auf der Erde ‘einen Marterpfahl erduldete, der Schande nicht achtend’, und zwar um der Freude willen, Gott weiterhin selbstlos an dem ihm zugeteilten Platz zu dienen (Hebräer 12:2).

      DIE HERAUSFORDERUNG DES SCHMÄHERS ERWIDERT

      15. Weshalb kann man sagen, daß Jehovas Standpunkt in bezug auf die Streitfrage bewiesen worden ist?

      15 Jetzt ist die festgesetzte Zeit nahezu abgelaufen. Während etwa 6 000 Jahren hat Jehova seinen Standpunkt in bezug auf die Streitfrage bewiesen. Er hat gezeigt, daß er auf der Erde Männer und Frauen haben kann und auch hat, die ihre Lauterkeit bewahren, ungeachtet der Verfolgung oder anderer bösartiger Prüfungen, die Satan über sie bringt. Der Teufel hat jedes erdenkliche gemeine Mittel gegen sie angewandt, doch vergeblich. Gottes treue Diener haben das Herz ihres Vaters erfreut, denn aufgrund ihrer Handlungsweise kann Gott dem, der ihn „höhnt“, nämlich dem großen Widersacher, Satan, eine Antwort geben (Sprüche 27:11).

      16. (a) An welchem Sieg haben gewisse loyale Diener Gottes bereits einen Anteil? (b) Wieso können die Untertanen des Königreiches Vertrauen zu ihren Herrschern haben?

      16 Gleichzeitig hat Jehova unter diesen loyalen Dienern Personen ausgewählt, die mit Christus im himmlischen Königreich regieren werden. Obwohl Satan sie „Tag und Nacht vor unserem Gott verklagt“ hat, haben sie ihn „wegen des Wortes ihres Zeugnisses besiegt, und sie haben ihre Seele selbst angesichts des Todes nicht geliebt“. Wie ihr Vorbild, Jesus Christus, sind sie bereit gewesen, die unübertreffliche Qualität ihrer Liebe zu Gott und zu ihrem Nächsten zu beweisen, indem sie sogar ihr Leben eingesetzt haben. Welch ein Vertrauen wird doch die Menschheit zu dem himmlischen Königreich haben können, das aus Christus und seinen 144 000 Mitkönigen besteht — alles erprobte und bewährte Personen, die ihre Lauterkeit bewahrt haben! (Offenbarung 12:10, 11; 14:1-5; 20:4; Johannes 15:13).

      17. Wer ererbt den irdischen Bereich des Königreiches?

      17 Anderen, wie zum Beispiel Hiob, die in vorchristlicher Zeit in Treue starben, wird eine „bessere Auferstehung“ auf einer „neuen Erde“ zugesichert (Hebräer 11:35; 2. Petrus 3:13). Sie werden zu den „anderen Schafen“ des „vortrefflichen Hirten“, Jesus Christus, gehören und die Aussicht haben, auf einer paradiesischen Erde ewig zu leben. Auch die schafähnlichen Menschen, die den gesalbten „Brüdern Christi“ in der Zeit des „Abschlusses des Systems der Dinge“ Gutes tun, werden eingeladen, den irdischen Bereich des Königreiches zu ererben (Johannes 10:11, 16; Matthäus 24:3; 25:31-46). Sie werden am Leben erhalten, wenn die Engel des Himmels die Winde der „großen Drangsal“ auf unserer Erde loslassen. Möchtest du zu der überlebenden „großen Volksmenge“ gehören, wenn Gottes Königreich ‘kommt’, um die bösen Nationen zu zermalmen? Das ist möglich! Denn wenn du deine Lauterkeit bewahrst, kannst auch du beweisen, daß Gottes Weg allein dazu führen kann, daß man sich für immer des Lebens erfreut (Offenbarung 7:1-3, 9, 13, 14).

      18. (a) Weshalb wird es nie wieder notwendig sein, Jehovas Souveränität zu rechtfertigen? (b) Wer hat jetzt eine leuchtende Hoffnung? (Psalm 37:11, 29).

      18 Wenn Gottes Königreich Satan und sein korruptes System der Dinge vernichtet hat, wird es nie mehr nötig sein, Gottes Souveränität zu rechtfertigen. Die von dem Rebellen Satan aufgeworfenen Streitfragen werden ein für allemal geklärt sein (Nahum 1:9). Hier auf der Erde wird bewiesen worden sein, daß die Herrschaft, die auf Gottes Gesetz der Liebe beruht, rechtmäßig, gerecht und allen anderen Herrschaftsformen überlegen ist, und das Königreich wird ‘gekommen’ sein, um den großartigen Namen des Souveränen Herrn Jehova zu heiligen. Für diejenigen Angehörigen der ‘seufzenden Schöpfung’, die Gott jetzt in Lauterkeit dienen, ist Gottes Königreich eine leuchtende Hoffnung. Betest du flehentlich um sein Kommen? (Römer 8:22-25).

      [Kasten auf Seite 44]

      WARUM HAT GOTT DAS BÖSE SO LANGE ZUGELASSEN?

      ● Um die Richtigkeit, Gerechtigkeit, Vorzüglichkeit und Dauerhaftigkeit seiner Souveränität nachzuweisen.

      ● Um ein für allemal zu beweisen, daß jede Form unabhängiger Menschenherrschaft nur zu Kummer und Leid führt.

      ● Um Zeit für die Verwirklichung seiner Königreichsverheißungen einzuräumen und um die Königreichserben auszuwählen und zu prüfen.

      ● Um wie vor Gericht nachzuweisen, daß seine Diener trotz jeder Prüfung von seiten Satans die Lauterkeit bewahren können.

      ● Um zu zeigen, daß nur Gehorsam, gegründet auf Gottes Gesetz der Liebe, dazu führt, daß man sich ständig des Lebens erfreuen kann.

      ● Um Satans Herausforderung so gründlich zu beantworten und einen so eindeutigen Präzedenzfall zu schaffen, daß es nie wieder nötig sein wird, Jehovas Namen und seine Souveränität zu rechtfertigen.

  • Sie strebten nach dem Königreich
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 6

      Sie strebten nach dem Königreich

      1. (a) Was bietet Jehova in bezug auf eine Regierung im Gegensatz zu dem, was Menschen geboten haben? (b) Weshalb können wir unser Leben unbedenklich nach Gottes Wort ausrichten?

      WIE reagierst du, wenn dir etwas Begehrenswertes angeboten wird? Wirst du nicht danach streben, es zu erhalten? Nun, Jehova Gott bietet dir die Gelegenheit, ewiges Leben unter einer vollkommenen Regierung zu erlangen. Es stimmt zwar, daß unter den heutigen Regierungsformen viele Politiker korrupt sind und daß ihre Versprechungen oft wertlos sind. Selbst Menschen, die gute Absichten hatten, sind unfähig gewesen, unabhängig von Gottes Souveränität für eine gute Regierung zu sorgen (Sprüche 20:24). Doch während all dieser Zeit hat Gott fortlaufend Schritte unternommen, die zur Aufrichtung seiner vollkommenen Königreichsregierung führen, und er lädt gerechtigkeitsliebende Menschen ein, daraus Nutzen zu ziehen. Sein Vorsatz ist vertrauenswürdig und wahr. Er kann nicht lügen. Wir können unbedenklich unser Leben nach Gottes Wort ausrichten (Offenbarung 21:1-5; Titus 1:2).

      2. (a) Wann und wie erklärte Gott seinen Vorsatz, ein gerechtes Königreich aufzurichten? (b) Was erfahren wir aus Hebräer 11:4-7 über diejenigen, die nach dem Königreich strebten?

      2 Gottes Vorsatz, ein Königreich der Gerechtigkeit aufzurichten, ist nicht neu. In Eden, wo Gottes Souveränität zuerst in Frage gezogen wurde, erklärte Gott seinen Vorsatz, einen „Samen“ hervorzubringen, der Satan und seine Brut „zermalmen“ werde (1. Mose 3:15; Römer 16:20). Inmitten einer gewalttätigen Welt bekundeten Abel, Henoch und Noah Glauben an diese Verheißung Jehovas. Im Vertrauen darauf, daß Gott diejenigen belohnen würde, „die ihn ernstlich suchen“, ertrugen sie Schmähungen und erwählten es sich, ‘mit Gott zu wandeln’ und Gerechtigkeit zu predigen (Hebräer 11:4-7). Welch ein ausgezeichnetes Beispiel für alle, die heute an das ‘Kommen’ des Königreiches Gottes glauben!

      EINE BEMERKENSWERTE GESCHLECHTSLINIE

      3. Inwiefern war Abraham gemäß 1. Mose 12:1-7 ein ausgezeichnetes Vorbild für uns?

      3 Über 400 Jahre nach der Sintflut gab Gott zu verstehen, daß der verheißene königliche „Same“ aus der Geschlechtslinie Abrahams kommen werde. Doch warum Abraham? Weil Gott seinen hervorragenden Glauben sah. Er rief Abraham aus seiner Heimatstadt, dem Ur der Chaldäer, sandte ihn in ein fremdes Land, nach Kanaan, und sagte:

      „Alle Familien des Erdbodens werden sich bestimmt durch dich segnen. ... Deinem Samen werde ich dieses Land geben“ (1. Mose 12:3, 7; Apostelgeschichte 7:4).

      Statt an seinem Geburtsland zu hängen, ging Abraham weg und kehrte nie wieder zurück. Er war bereit, seine Lebensweise völlig zu ändern, um dem Souveränen Herrn Jehova bedingungslosen Gehorsam zu zollen. Ein ausgezeichnetes Vorbild für alle, die heute ein Gott hingegebenes Leben führen wollen!

      4. Wie wurde Sara wegen ihres Glaubens gesegnet? (Hebräer 11:11, 12).

      4 Obwohl Abrahams Frau, Sara, bis ins hohe Alter hinein unfruchtbar blieb, sicherte Jehova ihm später zu: „Ich will sie segnen, und sie wird zu Nationen werden; Könige von Völkern werden aus ihr kommen“ (1. Mose 17:16). Mit 90 Jahren gebar die treue Sara durch ein Wunder Abraham einen Sohn, Isaak, den Vorfahren vieler Könige (Matthäus 1:2, 6-11, 16; Offenbarung 17:14).

      5. Wie wurde der Gehorsam Abrahams und Isaaks belohnt?

      5 Im Laufe der Zeit stellte Jehova Abraham und Isaak gründlich auf die Probe. Er wies Abraham an, sich mit dem einzigen Sohn, den er von Sara hatte, zum Berg Moria zu begeben — eine Reise von drei Tagen — und ihn dort als Brandopfer darzubringen. Isaak war damals wahrscheinlich schon etwa 25 Jahre alt und kräftig genug, das schwere Feuerholz den Berg hinaufzutragen; kräftig genug auch, um seinem 125 Jahre alten Vater Widerstand zu leisten, wenn er gewollt hätte. Doch Vater und Sohn spielten gehorsam ihre Rolle in diesem erregenden Drama, bis Jehovas Engel Abraham Einhalt gebot, als dieser das Schlachtmesser erhob. Ein Widder ersetzte Isaak als Opfer (1. Mose 22:1-14).

      6. (a) Welches prophetische Vorbild wurde damals geschaffen? (b) Weshalb sollte die Verheißung aus 1. Mose 22:18 für dich von besonderem Interesse sein?

      6 Hier schuf Gott ein prophetisches Vorbild, nämlich daß er seinen eigenen Sohn opfern würde, um die Sünde der Menschenwelt hinwegzunehmen (Johannes 1:29; Galater 3:16). Gott sagte darauf zu Abraham:

      „Durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde zufolge der Tatsache segnen, daß du auf meine Stimme gehört hast“ (1. Mose 22:15-18).

      7. Welche Handlungsweise wird Jehova belohnen?

      7 Welch hervorragendes Beispiel für Gehorsam waren doch Abraham und Isaak! Von uns wird wahrscheinlich nie verlangt werden, ein solches Opfer zu bringen wie sie, aber es ist wichtig, daß wir uns aus echter Liebe Jehova so unterwerfen, wie sie es taten (Jakobus 4:7; 2. Korinther 9:13). Die Bereitschaft, sich um des kommenden Königreiches willen aufzuopfern und selbstsüchtige Interessen aufzugeben, wird von Jehova immer anerkannt und belohnt (Matthäus 6:33).

      8. (a) Wie unterschied sich die Handlungsweise Jakobs von der Esaus? (b) Welchen Segen sprach Isaak über Jakob aus?

      8 Auch Isaaks Sohn Jakob strebte nach dem Königreich. Sein Zwillingsbruder Esau dagegen verachtete heilige Dinge. Er interessierte sich mehr für kanaanitische Frauen und wurde selbstsüchtig und materialistisch. Er verkaufte Jakob sogar sein kostbares Erstgeburtsrecht für ein einfaches Linsengericht! (Hebräer 12:16). Der geistiggesinnte Jakob schätzte das Erstgeburtsrecht sehr hoch ein, und Jehova lenkte die Dinge so, daß Jakob dieses Recht behalten konnte und sogar den Segen des betagten Isaak empfing. Esau hatte Dämonenanbeterinnen geheiratet, Jakob dagegen unternahm eine lange Reise nach Mesopotamien, um sich unter Anbetern Jehovas eine Frau zu suchen. Damals gab Isaak Jakob die Zusicherung:

      „Gott, der Allmächtige, wird dich segnen und dich fruchtbar machen und dich mehren, und du wirst bestimmt zu einer Versammlung von Völkern werden“ (1. Mose 25:27-34; 26:34, 35; 27:1-23; 28:1-4).

      9. (a) Weshalb wurde Jakobs Name auf Israel abgeändert? (b) Was können wir aus seinem Beispiel lernen?

      9 Später, als Jakob fast 100 Jahre alt war, bewies er erneut, wie sehr er geistige Dinge schätzte. Er rang mit einem Engel eine ganze Nacht lang, um von ihm gesegnet zu werden. Als Zeichen seiner Gunst änderte Jehova darauf Jakobs Namen auf Israel ab, was „Einer, der mit Gott beharrlich ist“ bedeutet (1. Mose 32:24-30). Wir werden heute auch belohnt werden, wenn wir beharrlich nach geistigem Reichtum streben und uns vor dem Geist unserer bösen Umwelt hüten (Matthäus 6:19-21).

      10. (a) Wie erfüllte sich die Prophezeiung aus 1. Mose 28:3? (b) Wer waren gemäß Hebräer 11:1 bis 12:1 herzerfreuende Beispiele in bezug auf Glaubenstreue?

      10 Jehova organisierte Jakobs Nachkommen tatsächlich zu einer „Versammlung von Völkern“, und durch seinen Mittler Moses, den er auch als ersten Bibelschreiber gebrauchte, ließ er der Nation Israel folgendes sagen:

      „Wenn ihr meiner Stimme genau gehorchen ... werdet, dann werdet ihr ... mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation werden“ (2. Mose 19:5, 6).

      Unglücklicherweise wurde aus dem fleischlichen Israel nicht dieses geistige Königreich, weil es der Stimme Gottes nicht gehorchte. Doch in Verbindung mit dieser Nation bewiesen viele Personen ihre Lauterkeit gegenüber Gott — zum Beispiel die Richter in Israel, die Propheten und sogar eine ehemalige Hure, Rahab. Über diese glaubenstreuen „Zeugen“ können wir in Hebräer 11:1 bis 12:1 lesen. Welch eine Ermunterung sind sie für Personen, die in der heutigen Zeit darauf warten, daß ‘Gottes Königreich kommt’!

      11. Wie kannst du diesen gläubigen Zeugen ähnlich werden?

      11 Möchtest du einen starken Glauben erlangen? Möchtest du diesen gläubigen Männern und Frauen gleichen, indem du auch „nach einem besseren Ort [strebst], nämlich einem, der zum Himmel gehört“, ja nach der „Stadt, die wahre Grundlagen hat, deren Erbauer und Bildner Gott ist“? (Hebräer 11:10, 16). Aber du magst fragen: Was ist denn mit dieser „Stadt“ gemeint?

      DIE VON GOTT ERBAUTE STADT

      12. Nach welcher „Stadt“ strebten jene Diener Gottes der alten Zeit? (Siehe auch Hebräer 11:22-32; Ruth 1:8, 16, 17.)

      12 Diese „Stadt“ ist das verheißene Königreich Gottes. Wieso? Nun, in alter Zeit war eine Stadt oft ein Königreich und wurde von einem König regiert. Der erste König, der in der Bibel wohlwollend erwähnt wird, war „Melchisedek ..., König von [der Stadt] Salem, ... Priester Gottes, des Höchsten“. Jahrhunderte später wurde die Stadt Jerusalem an der gleichen Stelle erbaut, und wie Salem stellte es das himmlische Königreich unter dem großen König und Hohenpriester, Jesus Christus, dar (1. Mose 14:1-20; Hebräer 7:1, 2, 15-17; 12:22, 28). Obwohl Abraham und Sara sowie Isaak und Jakob damals noch nicht die Einzelheiten kannten, suchten sie ernstlich „die Stadt“, über die der Messias als König herrschen würde. Abraham „freute sich sehr über die Aussicht“. Auch du kannst dich heute freuen, während du voller Glauben nach einem Platz in dieser Königreichseinrichtung strebst (Hebräer 11:14-16; Johannes 8:56).

      13, 14. Wie begann sich die Sterbebettprophezeiung Jakobs zu erfüllen?

      13 Jakob zeugte 12 Söhne, die im Laufe der Zeit die Häupter der 12 Stämme Israels wurden. Jakob sagte auf seinem Sterbebett voraus, welcher der 12 Stämme den Herrscher hervorbringen werde, dem Gott Königsmacht verleihen würde:

      „Ein Löwenjunges ist Juda. ... Das Zepter wird nicht von Juda weichen noch der Befehlshaberstab zwischen seinen Füßen hinweg, bis Schilo [was „Er, dessen es ist“ bedeutet] kommt; und ihm wird der Gehorsam der Völker gehören“ (1. Mose 49:9, 10).

      Kam Schilo aus Juda? Jawohl!

      14 Die Prophezeiung Jakobs begann sich über 600 Jahre später zu erfüllen. Damals erwählte sich Jehova aus dem Stamme Juda „einen Mann ..., der seinem Herzen angenehm“ war. Sein Name war David. Gott setzte diesen mutigen ‘Löwen von Juda’ als Führer und König über sein Volk Israel ein (1. Samuel 13:14; 16:7, 12, 13; 1. Chronika 14:17). Ihm verhieß Jehova ein ewiges Königreich (Psalm 89:20, 27-29).

      15. Weshalb stürzte Jehova das Königreich Juda, und für wie lange?

      15 David, dessen Herrschaft im Jahre 1077 v. u. Z. begann, war der erste König einer Dynastie judäischer Könige, die in Jerusalem herrschten. Der Nation ging es immer gut, wenn ihr König bereitwillig Jehova gehorchte. Doch wenn ein König böse wurde und sich gegen Jehovas gerechte Gesetze auflehnte, litt das Volk (Sprüche 29:2). Zedekia, der letzte König von Juda, war sehr böse. Ihm verkündete Gottes Prophet: „Hebe ab die Krone. ... In Trümmer, Trümmer, Trümmer werde ich es legen. ... bis der kommt, der das gesetzliche Recht hat, und ihm will ich es geben.“ Der Souveräne Herr Jehova stürzte dieses Königreich, bis ein König mit dem „gesetzlichen Recht“ auftreten würde (Hesekiel 21:26, 27).

      DER KÖNIG MIT DEM „GESETZLICHEN RECHT“

      16. Wie ist aus der Bibel zu erkennen, wer der bleibende Erbe des Königreiches ist?

      16 Wer würde das „gesetzliche Recht“ auf das davidische Königreich erben? Die Antwort finden wir in den ersten 17 Versen des Bibelbuches Matthäus. Darin wird die Geschlechtslinie des verheißenen „Samens“ von Abraham bis David verfolgt und dann bis Joseph, der schließlich Marias Ehemann wurde. Auf diese Weise erhielt Marias Erstgeborener das „gesetzliche Recht“ auf das Königreich. Daher konnte der Engel Gabriel früh im Jahre 2 v. u. Z. in bezug auf den Sohn, den sie durch ein Wunder empfangen sollte, ankündigen:

      „Du sollst ihm den Namen Jesus geben. Dieser wird groß sein und wird Sohn des Höchsten genannt werden; und Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben, und er wird für immer als König über das Haus Jakob regieren, und sein Königreich wird kein Ende haben“ (Lukas 1:26-33).

      Im Laufe der Jahrhunderte hatte Jehova in großartiger Weise auf die Verwirklichung seines Vorsatzes, diesen bleibenden Erben des Königreiches Davids hervorzubringen, hingewirkt. Wenn wir all das im nachhinein betrachten, stärkt es dann nicht unseren Glauben an Gottes Verheißung, daß sein ‘Königreich kommen’ wird?

      17, 18. (a) Nur wer wird das himmlische Königreich ererben? (b) Wer wird zu den gläubigen Menschen gehören, die auf der Erde auferweckt werden? (c) Wozu sollte uns diese Erkenntnis veranlassen?

      17 Nicht alle von uns können erwarten, in dem himmlischen Königreich bei Jesus zu sein, denn diese Gelegenheit ist einer „kleinen Herde“ seiner Jünger vorbehalten (Lukas 12:32). Nicht einmal König David hatte diese Hoffnung. Wir lesen: „Tatsächlich ist David nicht in die Himmel aufgefahren“ (Apostelgeschichte 2:34). Auch Johannes der Täufer und andere gläubige Männer und Frauen der alten Zeit sind nicht in „das Königreich der Himmel“ eingegangen (Matthäus 11:11; Hebräer 11:39, 40).

      18 Diese gläubigen Menschen, die ihre Lauterkeit bewahrten, werden aber hier auf der Erde auferweckt werden, und viele von ihnen werden in Gottes Königreichseinrichtung „Fürsten“ werden (Psalm 45:16). Würdest du nicht gern dabeisein, wenn die Toten aus den Gräbern zurückkehren, und mit ihnen erbauliche Gemeinschaft pflegen? Ganz gewiß! Dann sei auch du entschlossen, nach dieser „Stadt“ zu streben, und werde ein „Mitarbeiter für das Königreich Gottes“ zusammen mit allen anderen, die heute diese großartige Gelegenheit schätzen! (Kolosser 4:11).

      [Bilder auf Seite 52, 53]

      SIE STREBTEN NACH GOTTES KÖNIGREICH

      ABEL ca. 3900 v. u. Z.

      NOAH 2970—2020 v. u. Z.

      ABRAHAM, SARA, ISAAK, JAKOB 2018—1711 v. u. Z.

      JOSEPH 1767—1657 v. u. Z.

      MOSES 1593—1473 v. u. Z.

      RAHAB 1473 v. u. Z.

      RICHTER 1473—1117 v. u. Z.

      RUTH, NOOMI ca. 1300 v. u. Z.

      DAVID 1107—1037 v. u. Z.

      PROPHETEN 1117-442 v. u. Z.

      JOHANNES DER TÄUFER 2 v. u. Z. bis 31 u. Z.

  • Der Messias, der König, kenntlich gemacht
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 7

      Der Messias, der König, kenntlich gemacht

      1. Weshalb gebrauchte Jehova passenderweise Daniel, um den zeitlichen Ablauf gewisser Ereignisse vorauszusagen?

      DER Prophet Daniel wird zu denen gehören, die im irdischen Bereich des Königreiches Gottes auferweckt werden. Am Ende seines langen Lebens im Dienste Jehovas wurde ihm gesagt: „Du wirst ruhen, aber du wirst aufstehen zu deinem Lose am Ende der Tage.“ Daniel war an der „Zeit des Endes“ und an den „wunderbaren Dingen“, die dann geschehen würden, genauso interessiert wie wir heute. Passenderweise gebrauchte daher Jehova Gott, der stets genau die Zeit einhält, den Propheten Daniel, um Einzelheiten bezüglich seines Zeitplans für das ‘Kommen’ des Königreiches vorauszusagen (Daniel 12:4, 6, 13; 11:27, 35; vergleiche Amos 3:7; Jesaja 46:9-11).

      „DIE VERWÜSTUNGEN JERUSALEMS“

      2. (a) Welche Prophezeiung Jesajas erfüllte sich plötzlich im Jahre 539 v. u. Z., und wie? (b) Was für ein Wunder mußte geschehen, damit sich Jeremia 25:11, 12 rechtzeitig erfüllen konnte?

      2 So, wie Jehova Jahrhunderte im voraus prophezeien ließ, fiel das Babylonische Reich durch die Heere des Persers Cyrus und des Meders Darius (Jesaja 44:24, 27, 28; 45:1, 2). Darius wurde König über das frühere Königreich Babylon. Das war im Jahre 539 v. u. Z. Es waren nun 68 Jahre vergangen, seit Nebukadnezar von Babylon Jerusalem und seinen Tempel zerstört, das Land Juda verwüstet und die überlebenden Juden nach Babylon deportiert hatte. Voller Erwartung schrieb daher der betagte Daniel im ersten Jahr des Darius: „Ich selbst, Daniel, [merkte] durch die Bücher auf die Zahl der Jahre, über die das Wort Jehovas an Jeremia, den Propheten, ergangen war, um die Verwüstungen Jerusalems zu erfüllen, nämlich siebzig Jahre“ (Daniel 9:2; Jeremia 25:11, 12). Durch welches Wunder sollte es den im Exil lebenden Juden innerhalb von zwei Jahren möglich sein, nach Jerusalem zurückzukehren und die Anbetung Jehovas dort wiederherzustellen?

      3. Welches flehentliche Gebet sprach Daniel daher?

      3 Daniel flehte inständig zu Jehova für sein Volk. Er bekannte die Sünden seines Volkes und rief Jehova um Barmherzigkeit an. Vor allem bat er Jehova, seinen großen Namen von der Schmach zu reinigen, die die Nachbarvölker Israels darauf gebracht hatten. Er bat ihn: „O Jehova, höre doch. O Jehova, vergib doch. O Jehova, schenke doch Aufmerksamkeit und handle. Säume nicht, um deiner selbst willen, o mein Gott, denn dein eigener Name ist über deiner Stadt und über deinem Volk genannt worden“ (Daniel 9:4-19).

      4. Wie erhörte Jehova dieses Gebet?

      4 Erhörte Jehova dieses Gebet? Ja! Und indem er dies tat, erfüllte er auch seine Prophezeiung. Er veranlaßte, daß der Perser Cyrus, der Nachfolger des Darius, einen Erlaß herausgab, der den Überrest der Israeliten ermächtigte, nach Jerusalem hinaufzuziehen und den Tempel Jehovas wieder aufzubauen. Als die „siebzig Jahre“ 537 v. u. Z. zu Ende waren, begannen die heimgekehrten Juden, Jehova auf dem wieder aufgebauten Altar in Jerusalem Opfer darzubringen (2. Chronika 36:17-23; Esra 3:1; Jesaja 44:28; 45:1).

      DIE ZEIT FÜR DAS ERSTE KOMMEN DES MESSIAS VORAUSGESAGT

      5. (a) Welche unmittelbare Auswirkung hatte das Gebet? (b) Welcher Zeitraum wird in Daniel 9:24-27 behandelt?

      5 Daniels Gebet hatte auch eine unmittelbare Auswirkung. Der Engel Gabriel erschien ihm in menschlicher Gestalt und begann zu ihm zu sprechen. Er bezeichnete Daniel als einen für Jehova „sehr begehrenswerten Mann“ und verlieh ihm weitere „Einsicht mit Verständnis“ (Daniel 9:20-23). Was er zu sagen hatte, war für Daniel eine völlig neue Offenbarung. Es war eine aufrüttelnde Prophezeiung über Ereignisse, die sich über einen Zeitraum von „siebzig Wochen“ — nicht „siebzig Jahren“ — erstrecken sollten. Lies doch bitte die vollständige Prophezeiung in Daniel 9:24-27 nach. Was bedeutet sie?

      6. Wie lang sind die „siebzig Wochen“?

      6 Sie besagt, daß mit Bezug auf das Erscheinen des „Messias, des Führers“, des verheißenen Königs aus der Linie Davids, „siebzig Wochen“ bestimmt worden waren. Konnte es sich dabei um buchstäbliche Wochen handeln? Nein, denn die vorausgesagten Ereignisse konnten wohl kaum alle innerhalb von anderthalb Jahren eintreten. Es waren „Wochen“, bei denen jeder Tag als ein Jahr zählte. (Vergleiche 3. Mose 25:8.) Tatsächlich verwenden mehrere Bibelübersetzungen in Anmerkungen zu Daniel 9:24 den Begriff „Jahrwochen“ (Bruns, Einheitsübersetzung, Jerusalemer Bibel, Menge). Die „siebzig Wochen“ sind offensichtlich 490 buchstäbliche Jahre.

      7, 8. (a) Weshalb begannen die „siebzig Wochen“ nicht vom Erlaß des Cyrus an zu zählen? (b) Wie wurde Nehemias Gebet erhört? (c) Wie reagierten die Juden auf das „Wort“ des Königs? (d) Wann geschah dies?

      7 Von wann an beginnen die „siebzig Wochen“ zu zählen? In Daniel 9:25 heißt es: „Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und wieder zu bauen.“ Der Erlaß des Cyrus enthielt jedoch kein solches „Wort“. Er beschränkte sich auf den Wiederaufbau des Hauses Jehovas, was den Opferaltar einschloß (Esra 1:1-4). Noch über 80 Jahre danach war die Stadt selbst „verwüstet“, und die Mauern waren niedergerissen. Zu jener Zeit war ein treuer Jude, Nehemia, bei dem Perserkönig Artaxerxes im Schloß von Schuschan als Mundschenk tätig. Als er von der mißlichen Lage der Juden in Jerusalem erfuhr, betete er darum, daß diese „Schmach“ vom Namen Jehovas entfernt werden möge (Nehemia 1:3, 11; 2:17).

      8 Traurigen Angesichts brachte Nehemia dem König Wein. Artaxerxes fragte ihn: „Warum ist dein Angesicht betrübt, da du selbst nicht krank bist? Das ist nichts als Betrübnis des Herzens.“ Als der König den Grund erfuhr, beauftragte er Nehemia sofort, nach Jerusalem zu gehen, damit er die „Mauer“ und die „Tore“ der Stadt baue. Wie reagierte das Volk, als Nehemia dort eintraf und über die von Gott erwiesene Gunst berichtete und das „Wort“ des Königs, „Jerusalem wiederherzustellen und wieder zu bauen“, übermittelte? „Darauf sprachen sie: ,Machen wir uns auf, und wir wollen bauen.‘ So stärkten sie ihre Hände für das gute Werk.“ All das ereignete sich „im zwanzigsten Jahr des Königs Artaxerxes“ (Nehemia 2:1-18).

      9. Wie können wir das 20. Jahr des Artaxerxes ermitteln?

      9 Welches Jahr war dies? Es gibt eine Fülle von Beweisen dafür, daß dieser Artaxerxes (wegen seiner langen rechten Hand auch „Longimanus“ genannt) nach dem Tode seines Vaters Xerxes auf den persischen Thron kam. Das erste Regierungsjahr des Artaxerxes muß das Jahr 474 v. u. Z. gewesen sein. Demnach war sein 20. Jahr das Jahr 455 v. u. Z.a

      10. Wie erfüllte sich die Prophezeiung hinsichtlich der ersten „sieben Wochen“?

      10 Die in Daniel 9:25 erwähnten „Wochen“ begannen somit vom Jahre 455 v. u. Z. an zu zählen. Wir lesen:

      „Und du solltest wissen und die Einsicht haben, daß es vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und wieder zu bauen, bis zu dem Messias, dem Führer, sieben Wochen, ferner zweiundsechzig Wochen sein werden. Sie wird wiederkehren und tatsächlich wieder gebaut werden, mit einem öffentlichen Platz und Graben, aber im Drange der Zeiten.“

      Offenbar beziehen sich die ersten „sieben Wochen“ oder 49 Jahre (455—406 v. u. Z.) auf die Zeit des Wiederaufbaus der Stadt. Der Ausdruck „im Drange der Zeiten“ weist auf den erbitterten Widerstand der Nachbarvölker gegen die Bautätigkeit hin (Nehemia 4:6-20). Trotzdem war Jerusalem, wie die Geschichte zeigt, gegen Ende jenes Jahrhunderts wieder eine große und blühende Stadt.b

      11. Wieso erschien der „Messias, der Führer“, zur rechten Zeit?

      11 Darüber hinaus sollten jedoch noch weitere „zweiundsechzig Wochen“ vergehen, so daß vom Jahre 455 v. u. Z. an insgesamt 69 Jahrwochen oder 483 Jahre „bis zu dem Messias, dem Führer“, vergehen sollten. Diese 483 Jahre (das Jahr 455 v. u. Z. und das letzte Jahr waren nur teilweise eingeschlossen) erstreckten sich bis in das Jahr 29 u. Z. Erschien der Messias damals? Wie in Lukas 3:1-3 berichtet wird, kam „im fünfzehnten Jahr der Regierung des Tiberius Cäsar“ Johannes der Täufer „in die ganze Umgegend des Jordan und predigte die Taufe“. Da Historiker festgestellt haben, daß Tiberius am 17. August 14 u. Z. (nach dem Gregorianischen Kalender) römischer Kaiser wurde, folgt daraus, daß Johannes im Frühjahr 29 u. Z., nämlich im 15. Jahr des Tiberius, anfing, zu predigen und zu taufen. Im Herbst desselben Jahres (29 u. Z.) wurde Jesus getauft, und heiliger Geist kam aus dem Himmel herab, damit er als Messias gesalbt wurde — genau zur richtigen Zeit in Erfüllung der göttlichen Prophezeiung! (Lukas 3:21, 22).

      12. (a) Was erwarteten damals viele Juden? (b) Weshalb entging ihnen der Sinn der Prophezeiung? (c) Aber wie kann sie uns zugute kommen?

      12 In jenen Tagen erwarteten viele Juden das Kommen des Messias, unter anderem zweifellos deshalb, weil sie von den „siebzig Wochen“ wußten (Lukas 3:15; Johannes 1:19, 20). Doch da die meisten ihr Herz verhärtet hatten, entging ihnen der Sinn der Prophezeiung (Matthäus 15:7 bis 9). Wir heute können aber unseren Glauben stärken, indem wir allen Einzelheiten des „prophetischen Wortes“ Aufmerksamkeit schenken (2. Petrus 1:19-21). Dieses „Wort“ macht nicht nur deutlich den Messias kenntlich, wie aus der Tabelle auf Seite 67 hervorgeht, sondern es weist uns auch auf die wunderbaren Segnungen hin, die uns unter dem Königreich des „Messias, des Führers“, zuteil werden können (Jesaja 9:6, 7).

      DER MESSIAS, DER KÖNIG, „ABGESCHNITTEN“

      13, 14. Inwiefern unterschieden sich das Erscheinen und das Leben des Messias völlig von den Erwartungen der Juden?

      13 Führte das Erscheinen des „Messias, des Führers“, unmittelbar zur Befreiung der Juden? Sie erwarteten ihn als einen mächtigen Kriegsherrn, als einen Machthaber, der sie von dem schweren Joch des Römischen Reiches befreien würde (Johannes 6:14, 15). Sein Vater, Jehova, hatte aber eine andersartige Befreiung im Sinn.

      14 In der Prophezeiung von den „siebzig Wochen“ machte Gabriel deutlich, daß der Messias kein großer politischer Führer werden, sondern daß er „abgeschnitten werden [sollte] mit nichts für sich selbst“. Er sollte eines schändlichen Todes sterben, ohne etwaigen Nachkommen einen Namen oder materiellen Wohlstand zu hinterlassen. Wie treffend erfüllte sich dies doch! Als man Jesus vor der Hinrichtung die Kleider auszog, warfen die Soldaten Lose, um sogar noch das wenige, was ihm geblieben war, zu verteilen — seine äußeren Kleider (Daniel 9:26a; Matthäus 27:35).

      15. (a) Wann wurde der Messias „abgeschnitten“? (b) Wie wird die zeitliche Genauigkeit dieser Einzelheit bestätigt?

      15 Wann fand seine Hinrichtung statt? Gabriel hatte gesagt, es werde „zur Hälfte der [letzten Jahr-]Woche“ geschehen, das heißt im Frühjahr 33 u. Z., dreieinhalb Jahre nach der Taufe und der Salbung Jesu. Aus dem Evangelium des Johannes kann man entnehmen, daß Jesus damals an der vierten Passahfeier nach seiner Taufe teilnahm, was die Genauigkeit der Prophezeiung beweist (Daniel 9:27b; Johannes 2:13; 5:1; 6:4; 13:1).

      16, 17. (a) Welche tragische Erfüllung fanden die weiteren Worte aus Daniel 9:26? (b) Inwiefern waren die damaligen wahren Nachfolger des Messias für uns ein Beispiel?

      16 Ja, der „Messias, der Führer“, wurde „abgeschnitten“. Wie tragisch, daß die Juden ihren König nicht erkannten! Doch es sollte noch mehr geschehen. Jerusalem sollte wieder verwüstet werden. In Daniels Prophezeiung hieß es:

      „Die Stadt und die heilige Stätte, das Volk eines Führers, der kommt, wird sie ins Verderben bringen. Und das Ende davon wird durch die Flut sein. Und bis zum Ende wird es Krieg geben; das, was beschlossen ist, sind Verwüstungen“ (Daniel 9:26b).

      17 Wie vorausgesagt, zeichnete sich die Zeit nach der ‘Abschneidung’ des Messias „bis zum Ende“ durch Krieg aus. Im Jahre 70 u. Z. kamen schließlich die römischen Heere wie eine Flut herbei und belagerten Jerusalem. Die Stadt und ihr Tempel wurden zerstört, ‘ins Verderben gebracht’. Wie der Historiker Josephus berichtete, kamen bei diesem Holocaust 1 100 000 Juden um. Glücklicherweise hatten bis dahin die wahren Nachfolger des Messias das Warn„zeichen“ beachtet und sich in den Bergen jenseits des Jordan in Sicherheit gebracht (Matthäus 24:3 bis 16). Das zeigt, wie wichtig es auch für uns heute ist, das prophetische „Zeichen“ Gottes zu beachten, bevor das Königreich ‘kommt’, um an dem gegenwärtigen bösen Weltsystem das Strafgericht zu vollstrecken (Lukas 21:34 bis 36).

      DER MESSIAS BRINGT SEGNUNGEN

      18. Was wurde durch das erste Kommen des Messias erreicht?

      18 Was sollte denn durch das erste Kommen des Messias erreicht werden? Gabriel hatte Daniel gesagt:

      „Siebzig Wochen sind es, die über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt worden sind, um die Übertretung zu beendigen und der Sünde ein Ende zu bereiten und für Vergehung Sühne zu leisten und Gerechtigkeit herbeizuführen auf unabsehbare Zeiten“ (Daniel 9:24a).

      All das würde der „Messias, der Führer“, vor seinem Tod und durch seinen Tod erreichen! Hier ging es nicht um eine politische, sondern um eine wunderbare geistige Befreiung. Dank dem Loskaufswert seines vollkommenen Menschenlebens, das er opferte, entfernte Jesus von denen, die ihn als den Messias annahmen, den Makel der Sünde und der Übertretung und brachte sie als das geistige „Israel Gottes“ in „einen neuen Bund“ (Galater 6:16; Jeremia 31:31, 33, 34).

      19. Wie ließ der Messias „Schlachtopfer und Opfergabe aufhören“?

      19 Was also der Gesetzesbund mit Moses als Mittler auf der Grundlage von Tieropfern nicht bewirken konnte, sollte der neue Bund mit dem Messias als Mittler auf der Grundlage seines einen vollkommenen menschlichen Opfers bewirken, das er „zur Hälfte der Woche“ darbrachte. Auf diese Weise ließ er „Schlachtopfer und Opfergabe aufhören“, denn die im Gesetz vorgesehenen Opfer waren von da an ohne jeden Wert (Daniel 9:27). Es ist so, wie der Apostel Paulus später schrieb: „Die alten Dinge sind vergangen, siehe! neue Dinge sind ins Dasein gekommen. Alle Dinge aber sind von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat“ (2. Korinther 5:17, 18).

      20. Über welche Aussicht für die Menschheit kannst du glücklich sein?

      20 Zur gegebenen Zeit sollte das Loskaufsopfer Jesu noch vielen anderen zugute kommen, die nicht zum geistigen Israel gehören, von dem Paulus ein Teil wurde, denn wie er weiter schrieb, versöhnte Gott durch Christus „eine Welt mit sich ..., indem er ihnen ihre Verfehlungen nicht anrechnete“ (2. Korinther 5:19). Bist du als Teil der Menschenwelt nicht glücklich darüber, daß die Verfehlungen, die du dir wegen deiner Unvollkommenheit zuschulden kommen läßt, aufgrund des Opfers dessen, der dich mit Gott versöhnt hat, vergeben werden können?

      21, 22. (a) Wie wurde während der 70. Woche ‘ein Siegel auf Vision und Prophet gedrückt’? (Daniel 9:24). (b) Wie wurde das „Hochheilige“ gesalbt?

      21 In der siebzigsten Woche sollte jedoch nicht nur ‘Gerechtigkeit herbeigeführt werden auf unabsehbare Zeiten’. Es sollte auch ‘ein Siegel auf Vision und Prophet gedrückt’ werden. In Offenbarung 19:10 heißt es, daß „das Zeugnisgeben für Jesus ... zum Prophezeien inspiriert“. Und Jesus erfüllte bei seinem ersten Kommen als Messias durch das, was er tat und sagte, buchstäblich Hunderte von prophetischen Aussprüchen. Dadurch wurde diesen Prophezeiungen gewissermaßen ein unauslöschliches Siegel aufgedrückt, denn es zeigte, daß sie zuverlässig und genau waren und vom Souveränen Herrn Jehova stammten. Durch den Messias sollten nun alle Verheißungen Gottes, sein Volk zu segnen, verwirklicht werden. „Denn so viele Verheißungen Gottes es auch gibt, sie sind durch ihn [Jesus, den Messias] zum Ja geworden“ (Daniel 9:24b; 2. Korinther 1:20).

      22 Außerdem sollte in dieser siebzigsten Woche das „Hochheilige“ gesalbt werden. Jetzt konnte die „mit Händen gemachte heilige Stätte“ im Tempel von Jerusalem nicht mehr dem Zweck Gottes in Verbindung mit der Sündenvergebung dienen. Sie war nur ein Abbild der Wirklichkeit, der großartigen geistigen Tempeleinrichtung, die mit der Salbung des Messias im Jahre 29 u. Z. ins Dasein kam. Christus begab sich nach seinem Tod und seiner Auferstehung in den Himmel, um den Wert seines menschlichen Opfers vor der Person Gottes „ein für allemal“ darzubieten (Hebräer 9:23-26). Gottes himmlische Wohnstätte erschien somit in einem neuen Licht. Sie war zum „Hochheiligen“ gesalbt worden; sie war zu der geistigen Wirklichkeit geworden, die durch das Allerheiligste des Tempels in Jerusalem vorgeschattet worden war. Somit hatten vom Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. bis zum Ende der siebzigsten Woche diejenigen Juden, die Gottes Vorkehrung annahmen, ein einzigartiges Vorrecht. Aufgrund des in jenem „Hochheiligen“ dargebotenen Opfers Christi wurden auch sie gesalbt, um in Gottes geistigem Tempel als Unterpriester zu dienen.

      23. (a) Inwiefern waren die Juden während der 70. Woche besonders begünstigt? (b) Wie wurden andere begünstigt, nachdem die „siebzig Wochen“ abgelaufen waren?

      23 Bezüglich der Juden, die in das geistige Israel aufgenommen würden, sagte die Prophezeiung: „Er soll den Bund für die vielen eine Woche lang in Kraft halten.“ Das ist die ‘Jahrwoche’ von 29 bis 36 u. Z., in der fleischliche Juden besonders begünstigt waren, indem sie durch Annahme an Sohnes Statt Angehörige des geistigen „Samens Abrahams“ wurden (Daniel 9:27a). Doch dann, als Petrus dem unbeschnittenen Heiden Kornelius predigte, wurde auch Unbeschnittenen von den Nationen die Möglichkeit eröffnet, in den abrahamischen Bund aufgenommen zu werden. Diesbezüglich schrieb Paulus: „Ihr alle seid tatsächlich Söhne Gottes durch euren Glauben an Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr in Christus getauft worden seid, habt Christus angezogen. Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist weder Mann noch Weib; denn ihr alle seid e i n e r in Gemeinschaft mit Christus Jesus. Überdies, wenn ihr Christus angehört, seid ihr wirklich Abrahams Same, Erben hinsichtlich einer Verheißung“ (Galater 3:26-29; Apostelgeschichte 10:30-35, 44-48).

      24. (a) Welche wunderbare Zusicherung enthält die abrahamische Verheißung für andere? (b) Wie kannst du gemäß Lukas 9:23 daran teilhaben?

      24 Wie verhält es sich aber mit den übrigen Menschen, den Milliarden, die nicht eingesammelt worden sind, um in die „kleine Herde“, die ihr Erbe in den Himmeln hat, aufgenommen zu werden? Für sie enthält die abrahamische Verheißung ebenfalls eine wunderbare Zusicherung, denn Gott sagte: „Durch deinen [Abrahams] Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde ... segnen“ (1. Mose 22:18). Möchtest du an diesem Segen einen Anteil haben? Das ist möglich, und zu diesem Zweck solltest du um das ‘Kommen’ des Königreiches Gottes beten. Und während du dich weiterhin mit Gottes Wort befaßt, wirst du erfahren, wie du dich durch deine Hingabe an Gott „verleugnen“ und dem Messias, dem Führer, „beständig“ folgen kannst (Lukas 9:23).

      [Fußnoten]

      a Siehe Wachtturm vom 1. Januar 1966, Seite 22—24; Aid to Bible Understanding, Seite 1473.

      b Zum Beispiel führt Josephus in seinem Werk Gegen Apion (I, 22) den Historiker Hekataios von Abdera an, der im vierten Jahrhundert v. u. Z. schrieb: „Die Juden haben in ihrem Lande umher eine Menge befestigter Städte und Dörfer; vorzüglich fest aber ist eine Stadt, die nahezu 50 Stadien [etwa 10 km] im Umfange hat und von etwa 120,000 Menschen bewohnt wird. Sie nennen dieselbe Jerusalem“ (übers. v. H. Paret, 1856).

      [Übersicht auf Seite 67]

      PROPHEZEIUNGEN, DIE SICH GEGEN ENDE DER „SIEBZIG WOCHEN“ AM „MESSIAS, DEM FÜHRER“, ERFÜLLTEN

      PROPHEZEIUNG INHALT ERFÜLLUNG

      Jesaja 40:3 Johannes der Täufer bereitet den Weg Matthäus 3:1-3

      Micha 5:2 Jesus in Bethlehem geboren Matthäus 2:1-6

      1. Mose 49:10 Aus dem Stamm Juda Lukas 3:23-33

      Jesaja 7:14 Von einer Jungfrau geboren Matthäus 1:23-25

      Jesaja 9:7 Nachkomme, Erbe Davids Matthäus 1:1, 6-17

      Jeremia 31:15 Kindermord nach seiner Geburt Matthäus 2:16-18

      Hosea 11:1 Aus Zuflucht in Ägypten gerufen Matthäus 2:14, 15

      Daniel 9:25 Erscheint nach 69 „Wochen“ Lukas 3:1, 21, 22

      Psalm 40:7, 8 Stellt sich Gott dar Matthäus 3:13-15

      Jesaja 61:1, 2 Mit Geist zum Predigen gesalbt Lukas 4:16-21

      Psalm 2:7 Jehova bezeichnet Jesus als „Sohn“ Matthäus 3:17

      Jesaja 9:1, 2 Licht in Galiläa Matthäus 4:13-16

      Psalm 40:9 Predigt freimütig „gute Botschaft“ Matthäus 4:17, 23

      Psalm 69:9 Eifer für Jehovas Haus Johannes 2:13-17

      Jesaja 53:1, 2 Juden glauben nicht an ihn Johannes 12:37, 38

      Psalm 78:2 Spricht in Gleichnissen Matthäus 13:34, 35

      Sacharja 9:9 Reitet auf Eselsfüllen in die Stadt Matthäus 21:1-9

      Psalm 69:4 Ohne Ursache gehaßt Johannes 15:24, 25

      Jesaja 42:1-4 Hoffnung der Nationen; zankt sich nicht Matthäus 12:14-21

      Psalm 41:9 Von untreuem Apostel verraten Johannes 13:18, 21-30

      Sacharja 11:12 Für 30 Silberstücke verraten Matthäus 26:14-16

      Psalm 2:1, 2 Herrscher handeln gegen Gesalbten Matthäus 27:1, 2

      Psalm 118:22 Verworfen, aber sichere Grundlage Matthäus 21:42, 43

      Jesaja 8:14, 15 Wird zu einem Stein des Anstoßes Lukas 20:18

      Psalm 27:12 Falsche Zeugen wider ihn gedungen Matthäus 26:59-61

      Jesaja 53:7 Schweigt vor seinen Anklägern Matthäus 27:11-14

      Psalm 22:16 An Händen und Füßen festgenagelt Johannes 20:25

      Jesaja 53:12 Den Übertretern zugezählt Lukas 22:36, 37

      Psalm 22:7, 8 Am Pfahl beschimpft Matthäus 27:39-43

      Psalm 69:21 Erhält mit Myrrhe gewürzten Wein Markus 15:23, 36

      Sacharja 12:10 Am Pfahl durchstochen Johannes 19:34

      Psalm 22:18 Lose um seine Kleider geworfen Matthäus 27:35

      Psalm 34:20 Keines seiner Gebeine gebrochen Johannes 19:33, 36

      Psalm 22:1 Von Gott verlassen, Feinden ausgeliefert Matthäus 27:46

      Daniel 9:26, 27 Nach 3 1⁄2 Jahren abgeschnittenc Johannes 19:14-16

      Sacharja 13:7 Hirte geschlagen, Herde zerstreut Matthäus 26:31, 56

      Jeremia 31:31 Neuer Bund, Sünden beseitigt Lukas 22:20

      Jesaja 53:11 Trägt die Vergehungen vieler Matthäus 20:28

      Jesaja 53:4 Trägt Krankheiten der Menschen Matthäus 8:16, 17

      Jesaja 53:9 Grabstätte bei den Reichen Matthäus 27:57-60

      Psalm 16:10 Vor Verwesung auferweckt Apostelgeschichte 2:24, 27

      Jona 1:17 Am dritten Tag auferweckt Matthäus 12:40

      Psalm 110:1 Zur Rechten Gottes erhöht Apostelgeschichte 7:56

      [Fußnote]

      c Siehe Seite 61, 62.

  • ‘Das Königreich hat sich genaht’
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 8

      ‘Das Königreich hat sich genaht’

      1. Wieso waren die Worte des Johannes aus Matthäus 3:1-10 zeitgemäß?

      UNTERSUCHEN wir noch weitere Einzelheiten über die Tätigkeit des „Messias, des Führers“, bei seinem ersten Kommen. Die aufrüttelnde Ankündigung war zuerst von Johannes dem Täufer zu hören: „Bereut, denn das Königreich der Himmel hat sich genaht“ (Matthäus 3:2). Der künftige König war im Begriff zu erscheinen! Während die siebzigste Woche, eine „Woche“ besonderer Gunst, näher rückte, war es für die Juden tatsächlich höchste Zeit, ihre Sünden gegen das gerechte Gesetz zu bereuen, das ihnen ihr Gott, Jehova, gegeben hatte. Denn nun stand Israel ein Gerichtstag bevor. Daher sagte Johannes zu den heuchlerischen Führern der Nation: „Ihr Otternbrut, wer hat euch angezeigt, wie ihr dem kommenden Zorn entfliehen könnt? So bringt denn Frucht hervor, die der Reue entspricht ... Schon liegt die Axt an der Wurzel der Bäume; jeder Baum nun, der keine vortreffliche Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen werden“ (Matthäus 3:7, 8, 10).

      2. (a) Wieso hatte die Taufe Jesu eine besondere Bedeutung? (b) Welchen Angriffen wurde Jesus ausgesetzt, als er „sein Werk anfing“?

      2 Dann kam Jesus aus Galiläa zum Jordan und bat Johannes, ihn zu taufen. Johannes wußte, daß Jesus ohne Sünde war, und lehnte es zunächst ab. Doch Jesu Taufe sollte eine andere Bedeutung haben. Sie sollte versinnbildlichen, daß er sich Jehova darstellte, um das besondere Werk zu tun, wozu ihn sein Vater auf die Erde gesandt hatte. Passenderweise wurde Jesus daher im Wasser getauft.

      „Und als er betete, wurde der Himmel geöffnet, und der heilige Geist kam in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herab, und eine Stimme kam aus dem Himmel: ,Du bist mein Sohn, der geliebte; an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.‘ Übrigens war Jesus selbst, als er sein Werk anfing, ungefähr dreißig Jahre alt.“

      Als Messias und designierter König wurde er sogleich Gegenstand der Angriffe jener alten Schlange, des Teufels, und der jüdischen Religionsführer, die heuchlerisch behaupteten, Gott zu dienen (Lukas 3:21-23).

      3. Inwiefern handelte Jesus unter Versuchung anders als Adam und Eva?

      3 „Nun kehrte Jesus voll heiligen Geistes vom Jordan zurück, und er wurde durch den Geist in der Wildnis umhergeführt, vierzig Tage lang, und dabei vom Teufel versucht“ (Lukas 4:1, 2). Satan erkannte in Jesus den von Gott verheißenen „Samen“, der zur gegebenen Zeit ihn und seinen bösen „Samen“ zermalmen würde. Könnte er Jehovas Vorsatz vereiteln und Jesus zum Ungehorsam veranlassen? Jesus hatte 40 Tage lang gefastet. So forderte der Teufel den hungrigen Jesus auf, einige Steine der unfruchtbaren Wildnis in Brote zu verwandeln. Jesus hatte jetzt die Macht, Wunder zu wirken, doch zitierte er richtigerweise Jehovas gerechtes Gesetz und sagte:

      „Es steht geschrieben: ,Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht‘“ (Matthäus 4:1-4; 5. Mose 8:3).

      Welch ein Gegensatz zu Eva und ihrem Mann Adam, die aus Ungehorsam die verbotene Frucht gegessen hatten, obwohl sie von einer Fülle anderer nahrhafter Speisen umgeben waren!

      4. Was können wir aus der Art und Weise lernen, wie Jesus der zweiten Versuchung begegnete?

      4 Daß Jesus demütig war und seine völlige Abhängigkeit von seinem Vater erkannte, wurde bei der nächsten Prüfung offenbar. Satan versuchte, Jesus einzuflüstern, er als der Sohn Gottes sei eine prominente Persönlichkeit. Ja, soll er sich doch von der Zinne des Tempels herabstürzen; Gottes Engel werden ihn schon auffangen, so daß ihm kein Schaden zustößt! Doch Jesus wies diesen törichten Vorschlag zurück, indem er erneut aus dem Gesetz Jehovas zitierte und sagte:

      „Wieder steht geschrieben: ,Du sollst Jehova, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen‘“ (Matthäus 4:5-7; 5. Mose 6:16).

      Hieraus können alle, die sich als Gottes Diener bezeichnen, etwas lernen: Niemand sollte auf sein Verhältnis zu Jehova pochen. Ob wir von Gott gesegnet werden, hängt nicht davon ab, was wir in der Vergangenheit für ihn getan haben oder in welcher Stellung wir ihm gedient haben, sondern davon, daß wir ihm weiterhin in aller Demut gehorchen und tiefen Respekt vor seinen Einrichtungen und Anforderungen haben (Philipper 2:5-7).

      5. (a) Auf welche überaus wichtige Streitfrage zielte die dritte Versuchung ab? (b) Wie machte Jesus daraufhin wieder von Gottes Gesetz Gebrauch? (c) Wieso ist dies ein ausgezeichnetes Beispiel für uns heute?

      5 Nun zur letzten und wichtigsten Versuchung bei dieser Gelegenheit! Oh, könnte Satan Jesus in der entscheidenden Streitfrage um das Königreich doch zu Fall bringen! Zu diesem Zweck „nahm ihn der Teufel mit auf einen ungewöhnlich hohen Berg und zeigte ihm alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und er sprach zu ihm: ,Alle diese Dinge will ich dir geben, wenn du niederfällst und mir einen Akt der Anbetung erweist.‘“ Durch diesen einfachen Kompromiß, so behauptete Satan, könne Jesus auf der Stelle Gewalt über die ganze Menschenwelt erlangen, ohne noch Jahrhunderte warten zu müssen, bis Gottes Zeit dafür gekommen sei. Aber Jesus verwies wieder auf Jehovas Gesetz und erwiderte:

      „Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: ,Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen‘“ (Matthäus 4:8-10; 5. Mose 6:13).

      Wieder ein ausgezeichnetes Beispiel für heutige Diener Gottes! Ganz gleich, wie weit der Weg zu sein scheint, sollten diejenigen, die Jehova heiligen Dienst darbringen, nie, aber auch nie aufhören, Gottes Königreich in ihrem Leben an die erste Stelle zu setzen. Mögen sie nie ihre eigenen kleinen „Königreiche“ in der materialistischen Gesellschaft der Welt Satans aufrichten!

      „KEIN TEIL DIESER WELT“

      6. (a) In welchem Sinne nahte sich das Königreich damals? (b) In welcher Hinsicht müssen Christen dem Beispiel Jesu folgen, wenn sie 1. Petrus 2:21 anwenden wollen?

      6 Was geschah, nachdem Jesus die Versuchungen des Teufels zurückgewiesen hatte? Die Bibel berichtet uns:

      „Jesus [fing] an zu predigen und zu sagen: ,Bereut, denn das Königreich der Himmel hat sich genaht.‘“

      In welchem Sinne hatte sich das Königreich genaht? Indem der zum König Gesalbte, Jesus Christus selbst, jetzt gegenwärtig war, ‘lehrte und die gute Botschaft vom Königreich predigte’. Große Volksmengen folgten ihm von Ort zu Ort (Matthäus 4:17, 23-25). Jesus erklärte ganz deutlich, daß diejenigen, die seine Lehren annahmen, „kein Teil der Welt“ sein durften, so wie er „kein Teil der Welt“ war. Sie mußten sich von der Welt und ihrer Gewalttätigkeit und Unsittlichkeit trennen. Alle, die Jesus heute nachfolgen möchten, müssen das gleiche tun (Johannes 17:14, 16; 1. Petrus 2:21; siehe auch Matthäus 5:27, 28; 26:52).

      7. Weshalb ist es angesichts der Worte Jesu aus Johannes 8:44 wichtig, daß wir heute die Lehren von Religionsführern anhand der Bibel überprüfen?

      7 Im Hinblick auf die falsche Anbetung sagte Jesus zu den Religionsführern seiner Tage: „Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er gemäß seiner eigenen Neigung, denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge“ (Johannes 8:44). Es war damals äußerst wichtig, daß sich das einfache Volk von den falschen Überlieferungen befreite, die sich in der jüdischen Religion entwickelt hatten und später in den Talmud aufgenommen wurden. Und heute ist es wichtig, daß diejenigen, die wie die Juden ihr ganzes Leben lang gemäß der Religion ihrer Vorväter gelebt haben, untersuchen, ob ihre Religionsführer das Wort Gottes nicht ‘beiseite gesetzt’ haben, um rein menschliche Überlieferungen zu lehren (Markus 7:9-13).

      8, 9. (a) Weshalb sagte Jesus, sein Königreich sei „kein Teil dieser Welt“? (b) Weshalb werden daher wahre Christen verfolgt? (c) Weshalb sollten sie guten Mutes sein?

      8 Als Jesus verhört wurde und es für ihn um Leben und Tod ging, erklärte er bezüglich der Regierungen seiner Zeit:

      „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königreich nicht von daher.“

      Jesu Königreich war vom Himmel. Es sollte seine Gewalt von dem höchsten Souverän, Jehova Gott, erhalten und nicht von Satan. Deshalb gebrauchte Satan seinen irdischen „Samen“, um Jesus und seine Nachfolger zu verfolgen (Johannes 18:36).

      9 Jesus sagte daher zu seinen wahren Jüngern: „Diese Dinge gebiete ich euch, daß ihr einander liebt. Wenn die Welt euch haßt, wißt ihr, daß sie mich gehaßt hat, bevor sie euch haßte. Wenn ihr ein Teil der Welt wäret, so wäre der Welt das Ihrige lieb. Weil ihr nun kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt“ (Johannes 15:17-19). Anbeter Jehovas haben sich bis auf den heutigen Tag bitteren Haß und Verfolgung zugezogen, weil sie sich von der korrupten Politik und der Gewalttätigkeit losgesagt haben, die heute so weit verbreitet sind. Doch alle, die schließlich die Welt überwinden, erwartet eine reiche Belohnung. Jesus versicherte seinen Jüngern: „In der Welt habt ihr Drangsal, doch faßt Mut! Ich habe die Welt besiegt“ (Johannes 16:33).

      EIGNUNG ALS KÖNIG

      10, 11. (a) Was zeigt, daß die „Könige“ der Welt keine Herrscher von Gottes Gnaden sind? (b) Wie hat Jesus im Gegensatz dazu bewiesen, daß er als König geeignet ist?

      10 Welche Eigenschaften würdest du von einem Weltherrscher erwarten? Die meisten Herrscher der Geschichte waren „starke Männer“, arrogant, aufgeblasen vor Stolz. Gewöhnlich war ihnen ihr eigenes Fortkommen wichtiger als die Bedürfnisse des gewöhnlichen Volkes. Einige haben sich gerühmt, große Reiche gegründet zu haben, aber mit der Zeit sind all ihre mächtigen Reiche zusammengebrochen, und das beweist die Wahrhaftigkeit der Worte König Salomos: „Wenn Jehova selbst das Haus nicht baut, so ist es umsonst, daß seine Bauleute hart daran gearbeitet haben“ (Psalm 127:1). Diese „Könige“ haben in der Tat bewiesen, daß sie keine Herrscher von Gottes Gnaden gewesen sind. Sie hatten ihre Souveränität nicht von Jehova Gott.

      11 Über den von Gott gesalbten König, Jesus Christus, heißt es jedoch prophetisch, er reite gegen seine Feinde „in der Sache der Wahrheit und Demut und Gerechtigkeit“. Ferner lesen wir über ihn: „Du hast Gerechtigkeit geliebt, und du haßt Bosheit. Darum hat dich Gott, dein Gott, mit dem Öl des Frohlockens gesalbt, mehr als deine Mitgenossen [die Könige aus dem Geschlecht Davids, die vor ihm regierten]“ (Psalm 45:4, 7). Da der himmlische König alles haßt, was Jehovas heiligen Namen entehrt und Gottes gerechte Grundsätze verletzt, wird er zur gegebenen Zeit die Erde von aller Bosheit reinigen, um seine gerechte Herrschaft vorzubereiten. Hat Jesus bewiesen, daß er sich als ein solcher Herrscher eignet? Ganz gewiß!

      12. Welches Beispiel gab uns Jesus in bezug auf den heiligen Dienst?

      12 Als vollkommener Mensch war Jesus vorbildlich in seiner Liebe zu Gott und zum Nächsten, und als Angehöriger der Nation Gottes, Israel, die Jehova hingegeben war, gab er ein ausgezeichnetes Beispiel, indem er den beiden größten Geboten gehorchte. Er sagte: „Das erste [Gebot] ist: ,Höre, o Israel: Jehova, unser Gott, ist e i n Jehova, und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und mit deiner ganzen Kraft.‘ Das zweite ist dieses: ,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘“ (Markus 12:29-31; 5. Mose 6:4, 5). Jesus verausgabte sich völlig in seinem Dienst für Jehova und in seinem Bemühen, seine jüdischen Nächsten zu lehren. Als diese versuchten, ihn festzuhalten, um mehr von ihm zu hören, sagte er zu ihnen:

      „Auch anderen Städten muß ich die gute Botschaft vom Königreich Gottes verkünden, denn dazu bin ich ausgesandt worden“ (Lukas 4:43).

      Jesus war in seinem heiligen Dienst fortgesetzt tätig, und dadurch gab er allen wahren Christen ein Beispiel, das sie nachahmen sollten. (Vergleiche Johannes 5:17.)

      13, 14. (a) Welche Einstellung hatte Jesus zu den Menschen? (b) Weshalb ging er predigen, und weshalb sandte er andere aus? (c) Was für eine Aufsicht können die Menschen unter dem Königreich erwarten?

      13 Jesus war auch liebevoll und mitfühlend. In seinem Herzen sehnte er sich danach, sein Volk von all den schweren Bürden befreit zu sehen, die ihm die Religionsführer aufluden. Daher erzählte er ihm von Gottes Königreich und sandte seine Jünger mit dem Auftrag aus:

      „Während ihr hingeht, predigt, indem ihr sagt: ,Das Königreich der Himmel hat sich genaht‘“ (Matthäus 9:35 bis 10:7).

      14 Dieser designierte König lud die Menschen mit den Worten ein: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und werdet meine Jünger, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Matthäus 11:28-30). Als der von Gott über die ganze Menschheit eingesetzte himmlische König wird Jesus das gleiche Mitgefühl bekunden, und er wird wie während seines Erdenlebens dafür sorgen, daß die im Königreich mit ihm Verbundenen organisiert werden, um die Erleichterung zu schaffen und die gütige Aufsicht auszuüben, die die Menschen wirklich benötigen. Alle, die unter der Herrschaft Jesu auf der Erde leben, werden tatsächlich für ihre Seele Erquickung finden.

      UNTADELIGE LAUTERKEIT

      15. Wie gab Jesus auf die Herausforderung Satans eine vollständige Antwort?

      15 Vor allem bewies der künftige König der Menschheit seine untadelige Lauterkeit und seinen Gehorsam gegenüber seinem himmlischen Vater bis zu seinem grausamen Tod an einem Marterpfahl. Als die Stunde der Hinrichtung nahte, betete er zu Jehova: „Vater, verherrliche deinen Namen.“ Darauf erwiderte Jehova vom Himmel her: „Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wieder verherrlichen.“ Dadurch, daß Jesus den Namen seines Vaters heiligte, gab er auf die Herausforderung Satans eine vollständige Antwort. Er bewies, daß ein vollkommener Mensch Gott unter jeder Prüfung treu bleiben kann, die der Widersacher über ihn bringen mag. Daher konnte Jesus sagen: „Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt [Satan] hinausgeworfen werden“, das heißt völlig in Unehre gebracht und als Lügner erwiesen. Die jüdischen Religionsführer als der ‘Same der Schlange’ würden dem „Samen“ der weibesgleichen Organisation Gottes eine schmerzhafte „Fersenwunde“ beibringen, aber Jehova würde seinen verdienten Sohn zu Leben im Himmel auferwecken (1. Mose 3:15; Johannes 12:27-31).

      16, 17. (a) Weshalb können wir zu dem künftigen König der Erde großes Vertrauen haben? (b) Wie zeigt die Bibel, daß die Hoffnung auf eine paradiesische Erde realistisch ist? (c) Sollte dich deine bisherige Lebensweise daran hindern, nach jener Hoffnung zu streben?

      16 Jesu Liebe zur Gerechtigkeit, sein Haß gegen Gesetzlosigkeit, seine große Zuneigung zur Menschheit und vor allem sein unerschütterlicher Gehorsam gegenüber dem Willen seines Vaters zur Verherrlichung des Namens Jehovas — all das beweist, daß dieser loyale Sohn hervorragend als künftiger König der Erde geeignet ist. Würdest du nicht gern als glücklicher Untertan eines solchen Königs in das ewige Leben eingehen?

      17 Ganz gleich, wie gut oder wie schlecht deine bisherige Lebensweise gewesen ist, diese Hoffnung auf ewiges Leben auf einer herrlichen Erde kann für dich Wirklichkeit werden. Sogar der reuige Dieb, der zusammen mit Jesus hingerichtet wurde, erhielt die Hoffnung auf eine Auferstehung! Denn als er zu Jesus sagte: „Gedenke meiner, wenn du in dein Königreich kommst“, erwiderte dieser: „Wahrlich, ich sage dir heute: Du wirst mit mir im Paradiese sein“ (Lukas 23:42, 43). Bald wird das Paradies Wirklichkeit werden. Hältst auch du gebetsvoll nach dem ‘Kommen’ des Königreiches und seinen Segnungen Ausschau?

      [Bild auf Seite 77]

      DER GRÖSSTE MENSCH, DER JE AUF ERDEN LEBTE

      Als designierter König hielt er bis zum Tod an seiner Lauterkeit fest, und durch sein vergossenes Blut erkaufte er die Menschheit von Sünde und Tod.

  • Königreichserben bewahren die Lauterkeit
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 9

      Königreichserben bewahren die Lauterkeit

      1. (a) Weshalb ererbte Jesus einen vorzüglicheren Namen? (b) Wer kann aus seinem Beispiel Nutzen ziehen, und wie?

      DA Jesus bis zum Tode treu blieb, ererbte er einen Namen, der vorzüglicher war als der Name der Engel. Von allen vernunftbegabten Geschöpfen Gottes war er es, der beweisen sollte, daß ein Sohn Gottes vollkommen die Lauterkeit gegenüber Gott bewahren kann, und somit zeigen sollte, daß Satan ein Lügner ist. Daher schrieb der Apostel Paulus: „Nachdem er eine Reinigung für unsere Sünden herbeigeführt hatte [indem er das Lösegeld beschaffte], setzte er sich zur Rechten der Majestät in den Höhen.“ Welch ein großartiges Beispiel gab er doch für alle, die das ‘Kommen’ des Königreiches erwarten — sowohl für die Glieder der „kleinen Herde“, die das himmlische Königreich ererbt, als auch für diejenigen, die irdische Untertanen dieses Königreiches sein werden! Es ist so, wie derselbe Apostel später schrieb: „Laßt uns in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen, während wir unseren Blick auf den Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens, Jesus, gerichtet halten. Für die vor ihm liegende Freude erduldete er einen Marterpfahl, der Schande nicht achtend, und hat sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt“ (Hebräer 1:3, 4; 12:1, 2).

      2—4. (a) Wie schulte und organisierte Jesus seine Jünger allmählich für die Predigttätigkeit? (b) Woher wissen wir, daß sie mit der „guten Botschaft“ in die Häuser der Menschen gingen? (c) Welches gute Vorbild war diese Tätigkeit für Gottes Diener heute?

      2 Jesus gab seinen Nachfolgern nicht nur ein ausgezeichnetes Beispiel, sondern er lehrte und schulte sie auch, damit sie nach seinem Weggang Gottes Werk fortsetzen konnten.

      „Er [begann] von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zu ziehen, wobei er predigte und die gute Botschaft vom Königreich Gottes verkündete. Und die Zwölf waren mit ihm“ (Lukas 8:1).

      3 Später sandte Jesus die 12 allein aus, „das Königreich Gottes zu predigen und zu heilen“. „[Sie] gingen durch das Gebiet von Dorf zu Dorf, und überall verkündeten sie die gute Botschaft und vollbrachten Heilungen“ (Lukas 9:2, 6). In den Städten und Dörfern sollten sie nach würdigen Menschen suchen, und das taten sie, indem sie in die Häuser gingen. Aufgrund des Widerstandes gegen die Botschaft erforderte diese Tätigkeit von ihnen, daß sie mutig die Lauterkeit bewahrten, wie es auch bei Jehovas Zeugen heute in vielen Gebieten der Fall ist. Jesus sagte: „Wenn das Haus es verdient, so komme der Friede darauf, den ihr ihm wünscht; wenn es ihn aber nicht verdient, so kehre euer Friede auf euch zurück. Wo irgend jemand euch nicht aufnimmt noch auf eure Worte hört, da schüttelt den Staub von euren Füßen, wenn ihr aus jenem Haus oder jener Stadt hinausgeht“ (Matthäus 10:7, 11-14).

      4 Als Jesus später 70 weitere Jünger bezeichnete, sagte er zu ihnen: „Seht! Ich sende euch wie Lämmer mitten unter Wölfe.“ Auch sie sollten die Menschen in ihren Häusern aufsuchen, denn Jesus sagte ihnen weiter: „Wo immer ihr in ein Haus eintretet, da sagt zuerst: ,Friede sei diesem Hause!‘ Und wenn dort ein Freund des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen, wenn aber nicht, wird er zu euch zurückkehren.“ Selbst wenn die Menschen nicht auf die „gute Botschaft“ hörten, sollten sie warnend darauf hingewiesen werden, daß sich das Königreich Gottes genaht hatte (Lukas 10:3-11). Dies war ein gutes Vorbild für das Werk der Zeugen Jehovas heute, die mit Gottes Botschaft des Trostes und mit seiner Warnungsbotschaft von Haus zu Haus gehen (Jesaja 61:1, 2).

      PREDIGEN TROTZ VERFOLGUNG

      5. Wie betonte der auferweckte Jesus das Werk, das seine Nachfolger verrichten sollten?

      5 Als Jesus starb, wurden seine Jünger zerstreut. Doch nach seiner Auferstehung im Geiste erschien er ihnen bei zahlreichen Gelegenheiten in einem materialisierten Körper, um sie zu trösten und zu stärken (1. Korinther 15:3 bis 8). Bei einer dieser Gelegenheiten fragte Jesus Petrus dreimal, ob er ihn wirklich liebe und Zuneigung zu ihm habe. Petrus war deswegen betrübt, aber Jesus betonte dreimal, daß Petrus als Zeichen seiner Liebe und Zuneigung seine „Lämmer“, seine „Schäflein“, weiden und hüten müsse (Johannes 21:15-17). Als Jesus seinen 11 treuen Jüngern ein andermal erschien, sagte er ihnen:

      „Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden. Geht daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe! ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge“ (Matthäus 28:18-20).

      Es gab für sie viel Arbeit zu tun.

      6. Inwiefern würden Jesu Jünger „größere Werke“ tun?

      6 Jesus hatte seinen Jüngern gesagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Glauben an mich ausübt, der wird auch die Werke tun, die ich tue; und er wird größere Werke als diese tun, denn ich gehe zum Vater hin“ (Johannes 14:12). Sie würden in einem größeren Gebiet tätig sein und Gottes Königreich über eine viel längere Zeitspanne predigen.

      7. Welches wunderbare Ereignis führte dazu, daß zu Pfingsten ein gründliches Zeugnis gegeben wurde, und welche erstaunlichen Folgen hatte dies?

      7 Nachdem Jesus bei seinem Vater im Himmel angekommen war und sich zu seiner Rechten gesetzt hatte, tat er etwas Wunderbares. Am Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. goß er auf seine wartenden Jünger heiligen Geist aus und salbte sie so zu Miterben des himmlischen Königreiches Gottes. Schließlich sollten 144 000 Personen aus der Menschheit ausgewählt werden, um mit Christus im Himmel Könige und Priester zu sein. Zufolge des gründlichen Zeugnisses, das an diesem einen Tag gegeben wurde, nahmen 3 000 Juden und Proselyten das Wort von Herzen an und wurden getauft (Johannes 14:2, 3; Offenbarung 14:1 bis 5; 20:4, 6; Apostelgeschichte 2:1-4, 14, 40, 41).

      8—11. (a) Welcher Konflikt tobte jetzt zwischen den Führern der Juden und den Aposteln? (b) Wie bewiesen die Apostel, daß sie ihre Lauterkeit bewahrten? (c) Welches gute Beispiel gaben die Apostel gemäß Apostelgeschichte 5:40-42 für heutige Diener Gottes?

      8 Die „gute Botschaft“ verbreitete sich im Gebiet Jerusalems wie ein Lauffeuer, und genauso wuchs auch der Widerstand gegen Gottes Königreich. Bald wurden die Apostel vor das jüdische Gericht, den Sanhedrin, geschleppt, und man verbot ihnen, im Namen Jesu zu reden. Würden sie an ihrer Lauterkeit festhalten? Petrus und Johannes sagten: „Ob es in den Augen Gottes gerecht ist, eher auf euch zu hören als auf Gott, urteilt selbst. Wir aber, wir können nicht aufhören, von den Dingen zu reden, die wir gesehen und gehört haben.“ Bei dieser Gelegenheit wurden die Apostel freigelassen, und sie und ihre Gefährten dankten Gott sofort und baten ihn: „Nun, Jehova, ... gewähre deinen Sklaven, daß sie dein Wort fortgesetzt mit allem Freimut reden.“ So predigten sie mit der Hilfe des Geistes Jehovas weiter (Apostelgeschichte 4:19, 20, 29, 31).

      9 Wieder nahmen die Religionsführer die Apostel fest und steckten sie ins Gefängnis. Doch es war nicht Gottes Wille, daß sie dort blieben. In der Nacht befreite sie Jehovas Engel, so daß man sie beim Morgengrauen wieder im Tempel fand, wo sie lehrten (Apostelgeschichte 5:17-21).

      10 Was konnte der Sanhedrin tun, um die Ausbreitung der „guten Botschaft“ aufzuhalten? Noch einmal wurden die Apostel vor Gericht gestellt, und der Hohepriester warf ihnen vor: „Wir haben euch ausdrücklich befohlen, nicht mehr weiter aufgrund dieses Namens [Jesus] zu lehren, und dennoch, seht! ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt, und ihr seid entschlossen, das Blut dieses Menschen über uns zu bringen.“ Darauf ertönte die kompromißlose Antwort der Apostel, und sie klingt uns noch nach 1 900 Jahren in den Ohren:

      „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen.“!

      Was konnten die Juden mit diesen loyalen Männern tun? Der Gesetzeslehrer Gamaliel gab den weisen Rat: „Steht ab von diesen Menschen, und laßt sie gehen (denn wenn dieses Unterfangen oder dieses Werk von Menschen ist, wird es umgestürzt werden; wenn es aber von Gott ist, werdet ihr sie nicht stürzen können); andernfalls mögt ihr vielleicht als solche erfunden werden, die in Wirklichkeit gegen Gott kämpfen“ (Apostelgeschichte 5:27-39).

      11 Darauf ließ man die Apostel auspeitschen, befahl ihnen, mit dem Reden aufzuhören, und ließ sie frei. Wie reagierten sie darauf? Sie frohlockten, weil sie würdig geachtet worden waren, um des Namens Jesu willen zu leiden.

      „Und jeden Tag fuhren sie im Tempel und von Haus zu Haus ununterbrochen fort, zu lehren und die gute Botschaft über den Christus, Jesus, zu verkünden“ (Apostelgeschichte 5:40-42).

      Diese Königreichserben waren entschlossen, alles durchzustehen, was erforderlich war, um Gottes Werk fortzusetzen. Sie gaben damit ein gutes Beispiel für alle Zeugen des wahren Gottes, die bis auf den heutigen Tag das Königreich „öffentlich und von Haus zu Haus“ verkündigt haben (Apostelgeschichte 20:20, 21).

      DIE „GUTE BOTSCHAFT“ VOM KÖNIGREICH BREITET SICH AUS

      12. Wieso trägt Verfolgung oft zu einer weiteren Ausbreitung der „guten Botschaft“ bei, wie dies aus Apostelgeschichte 8:1-4 zu ersehen ist?

      12 Wieder nahm die Verfolgung an Heftigkeit zu, so daß alle bis auf die Apostel in die Nachbarprovinzen Judäa und Samaria zerstreut wurden. Doch dies trug nur zur Ausdehnung des Zeugnisses bei, denn diejenigen, die „zerstreut worden waren, gingen durch das Land und verkündeten die gute Botschaft des Wortes“ (Apostelgeschichte 8:1-4). Interessanterweise hat sich in der Neuzeit das gleiche ereignet. Wenn diktatorische Regierungen versucht haben, Jehovas Zeugen Einhalt zu gebieten, indem sie sie in abgelegene Gegenden zerstreuten, haben sie dort weitergepredigt, und die „gute Botschaft“ hat sich ausgebreitet.

      13, 14. (a) Wann ging Gottes besondere „Woche“ der Gunst gegenüber den Juden zu Ende, und wer wurde danach als Königreichserben zugelassen? (b) Wie zeigen das die Worte des Paulus aus Apostelgeschichte 13 und Römer 11?

      13 Doch wurde die Königreichsbotschaft damals nur den Juden und den benachbarten Samaritern überbracht? Sollte sich die Vollzahl der Glieder des Königreiches der Himmel nur aus ihnen zusammensetzen? Trotz des wunderbaren Zeugnisses, das unter ihnen gegeben wurde, sollte dies nicht der Fall sein. Offenbar im Jahre 36 u. Z., als Gottes besondere „Woche“ der Gunst gegenüber den Juden zu Ende ging, wies Jehova Petrus an, einen italischen Offizier namens Kornelius in seinem Haus in Cäsarea aufzusuchen. Während Petrus diesem Nichtjuden und seiner Hausgemeinschaft predigte, fiel heiliger Geist auf sie herab und salbte sie zu Königreichserben. Sie wurden als die ersten unbeschnittenen Nichtjuden getauft, die zum Christentum bekehrt worden waren (Apostelgeschichte 10:1 bis 48).

      14 Als später die Juden in Antiochia (Pisidien) dem Apostel Paulus und seinen Gefährten heftigen Widerstand entgegensetzten, sagte er zu diesen Juden: „Es war notwendig, daß das Wort Gottes zuerst zu euch geredet wurde. Da ihr es von euch stoßt und euch selbst des ewigen Lebens nicht für würdig erachtet, siehe! so wenden wir uns den Nationen zu. In der Tat, Jehova hat uns in diesen Worten geboten: ,Ich habe dich zum Licht der Nationen gesetzt, damit du zur Rettung seist bis zum äußersten Ende der Erde‘“ (Apostelgeschichte 13:46, 47). Wie Paulus später erklärte, glichen diese ungläubigen Juden den abgeschnittenen natürlichen Zweigen eines Ölbaums. Die Juden hätten die Vollzahl der Königreichserben stellen können. Doch an ihrer Stelle wurden „Menschen von den Nationen“ gleich den Zweigen eines wilden Ölbaums „eingepfropft“, und auf diese Weise sollte „ganz Israel“, d. h. die Vollzahl des geistigen Israel, der Königreichserben, „gerettet“ werden (Römer 11:13-26; Galater 6:16).

      LAUTERKEIT UNTER „DRANGSALEN“

      15, 16. (a) Was tat und sagte Paulus in bezug auf „Drangsale“, und inwiefern ist das für uns ein ausgezeichnetes Beispiel? (b) Wie sollten wir zu dem Widerstand eingestellt sein, den uns Regierungen oder Angehörige entgegenbringen mögen, und welcher Ausgang wird uns verheißen?

      15 Trotz weiterer Verfolgung kehrte der Apostel Paulus, dieser treue reisende Aufseher, nach Antiochia zurück, um die Jünger zu stärken und zu ermutigen und um die Versammlungsorganisation aufzubauen. Damals sagte Paulus:

      „Wir müssen durch viele Drangsale in das Königreich Gottes eingehen“ (Apostelgeschichte 14:21-23).

      16 Paulus machte viele Mühsale und Prüfungen durch. Aber er hielt auf vorbildliche Weise an seiner Lauterkeit fest. Er war ein ausgezeichnetes Beispiel für viele in der Neuzeit, die einen harten Kampf für den Glauben kämpfen müssen. Einige von ihnen sind geschlagen worden, ins Gefängnis gesteckt worden und sogar in Lebensgefahr geraten. Der Widerstand kommt von diktatorischen Regierungen, aber auch von Angehörigen. Einige sind von ihrer Familie verstoßen worden, weil sie die „gute Botschaft vom Königreich“ angenommen und entsprechend gehandelt haben (Matthäus 24:14). Sie haben aber großen Trost in den Worten Jesu gefunden: „Niemand hat Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Felder um meinetwillen und um der guten Botschaft willen verlassen, der nicht jetzt, in dieser Zeitperiode, hundertfach empfängt: Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Felder, unter Verfolgungen, und in dem kommenden System der Dinge ewiges Leben“ (Markus 10:29, 30). Sie empfangen wirklich „hundertfach“ durch ihr vertrautes Verhältnis zu Jehova und seinem Sohn und durch ihre freudige Gemeinschaft mit der weltweiten Familie Jehovas.

      17. (a) Welchen Verlockungen waren die ersten Christen ebenfalls ausgesetzt? (b) Welches ausgezeichnete Beispiel und welchen guten Rat gab uns Paulus?

      17 Der Apostel Paulus und seine Gefährten mußten auch gegen die Verlockungen der Welt ankämpfen, was die Unsittlichkeit und den Materialismus betrifft. Sie waren auch nur Menschen, genau wie wir. Wenn wir solchen Versuchungen ausgesetzt sind, sollten wir so handeln wie der Apostel Paulus, der sagte: „Ich zerschlage meinen Leib und mache ihn zum Sklaven, damit ich mich nicht, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst irgendwie als unbewährt erweise.“ Und wie für den Apostel Paulus kann es auch für uns zum Schutz sein, unseren Mitmenschen von Gottes Königreich zu erzählen. Paulus schrieb: „Tatsächlich, wehe mir, wenn ich die gute Botschaft nicht verkündigte!“ (1. Korinther 9:16, 27).

      „VOLLSTÄNDIG SIEGREICH“

      18. Welche Ermunterung hinterließ Paulus allen wahren Christen, und wie reagierst du darauf?

      18 Der Apostel Paulus schrieb seinen gesalbten Mitchristen auch: „Wenn wir also Kinder [Gottes] sind, sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes, doch Miterben mit Christus, vorausgesetzt, daß wir mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.“ Doch was er weiter schrieb, gilt genauso auch für die „große Volksmenge“ der „anderen Schafe“, die heute nach dem herrlichen Lohn — ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde — strebt (Offenbarung 7:9; Johannes 10:16). Paulus ermunterte alle wahren Christen, indem er sagte:

      „Wer wird uns von der Liebe des Christus trennen? Etwa Drangsal oder Bedrängnis oder Verfolgung oder Hunger oder Nacktheit oder Gefahr oder das Schwert? ... Im Gegenteil, aus allen diesen Dingen gehen wir vollständig siegreich hervor durch ihn, der uns geliebt hat. Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, noch Engel, noch Regierungen, noch Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, noch Mächte, noch Höhe, noch Tiefe, noch irgendeine andere Schöpfung imstande sein wird, uns von Gottes Liebe zu trennen, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Römer 8:17, 35-39; siehe auch 2. Korinther 11:22-28).

      Entwickelst du ein solches Vertrauen zu Gottes Liebe und zum ‘Kommen’ des Königreiches des Herrn Jesus? Das solltest du tun!

      19. Welche Warnung gab Paulus hinsichtlich einer anderen tödlichen Gefahr?

      19 Eine andere Gefahr, gegen die du dich in den „letzten Tagen“ wappnen mußt, sind falsche Lehren. Paulus warnte auch davor (Apostelgeschichte 20:29, 30; 2. Timotheus 3:1, 13). Woher kommen falsche Lehrer, und wie können wir uns vor ihnen schützen?

  • Ein Scheinkönigreich entsteht
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 10

      Ein Scheinkönigreich entsteht

      1. In welchem Ausmaß gedieh die „gute Botschaft“ in der Anfangszeit?

      TROTZ grausamster Verfolgung wuchs und gedieh die junge Christenversammlung. Die Wahrheit der guten Botschaft von Gottes messianischem Königreich ‘trug weiterhin in der ganzen Welt Frucht und nahm zu’. Während die Königreichsverkündiger in neue Gebiete vorstießen, klagten Gegner: „Diese, die die bewohnte Erde aufgewiegelt haben, sind auch hier anwesend“ (Kolosser 1:5, 6; Apostelgeschichte 17:6).

      2. Welche Bemühungen unternahm der Teufel, um die Ausbreitung der Wahrheit aufzuhalten, doch weshalb hatte er kein Gelingen?

      2 Was aber konnten Menschen tun, um die Ausbreitung der Wahrheit aufzuhalten? Wie die Geschichte berichtet, lösten die römischen Kaiser in den ersten drei Jahrhunderten unserer Zeitrechnung 10 verschiedene Verfolgungswellen gegen die ersten Christen aus, doch völlig vergebens. Diejenigen, die, „fest im Glauben“, den Fußstapfen Jesu nachfolgten, weigerten sich, Zugeständnisse zu machen, obwohl der „brüllende Löwe“, der Teufel, dafür sorgte, daß viele von ihnen buchstäblichen Löwen vorgeworfen oder sonstwie zu Tode gefoltert wurden (1. Petrus 5:8, 9; vergleiche 1. Korinther 15:32; 2. Timotheus 4:17).

      3. Weshalb mußt du die „vollständige Waffenrüstung Gottes“ anlegen?

      3 Da der Frontalangriff durch direkte Verfolgung gewöhnlich fehlschlug, versuchte der Teufel, die Nachfolger Jesu auf heimtückischere Art und Weise zu Fall zu bringen. Sie waren von einer stolzen, unsittlichen, vergnügungssüchtigen Welt umgeben, und Satan nutzte dies voll aus, um sie vom Dienste Gottes abzubringen. Sie mußten wirklich ‘standhalten’, wie der Apostel Paulus in Epheser 6:11-18 wiederholt betonte, wo er die geistige „Waffenrüstung Gottes“ beschrieb, die sie gebrauchen mußten. Hast du diese „vollständige Waffenrüstung Gottes“ angelegt? Du mußt das tun, wenn du den Prüfungen dieser „letzten Tage“ standhalten willst (2. Timotheus 3:1-5). Auch die Christen im ersten Jahrhundert benötigten sie. Weshalb gerade sie?

      4. Welche grundlegenden Königreichswahrheiten verstanden die Christen im ersten Jahrhundert?

      4 Ihr Glaube war rein und unverfälscht. Damals waren sie alle geistgesalbte Christen, die einer künftigen Auferstehung „in das ewige Königreich unseres Herrn und Retters Jesus Christus“ entgegenblickten (2. Petrus 1:11; 1. Korinther 15:50). Spätestens um das Jahr 96 u. Z., als der betagte Apostel Johannes durch göttliche Inspiration die Offenbarung empfing, erkannten sie, daß ihre Zahl als „kleine Herde“ 144 000 betragen würde. Als Mitkönige und Mitpriester Christi sollten sie vom Himmel aus 1 000 Jahre über die Erde herrschen. Johannes sah, daß „nach“ der Einsammlung der 144 000 geistigen Israeliten eine ungezählte „große Volksmenge“, bestehend aus loyalen Männern und Frauen „aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“, kenntlich gemacht würde. Als Klasse würden diese die abschließende „große Drangsal“ auf der Erde überleben und den Kern der menschlichen Gesellschaft bilden, die sich der Segnungen der tausendjährigen Königreichsherrschaft erfreuen würde (Lukas 12:32; Offenbarung 7:4, 9-17; 20:1-6; 21:1-5).

      DER GROSSE ABFALL

      5, 6. (a) Welche Schrifttexte zeigen, daß der Teufel schon damals eine heimtückischere Angriffsmethode anwandte? (b) Worin bestand sie, kurz gesagt?

      5 Worin bestand nun die heimtückische Angriffsmethode des Teufels? Der Apostel Petrus erinnerte an das, was den treulosen Israeliten widerfahren war, und sagte warnend: „Es gab indes auch falsche Propheten unter dem Volke, wie es auch unter euch falsche Lehrer geben wird. Eben diese werden unauffällig verderbliche Sekten einführen ... Auch werden sie euch aus Habsucht mit verfälschten Worten ausbeuten“ (2. Petrus 2:1, 3). Diese falschen, sektiererischen Lehrer mit ihren verfälschten religiösen Lehren waren bereits gegen Ende des ersten Jahrhunderts in Erscheinung getreten, denn um das Jahr 98 u. Z. schrieb der Apostel Johannes: „Wie ihr gehört habt, daß der Antichrist kommt, so sind nun auch viele zu Antichristen geworden ... Sie sind von uns ausgegangen, aber sie sind nicht von unserer Art gewesen“ (1. Johannes 2:18, 19).

      6 Schon im Jahre 51 u. Z. hatte der Apostel Paulus in seinem vermutlich zweiten kanonischen Brief vor falschen Lehren in bezug auf den „Tag Jehovas“ gewarnt. Er schrieb: „Laßt euch in keiner Weise von irgend jemandem verführen, denn er wird nicht kommen, es sei denn, der Abfall komme zuerst und der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn der Vernichtung, werde geoffenbart.“ Wer könnte dieser „Mensch der Gesetzlosigkeit“ sein? Es müssen abtrünnige Religionsführer sein, die insofern gesetzlos sind, als sie zwar behaupten, Christen zu sein, aber in Wirklichkeit „Gott nicht kennen“ und „der guten Botschaft über unseren Herrn Jesus nicht gehorchen“ (2. Thessalonicher 1:6-8; 2:1-3). Wie konnte in der Christenversammlung eine solche Klasse von Abtrünnigen entstehen?

      7. In welche Schlinge gerieten einige Nachfolger Jesu, und mit welchem Ergebnis?

      7 Als die Apostel Jesu Christi noch am Leben waren, wirkten sie als ein Hemmnis gegen das Eindringen falscher Lehren, doch das „Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit“ war „gemäß der Wirksamkeit des Satans“ bereits am Werke, und im zweiten Jahrhundert trat es dann offen zutage. Obwohl Jesus seinen Nachfolgern gesagt hatte: „Ihr alle [seid] Brüder“, gerieten einige aufgrund ihres Verlangens nach persönlichem Ansehen in eine Schlinge des Teufels. Sie führten nun einen Unterschied zwischen Geistlichen und Laien ein. Allmählich entwickelte sich die Situation, die der Apostel Paulus vorausgesagt hatte: „Es wird eine Zeitperiode geben, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich nach ihren eigenen Begierden Lehrer aufhäufen werden, um sich die Ohren kitzeln zu lassen; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden“ (2. Timotheus 4:3, 4; 2. Thessalonicher 2:6-10; Matthäus 23:8).

      8. (a) Aus welchen beiden Quellen stammten die meisten falschen Lehren? (b) Wie wird die Verfälschung des Christentums in Enzyklopädien beschrieben?

      8 Wohin wandten sie denn ihre Ohren? Sie wandten sie Lehren zu, die aus der Wiege der falschen Religion, aus dem alten Babylon, stammten, und den Philosophien der Griechen, die in der römischen Welt jener Zeit so populär waren. In M’Clintock and Strong’s Cyclopædia heißt es diesbezüglich: „Die einfache christliche Lehre wurde verfälscht; feierliche Riten und Zeremonien wurden eingeführt; die Lehrer des Christentums wurden mit weltlichen Ehren und reichen Einkünften ausgestattet, und das Königreich Christi verwandelte sich in hohem Maß in ein Königreich dieser Welt“ (Bd. 2, S. 488). Die Encyclopædia Britannica schreibt dazu noch folgendes: „Vielleicht hat nichts das Christentum gründlicher verfälscht als die Einführung abergläubischer Vorstellungen, die in Wirklichkeit heidnisch sind oder heidnischen Bräuchen entlehnt wurden. Das Heidentum, das sich dem Christentum nicht erfolgreich widersetzen konnte, hat viel dazu beigetragen, es zu verfälschen, und hat auf verschiedenste Weise seine Reinheit zerstört.“

      9. (a) Welche allgemeinen Glaubensansichten beruhen auf der Lehre, daß die Menschenseele unsterblich sei? (b) Wie widerlegt die Bibel diese Lehren?

      9 Welches sind einige dieser abergläubischen Vorstellungen und heidnischen Bräuche? Hervorstechend ist die Lehre des griechischen Philosophen Platon, die Menschenseele sei unsterblich. Diese Ansicht setzt voraus, daß die Seele beim Tod irgendwohin gehen muß — in himmlische Seligkeit, in ein Fegefeuer zur Läuterung oder in die ewige Qual einer Feuerhölle. Dies ist aber völlig abwegig, wenn man bedenkt, was die Bibel in Psalm 146:4, Prediger 9:5, 10, Matthäus 10:28 und Römer 6:23 sagt.

      URSPRUNG DES KATHOLIZISMUS

      10, 11. (a) Was gab Kardinal Newman bezüglich vieler Lehren seiner Kirche zu? (b) Kann man kirchliche Bräuche und Lehren, von denen er selbst sagt, sie seien „heidnischen Ursprungs“, wirklich als heilig bezeichnen?

      10 In dem Werk Essays (Bd. 2, S. 231) weist der katholische Kardinal John Henry Newman, der im 19. Jahrhundert lebte, auf den Ursprung vieler Lehren seiner Kirche hin. Er schreibt zum Beispiel: „Der allerseits zugegebene Sachverhalt ist dieser: Ein großer Teil dessen, was gemeinhin als christliche Wahrheit gilt, ist in seinen Rudimenten oder in seinen einzelnen Teilen in heidnischen Philosophiesystemen und Religionen zu finden. So findet man zum Beispiel die Lehre von einer Dreifaltigkeit sowohl im Osten wie im Westen; so auch die Zeremonie der Waschungen; so den Ritus des Opfers. Die Lehre vom göttlichen Wort ist platonisch; die Lehre von der Menschwerdung ist indisch.“ Als Antwort auf das Argument eines Kritikers: „Diese Dinge finden sich im Heidentum, darum sind sie nicht christlich“ schreibt der Kardinal dann folgendes: „Wir dagegen ziehen es vor zu sagen: ,Diese Dinge finden sich im Christentum, darum sind sie nicht heidnisch‘“ (zitiert aus: Über die Entwicklung der Glaubenslehre, Ausg. 1969, S. 328, 329). Doch ihr Ursprung sind die babylonischen und die griechischen Lehren, die schon Jahrhunderte vor der Entstehung des Katholizismus bekannt waren. Sie sind nicht in Gottes Wort, der Bibel, zu finden.

      11 Daß bei dem großen Abfall heidnische Lehren und Zeremonien übernommen wurden, wird weiter durch Kardinal Newmans Äußerungen in seinem Buch Über die Entwicklung der Glaubenslehre bestätigt, wo es heißt, daß „Konstantin, um die neue [katholische] Religion den Heiden anzuempfehlen, auf jene den äußeren Schmuck übertrug, an den diese in ihrer eigenen Religion gewohnt gewesen waren“. Nach einer Auflistung vieler Bräuche seiner Kirche gibt der Kardinal zu: „Das alles ist heidnischen Ursprungs und wurde dadurch geheiligt, daß es von der Kirche übernommen wurde“ (Ausg. 1969, S. 323). Doch können falsche Lehren „geheiligt“ werden?

      12, 13. (a) Unter welchen Umständen und mit welchen Absichten interessierte sich Konstantin für die katholische Religion? (b) Was zeigt, ob Konstantin im Herzen ein Christ geworden war?

      12 Der Kardinal erwähnt hier Konstantin den Großen, einen römischen Kaiser des 4. Jahrhunderts. Worin bestand Konstantins Interesse an Religion? Jahre nach seiner Eroberung Roms im Jahre 312 u. Z. gab Konstantin bekannt, er habe am Abend der Eroberung eine Vision von einem hell leuchtenden Kreuz mit der Inschrift „In diesem [Zeichen] siege“ gehabt. Dieses schrieb er auf sein Feldzeichen. Er übernahm die Grundlagen für die katholische Religion offenbar deswegen, weil er Unterstützung für seine eigenen politischen Ziele suchte, und er verschmolz das „christliche“ Religionssystem mit den heidnischen Glaubensansichten, die ihm noch am meisten am Herzen lagen.

      13 In der Encyclopædia Britannica heißt es über Konstantin: „Das Heidentum muß in dem Mann, der fast bis zum Ende seines Lebens an soviel heidnischem Aberglauben festhielt, noch sehr wirksam gewesen sein. ... Den Anspruch, ,der Große‘ genannt zu werden, hatte er nur aufgrund dessen, was er tat, nicht aufgrund dessen, was er war. An seinem Charakter gemessen, war er einer der Niedrigsten von allen, denen in alter oder neuer Zeit das Attribut [„der Große“] verliehen wurde.“ Zum Beispiel ließ er sogar mehrere seiner eigenen Angehörigen umbringen. Sein heidnischer Titel „Pontifex maximus“ wurde später auf die Päpste der katholischen Kirche übertragen.

      14. Vertraten die Päpste Roms wirklich das Königreich Gottes, und weshalb antwortest du so?

      14 Im Mittelalter regierten die Päpste Roms wie Könige auf der Erde. Sie warteten nicht darauf, daß Christus seine Tausendjahrherrschaft im Himmel antrat. Sie wollten damals — zu ihrem eigenen selbstsüchtigen Vorteil — ein „Königreich“. In der Encyclopædia Britannica wird dies wie folgt beschrieben: „Eine der frühesten Ursachen für die Verfälschung des Christentums war der Versuch, das christliche Königreich Gottes auf eine sichtbare Monarchie zu übertragen, in der die Heiligen die Erde buchstäblich ererbten.“ Kein Wunder, daß aufrichtige Personen gegen eine solche „Verfälschung des Christentums“ angehen wollten! Doch die grausame Inquisition, bei der allein durch Verbrennung auf dem Scheiterhaufen über 30 000 Menschen umkamen, diente lange Zeit dazu, sogenannte Ketzer in Schach zu halten. Aber nicht für immer!

      WAS IST ÜBER DEN PROTESTANTISMUS ZU SAGEN?

      15. (a) Was wurde aus der protestantischen Reformation in Wirklichkeit? (b) In welcher Hinsicht ist der Protestantismus bis heute versklavt?

      15 Am Mittag des 31. Oktober 1517 nagelte der katholische Priester Martin Luther aus Protest seine 95 Thesen an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg. Die protestantische Reformation war im Gange. Doch statt eine Rückkehr zur reinen christlichen Lehre und zum heiligen Dienst für Gott zu bewirken, wurde die Reformation hauptsächlich eine politische Angelegenheit. Durch Religionskriege wie den Dreißigjährigen Krieg (1618—1648) wurden Gebietserweiterungen angestrebt. Dabei verloren Millionen ihr Leben. Viele Länder gründeten eine eigene Staatskirche, und diese Staatskirchen lehrten die Schlüssellehren des Katholizismus weiter, zum Beispiel die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele, der Höllenqual, der Dreieinigkeit und der Kindertaufe. All diese Kirchen sind den Lehren, die durch den großen Abfall aufkamen, bis auf den heutigen Tag versklavt.

      „BABYLON DIE GROSSE“

      16, 17. (a) Was bedeutet Jeremia 51:6 für uns heute? (b) Wie nahm die babylonische Religion internationale Ausmaße an?

      16 Die Ausübung der falschen Religion ist nicht auf Personen beschränkt, die sich als Christen bezeichnen. Der Prophet Jeremia fordert uns auf:

      „Flieht aus der Mitte Babylons, und sorgt ein jeder für das Entrinnen seiner eigenen Seele“ (Jeremia 51:6).

      Diese Worte sind für uns heute bedeutsam. Schon in Jeremias Zeit war Babylon für seine entarteten religiösen Riten und seine vielen Götter berüchtigt. Aber das neuzeitliche Babylon hat internationale Ausmaße. Wie kam es dazu?

      17 Nach der Sintflut begann Nimrod, „ein gewaltiger Jäger im Widerstand gegen Jehova“, in Babylon ein Stadtkönigreich aufzubauen, und wahrscheinlich ließ er auch den religiösen Turm errichten, der bis in den Himmel reichen sollte. Jehova vereitelte diese Pläne, indem er die Sprache der Menschen verwirrte und sie „über die ganze Erdoberfläche“ zerstreute. Doch sie nahmen ihre falsche Religion mit. Das war der Ausgangspunkt für die meisten Religionen der Welt (1. Mose 10:8-10; 11:1-9).

      18. Aus welchem Scheinkönigreich müssen wir fliehen, und wohin?

      18 Wie bereits erwähnt, verschmolz Konstantin solch falsche religiöse Vorstellungen mit christlichen Lehren, als er die Grundlage der katholischen Religion legte. Von dorther wiederum hat der Protestantismus viele seiner Lehren. Auch die nichtchristlichen Religionen der Erde haben ihre Wurzeln im alten Babylon. Alle zusammen, die scheinchristlichen und die nichtchristlichen Religionen, bilden ein Weltreich der falschen Religion. Es ist ein Scheinkönigreich, das der Apostel Johannes als „Babylon die Große, ... die große Stadt, die ein [religiöses] Königtum hat über die Könige der Erde“, bezeichnete (Offenbarung 17:5, 18). Damit also „ein jeder für das Entrinnen seiner eigenen Seele“ sorgen kann, sind wir gut beraten, wenn wir aus dem babylonischen Scheinkönigreich zu Gottes Königreich fliehen.

      [Kasten auf Seite 95]

      SATANS KAMPF GEGEN GOTTES KÖNIGREICHSDIENER

      ● Frontalangriff in Form von Verfolgung — durch falsch informierte Verwandte, Regierungen, religiöse Eiferer

      ● Verlockungen zur Unsittlichkeit in der heutigen tabufreien Gesellschaft

      ● Förderung von Standesdünkel, Rassen- und Nationalstolz

      ● Versuche, sie zu veranlassen, Vergnügungen mehr zu lieben als Gott und ganz in der Freizeitgestaltung aufzugehen

      ● Verbreitung atheistischer, evolutionistischer Lehren

      ● Falschdarstellung des wahren Christentums durch das abtrünnige Scheinkönigreich der Christenheit

      ● Auftreten falscher Lehrer, die unter wahren Christen Zweifel säen und versuchen, sie allmählich zu entmutigen

      WIR KÖNNEN SATANS WELT DURCH UNSEREN GLAUBEN BESIEGEN

  • Königreichsgleichnisse
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 11

      Königreichsgleichnisse

      1. Weshalb sind die Gleichnisse Jesu für alle, die Gott dienen, von Interesse?

      ALS Jesus bei seinen Jüngern war, erzählte er viele Gleichnisse oder Veranschaulichungen. Sie zeigen, was alles damit verbunden ist, zum Königreich der Himmel zu gehören. Sie lassen außerdem erkennen, welchen Weg die Königreichserben — die „kleine Herde“ — einschlagen müssen und auch diejenigen, die auf der Erde ewiges Leben unter dem Königreich erlangen möchten. Diese „anderen Schafe“ freuen sich ebenfalls über die Prophezeiungen vom Königreich, und sie beten inständig um sein ‘Kommen’ (Lukas 12:32; Johannes 10:16; 1. Thessalonicher 5:16-20).

      2, 3. (a) Weshalb gebrauchte Jesus Gleichnisse? (b) Weshalb verstanden andere außer den Jüngern die Gleichnisse nicht? (c) Weshalb sollten wir im Gegensatz zu den in Matthäus 13:13-15 beschriebenen Personen Gottes Wort sorgfältig studieren?

      2 Nachdem Jesus einer Volksmenge eines dieser Gleichnisse erzählt hatte, kamen seine Jünger zu ihm und fragten: „Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?“ Darauf antwortete ihnen Jesus:

      „Euch ist es gewährt, die heiligen Geheimnisse des Königreiches der Himmel zu verstehen, jenen Leuten aber ist es nicht gewährt“ (Matthäus 13:10, 11).

      Und warum nicht? Weil sie nicht bereit waren, nachzuforschen und die tiefere Bedeutung seiner Worte zu erfassen, so daß ihr Herz sie dann angespornt hätte, etwas für die „gute Botschaft“ zu tun. Für sie war das Königreich kein „Schatz“ oder keine „Perle von hohem Wert“ (Matthäus 13:44-46).

      3 Jesus wandte die Prophezeiung Jesajas auf diese Ungläubigen an und sagte: „Hörend werdet ihr hören, doch keineswegs den Sinn davon erfassen; und schauend werdet ihr schauen, doch keineswegs sehen. Denn das Herz dieses Volkes ist dick geworden, und mit ihren Ohren haben sie widerwillig gehört, und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht etwa sehen und mit ihren Ohren hören und mit ihrem Herzen den Sinn davon erfassen und umkehren und ich sie heile“ (Matthäus 13:13-15). Wir sollten nicht so sein wie diese unempfänglichen Menschen. Widmen wir uns daher dem Studium des Wortes Gottes!

      4. (a) Welche Arten von Herzen ziehen aus dem Wort keinen Nutzen? (b) Wie können wir gesegnet werden, wenn wir uns bemühen, den Sinn des Wortes zu erfassen?

      4 In dem Gleichnis, das in Matthäus, Kapitel 13:3-8 aufgezeichnet ist, bezeichnet sich Jesus als „Sämann“. Er sät „das Wort vom Königreich“ auf unterschiedlichen Herzensboden. Das Herz einiger Menschen gleicht dem Boden am Wegesrand. Bevor der Same Wurzel schlagen kann, sendet der Teufel seine Helfershelfer wie „Vögel“ aus, um ‘das Wort von ihrem Herzen wegzunehmen, damit sie nicht glauben und gerettet werden’. Andere Herzen gleichen felsigem Boden. Zunächst nehmen sie das Wort mit Freude an, doch dann verdorrt die zarte Pflanze unter Prüfungen oder Verfolgung. Einige Samenkörner fallen unter „Dornen“, wo sie von „Sorgen und Reichtum und Vergnügungen dieses Lebens“ erstickt werden. Aber es gibt auch „Samen“, der auf den richtigen Herzensboden fällt!

      „Dieser ist es, der das Wort hört und dessen Sinn erfaßt, der wirklich Frucht trägt und hervorbringt, dieser hundertfach, jener sechzigfach, der andere dreißigfach“ (Matthäus 13:18-23; Markus 4:3-9, 14-20; Lukas 8:4-8, 11-15).

      Ja, wir werden gesegnet werden und unser heiliger Dienst für Gott wird wirklich fruchtbar sein, wenn wir das Wort mit aufnahmebereitem Herzen annehmen und uns für Gottes Königreich einsetzen!

      EIN ANDERER „SÄMANN“

      5. (a) Welchem weiteren Gleichnis sollten wir unsere Aufmerksamkeit schenken? (b) Weshalb kann dieser „Mensch“ nicht der Herr Jesus sein?

      5 Als einziges Evangelium fügt der Bericht des Markus dem Gleichnis vom „Sämann“ eine Veranschaulichung hinzu, in der es um einen anderen „Sämann“ geht. Unmittelbar bevor Jesus diese Veranschaulichung erwähnte, sagte er zu seinen Jüngern: „Gebt acht auf das, was ihr hört.“ In dieser Verbindung erzählte er dann das Gleichnis:

      „So ist das Königreich Gottes, wie wenn ein Mensch den Samen auf den Erdboden wirft, und er schläft nachts und steht bei Tage auf, und der Same sproßt und wächst empor, genau wie, weiß er nicht“ (Markus 4:24-27).

      Offensichtlich ist dieser „Mensch“ nicht der verherrlichte Herr Jesus Christus, denn dieser braucht sich nachts nicht mehr schlafen zu legen. Es wäre auch nicht richtig, zu sagen, der Sohn Gottes, der mit seinem Vater bei der Erschaffung der Welt zusammenarbeitete, ‘wisse nicht’, wie das Wachstum vor sich gehe (Kolosser 1:16). Der Zusammenhang zeigt vielmehr, daß mit dem „Menschen“ der einzelne Christ gemeint ist, der auf alles ‘achtgeben’ sollte, was mit dem „Königreich Gottes“ zusammenhängt.

      6. Auf welche zwei Dinge sollte jeder „Sämann“ achten, und warum?

      6 Jeder „Sämann“ sollte darauf achten, was für Wesenszüge er sät und in welche Umwelt er sät. Ohne daß wir uns dessen bewußt sein mögen, kann die Entwicklung unserer Persönlichkeit zum Guten oder zum Schlechten beeinflußt werden, je nach dem „Boden“ oder der Art von Menschen, mit denen wir Gemeinschaft pflegen, während wir uns bemühen, christliche Eigenschaften hervorzubringen — sei es innerhalb oder außerhalb der Versammlung. (Vergleiche 1. Korinther 15:33.) Schließlich wird „das volle Korn“ in der Ähre erscheinen, und wir werden entsprechend ernten (Markus 4:28, 29). Wie wichtig ist es daher, daß alle Glieder der „kleinen Herde“, ja alle, die unter Gottes Königreich ewiges Leben erlangen möchten, im Hinblick auf die Entwicklung einer christusähnlichen Persönlichkeit darauf achten, was und wo sie säen! (Epheser 4:17-24; Galater 6:7-9).

      EIN SCHEINKÖNIGREICH

      7. Was helfen uns die verschiedenen Gleichnisse in bezug auf das Königreich zu verstehen?

      7 Wie Markus berichtet, sagte Jesus als nächstes:

      „Womit sollen wir das Königreich Gottes vergleichen, oder in welchem Gleichnis sollen wir es darstellen?“ (Markus 4:30).

      Darauf lädt er uns ein, das Königreich in einem anderen Rahmen zu sehen. Tatsächlich helfen uns die Gleichnisse, das Königreich von verschiedenen Gesichtspunkten aus zu sehen, genauso wie wir ein Gebäude von außen und von innen und von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachten können.

      8. (a) Weshalb kann sich das erstaunliche Wachstum des Senfkorns nicht auf die Königreichserben beziehen? (b) Weshalb paßt es logischerweise auf das „Königreich“ der Christenheit? (c) Inwiefern wird diese Ansicht durch das gestützt, was Jehova über das abtrünnige Israel sagte?

      8 Womit sollen wir also das Königreich Gottes vergleichen? Jesus antwortet:

      „Es ist gleich einem Senfkorn, das zu der Zeit, da man es auf die Erde säte, die winzigste aller Samenarten war, die es auf der Erde gibt — doch wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle anderen Gartengewächse und treibt große Zweige, so daß sich die Vögel des Himmels unter seinem Schatten niederlassen können“ (Markus 4:30-32).

      Ein erstaunliches Wachstum — gewiß weit größer als das Wachstum der „kleinen Herde“ von 144 000 Königreichserben, denen ‘das Königreich zu geben dem Vater wohlgefallen hat’! (Lukas 12:32; Offenbarung 14:1, 3). Es handelt sich vielmehr um das Wachstum eines großen falschen „Baumes“, der Christenheit, und zwar in Form eines Abfalls von der Versammlung, die Jesus gepflanzt hat (Lukas 13:18, 19). Dieser „Baum“ ist riesig! Er rühmt sich, weltweit über 900 000 000 Anhänger zu haben, die angeblich alle in den Himmel kommen. Dieses abtrünnige Königreich wurde vor langer Zeit durch das abgefallene Israel vorgeschattet, über das Jehova sagte: „Ich hatte dich als eine rote Edelrebe gepflanzt, alles davon ein echter Same. Wie also hast du dich mir gegenüber verwandelt in die entarteten Schößlinge eines fremdländischen Weinstocks?“ (Jeremia 2:21-23; siehe auch Hosea 10:1-4).

      9. (a) Wen stellen die „Vögel“ und wen die Zweige des „Baumes“ dar? (b) Weshalb sollten wir angesichts der Äußerung in 2. Thessalonicher 1 und Matthäus 7 von diesem „Baum“ Abstand halten?

      9 Wie Matthäus schreibt, kommen „die Vögel des Himmels“ und lassen sich in den Zweigen dieses „Baumes“ nieder. Anscheinend handelt es sich dabei um die gleichen „Vögel“ wie in dem früheren Gleichnis, in dem es hieß, daß sie das „Wort vom Königreich“, das den Weg entlang fällt, aufpicken (Matthäus 13:4, 19, 31, 32). Diese „Vögel“ nisten in den Zweigen des „Baumes“, den vielen hundert Religionsgemeinschaften. Sie stellen den abtrünnigen „Menschen der Gesetzlosigkeit“ dar, die Geistlichkeit der Christenheit. Sie werden ihren Unterschlupf verlieren, wenn Gott diesen „Baum“ zusammen mit allen anderen falschen Religionen fällt. Halte Abstand davon, und zwar jetzt! Denn der Sturz dieses „Baumes“ steht unmittelbar bevor. (Vergleiche 2. Thessalonicher 1:6-9; 2:3; Matthäus 7:19-23.)

      10, 11. (a) In welchem Zusammenhang führen Matthäus und Lukas das Gleichnis vom „Senfkorn“ an, und weshalb ist dies passend? (b) Welche Ermahnung und welche Warnung enthält das Königreichsgleichnis vom Sauerteig für uns?

      10 Passenderweise führt Lukas das Gleichnis vom „Senfkorn“ an, nachdem er darüber berichtet hat, wie Jesus die abtrünnigen Religionsführer seiner Tage verurteilte. Und als ob Matthäus und Lukas den Gedanken noch betonen wollten, berichten sie als nächstes über das Gleichnis vom „Sauerteig“ (Matthäus 13:32, 33; Lukas 13:10-21). In übertragenem Sinne gebraucht, hat Sauerteig in der Bibel immer eine negative Bedeutung. Zum Beispiel warnte Jesus seine Jünger: „Nehmt euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer in acht.“ Und der Apostel Paulus ermahnte Christen, den „Sauerteig der Schlechtigkeit und Bosheit“ zu entfernen (Matthäus 16:6, 11, 12; 1. Korinther 5:6-8; Galater 5:7-9).

      11 In dem Gleichnis wird ein bestimmter Gesichtspunkt in Verbindung mit dem „Königreich der Himmel“ mit Sauerteig verglichen, den eine Frau in drei Maß Mehl verbarg. Auf diese Weise wurde die ganze Masse Mehl durchsäuert. Das stellt die allmähliche Durchsetzung der Christenversammlung mit falschen, babylonischen Lehren und Bräuchen dar, was zur Entstehung eines gewaltigen Scheinkönigreiches, der Christenheit, führte. Das sollte uns als Warnung dienen. Angesichts des traurigen Ergebnisses des Abfalls in der Christenheit sollten die „kleine Herde“ der Königreichserben und ihre Gefährten heute achtgeben, daß ihre von Herzen kommende Wertschätzung für die Reinheit und die Wahrheit des „Wortes vom Königreich“ durch den „Sauerteig“ falscher, trügerischer Lehren nicht verdorben wird.

      DER SÄMANN UND SEIN „FEIND“

      12, 13. (a) Wer sind nach der Erklärung Jesu die Hauptpersonen in dem Gleichnis vom „Weizen“ und vom „Unkraut“? (b) Was ist die Ernte, und welche Beweise sehen wir dafür, daß sie heute stattfindet?

      12 In einem anderen Gleichnis vergleicht Jesus „das Königreich der Himmel“ mit einem „Menschen ..., der vortrefflichen Samen auf sein Feld säte“. Dann, „während die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut hinzu, mitten unter den Weizen, und ging davon“. Was für einen Ertrag konnte man von diesem Feld erwarten? Jesus erklärte, dieser Sämann sei er selbst, der „Sohn des Menschen“. Der Königreichssame, den er aussäte, brachte weizenähnliche Christen hervor, die „Söhne des Königreiches“. Der Feind ist „der Teufel“, und das „Unkraut“ sind die „Söhne dessen, der böse ist“ — sein heuchlerischer religiöser „Same“. (Vergleiche 1. Mose 3:15.) In der Erfüllung wuchsen unter der Masse des „Unkrauts“, das die Folge des großen Abfalls war, der im ersten Jahrhundert einsetzte, einige wahre Christen heran. Doch nun, im 20. Jahrhundert, ist die Zeit der Ernte gekommen — „ein Abschluß eines Systems der Dinge, und die Schnitter sind Engel“ (Matthäus 13:24-30, 36-39).

      13 Schließlich wird unter der Leitung der Engel der „Weizen“ vom „Unkraut“ getrennt. Der deutliche Unterschied zwischen beiden ist offenbar geworden. Wie wir sehen werden, gibt es eine Fülle von Beweisen dafür, daß der „Sohn des Menschen“ heute in seinem himmlischen Königreich gegenwärtig ist und die mit Weizen verglichenen wahren Christen einsammelt, damit sie das Königreichswerk durchführen. Was wird aber mit der Christenheit geschehen und denjenigen in ihr, die Abtrünnigkeit lehren? Jesus sagte in seinem Gleichnis weiter:

      „Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Königreich alle Dinge herauslesen, die Anlaß zum Straucheln geben, und Personen, die gesetzlos handeln.“

      Jahrhundertelang hat die Geistlichkeit der Christenheit durch ihre falschen Lehren und durch ihre zur Schau getragene Frömmigkeit aufrichtige Menschen zum Straucheln gebracht. Aber Gott hat sie verurteilt, und jetzt ‘weint sie und knirscht mit den Zähnen’. Heute beklagt sie die nachlassende Unterstützung durch die Laienschaft und die Spaltungen in ihren eigenen Reihen. Im Gegensatz dazu geben Jehovas mit Weizen verglichene Diener freudig Zeugnis über sein Königreich. Sie leuchten „so hell ... wie die Sonne im Königreiche ihres Vaters“ (Matthäus 13:40-43; vergleiche Jesaja 65:13, 14).

      EIN ERFOLGREICHER „FISCHZUG“

      14, 15. (a) Wie begann Jesus einen großen „Fischzug“, doch welches andere „Fischen“ ist seitdem im Gange, und was für ein „Fang“ wird dabei gemacht? (b) Welche Rolle spielen dann die Engel, und was machen sie mit den „Fischen“? (c) Für welche Gelegenheit sollten wir daher dankbar sein?

      14 „Wiederum“, sagte Jesus, „ist das Königreich der Himmel einem Schleppnetz gleich, das ins Meer hinabgelassen wurde und Fische von jeder Art zusammenbrachte“ (Matthäus 13:47). Jesus begann diesen Fischzug, als er seine Jünger von ihren Netzen wegrief, um sie zu „Menschenfischern“ zu machen (Matthäus 4:19). Aber während des großen Abfalls haben unter der Aufsicht der Engel treue Minderheiten und die Religionsgemeinschaften der Christenheit weiterhin nach Menschen „gefischt“, die sich bekehren lassen würden. Haben sich jedoch all die vielen hundert Millionen symbolischen Seetiere als „gute Fische“ erwiesen? Wie wir bereits festgestellt haben, stützen die Religionsgemeinschaften der Christenheit ihre Lehren auf die griechische Philosophie Platons und auf die „Mysterien“ des alten Babylon. Welche Frucht haben sie hervorgebracht? Man denke nur an die Haßgefühle, die Streitigkeiten und das Blutvergießen, wodurch die Geschichte der Christenheit besudelt worden ist, und an die Unterstützung der Weltkriege unseres 20. Jahrhunderts.

      15 Am „Abschluß des Systems der Dinge“ ist schließlich die Zeit da, in der die Engel das Schleppnetz einholen. Es veranschaulicht die Organisationen hier auf der Erde, die sich zu den Nachfolgern Jesu Christi zählen — die wahre und die falschen. Die „Fische“, die sich als „unbrauchbar“ für das „Königreich der Himmel“ erweisen, müssen weggeworfen werden. Sie kommen in den „Feuerofen“ der Vernichtung. „Dort wird ihr Weinen und ihr Zähneknirschen sein“ (Matthäus 13:48-50). Doch die Engel lesen auch die ‘guten Fische’ aus dem symbolischen Schleppnetz heraus. Wie dankbar sollten wir für die Gelegenheit sein, zu diesen gezählt zu werden — als ein deutlich unterschiedenes Volk, das den Namen Jehovas verherrlicht und mit vollem Bewußtsein darum betet, daß sein Königreich „komme“!

      16. Zu welchen Fragen gibt dieses letzte Gleichnis Anlaß, und weshalb sollten wir an der Antwort interessiert sein?

      16 Doch was ist der „Abschluß des Systems der Dinge“, von dem Jesus in seinem letzten Gleichnis so nachdrücklich sprach? Was sind die „letzten Tage“, über die mehrere Jünger Jesu schrieben? Leben wir jetzt in diesen Tagen? Wenn ja, was bedeutet das für uns und für die ganze Menschheit?

      [Kasten auf Seite 104]

      BEACHTE JESU KÖNIGREICHSGLEICHNISSE!

      ● Sie beschreiben Gottes Königreich als begehrenswert wie ein „Schatz“ oder eine „Perle“. Die es suchen, werden mit „vortrefflichem Boden“, „Weizen“ und „vortrefflichen Fischen“ verglichen.

      ● Das Scheinkönigreich wird mit einem Senfbaum verglichen, der viele Zweige hat, und mit einer durchsäuerten Masse Mehl. Seine Unterstützer sind die „Vögel“, das „Unkraut“, die „unbrauchbaren Fische“.

      ● Wenn wir die Entwicklung des Königreiches von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachten, können wir besser die große Streitfrage verstehen, und wir fühlen uns angespornt, fest und loyal für das Königreich Stellung zu beziehen.

  • Die „letzten Tage“ und das Königreich
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 12

      Die „letzten Tage“ und das Königreich

      1. (a) Welche wichtigen Fragen erheben sich jetzt? (b) Was sagt die Bibel in bezug auf die letzten Tage 1. für unsere Erde, 2. für die, die sie verderben?

      LEBEN wir jetzt in den „letzten Tagen“? Was ist mit den „letzten Tagen“ gemeint? Glücklicherweise wird es für die Erde selbst keine „letzten Tage“ geben. Die Bibel versichert uns nämlich: „Die Erde ... wird auf unabsehbare Zeit oder für immer nicht zum Wanken gebracht werden.“ In Übereinstimmung mit dem ursprünglichen Vorsatz Jehovas wird es allezeit tierisches und menschliches Leben auf der Erde geben (Psalm 104:5 bis 24; 119:89, 90; 1. Mose 1:27, 28; 8:21, 22). Doch für die verwerflichen Nationen und Einzelpersonen, die Gottes Erde verderben, wird es ganz bestimmt „letzte Tage“ geben. Gottes ‘kommendes’ Königreich wird sie verderben (2. Petrus 3:3-7; Jakobus 5:1-4; Offenbarung 11:15-18).

      2. Was sagte Paulus im einzelnen für unsere „schweren Zeiten“ voraus?

      2 Könnte es sein, daß wir gegenwärtig in den „letzten Tagen“ leben? Nimm irgendeine Bibelübersetzung zur Hand und lies, was der Apostel Paulus in 2. Timotheus, Kapitel 3, Vers 1 bis 5 unter Inspiration voraussagte. Dann frage dich: Kann man das von der Menschheit heute sagen? In diesen Versen prophezeite der Apostel „schwere Zeiten“ und fügte hinzu:

      „Dann werden die Menschen selbstsüchtig, geldgierig, prahlerisch und eingebildet sein. Sie werden ihre Mitmenschen beleidigen und ihren Eltern nicht gehorchen. Es wird nichts Heiliges für sie geben; sie werden undankbar sein, lieblos und unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht und gewalttätig, Menschen, die das Gute hassen, die untreu und unzuverlässig sind, aber aufgeblasen vor Stolz. Solche Menschen lieben das Vergnügen mehr als Gott. Sie geben sich zwar einen frommen Anschein, aber die Kraft wirklicher Frömmigkeit kennen sie nicht. Halte dich von diesen Menschen fern!“ („Die Gute Nachricht“).

      3. Weshalb muß Paulus mit den „letzten Tagen“, von denen er sprach, etwas weit Bedeutsameres gemeint haben als die letzten Tage des jüdischen Systems?

      3 Der Apostel Paulus bezog sich mit den obigen Worten nicht auf die „letzten Tage“ des jüdischen Systems der Dinge, denn er schrieb sie um das Jahr 65 u. Z., als bereits über 30 Jahre der damaligen „letzten Tage“ abgelaufen waren und bis zur Zerstörung Jerusalems nur noch fünf Jahre verblieben. Auch hatte sich unter denen, die sich zum Christentum bekannten, noch nicht dieser Zustand der Abtrünnigkeit entwickelt. Jene „letzten Tage“ des jüdischen Systems waren schlimm genug, aber sie sollten von den Geschehnissen während der „letzten Tage“ von Satans gesamtem Weltsystem der Dinge — wenn Jesus wiederkommen würde, um sein Königreich aufzurichten — bei weitem übertroffen werden.

      EINE ZWEIFACHE ERFÜLLUNG

      4. Was führte dazu, daß die Jünger die Frage stellten, die in Matthäus 24:3 aufgezeichnet wurde?

      4 Jesus hatte in seinen Gleichnissen vom „Abschluß des Systems der Dinge“ gesprochen (Matthäus 13:39, 40, 49). Natürlich erregte das das Interesse seiner Jünger, besonders weil das einfache Volk damals unter der bedrückenden Herrschaft Roms und der jüdischen Religionsführer sehr litt. Sie hofften, daß Gottes Königreich Erleichterung bringen werde. Daher wandten sich, drei Tage bevor Jesus zu Tode gebracht wurde, vier seiner Jünger an ihn, als er auf dem Ölberg saß, von dem aus man Jerusalem überblicken kann, und fragten ihn: „Sage uns: Wann werden diese Dinge sein, und was wird das Zeichen deiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge sein?“ (Matthäus 24:3; Markus 13:3, 4).

      5. Wie sollte sich das, was Jesus ihnen erwiderte, erfüllen?

      5 Obwohl Jesu Jünger nur an die unmittelbare Zukunft dachten, sollte die Antwort, die Jesus bei jener Gelegenheit gab, eine zweifache Anwendung haben: zunächst auf die „letzten Tage“ des jüdischen Systems und viel später auf die „letzten Tage“ des Weltsystems Satans, das die ganze bewohnte Erde umfaßt.

      6, 7. (a) Wie erfüllten sich die Worte Jesu aus Matthäus 24:7-22 im kleinen? (b) Was erinnert bis heute an die Wahrhaftigkeit der Prophezeiung Jesu?

      6 Was Jesus diesen Jüngern sagte (nachzulesen in Matthäus 24, Vers 7 bis 22), beschrieb den Ablauf der Ereignisse, den einige von ihnen während der nächsten 37 Jahre bis 70 u. Z. im kleinen beobachten würden. Für die Juden der Generation Jesu sollte dies eine turbulente Zeit sein, die sich durch Kriege, Lebensmittelknappheit, Erdbeben, Christenhaß und das Auftreten falscher Messiasse auszeichnen würde. Doch „diese gute Botschaft vom Königreich“ sollte in der ganzen Schöpfung zu einem Zeugnis gepredigt werden. Schließlich drang das „abscheuliche Ding“, die heidnische römische Armee, tatsächlich in die „heilige Stätte“ des Tempels in Jerusalem ein. Nach einem kurzen Rückzug, den die Jünger Jesu nutzen konnten, um seinem prophetischen Gebot zu gehorchen und zu ihrer Sicherheit in die Berge zu fliehen, kehrten die Römer unter General Titus zurück. Sie schmetterten Jerusalem und seine Kinder zu Boden und zerstörten seinen Tempel, so daß kein Stein auf dem anderen blieb. (Siehe auch Lukas 19:43, 44; Kolosser 1:23.)

      7 In der Erfüllung des von Jesus genannten „Zeichens“ kam all das vorausgesagte Unglück über die Juden. Es fand seinen Höhepunkt in der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 u. Z. Über eine Million Juden gingen mit ihrer Hauptstadt zugrunde, und die Überlebenden wurden in die Gefangenschaft geführt. Noch heute erinnert in Rom der Triumphbogen des Titus an die Wahrhaftigkeit der Prophezeiung Jesu. Wurde aber das „Zeichen“ nur deswegen aufgezeichnet und in schriftlicher Form aufbewahrt, um Menschen im ersten Jahrhundert zu warnen? Ist all das heute nur noch „tote Geschichte“? Nein!

      EINE WELTWEITE ERFÜLLUNG

      8. (a) Wie sollte uns die vorläufige Erfüllung der Worte Jesu heute berühren? (b) Inwiefern bildet sie ein prophetisches Muster für eine größere Erfüllung?

      8 Die vorläufige Erfüllung der Worte Jesu während der „letzten Tage“ des jüdischen Systems der Dinge sollte unseren Glauben an die Macht der göttlichen Prophetie stärken. Die Ereignisse des ersten Jahrhunderts bilden aber auch ein erstaunliches prophetisches Muster für das, was in weit größerem Ausmaß Satans weltweitem System der Dinge widerfahren soll. Dem muß so sein, denn die Vollstreckung des göttlichen Strafgerichts an Jerusalem im Jahre 70 u. Z. war nicht die bis dahin größte Drangsal, auch war es nicht die letzte. Jesu Worte aus Matthäus 24:21, 22 müssen sich noch in vollem Ausmaß erfüllen:

      „Denn dann wird große Drangsal sein, wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben hat, nein, noch wieder geben wird. Tatsächlich, wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.“

      9. Woher wissen wir, daß die Worte Jesu auf einen weltweiten Tag der Abrechnung hindeuten?

      9 Die weiteren Worte der Prophezeiung Jesu in Matthäus 24:23 bis 25:46 weisen ebenfalls auf das weltweite Ausmaß des „Abschlusses des Systems der Dinge“ hin. Wenn auf dem Höhepunkt jener Zeit der Bedrängnis der „Sohn des Menschen“ als Gottes inthronisierter König an der Welt Satans das Strafgericht vollstreckt, „werden sich alle Stämme der Erde wehklagend schlagen“. Das wird alle Menschen einschließen, die das Königtum Jesu ablehnen. Das Strafgericht wird nicht nur eine einzelne Nation und ihre Hauptstadt treffen, sondern wird ein weltweiter Tag der Abrechnung sein (Matthäus 24:30).

      10. (a) Wie wird sich gemäß der Prophezeiung Jesu das Geschick derer, die ihren eigenen selbstsüchtigen Interessen nachgehen, von dem Geschick derer unterscheiden, die ‘zuerst Gottes Königreich suchen’? (b) Wieso muß sich dies in globalem Ausmaß erfüllen?

      10 Das globale Ausmaß des Strafgerichts Gottes wird auch dadurch angedeutet, daß Jesus in seiner Prophezeiung den „Abschluß des Systems der Dinge“ mit der Zeit verglich, die der Sintflut vorausging, und sagte:

      „Denn so, wie sie in jenen Tagen vor der Sintflut waren: sie aßen und tranken, Männer heirateten und Frauen wurden verheiratet bis zu dem Tage, an dem Noah in die Arche hineinging, und sie nahmen keine Kenntnis davon, bis die Sintflut kam und sie alle wegraffte: so wird die Gegenwart des Sohnes des Menschen sein.“

      Genauso, wie die Sintflut damals eine ganze Welt gottloser Menschen auslöschte, so wird die feurige Drangsal, die den Höhepunkt der „Gegenwart“ des Messias bildet, diejenigen von der Erde beseitigen, die das Königreich ignorieren, um ihren eigenen selbstsüchtigen Interessen nachzugehen. Glücklicherweise werden viele, die ‘zuerst Gottes Königreich und Seine Gerechtigkeit suchen’, diese Drangsal überleben und ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde ererben. Wirst du einer von ihnen sein? (Matthäus 6:33; 24:37-39; 25:31-46).

      11. Welche anderen Prophezeiungen zeigen, daß alle Nationen betroffen sein werden und daß es Überlebende geben wird?

      11 Aus zahlreichen Prophezeiungen der Bibel geht hervor, daß die bevorstehende „große Drangsal“ über alle Nationen der Erde kommen wird (Psalm 2:2-9; Jesaja 34:1, 2; Jeremia 25:31-33; Hesekiel 38:23; Joel 3:12-16; Micha 5:15; Habakuk 3:1, 12, 13). Aber es wird Überlebende geben! (Jesaja 26:20, 21; Daniel 12:1; Joel 2:31, 32).

      DIE GEGENWART DES KÖNIGS IN HIMMLISCHER HERRLICHKEIT

      12. (a) Weshalb ist ein „Zeichen“ der Gegenwart Christi erforderlich? (b) Weshalb braucht er nicht noch einmal in einem Fleischesleib zu erscheinen?

      12 In der großen Prophezeiung Jesu über das „Zeichen“ seiner Gegenwart heißt es auch: „Wenn der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen“ (Matthäus 25:31). Da der Glanz dieser Herrlichkeit für das Menschenauge schädlich wäre, muß der König für die Menschheit unsichtbar bleiben. (Vergleiche 2. Mose 33:17-20; Hebräer 12:2.) Aus diesem Grund ist ein ‘Zeichen seiner Gegenwart’ erforderlich. Der Messias braucht bei seinem zweiten Kommen nicht noch einmal sein Leben als Geistperson im Himmel aufzugeben, um in einem Fleischesleib auf der Erde zu erscheinen, der als ein „Sündopfer“ dienen müßte. Da er sein menschliches Opfer „ein für allemal“ dargebracht hat, kommt er „das zweite Mal ... getrennt von Sünde“, als ein unsichtbarer, himmlischer König (Hebräer 7:26, 27; 9:27, 28; 10:8-10; 1. Petrus 3:18).

      13. Was zeigt Lukas 19:11-27 bezüglich der Zeit der Wiederkunft Jesu und der Aufnahme, die er bei den Nationen finden würde?

      13 Jesus hatte seinen engsten Jüngern an ihrem letzten gemeinsamen Abend gesagt: „Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und will euch heimnehmen zu mir“ (Johannes 14:2, 3). In Übereinstimmung damit verglich sich Jesus gemäß Lukas 19:11-27 in einem Gleichnis mit einem ‘gewissen Menschen von vornehmer Geburt, der in ein fernes Land reiste, um Königsmacht für sich zu erlangen und zurückzukehren’. Das würde beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen. „Seine Bürger aber haßten ihn und sandten eine Gesandtschaft hinter ihm her, die sagen sollte: ,Wir wollen nicht, daß dieser über uns König werde.‘“ Genauso gibt es heute Personen, die sich als Christen bezeichnen, aber den „König der Könige“ ablehnen, um ihre eigene unvollkommene Menschenherrschaft fortsetzen zu können (Offenbarung 19:16). Wie die „Bürger“ aus dem Gleichnis Jesu werden sie streng bestraft werden.

      „EIN ANFANG DER BEDRÄNGNISWEHEN“

      14. Was spricht trotz der Einwände einiger für das Jahr 1914 u. Z. als das Datum der Wiederkunft Christi?

      14 Wann sollte dieser mächtige König, den die Nationen nicht wollen, anfangen, über die Erde zu herrschen? Alle Anzeichen weisen auf das Jahr 1914 u. Z. hin. Jemand mag nun einwenden: „Dieses Jahr brachte nicht die Friedensherrschaft Christi mit sich; statt dessen kennzeichnete es den Beginn einer Zeit voller Schwierigkeiten für die Menschheit.“ Genau das ist der entscheidende Punkt! Gemäß der biblischen Prophezeiung sollten nämlich die Nationen der Erde „zornig“ werden, wenn ‘das Königreich der Welt das Königreich unseres Herrn Jehova und seines Christus’ würde (Offenbarung 11:15, 18). Das ist auch die Zeit, in der Jehova seinen Mitkönig aussenden und sagen würde: „Schreite zur Unterwerfung inmitten deiner Feinde“ (Psalm 110:1, 2). Diese Feinde werden aber nicht sofort vernichtet.

      15. Wie wird in Offenbarung 12 passenderweise die Geburt des Königreiches beschrieben?

      15 Offenbarung, Kapitel 12 beschreibt eine atemberaubende Vision, in der der Apostel Johannes in Sinnbildern die Geburt des messianischen Königreiches Gottes sah. Dieses wird, verglichen mit einem männlichen Kind, von Gottes „Weib“ — seiner aus Engelgeschöpfen bestehenden himmlischen Organisation — hervorgebracht. Es wird ‘zu Gott und zu seinem Thron entrückt’, denn das Königreich ist bei der Durchführung seiner Amtsgeschäfte von Jehova und seiner Souveränität abhängig (Offenbarung 12:1-5).

      16, 17. (a) Wie lassen sich die Bedrängniswehen, die seit 1914 zu beobachten sind, erklären? (b) Wie beschrieb Jesus den Beginn dieser Bedrängniswehen gemäß den Berichten von Matthäus und Lukas?

      16 Als nächstes findet im Himmel ein Krieg statt! Der eingesetzte König und seine Engel kämpfen mit Satan und seinen Dämonenhorden und schleudern diese aus den Himmeln Jehovas in die Umgebung der Erde hinab. Daher heißt es: „Wehe der Erde und dem Meer, weil der Teufel zu euch hinabgekommen ist und große Wut hat, da er weiß, daß er nur eine kurze Frist hat“ (Offenbarung 12:7-12). Während dieser verhältnismäßig „kurzen Frist“ bringt der König gerechtgesinnte Menschen zur Rettung zusammen und warnt vor der bevorstehenden Vollstreckung des Strafgerichts an Satans Weltsystem der Dinge (Matthäus 24:31-41; 25:31-33).

      17 Heute beobachten wir die Erfüllung des „Zeichens“, das in Matthäus, Kapitel 24 und 25, Markus, Kapitel 13 und Lukas, Kapitel 21 eingehend beschrieben wird. Beachte, daß Jesus dort mit folgenden Worten einen „Anfang der Bedrängniswehen“ vorhersagt:

      „Nation wird sich gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich; und es wird große Erdbeben geben und an einem Ort nach dem anderen Seuchen und Lebensmittelknappheit; auch wird es furchteinflößende Anblicke und große Zeichen vom Himmel her geben“ (Matthäus 24:3, 7, 8; Lukas 21:10, 11).

      Wird die Menschheit seit 1914 von solchen „Bedrängniswehen“ geplagt?

      18. Inwiefern wurden die Kriege vom Jahre 1914 an besonders grausam?

      18 Im Jahre 1914 brach der Weltkrieg (später „Erster Weltkrieg“ genannt) aus, und mit ihm kamen Seuchen und Hungersnöte. Schriftstellern ist es schwergefallen, die passenden Worte zu finden, um das Grauen zu beschreiben, das während des Blutbades zwischen 1914 und 1918 auf den Schlachtfeldern herrschte, als Millionen in den Schützengräben niedergemetzelt wurden. In dem Buch Eye Deep in Hell wird Paul Nash zitiert, der über den europäischen Kriegsschauplatz sagte: „Keine Feder und keine Zeichnung kann dieses Gebiet beschreiben — die Schlachten, die sich Tag und Nacht, Monat für Monat abspielen und schon zum normalen Alltag gehören. Nur das Böse und der Leibhaftige können die Herren dieses Krieges sein, und nirgendwo ist ein Schimmer der Hand Gottes zu sehen. ... Der Kugelhagel hört niemals auf ... Vernichtend, verstümmelnd, entnervend bohren sie sich in das Grab, das dieses Gebiet ist, ein einziges riesiges Grab, und werfen die armen Toten darauf. Es ist unbeschreiblich, gottlos, hoffnungslos.“

      19. Welche Angaben weisen auf eine Zunahme der Erdbeben seit 1914 hin?

      19 Auch „Erdbeben“ bilden einen Teil des „Zeichens“. Eine Zunahme der Erdbeben seit 1914? Das mag überraschend klingen. Doch die Statistik ist noch überraschender! Geo Malagoli schrieb in Il Piccolo: „In einer Zeitspanne von 1 059 Jahren (von 856 bis 1914) führen zuverlässige Quellen nur 24 größere Erdbeben auf.“ Seine Angaben zeigen, daß in dieser Zeit jährlich 1 800 Personen durch Erdbeben umkamen, wogegen seit 1915 43 größere Erdbeben zu verzeichnen waren, durch die durchschnittlich 25 300 Personen im Jahr das Leben verloren.

      „GROSSE ZEICHEN VOM HIMMEL HER“

      20, 21. (a) Welche „furchteinflößenden Anblicke“ gibt es seit 1914, und warum? (b) Welche Erfüllung von Lukas 21:25, 26 beobachten wir heute? (c) Wie sind wir in zunehmendem Maße auf „große Zeichen vom Himmel her“ aufmerksam geworden?

      20 Jesus prophezeite auch: „Es [wird] furchteinflößende Anblicke und große Zeichen vom Himmel her geben“ (Lukas 21:11). Im Ersten Weltkrieg bedeutete das unablässige Artilleriefeuer etwas Neues — den totalen Krieg. Durch das Luftschiff und dann besonders durch das Flugzeug wurde das Zeitalter des Luftkrieges eingeführt. In den Jahren 1914 bis 1918 war das natürlich nur ein Anfang, aber es sollte so weit kommen, wie Jesus es in seiner Prophezeiung weiter beschrieb:

      „Auch wird es Zeichen an Sonne und Mond und Sternen geben und auf der Erde Angst und Bangen unter den Nationen, die wegen des Tosens des Meeres und seiner Brandung weder aus noch ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen; denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden“ (Lukas 21:25, 26).

      21 Durch die sogenannte Eroberung des Weltraums durch die Menschen ist die Aufmerksamkeit auf „Sonne und Mond und Sterne“ gelenkt worden, und es gibt unheilverkündende Anzeichen dafür, daß die Großmächte beabsichtigen, Satelliten zu militärischen Zwecken einzusetzen. Aber sie haben bereits jetzt die Möglichkeit, Interkontinentalraketen vom Weltall aus auf irgendein Ziel ihrer Wahl herabregnen zu lassen. Das gegenwärtige Arsenal an Kernwaffen, das gegnerische Nationen angelegt haben, reicht aus, um die Menschheit mehrmals zu vernichten, und man schätzt, daß um die Jahrhundertwende möglicherweise 35 Nationen mit solchen Massenvernichtungswaffen ausgerüstet sein werden.

      22. (a) Inwiefern hat das buchstäbliche „Meer“ nach 1914 eine neue Dimension angenommen? (b) Vor welcher drohenden Gefahr für die Erde warnen unterrichtete Personen?

      22 Das „Meer“, das mit der Einführung des U-Boot-Krieges im Ersten Weltkrieg eine neue Dimension angenommen hat, ist heute sogar noch unheilverkündender. Atom-U-Boote schwimmen einsatzbereit in den Meeren. Keine Stadt der Erde befindet sich außerhalb der Reichweite von Atomraketen. In der New York Times vom 30. August 1980 wurde Marshall D. Shulman, ein Sachverständiger des US-Außenministeriums, zitiert, der sagte, die Möglichkeit eines Atomkrieges nehme eher zu als ab. Die New York Times vom 2. März 1980 enthielt eine ganzseitige Anzeige, die von über 600 Akademikern finanziert worden war. Darin schrieben sie: „Selbst ein ,begrenzter‘ Atomkrieg würde so viele Tote, Verwundete und Kranke hinterlassen, wie es sie in der Geschichte der Menschheit noch nicht gegeben hat.“ Sie fügten hinzu: „Ein totaler Atomkrieg könnte innerhalb einer Stunde abgeschlossen sein, und er könnte fast alles Leben in der nördlichen Hemisphäre vernichten.“ Der amerikanische Botschafter in Moskau sagte 1981: „Meiner Auffassung nach ist die Welt heute gefährlicher als jemals zuvor in ihrer Geschichte.“ Doch die Ausgaben für die Beschaffung neuer Massenvernichtungswaffen nehmen ständig zu.

      23. Welches Stadium in der Geschichte scheint die Menschheit jetzt zu erreichen?

      23 Die Menschheit scheint das Stadium zu erreichen, das vor einigen Jahren von dem Nobelpreisträger Harold C. Urey wie folgt vorhergesagt wurde: „Wir werden in Furcht essen, in Furcht schlafen, in Furcht leben und in Furcht sterben.“ Es herrscht wahrhaftig „Angst und Bangen unter den Nationen, die ... weder aus noch ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“.

      24. Wer kennt den Ausweg, und weshalb sollten wir ernstlich um das ‘Kommen’ des Königreiches beten?

      24 Glücklicherweise gehört der Souveräne Herr Jehova, der die Erde zu einem guten Zweck geschaffen hat, nicht zu denen, die „weder aus noch ein wissen“, und er wird durch das Königreich seines Sohnes den Ausweg schaffen. Aber bevor wir diesen Ausweg im einzelnen untersuchen, wollen wir uns noch weiter mit der Prophezeiung Jesu befassen und sehen, welch bemerkenswerte Parallele seine Worte über Weltkriege, Hungersnöte und Seuchen als Bestandteile des „Zeichens“ in einer erstaunlichen Prophezeiung in der Offenbarung finden. Vergiß nicht, Gottes messianisches Königreich ist das Heilmittel — das Königreich, um dessen ‘Kommen’ wir ernstlich beten!

      [Kasten auf Seite 115]

      KOMMENTARE ÜBER DAS JAHR 1914

      Obwohl es einen zweiten Weltkrieg gab, bezeichnen viele das Jahr 1914 als den großen Wendepunkt in der Geschichte der Neuzeit:

      „Tatsächlich kennzeichnet eher das Jahr 1914 als das Jahr von Hiroschima den Wendepunkt in unserer Zeit“ (Rene Albrecht-Carrie, „The Scientific Monthly“, Juli 1951).

      „Seit dem Jahre 1914 ist jedermann, der sich der Tendenzen der Welt bewußt ist, tief beunruhigt über das, was ihm wie ein schicksalhafter, vorbestimmter Marsch einem noch größeren Unheil entgegen erscheint. Viele ernst denkende Menschen haben das Gefühl, daß nichts getan werden könne, um den Sturz ins Verderben zu verhüten. In ihren Augen gleicht die Menschheit dem Helden einer griechischen Tragödie, der von wütenden Göttern vorangetrieben wird und nicht mehr Herr des Schicksals ist“ (Bertrand Russell, „New York Times Magazine“, 27. September 1953).

      „Die neue Ära ... begann 1914, und niemand weiß, wann oder wie sie enden wird. ... Sie könnte in einer Massenvernichtung enden“ (Leitartikel aus „The Seattle Times“, 1. Januar 1959).

      „Im Jahre 1914 ging die Welt, die damals Geltung hatte, unter“ (James Cameron, „1914“, herausgegeben 1959).

      „Der Erste Weltkrieg war eine der großen Erschütterungen der Geschichte“ (Barbara Tuchman, „The Guns of August“, 1962).

      „Gedanken und Bilder kommen mir in den Sinn, ... Gedanken aus der Zeit vor dem Jahr 1914, einer Zeit des Friedens, der Ruhe und der Sicherheit auf der Erde — einer Zeit, in der man die Furcht nicht kannte. ... Seit 1914 führen die Menschen kein sicheres und ruhiges Leben mehr“ (Bundeskanzler Konrad Adenauer, 1965).

      „Die ganze Welt geriet durch den Ersten Weltkrieg aus den Fugen, und wir wissen immer noch nicht, warum. Vorher dachten die Menschen, Utopia sei in Sicht. Es herrschten Frieden und Wohlstand. Dann ging alles in Rauch auf. Seitdem sind wir in einem Zustand der Bewußtlosigkeit“ (Dr. Walker Percy, „American Medical News“, 21. November 1977).

      „1914 ging der Welt ein Zusammenhalt verloren, den sie seither nicht wiedererlangt hat. ... Es ist eine Zeit außergewöhnlicher Unruhen und außergewöhnlicher Gewalttätigkeit, und zwar diesseits und jenseits nationaler Grenzen“ („The Economist“, London, 4. August 1979).

      „Für die Zivilisation begann 1914 eine grausame und vielleicht tödliche Krankheit“ (Frank Peters, „St. Louis Post-Dispatch“, 27. Januar 1980).

      „Alles wurde immer besser. In solch eine Welt wurde ich hineingeboren. ... An einem Morgen des Jahres 1914 ging plötzlich und unerwartet alles zu Ende“ (Harold Macmillan [britischer Politiker], „New York Times“, 23. November 1980).

  • Der Königreichsreiter unterwegs
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 13

      Der Königreichsreiter unterwegs

      1, 2. (a) Wem wenden wir jetzt unsere Aufmerksamkeit zu, und was hält er in seiner Rechten? (b) Weshalb sollte Johannes aufhören zu weinen? (c) Wer ist der „Löwe“ von Juda, und weshalb ist er würdig, die Siegel zu öffnen?

      WENDEN wir uns nun dem fünften Kapitel der Offenbarung zu. Hier lesen wir von einer inspirierten Vision, die der Apostel Johannes hatte und die unmittelbar mit dem ‘Kommen’ des Königreiches Gottes zusammenhängt. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf den Souveränen Herrn Jehova, den, „der auf dem Throne sitzt“. In seiner Rechten hält er eine Schriftrolle, „fest versiegelt mit sieben Siegeln“. Aber der Apostel Johannes weint. Warum? Weil im ganzen Universum niemand zu finden ist, der würdig wäre, die Siegel zu lösen und den Inhalt der Buchrolle bekanntzumachen. Doch siehe! Da ist ein Würdiger! Es ist niemand anders als „der Löwe, der vom Stamme Juda ist“, der Erbe des Königreiches Davids (Offenbarung 5:1-5).

      2 Er ist würdig, weil er ‘gesiegt hat’. Auf der Erde bekundete er als vollkommener Mensch unerschütterliche Loyalität gegenüber seinem Vater, selbst bis zu einem grausamen Tod an einem Marterpfahl. Der „Herrscher der Welt“, Satan, konnte seine Lauterkeit nicht brechen. Jesus konnte sagen: „Ich habe die Welt besiegt“ (Johannes 14:30; 16:33).

      3. Weshalb sollten wir uns über die Erfüllung von Offenbarung 5:9, 10 freuen?

      3 Auch andere haben die Welt besiegt, und Christus Jesus, dieser mutige „Löwe“, betrachtet sie als seine geistigen „Brüder“ (Matthäus 25:40). Durch eine himmlische Auferstehung sollen sie an seiner 1 000jährigen Königreichsherrschaft teilhaben, und sie werden zusammen mit ihm die Wohltaten seines Loskaufsopfers den Milliarden Menschen auf der Erde zugute kommen lassen. Daher singen Stimmen im Himmel ein neues Lied. Sie sagen zu dem, der einst wie ein unschuldiges Lamm zur Schlachtung geführt wurde:

      „Du bist würdig, die Buchrolle zu nehmen und ihre Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden, und mit deinem Blut hast du für Gott Personen aus jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk und jeder Nation erkauft, und du hast sie zu einem Königtum und zu Priestern für unseren Gott gemacht, und sie werden als Könige über die Erde regieren“ (Offenbarung 5:9, 10).

      Welch ein Segen, daß der König und seine geprüften und bewährten Mitkönige im Begriff sind, zugunsten der bedrängten Menschheit zu handeln! Aber zuerst muß es Krieg geben.

      DER REITER AUF DEM WEISSEN PFERD

      4. (a) Was versinnbildlichen das „weiße Pferd“, der „Bogen“ des Reiters und der Umstand, daß er eine „Krone“ empfängt? (b) Wer ist dieser Reiter, und wann empfing er königliche Gewalt?

      4 Während das „Lamm“ die Buchrolle nimmt und das erste Siegel öffnet, erschallt eine Donnerstimme aus dem Himmel: „Komm!“ Und was sehen wir? „Siehe! ein weißes Pferd“ — ein Sinnbild gerechter Kriegführung. Der Reiter hat einen „Bogen“. Er kann seine Feinde aus der Ferne töten — aus einer viel größeren Entfernung, als von Menschen hergestellte Interkontinentalraketen zurücklegen. Ihm wird eine „Krone“ gegeben, und das weist auf das Jahr 1914 hin, in dem ihm Jehova königliche Gewalt über die Nationen verlieh. Dieser „Herr der Herren und König der Könige“, der so viel mächtiger ist als menschliche Herren oder Könige, wird zusammen mit den „Berufenen und Auserwählten und Treuen“ — gesalbte Christen, die mit ihm in seinem himmlischen Königreich vereint sind — über alle Feinde der Gerechtigkeit triumphieren (Offenbarung 6:1, 2; 17:14).

      5. (a) Welchen ersten Sieg errang dieser Reiter? (b) Wie hat sich das auf die Menschheit ausgewirkt, und warum sollten wir die Warnung aus Markus 13:32-37 beachten?

      5 Der Reiter auf dem „weißen Pferd“ ist ein mächtiger Sieger. Was könnte daher passender sein, als daß er zu Beginn seines Rittes die „Urschlange“, Satan, und seine Dämonenengel aus dem Himmel hinauswirft? Hinab zur Erde schleudert er sie! Kein Wunder, daß der Teufel jetzt große Wut hat! Wie bereits erwähnt, läßt er seine Wut an der Menschheit aus und bringt ein „Wehe“ über ‘die Erde und das Meer’. Der Teufel weiß, daß er nur „eine kurze Frist“ hat, aber er ist sehr heimtückisch. Er möchte uns einreden, die „letzten Tage“ würden sich noch bis in die ferne Zukunft ausdehnen. Möge sich niemand von uns durch ein solches Denken einschläfern lassen! (Offenbarung 12:9-12; Markus 13:32-37).

      EIN FEUERFARBENES PFERD

      6. (a) Was erscheint gemäß Offenbarung 6:3, 4 nun auf dem Schauplatz? (b) Inwiefern unterschied sich der Erste Weltkrieg von allen früheren Kriegen?

      6 Das „Lamm“ öffnet das zweite Siegel. Hervor kommt ein „feuerfarbenes Pferd“. „Dem, der darauf saß, wurde gewährt, den Frieden von der Erde wegzunehmen, so daß sie einander hinschlachten würden, und ein großes Schwert wurde ihm gegeben“ (Offenbarung 6:4). Aha, der erste Weltkrieg der Menschheitsgeschichte bricht aus. Der Friede wird nicht nur von einigen Nationen weggenommen, sondern von der „Erde“, denn riesige Heere und Flotten kämpfen miteinander und gebrauchen dabei fürchterliche Massenvernichtungswaffen. Während frühere Kriege von Berufsheeren ausgetragen wurden und gewöhnlich nur wenige Länder daran beteiligt waren, ist der Erste Weltkrieg ein totaler Krieg. Zum erstenmal in der Geschichte werden sämtliche zur Verfügung stehenden Kräfte, einschließlich der zwangsweise Eingezogenen, im Krieg eingesetzt.

      7—9. Welche Zahlen und Äußerungen zeigen, daß mit dem Jahr 1914 die mörderischste Zeit in der Geschichte der Menschheit begann?

      7 In der Prophezeiung ist vom „Hinschlachten“ die Rede, und das war es wirklich. In der Schlacht an der Somme wurden durch eine neue und mörderische Erfindung, das Maschinengewehr, Hunderttausende britischer und französischer Soldaten niedergemäht. Dort sollen 80 Prozent aller Gefallenen durch diese Waffe umgekommen sein. Bei Verdun starben innerhalb von neun Monaten mehr Männer, als mit Napoleons Armee in Rußland einmarschiert waren. Jemand schrieb mit Blut auf eine Friedhofsmauer von Verdun: „FÜNF KILOMETER BIS ZUM SCHLACHTHAUS“. Insgesamt wurden während der vier Jahre jenes Weltkrieges etwa 9 000 000 Soldaten hingeschlachtet.

      8 War 1914 das Jahr, in dem der Reiter des „feuerfarbenen Pferdes“ den Frieden von der Erde wegnahm? Viele Historiker stützen diese Ansicht. Zum Beispiel schrieb fast 50 Jahre danach der Herausgeber des Geschichtsmagazins American Heritage: „Im Sommer 1914 waren die Nationen in Frieden, und die Zukunft sah verheißungsvoll aus. Dann sprachen die Gewehre, und alles war für immer anders geworden. ... Das Jahr 1914 war eines der verhängnisvollsten Jahre der Menschheitsgeschichte ... In jenem Jahr kam einer dieser entscheidenden Wendepunkte, die im Laufe von tausend Jahren nur ein- oder zweimal eintreten. Wahrscheinlich wird noch viel Zeit vergehen, bis wir völlig verstehen, wohin uns das Jahr 1914 gebracht hat, aber wir können wenigstens einigermaßen erkennen, was es uns genommen hat.“ Der Reiter auf dem „feuerfarbenen Pferd“ hat wahrlich den Frieden von der Erde weggenommen, und zwar im Jahre 1914.

      9 Der Reiter hat seinen mörderischen Ritt in einem zweiten Weltkrieg fortgesetzt, in dem 16 000 000 Soldaten im Kampf starben. Ein ungarischer Professor hat ausgerechnet, daß in den drei Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges weitere 25 000 000 Soldaten gefallen sind. Er schrieb, daß es in den 33 Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nur 26 Tage gab, an denen nicht irgendwo auf der Erde Krieg war.

      10. In welchem Sinne hat der Reiter „ein großes Schwert“ benutzt?

      10 In der Prophezeiung heißt es, daß diesem Reiter „ein großes Schwert“ gegeben wurde. Und tatsächlich haben in dem Gemetzel der Kriege des 20. Jahrhunderts tödliche Waffen eine große Rolle gespielt. Im Ersten Weltkrieg wurden zum erstenmal in großem Rahmen Giftgas, automatische Waffen, Panzer, Flugzeuge und U-Boote eingesetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurden durch Kampfflugzeuge buchstäblich ganze Städte ausgelöscht. Die meisten, die dabei umkamen, waren unschuldige Frauen, Kinder und alte Leute. In England wurde in einer Nacht die Stadt Coventry verwüstet, und später kamen bei einem Luftangriff der Alliierten in Dresden 135 000 Menschen ums Leben. Darauf folgte in Japan die Massenvernichtung von mindestens 92 000 Menschen in Hiroschima und 40 000 in Nagasaki durch Atombomben. Wieder war hauptsächlich die Zivilbevölkerung betroffen. Was das „große Schwert“ heute anrichten könnte, wenn ein Atomkrieg ausbräche, übertrifft die Vorstellungskraft.

      „SIEHE! EIN SCHWARZES PFERD“

      11, 12. (a) Inwiefern hat sich der Reiter des „schwarzen Pferdes“ als ein Begleiter des zweiten Reiters erwiesen? (b) Was zeigt, daß er heute noch reitet?

      11 Als das „Lamm“ das dritte Siegel öffnet, kommt ein „schwarzes Pferd“ hervor. „Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand“ (Offenbarung 6:5). Hier haben wir den Begleiter des totalen Krieges. Dieser Reiter bringt Hungersnot. Während beider Weltkriege wurden viele Länder von Hungersnot geplagt. Lebensmittelrationierung, dargestellt durch die „Waage“, wurde für die Bürger der kriegführenden Nationen etwas Alltägliches. Als Folge des Ersten Weltkrieges kam dann die größte Hungersnot aller Zeiten. Die Zeitung The Nation berichtete am 7. Juni 1919, in Indien seien 32 000 000 Menschen „am Rande des Hungertodes“. Die Zeitschrift World’s Work erwähnte im März 1921, allein in Nordchina würden täglich 15 000 Menschen verhungern. Im Current History Magazine vom Oktober 1921, einer Publikation der New York Times, wurde ein britischer Bericht zitiert, in dem es hieß, in Rußland seien „nicht weniger als 35 000 000 Menschen von dem grausigen Gespenst der Hungersnot und der Seuchen bedroht“. Eine ähnliche Hungersituation herrschte auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 11. Juni 1946 berichtete die Zeitschrift Look: „Heute hungert ein Viertel der Welt.“

      12 Selbst ohne totalen Krieg kann eine Mißernte in unserer modernen Welt Schlagzeilen wie diese hervorrufen: 1974: „Indien im Schatten des dritten Apokalyptischen Reiters“. 1976: „Einer immer hungriger werdenden Welt steht große Nahrungskrise bevor“. Und 1979: „450 Millionen Menschen hungern“. Während sich die Weltbevölkerung vervielfacht, wird die Nahrungsmittelsituation in unterentwickelten und vom Krieg heimgesuchten Ländern immer verzweifelter. In der Zeitschrift New Scientist vom Mai 1975 hieß es: „Die Welt steht einem doppelköpfigen Gespenst gegenüber. Hungersnot ist nur ein Gesichtspunkt; der andere ist chronische Unterernährung. Die FAO [Welternährungsorganisation] schätzt, daß 61 von 97 Entwicklungsländern 1970 wesentlich weniger Nahrungsmittel produzierten oder importierten, als zur Ernährung der Bevölkerung erforderlich waren. Nach einer vorsichtigen Schätzung der FAO leiden 460 Millionen Menschen an Unterernährung; nach einer großzügigeren Schätzung sind es 1 Milliarde.“ Heute, in den 1980er Jahren, ist die Situation noch weit schlimmer.

      13. Welche neuzeitlichen Verhältnisse und Schrecknisse werden in Offenbarung 6:6 vorhergesagt?

      13 Während der dritte Reiter seinen Ritt fortsetzt, ruft eine Stimme aus den Himmeln: „Ein Liter Weizen für einen Denar und drei Liter Gerste für einen Denar, und das Olivenöl und den Wein beschädigt nicht“ (Offenbarung 6:6). Da ein Denar einem Tagelohn entsprach, müßte ein Arbeiter über diesen hohen Preis wirklich erzürnt sein. Und frißt die Inflation heute nicht einen großen Teil des Einkommens des gewöhnlichen Volkes auf? Was aber mit Waren wie „Öl“ und „Wein“? Habgierige Profitmacher und andere wohlhabende Personen würden gern ihren Wohlstand schützen. Doch wird ihnen das gelingen? Wir werden es sehen, während das „schwarze Pferd“ in den verschiedensten Teilen der Erde sein Unwesen treibt.

      ‘EIN FAHLES PFERD MIT DEM TOD’

      14. Inwiefern stimmen der Reiter des vierten Pferdes und sein Begleiter gut mit den Ereignissen seit 1914 überein?

      14 Das vierte Siegel wird geöffnet, und ein „fahles Pferd“ folgt den anderen galoppierenden Pferden. Sein Reiter ist der Tod. Dicht hinter ihm folgt der Hades — ob auf einem anderen Pferd oder nicht, sagt der Bericht nicht. Aber sie haben einen grausigen Auftrag: „Es wurde ihnen Gewalt über den vierten Teil der Erde gegeben, um mit einem langen Schwert und mit Lebensmittelknappheit und mit tödlichen Plagen und durch die wilden Tiere der Erde zu töten“ (Offenbarung 6:7, 8). Seit jenem verhängnisvollen Jahr 1914 sind der „Tod“ und der „Hades“ tatsächlich bis an die Enden der Erde vorgedrungen.

      15, 16. (a) Welche erstaunliche Erfüllung fand diese Prophezeiung 1918 und 1919? (b) Was zeigt, daß dieses Pferd seit 1914 ununterbrochen galoppiert?

      15 „Tödliche Plagen“! In den Jahren 1918 und 1919 tobte die spanische Grippe. Innerhalb weniger Wochen starben daran doppelt so viele Menschen, wie auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges umgekommen waren: mindestens 21 000 000. Nach offiziellen Angaben belief sich die Zahl der Grippetoten in den USA auf 548 452; sie war über 10mal so hoch wie die Zahl der im Krieg gefallenen amerikanischen Soldaten. Die meisten Opfer waren junge, kräftige Leute. In Indien starben über 12 000 000. Kein Kontinent und keine Insel wurde verschont — mit Ausnahme der Insel St. Helena. Unter den Eskimos und in Zentralafrika starben ganze Dörfer aus. Auf Tahiti wurden die Leichname von 4 500 Personen, die in nur 15 Tagen gestorben waren, auf Scheiterhaufen verbrannt, und in Westsamoa kamen von 38 000 Einwohnern 7 500 durch die Seuche um.

      16 Die spanische Grippe ist jedoch nicht die einzige todbringende Krankheit, die der Reiter des „fahlen Pferdes“ ausgelöst hat. Die New York Times berichtete, daß im Jahre 1915 in der Schlacht um Gallipoli mehr Soldaten durch Ruhr umgekommen seien als durch Kugeln. Von 1914 bis 1923 raffte die Cholera in Indien 3 250 000 Menschen dahin. Im Jahre 1915 wurden „zweieinhalb bis drei Millionen Todesfälle“ in Rußland dem Typhus zugeschrieben. Und während der Reiter weitergaloppiert, sind in neuerer Zeit Herzkrankheiten und Krebs Haupttodesursachen geworden. Syphilis steht „als Todesursache unter ansteckenden Krankheiten an zweiter Stelle“, und von Hepatitis heißt es, sie greife weltweit explosionsartig um sich.

      ERLEICHTERUNG NAHE

      17, 18. (a) Was sagte ein Staatsmann, woraus die Verbindung zwischen dem zweiten, dem dritten und dem vierten Reiter hervorgeht? (b) Wen aber ignorieren die Weltführer? (c) Weshalb können wir uns über das freuen, was der glorreiche König tun wird?

      17 Seit über 60 Jahren sind das „feuerfarbene Pferd“, das „schwarze Pferd“ und das „fahle Pferd“ Kopf an Kopf galoppiert, und der Hades ist ihnen dicht gefolgt. Ja, der Hades hat eine Rekordernte an Todesfällen eingebracht; sie beläuft sich auf viele hundert Millionen. Interessanterweise brachte der ehemalige US-Präsident Hoover diese Reiter miteinander in Verbindung, indem er 1941 sagte: „Die Folgen großer Kriege sind immer Hungersnot und Seuchen ... Der Weltkrieg vor 25 Jahren hat 300 000 000 Menschen in Hungersnot gestürzt. ... Nach anderthalb Jahren des gegenwärtigen Krieges [des Zweiten Weltkrieges] leiden fast 100 000 000 mehr Menschen Hunger als nach drei Jahren des letzten Krieges.“ Welche Katastrophe wäre ein dritter Weltkrieg für die Menschheit!

      18 Die Weltführer wissen genau, was für ein Unheil die Reiter des „feuerfarbenen“, des „schwarzen“ und des „fahlen“ Pferdes angerichtet haben. Aber sie ignorieren den Reiter des „weißen Pferdes“. Doch der freudige Tag naht, an dem dieser glorreiche König eingreift, um den Lauf der Dinge umzukehren! Statt des Krieges wird er Frieden bringen. Anstelle des Hungers wird er Nahrung in Fülle beschaffen. Statt daß sich Krankheiten weiter ausbreiten, wird er die Menschheit zu vollkommener Gesundheit führen, und sogar der Hades wird seine Toten herausgeben. Eine Parallelstelle in den Psalmen beschreibt den Reiter auf dem „weißen Pferd“ wie folgt:

      „Gürte dein Schwert an deine Hüfte, o Mächtiger, mit deiner Würde und deiner Pracht. Und in deiner Pracht zieh hin zum Erfolg; fahre einher in der Sache der Wahrheit und Demut und Gerechtigkeit, und deine Rechte wird dich in furchteinflößenden Dingen unterweisen“ (Psalm 45:3, 4).

      Der Triumph des Königreichsreiters steht kurz bevor!

      19. (a) Sollten wir angesichts der Erfüllung von Offenbarung 6:2-8 beunruhigt sein? (b) Welches Beispiel kann uns ermutigen, im Glauben stark zu bleiben?

      19 Lassen wir uns daher durch die schlimmer werdende Situation auf der Erde nicht beunruhigen. Nehmen wir statt dessen einen ähnlichen Standpunkt ein wie eine Zeugin Jehovas, die wegen ihres Glaubens zwischen 1956 und 1978 in einem sozialistischen Land 20 Jahre lang in Haft war. Eine Zeitlang war sie zum Tode verurteilt, und bis heute sind an ihren Armen Spuren von Folterungen zu sehen. Wie bewahrte sie ihren starken Glauben? Indem sie über die vielen Schriftstellen nachsann, an die sie sich aufgrund ihres früheren sorgfältigen Bibelstudiums erinnern konnte. Eine dieser Schriftstellen war Offenbarung 6:2. Sie war fest davon überzeugt, daß der Reiter auf dem „weißen Pferd“, Jesus Christus, 1914 im Himmel als König eingesetzt worden ist, und sie war entschlossen, auszuharren, bis er seinen „Sieg ... vollenden“ würde. Mögen auch alle anderen, die um das ‘Kommen’ des Königreiches Gottes beten, treu bleiben, bis der König vollständig siegreich ist!

      [Kasten auf Seite 123]

      DAS SCHWARZE PFERD GALOPPIERT WEITER

      „Die Weltbank schätzt, daß weltweit 780 Millionen Menschen in absoluter Armut leben, in einem Zustand, der jeder Definition der Menschenwürde spottet“ („Detroit Free Press“, 1. September 1980).

  • Der König regiert!
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 14

      Der König regiert!

      1, 2. (a) Welche größere Bedeutung hatte das Jahr 1914? (b) Wie wies die Zeitschrift Zions Wacht-Turm viele Jahre im voraus auf das Jahr 1914 hin?

      ZWEIFELLOS war das Jahr 1914 ein großer Wendepunkt in den Angelegenheiten der Nationen und der ganzen Menschheit. Aber es war weit bedeutsamer, als die meisten Historiker erkennen. Denn damals spielten sich aufregende Ereignisse ab, die mit dem ‘Kommen’ des Königreiches Gottes zusammenhängen. Jahre im voraus blickten sorgfältige Erforscher der Bibel jenem Jahr erwartungsvoll entgegen. Welche Grundlage hatten sie dafür?

      2 Vierunddreißig Jahre vor 1914 wies die Zeitschrift Zions Wacht-Turm und Verkünder der Gegenwart Christi in ihren englischen Ausgaben vom Dezember 1879 und vom März 1880 auf das Jahr 1914 als ein in der biblischen Prophetie gekennzeichnetes Datum hin. Ein Artikel in der Ausgabe vom Juni 1880 lenkte die Aufmerksamkeit auf das herannahende Ende der „Heidenzeiten (Luk. xxi. 24)“. Obwohl der Schreiber damals nicht die volle Bedeutung der bevorstehenden Ereignisse verstand, erklärte er anhand der biblischen Chronologie, daß eine Zeitspanne von „sieben Zeiten“ oder 2 520 Jahren der Herrschaft gottloser Nationen, angefangen mit der ersten Verwüstung des alten Jerusalem, im Jahre „1914 n. Chr.“ enden sollte. Er schrieb: „Die lange Zeitspanne von 2 520 Jahren und ... die bitteren Erfahrungen [des Volkes Gottes] unter der Herrschaft der wilden Tiere (menschlicher Regierungen, Dan. vii) werden deutlich in Dan. iv durch die ,sieben Zeiten‘ Nebukadnezars und seine bittere Erfahrung unter den wilden Tieren dargestellt.“ Worum handelt es sich denn bei den „sieben Zeiten“?

      DIE DEUTUNG EINES TRAUMES

      3. Welche grundlegende Wahrheit steht in Daniel 4:25?

      3 Im 4. Kapitel des Bibelbuches Daniel ist von einem bemerkenswerten prophetischen Traum die Rede. Er sollte veranschaulichen, daß „der Höchste der Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er es gibt, wem er will“ (Daniel 4:25). Nebukadnezar, der König von Babylon, hatte diesen Traum, und er erzählte ihn dem Propheten Daniel, damit er ihn deute.

      4—6. (a) Welchen Traum hatte Nebukadnezar? (b) Wie deutete Daniel ihn? (c) Wie erfüllte er sich? (d) Was erkannte Nebukadnezar nach seiner Wiederherstellung an?

      4 Nebukadnezar sah in einer Vision einen riesenhaften Baum, der bis ans äußerste Ende der Erde sichtbar war. Er bot allen Nahrung und Obdach. Doch ein „Heiliger“ vom Himmel entschied, daß der Baum umgehauen und sein Wurzelstock in Eisen und Kupfer — damals die härtesten Metalle — gebunden werden sollte. „Sieben Zeiten“ sollten vergehen, während der Baum gebunden war.

      5 Als Daniel diese prophetische Vision deutete, erklärte er, der Baum in seiner Pracht stelle Nebukadnezar dar. Er solle ‘umgehauen’ oder erniedrigt werden. „Sieben Zeiten“ sollten vergehen, während deren Nebukadnezar den Tieren des Feldes gleichen würde. Aber genauso, wie der „Baum“ nicht vollständig zerstört worden sei, so würde der König nach den „sieben Zeiten“ wiederhergestellt werden (Daniel 4:19-27).

      6 Genau das widerfuhr Nebukadnezar. Er wurde erniedrigt und wurde wie ein Tier. Er wurde aus den Wohnstätten der Menschen verstoßen und ernährte sich von Pflanzen. Jene „sieben Zeiten“ waren offenbar sieben Jahre, während deren Nebukadnezar „seine bittere Erfahrung unter den wilden Tieren“ machte. Sein Haar wuchs so lang wie Adlerfedern und seine Nägel wie Vogelkrallen. Schließlich aber kehrte sein Verstand zu ihm zurück, und er begann wieder, als König zu regieren. Als das geschah, pries und verherrlichte er den „König der Himmel“ als den Einen, der wirklich Herrschaft ausübt und dessen „Königreich Generation um Generation“ währt (Daniel 4:28-37).

      7—9. (a) In welcher Prophezeiung sprach Jesus vom Ende der Heidenzeiten? (b) Welche Fragen sollten uns daher sehr interessieren?

      7 Was aber hat das alles mit dem Jahr 1914 unserer Zeitrechnung zu tun?

      „DIE BESTIMMTEN ZEITEN DER NATIONEN“

      8 Als Jesus das ‘Zeichen des Abschlusses des Systems der Dinge’ beschrieb, sagte er:

      „Jerusalem wird von den Nationen zertreten werden, bis die bestimmten Zeiten der Nationen erfüllt sind“ (Lukas 21:24).

      Die von Jesus erwähnten „Nationen“ waren die nichtjüdischen Nationen oder die „Heiden“. In der bekannten englischen King-James-Bibel steht hier der Ausdruck „Heidenzeiten“. Viele haben sich gefragt: „Was sind die Heidenzeiten? Welche Zeitspanne meinte Jesus? Wann begann sie, und wann sollte sie enden?“

      9 Wie wir bereits gesehen haben, hat die große Prophezeiung Jesu über das „Zeichen“ für uns heute eine wichtige Bedeutung. Wir müssen deshalb auch die Antwort auf diese Fragen erfahren.

      WAS IST MIT „JERUSALEM“ GEMEINT?

      10—12. (a) Wovon waren nach Ansicht eines Gelehrten die Ereignisse der Jahre 29 bis 70 u. Z. ein Vorbild? (b) Welche erweiterte Bedeutung könnte „Jerusalem“ in Lukas 21:24 haben? (c) Wie hilft uns eine bekannte Enzyklopädie in dieser Hinsicht? (d) Wofür steht also „Jerusalem“?

      10 In einem Kommentar über die Prophezeiung Jesu schrieb Professor A. T. Robertsona: „Jesus gebrauchte die Zerstörung des Tempels und Jerusalems, die in jener Generation im Jahre 70 n. Chr. erfolgte, auch als ein Sinnbild für sein zweites Kommen und das Ende der Welt oder die Vollendung des Zeitalters.“ Wir mögen uns daher fragen: Welche größere oder weitreichendere Bedeutung könnte Jesus in Lukas 21:24 „Jerusalem“ beigemessen haben?

      11 Jesus betrachtete Jerusalem als die Hauptstadt Israels, wo Könige aus der Geschlechtslinie Davids, die von Jehova gesalbt worden waren, auf dem „Thron Jehovas“ saßen und als Könige für ihn regierten. Auch war der Tempel der Stadt das Zentrum der wahren Anbetung für die ganze Erde (1. Chronika 28:5; 29:23; 2. Chronika 9:8). In der Cyclopædia von M’Clintock und Strong heißt es: „Jerusalem war die Residenz des Königs von ganz Israel geworden; und der Tempel, oft ,das Haus Jehovas‘ genannt, stellte gleichzeitig die Residenz des Königs der Könige dar, des Oberhauptes des theokratischen Staates ... Jerusalem war zwar nicht in politischer Hinsicht wichtig; es war nicht die Hauptstadt eines mächtigen Reiches, das die Angelegenheiten anderer Staaten gelenkt hätte, aber es spielte eine erhabene Rolle bei den großartigen Aussichten, die David voraussagte, als er seinen Glauben an das Kommen eines Messias erklärte [Psalm 2:6; 110:2]“ (Band IV, Seite 838).

      12 Daß die Könige der Geschlechtslinie Davids auf dem „Thron des Königtums Jehovas“ saßen, unterstrich die Tatsache, daß das Königreich in Wirklichkeit Gottes Königreich war. Das Königreich Israel mit seinem Regierungssitz in Jerusalem war ein Vorbildkönigreich Gottes. „Jerusalem“ stand somit für das Königreich Gottes.

      13, 14. Wann und wie begann das in Lukas 21:24 erwähnte „Zertreten“?

      13 Erinnere dich nun an die Worte Jesu: „Jerusalem wird von den Nationen zertreten werden, bis die bestimmten Zeiten der Nationen erfüllt sind“ (Lukas 21:24). Wann begann dieses „Zertreten“? Es begann eindeutig, lange bevor Jesus in Bethlehem geboren wurde, denn in Jerusalem regierten schon geraume Zeit keine menschlichen Könige aus der Geschlechtslinie Davids mehr. Die davidische Königsdynastie war zu Ende gegangen, als König Zedekia von den einfallenden Babyloniern unter Nebukadnezar abgesetzt wurde.

      14 Aus dem genauen Geschichtsbericht der Bibel erfahren wir, was sich wegen der Schlechtigkeit des Volkes und König Zedekias ereignete. Wir lesen: „Der Grimm Jehovas [stieg] gegen sein Volk ..., bis es keine Heilung gab. Da führte er den König der Chaldäer [Babylonier] gegen sie herauf, der daranging, ihre jungen Männer mit dem Schwert ... zu töten ... Alles gab Er in seine [Nebukadnezars] Hand. Und alle Geräte, große und kleine, des Hauses des wahren Gottes und die Schätze des Hauses Jehovas und die Schätze des Königs und seiner Fürsten, alles brachte er nach Babylon. Und er ging daran, das Haus des wahren Gottes zu verbrennen und die Mauer Jerusalems niederzureißen“ (2. Chronika 36:11, 12, 16 bis 20). Damals begann das „Zertreten“.

      WIE LANGE „ZERTRETEN“?

      15—17. (a) Wer verlor das „gesetzliche Recht“ auf Davids Königreich, und wie? (b) Wer würde das Recht wiedererlangen, und für wie lange? (c) Welche passende Frage erhebt sich daher? (d) Weshalb wäre es angebracht, wenn Daniel diese Frage beantworten würde?

      15 Der Prophet Hesekiel sagte die Absetzung Zedekias, des letzten Königs aus der Geschlechtslinie Davids, der vom irdischen Jerusalem aus herrschte, mit folgenden Worten voraus:

      „Dies ist, was der Herr Jehova gesprochen hat: ,Entferne den Turban und hebe ab die Krone. Dies wird nicht dasselbe sein. ... In Trümmer, Trümmer, Trümmer werde ich es legen. Auch was dies betrifft, es wird gewißlich niemandes werden, bis der kommt, der das gesetzliche Recht hat, und ihm will ich es geben‘“ (Hesekiel 21:26, 27).

      16 Obwohl König Zedekia damals das „gesetzliche Recht“ auf das davidische Königreich verlor, würde der verheißene Messias dieses „Recht“ wiedererlangen und „für immer“ im Königreich Gottes herrschen (Lukas 1:32, 33). Doch wie lange sollte es dauern, bis das messianische Königreich — das durch das irdische Königreich Israel mit seiner Hauptstadt Jerusalem vorgeschattet worden war — seine Herrschaft antreten würde?

      17 Jehova Gott wußte es, und er konnte die Zeitspanne in seinem Wort genauso anzeigen, wie er viele andere künftige Ereignisse vorhergesagt hatte. Als Jesus über den „Abschluß des Systems der Dinge“ sprach, verwies er mehrmals auf Daniels Prophezeiung, in der Gott viele künftige Entwicklungen im Himmel und auf der Erde genau vorausgesagt hatte. (Vergleiche Matthäus 24:3, 15, 21, 30 mit Daniel 9:27; 11:31; 12:1; 7:13.) Und enthielt nicht die Prophezeiung über die „siebzig Wochen“ (Daniel 9:24-27) den genauen Zeitplan für das erste Kommen des Messias? Wäre es daher nicht angebracht, wenn derselbe Prophet die Zeit für das zweite Kommen des Messias angeben würde? Diese prophetische Information, die uns direkt betrifft, finden wir in Daniel, Kapitel 4.

      DIE GRÖSSERE ERFÜLLUNG

      18. (a) Aus welchem Grund mögen weltliche Geschichtsberichte Nebukadnezars Wahnsinn verschweigen? (b) Weshalb sollten wir beachten, was Gottes Wort hier sagt?

      18 Wir haben bereits die ursprüngliche Anwendung der Prophezeiung Daniels über die „sieben Zeiten“ untersucht und festgestellt, daß sie sich auf die sieben Jahre des Wahnsinns Nebukadnezars bezog. Daß die Weltgeschichte keinen detaillierten Bericht über Nebukadnezars siebenjährige Abwesenheit vom Thron gibt, sollte uns nicht überraschen. Urkunden aus Ägypten, Assyrien und Babylon sind bekannt dafür, daß sie alles auslassen, was für den Herrscher peinlich sein konnte, und das ist auch ein Grund dafür, weshalb sie nicht so zuverlässig sind wie Gottes inspiriertes Wort. Gottes Wort bestätigt uns, daß das Traumgesicht in Erfüllung ging. Auch deutet der Wortlaut der Prophezeiung an, daß es eine noch weitreichendere Erfüllung geben würde, und diese hat auch stattgefunden. Wie?

      19. Wieso hilft uns diese Vision, die Länge der Heidenzeiten zu ermitteln?

      19 Es gilt zu beachten, daß der König von Babylon diesen Traum hatte, der Weltherrscher, der dazu gebraucht wurde, das Vorbildkönigreich Gottes auf der Erde zu stürzen und so die uneingeschränkte Weltherrschaft der nichtjüdischen Nationen herbeizuführen. Auch hatte er die Vision offensichtlich nicht viele Jahre nach dieser bedeutsamen Umwälzung — nachdem das Vorbildkönigreich, durch das Jehova seine Souveränität ausübte, zu bestehen aufgehört hatte. Außerdem wird in Daniel, Kapitel 4 wiederholt betont, daß „der Höchste der Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er es gibt, wem er will“ (Daniel 4:17, 26, 34, 35). Wir haben daher guten Grund, in dieser Vision nach Informationen über die Länge der Herrschaft der Nationen über die Erde zu suchen.

      20. Welche Frage stellen wir, und wo können wir nach der Antwort suchen?

      20 Wieviel Zeit würde vom Sturz des Vorbildkönigreiches Gottes mit seinen davidischen Königen vergehen, bis Gott wieder seine Souveränität durch ein Königreich ausüben würde, in dem jemand aus der Königslinie Davids, nämlich der Messias, als König herrschen würde? Daniel, Kapitel 4 enthält die Grundlage für die Berechnung der Länge der Heidenzeiten oder der „bestimmten Zeiten der Nationen“, während deren diese Nationen „Jerusalem“ oder das Königreich Gottes zertreten würden (Lukas 21:24).

      21. Was war gemäß Daniel 4:15-17 und Hiob 14:7 bezüglich der Situation nach der Absetzung Zedekias zu erwarten?

      21 Das Zertreten begann in dem Jahr, in dem Nebukadnezar König Zedekia von seinem Thron in Jerusalem entfernte. Von da an war die Ausübung der Souveränität Jehovas, die durch die Königsdynastie Judas vertreten wurde, gewissermaßen „umgehauen“. Sie war eingeschränkt, gleich dem in Bänder gelegten Wurzelstock aus dem Traum Nebukadnezars. Auf der ganzen Erde herrschten nur noch, Tieren gleich, heidnische, das heißt nichtjüdische Mächte. Aber es bestand für den „Baum“ eine Hoffnung, nämlich daß er „wieder sprossen“ würde. Und dann würden die Lebenden erkennen, daß „der Höchste der Herrscher ist im Königreich der Menschheit“ (Daniel 4:15-17; Hiob 14:7; vergleiche Jesaja 11:1, 2; 53:2).

      22. Wann und wie würde der Königreichs„baum“ wieder sprossen?

      22 In diesem wiederhergestellten Königreich herrscht der Höchste durch seinen Messias. Nein, das war nicht beim ersten Erscheinen des Messias als vollkommener Mensch auf der Erde der Fall, als die Juden ihn verachteten und ihn als König verwarfen. Die Bänder sollten erst dann vom Wurzelstock gelöst werden und der Königreichs„baum“ sollte erst dann wieder sprossen, wenn dieser „niedrigste der Menschen“ in seiner Herrlichkeit als himmlischer König der Menschen aller Nationen eintreffen würde. Dann, nach Ablauf der Heidenzeiten, sollte das Königreich der Welt „das Königreich unseres Herrn und seines Christus“ werden (Offenbarung 11:15; Daniel 4:17, 25).

      DIE „SIEBEN ZEITEN“ — WIE LANG?

      23. Weshalb müssen sich die Heidenzeiten bis in unsere Zeit erstrecken?

      23 Die „sieben Zeiten“ müssen, angewandt auf die Heidenzeiten, natürlich viel länger sein als sieben buchstäbliche Jahre. Denke daran, daß Jesus die ‘Erfüllung’ oder das Ende dieser Heidenzeiten mit dem „Abschluß des Systems der Dinge“ in Verbindung brachte (Lukas 21:7, 24; Matthäus 24:3). Sie müssen sich also bis in unsere Zeit hinein erstrecken. Aber wie lang sind sie?

      24. Wie können wir die Länge der „sieben Zeiten“ ermitteln?

      24 Wenn wir uns dem 12. Kapitel der Offenbarung zuwenden, stellen wir fest, daß in Vers 6 und 14 eine Zeitspanne von 1 260 Tagen ‘einer Zeit und Zeiten und einer halben Zeit’ oder 1+2+1/2, also insgesamt 3 1/2 Zeiten, gleichgesetzt wird. „Eine Zeit“ entspräche daher 360 Tagen oder 12 Mondmonaten von durchschnittlich je 30 Tagen. „Sieben Zeiten“ würden sich demnach auf 2 520 Tage belaufen; und da in der biblischen Prophetie „ein Tag für ein Jahr“ gerechnet wird, handelt es sich um eine Zeitspanne von 2 520 Kalenderjahren (4. Mose 14:34; Hesekiel 4:6). Das also ist die Länge der „sieben Zeiten“ — der Heidenzeiten.

      25. Wie helfen uns die in Jeremia 25:11 erwähnten „siebzig Jahre“, den Beginn der Heidenzeiten zu ermitteln?

      25 In welchem Jahr die Heidenzeiten begannen, können wir erfahren, wenn wir Gottes Wort zu Rate ziehen. Wie bereits erwähnt, ließ Jehova zu, daß die Babylonier sein Volk besiegten, Jerusalem und seinen Tempel zerstörten, Zedekia vom „Thron des Königtums Jehovas“ entfernten und die Juden ins Babylonische Exil führten (1. Chronika 28:5). Aufgrund von Ereignissen, die „im siebenten Monat“ folgten, flohen die wenigen Juden, die im Land geblieben waren, nach Ägypten, so daß Juda dann völlig verödet dalag (2. Könige 25:1-26; Jeremia 39:1-10; 41:1 bis 43:7). Jehovas Prophet Jeremia hatte vorausgesagt, daß die Verödung 70 Jahre dauern werde (Jeremia 25:8 bis 11). Dann würde Jehova ‘den König von Babylon zur Rechenschaft ziehen für sein Vergehen’ und Sein Volk ‘an diesen Ort [in ihr Heimatland] zurückbringen’ (Jeremia 25:12; 29:10).

      26. (a) Was erlebte Daniel, und was erkannte er? (b) Woher können wir wissen, in welchem Monat und in welchem Jahr Daniels Wiederherstellungsprophezeiung in Erfüllung ging? (c) Welches Datum ist es genau?

      26 Daniel selbst lebte viele Jahre im Babylonischen Exil. In der Nacht, in der Babylon an die Medo-Perser fiel, erlebte er, wie sich seine eigene Prophezeiung und andere Prophezeiungen an dieser Stadt erfüllten (Daniel 5:17, 25-30; Jesaja 45:1, 2). Historiker haben ausgerechnet, daß Babylon Anfang Oktober des Jahres 539 v. u. Z. fiel. Kurz darauf erkannte Daniel anhand der Prophezeiung Jeremias, daß die 70 Jahre der Gefangenschaft und der Verödung Jerusalems nahezu abgelaufen waren (Daniel 9:2). Und er hatte recht! Im ersten Jahr des Persers Cyrus, das nach Ansicht der meisten Historiker im Frühjahr 538 v. u. Z. begann, gab dieser einen Erlaß heraus, wodurch er den Juden erlaubte, in ihr Heimatland zurückzukehren, es wieder zu bevölkern und den Tempel Jehovas dort wieder aufzubauen (2. Chronika 36:20-23; Esra 1:1 bis 5). Aus dem inspirierten Bibelbericht geht hervor, daß die Juden den Erlaß des Cyrus schnell befolgten, so daß sie, „als der siebente Monat herankam, ... in ihren Städten“ waren (Esra 3:1). Nach unserem Kalender war das im Oktober 537 v. u. Z. Zu dieser Zeit gingen somit die vorhergesagten 70 Jahre der Verödung zu Ende.

      27. (a) Wann müssen die 70 Jahre begonnen haben, und mit welchem Ereignis? (b) Wie lang waren die „sieben Zeiten“, und wann müssen sie daher geendet haben? (c) Welche andere große Prophezeiung begann sich genau in jenem Jahr zu erfüllen? (d) Welche Schlußfolgerung vertritt Der Wachtturm schon seit über 100 Jahren?

      27 Diese geschichtliche Information hilft uns, den Beginn der „bestimmten Zeiten der Nationen“ zu ermitteln. Da die 70jährige Verödung Judas und Jerusalems im Jahre 537 v. u. Z. endete, begann sie im Jahre 607 v. u. Z. Das muß das Jahr gewesen sein, in dem Zedekia von dem „Thron des Königtums Jehovas“ in Jerusalem entfernt wurde. Somit begannen in jenem Jahr die Heidenzeiten. Rechnen wir vom Oktober 607 v. u. Z. an, so erstrecken sich die „sieben Zeiten“ (2 520 Jahre) bis Anfang Oktober 1914 u. Z. In diesem Jahr begann sich, wie wir bereits gesehen haben, die große Prophezeiung Jesu über den „Abschluß des Systems der Dinge“ zu erfüllen. Die zuverlässigen Angaben in Gottes Wort bilden die Grundlage für diese Schlußfolgerung, die die Zeitschrift Der Wachtturm schon seit über 100 Jahren vertritt.

      28, 29. (a) Wegen welches Umstandes bezüglich weltlicher Berichte sollten wir dankbar sein, daß in Gottes Wort viele Einzelheiten aufgezeichnet wurden? (b) Weshalb haben wir stichhaltige Gründe, den Oktober 1914 anderen Daten für das Ende der Heidenzeiten vorzuziehen?

      28 Wir können wirklich dankbar sein, daß Jehova in seinem inspirierten Wort ein genaues Bild über die nötigen Einzelheiten in Verbindung mit den Juden, den Babyloniern und den Medo-Persern im 6. Jahrhundert v. u. Z. aufbewahrt hat. Sonst wäre es schwer, den genauen zeitlichen Ablauf der damaligen Ereignisse zu rekonstruieren, denn die weltlichen Berichte über diese Zeit sind sehr unvollständig.

      29 Gestützt auf solche weltlichen Berichte, haben einige ausgerechnet, daß Jerusalem 587/86 v. u. Z. zerstört wurde und daß die Juden im Antrittsjahr Nebukadnezars unter babylonische Herrschaft kamen. Nach ihren Berechnungen war das im Jahre 605 v. u. Z.b Ihrer Ansicht nach war somit das Jahr 605 v. u. Z. der Zeitpunkt, an dem sich Jeremia 25:11 zu erfüllen begann: „Das ganze Land soll eine Einöde sein; und sie sollen unter den Heiden dienen siebzig Jahre“ (Septuaginta). Wenn das richtig wäre und die Heidenzeiten von da an zählen würden, dann wären die prophetischen „sieben Zeiten“ im Jahre 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, zu Ende gegangen. Doch wie bereits gesagt, glauben wir, daß es viel stichhaltigere Gründe gibt, die Angaben des inspirierten Wortes Gottes anzunehmen, gemäß denen die Heidenzeiten im Oktober 607 v. u. Z. begannen und im Oktober 1914 u. Z. endeten.

      30. Welche Ereignisse zusammen kennzeichnen die Zeit von 1914 an als die „letzten Tage“?

      30 Wir können froh sein, daß Gott vor langer Zeit in seinem Wort Prophezeiungen aufzeichnen ließ, in denen die Zeit des Kommens Jesu als Messias (im Jahre 29 u. Z.) und auch die Zeit seiner „Gegenwart“ als glorreicher himmlischer König (vom Jahre 1914 u. Z. an) so deutlich gekennzeichnet wurden. Während der „Abschluß des Systems der Dinge“ im Gange ist, sehen wir um uns herum immer deutlicher die Verhältnisse, die wir nach Jesu Worten erwarten sollten. Die Weltkriege, die Hungersnöte, die Seuchen, die Erdbeben, die Gesetzlosigkeit, die Lieblosigkeit, die Haßgefühle und die Verfolgung derer, die für biblische Grundsätze eintreten — all das zusammen beweist uns, daß wir in den „letzten Tagen“ leben (2. Timotheus 3:1; Matthäus 24:3-12; Markus 13:7-13).

      WANN BEGINNT DIE TAUSENDJAHRHERRSCHAFT?

      31. (a) Welchen Rat gab Jesus für unsere Zeit, und warum? (b) Welche Frage zu stellen, mögen wir geneigt sein, und was erwidert Jehova darauf?

      31 Wie lange wird diese schreckliche Situation andauern? Da Christus Jesus nun als Heerführer und König eingesetzt ist, haben wir guten Grund, zu glauben, daß es nicht mehr lange dauert, bis er an den Feinden Gottes das Strafgericht vollstreckt. „Von jenem Tage oder der Stunde hat niemand Kenntnis.“ Spekulationen nützen uns daher nichts. Wir sollten jedoch den Rat Jesu befolgen: „Wacht ... beharrlich“ (Markus 13:32; Matthäus 24:42). Während wir die sich verschlimmernden Verhältnisse auf der Erde beobachten und erleben, wie gleichgültig die Menschen im allgemeinen auf die gute Botschaft vom Königreich reagieren, mögen wir geneigt sein, bezüglich unserer Predigttätigkeit das gleiche zu fragen wie einst Gottes Prophet: „Wie lange, o Jehova?“ Jehova erwidert darauf:

      „Bis die Städte tatsächlich in Trümmer zusammenbrechen, um ohne Bewohner zu sein, und die Häuser ohne Erdenmenschen sind und der Erdboden selbst zu einer Einöde verderbt ist“ (Jesaja 6:10-12).

      Jehova wird zu seiner bestimmten Zeit sein Strafgericht vollstrecken, zuerst an der Christenheit und dann an allen anderen Bestandteilen der Welt Satans. Unmittelbar darauf wird Christi 1000jährige Friedensherrschaft folgen (Offenbarung 20:1-3, 6).

      WELCHE „GENERATION“?

      32. Welche Frage erhebt sich in Verbindung mit Matthäus 24:34?

      32 In seiner großen Prophezeiung über das „Zeichen“ versichert uns Jesus: „Wahrlich, ich sage euch, daß diese Generation auf keinen Fall vergehen wird, bis alle diese Dinge geschehen“ (Matthäus 24:34). Da er für die Länge einer Generation keine bestimmte Zeitspanne angibt, erhebt sich die Frage, was wir unter dem Begriff „diese Generation“ zu verstehen haben.

      33. (a) Was war die „Generation“ der Zeit Jesu? (b) Was kann folglich über die „Generation“ gesagt werden, die den Ersten Weltkrieg miterlebt hat?

      33 Zur damaligen Zeit waren einige der Jünger Jesu, die seine Worte gehört hatten, und andere seiner Zeitgenossen noch am Leben, als die abschließende „Drangsal“ über das jüdische System der Dinge kam. Sie waren die „Generation“ der Zeit Jesu. Gegenwärtig sind allein in den Vereinigten Staaten noch über 10 000 000 Personen am Leben, die alt genug waren, um den „Anfang der Bedrängniswehen“ in den Jahren 1914 bis 1918 zu beobachten. Einige von diesen mögen noch eine ganze Anzahl von Jahren leben. Doch Jesus versichert uns, daß er, noch bevor „diese Generation“ vergeht, als „Sohn des Menschen“ kommen wird, um an Satans System der Dinge das Strafgericht zu vollstrecken (Matthäus 24:8, 21, 37-39). Wir sollten daher wachsam bleiben und das ‘Kommen’ des Königreiches erwarten (Lukas 21:31-36).

      [Fußnoten]

      a Word Pictures in the New Testament, Bd. 1, S. 188.

      b Siehe Anhang, Seite 186.

      [Kasten auf Seite 135]

      DIE BERECHNUNG DER „SIEBEN ZEITEN“

      7 „Zeiten“ = 7 × 360 = 2 520 Jahre

      (Eine „Zeit“ oder ein Jahr ist in der Bibel das Mittel zwischen einem Mondjahr von 354 Tagen und einem Sonnenjahr von 365 1/4 Tagen.)

      607 v. u. Z. bis 1 v. u. Z. = 606 Jahre

      1 v. u. Z. bis 1 u. Z. = 1 Jahr

      1 u. Z. bis 1914 u. Z. = 1 913 Jahre

      607 v. u. Z. bis 1914 u. Z. = 2 520 Jahre

      [Kasten auf Seite 140]

      „DIE GENERATION VON 1914“

      In einem Buch mit obigem Titel (englisch) weist Robert Wohl darauf hin, „daß man für die Generationen nicht mathematisch genau eine bestimmte Anzahl von Jahren festsetzen kann, sondern daß sie mit entscheidenden historischen Wendepunkten — das beste Beispiel dafür ist der Erste Weltkrieg — in Verbindung stehen“ („The Economist“, 15. März 1980).

  • Loyale Befürworter des Königreiches
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 15

      Loyale Befürworter des Königreiches

      1. Welche bedeutsamen Ereignisse sagte Daniel voraus?

      LANGE im voraus hatte Daniels Prophezeiung auf das Jahr 29 u. Z. hingewiesen, das Jahr, in dem der Messias als Mensch erschien, und auch auf das Jahr 1914 u. Z., in dem er in himmlischer Herrlichkeit inthronisiert wurde. Außerdem sagte Daniel in Einzelheiten voraus, wie die große Auseinandersetzung um die Weltherrschaft ausgehen werde.

      2. Welche Streitfrage muß jetzt geklärt werden, und vor welchem Gerichtshof?

      2 Jetzt muß die große Streitfrage um die rechtmäßige Herrschaft über die Erde endgültig geklärt werden. Doch vor welchem Gericht? Nun, vor dem höchsten Gerichtshof des ganzen Universums! Daniel beschreibt ihn mit folgenden Worten:

      „Ich schaute weiter, bis Throne aufgestellt wurden und der Alte an Tagen sich setzte. Seine Kleidung war so weiß wie Schnee, und das Haar seines Hauptes war wie reine Wolle. Sein Thron waren Feuerflammen, dessen Räder waren brennendes Feuer. Da war ein Feuerstrom, der floß und von der Stelle vor ihm ausging. Da waren tausend Tausende, die ihm ständig Dienst leisteten, und zehntausend mal zehntausend, die fortwährend direkt vor ihm standen. Das ,Gericht‘ setzte sich, und Bücher wurden geöffnet“ (Daniel 7:9, 10).

      3. (a) Wer ist der Richter? (b) Was steht in den „Büchern“? (c) Welches Urteil wird gefällt?

      3 Der „König der Ewigkeit“, Jehova Gott, hält also Gericht (Offenbarung 15:3). Doch was sind die „Bücher“, die jetzt geöffnet vor ihm liegen? Es handelt sich dabei um den traurigen Bericht über die Herrschaft der Nationen im Laufe der Geschichte. Da die Heidenzeiten im Jahre 1914 abgelaufen sind, ist es angebracht, daß das „Gericht“ den Nationen ihre Herrschaftsgewalt wegnimmt, obwohl es ihnen „eine Verlängerung des Lebens für eine Zeit und einen Zeitabschnitt gewährt“ — bis zur eigentlichen Vollstreckung des Gerichtsurteils in Harmagedon (Daniel 7:12; Offenbarung 16:14, 16).

      4, 5. (a) Wem wird die Herrschaft gegeben? (b) Nur wie können wir die Gegenwart des Königs wahrnehmen?

      4 Wem soll nun die Herrschaft gegeben werden? Daniel fährt fort:

      „Ich schaute weiter in den Visionen der Nacht, und siehe da! mit den Wolken des Himmels kam gerade einer wie ein Menschensohn; und er erlangte Zutritt zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn nahe heran, ja vor Ihn. Und ihm wurde Herrschaft und Würde und Königtum gegeben, damit die Völker, Völkerschaften und Sprachen alle ihm dienen sollten. Seine Herrschaft ist eine auf unabsehbare Zeit dauernde Herrschaft, die nicht vergehen wird, und sein Königreich eines, das nicht zugrunde gerichtet werden wird“ (Daniel 7:13, 14).

      5 Wer ist dieser ‘eine wie ein Menschensohn’? Es ist niemand anders als der verherrlichte Herr Jesus Christus. Da die „Wolken des Himmels“ Unsichtbarkeit darstellen, nehmen wir mit dem Auge des Glaubens das himmlische „Zeichen“ seiner Gegenwart wahr zusammen mit dem „Zeichen“, das durch die Ereignisse am „Anfang der Bedrängniswehen“, im Jahre 1914, auf der Erde offenbar wurde (Matthäus 24:3, 7, 8, 30; Offenbarung 1:7).

      6. (a) Über wen wird sonst noch ein Urteil gefällt? (b) Was empfangen diese, und wie?

      6 Aus Daniels Prophezeiung geht hervor, daß als nächstes ein Urteil „zugunsten der Heiligen des Allerhöchsten“ gefällt wird und daß auch diese „das Königreich und die Herrschaft und die Größe der Königreiche unter allen Himmeln“ empfangen (Daniel 7:22, 27). Wer sind diese „Heiligen“? Offenbar stehen sie im Gegensatz zu den korrupten, selbstsüchtigen Vertretern der Menschenherrschaft, die das Volk so lange bedrückt haben. Sie sind niemand anders als die 144 000 gesalbten „Heiligen“ — Menschen, die hinsichtlich ihrer Lauterkeit „ohne Makel“ sind und die „aus den Menschen für Gott und für das Lamm erkauft“ worden sind, damit sie Mitherrscher des „Sohnes des Menschen“ in seinem himmlischen Königreich werden. Sie werden „am letzten Tage“ auferweckt, um bei ihm zu sein (Offenbarung 14:3-5; Matthäus 24:30; Johannes 6:40). Wenn Jesus in sein Königreich kommt, ist ein Überrest dieser „Heiligen“ noch sehr lebendig auf der Erde. Und er hat ein Werk zu tun!

      VERFECHTER DES WORTES GOTTES

      7, 8. (a) Welche Gruppe begann ein Vorbereitungswerk, und wann? (b) Wovon machte sie sich frei? (c) Wofür trat sie standhaft ein? (d) Auf welches Datum wies sie hin? (e) Welches Hilfsmittel hat sie beim Verkündigen des Königreiches Gottes benutzt?

      7 Offensichtlich war es Gottes Wille, daß hier auf der Erde ein Vorbereitungswerk durchgeführt wurde, während die Zeit herannahte, in der der „Sohn des Menschen“ sein Königreich empfangen sollte. In den 1870er Jahren organisierte Charles T. Russell in Pittsburgh (Pennsylvanien, USA) eine kleine Gruppe Gott hingegebener Christen. Bald erkannten sie, daß sich die Religionsgemeinschaften der Christenheit auf babylonische Lehren und Riten sowie auf Platons Lehre von der Unsterblichkeit der Seele stützten und nicht auf Gottes Wort. Die Angehörigen dieser kleinen Gruppe machten sich von der falschen Religion frei und wurden standhafte Verfechter der biblischen Lehre vom Loskaufsopfer Jesu, von der Auferstehung und von Gottes Königreich als der Hoffnung für die leidende Menschheit.

      8 Durch den Wachtturm, der seit Juli 1879 ununterbrochen erscheint, traten Russell und seine Gefährten offen für die biblische Schöpfungslehre ein und sprachen sich gegen Darwins Evolutionstheorie aus. Sie „richteten den Wasserstrahl auf die Hölle“, indem sie anhand der Bibel nachwiesen, daß es niemals einen feurigen Ort der Qual für die „Seelen“ der Verstorbenen gegeben hat, sondern daß die „Hölle“ der Bibel das Grab ist (Psalm 16:10; Apostelgeschichte 2:29-32). Sie wiesen im voraus auf das Jahr 1914 hin und erklärten, es sei ein gekennzeichnetes Datum in Verbindung mit dem ‘Kommen’ des Königreiches Gottes. Bis auf den heutigen Tag ist die Zeitschrift mit dem Titel Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, die in über 100 verschiedenen Sprachen und in einer Auflage von mehreren Millionen Exemplaren pro Ausgabe erscheint, ein loyaler Befürworter des messianischen Königreiches Gottes als der einzigen Hoffnung der Nationen der Menschheit gewesen (Matthäus 12:21; Psalm 145:10-12).

      9. Wie erfüllte sich Offenbarung 11:7-12 an diesen „Zeugen“?

      9 C. T. Russell starb am 31. Oktober 1916, nachdem er über 30 Jahre lang treu als erster Präsident der Watch Tower Society gedient hatte. Sein Nachfolger war J. F. Rutherford. Geistliche machten sich die Kriegssituation zunutze, um zum Widerstand gegen die Königreichsbotschaft aufzuhetzen. Christliche Zusammenkünfte wurden aufgelöst. In einer Anzahl Länder wurden treue Diener Gottes ins Gefängnis gesteckt. Rutherford und sieben andere leitende Prediger aus der Zentrale der Watch Tower Society in Brooklyn (New York, USA) wurden zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Diese Diener Gottes waren aber nicht entmutigt, denn solche Verfolgungen waren in der Bibel prophezeit worden. Zum Beispiel werden in Offenbarung 11:7-12 die Nationen mit einem „Tier“ verglichen, das gegen Gottes „Zeugen“ Krieg führt, um sie ‘zu besiegen und zu töten’. Ihrem Prophezeien würde Einhalt geboten werden, und sie würden, sinnbildlich gesprochen, wie Leichname auf der „breiten Straße“ der Christenheit liegen, und zwar so lange, bis sie zu einem Gestank würden. All das ereignete sich, als Gottes Diener weltweit dem Spott der Öffentlichkeit ausgesetzt wurden. Doch als die Kriegshysterie abkühlte und die Eingesperrten freigelassen wurden — von sämtlichen Anklagen völlig freigesprochen —, „kam von Gott her Geist des Lebens in sie“. Sie wurden in eine Stellung göttlicher Gunst erhöht, und im Jahre 1919 traten sie in eine Zeit eifriger Königreichstätigkeit ein (Jesaja 52:7, 8; Römer 10:15).

      „BABYLON DIE GROSSE“ FÄLLT!

      10. Was für eine Schuld haben die Religionsgemeinschaften der Christenheit auf sich geladen, und wie?

      10 In jenen Kriegsjahren ging die Geistlichkeit der Christenheit nicht nur in der Verfolgung wahrer Christen führend voran, sondern sie lehnte auch die Beweise dafür ab, daß Gottes Königreich nahe herbeigekommen war. Sie hatte ihr eigenes „Königreich“, nämlich das Groß-Babylons (Offenbarung 17:5, 6, 18). Auf beiden Seiten predigten die Geistlichen die Jugend in die Schützengräben und gewährten dem schrecklichen Gemetzel ihre ganzherzige Unterstützung. Wegen dieser Handlungsweise muß die Geistlichkeit der Christenheit eine schwere Blutschuld mit sich herumtragen, genauso wie die Religionsführer im alten Jerusalem, zu denen der Prophet Jehovas sagte: „Auch sind an deinen Rocksäumen die Blutspuren der Seelen unschuldiger Armer gefunden worden“ (Jeremia 2:34; 19:3, 4; siehe auch Matthäus 23:34, 35).

      11. Welche Anwendung hat Hesekiel 22:3, 4, 16 auf die Christenheit?

      11 Diese Blutschuld kam zu dem Götzendienst der Christenheit und den falschen, babylonischen Lehren hinzu. Daher fanden die Worte des Propheten Hesekiel auch auf die abtrünnige Christenheit Anwendung:

      „Dies ist, was der Herr Jehova gesprochen hat: ,O Stadt, die in ihrer Mitte Blut vergießt, bis ihre Zeit kommt, und die bei sich mistige Götzen gemacht hat zur Verunreinigung, durch dein Blut, das du vergossen hast, hast du dich verschuldet, und durch deine mistigen Götzen, die du gemacht hast, bist du unrein geworden. Und du bringst deine Tage herbei, und du wirst zu deinen Jahren kommen. Darum muß ich dich zum Gegenstand der Schmähung machen für die Nationen und zur Verhöhnung für alle Länder. Und du wirst gewißlich in dir selbst entweiht werden vor den Augen der Nationen, und du wirst erkennen müssen, daß ich Jehova bin‘“ (Hesekiel 22:3, 4, 16).

      12. (a) Welches bedeutsame Ereignis fand 1919 statt? (b) Welchen Nutzen hatte dies für Gottes Volk auf der Erde?

      12 Die blutschuldige Religion der Christenheit wurde genau von dem Gott, Jehova, verworfen, den anzubeten sie vorgibt, dessen Namen sie aber nicht mehr gern verwendet. Im Jahre 1919 u. Z. erlitt sie zusammen mit der ganzen übrigen falschen Religion weltweit einen großen Sturz. Nun hatte sie bei dem Höchsten überhaupt kein Ansehen mehr. Sie konnte über die wahren Anbeter Jehovas keine Gewalt mehr ausüben. Auch kein anderer Teil Groß-Babylons, des Weltreiches der falschen Religion, konnte dies mehr. Denn „der Herr Jehova“ ließ an alle treuen „Heiligen“ auf der Erde den Aufruf ergehen:

      „ ,Ich, Jehova, bin dein Gott, der Eine, der dir zum Nutzen dich lehrt, der Eine, der dich auf den Weg treten läßt, auf dem du wandeln solltest. ...‘ Geht aus Babylon hinaus! ... Kündet es sogar mit Jubelschall, laßt dieses hören“ (Jesaja 48:16, 17, 20).

      Was ist dieser „Jubelschall“, und wo ist er zu hören gewesen?

      WELTWEITES ZEUGNISWERK BEGINNT

      13. (a) Welcher Aspekt des „Jubelschalls“ rückte jetzt in den Vordergrund? (b) Welcher Aufruf erging?

      13 Der „Sohn des Menschen“ beschrieb in seiner Prophezeiung über den „Abschluß des Systems der Dinge“ einen ganz besonderen Aspekt dieses „Jubelschalls“. Er sagte:

      „Und diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:3, 14, 37).

      Aber die „Heiligen“ mußten organisiert werden, damit dieses Werk verrichtet werden konnte. Sie konnten es auch nicht aus eigener Kraft tun. Glücklicherweise wurde auf internationalen Kongressen, die 1919 und 1922 in Cedar Point (Ohio, USA) stattfanden, Jehovas Geist auf wunderbare Weise auf sie ausgegossen. Dadurch wurden sie organisiert und erhielten die Kraft, dem Aufruf nachzukommen: „Verkündet, verkündet, verkündet den König und sein Königreich!“ Vor diesen „Auserwählten“, die an der himmlischen Hoffnung festhielten, lag nun ein großartiges Werk (Matthäus 24:31).

      14. Inwiefern fand Joels Prophezeiung nun eine größere Erfüllung?

      14 So, wie sich Joels Prophezeiung während der „letzten Tage“ des jüdischen Systems der Dinge erfüllt hatte, und zwar zu Pfingsten des Jahres 33 u. Z., begann nun eine größere Erfüllung dieser Prophezeiung während der „letzten Tage“ des Weltsystems Satans. Durch Gottes Geist erleuchtet und angespornt, begannen die neuzeitlichen gesalbten ‘Söhne und Töchter’ Jehovas ‘gewißlich zu prophezeien’, indem sie die Menschenwelt vor dem Nahen des ‘großen und glanzvollen Tages Jehovas’ warnten und auf die dringende Notwendigkeit aufmerksam machten, ‘den Namen Jehovas anzurufen’, um gerettet zu werden (Apostelgeschichte 2:16-21; Joel 2:28-32).

      EIN TREUER „SKLAVE“

      15. (a) Wer ist der „treue und verständige Sklave“? (b) Wie kann man ihn in der heutigen Zeit erkennen?

      15 In der großen Prophezeiung über das „Zeichen“ hatte Jesus die Frage aufgeworfen:

      „Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave, den sein Herr über seine Hausknechte gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben?“

      Zur Zeit der ersten Christen diente eine treue „Sklaven“klasse, bis der große Abfall einsetzte. Finden wir auch in der Neuzeit eine solche „Sklaven“organisation, die geistige Speise austeilt, wenn der Herr Jesus in sein Königreich kommt? Jawohl! Jene „Bibelforscher“, wie sie damals genannt wurden, hatten ein weltweites Vorbereitungswerk verrichtet. Und Jesus sagte:

      „Glücklich ist jener Sklave, wenn ihn sein Herr bei seiner Ankunft so tuend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über seine ganze Habe setzen“ (Matthäus 24:45-47).

      16. (a) Wie hat sich der „Sklave“ der „Habe“ des Herrn angenommen? (b) Welchen biblischen Namen hat der „Sklave“ freudig angenommen?

      16 Der kollektive gesalbte „Sklave“ schätzt die Ernennung durch seinen Herrn und hat sich der Königreichsinteressen auf der Erde gut angenommen, indem er dafür sorgt, daß die „gute Botschaft“ verkündigt wird. In den 1920er Jahren wurden machtvolle Gerichtsbotschaften gegen Satan und seine Organisation und besonders gegen die babylonische Religion verkündigt. Im Jahre 1931 nahm der „Sklave“ freudig den Namen an, der ihn deutlich von allen falschen Religionen unterschied — den Namen „Jehovas Zeugen“ —, und damit übernahm er auch die Verantwortung und das Vorrecht, auf die der Prophet Jesaja mit folgenden Worten hinwies:

      „,Ihr seid meine Zeugen‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,ja, mein Knecht, den ich erwählt habe ... Ich — ich bin Jehova, und außer mir gibt es keinen Retter. ... Und ihr seid meine Zeugen‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,und ich bin Gott‘“ (Jesaja 43:10-12).

      17. Welche Frage verlangte nun nach einer Antwort?

      17 Wie war es nun dem „Sklaven“, dessen übriggebliebene gesalbte Glieder nur wenige Zehntausend zählten, möglich, ‘diese gute Botschaft vom Königreich auf der ganzen bewohnten Erde zu einem Zeugnis zu predigen’? Jehova sollte bald die Antwort auf diese Frage geben.

      [Bilder auf Seite 148, 149]

      DAS KÖNIGREICHSTHEMA der BIBEL

      EDENVERHEISSUNG ÜBER KÖNIGREICHS„SAMEN“

      KÖNIGLICHER „SAME“ DURCH ABRAHAM, DAVID VORAUSGESAGT

      PREDIGEN VOM KÖNIGREICH — LOSKAUFSOPFER DES KÖNIGS

      KÖNIGREICH AUFGERICHTET — „LETZTE TAGE“ SEIT 1914

      KÖNIGREICH ‘KOMMT’, UM MENSCHENHERRSCHAFT ZU BESEITIGEN

      DURCH 1 000-JAHR-KÖNIGREICH PARADIES WIEDERHERGESTELLT

  • „Eine große Volksmenge“ begrüßt den König
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 16

      „Eine große Volksmenge“ begrüßt den König

      1, 2. (a) Wie begann Jehova, seine Prophezeiung aus Jesaja 60:22 zu erfüllen? (b) Welche bemerkenswerte Offenbarung einer göttlichen Wahrheit erfolgte im Jahre 1935?

      JEHOVA erklärte durch seinen Propheten Jesaja: „Der Kleine selbst wird zu einem Tausend werden und der Geringe zu einer mächtigen Nation. Ich selbst, Jehova, werde es beschleunigen zu seiner eigenen Zeit“ (Jesaja 60:22). Und tatsächlich hat Jehova es auf wunderbare Weise ‘beschleunigt’. Im Jahre 1935 kamen Jehovas Zeugen zu einem Kongreß in Washington (D. C., USA) zusammen. Dort wurde zum erstenmal erklärt, daß Jehova im Begriff war, eine aus „anderen Schafen“ bestehende „große Volksmenge“ einzusammeln — gottesfürchtige Personen, die durch das ‘Kommen’ des Königreiches Gottes ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde erlangen würden (Johannes 10:16; Offenbarung 7:9).

      2 In Offenbarung, Kapitel 7 wird dies wie folgt beschrieben: „Nach“ dem Versiegeln der „kleinen Herde“, der 144 000 Königreichserben, ist zu sehen, daß vor dem Thron Gottes „eine große Volksmenge“ steht, „die kein Mensch zu zählen vermochte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“. Sie erkennt die Souveränität Jehovas an, die dieser durch seinen Christus ausübt. Freudig schreibt sie ihre Rettung Gott und dem Lamm zu. Sie wird als Gruppe nie zu sterben brauchen, denn sie kommt „aus der großen Drangsal“ und wird auf der gereinigten Erde ewiges Leben ererben (Offenbarung 7:4, 9, 10, 14; Lukas 12:32).

      3. (a) Wie ist der „Kleine“ tatsächlich zu „einem Tausend“ geworden? (b) Wie kannst du die Erfüllung von Offenbarung 7:15-17 erleben?

      3 Hast du unter dieser „großen Volksmenge“ von Anbetern deinen Platz eingenommen? Gehörst du zu den über 2 000 000, die auf der ganzen Erde ‘Gott heiligen Dienst darbringen’? Es stimmt, du bist immer noch von Satans böser, bedrückender Welt umgeben und hast im täglichen Leben wahrscheinlich viele Schwierigkeiten zu ertragen. Aber wenn du zu den „Schafen“ des Herrn gehörst, befindest du dich unter Gottes schützender Fürsorge. Du brauchst nicht mehr zu hungern und zu dürsten, weil du nicht genügend geistige Nahrung hättest. Du brauchst nicht mehr Gottes ‘sengendes’ Mißfallen zu befürchten, denn das Lamm hütet dich und leitet dich „zu Wasserquellen des Lebens“. In sinnbildlicher Weise erlebst du somit schon jetzt die Erfüllung der Verheißung: „Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen“ (Offenbarung 7:15-17).

      DER KÖNIG SEGNET SEINE „SCHAFE“

      4. Welches Verhältnis hat Jesus zu seiner „kleinen Herde“?

      4 In biblischen Zeiten hatte ein orientalischer Hirte — so wie das auch heute noch der Fall ist — ein sehr vertrautes Verhältnis zu seinen Schafen. Er rief jedes bei seinem Namen, und die Schafe kannten seine Stimme und hörten bereitwillig auf ihn, während er sie in die Hürde hinein- oder aus der Hürde herausführte. In Johannes, Kapitel 10 gebrauchte Jesus dieses Beispiel, um zunächst das liebevolle Verhältnis zu veranschaulichen, das zwischen ihm und seiner „kleinen Herde“, seinen 144 000 gesalbten Nachfolgern, besteht. Er sagte: „Ich bin der vortreffliche Hirte, und ich kenne meine Schafe, und meine Schafe kennen mich, so, wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe meine Seele zugunsten der Schafe hin.“ Sie werden ein Teil des „Samens Abrahams“, durch den sich „alle Familien“ der Erde segnen sollen (Johannes 10:14, 15; 1. Mose 12:3; Galater 3:28, 29).

      5. (a) Auf welches weitere beglückende Verhältnis wird in Johannes 10:16 Bezug genommen? (b) Welcher Vorrechte erfreuen sich heute die „anderen Schafe“, und welche Zukunftsaussichten hat diese Gruppe?

      5 Welches Verhältnis hat nun der „vortreffliche Hirte“ zu den Familien der Menschheit, die für immer auf der Erde leben sollen? Ein sehr gesegnetes Verhältnis! Denn er sagt von ihnen:

      „Und ich habe andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind [nicht zur „kleinen Herde“ gehören]; auch diese muß ich bringen, und sie werden auf meine Stimme hören, und sie werden e i n e Herde werden unter e i n e m Hirten.“

      Heute können wir beobachten, wie eine „große Volksmenge“ dieser „anderen Schafe“ zusammen mit der „kleinen Herde“ „weidet“. Sie alle gehorchen vereint der „Stimme“ ihres Hirten, indem sie ‘diese gute Botschaft vom Königreich auf der ganzen bewohnten Erde predigen, allen Nationen zu einem Zeugnis’. Du kannst dich glücklich schätzen, wenn du zu ihnen gehörst! (Johannes 10:16; Matthäus 24:14). Unter der Herrschaft des Königreiches wird die Zahl der „anderen Schafe“ durch die Auferstehung der Toten auf Milliarden anwachsen, während Gottes Vorsatz, die Erde mit gerechten Menschen zu bevölkern, seiner Vollendung entgegengeht (1. Mose 1:28).

      6. Wie geht aus der Prophezeiung Jesu hervor, wann die „anderen Schafe“ besonders in Erscheinung treten würden?

      6 Daß die „anderen Schafe“ am „Abschluß des Systems der Dinge“ in Erscheinung treten würden, geht aus dem Gleichnis hervor, mit dem Jesus seine Prophezeiung über das „Zeichen“ seiner Gegenwart abschloß (Matthäus 24:3). Er sagte:

      „Wenn der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander trennen, so, wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken“ (Matthäus 25:31-33).

      Da der König in seiner Herrlichkeit und seine Engel für Menschenaugen unsichtbar sind, erhebt sich die Frage, wie er das Trennungswerk durchführt.

      7. (a) Wie wird das Trennungswerk geleitet? (b) Was mußt du tun, um ein günstiges Urteil zu empfangen, und warum?

      7 Die heiligen Engel überwachen dieses Werk (Offenbarung 14:6-12; vergleiche Apostelgeschichte 8:26-29; 10:1 bis 8). Und hier auf der Erde gehen die Übriggebliebenen der „kleinen Herde“, die in Matthäus 25:40 als die „Brüder“ des Königs bezeichnet werden, im Predigen der „guten Botschaft“ führend voran. Der König richtet die Menschen aufgrund ihres Verhaltens gegenüber seinen „Brüdern“ und der Königreichsbotschaft, die sie verkündigen. Was sie seinen „Brüdern“ tun, sieht er so an, als hätten sie es ihm getan. Menschen, die die „Brüder“ des Königs gastfreundlich aufnehmen, werden gesegnet werden. Gehörst du zu ihnen? Natürlich mußt du dann auch konsequent sein, indem du die Königreichsbotschaft ganzherzig annimmst und ein ergebener, getaufter Diener Jehovas wirst, und zwar auf der Grundlage des Namens Jesu — denn „es [gibt] in keinem anderen Rettung“ (Apostelgeschichte 4:12; Matthäus 25:35-40).

      8. Welche Einladung und welche Verheißungen mögen auch auf dich zutreffen?

      8 Was kannst du als eines der „anderen Schafe“ des Herrn erwarten? Wie wird es sich auswirken, daß du der „Stimme“ deines „vortrefflichen Hirten“ und „Königs“ gehorchst? Wenn der König seinen Urteilsspruch fällt, wird er zu den demütigen „Schafen“, die zu seiner Rechten, das heißt in seiner Gunst, stehen, sagen: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, ererbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist.“ Du kannst erwarten, an diesen vom Vater ausgehenden Königreichssegnungen teilzuhaben, wenn die ‘Gerechten in das ewige Leben weggehen’ (Matthäus 25:34, 46). Ja, du kannst erwarten, an der Erfüllung vieler prophetischer Verheißungen teilzuhaben, auch an der aus dem Buch Jesaja, wo es von Jehova heißt: „Er wird tatsächlich den Tod für immer verschlingen, und der Herr Jehova wird gewißlich die Tränen von allen Angesichtern abwischen. Und die Schmach seines Volkes wird er von der ganzen Erde hinwegnehmen, denn Jehova selbst hat es geredet.“ Böse Menschen können dir nur noch kurze Zeit Schmach zufügen; denn Gott hat verheißen, daß alle, die auf ihn hoffen, bald auf einer „neuen Erde“ ein wahres „Festmahl“ guter Dinge erleben werden. Du möchtest doch sicher auch an diesem „Festmahl“ teilnehmen? (Jesaja 25:6-9; 66:22).

      „BÖCKE“ UND VERFOLGUNG

      9, 10. (a) Weshalb ist es heute nicht leicht, gerecht zu handeln? (b) Wie solltest du zu Gegnern eingestellt sein, und welche Hilfe kannst du von Gott erwarten?

      9 Es mag dir nicht leichtfallen, in diesen „letzten Tagen“ gerecht zu handeln. Satan und seine Anhänger mögen dich verspotten, während sie ihren letzten verzweifelten Versuch unternehmen, die Erde und die Menschen darauf zu verderben (2. Petrus 3:3, 4; 2. Timotheus 3:1). Wenn du deine Mitmenschen aufsuchst, um ihnen die Königreichsbotschaft zu überbringen, wirst du vielleicht einige vorfinden, die wie Böcke reagieren. Entweder sind sie gleichgültig oder sehr unfreundlich, oder sie leisten direkten Widerstand (Matthäus 25:33, 42-45).

      10 Als eines der „Schafe“ des Herrn solltest du jedoch nicht versuchen, selbst zu beurteilen, wer ein „Bock“ ist. Es ist die Aufgabe des Königs, die Menschen zu richten, nicht die seiner „Schafe“ hier auf der Erde. (Vergleiche Römer 14:10-12.) Und selbst wenn du auf Widerstand stößt, weil du ein Verkündiger der „guten Botschaft“ bist, wird Gott dir Kraft geben, damit du seinen Willen tun kannst. Das deutete der Apostel Petrus mit den Worten an: „Der Gott aller unverdienten Güte ... [wird] eure Schulung selbst beenden, er wird euch befestigen, er wird euch stärken“ (1. Petrus 5:10; vergleiche 2. Korinther 12:10). Auch der Apostel Paulus gab Christen einen ausgezeichneten Rat: „Seid nicht saumselig in euren Geschäften [im Königreichswerk]. Seid glühend im Geiste. Dient als Sklaven für Jehova. Freut euch in der Hoffnung. Harrt in Drangsal aus. Beharrt im Gebet“ (Römer 12:11, 12).

      11. Welche erfreulichen Auswirkungen kann ein vorbildlicher christlicher Wandel haben?

      11 Dein loyaler Dienst und deine inständigen Gebete zu Jehova sowie dein vorbildliches christliches Benehmen können dazu führen, daß sich einige, die zunächst „Böcke“ zu sein scheinen, als „Schafe“ erweisen. Das geduldige, respektvolle Verhalten christlicher Ehefrauen hat zum Beispiel schon oft dazu beigetragen, daß ungläubige Ehemänner „ohne ein Wort“ gewonnen wurden (1. Petrus 3:1, 2). Wir möchten bestimmt nicht, daß Menschen „in die ewige Abschneidung weggehen“, sondern wir sollten vielmehr darauf bedacht sein, ihnen zu helfen, bockähnliche Eigenschaften abzulegen, damit sie ewiges Leben erlangen können (Matthäus 25:41, 46).

      LOYALE „SCHAFE“ BEWAHREN DIE LAUTERKEIT

      12. Wie haben sich die „Brüder“ und die „Schafe“ des Königs in der Neuzeit gegenseitig unterstützt?

      12 Man sollte beachten, daß die „Schafe“ aus dem Gleichnis Jesu besondere Anstrengungen unternahmen, um den „Brüdern“ des Königs zu dienen, während diese krank und im Gefängnis waren. Und in der heutigen Zeit haben in verschiedenen Ländern nicht nur Glieder der „kleinen Herde“, sondern auch der „anderen Schafe“, die so loyal und vereint mit der „kleinen Herde“ zusammenarbeiten, Entbehrungen und Verfolgung, Krankheiten und Gefängnishaft durchmachen müssen. Zum Beispiel wurden Jehovas Zeugen von 1933 bis 1945, während Hitler nach Weltherrschaft strebte, erbittert verfolgt — zuerst in den nationalsozialistisch-faschistischen Ländern und später in allen kriegführenden Nationen. Viele wurden getötet, sowohl Glieder der „kleinen Herde“ als auch der „anderen Schafe“ des Herrn. Doch sie haben einen wunderbaren Sieg errungen, indem sie an ihrer Lauterkeit gegenüber dem König und seinem Königreich festhielten!

      13, 14. Welcher Gegensatz ist zwischen dem Verhalten der Religionsorganisationen der Christenheit und dem der Zeugen Jehovas beobachtet worden?

      13 Der Gegensatz zwischen der Kompromißbereitschaft der Religionsorganisationen der Christenheit und der Lauterkeit der Zeugen Jehovas ist häufig von Historikern kommentiert worden. Zum Beispiel schreibt Paul Johnson in seinem Buch A History of Christianity (Geschichte des Christentums), das 1976 in London herausgegeben wurde, zunächst über die katholische und die evangelische Kirche in Hitlerdeutschland: „Im wesentlichen liehen beide Kirchen dem Regime ihre volle Unterstützung. Die katholischen Bischöfe begrüßten den ,neuen, starken Nachdruck auf Autorität im deutschen Staat‘; Bischof Bornewasser erklärte der katholischen Jugend im Trierer Dom: ,Erhobenen Hauptes und mit festem Schritt sind wir in das neue Reich eingetreten, und wir sind bereit, ihm mit der ganzen Kraft unseres Leibes und unserer Seele zu dienen.‘ Im Januar 1934 kam Hitler mit zwölf führenden evangelischen Geistlichen zusammen, und nach dieser Zusammenkunft gaben sie ... ein Kommuniqué heraus, in dem es hieß: ,Die Führer der Deutschen Evangelischen Kirche versichern dem Dritten Reich und seinem Führer einmütig ihre uneingeschränkte Treue.‘“

      14 Über die wenigen bekennenden Christen, die, wie er sagte, „an ihren Grundsätzen festhielten“, schrieb der Autor dann: „Die tapfersten waren die Zeugen Jehovas, die von Anfang an ihren doktrinären Widerspruch offen zum Ausdruck brachten und dementsprechend zu leiden hatten. Sie lehnten jegliche Zusammenarbeit mit dem Nazistaat ab, den sie als völlig gottlos anprangerten. ... Viele wurden zum Tode verurteilt, weil sie den Militärdienst verweigerten ...; oder sie endeten in Dachau oder in Irrenanstalten. Ein Drittel von ihnen wurde umgebracht; 97 Prozent wurden in der einen oder anderen Form verfolgt. Sie waren die einzige christliche Gruppe, die Himmlers Bewunderung erregte.“

      15. (a) Was empfindest du, wenn du den hier abgedruckten Abschiedsbrief liest? (b) Welche Bemühungen unternahm Satan während des Zweiten Weltkrieges, und was beweist, daß er versagt hat?

      15 Nicht als Pazifisten, sondern als neutrale Christen, die das kommende Königreich Gottes unterstützten, ließen sich junge Zeugen Jehovas lieber einsperren und hinrichten, als daß sie die Lauterkeit aufgaben, wie dies durch einen typischen Abschiedsbrief bestätigt wird, der hier abgedruckt ist. Auf der ganzen Erde, sowohl in den Ländern der Achsenmächte als auch in den Ländern der Alliierten wurden die „Brüder“ des Königs und ihre mit „Schafen“ verglichenen Gefährten überfallen, geschlagen, eingesperrt und mißhandelt. Aber sie haben in ihrem geistigen Kriegszug gesiegt. Der Teufel konnte ihre Loyalität gegenüber dem Königreich nicht brechen. Wie Jesus vor ihnen, so bewiesen auch sie, daß sie „kein Teil“ der Welt Satans waren (Johannes 15:19).

      DAS BILDUNGSPROGRAMM DES KÖNIGREICHES

      16, 17. (a) Welches Bildungsprogramm und welches Ausdehnungswerk begannen nun? (b) Welche Früchte hat dieses Werk bis jetzt gezeitigt?

      16 J. F. Rutherford, der zweite Präsident der Watch Tower Society, starb im Jahre 1942. Sein Nachfolger war Nathan H. Knorr. Bald wurde in allen Versammlungen der Zeugen Jehovas die Theokratische Predigtdienstschule eingerichtet, und diese Schule ist eine unschätzbare Hilfe gewesen, männliche und weibliche Zeugen auszubilden, die Königreichsbotschaft wirkungsvoller und überzeugender darzubieten. Im Laufe der Jahre sind für diese Schule verschiedene Lehrbücher herausgegeben worden. Auch die Missionartätigkeit wurde nicht übersehen. Am 1. Februar 1943 gründete man im amerikanischen Bundesstaat New York die Wachtturm-Bibelschule Gilead. Aus vielen Ländern der Erde kamen Tausende erfahrener Vollzeitprediger („Pioniere“) in die USA, wo sie geschult und in alle Welt ausgesandt wurden, um „diese gute Botschaft vom Königreich“ in neuen Gebieten zu predigen (Matthäus 24:14; Römer 10:18).

      17 Welch wunderbare Früchte hat doch dieser weltweite Bildungsfeldzug gezeitigt! Jetzt, in den 1980er Jahren, beträgt die Gesamtzahl derer, die bei der jährlichen Feier zum Gedächtnis an den Tod Jesu vom Brot und vom Wein nehmen und damit ihre Hoffnung zum Ausdruck bringen, mit Jesus in seinem himmlischen Königreich vereint zu werden, keine 10 000 mehr, da immer mehr „Brüder“ des Königs ihren irdischen Lauf in Lauterkeit vollenden. Aber die Gesamtzahl der anderen Anwesenden, die daran interessiert sind, als Untertanen des Königreiches für immer auf der Erde zu leben, ist auf über 5 700 000 angestiegen. In den über 43 000 Versammlungen der Zeugen Jehovas verrichtet die aus „anderen Schafen“ bestehende „große Volksmenge“ bei weitem den größeren Teil des Zeugniswerkes. Welch eine großartige Gelegenheit ist es für dich, zu dieser großen Volksmenge zu gehören!

      18. (a) Wie hat der „treue und verständige Sklave“ seinen Dienst fortgesetzt? (b) An welchem bedeutsamen Werk darfst du dich jetzt beteiligen?

      18 Trotz des zahlenmäßigen Rückgangs führt der gesalbte Überrest der „kleinen Herde“ Jesu, die Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“, weiterhin die Aufsicht über das Königreichswerk (Matthäus 24:45-47). Sie tut dies mit Hilfe einer leitenden Körperschaft, einer Einrichtung, wie es sie auch in der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts gab (Apostelgeschichte 15:6; Lukas 12:42-44). Als N. H. Knorr im Jahre 1977 starb, wurde Frederick W. Franz mit 83 Jahren der vierte Präsident der Watch Tower Society. Und am 1. Juli 1979 wurde die Zeitschrift Der Wachtturm 100 Jahre alt! Hinter uns liegt ein Jahrhundert des Königreichszeugniswerkes. Ja, „diese gute Botschaft“ vom aufgerichteten Königreich ist in gedruckter und in mündlicher Form auf der ganzen Erde zu einem Zeugnis gepredigt worden. Beteiligst du dich an diesem besonderen Werk gemäß dem Vorbild, das Jesus gab? Paulus ermahnt uns mit den Worten:

      „Durch ihn laßt uns Gott allezeit ein Schlachtopfer der Lobpreisung darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben“ (Hebräer 13:15).

      19. (a) Was mit dem „Herzen“ und dem „Mund“ zu tun, forderte der Apostel Paulus Christen auf? (b) Welche zeitgemäßen Fragen werden hier aufgeworfen, und wie reagierst du darauf?

      19 In einem anderen Brief erklärt der Apostel Paulus: „Mit dem Herzen übt man Glauben zur Gerechtigkeit, mit dem Munde aber legt man eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung“ (Römer 10:10). Glaubst du an die „gute Botschaft“, die sich jetzt auf das Königreich Gottes konzentriert, das 1914 im Himmel aufgerichtet worden ist? Legst du „eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung“, während du darum betest, daß Gottes Königreich mit all seiner Vernichtungsmacht ‘kommen’ möge, um Satans Organisation von der Erde zu entfernen? Predigst du eifrig „öffentlich und von Haus zu Haus“ und sprichst mit anderen über die Segnungen des Königreiches, die der ganzen Menschheit zukommen werden, wenn in kurzem Gottes Wille „wie im Himmel so auch auf der Erde“ geschehen wird? Unterstützt du loyal die aus wahren Christen bestehende Klasse des gesalbten „treuen und verständigen Sklaven“, während sie weiterhin führend darin vorangeht, den ‘Schall der Königreichsbotschaft zur ganzen Erde ausgehen zu lassen und bis zu den äußersten Enden der bewohnten Erde’ sowie ‘Jünger aus Menschen aller Nationen zu machen, sie zu taufen und sie zu lehren’? (Matthäus 6:10; 24:14, 45-47; 28:19, 20; Apostelgeschichte 5:42; 20:20; Römer 10:18).

      20. Welches großartige Vorrecht kann dir jetzt zuteil werden?

      20 Du kannst heute ein großartiges Vorrecht wahrnehmen, wenn du so ‘vor dem Thron Gottes Tag und Nacht heiligen Dienst darbringst’. Gleichzeitig hast du die Aussicht, zu der „großen Volksmenge“ zu gehören, die auf einer verherrlichten Erde ewiges Leben ererben wird (Offenbarung 7:9-17). Aber zuerst muß das Königreich ‘kommen’, um im Krieg von Harmagedon zu kämpfen! Was wird Harmagedon für die Menschheit und unsere Erde bedeuten?

      [Kasten auf Seite 159]

      NEUTRAL BIS ZUM TOD

      Während des Zweiten Weltkriegs bezahlten viele junge Zeugen Jehovas ihre Neutralität mit dem Leben. Der folgende Brief ist typisch für eine Anzahl Abschiedsbriefe, die solche mutigen Zeugen an ihre Angehörigen schrieben. Er wurde von dem 23jährigen Marcel Sutter aus Elsaß-Lothringen geschrieben, ein paar Stunden bevor er im August 1942 im Gefängnis von Torgau (Deutschland) enthauptet wurde.

      „Meine lieben Eltern und Schwestern!

      Wenn Ihr diesen Brief erhaltet, werde ich nicht mehr am Leben sein. Nur ein paar Stunden trennen mich noch vom Tod. Ich bitte Euch, stark und mutig zu sein; weint nicht, denn ich habe gesiegt. Ich habe den Lauf vollendet und den Glauben bewahrt. Möge mir Jehova Gott bis zum Ende helfen. Nur eine kurze Zeitspanne trennt uns noch von dem Königreich unseres Herrn Jesus Christus. Bald werden wir einander wiedersehen in einer besseren Welt des Friedens und der Gerechtigkeit. Ich frohlocke bei dem Gedanken an jenen Tag, denn dann wird es kein Seufzen mehr geben. Wie wunderbar wird das doch sein! Ich sehne mich nach Frieden. Während dieser letzten Stunden habe ich viel an Euch gedacht, und mein Herz ist ein wenig bitter bei dem Gedanken, Euch nicht zum Abschied küssen zu können. Aber wir müssen geduldig sein. Die Zeit ist nahe, in der Jehova seinen Namen rechtfertigen und der ganzen Schöpfung beweisen wird, daß er der einzig wahre Gott ist. Ich möchte ihm nun meine letzten Stunden weihen, und so will ich diesen Brief abschließen und Euch Lebewohl sagen, bis wir uns bald wiedersehen. Gepriesen sei unser Gott Jehova! Mit herzlichen Grüßen und Küssen

      Euer Euch liebender Sohn und Bruder

      Marcel“

  • Der König kämpft in Harmagedon
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 17

      Der König kämpft in Harmagedon

      1, 2. Was haben Weltmenschen über Harmagedon gesagt?

      AM Ende des Zweiten Weltkrieges sagte der amerikanische General Douglas MacArthur: „Von jeher haben die Menschen nach Frieden gestrebt. ... Militärbündnisse, das Gleichgewicht der Mächte, der Völkerbund, alles hat zu seiner Zeit versagt und nur einen Ausweg übriggelassen: den Krieg. Die Zerstörungskraft des Kriegspotentials hat heute ... einen Punkt erreicht, auf dem das traditionelle Konzept des Krieges vollständig revidiert werden muß. Wir haben unsere letzte Chance. Wenn wir kein größeres und besseres System entstehen lassen, wird Harmagedon an unserer Tür stehen.“

      2 Wo stehen die Nationen heute, 35 Jahre später, in bezug auf diese „letzte Chance“? Die in London erscheinende Times hatte unter der Schlagzeile „Westdeutsche fürchten Harmagedon“ folgendes zu sagen: „Das Gespenst des Krieges spukt erneut in Westdeutschland, während die internationale Lage unaufhaltsam der Kontrolle zu entgleiten scheint.“ Und in einem Artikel mit der Überschrift „Die Welt stolpert ins Dunkel“ fragte der Redakteur der in Miami (USA) erscheinenden Zeitung Herald seine Leser, ob ihnen klargeworden sei, „daß Harmagedon nicht nur eine Allegorie ist, von der man in der Bibel liest, sondern eine Realität“. Weiter schrieb er: „Jeder, der halbwegs logisch denkt, kann angesichts der katastrophalen Ereignisse der vergangenen paar Jahre erkennen, daß die Welt an einer Schwelle der Geschichte steht. ... Sie wird die Lebensweise der Menschen für immer verändern.“

      3, 4. Inwiefern sagt die Bibel etwas anderes über Harmagedon?

      3 Die Menschheit steht tatsächlich an der Schwelle großer Veränderungen. Aber stehen wir jetzt vor Harmagedon? Was bedeutet Harmagedon überhaupt?

      4 Interessanterweise ist Harmagedon etwas ganz anderes, als die meisten Menschen annehmen. Die Bibel beschreibt den Krieg von Harmagedon nämlich nicht als einen katastrophalen Krieg zwischen irdischen Nationen oder Nationenblocks, sondern als den „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“. Es ist Gottes Krieg gegen die ‘Könige der ganzen bewohnten Erde’, das heißt gegen die Herrscher, die sich nicht unterwerfen wollen, wenn Gottes Königreich ‘kommt’, um dafür zu sorgen, daß sein Wille auf der Erde geschieht (Psalm 2:6-12; Daniel 2:44). Es ist der große Eingriff Gottes, durch den böse Nationen und Menschen vernichtet werden und der Weg für die friedliche Tausendjahrherrschaft des Messias geebnet wird (Offenbarung 16:14, 16; Psalm 46:8, 9; 145:20; Joel 3:9-17; Nahum 1:7-9).

      WAS DER SCHLACHT VORAUSGEHT

      5. Wie können wir die „große Hure“ aus Offenbarung 17 identifizieren?

      5 Aus Offenbarung, Kapitel 16 bis 18 erfahren wir eine ganze Menge über Entwicklungen auf der Erde, die dem Krieg von Harmagedon unmittelbar vorausgehen. Im Laufe der Prophezeiung wird die Einladung ausgesprochen: „Komm, ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen, die auf vielen Wassern sitzt.“ Später wird uns erklärt, wer diese „große Hure“ ist. Es ist „Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde“. So, wie das alte Babylon, das an beiden Ufern des Euphrat lag, die „Mutter“ des mystischen Religionssystems wurde, das sich von Babylon aus über die ganze Erde ausbreitete, so ist „Babylon die Große“ heute das Weltreich der falschen Religion, das eine geistige Herrschaft über „Völker und Volksmengen und Nationen und Zungen“ zu deren Schaden ausübt (Offenbarung 17:1, 5, 15). Es umfaßt die vielen tausend Religionsgemeinschaften, große und kleine, „christliche“ und nichtchristliche, die den wahren Gott, Jehova, nicht anerkennen und ihm nicht dienen.

      6. Auf welches Ereignis, das an das alte Babylon erinnert, bezieht sich Offenbarung 16?

      6 Als Vorspiel des Krieges von Harmagedon gießt ein Engel eine Schale „des Grimmes Gottes“ aus. Wohin? „Auf den großen Strom Euphrat ..., und sein Wasser vertrocknete, damit für die Könige vom Sonnenaufgang der Weg bereitet werde“ (Offenbarung 16:1, 12). Über 600 Jahre bevor der Apostel Johannes diese Prophezeiung niederschrieb, fielen der Mederkönig Darius und der Perserkönig Cyrus von Osten her in das Land Babylon ein. Unter dem Schutz der Dunkelheit leitete Cyrus den Euphrat ab, und während der Wasserspiegel sank, schickte er seine Armee durch das Flußbett in die Stadt. In einer einzigen Nacht, während die Herrscher und die Edlen Babylons bei einem Trinkgelage Jehova lästerten, wurde die große Stadt zu Fall gebracht (Daniel 5:1-4, 30, 31).

      7. Welche neuzeitliche Parallele erkennen wir jetzt?

      7 Gibt es dafür eine neuzeitliche Parallele? Ja! Für Gott ist die Zeit herbeigekommen, an „Babylon der Großen“ und besonders an der Christenheit, einer ihrer „Tochterorganisationen“, das Strafgericht zu vollstrecken. Die Christenheit hat das Maß ihrer Abtrünnigkeit und ihrer Blutschuld nun vollgemacht! (Offenbarung 18:24; Jeremia 51:12, 13). In neuerer Zeit sind die „Wasser“, d. h. die „Völker“, die früher die Religion unterstützt haben, im Begriff zu verebben. Die Religion hat einen großen Teil ihrer Unterstützung verloren, während sich viele Menschen den Lehren von Darwin, Marx, Lenin und Mao zugewandt haben. Auch ist es so weit gekommen, daß viele Leute — wie über die „letzten Tage“ prophezeit wurde — „mehr Vergnügungen lieben als Gott“ (2. Timotheus 3:1, 4).

      8. (a) Welchen Aufruf haben gerechtgesinnte Personen befolgt? (b) Welcher Unterschied besteht heute zwischen dem Zustand der falschen Religion und dem der wahren Religion?

      8 Was ebenfalls zum Sinken der „Wasser“ beigetragen hat, ist die Handlungsweise gerechtgesinnter Personen, die den Aufruf des Himmels bezüglich Groß-Babylons befolgt haben:

      „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt“ (Offenbarung 18:4).

      Das Weltreich der falschen Religion, besonders die Christenheit, beklagt das Schließen von Kirchengebäuden, die leeren Kirchenbänke und die sinkende Zahl der Priester und Nonnen. Doch diejenigen, die sich jetzt auf die Seite Jehovas, des größeren Darius, und Jesu Christi, des größeren Cyrus, stellen, erleben eine wunderbare geistige Wohlfahrt. Bist du einer von ihnen?

      DIE HURE GESPIELT

      9, 10. (a) Welches furchterregende „Tier“ tritt in den „letzten Tagen“ in Erscheinung? (b) Welche Erklärung wurde darüber in einem öffentlichen Vortrag im Jahre 1942 gegeben?

      9 „Babylon die Große“, die behauptet, zu Gott zu gehören, hat schon immer politische Beziehungen gehabt, und in diesem Sinne haben ‘die Könige der Erde mit ihr Hurerei begangen’. Aber jetzt, in den „letzten Tagen“, hat sie ihre große Gelegenheit! Wieso? Weil jetzt ein „scharlachfarbenes wildes Tier“ in Erscheinung tritt. Wen könnte dieses „Tier“ darstellen? Zweifellos steht es mit den Staatswesen auf der Erde in Zusammenhang, denn diese werden in der Bibel oft mit Tieren verglichen (Offenbarung 13:1-4, 11-15; Daniel 7:3-8, 17-25; 8:5-8, 20 bis 22). Hier haben wir es aber mit einem zusammengesetzten „Tier“ zu tun, denn es hat „sieben Köpfe und zehn Hörner“ (Offenbarung 17:3).

      10 Welches kollektive „Tier“ ist in diesen „letzten Tagen“ aufgetaucht, und welche Rolle hat es auf der Weltbühne gespielt? Auf einem internationalen Kongreß der Zeugen Jehovas im Jahre 1942 wurde in dem öffentlichen Vortrag „Weltfriede — ist er von Bestand?“ auf die Prophezeiung in Offenbarung 17:7, 8 aufmerksam gemacht. Der Redner, N. H. Knorr, der Präsident der Wachtturm-Gesellschaft, identifizierte das „wilde Tier, das ... war“, als den Völkerbund, der 1920 gegründet wurde. Doch jetzt, in jenem Kriegsjahr 1942, sagte er: „Der Völkerbund ... befindet sich doch in Tat und Wahrheit in einem Zustand unterbrochenen Lebens und muß neue Impulse empfangen, wenn er je wieder leben soll. Er ist als politisches Instrument in den A b g r u n d der Untätigkeit und Wirkungslosigkeit gegangen. Mit den biblischen Worten ausgedrückt: ,Er ist nicht.‘“ Als nächstes wies Präsident Knorr darauf hin, daß das ‘wilde Tier, das war, aber nicht ist’, im Begriff sei, „aus dem Abgrund heraufzusteigen“, und daß es „in die Vernichtung hinweggehen“ werde. In Übereinstimmung mit der biblischen Prophezeiung wurde dieses „Tier“ im Jahre 1945 in Form der Vereinten Nationen wiederbelebt.

      11. (a) Weshalb heißt es von diesem „Tier“, es sei „voll lästerlicher Namen“? (b) Mit welchem Strafgericht hat das „Tier“ zu rechnen?

      11 Dieses internationale „Tier“, das hervorgebracht wurde, um „Frieden und Sicherheit“ unter den Nationen aufrechtzuerhalten, ist tatsächlich „voll lästerlicher Namen“, denn es behauptet, das tun zu können, was nur Gottes Königreich unter Christus Jesus herbeiführen kann (Offenbarung 17:3). Der Apostel Paulus prophezeite, daß die prahlerischen Herrscher der Welt Satans sich einmal als Friedensstifter rühmen würden. Er sagte:

      „Jehovas Tag [kommt] genauso ... wie ein Dieb in der Nacht. Wann immer sie sagen: ,Friede und Sicherheit!‘, dann wird plötzliche Vernichtung sie überfallen wie die Geburtswehe eine Schwangere; und sie werden keinesfalls entrinnen“ (1. Thessalonicher 5:2, 3).

      Wie Gottes Wort zeigt, wird das Friedens-„Tier“ der schnellen und wirksamen Vollstreckung des Strafgerichts Jehovas anheimfallen.

      „WIE SCHADE“ UM DIE HURE!

      12. Welche Beschreibung der „Hure“ verwunderte Johannes?

      12 Obwohl Gott sein Mißfallen über das lästerliche Tier, die UN, geäußert hat, versucht „Babylon die Große“, ein Liebesverhältnis zu diesem Tier zu haben. Ja, von ihr wird gesagt, daß sie wie eine Königin auf dem „wilden Tier“ sitze: „Und das Weib war in Purpur und Scharlach gehüllt und war mit Gold und kostbaren Steinen und Perlen geschmückt und hatte in ihrer Hand einen goldenen Becher, der voll von abscheulichen Dingen und den Unreinigkeiten ihrer Hurerei war.“ Kein Wunder, daß Johannes über diese Situation schrieb: „Als ich sie nun erblickte, verwunderte ich mich mit großer Verwunderung.“ (Offenbarung 17:4, 6)!

      13, 14. (a) Welches jämmerliche Ende erwartet die falsche Religion? (b) Wie wird es kommen? (c) Wer wird um Babylon die Große trauern, doch warum aus der Ferne?

      13 Diese Verbindung zwischen dem babylonischen Weltreich der falschen Religion und dem Friedens-„Tier“, den UN, nimmt ein katastrophales Ende. Obwohl die Hure „Babylon“ denken mag, sie sitze bei dieser Weltorganisation sicher, sagt Gottes Wort etwas anderes über sie voraus:

      „Und die zehn Hörner, die du sahst, und das wilde Tier, diese werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und nackt machen und werden ihre Fleischteile auffressen und werden sie gänzlich mit Feuer verbrennen“ (Offenbarung 17:16).

      Wahrlich ein jämmerliches Ende für das Weltreich der falschen Religion!

      14 Die Vernichtung Babylons der Großen wird schnell vor sich gehen.

      „Darum werden an e i n e m Tag ihre Plagen kommen, Tod und Trauer und Hungersnot, und sie wird gänzlich mit Feuer verbrannt werden, denn Jehova Gott, der sie gerichtet hat, ist stark“ (Offenbarung 18:8).

      Aber einige werden um sie trauern. Es werden nicht die militaristischen „zehn Hörner“ sein, die sich in verräterischer Weise gegen sie gewandt haben, sondern andere Herrscher, die mit der Geistlichkeit freundschaftlich verkehrten, um gut angesehen zu sein und mit ihrer Hilfe fragwürdige Praktiken zu vertuschen. Diese werden um sie trauern, doch aus der Ferne, weil sie Angst haben, ihr Schicksal teilen zu müssen. Sie sagen:

      „Wie schade, wie schade, du große Stadt, Babylon, du starke Stadt, denn in e i n e r Stunde ist dein Gericht gekommen!“ (Offenbarung 18:9, 10).

      15. Wer wird sonst noch trauern, und warum?

      15 Auch Männer aus dem Großunternehmertum, Gangster und andere Profitmacher, die ihre religiösen Verbindungen benutzt haben, um ihrer korrupten Handlungsweise einen Anstrich von „Heiligkeit“ zu geben und um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, werden ausrufen:

      „Wie schade, wie schade ..., denn in e i n e r Stunde ist so großer Reichtum verwüstet worden!“ (Offenbarung 18:11-19).

      Die kostbaren Kathedralen, die riesigen Ländereien und der aufgehäufte Reichtum, die großen Bankkonten und die Wirtschaftsinvestitionen der Religionen der Welt — all das wird „verwüstet“ worden sein.

      16. Welche drei Zweige der Organisation Satans werden vernichtet werden?

      16 Die heuchlerische Religion der Welt, der auf Habgier beruhende Handel, die korrupte Politik — alle drei Zweige der Organisation Satans auf der Erde müssen mit dem Strafgericht Jehovas rechnen. Was kommt nach dem Untergang der falschen Religion?

      DER KÖNIG SCHREITET ZUR TAT!

      17, 18. (a) Was folgt auf die Verwüstung Groß-Babylons, und warum? (b) Wer wird schließlich siegen? (c) Wer wird am Leben erhalten werden? (d) Wie kannst du zu ihnen gehören?

      17 Die radikalen politischen Mächte, die die Religion der Welt vernichten werden, haben kein geistiges Wahrnehmungsvermögen. Sie erkennen das messianische Königreich, das im Jahre 1914 aufgerichtet wurde, nicht an. Statt dessen widersetzen sie sich tatkräftig denen, die dieses Königreich verkündigen und die ihre christliche Neutralität gegenüber den politischen Angelegenheiten und den Kriegen der „Königreiche“ der Welt erklären (Offenbarung 12:17; Johannes 17:14, 16).

      18 Wenn die „Hörner“ des „wilden Tieres“ Groß-Babylon vernichtet haben werden, ist zu erwarten, daß sie ihren Schlußangriff auf die christlichen Zeugen Jehovas unternehmen, die anscheinend wehrlosen Nachfolger des Lammes hier auf der Erde (Hesekiel 38:14-16; Jeremia 1:19). Wie wird es jenen Feinden in diesem Kampf ergehen? Die Prophezeiung antwortet darauf:

      „Diese werden mit dem Lamm kämpfen, doch wird das Lamm sie besiegen, weil er Herr der Herren und König der Könige ist. Auch die mit ihm Berufenen und Auserwählten und Treuen werden das tun“ (Offenbarung 17:14).

      Obwohl sich die übriggebliebenen gesalbten Nachfolger Jesu auf der Erde und ihre Gefährten, die ebenfalls den Aufruf zu „heiligem Dienst“ befolgt haben, nicht an dieser Schlacht beteiligen, werden sie am Leben erhalten werden. Gehörst du zu denen, die schon jetzt darum beten, daß Gottes Königreich in Harmagedon ‘kommen’ möge? (Römer 12:1, 2; vergleiche 2. Chronika 20:5, 6, 12-17).

      19. (a) Was wirst du vielleicht erleben und überleben können? (b) Welche wertvollen Dinge werden dann nichts nützen?

      19 Ja, du wirst diesen katastrophalen Krieg von Harmagedon vielleicht selbst erleben und sogar überleben. Du magst beobachten können, wie der „König der Könige“, begleitet von den Engelheeren des Himmels, zur Rechtfertigung der Souveränität Jehovas kämpft. Du magst den Entscheidungskampf gegen böse Menschen, gegen stolze Nationen und ihre mächtigen Heere und gegen die wohlhabenden „Kaufleute“, die sie unterstützen, sehen. Die Waffenarsenale, für die sie Milliarden von Dollar aufgewandt haben, werden sie in diesem Krieg im Stich lassen! Habgierige Profitjäger, die mit Öl und Lebensmitteln Geschäfte gemacht haben, werden erleben müssen, wie ihre unredlich erworbenen Gewinne zerrinnen, wenn die Aktienbörsen der Welt zusammenbrechen und der Wert des Goldes als Mittel zur Befreiung auf Null sinkt. Denn „dies ist, was der Herr Jehova gesprochen hat: ,Ein Unglück, ein einzigartiges Unglück! Siehe! Es kommt. Auf die Straßen werden sie sogar ihr Silber werfen, und etwas Verabscheuungswürdiges wird ihr eigenes Gold werden. Weder ihr Silber noch ihr Gold wird sie am Tage des Zornausbruchs Jehovas zu befreien vermögen. ... und sie werden erkennen müssen, daß ich Jehova bin‘“ (Hesekiel 7:5, 19, 27).

      20. Wo kannst du wahre Sicherheit finden?

      20 An diesem Tag von Harmagedon kann dich materieller Besitz nicht retten. Du wirst nur dann in Sicherheit sein, wenn du fest auf der Seite Jehovas und seines „Königs der Könige“ stehst und die Worte des Propheten befolgst:

      „Suchet Jehova, all ihr Sanftmütigen der Erde, die ihr Seine eigene richterliche Entscheidung ausgeführt habt. Suchet Gerechtigkeit, suchet Sanftmut. Wahrscheinlich könnt ihr am Tage des Zornes Jehovas geborgen werden“ (Zephanja 2:3; siehe auch Jesaja 26:20, 21; Daniel 12:1).

      In Harmagedon wird nämlich der auf dem symbolischen weißen Pferd sitzende König ‘in Gerechtigkeit richten und Krieg führen’. Während er ‘die Nationen mit eisernem Stabe hütet’, das heißt sie vernichtet, wird er die in weiße Gewänder gekleidete „große Volksmenge“ aus der „großen Drangsal“ herausführen, sie in Liebe „hüten und sie zu Wasserquellen des Lebens leiten“. Mögest du zu dieser „großen Volksmenge“ gehören! (Offenbarung 19:11-16; 7: 9, 14, 17).

      21. Wer wird sich in Harmagedon versammeln, doch warum vergebens?

      21 Wehe den UN, den sie unterstützenden Regierungen und ihrer Militärmacht! Sollen sie sich ruhig in Harmagedon versammeln, „um Krieg zu führen mit dem, der auf dem [weißen] Pferde sitzt, und mit seinem [himmlischen] Heere“! Alles vergebens! Der „König der Könige“ schleudert sie gleichsam in einen „Feuersee“, so daß sie vernichtet werden. Was von Satans Organisation auf der Erde übrigbleibt, wird ebenfalls beseitigt, denn das lange Schwert des Königs ist wirklich machtvoll, und es kann jeden Feind aufspüren und vernichten (Offenbarung 19:17-21).

      22. Wie beschreiben Gottes Propheten die Schlacht von Harmagedon?

      22 Durch Geschosse und Plagen vom Himmel wird „Jehova alle Völker plagen“, die gegen sein Königreich kämpfen, und in ihrer Verwirrung werden sie zweifellos ihre Waffen gegeneinander gebrauchen, denn ‘ein jeder wird seine Hand tatsächlich wider die Hand seines Gefährten erheben’. Wenn du aber zu denen gehörst, die den Namen Jehovas anrufen, wirst du „sicher davonkommen“ (Joel 2:31, 32; Sacharja 14:3, 12, 13; Hesekiel 38:21-23; Jeremia 25:31-33).

      23. (a) Wovon wird dies der große Höhepunkt sein? (b) Welche Worte Jesu sollten uns froh stimmen?

      23 Das wird der große Höhepunkt des prophetischen „Zeichens“ Jesu sein — eine „große Drangsal ..., wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben hat, nein, noch wieder geben wird“. Wir können wirklich froh sein, daß diese Tage um der „Auserwählten“ willen „verkürzt“ werden. Auch du kannst als eines der „Schafe“ überleben, die Jesus einlädt, ‘das Königreich zu ererben’ (Matthäus 24:21, 22; 25:33, 34).

      24. (a) Welche Maßnahme wird dann gegen Satan ergriffen werden, und warum? (b) Was folgt danach?

      24 Wenn der Krieg von Harmagedon vorbei ist, wird Satan, der für die Mißherrschaft des Menschen über die Erde verantwortlich ist, ergriffen, gebunden und „für tausend Jahre“ in den Abgrund geschleudert werden. Warum? „Damit er die Nationen nicht mehr irreführe“ (Offenbarung 20:2, 3). Dann wird das herrlichste Zeitalter der ganzen Menschheitsgeschichte anbrechen. Und was werden die 1 000 Jahre für all die Treuen bedeuten, die sich für das ‘Kommen’ des Königreiches eingesetzt und darum gebetet haben? Zweifellos möchtest du das gern wissen.

      [Kasten auf Seite 169]

      DIE „HURE“ UND DAS „TIER“

      Welches Verhältnis besteht zwischen dem Weltreich der falschen Religion und dem „Friedens“-Tier? Ist „Babylon die Große“ daran interessiert gewesen, auf den Völkerbund und später auf die Vereinten Nationen Einfluß zu nehmen? Laß die Tatsachen antworten:

      Als 1918 der Völkerbund vorgeschlagen wurde, war im „Bulletin“ des Generalrates der Kirchen Christi in Amerika zu lesen: „Als Christen [dringen wir] anläßlich der kommenden Friedenskonferenz auf die Errichtung eines Bundes freier Völker. Ein solcher Bund ist nicht bloß ein politischer Friedensbehelf, er ist vielmehr der politische Ausdruck des Königreiches Gottes auf Erden. ... Die Helden werden umsonst gestorben sein, wenn aus dem Siege nicht eine neue Erde hervorgeht, auf der Gerechtigkeit wohnt.“

      Anläßlich des 20jährigen Bestehens der Vereinten Nationen im Jahre 1965 berichtete Associated Press aus San Francisco: „Sieben führende Vertreter internationaler Religionsgemeinschaften, denen in der ganzen Welt über 2 Milliarden Gläubige angehören, vereinigten sich heute unter e i n e m Dach zum Gebet für die UN und um den Weltfrieden. Papst Paul VI. sandte aus Rom seine Segenswünsche ... an Katholiken, Protestanten, Juden, Hindus, Buddhisten, Moslems und (griechisch-)orthodoxe Christen ... Der Rabbiner Louis Jacobs ... bezeichnete die UN als die ,einzige Hoffnung auf ewigen Frieden in einer Welt, deren Bestand vom Frieden abhängt‘.“

      Im Oktober 1965 bezeichnete Papst Paul VI. die Vereinten Nationen als „die bedeutendste aller Weltorganisationen“ und fügte hinzu: „Die Völker wenden sich an die Vereinten Nationen als letzte Hoffnung für die Eintracht und den Frieden.“

      Papst Johannes Paul II. sagte am 2. Oktober 1979 vor der UN-Vollversammlung: „Das formale Motiv meiner heutigen Teilnahme ist zweifellos die besondere Art der Zusammenarbeit, die den Apostolischen Stuhl mit der Organisation der Vereinten Nationen verbindet ... Möge die Organisation der Vereinten Nationen immer das oberste Forum für den Frieden und die Gerechtigkeit bleiben, der maßgebende Ort für die Freiheit der Völker und der Menschen in ihrer Sehnsucht nach einer besseren Zukunft.“ Doch kein einziges Mal erwähnte der Papst in seiner 62minütigen Ansprache Jesus Christus oder das Königreich.

      Mit der Annahme menschlicher Ersatzmittel für Gottes Königreich setzt die falsche Religion auf eine trügerische Hoffnung. Psalm 146:3 bis 6 warnt davor, auf menschliche Herrscher zu vertrauen. Weiter heißt es dort: „Glücklich ist der ..., dessen Hoffnung auf Jehova, seinen Gott, gerichtet ist, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Und wie Lukas 2:10-14 zeigt, ist „Christus, der Herr“, der Retter der Menschheit.

      [Kasten auf Seite 173]

      REIHENFOLGE DER EREIGNISSE, DIE NACH HARMAGEDON FÜHREN

      ● Frage der Weltherrschaft aufgeworfen, Nationen rüsten auf.

      ● Menschen entziehen den Religionen der Welt Unterstützung.

      ● Auffallender Ruf der Nationen: „Friede und Sicherheit!“

      ● Militaristische „zehn Hörner“ der UN verwüsten falsche Religion.

      ● „Hörner“ des „Tieres“ unternehmen Schlußangriff auf Nachfolger des „Lammes“.

      ● „König der Könige“ vernichtet Nationen und Heere in Harmagedon.

      WENN SATAN UND DIE DÄMONEN IN DEN ABGRUND GESCHLEUDERT SIND, BEGINNT DIE HERRLICHE TAUSENDJAHRHERRSCHAFT CHRISTI.

  • Das Königreich triumphiert!
    „Dein Königreich komme“
    • Kapitel 18

      Das Königreich triumphiert!

      1. (a) Weshalb können wir der Zukunft der Menschheit zuversichtlich entgegenblicken? (b) Was wird Harmagedon für die bedeuten, die die Erde verderben?

      WIRD die Menschheit von der Erde ausgerottet werden? Nein. Das Königreich wird das verhindern. Denn der „König der Könige und Herr der Herren“, der inthronisierte Jesus, schreitet beim ‘Kommen’ des Königreiches zur Tat, um die irdische Organisation Satans und ihre bedrückenden Systeme zu vernichten. In Harmagedon werden alle die, die im Begriff sind, die Erde zu verderben, selbst verdorben werden (Offenbarung 11:15, 18; 14:19, 20; 19:11-16).

      2, 3. (a) Welche Ermahnung enthält Zephanjas Prophezeiung? (b) Was muß man tun, um zu überleben?

      2 Unser Gott, Jehova, hat uns ermahnt, hellwach zu bleiben in Erwartung dessen, was er in Harmagedon bewirken wird.

      „,Darum harret auf mich‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,auf den Tag, da ich aufstehe zur Beute, denn meine richterliche Entscheidung ist, Nationen zu sammeln, daß ich Königreiche zusammenbringe, um meine Strafankündigung über sie auszugießen, alle Glut meines Zornes; denn durch das Feuer meines Eifers wird die ganze Erde verzehrt werden.‘“

      Aber es wird Überlebende geben, viele Überlebende! Und Jehova bereitet sie heute schon vor, wie es durch die weiteren Worte dieser Prophezeiung beschrieben wird:

      „Denn dann werde ich die Sprache der Völker in eine reine Sprache umwandeln, damit sie alle den Namen Jehovas anrufen, um ihm Schulter an Schulter zu dienen“ (Zephanja 3:8, 9).

      3 Wirst du einer dieser Überlebenden sein? Ja, vorausgesetzt, du ‘rufst den Namen Jehovas an’. Wie kannst du das tun? Indem du den Wechsel zu einer „reinen Sprache“ vornimmst — das heißt die reinigende gute Botschaft von Gottes Königreich in dein Herz aufnimmst und danach handelst (Markus 13:10). Im Glauben an Gottes Vorkehrung durch Christus mußt du das tun, wozu Petrus sein eigenes Volk vor 1 900 Jahren aufforderte: „Bereut daher und kehrt um, damit eure Sünden ausgelöscht werden, so daß Zeiten der Erquickung von der Person Jehovas kommen mögen“ (Apostelgeschichte 3:19).

      4, 5. (a) Wie kannst du in ein vertrautes Verhältnis zu Jehova gelangen? (b) Wie solltest du auf die „reine Sprache“ reagieren?

      4 Wie Jesus darfst du kein Teil der Welt Satans sein (Johannes 17:14, 16). Wenn du dich Jehova durch Christus hingibst und dich zum Zeichen dafür im Wasser taufen läßt, kannst du in ein sehr enges Verhältnis zu Jehova Gott gelangen (1. Petrus 3:21). Dieses vertraute Verhältnis solltest du stets zu vertiefen suchen, während du Gott „Schulter an Schulter“ mit seinem ganzen organisierten Volk auf der Erde dienst. Beteilige dich deinen Möglichkeiten entsprechend mit daran, „diese gute Botschaft vom Königreich“ all denen zu verkündigen, die bereit sind zu hören (Matthäus 24:14; Römer 10:10-18; Hebräer 13:15).

      5 Reagierst du so auf die „reine Sprache“ der biblischen Wahrheit? Dann setze dein ganzes Vertrauen auf Jehova. „Als ein Mächtiger wird er retten“ (Zephanja 3:17; Jesaja 12:2-5).

      6. Welchen ausgezeichneten Rat gab Johannes, und wozu sollte er uns anspornen?

      6 Während du Liebe zu Jehova und seiner Gerechtigkeit entwickelst, mußt du auch in Übereinstimmung mit biblischen Grundsätzen leben. Der Apostel Johannes gab folgenden vortrefflichen Rat:

      „Liebt nicht die Welt noch die Dinge in der Welt. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles in der Welt — die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und die auffällige Zurschaustellung der Mittel, die jemand zum Leben hat — stammt nicht vom Vater, sondern stammt von der Welt. Überdies, die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“ (1. Johannes 2:15-17).

      „Immerdar“! Lohnt es sich für eine solche Aussicht nicht, während der letzten Tage des bösen Systems Satans eifrig Gottes Willen zu tun? Ist das für uns nicht ein Ansporn, uns in den „letzten Tagen“ eng an Jehovas Organisation zu halten, die auf der Erde durch den „treuen und verständigen Sklaven“ vertreten wird? (Matthäus 24:45-47).

      EINE GEWALTIGE ARBEIT

      7. Was wird nach Harmagedon noch dasein?

      7 Wenn sich der Rauch der Schlacht von Harmagedon verzieht, wird Jehovas sichtbare Organisation immer noch dasein, bereit, das zu tun, wozu er sie anleitet. Mögen doch auch wir als einzelne für würdig erachtet werden, dann noch am Leben zu sein! (Zephanja 2:3; Psalm 25:8, 9, 20).

      8. (a) Was wird dann nötig sein, damit Gottes Werk verrichtet werden kann? (b) Wie wird Gottes Volk darauf vorbereitet sein?

      8 Gottes Volk wird unter der Königreichsregierung organisiert bleiben müssen, um die gewaltige Arbeit verrichten zu können, die dann bevorsteht: die Verschönerung der gereinigten Erde, die Umwandlung unseres Planeten in einen wahren „Garten Gottes“. (Vergleiche Hesekiel 31:8.) Möchtest auch du dich an dieser Arbeit beteiligen? Willigkeit und Kraft von Gott werden nötig sein, um diese Aufgabe erfüllen zu können — der gleiche Eifer, wie ihn Jehovas Zeugen heute beim Predigen der guten Botschaft vom Königreich auf der ganzen Erde bekunden. Alle werden dann das Beispiel des Königs nachahmen müssen, der sagte: „Mein Vater hat bis jetzt fortwährend gewirkt, und ich wirke fortwährend“ (Johannes 5:17; 4:34).

      9. (a) Was für Arbeit wird zu tun sein? (b) Was zeigt, daß es keine mühselige Arbeit sein wird?

      9 Zweifellos werden dann auf der ganzen Erde Häuser gebaut werden, doch keine häßlichen Stadtviertel mit Mietskasernen. Statt dessen werden schöne Wohnstätten in einer paradiesischen Umgebung angelegt werden. Ja, es wird viel Arbeit zu tun geben, aber sie wird Freude bereiten und interessant sein. Es wird eine lohnende Arbeit sein, in Übereinstimmung mit den Worten König Salomos: „Es [gibt] nichts Besseres ..., als ... daß jeder Mensch essen und in der Tat trinken und Gutes sehen sollte für all seine harte Arbeit“ (Prediger 3:12, 13; vergleiche Jesaja 65:17, 21-25).

      10. Was erfahren wir aus Offenbarung 21:1-4 über die Bedingungen, die dann herrschen werden?

      10 Unter welchen Bedingungen werden die „anderen Schafe“ des Herrn ihre Arbeit verrichten? (Johannes 10:16). Offenbarung, Kapitel 21 verrät uns, was wir erwarten können. Dort werden ‘ein neuer Himmel und eine neue Erde’ beschrieben. Keine korrupten menschlichen Regierungssysteme werden mehr Gewalt über die menschliche Gesellschaft ausüben, denn „der frühere Himmel und die frühere Erde“ sind vergangen. Auch der Teufel und sein heimtückischer Einfluß werden entfernt sein. Kein verwirrtes Menschen„meer“ wird mehr dasein, das einst hin und her wogte, während es seinem gottlosen Treiben nachging. Statt dessen wird eine stabile menschliche Gesellschaft, die „neue Erde“, eine feste Grundlage dafür bilden, daß Gottes Wille geschieht. Dann wirst du loyal die Anweisungen des „neuen Himmels“ befolgen, der sich aus dem König und seiner 144 000 Glieder zählenden „Braut“ zusammensetzt. In ihrer Eigenschaft als „die heilige Stadt, das Neue Jerusalem“, wird diese königliche „Braut“ aus dem Himmel herabkommen, indem sie ihre Aufmerksamkeit dem Wiederaufbauwerk zuwendet, das auf der Erde zu verrichten ist. Und mit welch glücklichen Ergebnissen! Johannes berichtet:

      „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen“ (Offenbarung 21:1-4).

      11. (a) Welche großartige Aussicht haben die Millionen Überlebenden? (b) Wie wird Gott die Erde bevölkern?

      11 Beachte, daß uns hier die großartige Verheißung gegeben wird, daß ‘der Tod nicht mehr sein wird’. Es ist zu erwarten, daß Millionen in der „großen Drangsal“ gerettet werden, um in die Segnungen der „neuen Erde“ einzugehen (Offenbarung 7:9, 14). Doch Milliarden werden sich schließlich hier unter dem Königreich des Lebens erfreuen. Weshalb sagen wir „Milliarden“? Nach der Sintflut gab Jehova den gerechten Überlebenden den Auftrag: „Seid fruchtbar und werdet viele und füllet die Erde.“ Daher ist anzunehmen, daß zumindest eine Zeitlang nach Harmagedon Ehen geschlossen und Kinder in Gerechtigkeit geboren werden (1. Mose 9:1, 7; 10:1-32; Matthäus 24:37). Gott wird aber nicht hauptsächlich auf diese Weise die Erde mit Menschen füllen. Wie wird er denn die Erde bevölkern, um seinen ursprünglichen Vorsatz zu verwirklichen? (1. Mose 1:28; Jesaja 45:18). Indem er milliardenmal das große Wunder der Auferstehung wiederholt.

      „DER GOTT ... DER LEBENDEN“

      12. Über welche Lehre Jesu waren die Volksmengen erstaunt?

      12 Jesus erwiderte seinen Gegnern einmal:

      „Was die Auferstehung der Toten betrifft: Habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt wurde, welcher sprach: ,Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.‘? Er ist nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden.“

      Von Gottes Standpunkt aus waren diese treuen Männer so gut wie lebendig, und er wird sie auferwecken. Die Volksmengen waren über diese Lehre erstaunt (Matthäus 22:31-33; Lukas 20:37, 38).

      13. Was können wir in bezug auf die treuen „anderen Schafe“ erwarten, die gestorben sind?

      13 Es ist vernünftig, zu erwarten, daß solche treuen Menschen, die unter Verfolgung ausharrten, „damit sie eine bessere Auferstehung erlangen könnten“, sowie loyale Glieder der „anderen Schafe“, die in der heutigen Zeit, vor Harmagedon, sterben mögen, zu einem frühen Zeitpunkt auf der „neuen Erde“ auferstehen werden. Vielleicht hast du selbst liebe Angehörige durch den Tod verloren, sogar treue Diener Gottes. Welch eine Freude wird es sein, sie als Auferstandene willkommen zu heißen und ihnen von Jehovas großem Akt der Rechtfertigung zu erzählen! (Hebräer 11:35).

      14. Welche wunderbare Hoffnung wird in Johannes 5:28, 29 und Offenbarung 20:11-13 beschrieben?

      14 Was aber wird mit den anderen Menschen geschehen, die während fast 6 000 Jahren gestorben sind? Jesus sagte: „Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden“ (Johannes 5:28, 29). Die „Toten, die Großen und die Kleinen“, werden aus ihren Gräbern hervorkommen, um vor Gottes Richterstuhl zu stehen (Offenbarung 20:11-13).

      15. Warum wird die Gerichtszeit nicht schrecklich sein?

      15 Wird das für die Auferstandenen eine schreckliche Zeit sein? Religiösen Vorstellungen vom Jüngsten Gericht zum Trotz wird es eine sehr freudige Zeit sein. Denn die Auferstandenen werden nicht gemäß ihren früheren verkehrten Taten gerichtet, sondern nach ihrer Bereitschaft, den gerechten Anforderungen für das Leben im irdischen Bereich des Königreiches Gottes zu entsprechen. (Vergleiche Römer 6:7.) Und es werden große Anstrengungen unternommen werden, ihnen zu helfen, vollständig mit Gott versöhnt zu werden. Unter der Leitung des Königreiches wird das größte Bildungsprogramm aller Zeiten durchgeführt werden.

      16. (a) Was sind die „Buchrollen“? (b) Weshalb wird die Bildung auf der „neuen Erde“ weit besser sein als in Satans altem System?

      16 „Buchrollen“ werden geöffnet werden. Dabei wird es sich um Richtlinien handeln, die veröffentlicht werden, um den Auferstandenen zu helfen, „Taten“ zu vollbringen, die zum Erlangen des ewigen Lebens erforderlich sind (Offenbarung 20:12). Die Bildungsstätten und -programme der „neuen Erde“ werden, da sie von Jehova und seinem messianischen König geleitet werden, weit fortschrittlicher sein als irgend etwas, was Satans Welt je geboten hat.

      SEGNUNGEN FÜR DIE „GROSSE VOLKSMENGE“

      17. Was wirst du tun müssen, wenn du überlebt hast?

      17 Doch was hast du zu erwarten, falls du zu der „großen Volksmenge“ gehören solltest, die Harmagedon überlebt? Der Apostel Paulus schrieb: „So, wie in Adam alle sterben, so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden“ (1. Korinther 15:22). Auch du wirst auf die segensreichen Auswirkungen des Loskaufsopfers Christi angewiesen sein, die er den Menschen zugute kommen läßt, um sie während seiner Tausendjahrherrschaft zur Vollkommenheit zu bringen. Auch du wirst dich aus den dann vorhandenen „Buchrollen“ belehren lassen müssen, damit du loyal die „Taten“ vollbringen kannst, die dazu führen werden, daß dein Name in die „Buchrolle des Lebens“ eingetragen wird.

      18. Welches Programm des Königreiches sollte besondere Freude bereiten?

      18 Heute kann das unvollkommene Gehirn des Menschen nur einen Bruchteil seiner vollen Kapazität ausnutzen. Vielleicht hast du selbst schon ausgerufen: „Hätte ich doch nur ein besseres Gedächtnis!“ Wie dankbar solltest du da für das Opfer Christi sein! Denn unter Gottes Königreich werden nicht nur physische Krankheiten und Schmerzen beseitigt. Auch der menschliche Verstand, diese wunderbare Schöpfung, wird zur Vollkommenheit gebracht werden, so daß die Menschen Informationen gründlich studieren, im Gedächtnis behalten und darüber nachsinnen können und vor allem die großartigen Eigenschaften unseres Gottes, Jehova, richtig schätzen und ihn deswegen anbeten können. Sprachenschranken, eine Folge der Sprachverwirrung beim Turmbau zu Babel, werden beseitigt werden, und die ganze Menschheit wird eine einzige Sprache lernen, um Jehova in Einheit anbeten zu können, wie dies in Zephanja 3:9 angedeutet wird.

      19. An welcher Freude werden die Untertanen des Königreiches teilhaben?

      19 Auch werden vollkommene Menschenherzen von der Liebe zu Gott und zum Nächsten motiviert werden. Kein Wunder, daß der Souveräne Herr Jehova folgende Worte an sein dankbares Volk richtete:

      „Siehe, ich schaffe neue Himmel und eine neue Erde; und die früheren Dinge werden nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen. Doch frohlockt und freut euch immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich schaffe [das Neue] Jerusalem als Ursache zur Freudigkeit und ihr Volk als Ursache zum Frohlocken. Und ich will mich über Jerusalem freuen und über mein Volk frohlocken; und nicht mehr wird darin der Laut des Weinens oder der Laut eines Klageschreis gehört werden“ (Jesaja 65:17-19).

      Die Freude und das Frohlocken der 144 000 Mitherrscher Christi in seinem Königreich wird sich auch auf die Milliarden Untertanen des Königreiches auf der Erde übertragen, während sie zur Vollkommenheit voranschreiten.

      JEHOVAS NAME FÜR IMMER GEHEILIGT

      20. (a) Weshalb werden die 1 000 Jahre schnell vergehen? (b) Wie pries David Jehova? (c) Fühlst du dich zu ähnlichen Lobesäußerungen gedrängt?

      20 Tausend Jahre werden aus der Sicht Jehovas vergehen wie ein einziger Tag. Und wie kurz wird diese Zeit auch der Menschheit erscheinen, die eifrig mit konstruktiver Arbeit beschäftigt sein wird! (2. Petrus 3:8). Wir können uns vorstellen, daß es dann Zeiten der Entspannung geben wird, wo wir mit anderen fröhliche Gemeinschaft pflegen, gesunden Sport treiben und uns an Musik und anderen wertvollen Künsten erfreuen können. Auch werden wir stets Vorkehrungen zur Anbetung unseres großen Schöpfers wahrnehmen können. Alle werden den Wunsch haben, Jehova zu segnen, wie es einst David tat, als er Vorbereitungen für die Anbetung im Tempel traf und sagte:

      „Dein, o Jehova, ist die Größe und die Macht und die Schönheit und die Hoheit und die Würde; denn alles in den Himmeln und auf der Erde ist dein. Dein ist das Königreich, o Jehova, der du dich auch als Haupt über alles erhebst. Der Reichtum und die Herrlichkeit sind deinetwegen, und du beherrschst alles; und in deiner Hand sind Kraft und Macht, und in deiner Hand steht es, groß zu machen und allen Stärke zu geben. Und nun, o unser Gott, wir danken dir und preisen deinen herrlichen Namen“ (1. Chronika 29:11-13).

      21. (a) Wie wird Christus seine Tausendjahrherrschaft abschließen? (b) Was wird das Königreich erreicht haben?

      21 In Übereinstimmung mit dieser großartigen Lobpreisung wird derjenige, der größer ist als David, nämlich Christus Jesus, seine 1 000jährige Herrschaft des Friedens und des Wiederaufbaus abschließen, indem er das tut, was der Apostel Paulus voraussagte:

      „Als nächstes das Ende, wenn er seinem Gott und Vater das Königreich übergibt, wenn er [gegnerische] Regierungen von aller Art und alle Gewalt und Macht zunichte gemacht hat.“

      Ein für allemal wird sich die Gottesherrschaft als die richtige Herrschaftsform erwiesen haben, als stark genug, Anbetern Jehovas ewige Segnungen zukommen zu lassen. Unter der wohlwollenden Herrschaft des Königreiches wird der adamische Tod beseitigt und die ganze Menschheit „in dem Christus“ lebendig gemacht worden sein. Auf diese Weise werden die Milliarden, die dann auf der Erde leben, „von der Sklaverei des Verderbens frei gemacht“ worden sein „zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ (Römer 8:21; 1. Korinther 15:22-28).

      22. (a) Welche kurze Zeit der Prüfung wird dann folgen? (b) Welchen letzten Akt der Rechtfertigung wird Jesus vollbringen?

      22 Für kurze Zeit wird Satan aus dem Abgrund freigelassen werden, damit die zur Vollkommenheit gebrachte Menschenwelt in bezug auf ihre Loyalität gegenüber dem Königtum Jehovas geprüft werden kann. Eine unbestimmte Zahl von Menschen mag es sich dann erwählen, dem Teufel zu folgen, doch an ihnen wird schnell das Strafgericht vollstreckt werden. Der „Same“ des „Weibes“ Gottes, Christus Jesus, wird den letzten Akt der Rechtfertigung vollbringen, indem er dem Teufel, der Urschlange, den Kopf zertritt und ihn und seine Brut so vollständig vernichtet wie durch Feuer, das „Tag und Nacht ... für immer und ewig“ brennt. Die in Eden aufgeworfene Streitfrage um die rechtmäßige Souveränität Jehovas über seine Geschöpfe wird für alle Zeit geklärt worden sein! (Offenbarung 20:7-10; 1. Mose 3:15).

      23. (a) Wozu sollten wir uns gedrängt fühlen, wenn wir über Gottes Verheißungen nachdenken? (b) Weshalb sollten wir den Wunsch haben, daß ‘Gottes Königreich komme’?

      23 Wenn wir über die wunderbaren Verheißungen des „Königs der Ewigkeit“, unseres großen Schöpfers, des Souveränen Herrn Jehova, nachdenken, verspüren wir dann nicht den Wunsch, aus Dankbarkeit seinen Namen zu lobpreisen? Drängt es uns nicht, wie es bei einigen zu Pfingsten der Fall war, über die „großen Dinge Gottes“ zu reden, über seinen „König der Könige“ und über das messianische Königreich? (Apostelgeschichte 2:11; Offenbarung 15:3; 19:16). Drängt es uns nicht, zu unserem himmlischen Vater zu beten: „DEIN KÖNIGREICH KOMME.“ (Matthäus 6:9, 10)? Ja, es „KOMME“, um Satans Werke und seine Organisation hier auf der Erde zu vernichten! Ja, es „KOMME“, um der Menschheit die richtige Regierungsform zu bringen! Ja, es „KOMME“, um die herrliche Tausendjahrherrschaft herbeizuführen, unter der das Paradies wiederhergestellt wird, die Toten auferweckt und alle willigen Menschen zur Vollkommenheit geführt werden! Ja, es „KOMME“, damit Jehovas unvergleichlicher Name für alle Ewigkeit geheiligt werde!

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