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  • Unsere Zuflucht unter dem unvergänglichen „Königreich der Himmel“
    Der Wachtturm 1976 | 15. Februar
    • Unsere Zuflucht unter dem unvergänglichen „Königreich der Himmel“

      1. Warum fühlt man sich heute unsicher, und welche Frage stellen daher viele?

      HAST du schon je die dringende Notwendigkeit verspürt, Zuflucht zu suchen, einen Ort zu finden, der Schutz vor Gefahr oder Bedrängnis bietet? Vielleicht gehörst du zu denen, die sich noch lebhaft daran erinnern können, wie sie im Krieg Nacht für Nacht in einem Luftschutzbunker Zuflucht suchen mußten. Dort fühltest du dich in einem gewissen Maße geschützt und warst etwas erleichtert. Doch wie steht es mit den Gefahren und dem Druck der heutigen Verhältnisse? Hast du als Mann das Gefühl, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben? Fühlst du dich als Frau in deiner Familie und in deinem Bekanntenkreis sicher? Ist es für dich oder deine Kinder ungefährlich, abends oder auch tagsüber allein aus dem Haus zu gehen? Wir könnten noch viele weitere Gründe anführen, weshalb sich die Menschen heute sehr unsicher fühlen; denken wir dabei nur an Inflation, Vandalismus, Drogen, Verschmutzung und dergleichen. Es hat in der Welt noch nie düsterer ausgesehen. Die Weltbedrängnis nimmt zu. Immer mehr erkennt man die Hilflosigkeit des Menschen. Offensichtlich kann der Mensch die Probleme nicht lösen. Daher die entscheidende Frage: Wo können wir einen sicheren Zufluchtsort finden?

      2. (a) Inwiefern war das Jahr 1914 der große Wendepunkt? (b) In welcher Hinsicht kann man seitdem eine Eskalation beobachten?

      2 Bevor wir diese Frage beantworten, wollen wir uns einmal mit der Wurzel des Übels befassen. Wann und wie fing alles an? Wenn wir zurückblicken, stellen wir fest, daß das Jahr 1914 der große Wendepunkt war. Bis zum Sommer jenes Jahres schienen die Aussichten gut zu sein. In Europa gab es den Ständigen Schiedshof zur Beilegung zwischenstaatlicher Schwierigkeiten. Für viele war das Leben erfreulich und vielversprechend. Dann kam der Erste Weltkrieg wie ein Blitz aus heiterem Himmel, ausgelöst durch einen einzigen Pistolenschuß, der dazu führte, daß es schließlich Bomben vom Himmel regnete. Man hoffte, dieser Krieg würde allen Kriegen ein Ende bereiten. Doch statt dessen ebnete er den Weg für den Zweiten Weltkrieg. Und jetzt wird durch das Aufstapeln von Kernwaffen für einen mit Raketen geführten Krieg sogar unsere nackte Existenz bedroht. Auch auf anderen Gebieten ist eine Eskalation zu beobachten. Die Weltbevölkerung wächst an, ähnlich wie Zinseszinsen für gespartes Geld anwachsen. Da immer mehr Menschen zu ernähren sind, spricht man bereits von einer kurz bevorstehenden Welthungersnot. Und was ist zu der weltweiten Ausbreitung von Seuchen zu sagen? Hier ist nicht nur die „spanische Grippe“ des Jahres 1918 zu erwähnen, der 20 Millionen Menschen zum Opfer fielen. In unserer willfährigen Gesellschaft haben auch widerliche Geschlechtskrankheiten epidemische Ausmaße angenommen. Verbrechen, Gewalttaten und Gesetzlosigkeit sind an der Tagesordnung. Bei dem zunehmenden Bedürfnis nach Selbsterhaltung und bei so viel Rivalität, Habgier, Diebstahl und Übervorteilung ist es kein Wunder, daß die angeborene Selbstsucht des Menschen immer größer wird. Und so, wie die Nächstenliebe erkaltet ist, ist auch die Liebe zu Gott erkaltet. Nicht genug damit, daß diese Liebe erkaltet ist; es ist heute sogar ganz populär zu sagen, Gott sei tot. Natürlich geben wir gern zu, daß noch viele Menschen da sind, die ein gutes Herz haben und die ein anständiges Leben führen, aber man muß auch zugeben, daß solche Menschen immer schwerer zu finden sind.

      3. (a) Wie ist es möglich, die wahre Bedeutung der heutigen Verhältnisse zu erfahren? (b) Welche bedeutsame Frage führte zu der großen Prophezeiung Jesu Christi?

      3 Wir sind nun dem allgemeinen Trend der Dinge, der seit 1914 besteht, nachgegangen. Doch haben wir wirklich die Wurzel des Übels berührt? Und, was noch wichtiger ist, wie können die Probleme gelöst werden? Gibt es überhaupt eine Lösung? Wie können wir eine befriedigende Antwort auf diese Fragen erhalten? An wen können wir uns wenden? Glücklicherweise gibt es jemand, der uns völlig zufriedenstellende Antworten auf all diese Fragen geben kann und sie uns auch schon gegeben hat. Wir möchten daran erinnern, daß bereits im Jahre 1876 der Bibelforscher, der der erste Präsident der Watch Tower Bible and Tract Society wurde, in seinen Schriften erklärte, die in der Bibel erwähnten „Zeiten der Heiden“ würden im Herbst des Jahres 1914 ablaufen und das würde für die ganze Welt nie dagewesene Schwierigkeiten bedeuten. Woher wußte er das? Aus Gottes Wort, der Heiligen Schrift, und zwar besonders aus Daniel 4:16, 23, 25 und 32 sowie aus der großen Prophezeiung Jesu Christi, des Sohnes Gottes, der von Gottes heiligem Geist inspiriert war. Diese Prophezeiung bildet einen wesentlichen Bestandteil des Wortes Gottes und ist in Matthäus 24:4-51 sowie in Markus 13:5-37 und Lukas 21:8-36 aufgezeichnet. Sie war die Antwort auf eine bemerkenswerte Frage der Jünger Jesu: „Sage uns: Wann werden diese Dinge sein, und was wird das Zeichen deiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge sein?“ (Matth. 24:3). Ja, Jesus sagte den Abschluß eines Systems der Dinge voraus, und zwar nicht nur für seine Zeit, sondern auch für unsere Zeit, in der sich ähnliche Ereignisse abspielen sollten. Er wies auch auf den dringend benötigten Zufluchtsort hin, für den wir uns sehr interessieren.

      4. Wie hat sich Jesu Prophezeiung unmittelbar erfüllt, und auf welche ähnlichen Ereignisse in der heutigen Zeit wird dadurch hingewiesen?

      4 Betrachten wir kurz die unmittelbare Erfüllung der Prophezeiung Jesu zu seiner Zeit und zur Zeit seiner Apostel. Wir wissen, daß die vorausgesagten Ereignisse, die ihren Höhepunkt im Jahre 70 u. Z. in der Verwüstung des Tempels, der „heiligen Stätte“, und Jerusalems, der „heiligen Stadt“, sowie der Provinz Judäa fanden, das verheerende Ende jenes Systems der Dinge kennzeichneten. Und wie ist es heute? Können wir die vielen Ereignisse sehen, die Jesus voraussagte und die das kombinierte „Zeichen“ für seine Gegenwart und für den Abschluß des Systems der Dinge bilden? Wir haben bereits eine ganze Reihe dieser Ereignisse erwähnt, und selbst wenn wir von der chronologischen Berechnung der „Zeiten der Heiden“ absehen, können wir zuversichtlich sagen, daß das Jahr 1914 bestimmt den Anfang „der letzten Tage“ dieses Systems der Dinge kennzeichnete, in denen, wie Paulus sagte, „kritische Zeiten dasein werden, mit denen man schwer fertig wird“ (2. Tim. 3:1).

      DAS HEILMITTEL UND DER ZUFLUCHTSORT

      5. Wie sprach Jesus gemäß Lukas 21:28-31 über den einzigen Zufluchtsort, an den wir fliehen sollten?

      5 Als nächstes fragen wir: Gibt es ein Heilmittel? Für das gegenwärtige System der Dinge gibt es kein Heilmittel. Gemäß Gottes Wort ist es verdientermaßen zur Vernichtung verurteilt. Gibt es denn nichts, was den heutigen Mißständen entgegenwirken wird und wohin sich die Menschen wenden könnten? Gewiß gibt es das, und dieses Heilmittel, auf das unsere Aufmerksamkeit gelenkt wird, ist auch gleichzeitig der so wichtige Zufluchtsort, an den wir ohne Zögern fliehen müssen. Beachten wir folgende Worte Jesu:

      „ ‚Wenn aber diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht.‘ Darauf redete er in einem Gleichnis zu ihnen: ,Beachtet den Feigenbaum, und alle anderen Bäume: Wenn sie bereits ausschlagen, so erkennt ihr selbst, indem ihr es beobachtet, daß nun der Sommer nahe ist. Ebenso auch ihr, wenn ihr diese Dinge geschehen seht, erkennt, daß das Königreich Gottes nahe ist‘ “ (Luk. 21:28-31).

      6. (a) Wie ließ Jesus erkennen, wer der König des Königreiches Gottes sein sollte? (b) Welchen weiteren Hinweis findet man in den Hebräischen Schriften?

      6 Das ist es! Dieses „Königreich Gottes“ verdient unsere ganze Aufmerksamkeit. Wer ist der König dieses Königreiches? Unmittelbar vor den eben zitierten Worten sagte Jesus von sich selbst: „Dann werden sie den Sohn des Menschen in einer Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit kommen sehen.“ Und im Anschluß an seine Prophezeiung erzählte er drei Gleichnisse. Das letzte davon ist das Gleichnis von den Schafen und Böcken; es beginnt folgendermaßen: „Wenn der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen“ (Luk. 21:27; Matth. 25:31). Es besteht kein Zweifel, wer der gesalbte König des Königreiches Gottes ist. Und es besteht auch kein Zweifel daran, daß er dessen würdig ist. Zuerst entäußerte er sich bereitwillig seiner himmlischen Herrlichkeit, und dann, „als er in seiner Beschaffenheit als ein Mensch erfunden wurde, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode an einem Marterpfahl. Gerade aus diesem Grunde hat Gott ihn auch zu einer übergeordneten Stellung erhöht und ihm gütigerweise den Namen gegeben, der über jedem anderen Namen ist“ (Phil. 2:5-11). Er lebt auch heute noch, und er ist an der Erfüllung seiner eigenen inspirierten Prophezeiung sehr interessiert. Sein Leben auf Erden war ein markantes Leben; es war in allen wichtigen Gesichtspunkten in den inspirierten Hebräischen Schriften vorausgesagt worden, damit man den Messias deutlich erkennen könne. Einer dieser Texte sagt für unsere Zeit voraus: „Die Könige der Erde stellen sich auf, und hohe Amtspersonen selbst haben sich zusammengerottet wie e i n Mann gegen Jehova und gegen seinen Gesalbten.“ In Erwiderung sagt Jehova diesen Feinden mit einem spöttischen, ärgerlichen Lachen, es sei für sie zu spät. Er sagt: „Ich, ja ich, habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berge.“ Zur weiteren Kennzeichnung sagt Jehova dann zu diesem gesalbten König: „Du bist mein Sohn.“ Die ihm widerstehenden Nationen werden ihm übergeben, um ‘zerschmettert’ zu werden. Der Psalm hat jedoch einen guten Abschluß: „Glücklich sind alle, die zu ihm Zuflucht nehmen“ (Ps. 2:1-12). In vielen anderen Psalmen, wie z. B. in Psalm 91:1, 2, wird Jehova als unsere Zuflucht oder „meine Zuflucht“ bezeichnet, aber das Mittel, durch das er in der heutigen Zeit Zuflucht bietet, ist sein Königreich unter seinem gesalbten und regierenden Sohn Christus Jesus. (Siehe Psalm 110:1-4.)

      7. Was hat Gott in bezug auf eine Teilhaberschaft mit Jesus Christus vorgesehen, und was ist daran so erstaunlich?

      7 Jesus sprach oft von dem „Königreich Gottes“ oder dem „Königreich der Himmel“. Er sprach auch davon, daß einige mit ihm daran teilhaben würden, das heißt Mitkönige mit ihm sein würden. Wer hat schon je von einer solchen Vorkehrung gehört? Hat es schon je eine Nation oder ein Reich gegeben, in dem gleichzeitig 144 001 Könige geherrscht haben? So etwas hat es noch nie gegeben. Selbst heute, bei einer Weltbevölkerung von mehr als 4 Milliarden, gibt es noch nicht einmal zusammengenommen so viele Könige und Herrscher. Von wem stammt diese Idee? Gewiß nicht von Menschen! Sie stammt von Gott. Es ist der Vorsatz des Schöpfers des Himmels und der Erde. Eine solche himmlische Regierung, in der so viele Könige zusammen eine Weltregierung bilden, mag politisch interessierten Personen wie eine Phantasie vorkommen. Doch das liegt daran, daß, genauso wie der buchstäbliche Himmel höher ist als die Erde, die Gedanken Gottes, des Schöpfers des Himmels, höher sind als die der Menschen hier auf Erden. Es ist so, wie es Gott einmal in alter Zeit seinem Volk Israel sagte: „ ‚Denn eure Gedanken sind nicht meine Gedanken, noch sind meine Wege eure Wege‘ ist der Ausspruch Jehovas. ,Denn wie die Himmel höher sind als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken‘ “ (Jes. 55:8, 9).

      8, 9. (a) Welche weiteren Einzelheiten werden diesbezüglich in Offenbarung 1:5, 6 erwähnt? (b) Welcher zusätzliche Aufschluß wird darüber in der Offenbarung gegeben?

      8 Wir sollten daher nicht überrascht sein, wenn etwas, was Gott vorgesehen hat, viel großartiger ist, als es sich Menschen hätten vorstellen können. Jahrhunderte später enthüllte Gott im letzten Bibelbuch, in der Offenbarung, weitere Einzelheiten über diese Weltregierung. In diesem Buch wird Gottes Sohn die volle Ehre dafür gegeben, daß er als vollkommener Mensch auf Erden einen Opferweg gegangen ist. Beachten wir, wie dies der Apostel Johannes unter Inspiration ausdrückte: „Jesus Christus, der ,Der Treue Zeuge‘ ist, ,Der Erstgeborene von den Toten‘ und ,Der Herrscher über die Könige der Erde‘. Ihm, der uns liebt und der uns durch sein eigenes Blut von unseren Sünden losgemacht hat — und er hat uns zu einem Königtum, zu Priestern für seinen Gott und Vater gemacht —, ja ihm sei die Herrlichkeit und die Macht immerdar! Amen“ (Offb. 1:5, 6).

      9 Hätte Jesus nicht sein Lebensblut vergossen und sich Gott als Opfer dargestellt, so hätten seine Fußstapfennachfolger nie Könige und Priester für Gott, seinen himmlischen Vater, werden können. Jesus Christus spielt somit eine wesentliche Rolle dabei, daß es diesen Mitkönigen ermöglicht wird, mit ihm an seinem himmlischen Königreich teilzuhaben. Es ist so, wie er sagte: „Wer siegt, dem will ich gewähren, sich mit mir auf meinen Thron zu setzen, so, wie ich gesiegt und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe“ (Offb. 3:21). In Übereinstimmung damit sagen die vierundzwanzig älteren Personen zu Jesus Christus: „Du bist geschlachtet worden, und mit deinem Blut hast du für Gott Personen aus jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk und jeder Nation erkauft, und du hast sie zu einem Königtum und zu Priestern für unseren Gott gemacht, und sie werden als Könige über die Erde regieren“ (Offb. 5:9, 10).

      10. Wer war mit dem Lamm auf dem Berg Zion zu sehen, und wie werden sie beschrieben?

      10 Hinsichtlich der Zahl dieser mit Christus Jesus verbundenen Könige und Priester werden wir nicht im ungewissen gelassen. Johannes beschrieb diejenigen, die mit Christus Jesus auf dem himmlischen Berg Zion regieren werden, und berichtete von ihren guten Eigenschaften. In diesem Zusammenhang schrieb er: „Siehe! das Lamm stand auf dem Berge Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihrer Stirn geschrieben trugen. . . . Und sie singen gleichsam ein neues Lied vor dem Throne und vor den vier lebenden Geschöpfen und den älteren Personen; und niemand vermochte dieses Lied zu meistern als nur die hundertvierundvierzigtausend, die von der Erde erkauft worden sind. Diese sind es, die sich nicht mit Weibern befleckt haben; in der Tat, sie sind jungfräulich. Diese sind es, die dem Lamme beständig folgen, ungeachtet, wohin er geht. Diese wurden als Erstlinge aus den Menschen für Gott und für das Lamm erkauft, und in ihrem Munde wurde keine Unwahrheit gefunden; sie sind ohne Makel“ (Offb. 14:1-5).

      11, 12. (a) Wie werden sie von der Menschheit im allgemeinen unterschieden? (b) Wann werden diese König-Priester mit Christus Jesus regieren, und wie gelangen sie in das himmlische Königreich?

      11 Diese Nachfolger des Lammes werden deutlich von der Menschheit im allgemeinen unterschieden, denn in Offenbarung 7:4-8 wird von ihnen als von geistigen Israeliten gesprochen. Als solche sind sie an ihrer Stirn mit dem „Siegel des lebendigen Gottes“ versiegelt. Der Apostel Johannes führt zwölf Stämme mit den Namen der israelitischen Patriarchen auf. Er erklärt, daß 12 000 aus jedem dieser zwölf Stämme versiegelt wurden, so daß es 144 000 geistige Israeliten sind. Das Lamm selbst, Jesus Christus, wird als „der Löwe, der vom Stamme Juda ist“, bezeichnet (Offb. 5:5). Somit sind es schließlich insgesamt 144 001 geistige Israeliten.

      12 Aus dem 20. Kapitel der Offenbarung erfahren wir, daß diese 144 000 König-Priester zusammen mit dem Lamm, Jesus Christus, tausend Jahre lang regieren werden. Diese Herrschaft wird, unmittelbar nachdem Satan, der Teufel, und seine Dämonen mit Ketten gebunden und in einen Abgrund geschleudert worden sind, beginnen. Von dort aus werden diese bösen Geistermächte die Erdbewohner während der Tausendjahrherrschaft Christi und seiner Mitverbundenen, die er mit seinem Opferblut erkauft hat, nicht irreführen können. Jesu Mitverbundene gelangen in das himmlische Königreich, indem sie als Geistpersonen auferweckt werden. Ihre Auferstehung wird als die „erste Auferstehung“ bezeichnet. Daher heißt es in Offenbarung 20:6: „Glücklich und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat; über diese hat der zweite Tod keine Gewalt [weil sie unsterblich gemacht worden sind], sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und werden als Könige die tausend Jahre mit ihm regieren.“

      EIN UNVERGÄNGLICHER ZUFLUCHTSORT

      13. Zu welchem Schluß kommen wir angesichts dieses Beweismaterials?

      13 Angesichts all dieses inspirierten schriftlichen Beweismaterials haben wir keinen Grund, zu bezweifeln, daß Jehova Gott eine buchstäbliche Regierung vorgesehen hat, bestehend aus 144 001 Königen, die während der tausend Jahre, in denen Satan und seine Dämonen im „Abgrund“ gefangengesetzt sein werden, über die ganze Erde regieren sollen. Bis auf den heutigen Tag hat die Erde noch nie eine Regierung dieser Art gehabt — eine Regierung, deren Beamte solch gottgefällige Eigenschaften aufweisen. Diese himmlische Weltregierung wird nun bald ihre tausendjährige Herrschaft antreten. Das ist das Königreich, unter dem alle Menschen sichere Zuflucht finden können.

      14. (a) Inwiefern sind die heutigen Herrscher vergänglich und unterliegen der Korruption? (b) Was kann man diesbezüglich über alle Glieder der himmlischen Regierung Gottes sagen?

      14 Alle von Menschen gemachten Königreiche oder Regierungen sind vergänglich, denn die Herrscher, die sie repräsentieren, sind vergänglich, ganz gleich, mit welchem Titel sie sich bezeichnen mögen. Sie sind vergänglich, da sie aufgrund der ererbten Sünde und Unvollkommenheit alle krank werden und sterben. Außerdem unterliegen sie der Korruption. Dafür brauchen wir keine Beweise anzuführen. Wir sind nur zu gut vertraut mit den Ereignissen der jüngsten Zeit. Ganz anders verhält es sich dagegen mit der Regierung, die das „Königreich der Himmel“ bildet, obwohl sie sich aus einer so großen Zahl von Personen zusammensetzt. Jeder einzelne von ihnen wird sowohl unvergänglich, d. h. unsterblich, als auch unbestechlich sein. Der Oberste von ihnen, Jesus Christus, ist über jeden Zweifel erhaben. In Hebräer 7:26 wird von ihm gesagt, er sei „loyal, arglos, unbefleckt, getrennt von den Sündern“ und er sei „höher als die Himmel geworden“. Doch wie steht es mit seinen Mitverbundenen, die aus der sündigen Menschheit auserwählt wurden? Nun, wenn sie aufrichtig bereut haben und umgekehrt sind, sich Gott mit ganzer Seele hingegeben haben und Glauben an das Verdienst des Loskaufsopfers Christi ausüben, nimmt Gott sie an und erweckt in ihnen durch seinen Geist eine neue Hoffnung, eine himmlische Hoffnung. Der Apostel Petrus sagte diesbezüglich: „[Gott] hat . . . uns eine neue Geburt zu einer lebendigen Hoffnung gegeben durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe. Es ist in den Himmeln aufbehalten für euch.“ Nachdem er dann etwas später geschrieben hatte: „Ihr [habt] nun eure Seelen durch euren Gehorsam gegenüber der Wahrheit . . . geläutert“, fügte er hinzu: „Denn eine neue Geburt ist euch zuteil geworden, nicht durch vergänglichen, sondern durch unvergänglichen reproduktiven Samen, durch das Wort des lebendigen und bleibenden Gottes“ (1. Petr. 1:3, 4, 22, 23; siehe auch Apostelgeschichte 26:20).

      15, 16. Was lernen wir aus 2. Petrus 1:4 und 1. Korinther 15:53 weiter darüber?

      15 Über die Verwirklichung ihrer himmlischen Hoffnung schrieb Petrus: „[Gott] hat . . . uns die kostbaren und überaus großen Verheißungen geschenkt, damit ihr durch diese Teilhaber an der göttlichen Natur werden mögt, indem ihr dem Verderben, das durch die Sinnenlust in der Welt ist, entronnen seid.“ Paulus bestätigte diese Worte hinsichtlich ihrer Natur und ihres Organismus, indem er schrieb: „Denn das, was verweslich ist, muß Unverweslichkeit anziehen, und das, was sterblich ist, muß Unsterblichkeit anziehen“ (2. Petr. 1:4; 1. Kor. 15:53).

      16 Diejenigen, die nicht zur Klasse derer gehören, die das „Königreich der Himmel“ bilden, sondern Zuflucht unter dem Königreich suchen und finden, müssen sich ebenfalls vor dem „Verderben, das durch die Sinnenlust in der Welt ist“, schützen. Aber darüber werden wir später sprechen.

      REGIERUNGEN, DIE EINE FALSCHE ZUFLUCHT SIND

      17. Auf welche Weise und warum haben sich die Menschen seit dem Ersten Weltkrieg vermehrt menschlichen Regierungen zugewandt, und das trotz welcher Predigttätigkeit?

      17 Zunächst möchten wir uns aber, um durch einen krassen Gegensatz unsere Wertschätzung zu vertiefen, mit einer falschen Zuflucht, den menschlichen Regierungen, beschäftigen, die man der Menschheit aufgezwungen hat, und zwar besonders in der heutigen Zeit. Seit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914 ist es immer offensichtlicher geworden, daß menschliche Regierungen nicht fähig sind, erfolgreich über die Menschheit zu herrschen. Und doch wenden sich die Menschen vermehrt menschlichen Regierungen zu, denn seit 1919 sind mehr Staatsregierungen gegründet worden als zu irgendeiner vergleichbaren Zeit in der Vergangenheit. Der frühere Völkerbund, der in den Wehen des Zweiten Weltkrieges unterging, hatte zu jener Zeit mehr als 60 Mitgliedstaaten. Aber in der Organisation der Vereinten Nationen sind 144 Nationen vertreten. Man läßt sich heute von dem Grundsatz leiten, daß die einzelnen Völker ihre eigene Landesregierung haben und nicht von einem Kolonialreich beherrscht werden sollten. Diese ständige Neubildung von Regierungen ist erfolgt, obwohl Jehovas Zeugen immer eindringlicher gepredigt haben, daß Gottes messianisches Königreich die einzige realistische Hoffnung für die Menschheit ist. In den letzten 61 Jahren sind Hunderttausende auf diese Königreichsbotschaft eingegangen, doch die 2 Millionen Befürworter des Königreiches Gottes werden von der überwältigenden Mehrheit der 4 Milliarden Erdbewohner an Zahl bei weitem übertroffen. Es läßt sich nicht abstreiten, daß die große Mehrheit der Menschheit offensichtlich nicht unter Gottes Königreich als der einzigen Hoffnung Zuflucht sucht.

      18. (a) Durch welches Gleichnis Jesu wurden zwei entgegengesetzte Klassen vorausgesagt, und wie? (b) Was sagte Jesus ferner, das die wahre Bedeutung vieler seiner Gleichnisse erkennen läßt?

      18 Sollte es uns überraschen, daß die meisten Menschen Herz und Sinn gegenüber dem Evangelium vom Königreich verschlossen haben und in dieser unruhigen Zeit menschliche Regierungen als Zuflucht betrachten? Nein, wenn wir mit den prophetischen Schriften des heiligen Wortes Gottes vertraut sind, überrascht uns das nicht. Gottes Sohn, das Lamm Jesus Christus, sagte voraus, daß es so kommen würde. In einem seiner Gleichnisse sagte er: „Das Königreich der Himmel ist einem Menschen gleich geworden, der vortrefflichen Samen auf sein Feld säte. Während die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut hinzu, mitten unter den Weizen, und ging davon.“ Er sagte dann weiter, das Unkraut werde erst zur Erntezeit aus dem Weizen herausgelesen. Später, als er das Gleichnis erklärte, sagte er: „Was den vortrefflichen Samen betrifft, dies sind die Söhne des Königreiches; das Unkraut aber sind die Söhne dessen, der böse ist.“ Darauf fügte er hinzu: „Die Ernte ist ein Abschluß eines Systems der Dinge“ (Matth. 13:24-30, 36-43). Wir sollten auch an die Antwort denken, die Jesus seinen Jüngern gab, nachdem sie ihn gefragt hatten: „Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?“ Beachten wir seine Antwort: „Euch [den Jüngern] ist es gewährt, die heiligen Geheimnisse des Königreiches der Himmel zu verstehen, jenen Leuten aber ist es nicht gewährt . . ., weil sie, obgleich sie schauen, vergeblich schauen und, obgleich sie hören, vergeblich hören und auch den Sinn davon nicht erfassen; und an ihnen erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas [aus Kapitel 6:9, 10], welche sagt: ,Hörend werdet ihr hören, doch keineswegs den Sinn davon erfassen; und schauend werdet ihr schauen, doch keineswegs sehen. Denn das Herz dieses Volkes ist dick geworden, und mit ihren Ohren haben sie widerwillig gehört, und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht etwa sehen und mit ihren Ohren hören und mit ihrem Herzen den Sinn davon erfassen und umkehren und ich sie heile‘ “ (Matth. 13:10-15). Dieser Hintergrund läßt die wahre Bedeutung vieler Gleichnisse Jesu erkennen. Verhält es sich heute, in der Erntezeit, am „Abschluß eines Systems der Dinge“, mit dem „Unkraut“ nicht ganz genauso? Herz und Sinn dieser Menschen sind verschlossen.

      19. (a) Welche ähnliche Warnung sprach Paulus gemäß Apostelgeschichte 20:27-30 aus? (b) Wie kam der „Mensch der Gesetzlosigkeit“ ins Dasein, der schließlich welche falsche Zuflucht bildete?

      19 Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang noch an die warnenden Worte des Apostels Paulus an die Ältesten der Versammlung in Ephesus: „Ich weiß, daß nach meinem Weggang bedrückende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen werden, und aus eurer Mitte selbst werden Männer aufstehen und verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen“ (Apg. 20:27-30). Diese falschen Lehrer würden sehr korrupt sein und, wie Paulus ebenfalls voraussagte, im Laufe der Zeit die Klasse des „Menschen der Gesetzlosigkeit“ bilden (2. Thess. 2:3-12). Diese Klasse war bereits in den Tagen der Apostel am Werke, nahm aber erst im 4. Jahrhundert feste Formen an, als Kaiser Konstantin der Große einen Kompromiß mit den sogenannten „Bischöfen“, den falschen Lehrern seiner Zeit, erzwang. Auf diese Weise wurde das verfälschte Christentum, das diese „Bischöfe“ vertraten, mit der heidnischen römischen Religion vermischt. Die so entstandene Mischreligion wurde zur Staatsreligion, und auf diese Weise entstand die Christenheit. Sie ist heute eine große religiöse Masse und ist völlig mit heidnischen Lehren und Bräuchen, mit weltlichem Gedankengut sowie mit Schlechtigkeit, menschlichen Überlieferungen, Heuchelei und Lehren von Dämonen durchsäuert. Die Christenheit hat sich zu einem Teil Groß-Babylons, des Weltreiches der falschen Religion, gemacht, und sie ist der herrschende Teil dieses religiösen Weltreiches (Offb. 17:3-6; Gal. 5:9, 19-21).

  • Wer beim Königreich Zuflucht nimmt, muß entschieden Stellung beziehen
    Der Wachtturm 1976 | 15. Februar
    • Wer beim Königreich Zuflucht nimmt, muß entschieden Stellung beziehen

      1. Welche zwei symbolischen Frauen werden in der Offenbarung erwähnt, und wer sind sie?

      WENN wir uns dem letzten Buch der Bibel zuwenden, stellen wir fest, daß dort zwei symbolische Frauen in krassem Gegensatz einander gegenübergestellt werden. Die eine ist „Babylon die Große“, und die andere ist das „Weib“ des Lammes Gottes. Die erste wird als eine „Hure“ gebrandmarkt. Die zweite, die „Braut, das Weib des Lammes“, ist eine Jungfrau. Beide sind religiöse Organisationen; die eine ist unrein, die andere rein. Die „Braut, das Weib des Lammes“, ist die Versammlung der 144 000 jungfräulichen treuen Nachfolger des Lammes, Jesu Christi, die alle geistige Israeliten sind. Babylon die Große ist das Weltreich der falschen Religion, die ihren Ursprung im alten Babylon hat. Daher setzt sich Babylon die Große aus all denen zusammen, deren Religion im Gegensatz zum wahren Christentum steht. Das erklärt auch, weshalb der Apostel Johannes „sah, daß das Weib trunken war vom Blute der Heiligen und vom Blute der Zeugen Jesu“ (Offb. 17:6). Die Religion der Mitglieder Babylons der Großen ist daher nicht christlich, sondern babylonisch und somit falsch.

      2. In welchem Verhältnis steht die Christenheit zu Babylon der Großen, und woran kann man dies erkennen?

      2 Dadurch, daß die Christenheit die beherrschende Religionsorganisation der römischen Weltmacht wurde, wurde sie eine Tochterorganisation Babylons der Großen, von der es heißt: „Auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben, ein Geheimnis: ,Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde‘ “ (Offb. 17:5). Es ist daher kein Wunder, daß die Christenheit ihre religiöse Mutter nachahmt, „mit der“, wie die Bibel sagt, „die Könige der Erde Hurerei begingen, während die, welche die Erde bewohnen, mit dem Wein ihrer Hurerei trunken gemacht wurden“ (Offb. 17:1, 2). Die Christenheit pflegt eine innige Freundschaft mit der Welt. Das erinnert uns an den Bibeltext aus Jakobus 4:4: „Ihr Ehebrecherinnen, wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, stellt sich als ein Feind Gottes dar.“ Die vielen Vereinigungen von Kirche und Staat in der Christenheit gereichen ihr nicht zur Ehre. Sie kennzeichnen sie als eine geistige Hure, die sich in die Weltpolitik einmischt. Sie steht als eine falsche und unreine Zuflucht für die Menschheit verurteilt da.

      3. Wie wurde die Bestimmung Groß-Babylons einschließlich der Christenheit lebhaft dargestellt?

      3 Was Babylon der Großen widerfährt, widerfährt auch der Christenheit. Daran gibt es nichts zu rütteln. Obwohl Offenbarung, Kapitel 17 in symbolischer Sprache geschrieben ist, wird das doch unmißverständlich dargelegt. Über den Höhepunkt des Dramas, das in diesem Kapitel geschildert wird, lesen wir: „Und die zehn Hörner, die du sahst, und das wilde Tier [auf dem Babylon die Große als Herrin geritten ist], diese werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und nackt machen und werden ihre Fleischteile auffressen und werden sie gänzlich mit Feuer verbrennen.“ Gewiß kein schönes Bild! (Offb. 17:16).

      AUS BABYLON DER GROSSEN ZU GOTTES WAHREM WEIB FLIEHEN

      4. (a) Welchen eindringlichen Ruf hörte Johannes gemäß Offenbarung 18:4-8, und wieso war er eindringlich? (b) Wie könnten einige auf diesen Ruf reagieren, aber mit welche Frage werden wir heute alle konfrontiert?

      4 Kein Wunder, daß wir in der Offenbarung, und zwar gegen Anfang des 18. Kapitels, den eindringlichen Ruf finden: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt. . . . an e i n e m Tag [werden] ihre Plagen kommen, Tod und Trauer und Hungersnot, und sie wird gänzlich mit Feuer verbrannt werden, denn Jehova Gott, der sie gerichtet hat, ist stark“ (Offb. 18:4-8). Hast du diesen Aufruf gehört und befolgt? Vielleicht sagst du, du hättest die Heuchelei der Kirchen der Christenheit gesehen und sie verlassen, falls du dich überhaupt jemals als Mitglied einer der Kirchen der Christenheit betrachtet hast. In der heutigen Generation gibt es viele, die überhaupt nicht religiös erzogen worden sind und die, ohne irgendeine Vorstellung zu haben, sagen, sie glaubten, es müsse einen Gott geben. Gibst du dich damit zufrieden, lediglich nicht religiös zu sein? Du könntest wohl kaum behaupten, du befändest dich an einem sicheren Zufluchtsort oder du würdest einen solchen suchen, wenn du an einer so negativen und passiven Einstellung festhieltest. In Anbetracht all der Beweise für das näher rückende Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge einschließlich der Christenheit werden wir mit der Frage konfrontiert: Auf wessen Seite stehen wir in dieser Zeit des herannahenden Höhepunktes?

      5. Was für eine Volksmenge sah Johannes nach der Vision von den 144 000, und welche Einzelheiten berichtet er?

      5 Vielleicht sagst du, du gehörtest nicht zur Klasse derer, die das „Königreich der Himmel“ bilden würden und von der himmlischen Hoffnung überzeugt seien, wie wir es zu Anfang besprachen. Aber das heißt nicht, daß du nicht Gottes Gunst erlangen oder nicht unter seinen Flügeln Zuflucht finden könntest (Ps. 91:4). Im Anschluß an die in Offenbarung 7:4-8 enthaltene Beschreibung der 144 000 geistigen Israeliten lesen wir: „Nach diesen Dingen sah ich, und siehe! eine große Volksmenge, die kein Mensch zu zählen vermochte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen stand vor dem Thron und vor dem Lamm, in weiße lange Gewänder gehüllt, und Palmzweige waren in ihren Händen. Und sie rufen fortwährend mit lauter Stimme, indem sie sagen: ,Die Rettung verdanken wir unserem Gott, der auf dem Throne sitzt, und dem Lamme.‘ “ Diese Personen werden dann näher gekennzeichnet, und wir erfahren: „Das sind die, die aus der großen Drangsal kommen, und sie haben ihre langen Gewänder gewaschen und sie in dem Blut des Lammes weiß gemacht. Darum sind sie vor dem Throne Gottes; und Tag und Nacht bringen sie ihm in seinem Tempel heiligen Dienst dar; . . . [und] das Lamm, das inmitten des Thrones ist, [wird] sie hüten und sie zu Wasserquellen des Lebens leiten . . . Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.“ Welch ein einladendes Bild! (Offb. 7:9-17).

      6. (a) Wie bezeichnete Jesus diese Menschen? (b) Welche persönliche Note legte Jesus in seine Worte, und welche großartige Zusicherung gab er?

      6 Um noch deutlicher zu zeigen, wer diese „große Volksmenge“ bildet, und um dich einzuladen, auch dazuzugehören, möchten wir dich an das erinnern, was Jesus über seine Nachfolger sagte, die er mit Schafen verglich. Hinsichtlich derer, die zusammen mit ihm herrschen würden, sagte er: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Königreich zu geben“ (Luk. 12:32). Ja, eine „kleine Herde“! Aber bei einer anderen Gelegenheit, als Jesus etwas ausführlicher über seine „Schafe“ sprach und sich selbst als der „vortreffliche Hirte“ bezeichnete, der ‘seine Seele zugunsten der Schafe hingibt’, sagte er: „Und ich habe andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind; auch diese muß ich bringen, und sie werden auf meine Stimme hören, und sie werden e i n e Herde werden unter e i n e m Hirten.“ Kurz zuvor hatte er auch etwas ganz Persönliches gesagt, nämlich: „Er [der Hirte] ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie hinaus.“ Das bedeutet, daß er dich persönlich kennen wird, wenn du eines seiner wahren Schafe wirst, indem du dich verleugnest und ihm beständig nachfolgst. Beachte die ganz persönliche Note in seinen weiteren Worten: „Meine Schafe hören auf meine Stimme [auf niemand anders], und ich kenne sie [persönlich], und sie folgen mir. Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden keinesfalls je vernichtet werden, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mein Vater mir gegeben hat, ist größer als alles andere, und niemand kann sie aus der Hand des Vaters reißen.“ Welch eine großartige Zusicherung einer sicheren Zuflucht! (Joh. 10:3, 16, 27-29; siehe auch Matthäus 16:24).

      7. Wie warnte Petrus vor „falschen Lehrern“?

      7 Kehren wir noch einmal zu der Frage zurück, auf wessen Seite wir stehen. In diesem Zusammenhang wäre es gut, das zu berücksichtigen, was der Apostel Petrus unter Inspiration schrieb. Gegen Ende seines zweiten Briefes warnte er zunächst, daß es „unter euch falsche Lehrer geben wird. Eben diese werden unauffällig verderbliche Sekten einführen und werden sogar den Gebieter verleugnen, der sie erkauft hat, wodurch sie schnelle Vernichtung über sich bringen.“ Über diese Scheinchristen schrieb er später: „In den letzten Tagen [werden] Spötter mit ihrem Spott kommen . . ., die nach ihren eigenen Begierden vorgehen und sagen: ,Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, von dem Tage an, da unsere Vorväter im Tod entschlafen sind, gehen alle Dinge genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an.‘ “ Ist das nicht genau die Einstellung, die heute im allgemeinen von der Geistlichkeit der Christenheit und ihren Anhängern vertreten wird? Wir hoffen, daß nicht auch du diese Einstellung hast (2. Petr. 2:1, 2; 3:3, 4).

      8. Welche Warnung äußerte Petrus besonders für unsere Zeit?

      8 Vielmehr hoffen wir, daß wir alle aufrichtig mit der anschließenden Ermahnung des Apostels übereinstimmen. Zunächst wies er darauf hin, daß „durch das Wort Gottes“ ein früheres System der Dinge — Himmel und eine Erde — „vernichtet [wurde], als sie [die Erde] mit Wasser überflutet wurde“. Dann wies er darauf hin, daß „durch dasselbe Wort . . . die Himmel und die Erde, die jetzt sind, aufgespart [sind] für das Feuer und . . . aufbehalten für den Tag des Gerichts und der Vernichtung der gottlosen Menschen“. Darauf warnte er davor, wegen Gottes scheinbarer Langsamkeit ungeduldig zu werden, wie das heute bei vielen der Fall ist, und sagte: „Jehova ist hinsichtlich seiner Verheißung nicht langsam, wie es einige für Langsamkeit halten [nun beachte man den Grund], sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen.“ Wiederum warnte er, ‘Jehovas Tag werde kommen wie ein Dieb’ und dann würden die gegenwärtigen symbolischen Himmel und die symbolische Erde, die unter Satans unsichtbarer Herrschaft stehen, vernichtet werden (2. Petr. 3:5-10).

      9. Warum ist es wichtig, über Gottes Geduld die richtige Ansicht zu haben?

      9 Darauf folgt die Ermahnung: „Da alle diese Dinge so aufgelöst werden, was für Menschen solltet ihr da sein in heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit, indem ihr die Gegenwart des Tages Jehovas erwartet und fest im Sinn behaltet“ (2. Petr. 3:11, 12). Die Spötter der heutigen Zeit nutzen nicht die Geduld Gottes. Doch obwohl sie keine Wertschätzung dafür haben, hat Gott ihnen gegenüber sehr gütig gehandelt und ihnen die Möglichkeit eingeräumt zu bereuen. Der Apostel Paulus schrieb diesbezüglich: „Verachtest du den Reichtum seiner Güte und Nachsicht und Langmut, indem du nicht erkennst, daß Gottes gütige Wesensart dich zur Reue zu führen sucht?“ (Röm. 2:4). Wehe uns, wenn wir Gottes Güte verachten!

      10. Auf welcher Grundlage und wie können wir der Aufforderung aus 2. Petrus 3:14 nachkommen?

      10 Doch wie sollten wir, vom positiven Standpunkt aus betrachtet, die Frage beantworten: „Was für Menschen solltet ihr da sein?“? Und wie können wir zeigen, daß wir ‘die Gegenwart des Tages Jehovas erwarten und fest im Sinn behalten’? Nun, wir alle — ganz gleich, ob wir die himmlische oder die irdische Hoffnung haben — müssen der weiteren Aufforderung des Petrus nachkommen: „Tut euer Äußerstes, um schließlich von ihm fleckenlos und makellos und in Frieden erfunden zu werden“ (2. Petr. 3:12, 14). Ja, wir müssen uns immer bemühen, auf sittlichem Gebiet rein zu sein. Wir müssen unsere Lauterkeit bewahren, müssen „reinen Herzens“ sein und Jehova mit ganzer Seele ergeben sein (Matth. 5:8). Zugegeben, wir alle sind unvollkommen und machen täglich Fehler, aber es ist so, wie es in der Bibel in dem anschließenden Brief, nämlich in 1. Johannes 1:7, heißt: „Wenn wir jedoch im Lichte wandeln, wie er selbst im Lichte ist, so haben wir miteinander teil, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ Ja, Jesus Christus „ist ein Sühnopfer für unsere Sünden [für die Sünden der Christenversammlung, der „kleinen Herde“], doch nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt“. Daher können und müssen alle, die sich der „großen Volksmenge“ der „anderen Schafe“ noch anschließen, ‘ihre langen Gewänder waschen und sie in dem Blut des Lammes weiß machen’ (1. Joh. 2:2; Offb. 7:14).

      11. Wie geht aus Offenbarung 18:4 hervor, daß man nicht nur die falsche Religion aufgeben, sondern auch entschieden Stellung beziehen muß?

      11 Doch das ist noch nicht alles. Erinnern wir uns noch an die zwei symbolischen Frauen, die in krassem Gegensatz zueinander stehen? Die eine ist die Hure, Babylon die Große, wozu die Christenheit gehört, und die andere ist eine Jungfrau, das Weib des Lammes, die Christenversammlung. Es ist nicht damit getan, aus Babylon der Großen hinauszugehen, das heißt alle Verbindungen zur falschen Religion abzubrechen. Wer wurde gemäß Offenbarung 18:4 aufgefordert, aus ihr hinauszugehen? „Mein Volk.“ Das bedeutet, daß du deutlich zu erkennen geben mußt, daß du zu Gottes Volk gehörst und einer der ihm hingegebenen Diener oder Sklaven bist, ein Nachfolger des vortrefflichen Hirten, Christus Jesus, eines seiner „Schafe“. Um weiteres darüber zu erfahren, müssen wir uns wieder den Hebräischen Schriften und ihren Prophezeiungen zuwenden, die nicht nur die Grundlage für die Aufforderung aus Offenbarung 18:4 bilden, sondern auch für den größten Teil dessen, was im letzten Bibelbuch enthalten ist.

      12. (a) Wie spricht Jesajas Prophezeiung von Jehovas himmlischer Organisation? (b) Welche Rolle spielte Christus Jesus in Verbindung mit dieser Organisation?

      12 Gemäß Jesajas Prophezeiung war Jehovas messianischer Knecht, Christus Jesus, ein Glied der himmlischen Organisation treuer „Söhne Gottes“, bevor er hier auf Erden als Mensch seine Aufgaben versah (Hiob 1:6; 2:1; 38:7). Diese himmlische Engelorganisation spielt die Rolle eines „Weibes“, das mit Jehova, dem Schöpfer, verheiratet ist, genauso wie die alte Nation Israel von Jehova, als er sie in seinen Gesetzesbund aufnahm, gewissermaßen geehelicht wurde und als sein irdisches Weib dargestellt wurde (Jes. 54:1, 5-8). Jehova ersah seinen obersten himmlischen Sohn dazu aus, als messianischer Knecht auf Erden zu dienen. Und so brachte Jehovas mit einer Mutter vergleichbare Organisation im Himmel ihn als den Hauptrechtfertiger der universellen Souveränität ihres Ehemannes hervor. Als dieser Knecht seinen irdischen Lauf treu beendet hatte und von den Toten auferweckt worden war, empfing ihn die mutterähnliche Organisation im Himmel als den „Erstgeborenen von den Toten“ wieder zurück (Kol. 1:18; Offb. 1:5, 17, 18). Die Freude, die sie darüber empfand, wurde vorausgesagt. In Jesaja 54:1 lesen wir: „ ‚Juble, du Unfruchtbare, die nicht geboren hat! Werde fröhlich mit Jubelruf, und jauchze, die du keine Geburtsschmerzen hattest, denn die Söhne der Vereinsamten sind zahlreicher als die Söhne des Weibes mit einem ehelichen Besitzer‘, hat Jehova gesagt.“

      13. (a) Wie und auf wen wandte Paulus Jesaja 54:1 an? (b) Wie wandte Jesus in Übereinstimmung damit Jesaja 54:13 an?

      13 Diesen Schrifttext wandte der Apostel Paulus nicht auf die jüdische Nation nach ihrer Rückkehr aus dem Exil in Babylon an, sondern auf Jehovas weibesgleiche Organisation im Himmel. In Galater 4:22 bis 5:1 stellte Paulus die jüdische Nation mit ihrer Hauptstadt Jerusalem — die Nation, die Jesus Christus verwarf — Gottes himmlischer weibesgleicher Organisation gegenüber und sagte: „Das Jerusalem droben dagegen ist frei, und es ist unsere Mutter.“ Gemäß Jesajas Prophezeiung sollte Gottes himmlische Organisation noch mehr Kinder haben als nur Jesus, den Messias, auf den sie lange Zeit gewartet hatte, als ob sie unfruchtbar gewesen sei. Sie sollte außerdem die geistige Mutter der 144 000 Mitverbundenen Jesu, des Messias, werden. Das geht deutlich aus Jesaja 54:13 hervor, wo das „Jerusalem droben“, das „himmlische Jerusalem“ oder der „Berg Zion“ angeredet wird (Hebr. 12:22) und wo es heißt: „Und alle deine Söhne werden von Jehova Belehrte sein, und der Friede deiner Söhne wird überströmend sein.“ Daß dies das richtige Verständnis des Textes ist, geht aus der Tatsache hervor, daß Jesus Christus ihn gemäß Johannes 6:45 auf seine eigenen Jünger anwandte.

      14. Von wem wird Gottes Organisation auf Erden vertreten, und inwiefern müssen wir entschieden Stellung beziehen?

      14 Wir können daher sagen, daß Gottes weibesgleiche himmlische Organisation auf Erden von den gutbelehrten und gutgeschulten Mitverbundenen Christi Jesu vertreten wird. Somit müssen wir nicht nur der unreinen Hure, Groß-Babylon, entfliehen, sondern wir müssen zu Gottes wahrem Weib, dem „himmlischen Jerusalem“, fliehen, das auf Erden von den jungfräulichen Nachfolgern des Lammes, Christi Jesu, vertreten wird, und bei ihr müssen wir Zuflucht suchen, indem wir enge Gemeinschaft mit ihr pflegen. Das ist deutlich an der Situation zu erkennen, in der sich heute die Gruppe von Christen befindet, die als Jehovas Zeugen bekannt sind. Unter ihnen befindet sich ein Überrest derer, die durch Gottes Geist zur himmlischen Hoffnung berufen worden sind, und sie bilden den Kern der Zeugen Jehovas. Eng um diesen Kern schart sich eine zunehmende „große Volksmenge“ „anderer Schafe“, und sie alle bilden „e i n e Herde . . . unter e i n e m Hirten“ (Joh. 10:16).

      15. Wie zeigen Jehovas Zeugen, daß sie Jehovas Tag ‘fest im Sinn behalten’?

      15 Das ist keine leere Behauptung. Sie beweisen, daß sie wirklich ‘die Gegenwart des Tages Jehovas fest im Sinn behalten’. Trotz all der zunehmenden Schwierigkeiten halten sie an der ‘reinen und unbefleckten Religion’ fest, indem sie sich von der unreinen Welt ohne Flecken bewahren. Sie weigern sich, das politische „wilde Tier“ und sein von Menschen gemachtes „Bild“, die Vereinten Nationen, anzubeten. Sie hüten sich davor, sich mit Blutschuld zu beflecken, bleiben streng neutral und nehmen nicht an den blutigen Kriegen der Nationen und der politischen Parteien dieser Welt teil. Sie ahmen Jesus Christus, ihren Führer, nach, indem sie kein Teil der Welt sind (Jak. 1:27; Offb. 13:1-15; 15:2-4; Joh. 15:19; 17:14, 16).

      16. Wie kommen sie den zwei Geboten aus Matthäus 24:14 und Matthäus 28:18-20 nach, und woran kann man erkennen, daß Jehova ihre Tätigkeit gesegnet hat?

      16 Sie beweisen, daß sie ‘zuerst das Königreich [ihres himmlischen Vaters] und Seine Gerechtigkeit suchen’, indem sie beharrlich verkündigen, was sie über die einzige Hoffnung und Zuflucht des Menschen wissen, so, wie Jesus es voraussagte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis.“ Sie befolgen auch, solange noch Zeit dazu ist, das Gebot des auferstandenen Jesus Christus, hinzugehen und Jünger aus Menschen aller Nationen zu machen, sie im Wasser zu taufen und sie zu lehren, alles zu halten, was er ihnen geboten hat (Matth. 6:33; 24:14; 28:18-20). Daß Jehova ihre Tätigkeit gesegnet hat, kann man nicht nur an der wirklich beachtlichen Zunahme in Jehovas Organisation erkennen, sondern auch an dem Zustand des Friedens, des Glücks, der Sicherheit und der Reinheit, der auf der ganzen Erde unter dem Jehova hingegebenen Volk herrscht. Es ist wirklich wie ein geistiges Paradies. Höre daher, und befolge die biblische Einladung, in dieses geistige Paradies zu kommen und dort Zuflucht zu suchen.

      EINLADUNG IN EIN GEISTIGES PARADIES

      17. Welche Zusicherung und welche Einladung finden wir in Jesaja 54:17 und Jesaja 55:1, 2, und wie erfüllte sich dies im kleinen?

      17 Gegen Ende von Jesaja, Kapitel 54 wird den geistigen Söhnen des „Jerusalem droben“ folgende großartige Zusicherung gegeben: „Welche Waffe es auch immer sei, die gegen dich gebildet sein wird, sie wird keinen Erfolg haben, und welche Zunge es auch immer sei, die sich im Gericht gegen dich erheben wird, du wirst sie verurteilen“ (Jes. 54:17). Dann erfolgt die begeisternde Einladung: „Heda, all ihr Durstigen! Kommt zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt, kauft und eßt! Ja kommt her, kauft Wein und Milch sogar ohne Geld und ohne Kaufpreis. . . . Hört mir aufmerksam zu, und eßt, was gut ist, und an Fettigkeit finde eure Seele ihre Wonne“ (Jes. 55:1, 2). Diese Situation können wir verstehen, wenn wir uns daran erinnern, daß Jesaja die Verwüstung Jerusalems und Judäas sowie das siebzigjährige Exil der Juden in Babylon voraussagte. Er sagte auch ihre Befreiung durch den Perser Cyrus voraus, der als ein prophetisches Vorbild des messianischen Knechtes Gottes, Christus Jesus, gebraucht wurde, welcher das neuzeitliche Groß-Babylon zu Fall bringen und vernichten wird (Jes. 44:28 bis 45:6). Doch wie verhält es sich heute?

      18. Wie führten die Erlebnisse, die Jehovas Zeugen von 1914 bis 1918 hatten, zu einer größeren Erfüllung der im vorhergehenden Abschnitt angeführten Bibeltexte?

      18 Während des Ersten Weltkrieges bekam Babylon die Große mittels ihrer weltlichen Liebhaber aus den Kreisen der Politik, des Militärs und des Gerichtswesens Jehovas Zeugen wirklich in ihre Gewalt. In vielen Ländern wurden Jehovas Zeugen verfolgt und verboten, und schließlich wurden die Glieder ihrer leitenden Körperschaft ins Gefängnis gesteckt. Die Aussichten waren düster. Doch plötzlich eröffnete sich ihnen unerwartet durch die Nachkriegszeit eine neue Gelegenheit. Von Jehova kam die Botschaft der Befreiung — die biblische Botschaft von der Befreiung aus Babylon der Großen durch das aufgerichtete messianische Königreich. Der sichtbare Beweis dafür war, daß die obenerwähnten Personen aus dem Gefängnis entlassen und von jeder Falschanklage freigesprochen wurden. Bald darauf, noch im gleichen Jahr (1919), erschien im Wacht-Turm ein Hauptartikel mit dem Thema: „Glückselig sind die Furchtlosen“, und das war auch das Motto der Hauptversammlung, die vom 1. bis 8. September 1919 in Cedar Point (Ohio) stattfand. Bei diesem Kongreß gab es Anzeichen dafür, daß mehr geistige Speise und ein größeres Werk zu erwarten waren, denn es wurde die Veröffentlichung einer neuen, alle zwei Wochen erscheinenden Zeitschrift angekündigt, betitelt Das Goldene Zeitalter. Wie man sich vorstellen kann, war all das wie erfrischendes Wasser, stärkendes Brot, Frohsinn erzeugender Wein und nahrhafte Milch für Gottes wahre Diener.

      19. Was für Fortschritte hat es in bezug auf die Wiederherstellung eines geistigen Paradieses gegeben?

      19 Das war erst der Anfang, der erste Schritt, der Wiederherstellung eines geistigen Paradieses für Gottes Volk. Wie die neuzeitliche Geschichte der Zeugen Jehovas zeigt, hat es seitdem gewaltige Fortschritte gegeben, und jeder kann die geschichtlichen Tatsachen überprüfen und sich selbst überzeugen. Man kann auch erkennen, daß jeder Fortschritt unter der Leitung des Urhebers der Bibel gemacht wurde, der gesagt hat: „Mein Wort . . . wird nicht ergebnislos zu mir zurückkehren, sondern es wird gewißlich das tun, woran ich Gefallen gehabt habe, und es wird bestimmt Erfolg haben in dem, wozu ich es gesandt habe. Denn mit Freude werdet ihr ausziehen, und mit Frieden werdet ihr hereingebracht werden. . . . die Bäume des Feldes selbst werden alle in die Hände klatschen. Statt des Dornendickichts wird der Wacholderbaum aufgehen. Statt der Brennessel wird die Myrte aufgehen. Und es soll Jehova etwas zum Ruhme werden, ein Zeichen auf unabsehbare Zeit, das nicht weggetilgt werden wird“ (Jes. 55:10-13).

      20. Wie wird die Einladung, in dieses Paradies zu kommen, in Psalm 1:1-3 ausgedrückt?

      20 Welch eine großartige und einladende Beschreibung eines geistigen Paradieses! Auch du bist eingeladen, einen Anteil an diesem geistigen Paradies zu haben, wenn du dich eng an Gottes Wort hältst. In Psalm 1:1-3 heißt es diesbezüglich: „Glücklich ist der Mann, der . . . seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas und mit gedämpfter Stimme in seinem Gesetz liest Tag und Nacht.“ Wie wird es diesem Mann ergehen? „Er wird gewißlich wie ein Baum werden, gepflanzt an Wasserbächen, der seine eigene Frucht gibt zu seiner Zeit und dessen Laub nicht welkt [der somit immer fruchtbar und grün bleibt], und alles, was er tut, wird gelingen.“

      21, 22. (a) Wie wird diese Einladung in Matthäus 25:34 und Offenbarung 22:17-20 erweitert? (b) Wofür müssen wir Stellung beziehen, wenn wir diese Einladung annehmen wollen?

      21 Der Weg in das geistige Paradies steht immer noch offen! Die Einladung, hineinzugehen und sich seiner zu erfreuen, erschallt immer noch weltweit! Es ist so, wie es der König in dem Gleichnis Jesu ausdrückte: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, ererbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist“ (Matth. 25:34). Ja, Gottes Wort, die Heilige Schrift, schließt mit folgender Einladung ab: „Und der Geist und die Braut sagen fortwährend: ,Komm!‘ Und jeder, der es hört, sage: ,Komm!‘ Und jeder, den dürstet, komme; jeder, der wünscht, nehme Wasser des Lebens kostenfrei.“ Die letzten Worte, die Johannes in seiner Vision Jesus Christus sagen hört, lauten: „Es spricht der, der von diesen Dingen Zeugnis ablegt: ,Ja; ich komme eilends.‘ “ Darauf antwortet Johannes schnell: „Amen! Komm, Herr Jesus“ (Offb. 22:17-20).

      22 Warum nicht unter dem unvergänglichen „Königreich der Himmel“ Zuflucht suchen und entschieden dafür Stellung beziehen? Wirst du einer so oft wiederholten und eindringlichen Einladung nicht freudig Folge leisten? Willst du nicht kommen?

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