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Ist Gottes Vorhaben mit der Menschheit gescheitert?Der Wachtturm 1956 | 1. November
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natürlich gleichwie Adam und Eva sein sollten und ein Recht auf Leben hätten, das in Übereinstimmung mit ihrem Schöpfer wäre, und die in Glück und Frieden beieinander wohnen würden. Zweitens: „Und unterwerft sie [nämlich die Erde] euch“, wodurch die ganze Erde zu einem Paradies gestaltet werden sollte, gleichwie der besonders angelegte Garten der Wonne es in Eden war. Und drittens: ‚Haltet euch alle Tiere unterwürfig.‘ Der Mensch sollte ein weiser und liebender Regent sein, und zwar nicht über die Mitmenschen, sondern über die niedrige, nicht vernunftbegabte Tierschöpfung. — 1. Mose 1:28, NW.
Man beachte: Gott sagte zu Adam und Eva nichts darüber, daß sie in den Himmel kommen sollten. Auch sagte er ihnen nicht, daß der Erdball eines Tages vernichtet würde. Statt dessen unterrichtete er sie, daß sie solange leben würden, wie sie einem gewissen Gebot gehorchten. Daraus müssen wir schließen, daß des Menschen Geschick ein irdisches, kein himmlisches war, und so lesen wir: „Die Gerechten werden das Land besitzen und werden darin wohnen immerdar.“ Wie aber könnten sie das, wenn die Erde eines Tages durch Feuer vernichtet würde? — Ps. 37:29.
Welch wunderbare Aussichten Gottes Vorhaben der Menschheit doch bot! Welches Zeugnis von Gottes Liebe, Gerechtigkeit, Weisheit und Macht dieser Fortpflanzungsauftrag doch war! Sehen wir aber heute, etwa 6000 Jahre nach der Zeit, da Gott diesen Auftrag erteilte, daß sich Gottes Vorhaben mit der Menschheit in der Praxis erfüllt hätte? Weit davon entfernt!
Statt daß der Mensch die Erde zu einem Paradiese gestaltet hätte, hat er sie so ausgebeutet, daß weite Gebiete durch Staubstürme und Bodenerosion unfruchtbar geworden sind. Zerstörende Kriege haben andere große Teile ruiniert, und nun warnen die Wissenschaftler davor, durch die Entfesselung der Atomenergie schließlich die ganze Erde unbewohnbar zu machen.
Außerdem hat der Mensch verfehlt, eine weise, gerechte und liebende Herrschaft über die Tiere auszuüben. Statt dessen hat der Mensch das ihm Anvertraute mißbraucht, hat unnütze Leiden hervorgerufen, mutwillig Tiere aus Gewinnsucht oder Sportlust in einem Maße abgeschlachtet, daß gewisse Arten vollständig ausgerottet wurden. Und weit davon entfernt, die Erde mit einem glücklichen und gerechten Menschengeschlecht gefüllt zu haben, das das Recht auf Leben besäße, hat der Mensch die Erde mit einem ungerechten, elenden, sterbenden Geschlecht angefüllt.
Warum dieses anscheinende Scheitern des Vorhabens Gottes mit der Menschheit? Es ist eine Folge der Ursünde, die durch die Rebellion eines Geistgeschöpfes Gottes hervorgerufen wurde, dem die Erde und der Mensch anvertraut worden waren, und das wegen seiner Rebellion nun als Satan, der Teufel, bekannt ist. Dies weiß jedermann nur zu gut, als daß hier Einzelheiten wiederholt werden müßten. — 1. Mose 3:1-19; Röm. 5:12.
Bedeutet dies, daß Gottes Vorhaben mit der Menschheit sich nicht verwirkliche? Ganz und gar nicht. Kein Vorsatz Gottes wird je unerfüllt bleiben. Wie könnte dies der Fall sein, da Gott doch nicht nur der Allwissende, sondern auch der Allmächtige ist? Er selbst gibt uns die Zusicherung: „Ich habe entworfen und werde es auch ausführen.“ — Jes. 46:11.
Tatsächlich ist die Verwirklichung des Vorhabens Gottes mit der Menschheit zeitweilig unterbrochen worden, und Gott hat dies aus sehr guten Gründen zugelassen. Aus welchen Gründen? Um seine Überlegenheit über seinen Rivalen zu zeigen, auch wenn diesem praktisch freie Hand gelassen wird, und auch um zu beweisen, daß er Geschöpfe haben kann, die sich ihm trotz aller Versuchungen und Verfolgungen, die Gottes Feind, Satan, über sie bringen mag, als treu erweisen werden. Als Beispiel siehe das Buch Hiob.
GOTTES VORHABEN ERFÜLLT SICH NOCH
Wie wird denn Gottes Vorhaben mit der Menschheit noch verwirklicht werden? Indem er notwendigerweise die Verdammnis beseitigt, die zufolge der Übertretung Adams auf der Menschheit lastet. Gott ermöglichte dies, indem er seinen Sohn auf die Erde kommen und den Platz des Menschen im Tode einnehmen ließ. So lesen wir von Jesus: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ Ja, gleichwie die Sünde Adams, des einen vollkommenen Menschen, den Tod über das Menschengeschlecht brachte, so erschließt das Opfer Jesu, des einen vollkommenen Menschen, für alle Gerechtigkeitsliebenden den Weg, Leben zu erlangen. — Joh. 1:29, NW.
Bevor indes die Menschen die Segnungen aus dem Opfer oder der Loskaufsvorkehrung Jesu empfangen können, müssen Satan und alle seine Helfershelfer, die sichtbaren wie die unsichtbaren, aus dem Wege geräumt werden, da sie all diese Tätigkeit, zugunsten des Menschen, verhindern wollen. Dies werden Jesus Christus und seine unsichtbaren Heere in Harmagedon, im „Kriege des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, tun. In diesem universellen Kriege werden alle auf Erden, die nicht Stellung für Jehova beziehen, vernichtet werden, wohingegen Satan und seine unsichtbaren Heere für tausend Jahre in einen Abgrund todesgleicher Untätigkeit geworfen werden. — Off. 16:14, 16; 20:1-3, NW.
Die Harmagedon-Überlebenden, die Jehova und seine Gerechtigkeit lieben, werden dann sehen, wie sich Jesu Gebet erfüllt: „Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auch auf Erden.“ Das bedeutet „neue Himmel und eine neue Erde“, in denen Gerechtigkeit wohnen wird. — Matth. 6:10; 2. Pet. 3:13, NW.
Dieses himmlische Königreich, das Gottes Vorhaben mit der Menschheit verwirklicht, besteht aus dem König, Jesus Christus, und den 144 000 königlichen Mitverbundenen. Diese Mitverbundenen werden ausnahmsweise aus den Menschen herausgewählt und sind die einzigen, die je in den Himmel aufgenommen werden. — Off. 14:1, 3.
Als Abrahams Same werden Christus und die mit ihm Verbundenen die ganze Menschheit segnen. Unter ihrer Königreichsherrschaft fallen die Wirkungen der Sünde und des Todes allmählich dahin. Ihre ersten Untertanen, die Harmagedon-Überlebenden, die in Offenbarung 7 erwähnte „große Volksmenge“, werden an einer bildhaften Erfüllung des Fortpflanzungsauftrages teilhaben und Kinder in Gerechtigkeit hervorbringen. Auch werden sie eine weise, gerechte und liebende Herrschaft über die Tierschöpfung ausüben und sich die Erde untertan machen und sie zu einem Paradiese gestalten. Dann werden die in den Gedächtnisgrüften oder in Gottes Gedächtnis Aufbewahrten Jesu „Stimme hören und hervorkommen“. — Joh. 5:28, 29, NW.
Am Ende der 1000jährigen Königreichsherrschaft werden Satan und seine Dämonen losgelassen, um alle, die auf Erden wohnen, zu versuchen. Alle, die der selbstischen Versuchung erliegen, werden mit Satan und seinen Dämonen vernichtet werden. Jene aber, die der Probe widerstehen, werden von Gott gerechtgesprochen und sollen das Recht auf ewiges Leben erhalten. Dann wird Gottes Vorhaben völlig verwirklicht sein, da sich die ganze Menschheit des endlosen Lebens in einem irdischen Paradies erfreuen und Jehova gemeinsam in Geist und Wahrheit anbeten und in Glück, Liebe und Frieden beisammen wohnen wird.
Möchtest du an der Verwirklichung des herrlichen Vorhabens Jehovas mit der Menschheit teilhaben, das sich so bestimmt und so bald erfüllen wird? Dann bringe Gott jene ausschließliche Ergebenheit dar, die ihm alle seine Geschöpfe schulden und die er mit Recht von ihnen verlangt. Dir Hilfe zu bieten, Jehova ausschließliche Ergebenheit darzubringen, ist der Zweck der Wachtturm-Veröffentlichungen und der Tätigkeit der Zeugen Jehovas. Nimm ihre Hilfe an, denn sie gereicht dir zum dauernden Segen!
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Gott die Schuld an Unfällen zugeschriebenDer Wachtturm 1956 | 1. November
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Gott die Schuld an Unfällen zugeschrieben
● Wegen falscher religiöser Erziehung schieben unvollkommene Menschen die Schuld an Unfällen oft auf Gott, als ob Gott beständig Wunder wirken sollte, um die Menschen vor den Folgen ihrer eigenen Torheit zu schützen. So sagte ein gewisser Herr Joseph Jenkins, sen., von New Jersey, nachdem er gehört hatte, daß durch einen Autounfall das vierte Mal im Laufe von fünf Jahren einer seiner erwachsenen Söhne ums Leben gekommen war: „Ich weiß nicht, warum mir Gott meine Jungen auf diese Weise nimmt.“ Seine Gattin gab ihm nur geringen Trost, denn auch sie schob Gott die Schuld zu mit den Worten: „Der Herr hat sie uns gegeben und der Herr hat sie uns genommen.“ Gott verursacht keine Autounfälle. Es ist eine Lästerung, ihm für das Versagen eines Mechanismus oder für Irrtümer im Urteil der Menschen die Schuld zu geben. Die Schrift sagt: „Alle trifft Zeit und Zufall.“ — Pred. 9:11, ZB.
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