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  • Eine Herausforderung für eine Regierung
    Der Wachtturm 1980 | 15. April
    • würde. Wahrscheinlich erkennst du, um wen es sich bei diesem Kind handelt. Als der Engel Gabriel seine Geburt ankündigte, sagte er, es solle Jesus heißen, und fügte hinzu: „Er wird ... als König ... regieren, und sein Königreich wird kein Ende haben“ (Luk. 1:31, 33).

      Die Tätigkeit Jesu Christi und seiner Jünger bestand hauptsächlich darin, das Königreich Gottes zu predigen und zu lehren. Gemäß dem biblischen Bericht erwähnten sie über 140mal diese Regierung. Wir wissen, daß Jesus seine Nachfolger sogar beten lehrte: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel“ (Matth. 6:10, Luther, 1964).

      Wie wird aber die Herrschaft dieser Königreichsregierung aufgerichtet, und wie wird sie funktionieren? Sind Menschen dazu erforderlich? Können Menschen eine Regierung bilden, die eine Welt schaffen wird, in der wir alle leben möchten?

  • Kann eine menschliche Regierung der Herausforderung gerecht werden?
    Der Wachtturm 1980 | 15. April
    • Kann eine menschliche Regierung der Herausforderung gerecht werden?

      EINST vertrat man die Auffassung, „die Kirche auf Erden sei das Königreich Gottes“a. Diese Vorstellung entstand dadurch, daß die katholische Kirche eine dominierende Macht in der Welt war. In der zweiten Hälfte des Mittelalters stellten die Päpste für die Könige eine rivalisierende politische Gewalt dar. Sie befehligten sogar mächtige Armeen. John F. Hurst schreibt in seinem Werk History of the Christian Church: „Die Päpste versuchten es den Königen gleichzutun und setzten alles daran, Entscheidungsgewalt in weltlichen Angelegenheiten zu erlangen.“

      Die Führer der Kirche gaben vor, Herrschergewalt von Gott empfangen zu haben. Später behaupteten die Könige verschiedener Nationen ebenfalls, aufgrund göttlichen Rechts zu herrschen. In dem Werk New Catholic Encyclopedia heißt es: „Die Vorstellung vom göttlichen Recht ermöglichte es den Königen der Nationen, ihre Gewalt mit dem Hinweis zu rechtfertigen, sie sei ebenso göttlich wie die des Papstes.“

      Wurden aber Päpste und andere Herrscher, die behaupteten, aufgrund göttlichen Rechts zu regieren, der Herausforderung gerecht, eine gute Regierung zu stellen? Erfreuten sich ihre Untertanen des Lebens, der Freiheit und des Glücks?

      Nein, statt dessen zeichneten sich diese Herrscher durch schreckliche Ungerechtigkeit und Unterdrückung aus. Die Menschen wurden dazu aufgestachelt, sinnlose Kriege zu führen und sich an blutigen Kreuzzügen zu beteiligen, durch die das Leben und das Glück von Millionen zerstört wurden. Tausende fielen der teuflischen Inquisition zum Opfer. Die meisten von ihnen wurden auf abscheuliche Weise zu Tode gemartert. Welch eine Unehre für Gott, sein Königreich mit der Herrschaft der Kirche zu identifizieren oder mit der Herrschaft von Königen, die göttliches Recht beanspruchten!

      MENSCHLICHE BEMÜHUNGEN FORTGESETZT

      In neuerer Zeit haben sich die kirchlichen Ansichten geändert. Wie in dem Werk The Dictionary of the Apostolic Church (Ausg. 1916) erklärt wird, haben einige moderne theologische Autoren die Vorstellung, die Welt, wie wir sie kennen, werde sich unter dem christlichen Einfluß entwickeln, bis sie das Königreich werde. Ist sie das aber geworden?

      Zu Lebzeiten von Millionen unserer Zeitgenossen haben sogenannte christliche Nationen die größten und blutigsten Kriege der Geschichte geführt. Der Kirchenhistoriker Roland H. Bainton bemerkte: „Die Kirchen in den Vereinigten Staaten zeigten besonders im Ersten Weltkrieg eine kreuzzugähnliche Haltung.“

      Gemäß Vertretern der Kirchen in Amerika war dies, wie Bainton erklärte, „ein heiliger Krieg. ... Die Deutschen waren Vandalen. Sie zu töten bedeutete, die Erde von Scheusalen zu säubern.“ A. F. Winnington-Ingram, Bischof von London, forderte die Engländer auf: „Tötet die Deutschen, tötet sie! ... Ich habe es tausendmal gesagt: In meinen Augen ist es ein Krieg im Interesse der Reinheit.“

      Aber auch die Deutschen waren angeblich Christen. Der damalige Erzbischof von Köln sagte zu den deutschen Soldaten: „Gott ist mit uns in diesem Kampf für Gerechtigkeit, in den wir gegen unseren Willen verwickelt worden sind. Wir gebieten euch im Namen Gottes, bis zum letzten Blutstropfen für Ehre und Ruhm des Landes zu kämpfen.“

      Etwas mehr als 20 Jahre später, im Jahre 1939, wurden die Nationen in einen zweiten Weltkrieg verwickelt. Wiederum bekannten sich die meisten der kriegführenden Staaten zum Christentum. Die Welt, wie wir sie kennen, hat sich unter dem christlichen Einfluß eindeutig nicht dahingehend entwickelt, daß sie das Königreich Gottes wird.

      Was aber ist in den 35 Jahren, seitdem der Zweite Weltkrieg im Jahre 1945 zu Ende gegangen ist, geschehen? Hat es den Anschein, daß menschliche Regierungen endlich die Bedürfnisse der Menschheit befriedigen?

      SIND GEGENWÄRTIGE BEMÜHUNGEN ERFOLGREICH?

      Statt daß sich die erhoffte Erleichterung einstellt, beobachten wir heute, daß die Probleme weltweit ständig zunehmen. Ja, wegen des Versagens menschlicher Bemühungen ist die Situation so ernst geworden, daß sogar der Fortbestand der Zivilisation bedroht ist. Betrachten wir nun die Bemühungen des Menschen, den

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