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Die Königreichsinteressen fortwährend an die erste Stelle setzenDer Wachtturm 1959 | 1. September
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Die Königreichsinteressen fortwährend an die erste Stelle setzen
„So fahrt denn fort, zuerst nach dem Königreich und seiner [Gottes] Gerechtigkeit zu trachten, und all diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden.“ — Matth. 6:33, NW.
1. Wie verhalten sich die Menschen im allgemeinen gegen Gottes Königreich, und in welcher Lage befinden sich die meisten Menschen?
DIE meisten Leute räumen dem Königreiche Gottes, das unter Christus steht, in ihrem Leben wenig Platz ein. Und besonders jene, die dem Denken dieser Welt die Richtung geben, haben kein Interesse an diesem Königreiche. Ja sie sind sogar entschlossen, so vielen anderen als möglich das Interesse daran zu nehmen. Um sich die Menschen unterwürfig zu halten, haben sich die Personen, die für die Angelegenheiten der Welt Verantwortung tragen, der Interessengebiete der Menschen mit festem Griff bemächtigt. Die Lebensweise, die sie für den Menschen vorsehen, zwingt ihn, auf gewissen Wegen zu gehen, denen er nach seinem Empfinden folgen muß, um weiterleben zu können. Demzufolge und oft auch als Abwehrmaßnahme verschließt er seine Augen vor irgendeiner anderen Möglichkeit und verfolgt weiterhin den ihm vorgeschriebenen Weg, weil es der Weg des geringsten Widerstandes ist.
2. Welchem Wege müssen die Menschen folgen, um sich von der von Dämonen beherrschten Denkweise rein zu halten, und welche Zusicherung gab Jesus in bezug auf die Weisheit dieses Laufes?
2 Hoch über allen solchen Menschen der Welt steht der Gott dieser Welt, dessen Hauptinteresse darin besteht, alle Völkerschaften von dem Königreiche wegzuziehen, das Gott heute als den Weg zur Rettung darbietet. Wenn sich daher jemand in demselben Zyklus wie diese Welt betätigen will, ohne in den Strudel der von Dämonen beherrschten Denkweise gezogen zu werden, so muß er den Interessen des Königreiches Gottes in seinem Leben den ersten Platz einräumen. Diese Handlungsweise schrieb Jesus den Christen vor, wenn er sagte: „Hört auf, um eure Seelen besorgt zu sein hinsichtlich dessen, was ihr essen oder was ihr trinken werdet, oder um euren Leib besorgt zu sein hinsichtlich dessen, was ihr tragen werdet. Bedeutet nicht die Seele mehr als Nahrung und der Leib mehr als Kleidung? Beobachtet aufmerksam die Vögel des Himmels, denn sie säen nicht, noch ernten oder sammeln sie etwas in Scheunen ein, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht mehr wert als sie? Wer von euch kann dadurch, daß er sich Sorgen macht, seiner Lebenslänge eine einzige Elle zusetzen? Auch was Kleidung betrifft — weshalb macht ihr euch Sorgen? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen; sie mühen sich nicht ab und spinnen auch nicht, doch sage ich euch, daß nicht einmal Salomo in all seiner Herrlichkeit wie eine von diesen gekleidet war. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er nicht viel eher euch kleiden, ihr Kleingläubigen? So macht euch nie Sorgen, indem ihr sprecht: ‚Was sollen wir essen?‘ oder ‚Was sollen wir trinken?‘ oder: ‚Was sollen wir anziehen?‘ denn all diesem gehen die Nationen begierig nach. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr all dieser Dinge bedürft. So fahrt denn fort, zuerst nach dem Königreich und seiner Gerechtigkeit zu trachten, und all diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden.“ — Matth. 6:25-33, NW.
3. Wem gab Jesus diesen Rat, und wovon hängt es ab, daß er befolgt wird?
3 Dieses Gebot, das von Jehovas oberstem Vertreter seines Königreiches kommt, enthält die Verheißung, daß Gott alle, die seinem Gesetz gehorchen und die Interessen seiner Herrschaft in ihrem Leben an die erste Stelle setzen, aus den Klauen dieser Welt befreien und daß er für ihre Bedürfnisse sorgen wird. (Ps. 18:20; Spr. 13:13; Heb. 11:6) Jesus sprach hier nicht nur zu Personen, die schon Diener Jehovas waren. Die Worte dieses Gebotes sind ein Teil seiner „Bergpredigt“, und durch die Jahrhunderte hindurch sind sie an Menschen aller Nationen ergangen, die nach einem besseren Leben, einem Leben gemäß Gottes Wegen, getrachtet haben. Aus diesem Grunde würden alle, die bekennen, Nachfolger Christi zu sein, heute gut tun, diese Worte im Hinblick auf die eigenen Interessen und die Stellung in dieser Welt ernstlich ins Auge zu fassen. Jehovas Fähigkeit, für die Seinen zu sorgen, steht außer Frage, wie Jesus dies hier zeigt; somit braucht sich niemand von dieser Welt irgendwie abhängig zu fühlen. Der Lauf des Christen wird somit ganz und gar eine Sache des Glaubens und der Bereitschaft, die eigenen Interessen denen des Reiches Gottes unterzuordnen.
4. In welcher Beziehung sollten die Königreichsinteressen zu den eigenen, persönlichen Interessen stehen?
4 Von diesem Standpunkt aus gesehen, werden alle Interessen eines Christen Königreichsinteressen. So sagte es Paulus: „Was immer ihr tun mögt: arbeitet daran mit ganzer Seele, als gelte es Jehova.“ (Kol. 3:23, NW) Der Christ nimmt zum Beispiel nicht nur zur persönlichen Befriedigung Speise zu sich, sondern um körperlich für die ihm im Predigtdienst zugeteilte Arbeit gestärkt zu werden. Sein Interesse an einer weltlichen Beschäftigung geht nur so weit, als diese notwendig ist, damit er für sich und die Seinen Kleidung und Obdach beschaffen und dadurch Gott fortwährend Dienst darbringen kann. Eine Beförderung im Geschäftsleben wird nicht sein Hauptinteresse bilden. Selbst über seinen geselligen Umgang wird er streng wachen und sich hierin völlig im Zaum halten, damit sein Denken hinsichtlich der Königreichstätigkeit angeregt und in die richtige Bahn gelenkt werde. Ergebenheit an die Königreichsinteressen führt zu fortwährender Stärkung des Lebens. Habgier und Selbstsucht verursachen viele Sorgen. Daher rät Paulus folgendes: „Sicherlich ist sie ein Mittel zu großem Gewinn, diese Gottergebenheit zusammen mit Genügsamkeit am Eigenen.“ — 1. Tim. 6:6, NW.
5. Wie lieferte Noah ein Beispiel von richtigem Gleichgewicht bezüglich der verschiedenen Interessen?
5 Richtiges Gleichgewicht zu bewahren wird eine Glaubenssache; und wenn wir den gleichen Glauben haben wie Noah, können wir — obwohl wir inmitten einer Welt leben, die die ihr von Gott verliehenen Interessen zu persönlichen und selbstischen Zwecken mißbraucht hat — dennoch unser Gleichgewicht aufrechterhalten und auch unsere Interessen hinsichtlich der uns von Gott übertragenen Pflichten wahren. Noah tat dies. Noah war ein verheirateter Mann, ebenso seine Söhne. Doch ließ er sich durch seine Familieninteressen, durch die Notwendigkeit, für seine Familie Speise und Trank zu beschaffen, nicht an der Durchführung der ihm von Gott zugewiesenen Aufgabe, eine Arche zu bauen, stören. Er hielt seinen Sinn auf seine Arbeit gerichtet, und sie gedieh, und Noah überlebte das Ende einer Welt. Weil er die Königreichsinteressen an die erste Stelle setzte, wird er ein Prediger der Gerechtigkeit genannt, und Paulus sagt von ihm: „Durch Glauben … verurteilte er [Noah] die Welt und wurde ein Erbe der Gerechtigkeit, die dem Glauben entspricht.“ (2. Pet. 2:5; Heb. 11:7, NW) Noah war nicht nur ein Vorbild für die Welt, in der er lebte, sondern durch das, was Christus Jesus ihn betreffend bezeugt, wird er auch als ein Vorbild für die im heutigen System der Dinge Lebenden gekennzeichnet. (Matth. 24:37-39) Jene also, die die Interessen des Königreiches Gottes an die erste Stelle setzen, brauchen sich daher nicht vor einer unsicheren Lage zu fürchten.
6. Aus welchem Grunde verhalten sich Jehovas Zeugen gegenüber den Regierungen dieser Welt so, wie sie es tun, doch wie sehen gewisse Personen ihre Haltung an?
6 Weil Jehovas Zeugen die Interessen des Königreiches Gottes in ihrem Leben an die erste Stelle setzen, betrachten Ununterrichtete ihr Verhältnis und ihre Einstellung zu den Regierungen dieser Welt mit Mißtrauen. Wenn sich diese Nationen am Eigenen genügen ließen und das, was das Volk zum Leben braucht, beschaffen könnten, so wäre Gottes Königreich nicht notwendig. Jesus lehrte indes seine Nachfolger, zu beten, daß Gottes Königreich komme, damit Gottes Wille auf Erden geschehe. (Matth. 6:10) Bestimmt kann man Christen nicht verurteilen, wenn sie sich auf die Hoffnung verlassen und auf deren Erfüllung hinwirken, die in diesem Gebet zum Ausdruck kommt. Jene, die von den Regierungen dieser Welt Hilfe erwarten, täten gut, sich zu fragen: Welche Staatsfahne würde Jesus grüßen, wenn er heute hier wäre? Für welches Land würde er kämpfen? Für welche politische Partei würde er stimmen? Das Argument vorzubringen, bei Jesus Christus sei das etwas anderes, ist nicht stichhaltig, denn Jesus sagte selbst: „Ein Schüler steht nicht über seinem Lehrer, aber jeder, der vollkommen unterwiesen ist, wird wie sein Lehrer sein.“ (Luk. 6:40, NW) Wer Jesus Christus aufrichtig nachfolgt, wird daran interessiert sein, wie er die Dinge ansieht, und wird sich bemühen, genau den Weg einzuschlagen, den Jesus selbst einschlagen würde. Viele, die sich zum Christentum bekennen, würden sich nicht vor einem Bilde Christi Jesu niederbeugen, noch dieses Bild grüßen, auch wenn gesagt würde, es vertrete die Regierung Gottes. Für sie wäre das ein götzendienerischer Akt. Trotzdem verhalten sie sich vor dem Hoheitszeichen einer Nation dieser Welt ähnlich. Jene, die die Interessen des Königreiches Gottes an die erste Stelle setzen, betrachten alle diese Huldigungsakte als nicht übereinstimmend mit dem Gebet des Herrn und mit den Grundsätzen des Wortes Gottes, denn dadurch werden die Interessen Gottes an einen anderen Souverän abgetreten. Das kann aber der Christ nicht mit ruhigem Gewissen dem Königreiche Gottes gegenüber tun.
7. Weshalb sind Jehovas Zeugen keine Gefahr für die Sicherheit irgendeiner Nation, wenn sie die Interessen des Königreiches Gottes an die erste Stelle setzten?
7 Diese ausschließliche Ergebenheit Gott und den Interessen seines Königreiches gegenüber ist keine Gefahr für die Sicherheit einer Nation. Jesus Christus wirkte nicht umstürzlerisch, obwohl ihn seine religiösen Gegner dieser Tätigkeit beschuldigten. (Luk. 23:2) Er lehnte es ab, sich in politischem Sinne an den Angelegenheiten dieser Welt zu beteiligen, denn, wie er sagte: „Niemand kann ein Sklave zweier Meister sein; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten.“ (Matth. 6:24, NW) Wegen dieser Mahnworte Jesu haben sich Jehovas Zeugen geweigert, die Königreichsinteressen mit den Regierungsinteressen dieser Welt zu verquicken. Diese Einstellung macht sie aber nicht zu Umstürzlern. Wenn Jehovas Zeugen es in der Vergangenheit abgelehnt haben, patriotische Pflichten zu erfüllen, zum Beispiel Beteiligung an Wahlen (durch Stimmabgabe), am Fahnengruß oder in den bewaffneten Streitmächten, so ist das für jedes Land eine Gewähr, daß sie seine Sicherheit nicht gefährden werden, weil sie sich zur gleichen Zeit in allen anderen Ländern von der gleichen Betätigung zurückgehalten haben. Wenn also von seiten irgendeiner Nation ein Angriff droht, tragen Jehovas Zeugen dafür keine Verantwortung. Nicht Jehovas Zeugen sind es, die für eine Nation ein ernstes Problem bedeuten. Ihre neutrale Haltung in der ganzen Welt ist eine Gewähr für ihre Nichteinmischung, die Gewähr für einen Nichtangriff, die verbindlicher und zuverlässiger ist als alle Verträge, die von „feindlichen“ Staaten unterzeichnet werden könnten, weil sie sich auf ihre ausschließliche Ergebenheit gegenüber Gott und den Interessen seines Königreiches stützt. Diese Verpflichtung kann nicht ungestraft verletzt werden.
8. Inwiefern handeln die falschen Religionen dieser Welt anders, was ihre Verantwortlichkeit für die Sicherheit der Nationen betrifft?
8 Die verwerflichsten Religionen sind jene, die sich in die Politik aller Nationen einmischen und so mithelfen, die Denkweise dieser Nationen zu formen, selbst solcher Nationen, die sich gegenseitig befehden. Dennoch sind dies gerade die hervorragendsten Religionen, ja die unter den Menschen am meisten geachteten. Natürlich lehnen deren Führer jede Verantwortung ab, wenn ein Land zum Angriff übergeht, und sie suchen ihre Hände in Unschuld zu waschen. Aber das Blut der jungen Männer, die ihnen als ihren „geistigen Führern“ folgen, schreit auf beiden Seiten der Schlachtfront zum Himmel, wenn „Christen“ ihre „christlichen“ Brüder töten. (Jes. 1:15) Weil diese „anerkannten“ Religionen verfehlt haben, den Interessen des Königreiches Gottes den ersten Platz einzuräumen, ist die Erde fortgesetzt mit unschuldigem Blut getränkt worden. Fortschrittliche, praktisch denkende Personen werden dieser Sache ihre ernste Aufmerksamkeit schenken, bevor sie Jehovas Zeugen verdammen, weil sie die Interessen der göttlichen Regierung denen jeder Nation der Erde vorangestellt haben.
9. Welchen Grund geben gewisse Personen dafür an, daß sie nicht auf die Königreichsbotschaft hören, doch wie betrachten Jehovas Zeugen solche Gründe?
9 Viele Menschen, die das Vorhaben und Werk der Zeugen Jehovas nicht näher kennen, glauben, der Umstand, daß sie selbst einer religiösen Konfession angehören, sei ein stichhaltiger Grund dafür, daß sie eine Betrachtung der Botschaft von Gottes Königreich, wie sie durch Jehovas Zeugen unterbreitet wird, ablehnen sollten. Sofern jemand zu den Zeugen sagt, er gehöre zu einem bestimmten Kirchensystem, so nehmen diese an, daß der Betreffende in seinem Glauben aufrichtig ist. Dessenungeachtet wird der Zeuge Jehovas, der sich Gott hingegeben hat, um den Interessen des Königreiches Gottes den ersten Platz zu geben, den Betreffenden ermuntern, die Schrifttexte einmal näher zu betrachten, auf die er ihn hinweist.
10. Wie wurden Jesus und Johannes der Täufer von manchen Juden angesehen, und wessen gingen jene Juden demzufolge verlustig?
10 Jesus gab in seinen Tagen das rechte Beispiel. Er, der selbst ein Jude war, verbrachte die dreieinhalb Jahre seiner Dienstzeit damit, die gute Botschaft von Gottes Königreich den Juden zu verkündigen. Für sie war es eine neue Lehre. Für sie bedeutete sie eine Änderung von dem ‚Gesetz‘, das Gott ihnen durch Mose gegeben hatte. Vielen Juden schienen Jesus Christus und seine Nachfolger Abtrünnige zu sein, die man meiden und zu Tode bringen sollte. Jenen aber, die sich durch ihre Bitterkeit nicht abspenstig machen ließen, die zuhörten und seine Worte im Lichte des ‚Gesetzes‘ Moses und der übrigen Hebräischen Schriften sorgfältig erwogen, erwies er sich in Wahrheit als der Vertreter Gottes, der ermächtigt war, ihnen Gottes Botschaft zu bringen. Auch Johannes der Täufer, der Vorläufer Jesu, der die Juden nicht aufgefordert hatte, einen neuen Bund anzunehmen, wie Jesus dies später tat, wurde von den religiösen Pharisäern und Sadduzäern abgelehnt, weil er sich an ehrliche Juden wandte und sie aufforderte, die Überlieferungen und Bräuche aufzugeben, die die Religionsführer im Laufe der Jahrhunderte festgelegt hatten. Jene, die allzu verblendet oder so sehr in ihre eigenen Interessen vertieft waren, daß sie ihm nicht einmal zuhörten, gingen der Gelegenheit verlustig, die Erfüllung der höchsten Hoffnung erleben zu dürfen, die die jüdische Nation seit den Tagen Moses gehegt hatte, nämlich der Hoffnung, dem Messias bei seiner Ankunft zu begegnen.
11. Auf Grund welcher Argumente mochten sich jene Juden berechtigt gefühlt haben, den Weg, den sie gingen, zu gehen, doch wie führte ihnen Jesus ihren Mangel an Wertschätzung vor Augen?
11 Einige der Juden fühlten sich ohne Zweifel zu einer solchen Handlungsweise berechtigt. War ihre Nation denn nicht auf Gottes ‚Gesetz‘ gegründet, das durch Mose gegeben worden war? War nicht die Stellung, die ihre Führer einnahmen, von Gott selbst verordnet? Als sich aber Jesus dem Volke als der lang erwartete Messias darbot, ging er nicht zu diesen Männern hin, die behaupteten, auf Moses Stuhl zu sitzen. Er konnte aus den Leuten, deren Interessen der Regierung Gottes zuwiderliefen, keine Königreichserben machen. Statt dessen scharte er Fischer, verachtete Steuereinnehmer und andere Leute, die unter den Menschen wenig Ansehen genossen, um sich. Indem er seine Apostel so auswählte, zeigte er, daß die Annahme bei Gott eine individuelle Sache ist und sich auf Glauben und auf Werke stützt, die mit diesem Glauben übereinstimmen, und nicht auf die Stellung religiöser Ahnen oder auf einen falschen „Stammbaum“.
12. (a) Warum hatten die Juden keine Entschuldigung dafür, daß sie Jesus nicht als den Messias annahmen, und wie betrachten Christen heute ihre Verantwortung? (b) Was für Fragen sollten sich heute alle stellen, die sich als Christen ausgeben, und welcher Dinge verlustig zu gehen, stehen sie in Gefahr?
12 Gott übersah die Tatsache aber nicht, daß die Juden sich weigerten, die Werke seines Messias näher zu betrachten, noch entschuldigte er sie. Jesus hatte wie folgt in sie gedrungen: „Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubet mir nicht. Doch wenn ich sie tue, so glaubet den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubet, damit ihr die Tatsache erfaßt und weiterhin wissen mögt, daß der Vater mit mir in Einheit ist und ich in Einheit bin mit dem Vater.“ (Joh. 10:37, 38, NW) Heute behaupten alle Christen, den Wert des Werkes anzuerkennen, das Jesus unter den Juden durchgeführt hat. Das ist der Fall, weil wir heute den Vorteil einer jahrhundertelangen Perspektive besitzen. Wir täten aber gut daran, uns selbst zu fragen: Wäre uns die Entscheidung ebenso leichtgefallen, wenn wir in den Tagen Jesu gelebt hätten? Die Antwort auf diese Frage könnte aus unserem heutigen Verhalten den Interessen des Königreiches Gottes gegenüber hervorgehen. Können wir wirklich sagen, daß wir vor Gott oder vor uns selbst ehrlich sind? Lassen wir uns blenden oder uns von Menschen ablenken, deren geteilte Interessen sie als geistige Ratgeber bezüglich der ausschließlichen Gottesanbetung und der Ergebenheit seinen Königreichsinteressen gegenüber ungeeignet machen? Wenn wir das geschehen lassen, werden wir bestimmt der Gelegenheit verlustig gehen, die die Christenversammlung seit dem ersten Kommen Jesu sehnlichst zu erhalten hoffte, nämlich, ihn bei seiner Wiederkunft willkommen zu heißen und in die Segnungen seiner Königreichsherrschaft einzugehen.
13. Wie warnten Paulus und Petrus vor der Gefahr, dieser christlichen Hoffnung verlustig zu gehen?
13 Paulus warnte vor dem Menschen, „der euch als seine Beute wegführt durch die Philosophie und leere Täuschung, gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus“. (Kol. 2:8, NW) Solche gleichen denen, von denen Petrus sprach, als er sagte: „Denn das wißt zuerst, daß in den letzten Tagen Spötter mit ihrem Spott kommen, die gemäß ihren eigenen Begierden vorgehen und sagen: ‚Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, von dem Tage an, da unsere Vorfahren in den Todesschlaf gefallen sind, bestehen alle Dinge genau wie von Anfang der Schöpfung an.‘“ (2. Pet. 3:3, 4, NW; Hes. 13:8, 16) Diese diskreditieren die Königreichsbotschaft gänzlich und weigern sich, all die offenkundigen Beweise zu beachten, die auf Christi Gegenwart hindeuten, und verharren in den Schlingen dieses Systems der Dinge.
14. Durch welche andere Ansicht kommen einige in bezug auf die Gegenwart Christi zu Fall, und auf Grund welches Mißverständnisses nehmen sie diese Haltung ein?
14 Andere straucheln zufolge ihrer Ansicht, daß Christus heute noch nicht gegenwärtig sei, sondern binnen kurzem kommen werde. Sie stützen ihre Ansicht auf Jesu Worte, mit denen er auf seine Wiederkunft hinwies und durch die sie die betreffenden Zeitumstände als gekommen erkennen können. Solche Personen verfehlen jedoch zu erkennen, daß die offenkundigen Anzeichen, auf die Jesus hinwies, die Tatsache bezeugen sollen, daß er schon wiedergekommen wäre, und nicht, daß seine Wiederkunft erst nach diesen Beweisen fällig ist. Die Jünger fragten ihn: „Was wird das Zeichen deiner Gegenwart und der Vollendung [des Gesamtendes] des Systems der Dinge sein?“ (Matth. 24:3, NW) Die Tatsache, daß Christus jetzt nicht gesehen werden kann, spricht nicht dagegen, daß er tatsächlich gegenwärtig ist, so daß die entsprechenden offenkundigen Anzeichen vorhanden sind. Denn wenn es seine Absicht gewesen wäre, von Menschen bei seiner Wiederkunft gesehen und so erkannt zu werden, warum wäre dann ein Zeichen notwendig gewesen?
15. (a) Wie sind Offenbarung 1:7 und Johannes 14:19 miteinander in Einklang zu bringen? (b) Inwiefern werfen die Texte in 1. Timotheus 6:14-16 und Hebräer 1:3 Licht auf die Wiederkunft Christi?
15 Einige, die an eine sichtbare Wiederkehr glauben, zitieren Offenbarung 1:7, wo es heißt: „Siehe! er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen.“ (Off. 1:7, NW) Jesus erklärte jedoch vor seinem Tode deutlich: „Noch eine kleine Weile, und die Welt wird mich nicht mehr schauen.“ (Joh. 14:19, NW) Daß dies der Fall ist, wird aus der in der Offenbarung enthaltenen Erklärung klar ersichtlich, die besagt, daß man ihn mit dem Auge des Verständnisses sieht. Sonst wären die von Paulus in 1. Timotheus 6:14-16 (NW) geäußerten Worte sinnlos, wenn er von Christus Jesus spricht und ihn als jemanden beschreibt, „der ein unzugängliches Licht bewohnt und den nicht einer der Menschen gesehen hat, noch sehen kann“. Daß es für Christus möglich ist, die Menschheit zu besuchen und dennoch ungesehen zu bleiben, geht aus dem Bericht über das Volk Israel klar hervor, wenn dort deutlich gesagt wird, daß Gott in manchen Fällen die Nation „heimgesucht“ oder besucht habe, was aber auf unsichtbare Weise geschah. (1. Mose 50:24; Ruth 1:6) Alle Erforscher der Bibel werden bereit sein, zuzugeben, daß kein Mensch Gott sehen und leben kann. Paulus, der den Hebräern schrieb, sagte aber von Jesus: „Er ist der Widerschein seiner [das heißt Gottes] Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens selbst.“ (Heb. 1:3, NW) Da Gottes Sohn bei seiner Auferstehung in das ausdrückliche Ebenbild Gottes verwandelt worden ist, ist klar, warum diese ‚Welt ihn nicht mehr schauen wird‘. Man sollte daher nicht zulassen, daß einen eine solch ungenaue Ansicht über die Wiederkunft Christi gegen die Wahrheiten des Wortes Gottes und seines Königreiches blind macht. Persönliche oder private Anschauungen, die einen an der klaren Vision des Reiches Gottes hindern, müssen beiseite getan werden, wenn man Errettung finden möchte.
16. Was bitten Jehovas Zeugen alle, die Gerechtigkeit lieben?
16 Jehovas Zeugen bitten aufrichtige Menschen, die Gerechtigkeit lieben, ungeachtet, welche Religion sie ausüben mögen, die jetzt vorhandenen Tatsachen ins Auge zu fassen, welche zeigen, daß zur Zeit dieser Generation die Wiederkunft Christi und die Erfüllung der Verheißungen fällig sind, die die Menschheit von Gott empfangen hat. (Matth. 24:1-51) Betrachte zum Beispiel das Mustergebet des Herrn. Jesus wies auf Gottes Willen hin, als er uns beten lehrte: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde.“ (Matth. 6:10, NW) Geschieht Gottes Wille heute auf Erden, oder ist etwa die Welt nicht erfüllt mit Bedrückung durch Kommunismus, mit heißen und kalten Kriegen, mit Kriminalität in allen Gesellschaftsschichten und mit Krankheiten, die unter den Menschen aller Nationen grassieren? Mögen aufrichtige Menschen den Text in 2. Timotheus 3:1-5 lesen und erkennen, daß gerade solche Zustände von Gott vorausgesagt sind, und zwar, um uns zu warnen, damit wir uns von dieser Welt abwenden, von ihr hinwegblicken und nach der Erfüllung des göttlichen Willens Ausschau halten. Wenn sich aufrichtige Menschen von den hohlen menschlichen Versprechungen abwenden, sollten sie sich im Herzen dagegen auf Gottes Verheißung einer neuen Erde einstellen, wie sie ihnen von Jehovas Zeugen anhand der Bibel gezeigt wird. Mögen solche Personen aus der eigenen Bibel Gottes Zusicherung lesen, daß auf der ganzen Erde die Gerechtigkeit die Oberhand gewinnen wird und daß die Menschen in Frieden und Wohlfahrt leben werden, ohne in Zukunft je wieder von Furcht gepeinigt zu werden. — 2. Pet. 3:13; Jes. 66:22; Ps. 78:69; Off. 21:1-4.
17. Wie sollte der Streitfrage, vor deren Lösung die Welt heute steht, begegnet werden?
17 Mögen sich nun solch aufrichtige Anhänger der Weltreligionen fragen: Ist das nicht eine Hoffnung, die zu hegen sich lohnt? Lohnt es sich nicht, sich etwas anzustrengen, um solche Verheißungen Gottes näher betrachten zu können? Wäre es nicht kurzsichtig gehandelt, wenn man eine solche Hoffnung auf die Segnungen und die Organisation, die den Weg zur Verwirklichung dieser Hoffnung weist, außer acht ließe? Es kann tatsächlich gesagt werden, daß Gottes Schafe versprengt worden sind und von dieser Welt mißhandelt werden, und so wie sich ihnen Jesus von Herzen und voll Mitleid zuwandte, lenkt heute Jehova Gott, der Große Hirte, durch seinen Sohn und Hirten Jesus Christus die Aufmerksamkeit seiner Zeugen auf alle Winkel und Ecken der Erde, damit dort die Wahrheit verkündigt werde, die die Menschen frei machen soll. (Joh. 8:32) Wie töricht ist doch die unverantwortliche Haltung gewisser Personen, die sagen: „Ich tue jetzt, was ich kann, und wenn es dann so weit ist, werden wir schon sehen!“ Dies ist der Weg des geringsten Widerstandes, und alle, die ihn einschlagen, werden bestimmt in die Schlinge gehen, die ihnen der Gott dieser Welt legt. Die Streitfrage, vor deren Lösung die Welt heute steht, erfordert positives Handeln auf seiten all derer, die den aufrichtigen Wunsch hegen, den Interessen des Königreiches Gottes in ihrem Leben den ersten Platz einzuräumen.
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Sich nicht in die Interessen dieser Welt verwickeln lassenDer Wachtturm 1959 | 1. September
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Sich nicht in die Interessen dieser Welt verwickeln lassen
1. Welche drei Hindernisse stehen der Freundschaft mit Gott im Weg?
UM DIE Königreichsinteressen an die erste Stelle zu setzen, sind nicht nur entschiedene Taten des Gehorsams erforderlich, sondern es ist auch notwendig, daß man sich vom Unrechttun zurückhält. Aus Gottes Wort geht deutlich hervor, daß Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist. „Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, macht sich selbst zu einem Feinde Gottes.“ (Jak. 4:4, NW) Das bedeutet, daß der Christ, der ein Interesse daran hat, den Willen Gottes zu tun, die drei Haupthindernisse zur Freundschaft mit Gott kennenlernen und sie meiden muß. Es sind dies Satan, der Teufel, und seine Dämonen, des Menschen Unvollkommenheiten, was sein Fleisch betrifft, und die Welt, deren Gott Satan ist. — 2. Kor. 4:4; Eph. 6:12; Matth. 26:41.
2. Wie widerstand Jesus der Begierde des Fleisches, der Begierde der Augen und der augenfälligen Schaustellung der Mittel, die jemand zum Leben hat?
2 Jesus selbst anerkannte, daß ‚alles, was in der Welt ist — die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und die augenfällige Zurschaustellung der Mittel, die jemand zum Leben besitzt —, nicht vom Vater, sondern von der Welt stammt‘. (1. Joh. 2:16, NW) Sein Beispiel, sein Widerstand gegen diese Versuchungen, ist für uns vorbildlich. Nachdem er in der Wüste vierzig Tage und Nächte mit dem Studium des Wortes Gottes verbracht hatte, trat Satan mit der Versuchung an ihn heran, die Begierde des Fleisches zu befriedigen, indem er für sich persönlich dadurch ein Wunder wirke, daß er die Steine in der Wüste zu Brot mache, um essen zu können. Jesus wies Satan zurück, indem er sich dem Worte Gottes zuwandte und betonte, daß die geistige Speise von höherem Werte sei als die Speise für das Fleisch. Darauf wurde er versucht, sich selbst zu einem Schauspiel zu machen, indem er der Begierde der Augen nachgeben, das heißt sich von der Zinne des Tempels hinabstürzen sollte. Auf Satans schlaue Verdrehung der Worte der Schrift, Gott würde ihn mit seiner Macht dabei schützen, erwiderte er: „Du sollst Jehova, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“ Schließlich wurde Jesus große Macht und die Stellung des Herrschers der Regierungen dieser Welt angeboten, wenn er vor Satan einen Akt der Anbetung vollführen würde. Aber er ließ sich nicht in dieser Schlinge fangen, sondern sagte: „Es steht geschrieben: ‚Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen.‘“ — Matth. 4:1-11, NW.
3. Welcher Rat wird in Jakobus 4:7 gegeben, und wie können die Schranken überwunden werden?
3 So wie Satan sich vorübergehend von Jesus zurückzog, weil dieser ihm so treulich widerstanden hatte, verhält es sich auch mit uns. „Unterwerft euch also Gott; widersetzt euch aber dem Teufel, und er wird von euch fliehen.“ (Jak. 4:7, NW) Die meisten Leute haben Probleme, die ihnen sehr schwierig erscheinen, und viele wissen sie nur dadurch zu lösen, daß sie sich noch mehr in die Interessen dieser Welt verwickeln. Wenn diese Schranken überwunden werden sollen und sie ein Interesse an der einzig wahren Hoffnung, die für die Menschheit besteht, ersetzen soll, dann muß der feste Griff, mit dem sich diese Welt der Interessen des Menschen bemächtigt hat, gelöst werden.
4. Worüber beklagte sich Martha bei Jesus und unter welchen Umständen?
4 Dieses Erlebnis Jesu und der Rat, den er gab, veranschaulichen, auf welch raffinierte Weise selbst Dinge des Alltagslebens die Gelegenheit zu geistiger Förderung beeinträchtigen und uns in unnötige Nebendinge verstricken können. „Als sie nun weitergingen, kam er in ein gewisses Dorf. Hier nahm ihn eine Frau namens Martha als Gast in ihr Haus auf. Diese Frau hatte auch eine Schwester, Maria genannt, die sich zu den Füßen des Meisters niedersetzte und unablässig seinen Worten lauschte. Martha dagegen ließ sich durch die Besorgung vieler Pflichten ablenken. So trat sie denn hinzu und sprach: ‚Meister, machst du dir nichts daraus, daß meine Schwester mich die Dinge allein besorgen läßt? Sage ihr doch, sie solle mir helfen!‘ Als Antwort sagte der Meister zu ihr: ‚Martha, Martha, du bist besorgt und beunruhigt wegen vieler Dinge. Wenige aber sind nötig oder nur eins. Maria ihrerseits hat das gute Teil erwählt, und es wird nicht von ihr genommen werden.‘“ — Luk. 10:38-42, NW.
5. (a) In welcher Hinsicht bekundete Martha einen Mangel an Wertschätzung, und inwiefern erwählte sich Maria das bessere Teil? (b) Wie kann jemand heute dem Beispiel Marias folgen?
5 Wie es damals Brauch war und noch heute in vielen Familien Brauch ist, veranlaßte der Geist der Gastfreundschaft Martha, für ihren hervorragenden Gast ein reichhaltiges Mahl zu bereiten und für viele weitere Dinge besorgt zu sein, die dazu bestimmt waren, seinen Aufenthalt in ihrem Heim genußreicher und angenehmer zu gestalten. Als Folge ging sie indes — wegen der ernsten Aufmerksamkeit, die sie all diesen einzelnen Dingen widmen mußte — einiger Segnungen verlustig, die ihr aus dem Besuch Jesu hätten erwachsen können. Jesus tadelte sie nicht wegen ihrer Gastfreundschaft, noch sagte er zu Martha, sie hätte müßig dasitzen und überhaupt nichts tun sollen, um seinen physischen Bedürfnissen zu dienen. Doch beachte man, was er sagte: „Wenige Dinge aber sind nötig oder nur eins.“ Da dies Marthas Heim war und sie einen Gast zu betreuen hatte, war es gemäß seiner an Martha gerichteten Ermahnung richtig, daß sie etwas zum Essen für ihn und ihre Hausgenossen bereitmachte, doch waren vielseitige Vorbereitungen für diesen Anlaß nicht nötig. Maria hatte deshalb das bessere Teil erwählt, indem sie den Wert erkannte, den sie aus Jesu Gegenwart erlangen konnte. Hätte Martha dieselbe Wertschätzung gehabt, so hätte sie sich damit begnügt, nur das Wichtigste bereitzumachen und weniger notwendige Dinge für eine andere Gelegenheit aufzusparen, wenn sie nicht diese Gelegenheit hätte, die Worte Jesu zu hören. Marias Einstellung dagegen, ihr Trachten nach Königreichsaufschluß, ist das Beispiel, dem Menschen in dieser geistig hungernden Welt zu folgen gut tun würden. Wenn jemand mit nährendem geistigem Aufschluß ins Haus kommt, täten die Glieder dieses Hauses gut, die unwesentlichen Dinge, die bei einer anderen Gelegenheit getan werden könnten, wenigstens vorübergehend, beiseite zu lassen, um sich all das zunutze zu machen, was sie aus dem Besuch dieses Vertreters der theokratischen Herrschaft Gottes lernen können.
6. Welche selbstischen Interessen zu verfolgen, sollte man bei der Ausübung der Religion vermeiden, wie warnte Jesus davor, und wann dürfen persönliche Interessen berücksichtigt werden?
6 Wer das zu tun verfehlt, könnte dem unter Dornen gesäten Samen gleich werden: „Den man unter die Dornen gesät hat, ist jener, der das Wort hört, aber die Sorgen dieses Systems der Dinge und die trügerische Macht des Reichtums ersticken das Wort, und er wird unfruchtbar.“ (Matth. 13:22, NW) Andererseits sollten Christen ihre Religion nicht einfach um eines persönlichen Gewinnes willen ausüben. Es gibt Personen, die sich als Nachfolger Jesu Christi ausgeben und sich wegen gewisser Vorteile, die sie dadurch gewinnen mögen, einer besonderen Kirche anschließen. Andere glauben, sie können durch ihre Religion Einfluß bei Gott gewinnen oder sonstwie einen persönlichen Vorteil erlangen. Deshalb Interesse an einer Religion zu haben entspringt der Selbstsucht, und man sollte das vermeiden, gleichwie Jesus jene warnte, die ihn am nächsten Tage aufsuchten, nachdem er sie auf übernatürliche Weise mit Brot und Fisch gespeist hatte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich, nicht weil ihr Zeichen saht, sondern weil ihr von den Broten aßet und gesättigt wurdet. Wirket nicht für die Speise, die vergeht, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt, die der Sohn des Menschen euch geben wird, denn auf diesen hat der Vater, Gott, sein Siegel der Anerkennung gelegt.“ (Joh. 6:26, 27, NW) Persönliche Interessen müssen und dürfen nur dann berücksichtigt werden, wenn man sie so überwacht und beherrscht, daß dadurch die Interessen des Königreiches Gottes gefördert werden.
7. Wie kann ein fehlgelenktes Interesse an Gesundheitsfragen ernsten Schaden anrichten, und in welcher Lage kann es den Unachtsamen führen?
7 Das persönliche Interesse, das jemand an seiner Gesundheit hat und das nicht nach der rechten Richtung hin gelenkt wird, kann seinen Wunsch nach der wahren, geistigen Heilung ersticken. Wenn dieses Interesse das Denken dermaßen erfüllt, daß jemand unter Ausschaltung der Wahrheit des göttlichen Wortes nur diesem nachstrebt, dann schadet sich der Betreffende viel mehr, als ihm sein Körperleiden schaden könnte. Wegen dieses Verlangens nach Gesundheit verfehlen heute viele, die Warnung Jesu in bezug auf jene zu beherzigen, die den Anspruch erheben, Wunderkräfte zu besitzen. „Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: ‚Meister, Meister, prophezeiten wir nicht in deinem Namen und trieben in deinem Namen Dämonen aus und vollbrachten in deinem Namen viele machtvolle Werke?‘ Und doch werde ich ihnen dann erklären: Nie habe ich euch gekannt! Hinweg von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit!“ (Matth. 7:22, 23, NW) Diese Worte sollten zu ernstem Zweifel an sogenannte Glaubensheiler Anlaß geben und sollten jemanden, der ehrlich nach Gesundheit trachtet, veranlassen, seine diesbezüglichen persönlichen Interessen anhand der Wahrheit des Wortes Gottes richtig einzuschätzen, ehe er sich hoffnungslos durch diese raffinierte, trügerische „Begierde des Fleisches“ verstricken läßt.
8. Wie wurde die Wundergabe des Heilens in biblischen Zeiten angewandt, und auf welche Weise beleuchtet dies die sogenannten Glaubensheiler der heutigen Zeit?
8 Eine sorgfältige Prüfung des Wortes Gottes offenbart, daß Heilungen, die in früheren Zeiten bewirkt wurden, nicht an denen vollzogen wurden, die schon zur Versammlung gehörten. Obwohl der Apostel Paulus die Gabe des Heilens besaß, sagte er doch zu Timotheus: „Trinke nicht länger Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein um deines Magens und deiner häufigen Krankheitsfälle willen.“ (1. Tim. 5:23, NW) Er bewirkte in diesem Falle keine Heilung. In einem anderen Briefe an Timotheus sagte er: „Trophimus habe ich in Milet krank zurückgelassen.“ (2. Tim. 4:20) Hier haben wir wiederum sein Zeugnis, daß er keine Wunderheilung vollführt hatte. Auch geschahen solche Heilungen nicht innerhalb der Christenversammlung. Als offenkundigen Beweis dafür, daß solche schon vor seiner Zeit als ein Zeichen für Außenstehende gewirkt worden waren, beachte man die folgenden Worte Jesu: „Auch gab es viele Aussätzige in Israel zur Zeit Elisas, des Propheten; doch keiner von ihnen wurde gereinigt als nur Naaman, der Syrer.“ (Luk. 4:27, NW) Ferner wurden Christen — im Gegensatz zum allgemeinen Brauch, wie er unter „Glaubensheilern“ heute gepflegt wird — ermahnt, für die Anwendung ihrer Wundergaben kein Geld anzunehmen. Als Jesus seine Jünger aussandte, sagte er zu ihnen: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebet.“ — Matth. 10:8, NW. Siehe auch den Bericht in 2. Könige 5:15-27.
9. Was offenbarte Paulus über die Wundergaben des Geistes, und welche ausgeglichene Ansicht über gesundheitliche Fragen sollten Christen haben?
9 Nachdem diese Wundergaben ihren Zweck erfüllt hatten, indem Gottes Macht an Jesus, seinem Vertreter, und an seinen Jüngern als den ersten Gliedern der Christenversammlung kundgeworden war, waren sie nicht mehr notwendig und wurden nicht mehr verliehen. Paulus spricht davon, wenn er sagt: „Die Liebe versagt nie. Ob es aber Gaben des Prophezeiens seien, sie werden weggetan; ob Zungen, sie werden aufhören; ob es Erkenntnis sei, sie wird weggetan werden.“ (1. Kor. 13:8, NW) Die größte Gabe des Geistes ist heute die Gabe der Predigttätigkeit, die allen aufrichtigen Personen zu verleihen Gott als gut befunden hat, und zwar ungeachtet ihres Alters, ihrer Nationalität, Rasse oder Stellung im Leben. (Apg. 2:17, 18) Aus diesem geht hervor, daß selbst persönliche Interessen, wie Gesundheit oder Leibesübungen, den Königreichsinteressen untergeordnet werden müssen. Leibesübungen und die normale Pflege der eigenen Person sind wichtig, aber Paulus weist auf folgendes hin: „Körperübungen sind von geringem Nutzen, aber Gottergebenheit ist für alle Dinge nützlich, da sie eine Verheißung auf gegenwärtiges wie künftiges Leben in sich birgt.“ (1. Tim. 4:8, NW) Dies verlangt eine gut abgewogene Ansicht des Christen, wobei er sich nicht selbst vernachlässigt, doch trotz dieser persönlichen Interessen auch die Pflichten nicht vernachlässigt, die mit seinem christlichen Dienstamt verbunden sind.
10. Welche unreife Ansicht über das Werk der Zeugen Jehovas haben gewisse Personen, und was veranlaßt manchmal zu dieser Einstellung?
10 Ein falsches Verhältnis zwischen den verschiedenen Interessen veranlaßt zu einer falschen Einstellung, zu einer falschen Ansicht der Dinge. „Die Lampe des Leibes ist dein Auge; wenn dein Auge einfältig [aufrichtig, NW] ist, so ist auch dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster. Sieh nun zu, daß das Licht, welches in dir ist, nicht Finsternis ist.“ (Luk. 11:34, 35) Es gibt Menschen, die die Tätigkeit der Zeugen Jehovas betrachten, und da sie sich vor Körperschaden oder vor Kritik fürchten, folgern sie, sie selbst könnten das nicht tun. Durch diese „Begierde der Augen“ geraten sie direkt in die Schlinge des Gottes dieser Welt. (Spr. 29:25; Matth. 10:28) Das zeigt deutlich, daß man in der Erkenntnis und im Verständnis des Wortes Gottes Reife erlangen muß. Es bedeutet, daß jemandes Glaube durch eine regelmäßige geistige Kost gestärkt werden muß. Jemand, der diesen Glauben nicht hat, mag sich selbst einreden, es sei für ihn vorteilhafter, sich der Taufe zu entziehen als sich genau an Gottes Willen zu halten und sich im Wasser untertauchen zu lassen. Ein solcher Mensch mag glauben, er könne kein Zeuge Jehovas sein, weil er nicht genügend Glauben hat, entsprechend zu handeln. Er mag verfehlen zu erkennen, daß Glaube aus Erkenntnis hervorgeht; wahrscheinlich hat er keine Anstrengungen gemacht, sich diese Erkenntnis bezüglich der Bedeutung und des Grundes der Taufe anzueignen. Zuerst muß die Grundlage für die Erkenntnis gelegt werden, und dann ergibt sich aus der Anwendung dieser Erkenntnis der Glaube.
11. Warum ist Erkenntnis eine notwendige Grundlage, auf der man der Verstrickung in die Machenschaften dieser Welt widerstehen kann?
11 Dasselbe ist der Fall in bezug auf die Teilnahme am Zeugniswerk. Es gibt Personen, die nicht den nötigen Widerstand leisten, um nicht in diese Welt verstrickt zu werden, wenigstens nicht so viel, daß sie sich die Erkenntnis aneignen, die sie als notwendige Grundlage haben müssen. Mit dieser Erkenntnis aus dem Worte Gottes wächst der Glaube und mit dem Glauben auch die Fähigkeit und der Wunsch zu predigen. „Denn mit dem Herzen glaubt man zur Gerechtigkeit, mit dem Munde aber legt man eine öffentliche Erklärung zur Errettung ab. Denn die Schrift sagt: ‚Keiner, der seinen Glauben in ihn setzt, wird enttäuscht werden.‘ … Denn ‚jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird errettet werden‘. Doch wie werden sie den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie aber werden sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber werden sie hören ohne jemand, der predigt? Wie aber werden sie predigen, wenn sie nicht ausgesandt worden sind?“ (Röm. 10:10-15, NW) Gestärkt durch ihren neugeborenen Glauben, wird eine solche Person erkennen, daß ihre Predigttätigkeit in doppelter Hinsicht rettende Kraft hat. Paulus wies auf dies hin, wenn er sagte: „Gib beständig auf dich selbst acht und auf das, was du lehrst. Bleibe bei diesen Dingen, denn wenn du dies tust, wirst du sowohl dich selbst als auch jene erretten, die auf dich hören.“ — 1. Tim. 4:16, NW.
12. Welchen Dienst den Menschen guten Willens zu leisten, sind Jehovas Zeugen verpflichtet, und in welcher Geistesverfassung muß dieser Dienst getan werden?
12 Um aufrichtige Menschen zu befähigen, das richtige Gleichgewicht bezüglich der verschiedenen Interessen zu erlangen und um des Königreiches willen alles andere beiseite zu schieben, sendet Jehova Gott seine Zeugen bis an die Enden der Erde. Durch den Propheten Jesaja ließ er ihnen schon vor Jahrhunderten gebieten: „Zieht aus, zieht aus durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Bahnet, bahnet die Straße. Reinigt sie von Steinen. Erhebt ein Signal für die Völker.“ (Jes. 62:10, NW) Die Steine des Anstoßes, die den Menschen im Wege sind, die sich aufrichtig für den Dienst Gottes interessieren, räumen wir nicht in der Absicht weg, diesen Menschen zu schaden oder ihre Glaubensansichten zu verspotten. Damit ein Königreichsverkündiger das, was den Menschen im Wege steht, erkennen kann, muß er eine genaue Erkenntnis des Wortes Gottes haben, und um diese „Steine“ wegräumen zu können, muß er seine Stellung vertrauensvoll einnehmen und seine Arbeit mit Takt und im Gleichgewicht tun. Der Prediger sagt sich, daß sein Zuhörer von dem ehrlichen Wunsch nach besseren Zuständen beseelt ist und aufrichtige Liebe zur Gerechtigkeit hat. Deswegen wird er eher an seinen Verstand appellieren, als ihm Angst einzujagen. Wenn er sich so verhält, wird er seinen guten Mut nicht sogleich verlieren, wenn die angesprochene Person den eigentlichen Zweck seines Besuches nicht erkennt. Jehovas Zeugen verfolgen nicht die Absicht, einfach zu beweisen, daß ihre Ansicht recht ist. Ihr Interesse läuft darauf hinaus, jene aufrichtige Liebe zu bekunden, die Gott zu seinen Schafen hat. Dabei verfolgen sie das Ziel, die Wahrheit aus Gottes Wort auf eine Weise darzureichen, daß die Zuhörer sie annehmen oder wenigstens angeregt werden, die herzerfreuende, gute Botschaft vom Königreich etwas näher ins Auge zu fassen. Dadurch werden sie die richtige Vision von diesem Königreich erhalten und erkennen, wie wichtig es ist, dessen Interessen zu dienen. Das wird Menschen guten Willens eine Hilfe sein, sich der Neuen-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas zu nähern, damit sie noch mehr von der lebengebenden Hoffnung auf Gottes neue Welt erfahren und sich dadurch besser wappnen, um die Königreichsinteressen an die erste Stelle zu setzen.
13. Welches Musterbeispiel gab Jesus, und wie ahmen Jehovas Zeugen ihn nach?
13 Diesen Lauf hat uns Jesus Christus — sozusagen als Musterbild, dem wir folgen sollen — vorgezeichnet. Laut den Worten des Paulus sagte er: „Siehe! ich bin gekommen (in der Rolle des Buches steht über mich geschrieben), um deinen Willen, o Gott, zu tun.“ (Heb. 10:7, NW) Während seiner ganzen Dienstzeit machte Jesus Gottes Interessen zu seinen eigenen Interessen. Er gab sich seinem Vater völlig hin und ließ sich zur Symbolisierung dieses Aktes im Wasser taufen. So gab er allen, die die Königreichsinteressen an die erste Stelle setzen würden, ein Beispiel. Vollständige Hingabe an Gott und darauf die Wassertaufe bilden die notwendige Voraussetzung für den, der Gottes Willen tun möchte. Wie Jesus predigte, so predigen auch sie in Erfüllung der Worte Jesu: „Und diese gute Botschaft vom Königreich wird gepredigt werden auf der ganzen bewohnten Erde, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das vollendete Ende kommen.“ (Matth. 24:14, NW) Auch werden sie sich nicht durch Einwendungen, Spott oder Verfolgung beiseite ziehen lassen. Sie werden weiterhin predigen, bis das Ende kommt.
14. Weshalb fahren Jehovas Zeugen fort, in vielen Wohnungen vorzusprechen, und wie lange soll das Werk fortgesetzt werden?
14 Während sie an Zahl zunehmen und ihre Besuche in den Wohnungen der Leute häufiger werden, werden sie dennoch weiterhin bei ihnen vorsprechen, weil sie erkennen, daß es für ihre Zuhörer Leben bedeutet, Gottes Königreich als ihre Hoffnung anzuerkennen und anzunehmen. Sie verstehen, daß einem jede Gelegenheit geboten werden muß, diese gute Botschaft zu hören und anzunehmen. Auch erkennen sie, daß nicht alle Glieder eines Haushalts ihre Besuche gleich auffassen. Während eine Person dagegen sein mag und es den Zeugen untersagt, wiederzukommen, mag es sein, daß ein anderes Glied derselben Familie einen Rückbesuch willkommen heißt. Im Vertrauen auf diese Möglichkeit setzen Jehovas Zeugen ihre mühevolle, liebreiche Tätigkeit für die fort, die in Wahrheit Gottes Schafe sind. Alle Schafe müssen gefunden werden, und das kann nicht geschehen, wenn man nur ein- bis zweimal bei ihnen vorspricht. Die Beharrlichkeit der göttlichen Suchmethoden wird in Jeremias Prophezeiung beschrieben, wenn es dort heißt: „Siehe, ich will zu vielen Fischern senden, spricht Jehova, daß sie sie fischen; und danach will ich zu vielen Jägern senden, daß sie sie jagen von jedem Berge und von jedem Hügel und aus den Felsenklüften.“ (Jer. 16:16) Daß das Werk weitergehen muß, bis alle Schafe aus dieser alten Welt herausgesammelt sein werden, geht aus der Antwort auf eine Frage, die Jesaja vor Jahrhunderten stellte, klar hervor. „Und ich sprach: Wie lange, Herr [Jehova]? Und er sprach: Bis die Städte verwüstet sind, ohne Bewohner, und die Häuser ohne Menschen, und das Land zur Öde verwüstet ist, und Jehova die Menschen weit entfernt hat, und der verlassenen Orte viele sind inmitten des Landes.“ — Jes. 6:11, 12.
15. Auf welche Weise wird jemand bestimmt in die Interessen dieser Welt verwickelt werden, und wie kann man dies vermeiden?
15 Die Menschen, die dazu neigen, der Denkweise, den Bräuchen und den Idealen der gegenwärtigen Welt zu folgen, werden bestimmt von den Ängsten und Sorgen dieser Welt verschlungen werden und werden ihrer Stellung vor Gott verlustig gehen sowie der Fähigkeit, die sie besitzen mögen, um denen behilflich zu sein, die dringend der Hilfe bedürfen. Niemand sollte sich betören oder durch Furcht zu der verhängnisvollen Ansicht dieser Welt bringen lassen, daß Menschen durch eigene Anstrengungen überleben können oder überleben werden und daß es überhaupt keine Lösung gebe, wenn nicht die Menschen eine Lösung dieser Probleme ausarbeiten würden. Das göttliche Wort der Wahrheit zeigt deutlich, daß dies eine Zeit feuriger Prüfungen ist, und die Werke jedes Menschen werden in dieser Zeit des Endes durch tiefgreifende Prüfungen offenbar werden. Nur indem der Christ unbedingt das Gleichgewicht bewahrt und die Königreichsinteressen an die erste Stelle setzt, kann er der Verwicklung in die Interessen dieser Welt widerstehen und als wirkliches Bollwerk gegen die steigende Flut des gottlosen Materialismus, der jetzt die Erde überflutet, standhalten.
16. Auf welche weitere Art kann man Leistungsfähigkeit im Predigtdienst erlangen, und welche Ansicht muß stets bewahrt werden?
16 Wenn die Worte eines Christen überzeugend wirken sollen, so muß dieser Christ den Äußerungen seines Glaubens gemäß leben. Er muß in seinem Leben beständig die Grundsätze anwenden, die er aus Gottes Wort kennenlernt, und muß dann diese Erkenntnis fortwährend zu mehren suchen. Er sollte danach trachten, daß, im Hinblick auf die Förderung der theokratischen Interessen, jeder Tag zählt, indem er notwendige Arbeit nicht ungetan und keine Gelegenheit ungenutzt läßt, die Schranken der Mißverständnisse niederzureißen, die der Gott dieses Systems der Dinge um Jehovas Vorhaben aufgebaut hat. Wer die Königreichsinteressen an die erste Stelle setzt, wird nicht sorglos wandeln, indem er nur deshalb einige Stunden im Felddienste verbringt, weil er dies als eine Pflicht ansieht. Er wird erkennen, daß das vollständige Ende dieses Systems nahe ist und daß alle, die darin verharren, umkommen werden. Er wird erkennen, daß fleißige Anstrengungen und gesteigerte Leistungsfähigkeit erforderlich sind, um die Arbeit zu vollenden, nämlich die Menschen guten Willens zu warnen, damit sie sich aus den Schlingen dieser Welt herauswinden und an den Ort der Zuflucht fliehen, den Jehova in seiner Liebe bereitet hat. Wer das tut, wird sich selbst einen Platz in dieser gerechten, neuen Welt sichern und wird das unaussprechliche Vorrecht und die Freude haben, von Jehova zur Verherrlichung seines Namens gebraucht zu werden und das einzig richtige Beispiel zu geben, dem Menschen guten Willens folgen können, nämlich die Interessen des Königreiches Gottes, Jehovas, in ihrem Leben an die erste Stelle zu setzen.
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