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Berichte aus verschiedenen Ländern (Teil 1)Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1971
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einer von euch. Ihr scheint bescheidene und ordentliche Tansanier zu sein.“
Eine Schwester, die vor der Entbindung stand, wurde ins Krankenhaus gebracht, und man sagte ihr, sie würde sterben, wenn sie keine Bluttransfusion bekäme. Sie erklärte, sie würde lieber sterben, als Gottes Gesetz über das Blut zu verletzen. Obwohl sie kurz vor der Entbindung stand, wurde sie grob aus dem Krankenhaus gewiesen. Als sie im Krankenhaus der nächsten Stadt ankam, stand sie vor demselben Problem. Die Schwester blieb treu, und ehe der Arzt weiteren Widerstand leisten konnte, brachte die Schwester außerhalb des Kreißsaales ihr Kind zur Welt. Mutter und Kind waren wohlauf und benötigten keine außergewöhnliche ärztliche Hilfe. Wie glücklich die Schwester doch war, daß sie unter diesen äußerst schwierigen Umständen standhaft geblieben war!
UGANDA Bevölkerung: 9 528 717
Verkündiger-Höchstzahl: 97 Verhältnis: 1 zu 98 234
Während des Dienstjahres reiste der Kreisdiener fünftausendsechshundert Kilometer durch die abgelegenen Teile Ugandas. Auf einer sechswöchigen Fahrt wurden fast 500 Bücher abgegeben und eine Reihe Abonnements aufgenommen, und es wurde auch festgestellt, wo Sonderpioniere am meisten benötigt werden.
Überall im Gebiet waren die Menschen nett und außergewöhnlich gastfreundlich. Wie in anderen Teilen Ugandas mußte man auch hier feststellen, daß der Name Jehovas fast völlig unbekannt war. Aber als den Menschen der Name Gottes erklärt wurde, war es für den Kreisdiener eine Freude, zu sehen, wie sie eifrig mit ihren Nachbarn über das Gelernte sprachen. In einer Stadt hatte er die Freude, eine Frau zu treffen, mit der er sechs Jahre zuvor in Burundi studiert hatte. Während sie Erfrischungen zubereitete, kam er mit einem Bezirkshäuptling ins Gespräch, der ebenfalls in jenem Haus zu Besuch war. Es war eine Überraschung, zu erfahren, daß der Häuptling den Namen Jehovas und die Bedeutung dieses Namens kannte. Wer hatte ihn davon unterrichtet? Die Frau aus Burundi. Es wurde ein Buch bei ihm abgegeben, und auf der Rückfahrt wurde der reisende Bruder sehr herzlich im Haus des Häuptlings empfangen. Dieser hatte das Buch gelesen und erklärte, wie genau das, was er über die „letzten Tage“ gelesen hatte, seinen Erlebnissen entsprach. Er mußte viele Beleidigungen von jungen Leuten hinnehmen, die früher sehr respektvoll gewesen waren. Wir hoffen, mehr Sonderpioniere aussenden zu können, damit die Bedürfnisse solcher aufrichtigen Menschen befriedigt werden.
KOREA Bevölkerung: 31 726 867
Verkündiger-Höchstzahl: 12 267 Verhältnis: 1 zu 2 586
Das Dienstjahr begann mit einem hervorragenden internationalen Kongreß, der letztes Jahr im Oktober in Seoul abgehalten wurde, und es endete mit vier ausgezeichneten Bezirkskongressen, die im Juli und im August stattfanden. Das Besondere an diesen Kongressen waren die Taufen. Zu Anfang des Dienstjahres wurde auf dem internationalen Kongreß die erstaunliche Zahl von 1 511 Personen getauft, und das Jahr endete mit einer Gesamtzahl von 3 290 Getauften. Wenn man die 2 226 im Vorjahr Getauften hinzuzählt, bedeutet dies, daß die Hälfte unserer getauften Verkündiger in Korea in den letzten zwei Jahren untergetaucht wurde. Welch eine große Verantwortung haben wir, die zahlreichen Neuen zu lehren, zu schulen und ihnen beizustehen!
Man muß sich in acht nehmen, damit man nicht nur ihre Zahl sieht, denn jeder dieser Neugetauften hat seine eigene interessante Vergangenheit. Betrachte die aufregende Geschichte eines Bruders aus Inchon, der letztes Jahr im Oktober auf unserem internationalen Kongreß getauft wurde. Im Alter von fünfundzwanzig Jahren hatte er sich in Nordkorea der kommunistischen Partei angeschlossen und war schnell befördert worden. Er wurde Leiter der Polizei seines Kreises, und nach Beginn des Koreakrieges wurde er in der Roten Armee Oberst mit der Aufgabe eines Regimentskommandeurs. Seine Enttäuschung über den Kommunismus kam zu einem kritischen Punkt, als er erfuhr, daß seine Angehörigen zufolge örtlicher Intrigen in seiner Heimatstadt von einem anderen Kommunisten umgebracht worden waren. Schließlich desertierte er, und nachdem sich die kommunistische Armee 187 Tage lang bemüht hatte, ihn gefangenzunehmen, wurde er schließlich von den amerikanischen Streitkräften im Meer gefunden, wo er drei Tage lang um eine unbewohnte Insel herumgeschwommen war. Nach seinem Übertritt zur Republik Korea erhielt er Sonderaufgaben sowohl beim koreanischen als auch beim amerikanischen Militär. Schließlich wurde er von allen Pflichten gegenüber der Regierung befreit, und er bekam eine Sonderkonzession für ein Geschäft, durch das er finanziell versorgt sein sollte. Aber mit der Zeit stellte er fest, daß er in dem ihm bewilligten Geschäft nur durch Bestechung und Unehrlichkeit Erfolg haben konnte, und so gab er es auf und war mit einem bescheidenen Leben zufrieden. Obwohl er den Kommunismus aufgegeben hatte, hatte er noch keine wahre Hoffnung für die Zukunft gefunden, die ihn gestützt hätte, und er hielt immer noch am Atheismus fest. Führer der falschen Religion hatten versucht, sein Interesse zu wecken, aber vergebens. Dann gab ihm eines Tages eine junge Schwester Zeugnis, und obwohl er nur zum Teil mit ihren Antworten zufrieden war, sagte er, er wolle sich, ehe er wieder mit ihr sprechen werde, eine Bibel kaufen und sie zum erstenmal ganz durchlesen. Als sie wiederkam, erfuhr sie, daß er eines seiner Schweine verkauft hatte, um die Bibel zu kaufen, und daß er sie nicht nur einmal, sondern zweimal von vorn bis hinten durchgelesen hatte. Sie stellte ihn einem reifen Bruder vor, mit dem er in einem Jahr die Bücher „Dinge ...“ und Ewiges Leben ... sowie das Wahrheits-Buch studierte. Er zeigte dem Bezirksdiener kürzlich, wie er dort, wo er jeden Tag aufhört, in der Bibel zu lesen, seinen kleinen Stempel hindrückt. Er hat den Beweis, daß er in den letzten zweieinhalb Jahren die Bibel fünfzigmal durchgelesen hat. Seine Frau war zuerst gegen seinen neuen Glauben, aber jetzt kommen sie und die Kinder mit ihm zu den Zusammenkünften. Er ist mit dem Glauben, den er jetzt hat, wirklich glücklich, aber er sagt, es tue ihm leid, daß es fast fünfzig Jahre seines Lebens erfordert habe, bis er diesen Glauben gefunden hätte.
Obwohl die Pioniere und Verkündiger durchschnittlich noch nie so wenige Studien durchgeführt haben, studieren sie in Wirklichkeit mit mehr Menschen, da sie die fruchtlosen Studien nach etwa sechs Monaten aufgeben. Sie verbringen jetzt ihre Zeit mit denen, die empfänglich sind. Dennoch berichten einige Pioniere, sie stünden unter Zeitdruck, wenn sie mit allen wirklich Interessierten, die sie finden, studieren wollten. Ein Sonderpionier in Yungdungpo, einem Teil von Seoul, berichtet, daß er, nachdem er systematisch alle fruchtlosen Studien ausgesondert habe, immer noch fünfzehn ausgezeichnete Studien hätte und jetzt nur dann ein neues anfangen könne, wenn er zwei seiner jetzigen Studien zusammenlege oder eines jemand anders übergebe. In den letzten fünfzehn Monaten hat er in seiner gegenwärtigen Zuteilung fünfzehn Personen geholfen, zur Taufe zu gelangen. (Seine Frau hat in derselben Zeit neun Personen geholfen, so daß sie sich taufen ließen.) Einer seiner Interessierten führt, obwohl er noch nicht so weit ist, daß er sich taufen lassen kann, mit jemand anders ein Studium durch und gibt monatlich sechzig Zeitschriften ab. Dieser Pionierbruder sagt, er bemühe sich gleich von Anfang an, das Herz anzusprechen und die Studierenden zu veranlassen, die Dringlichkeit der Zeit, in der wir heute leben, zu erkennen.
Ein Bruder, der Lehrer in einer Mittelschule für Mädchen in Chonju ist, lernte die Wahrheit durch einen Kollegen kennen, der seit einigen Jahren Gott hingegeben ist. Der neue Bruder wurde so schwer krank, daß anscheinend eine Operation nötig war. Als er die Operation ablehnte, sofern der Chirurg sich nicht bereit erklärte, sie ohne Blut vorzunehmen, nahmen seine Kollegen den ersten Bruder mit Gewalt mit ins Krankenhaus, damit er den neuen Bruder beeinflusse, Blut zu nehmen. Er erklärte, das sei eine Gewissenssache des kranken Bruders. Als die Mittelschülerinnen davon hörten, waren sie entschlossen, in einer Protestdemonstration aus der Schule zu ziehen, sofern sich der Lehrer nicht mit der Operation einverstanden erklärte. Er war als Lehrer beliebt, und sie wollten ihn nicht verlieren. Als es so aussah, als stehe er kurz vor dem Sterben, schrieb der Lehrer einen Brief, der den Lehrern und Schülerinnen im Falle seines Todes vorgelesen werden sollte, und übergab seinen Kollegen den Brief. Sie waren von seinem Brief ergriffen, denn er erklärte ausführlich, daß er sein Leben von Gott habe und es in Übereinstimmung mit Gottes Gesetzen verwenden müsse. Er hoffe auf die Auferstehung und er allein sei für seine Entscheidung verantwortlich, schrieb er. Der Arzt und die Krankenhausverwaltung wissen noch nicht, warum — aber der Zustand des Bruders besserte sich plötzlich, und er ist jetzt ohne Operation wieder gesund geworden. Nun sind sowohl die Lehrer als auch die Schülerinnen gleichermaßen sicher, daß der Glaube an Jehova diesem Bruder das Leben gerettet hat, während sie einige Wochen zuvor sagten, sein Glaube werde für ihn den Tod bedeuten.
Die Reihen der Pioniere wachsen weiterhin, und obwohl in der Tätigkeit der Sonderpioniere großartige Ergebnisse zu verzeichnen waren, verrichteten doch die allgemeinen Pioniere den größten Teil der Arbeit, und sie erzielen die meisten Ergebnisse. Viele dieser Pioniere sind Hausfrauen, wie zum Beispiel die Frau eines Lehrers aus Chochiwon. Sie hat drei Kinder, und es gibt für sie keine der in der westlichen Welt bekannten Annehmlichkeiten. Sie verrichtet ihre Hausarbeit frühmorgens oder spätabends und geht am Tage während der Schulstunden predigen. Zehn Monate lang war sie im Ferienpionierdienst, da sie die Pflichten des allgemeinen Pionierdienstes nicht übernehmen wollte, weil sie befürchtete, die erforderliche Stundenzahl nicht zu erreichen. Aber jetzt ist sie seit drei Jahren im allgemeinen Pionierdienst tätig, und sie hat von ihren Nachbarn zwei Spitznamen bekommen: „Waldkauz“, weil sie ihre Hausarbeit spätabends verrichtet, und „Düsenjäger“, weil sie immer in Eile ist und schnell in ihr Gebiet und zu den Bibelstudien geht. Sie sagt es mache ihr nichts aus, so bezeichnet zu werden, denn die letzten drei Jahre seien die glücklichsten ihres Lebens gewesen.
Ebenso wie anderswo in Jehovas wunderbarer Organisation tut sich hier etwas. Es war ein glückliches Jahr, in dem es viel zu tun gab, aber wir haben besonders deinen Besuch, Bruder Knorr, und die beiden Besuche, die uns Bruder Franz während des Jahres abstattete, geschätzt. Diese Besuche helfen unseren Brüdern, besonders den vielen neuen, sich mit der leitenden Körperschaft eng verbunden zu fühlen und zu erkennen, daß Jehova seine Organisation unterstützt. Wir erwarten, daß 1971 ein weiteres schönes Jahr sein wird, und beten täglich, daß Jehova sein Volk leiten möge.
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Berichte aus verschiedenen Ländern (Teil 2)Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1971
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Berichte aus verschiedenen Ländern (Teil 2)
LIBANON Bevölkerung: 2 580 000
Verkündiger-Höchstzahl: 1 267 Verhältnis: 1 zu 2 036
Das vergangene Dienstjahr war für Jehovas Volk im Libanon ein hervorragendes, ja das beste Jahr. Es begann im September mit einer neuen Verkündiger-Höchstzahl, und es sah so aus, als ob wir im Oktober eine weitere Höchstzahl erreichen würden. Aber es brachen schwere Kämpfe zwischen der Armee und den Guerillas aus, und über einen halben Monat bestand in den größeren Städten ein Ausgangsverbot, wodurch unsere Tätigkeit so sehr eingeschränkt wurde, daß wir keine neue Verkündiger-Höchstzahl erreichen konnten. Dann kam alles wieder einigermaßen zur Ruhe, und in den darauffolgenden sieben Monaten gab es neue Verkündiger-Höchstzahlen. Ja, in nur drei Monaten des Jahres hatten wir keine neuen Höchstzahlen.
Das Wahrheits-Buch in Arabisch, das uns während der letzten Hälfte des Dienstjahres zur Verfügung stand, wurde hier von Jehovas Volk
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