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  • Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1957
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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1957
w57 1. 4. S. 222

Eine Missionarin in Korea schreibt ihrem Unterweiser

Lieber Richter!a

… Wir haben viel über andere Menschen und andere Sitten gelernt, aber in erster Linie sind wir zu der Erkenntnis gekommen, weshalb wir die Wachtturm-Bibelschule Gilead besuchten. Damals dachten wir, wir wüßten es, aber man muß erst etwas erlebt haben, um dessen Wert ermessen zu können. Nun wissen wir, was es bedeutet, ein „Missionar“ zu sein. Ich habe mich so lange danach gesehnt und bin tatsächlich nicht enttäuscht worden.

Korea ist ein faszinierendes Land. Die Geschäftsleute kleiden sich nach westlicher Art und haben großes Interesse an modernen Dingen. Sie gehen mit offenen Augen durch die Welt und sind sehr kluge Leute. Sie lieben es, zu reden und Fragen zu stellen. Uns gegenüber sind sie stets höflich. Es überrascht sie, daß wir zu ihnen kommen und mit ihnen in ihrer Sprache sprechen. Mit ehrlicher Aufmerksamkeit hören sie dem zu, was wir ihnen verkündigen. Selbst wenn sie keine Schriften abnehmen, hören sie unsere Predigt bis zum Schluß an. Deshalb gibt es in Seoul kaum jemanden, der Jehovas Zeugen nicht kennt.

Die Geistlichen warnen ihre Schäfchen verzweifelt vor uns, aber Du weißt ja, wo das hinführt. Oft stellt man uns die Frage: „Worin unterscheidet sich Ihr Glaube von dem der anderen Religionen?“ Um diese Frage zu beantworten, greifen wir einfach ein Thema auf wie die Dreieinigkeit und entziehen ihr die Grundlage. Und wenn man einmal eine Lüge vor ihnen aufgedeckt hat, kann man ihr Tempo kaum genug bremsen, damit sie die Sache sorgfältig weiterstudieren. Sie wollen sogleich alles auf einmal wissen; sie möchten an zwei oder drei Abenden in der Woche oder gar jeden Tag ein Studium haben.

Sie besuchen die Zusammenkünfte, und wenn sie einmal die Verbindung mit der Versammlung aufgenommen haben, dauert es nicht mehr lange, bis sie sich Gott hingeben. Obwohl sie sich rasch anschließen, ohne viel mehr als eine grundlegende Erkenntnis zu besitzen, bleiben sie fest, weil die Wahrheit ihr ganzer Lebensinhalt wird. Sie lieben es, die biblische Wahrheit zu predigen, und reden auch unter sich gerne darüber. Man kann nicht anders, man muß sie einfach lieben.

Es war eine helle Freude, während der vergangenen anderthalb Jahre unsere Versammlung — eine der acht Teilversammlungen in Seoul — zu beobachten und zu sehen, wie sie wuchs und geteilt wurde und nun schon wieder soweit ist, nochmals geteilt zu werden. Auch konnten wir einigen von denen, mit welchen wir die Bibel studierten, eine Hilfe sein, zur Reife zu gelangen und getauft zu werden. Nun sind wir bereits Großmütter — denn einige von unseren Interessierten konnten zusehen, wie Menschen guten Willens, bei denen s i e Studien durchführten, getauft wurden. Da treten einem vor Freude unwillkürlich die Tränen in die Augen.

Es gibt unglaublich viele Gelegenheiten, Menschen guten Willens zu finden, mehr als wir benutzen können. So machte ich vor drei Wochen eine schöne Erfahrung. Ich traf an einer Tür einen Schüler im Alter von etwa 14 Jahren. Er hätte gern das Buch „Gott bleibt wahrhaftig“ gehabt, konnte aber im Moment nichts dafür beisteuern, und so sagte ich, ich würde wiederkommen, und lud ihn zum öffentlichen Vortrag anläßlich der Kreisversammlung ein, die in jener Woche stattfand. Beim Weggehen schrieb ich die Adresse auf, vergaß dann aber die Sache. Doch anläßlich der Versammlung tauchte plötzlich das muntere, kleine Gesicht vor mir auf. Zuerst erkannte ich den Jungen nicht einmal (alle Schüler sind gleich gekleidet), aber dann dämmerte es mir. Er sagte, ich solle schnellstens bei ihnen daheim vorbeikommen, denn seine Eltern müßten mich sprechen.

Am nächsten Abend war er wieder da, um den neuen Film „Die glückliche Neue-Welt-Gesellschaft“ zu sehen. Er hatte Tränen in den Augen, als er die Neue-Welt-Szenen sah. Später erfuhr ich, daß seine Mutter und sein Vater ebenfalls gekommen waren. Am folgenden Dienstag besuchte ich sie zusammen mit einer anderen Missionarin. Sie nahmen uns mit offenen Armen und Herzen auf. Jahrelang waren sie Methodisten gewesen, hatten aber das Gefühl, daß die zwei Stunden, ausgefüllt mit Gebet, Gesang und dem Anhören einer Predigt ihres moksa (Predigers), nicht alles sein könnten, was Gott von der wahren Religion verlangt. Der Vater sagte, er wolle die Bibel selbst kennenlernen. Letzte Woche bemerkten sie nach unserem Studium, daß sie das Empfinden hätten, Gott habe uns zu ihnen geschickt. Sie sind nun von Herzen befriedigt, sehen aber ein, daß sie noch mehr Erkenntnis benötigen.

Es hält schwer, ihre leuchtenden Augen und frohen Gesichter zu beschreiben; für mich war dies jedenfalls die wunderbarste Erfahrung, die ich je gemacht habe. Man hat hier viele ungewöhnliche Erlebnisse, denn oft kommt man zu Leuten aus den oberen Schichten usw., die für die Wahrheit Stellung beziehen. Von allen aber ist mir diese engverbundene Familie am liebsten.

Es gibt auf Erden kein schöneres Leben als das eines Missionars. Unsere Missionarfamilie hält fest zusammen, und wir haben auch viel Spaß. Für koreanische Verhältnisse ist unser Haus geradezu wunderschön. Wohl mag es ab und zu Enttäuschungen geben, aber sie gehen vorüber. Wir fühlen uns hier in Korea wie zu Hause.

Ich hoffe, daß es Dir und Deiner Frau gut geht und daß Ihr glücklich seid. Wie könnte es anders sein — was könnte es Besseres geben, als Jehova zu dienen?

Mit herzlichen Grüßen an Euch beide,

[gezeichnet] Elaine Schiedt

[Fußnote]

a Er hat nämlich in der Schule Rechtsunterricht erteilt.

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