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Die Christenheit hat versagt! Ihr Ende steht bevor — was dann?Der Wachtturm 1962 | 15. April
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62. Welche Heilung wird vor sich gehen, und was wird allen auf Erden Lebenden, die Gott nicht enttäuschen, dann zuteil?
62 Dem Wunder der Auferstehung der Toten werden andere Wunder folgen, geistige und körperliche Heilungen, die dazu beitragen, daß die Menschen — die durch Christus, den König, dann Söhne Gottes geworden sind — zu menschlicher Vollkommenheit gelangen. Allen, die Gott dann nicht enttäuschen, sondern ihre Knie im Namen Christi vor Gott beugen und mit ihrer Zunge öffentlich bekennen, „daß Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“, wird ewiges Leben im irdischen Paradies der neuen Welt zuteil. — Phil. 2:9-11; Off. 21:1-4; Joh. 3:16.
63. Was sollten wir jetzt tun, da wir uns vor den Folgen des Endes, das über die Christenheit kommt, nicht fürchten?
63 Sollten wir uns also vor den Folgen des Endes, das über die Christenheit kommt, weil sie versagt hat, fürchten? Nein! Gerade angesichts dessen, was nach ihrem Ende kommt, sollten wir uns von ihr abwenden und das wahre Christentum annehmen. Dann sollten wir als aufrichtige Christen leben und uns auf die herrlichen Segnungen freuen, die Gottes Königreich, das dem Ende der heuchlerischen Religion folgt, bringen wird.
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Die Zeit, in der das Reich Gottes kommtDer Wachtturm 1962 | 15. April
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Die Zeit, in der das Reich Gottes kommt
BETEST du aufrichtig um das Kommen des Reiches Gottes? Wenn ja, dann möchtest du sicher auch gern wissen, wann dieses Reich kommt. Schon Jesu Jünger waren an dieser Frage interessiert, denn als er einmal auf dem Ölberg war, traten vier von ihnen an ihn heran mit der Frage: „Sage uns: Wann werden diese Dinge geschehen, und was wird das Zeichen deiner Gegenwart und der Vollendung des Systems der Dinge sein?“ Die Jünger hörten bestimmt mit großem Interesse zu, als Jesus von den welterschütternden Ereignissen sprach, die seine zweite Gegenwart und die Aufrichtung seines Reiches kennzeichnen sollten. — Matth. 24:3, NW.
Heute hört man oft die Bemerkung: „Ich bete ja um das Kommen des Reiches Gottes, und ich glaube auch, daß es einmal kommt, aber ich werde es nicht mehr erleben.“ Leute, die das sagen, haben jedoch meistens die biblischen Prophezeiungen über die letzten Tage und die Aufrichtung des Reiches Gottes noch nie näher geprüft. Da du aber an Jesu zweiter Gegenwart ebensosehr interessiert bist wie damals die Jünger, wirst du eine eingehende Betrachtung der Antwort Jesu auf die Frage, wann das Reich Gottes komme, außerordentlich aufschlußreich finden.
Jesus wußte, daß nach seinem Tode viele Betrüger auftreten und kommende Generationen irreführen würden. Er warnte daher seine Jünger mit den Worten: „Sehet zu, daß euch niemand verführe! denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! und sie werden viele verführen.“ — Matth. 24:4, 5.
Jesus wußte auch, daß im Laufe der Jahrhunderte, die bis zum Kommen des Reiches Gottes noch vergehen sollten, von Zeit zu Zeit Krieg sein würde. Deshalb sagte er weiter: „Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Sehet zu, erschrecket nicht; denn dies alles muß geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.“ (Matth. 24:6) Dann zählte Jesus die welterschütternden Geschehnisse auf, die seine unsichtbare, zweite Gegenwart kennzeichnen würden. Betrachten wir diese also einmal im Lichte des gegenwärtigen Weltgeschehens, um festzustellen, ob unsere Generation die Generation ist, von der Jesus sagte: „Diese Generation wird keinesfalls vergehen, bis alle diese Dinge [auch die „Vollendung des Systems der Dinge“] geschehen.“ (Matth. 24:34, 3, NW) Zuerst sagte Jesus:
„ES WIRD SICH NATION WIDER NATION ERHEBEN“
Hat sich diese Prophezeiung erfüllt? Hat die Welt je einen Krieg erlebt, an dem ganze Königreiche und Nationen beteiligt waren und der deshalb alle früheren Kriege in den Schatten stellte? Jawohl, und zwar in unserer Generation. Der Krieg von 1914—1918 wird von Geschichtsschreibern als der ERSTE WELTKRIEG bezeichnet, weil er so ganz anders war als die früheren Kriege. Er war der erste Krieg dieser Art. — Matth. 24:7, 8.
Über dreißig Nationen waren in den ersten Weltkrieg verwickelt, und ungefähr 1 700 000 000 Menschen oder etwa 93 Prozent der ganzen Erdbevölkerung wurden davon betroffen. Nach einem Bericht der Harvard-Universität, der in der Zeitschrift Collier’s vom 29. September 1945 erschien, hat eine Untersuchung der Kriege gezeigt, daß der erste Weltkrieg siebenmal größer war als die 901 bedeutendsten Kriege zusammen, die in 2400 Jahren vor 1914 geführt worden waren.
Welch einen bedeutenden Wechsel der erste Weltkrieg für die Menschheit gebracht hatte, ging aus dem New York Times Magazine vom 1. August 1954 hervor, in dem unter anderem folgendes gesagt wurde: „Der erste Krieg bedeutete einen weit größeren Wechsel in der Geschichte [als der zweite Weltkrieg]. Er bedeutet den Abschluß einer langen Zeit allgemeinen Friedens und den Beginn eines neuen Zeitalters der Gewalttat, in dem der zweite Krieg lediglich eine Episode gewesen ist. Seit 1914 hat die Welt ein neues Gesicht erhalten … Somit kennzeichnet der erste Weltkrieg einen Wendepunkt in der modernen Geschichte.“
Nach Jesu Worten sollte dieser Krieg mit seinen grausamen Folgen erst „der Anfang der Wehen“ sein. Das wurde auch bestätigt, als sich die Welt bald darauf wieder in einen Krieg stürzte. Der zweite Weltkrieg mit seinen 22 Millionen Toten, 34 Millionen Verwundeten und 1 300 000 000 000 Dollar Kriegskosten stellte den ersten weit in den Schatten. Jesus hatte aber nicht nur davon gesprochen, daß „sich Nation wider Nation erheben“ werde, sondern auch gezeigt, daß seine zweite Gegenwart gekennzeichnet sein werde durch
„HUNGERSNÖTE“
Auch diese Vorhersage Jesu erfüllte sich, denn unmittelbar auf den ersten Weltkrieg folgten die schlimmsten Hungersnöte, die die Menschheit je erlebt hat. In China starben nach dem ersten Weltkrieg täglich 15 000 Menschen vor Hunger. Im Februar 1922 hungerten in sechzehn russischen Provinzen 13 772 613 Menschen. Die Zeitschrift The Nation berichtete am 7. Juni 1919: „Seuchen und Hunger wüten in Indien. Der Tod schreitet durch das Land und hält reiche Ernte. Noch nie hat es in der Geschichte etwas Ähnliches gegeben.“
Doch damit begannen erst die durch den Hunger verursachten „Wehen“, die über unsere Generation kommen sollten. Nach dem zweiten Weltkrieg hungerten etwa doppelt so viele Menschen wie nach dem ersten. Die Zeitschrift Look berichtete in ihrer Ausgabe vom 11. Juni 1946: „Ein Viertel der Erdbevölkerung hungert heute. Morgen wird es noch schlimmer sein. Die meisten von uns können sich von der furchtbaren Lage in den ausgedehnten Hungergebieten gar kein Bild machen … Noch nie waren so viele Menschen verzweifelt auf der Jagd nach Nahrung wie heutzutage.“
Wer denkt, es sei inzwischen besser geworden, irrt sich, denn der Hunger schreitet weiter durch die Welt. Dr. Josué de Castro, der Vorsitzende des Exekutivkomitees der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, sagt in seinem Buch The Geography of Hunger, daß es im Fernen und auch im Nahen Osten sowie in gewissen mittelamerikanischen Ländern „ganz ‚normal‘ und nicht außergewöhnlich ist, daß Millionen Menschen verhungern“. Raymond Scheyven, der ehemalige Vorsitzende des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen, berichtete nach einer Reise, die er 1957 in unterentwickelte Länder gemacht hatte, folgendes: „Der Hunger führt die Prozession des Elends an … Der Prozentsatz der
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