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Die Bedeutung der gegenwärtigen WeltbedrängnisDer Wachtturm 1969 | 1. Mai
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Die Drangsal wurde durch den Hunger, unter dem viele Menschen im Zweiten Weltkrieg und danach litten, noch verschlimmert. Kurz nach dem Krieg schrieb die Zeitschrift Look in ihrer Ausgabe vom 11. Juni 1946: „Heute hungert ein Viertel der Weltbevölkerung. Morgen wird es noch schlimmer sein. Der Hunger, unter dem die Bevölkerung des größten Teiles der Welt leidet, ist schrecklicher, als sich die meisten von uns vorstellen können. ... Heute machen mehr Menschen verzweifelt Jagd auf Nahrung als zu irgendeiner anderen Zeit in der Geschichte.“
In einem vor kurzem erschienenen Buch, betitelt: Famine—1975! (Hunger — 1975!), von William und Paul Paddock heißt es auf den Seiten 52, 55 und 61 über die heutige Lebensmittelknappheit: „In den unterentwickelten Gebieten der Tropen und Subtropen grassiert der Hunger in einem Land nach dem anderen und auf einem Kontinent nach dem anderen. Die heutige kritische Situation kann sich nur in einer Richtung entwickeln — zur Katastrophe. Heute hungern die Nationen; morgen verhungern sie. ... Bis 1975 werden in vielen Hungerländern Rechtlosigkeit, Anarchie, Militärdiktatur, galoppierende Inflation, Zusammenbruch des Verkehrswesens, Chaos und Unruhen an der Tagesordnung sein.“ Jesus sagte auch eine ‘zunehmende Gesetzlosigkeit’ als Kennzeichen für die „letzten Tage“ voraus. (Matth. 24:12) Und Gott inspirierte den Apostel Paulus, dieser Prophezeiung folgendes hinzuzufügen: „In den letzten Tagen ... [werden] die Menschen ... eigenliebig sein, ... den Eltern ungehorsam, ... ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, ... mehr die Vergnügungen lieben als Gott ... Böse Menschen aber und Schwindler werden vom Schlechten zum Schlimmeren voranschreiten.“ (2. Tim. 3:1-5, 13) Solche Verhältnisse haben sich seit 1914 explosionsartig entwickelt! Siehst du das nicht alles mit eigenen Augen?
Du brauchst nur einmal um dich zu blicken. In der ganzen Welt greift die Gesetzlosigkeit immer mehr um sich. Lord Shawcross, ein führender englischer Rechtsanwalt, sagte: „Offenbar nimmt die Zahl der Verbrechen, leider besonders die Zahl der von Jugendlichen begangenen Verbrechen, fast überall, auch in Sowjetrußland, überhand. ... Unsere Angaben sind auch nicht übertrieben. Im Gegenteil, die Zahl der der Polizei bekannten Verbrechen macht wahrscheinlich nur einen Bruchteil der nicht entdeckten oder der aus diesem oder jenem Grund der Polizei nicht gemeldeten Verbrechen aus.“a
Von überallher treffen Meldungen ein wie: „Eine Flut von Verbrechen und Ausschreitungen fegt über die Vereinigten Staaten hinweg ... In vielen Städten wagen sich die Frauen nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf die Straße. Sie haben auch allen Grund. Vergewaltigungen, Überfälle und andere Gewalttaten nehmen überhand. Viele Verbrechen werden aus reiner Barbarei begangen ... Die Achtung vor Gesetz und Ordnung schwindet immer mehr.“b
Ein weiteres Merkmal der „letzten Tage“, das Jesus erwähnte, ist große Verwirrung und Furcht unter den Völkern und ihren Führern. Jesus sagte voraus: „... auf der Erde Angst und Bangen unter den Nationen, die ... weder aus noch ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen.“ — Luk. 21:25, 26.
Daß auch diese Prophezeiung sich jetzt erfüllt, zeigen viele Pressemeldungen. So hieß es in der Zeitschrift U.S. News & World Report vom 27. November 1967 auf Seite 62: „Befindet sich die Welt in größerem Aufruhr als vor dem Zweiten Weltkrieg? Ohne Zweifel. Zu Feuergefechten kommt es durchschnittlich jeden Monat einmal. Die Statistik zeigt, daß es seit dem Zweiten Weltkrieg in der ganzen Welt, abgesehen von richtigen Kriegen wie dem Koreakrieg und dem Krieg in Vietnam, zu über dreihundert Revolutionen, Staatsstreichen, Erhebungen, Empörungen und Aufständen gekommen ist.“
Zu alldem kommt noch die Furcht, durch Atomwaffen, von denen einige Staaten riesige Vorräte besitzen, ums Leben zu kommen. Der bekannte Rubrikjournalist David Lawrence schrieb: „Es ist eine Tatsache, daß Furcht heute die stärkste Gemütsbewegung ist, die unser Leben beherrscht: die Furcht vor dem Krieg, vor einer nuklearen Massenvernichtung und vor einem Überraschungsangriff, dem zufolge riesige Gebiete der Erde verwüstet und mit Millionen und aber Millionen Toten übersät würden.“c Der ehemalige Verteidigungsminister Robert S. McNamara sagte: „Bei einem sowjetrussischen Angriff mit Raketen würden über 120 Millionen Amerikaner den Tod finden ... Wenn sich in dem betreffenden Gebiet Städte befänden, ... betrüge die Zahl der Todesopfer 149 Millionen.“d Es ist genauso, wie Jesus voraussagte: Die Menschen fürchten sich, und die Nationen sind in Angst und Bangen.
Alle Kennzeichen der „letzten Tage“ sind vorhanden. Sie beweisen über jeden Zweifel erhaben, daß wir seit 1914 in den „letzten Tagen“ leben. Somit ist Gottes himmlisches Königreich in jenem Jahr zur Macht gekommen! — Offb. 11:17, 18.
Es stimmt, daß sich schon Generationen früherer Zeiten durch Gewalttat und Sittenverderbnis auszeichneten. Ein Beispiel dafür ist der Verfall des Römischen Reiches. Aber noch nie in der Menschheitsgeschichte hat sich alles, was Jesus als Kennzeichen vorhergesagt hat, während der Lebzeiten ein und derselben Generation ereignet. Und noch nie haben solche Verhältnisse zur gleichen Zeit in jedem Land geherrscht. Heute leben wir nicht nur in den letzten Tagen eines politischen Reiches, sondern in den „letzten Tagen“ des bösen von Satan beherrschten Systems.
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1914 — ein gekennzeichnetes JahrDer Wachtturm 1969 | 1. Mai
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1914 — ein gekennzeichnetes Jahr
SCHON Jahre im voraus erkannten Erforscher der Bibel, daß das Jahr 1914 ein Jahr von großer Bedeutung sein würde. Die biblische Chronologie weist ausdrücklich auf dieses Jahr hin.a Sorgfältige Erforscher des Wortes Gottes wußten das. Sie erwarteten große Veränderungen, ja sie wiesen auf die Bedeutung des Jahres 1914 hin.
Die Zeitung The World brachte in ihrer Ausgabe vom 30. August 1914 einen Artikel, in dem es unter anderem hieß: „Der Ausbruch des schrecklichen Krieges in Europa hat eine außergewöhnliche Prophezeiung erfüllt. ... ‚Blickt nach dem Jahre 1914 aus!‘ ist der Ruf von Hunderten reisender Evangelisten gewesen, die ... landauf, landab zogen und die Lehre verkündigten, daß das ‚Königreich Gottes herbeigekommen‘ sei.“
Die Tatsachen bestätigen, daß das Jahr 1914 wirklich ein gekennzeichnetes Jahr war. Die Londoner Zeitung Evening Star vom 4. August 1960 schrieb über den Ersten Weltkrieg: „Durch diesen Krieg ist die politische Einrichtung der ganzen Welt aus den Fugen gegangen. So, wie es war, kann es nicht mehr werden. ... einige Historiker im nächsten Jahrhundert werden zu dem Schluß kommen, der 4. August 1914 sei der Tag gewesen, an dem die Welt wahnsinnig geworden sei.“
Im Jahre 1954 sagte der Historiker H. R. Trevor-Roper zum vierzigsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges über den großen Wechsel, den das Jahr 1914 brachte:
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