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  • Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1956
Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1956
w56 15. 10. S. 611-612

Kommunisten fahren fort, Jehovas Zeugen zu verfolgen

KÖNNEN Leute Gutes tun, die es gewohnt sind, willentlich Schlechtes zu tun? Dies ist ebensowenig möglich, wie ein Pardel seine Flecken ändern kann. So sagt es Gottes Wort in Jeremia 13:23.

Heute behauptet der räuberische, blutbefleckte, intolerante, totalitäre Pardel des Kommunismus, er habe seine Flecken geändert. In seinen Freundschaftsanträgen gegenüber dem Westen beteuern seine Wortführer laut und oft ihre Reformbestrebungen und schieben die Schuld an allen in der Vergangenheit begangenen Missetaten dem einen Stalin zu.

Jene, die geneigt sind, sich auf Wunschträume einzulassen, sind schnell bereit gewesen zu der Folgerung, daß der kommunistische Pardel, so wie er seine Taktik und Propagandalinie geändert habe, sich auch im Herzen geändert haben müsse. Aber Taten sprechen lauter als Worte, und angesichts des Tatbestandes ist die Warnung eines weisen Herrschers, die vor langer Zeit aufgezeichnet wurde, am Platze:

„Iß nicht das Brot des Scheelsehenden, und laß dich nicht gelüsten nach seinen Leckerbissen. Denn wie er es abmißt in seiner Seele, so ist er. ‚Iß und trink!‘ spricht er zu dir, aber sein Herz ist nicht mit dir.“ — Spr. 23:6, 7.

Ein auffallender Beweis von der Unaufrichtigkeit der Kommunisten zeigt sich in ihrer Behandlung der Zeugen Jehovas. Sie beschleunigen deren Verhaftungen, obwohl sie andere „politische“ Gefangene freilassen.

Dies geht aus dem Bericht hervor, der im Berliner Tagesspiegel unter dem Datum des 9. Juni 1956 erschienen ist, und zwar unter dem Titel „Keine Glaubensverfolgungen in der Sowjetzone?“, worin folgendes über die Sachlage in Ostdeutschland zu lesen stand:

„In den letzten Wochen wurden aus den Strafverbüßungsanstalten der Sowjetzone in Gruppen politische Gefangene nahezu aller Kategorien vorfristig entlassen. Allerdings war eine Kategorie, sie macht 1/15 aller politischen Gefangenen aus, nicht unter den Entlassenen vertreten: Die Zeugen Jehovas. Es erfolgten vielmehr noch im April und Mai in Altenburg, Rostock und Magdeburg neue Verhaftungen.

Obgleich die Zeugen Jehovas jegliche Art konspirativer Tätigkeit ablehnen — dies ist auch ein Teil ihres Glaubensbekenntnisses —, wurden sie bezichtigt, Spione, Diversanten und Agenten gewesen zu sein. Außerdem wurden ihnen Vergehen gegen den berüchtigten Art. 6 (Verbreitung tendenziöser Gerüchte, Boykotthetze, Friedensgefährdung) vorgehalten — und dies, nachdem Generalstaatsanwalt Melzheimer eine Revision dieses Artikels angekündigt hatte.

Sämtliche Verhandlungen gegen diese Angeklagten fanden bisher unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Weder die Angehörigen noch Entlastungszeugen durften daran teilnehmen. Seit dem 8. August 1950 sind 2814 Verhaftungen erfolgt; 1299 werden noch aufrechterhalten. Urteilsreduzierungen sind nur in ganz wenigen Fällen vorgekommen. In 73 Fällen ist überhaupt noch kein Urteil erfolgt oder bekanntgeworden. 34 Zeugen Jehovas sind in Haftanstalten gestorben oder nach unmenschlicher Behandlungsweise zugrunde gegangen. Die durchschnittliche Strafhöhe liegt bei sechs Jahren und drei Monaten; 14 haben lebenslängliche Strafen.

Bis 1954 durften diese Häftlinge nicht arbeiten. Häufig mußten sie rote Bänder an Arm und Bein tragen, und das bedeutet: Keine Bücher, keine Erlaubnis, Schach zu spielen; keine Teilnahme an den gelegentlichen Filmvorführungen und Einzelzelle. Da die Zeugen Jehovas keine Blutwurst essen, diese aber häufig die einzige Fleischkost ist, sind sie auch, was die Ernährung angeht, benachteiligt.

Grotewohl [Ministerpräsident] hat mehrfach erklärt, es gebe in der „DDR“ [Deutschen Demokratischen Republik] keine Glaubensverfolgungen. Wenn das bewiesen werden soll, müßte sich auch für die Zeugen Jehovas endlich das Tor in die Freiheit öffnen.“

Daß diese Verfolgung nicht auf Ostdeutschland beschränkt ist, geht aus dem Bericht hervor, der zwei Tage später in einem anderen Berliner Blatt erschien, nämlich im Montags Echo vom 11. Juni 1956. Unter der Schlagzeile „Tausende Zeugen Jehovas schmachten in Sibirien“, die die ganze Seite beherrschte, hieß es:

„Berlin (AP). Auf einer Versammlung der ‚Zeugen Jehovas‘ am Wochenende in Westberlin teilte ein jetzt aus der Sowjetunion heimgekehrter Memeldeutscher mit, daß sich noch heute Tausende von Angehörigen dieser Glaubensgemeinschaft in sibirischen Straflagern befänden. Der Heimkehrer berichtete, er sei im Jahre 1951 wegen seines Glaubens verhaftet worden. Trotz Verbots predigten die Zeugen Jehovas auch in den Lagern ihren Glauben.“

Warum ergreift der grimmige, mächtige, kommunistische Pardel rücksichtslose Maßnahmen gegen die friedliebenden Zeugen Jehovas innerhalb seiner Grenzen? Ein Grund besteht zweifellos darin, daß in ihrer Freilassung kein Propagandawert liegt. Ein anderer Grund ist, daß der kommunistische Pardel die Wahrheit der Bibel fürchtet. Die Wahrheit ist so viel mächtiger als lügnerische kommunistische Propaganda. Ferner vertreten Jehovas Zeugen den biblischen Grundsatz, daß Jehova Gott zuerst kommt und daß der Cäsar nur das haben kann, was nicht Gott verlangt. Der Kommunismus, der als das Höchste anerkannt zu werden wünscht, hat daher einen verzehrenden Haß gegen alle, die Gott an die erste Stelle setzen und es unzweideutig ablehnen, auf Kompromisse einzugehen. — Matth. 22:21.

Solange Jehovas Zeugen zu Tausenden hinter kommunistischen Gefängnisgittern und Stacheldraht schmachten und noch weitere verhaftet werden, müssen die Propagandaschlagwörter, wonach der Kommunismus sich im Herzen geändert habe, als lauter Heuchelei gebrandmarkt werden. Die sogenannte freie Welt sollte dankbar sein für das Beispiel, das Jehovas Zeugen geben; denn indem sie furchtlos und ohne auf Kompromisse einzugehen Stellung nehmen gegen das Totalitätsmonstrum, stellen sie die Ruchlosigkeit, die Intoleranz und Heuchelei der Kommunisten ins rechte Licht. Da besteht keine Frage: der kommunistische Pardel hat seine Flecken nicht geändert.

„Glücklich seid ihr, wenn die Leute euch um meinetwillen schmähen und euch verfolgen und lügnerisch allerlei Böses wider euch reden.“ — Matth. 5:11, NW.

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