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  • Der Ruf nach Recht und Ordnung
    Erwachet! 1970 | 8. April
    • Der Ruf nach Recht und Ordnung

      HAST du das Gefühl, heute sei deine Sicherheit mehr bedroht als vor zwanzig oder als vor nur fünf Jahren? Fürchtest du dich heute mehr davor, abends auszugehen, als früher? Bangst du mehr um die Sicherheit deiner Kinder? Empfindest du es heute als absolutes Muß, Türen und Fenster deiner Wohnung zu sichern?

      Wenn es dir so ergeht wie den meisten Menschen in der Welt, kann die Antwort auf diese Fragen nur ein Ja sein. Überall sind die Menschen wegen der steigenden Kriminalität und zunehmenden Gewalttätigkeit um ihre Sicherheit besorgt.

      Vielleicht bist du noch nie von einem Sexual- oder anderen Verbrecher überfallen worden, und in deiner Wohnung mag noch nie eingebrochen worden sein. Aber solches widerfährt immer mehr Personen.

      Besonders häufig werden derartige Verbrechen in den Städten verübt. Die Zeitschrift Time schrieb: „Es gibt wohl kaum eine Großstadt, in der man abends, ohne sich fürchten zu müssen, durch die Straßen gehen kann.“ Folgendes ist ein Auszug aus einem Brief eines New Yorkers, den die New York Times in ihrer Ausgabe vom 20. Mai 1969 veröffentlicht hat:

      „Täglich werden in unserer Stadt Hunderte ja Tausende von Raubüberfällen verübt; diese Situation die für mich und die übrigen Bürger dieser Stadt qualvoll ist, erfüllt mich mit tiefem Schmerz. ...

      Keiner, dem schon einmal die kalte Stahlklinge eines Messers vors Gesicht gehalten wurde — mir ist das schon zweimal passiert —, vermag noch, einem Unbekannten auch nur das geringste Vertrauen entgegenzubringen. In dieser Stadt muß man abends und oft auch am Tag so vorsichtig sein, wenn man durch die Straßen geht, wie ein Soldat, der hinter die feindliche Linie geraten ist.“

      Wenn man dazu noch die Tumulte und steten Unruhen rechnet, kann man verstehen, warum bei einer vor kurzem durchgeführten Umfrage 81 Prozent der Befragten mit der Erklärung einverstanden waren: „Recht und Ordnung sind in Auflösung begriffen.“ Allmählich greift dieser Zustand auf jedes Land der Erde über. Der Präsident der amerikanischen Rundfunkorganisation „Columbia Broadcasting System“ sagte:

      „Die Ordnung bricht zusammen. ... Diese Unruhe ist tragisch. Aber sie ist auch, wie [der Kolumnist der New York Times] James Reston schrieb, ,heute die größte Story in der Welt‘.“

      Er erwähnte, daß es bei dieser Situation im Grunde genommen nur um die „verführerisch einfache Frage des Rechts und der Ordnung“ gehe.

      „RECHT UND ORDNUNG“ — das ist der Ruf, den wir heute so häufig hören. Aber was bedeutet Recht und Ordnung? Viele verstehen darunter, daß man durch die Straßen gehen kann, ohne sich vor Verbrechern fürchten zu müssen, und daß in Wohnungen und Geschäften nicht mehr eingebrochen wird.

      Aber versteht jedermann das darunter?

  • Recht und Ordnung in den Augen anderer
    Erwachet! 1970 | 8. April
    • Recht und Ordnung in den Augen anderer

      HEUTE gibt es viele Personen, die der Meinung sind, das bestehende Recht und die heutige Ordnung seien ihren Interessen abträglich. Sie wollen mehr als nur sichere Straßen und eine sichere Wohnung.

      In der Zeitung Chronicle, die in Houston herauskommt, konnte man zum Beispiel lesen: „Es gibt Jugendliche, die den Gebrauch des Ausdrucks ,Recht und Ordnung‘ ablehnen.“ Viele Jugendliche hassen die Welt, die die ältere Generation für sie geschaffen hat. Einen der vielen Gründe dafür kann man folgender Meldung, die in der Zeitschrift U.S. News & World Report erschien, entnehmen:

      „Etwa die Hälfte der [im Krieg] Getöteten waren noch so jung, daß sie in den meisten Staaten nicht wahlberechtigt gewesen wären. Unter den Getöteten befanden sich mehr Zwanzigjährige als Angehörige einer anderen Altersgruppe. ... Bei den meisten dieser Jugendlichen handelte es sich nicht um Berufssoldaten, sondern um Personen, die erst ein oder zwei Jahre die Uniform trugen.“

      Immer mehr junge Männer verzweifeln an Gesetzen, die fordern, daß sie töten und getötet werden, Gesetze, die sie weder beantragt noch angenommen haben. Sie behaupten, diese Gesetze seien ungerecht.

      Auch Angehörige von Minderheiten mögen das bestehende Recht und die gegenwärtige Ordnung anders beurteilen. Die New York Times schrieb, viele der amerikanischen Neger seien „überzeugt, daß die neue Tendenz in Amerika, Recht und Ordnung in den Vordergrund zu stellen, auf Kosten des Negers“ gehe. Die Farbigen fordern ein Recht und eine Ordnung, die für sie soziale Gerechtigkeit und gleiche Möglichkeiten bedeuten.

      Die Bevölkerung gewisser armer Gebiete steht auf dem Standpunkt, daß die bestehenden Gesetze sie unterdrückten, daß sie sie zwängen, sich von einem kleinen Stückchen Land kärglich zu ernähren, und sie in einem Zustand der wirtschaftlichen Versklavung halten würden.

      Auch andere Personen, die zwar keineswegs arm sind, haben die Auffassung, gewisse Gesetze seien ungerecht. Sie mögen zum Beispiel ziemlich viel Einkommensteuer bezahlen müssen, sehen aber, daß gewisse Reiche wenig oder gar keine bezahlen, weil sie ihr Geld in einem steuerfreien Unternehmen investiert haben. Oder sie mögen bestraft werden, weil sie ihren Wagen auf der verkehrten Straßenseite geparkt haben. Doch das mag der einzige freie Platz gewesen sein, weil nicht genügend Parkplätze vorhanden sind. Wenn viele solche Mißstände bestehen, mögen die Leute in Verzweiflung geraten, was einen rebellischen Geist zur Folge hat.

      Ganz offensichtlich stimmt mit der heutigen Ordnung etwas nicht. Die Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen wächst überall. Wie kann man den Mißständen entgegenwirken? Indem man jegliches Recht und jegliche Ordnung aufhebt, so daß jedermann tun und lassen kann, was ihm beliebt? Das würde zu Anarchie, zu einem Chaos führen. Irgendein Recht muß es geben; eine gewisse Ordnung ist erforderlich.

      Die große Frage ist nur: Wessen Recht und Ordnung soll Geltung haben? Gibt es ein System, das nicht nur Recht und Ordnung zu schaffen vermag, sondern das auch wahre Gleichberechtigung für alle gewährleistet? Was ist in dieser Hinsicht alles unternommen worden? Haben die von Menschen geschaffenen Systeme die gesteckten Ziele erreicht? Vermögen sie die Probleme zu lösen?

  • Wissen sie Rat?
    Erwachet! 1970 | 8. April
    • Wissen sie Rat?

      WAS wird vorgeschlagen, um die steigende Kriminalität zu bekämpfen?

      Einer der Vorschläge, die von vielen Seiten unterbreitet werden, lautet: HÄRTERE MASSNAHMEN. Man hört Forderungen wie: „Verstärkter Polizeieinsatz!“ „Höhere Freiheitsstrafen!“

      Gewiß kann niemand mit Recht dagegen sein, daß ein Verbrecher für seine Tat bestraft wird. In der Bibel lesen wir, daß Gott Israel, das damals sein Volk war, Gesetze gab, die Strafen, sogar die Todesstrafe, für Gesetzesübertreter vorsahen. (4. Mose 35:31; 2. Mose 22:1-6) Auch kann niemand bestreiten, daß eine Verminderung des Polizeieinsatzes heutzutage die Situation noch verschlimmern würde.

      Daher erhebt sich die Frage: Kann man durch ein Verstärken der Polizei und durch höhere Strafen der steigenden Kriminalität Herr werden?

      Vermag die lokale Polizei und Justiz das Problem zu lösen?

      Der Anstieg der Kriminalität hat viele Gemeinden veranlaßt, ihre Polizei zu verstärken. Doch die Polizei kann das Verbrechen nur erfolgreich bekämpfen, wenn sie von der Bevölkerung unterstützt wird. Aber heutzutage verhält sich die Bevölkerung vielerorts der Polizei gegenüber so passiv wie noch nie. Außerdem wird versucht, die Polizei durch Bestechung an der Erfüllung ihrer Aufgabe zu hindern.

      In welchem Maße wäre es einer verstärkten Polizei heute möglich, den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten? Es ist interessant zu lesen, was die Times vom 3. Juni 1969 über die Stadt New York schrieb:

      „Es würde jährlich 25 Milliarden Dollar kosten — ein Drittel der Summe, die im Haushaltsplan [der Vereinigten Staaten] für das Verteidigungsministerium vorgesehen ist —, wollte man jeden Häuserblock der Stadt Tag und Nacht polizeilich bewachen lassen.

      Doch die Polizei sagt, selbst wenn das möglich wäre, könnte man den Verbrechen nicht Einhalt gebieten, weil mehr als die Hälfte an Orten verübt werden, wo kein Polizist auf und ab geht: in Wohnungen, Restaurants, Treppenhäusern und Aufzügen.“

      James Vorenberg, ehemals Vorsitzender des amerikanischen Ausschusses zur Untersuchung der Gründe der Kriminalität in den Vereinigten Staaten, wies darauf hin, wie schwierig dieses Problem ist, indem er erklärte: „Polizei und Justiz sind nicht imstande, das kriminelle Verhalten in beträchtlichem Maße einzudämmen.“ Warum nicht?

      Weil man durch die Durchführung der Gesetze allein nicht erreicht, daß sich Menschen mit unrechtem Verlangen oder Menschen, die von Haß erfüllt sind, ändern. Die Grundhaltung wird dadurch nicht beeinflußt. Eine falsche Denkweise kann nicht allein durch Maßnahmen der Polizei und ein strenges Durchführen der Gesetze korrigiert werden.

      Durch ein solches Durchführen der Gesetze allein können Ungerechtigkeiten, Vorurteile und Armut nicht beseitigt werden. Habsüchtige werden dadurch nicht freigebig und Hochmütige nicht demütig. Auch werden Zustände, die die Menschen oft in die Verzweiflung treiben und kriminell werden lassen, dadurch nicht beseitigt.

      Was können die Regierungen tun?

      Können Staatsregierungen, die über weit größere Machtbefugnisse verfügen als Kommunalbehörden, das Problem lösen? Was lehrt uns die Vergangenheit?

      Ist es ihnen zum Beispiel gelungen, den Weltfrieden aufrechtzuerhalten, indem sie ihre Probleme aufgrund gerechter Gesetze geregelt haben? Du kennst die Antwort. Vom Jahre 1914 an sind Staatsregierungen in Kriege verwickelt gewesen, die zu den verheerendsten Kriegen der Geschichte zählen. Weit über hundert Millionen Menschen sind darin getötet oder verletzt worden! Der angerichtete Sachschaden ist ungeheuer gewesen. In den Völkern ist ein tödlicher Haß geschürt worden. Wie hat sich das auf die Geisteshaltung der Bürger dieser Staaten ausgewirkt? Ist ihnen dadurch Achtung vor dem geltenden Recht und der bestehenden Ordnung eingeflößt worden? In der Zeitschrift Look finden wir folgende Antwort:

      „Die Staaten der Welt, sowohl Bevölkerung als Regierung, vermögen offenbar immer, Gewaltakte, die sie gegen andere verüben, zu rechtfertigen. ... Das Vorhandensein einer sanktionierten Gewalttätigkeit untergräbt mit Sicherheit die Rechts- und Ordnungsbegriffe.“

      In der niederländischen Zeitschrift Wereldeenheid vom Mai 1969 wird über die Vereinten Nationen gesagt:

      „Es ist den Vereinten Nationen ... nicht gelungen, auf der Welt Ordnung herzustellen. Seit ihrer Gründung sind wir Zeugen des wahnsinnigsten Wettrüstens der Geschichte geworden und werden ständig von einem dritten Weltkrieg bedroht.“

      Für dieses Wettrüsten werden jedes Jahr Beträge aufgewendet, die in die Milliarden gehen.

      Staatsregierungen vermögen offensichtlich das Problem nicht zu lösen. Es gelingt ihnen nicht — einzelne Regierungsmitglieder mögen noch so aufrichtig sein —, Ruhe und Ordnung im eigentlichen Sinne zu schaffen.

      Welche Rolle spielen die Wirtschaftssysteme?

      Gewährleistet eine blühende Wirtschaft eine niedrige Kriminalitätsrate? Nein. Paradoxerweise haben die reichsten Nationen der Welt die verhältnismäßig höchste Zahl von Verbrechen! Zuständige Stellen wundern sich darüber, daß immer mehr Kinder reicher Eltern mit dem Gesetz in Konflikt kommen. In der Märzausgabe der Zeitschrift Monthly Letter der „Royal Bank of Canada“ wurde folgendes zugegeben:

      „Die steigende Kriminalität trotz des Wohlstandes, der in unserem Lande herrscht, führt der kanadischen Bevölkerung einige ernste Tatsachen vor Augen: Sie muß erkennen, daß die bisherige Annahme, Armut schaffe die Voraussetzung für kriminelles Verhalten, änderungsbedürftig ist; sie muß auch die Möglichkeit anerkennen, daß der Wohlstand ebenfalls eine Ursache dafür sein kann.“

      Die Wirtschaftssysteme der Welt wirken der Verzweiflung nicht entgegen, die zu kriminellen Handlungen führen mag. Wer einkaufen muß, hat festgestellt, daß die Preise ständig steigen. Auch die Steuern machen einen immer größeren Teil des Einkommens aus. Dieser Druck trägt zu der wachsenden Unzufriedenheit bei. Einige reagieren durch kriminelles Verhalten darauf; ein Beweis dafür ist der sprunghafte Anstieg der Ladendiebstähle und die große Zahl von Personen, die Steuern hinterziehen.

      Ist es vernünftig von Wirtschaftssystemen Abhilfe zu erhoffen, die sich selbst fast dauernd in einer Krise befinden? Nach einer der vielen Währungskrisen, die es in letzter Zeit gegeben hat, schrieb die Zeitschrift Newsweek: „Wieder einmal ist das Währungssystem der Welt dem Chaos gefährlich nahegekommen.“ Der Finanzexperte L. Albert Hahn sagte über das Wirtschaftssystem der Welt: „Dieses System wird eines Tages zusammenbrechen.“ Kann ein solches System die Voraussetzungen für eine stabile Gesellschaft bilden?

      Wie steht es mit den Religionen der Welt?

      Gehen denn wenigstens die Religionen der Welt auf dem Weg zu Recht und Ordnung führend voran?

      Wie handeln die Kirchen der Christenheit? In der Presse kann man heute lesen, daß immer mehr Geistliche gegen Gewalttätigkeit, Einmischung in die Politik und vorehelichen Geschlechtsverkehr nichts mehr einzuwenden haben, ja nicht einmal mehr gegen Ehebruch und Homosexualität. Die Kirchen selbst sind vielfach durch Streitigkeiten und Rebellion innerlich zerrissen.

      Außerdem schreibt Martin Marty in seinem Werk The Search for a Usable Future (Die Suche nach einer brauchbaren Zukunft): „Meinungsforscher stellen fest, daß zwischen der Auffassung, die Christen über Fragen der Humanität oder Ethik haben, und der Auffassung der Nichtchristen über diese Fragen kein nennenswerter Unterschied besteht.“ Die Kirchen der Christenheit haben sich somit nicht als besser erwiesen denn die Religionen, die sie als „heidnisch“ bezeichnen.

      Eine Ursache für das Schwinden des Einflusses der Kirchen der Christenheit geht aus folgendem Bericht hervor, der in der Zeitschrift U.S. News & World Report erschienen ist:

      „Das Ansehen des Christentums hat in der Welt große Einbußen erlitten, weil die Völker, die sich zum Christentum bekennen, internationale Konflikte so häufig durch Anwendung von Gewalt beigelegt haben.“

      Aber nicht nur Mitglieder der Kirchen der Christenheit haben im Krieg, bei Tumulten oder Aufständen gegeneinander gekämpft, sondern Angehörige nichtchristlicher Religionen haben dasselbe getan: Moslem hat gegen Moslem, Buddhist gegen Buddhist und Hindu gegen Hindu gekämpft.

      Die Achtung vor Recht und Ordnung muß im Herzen entspringen, soll sie echt sein. Die Religionen der Welt behaupten, die Menschen in dieser Hinsicht zu erziehen. Die Hauptschuld am Zusammenbruch des Rechtes und der Ordnung liegt somit bei diesen religiösen Einrichtungen. Sie sind in der Schaffung einer wahrhaft sittlichen und friedfertigen menschlichen Gesellschaft nicht führend vorangegangen.

      Kann die Wissenschaft das Problem lösen?

      Wird die Wissenschaft die Voraussetzungen für eine geordnete Gesellschaft schaffen?

      Die Menschen haben der Wissenschaft und Technik viele Errungenschaften zu verdanken. Aber die Entwicklung der Technik führte auch zur Entstehung der Großstädte mit all ihren Problemen; sie sind heute die Zentren der Gewalttätigkeit und Unruhen. Die Wissenschaft hat auch die modernen Verkehrsmittel geschaffen. Aber mit dem Anwachsen des Verkehrs zu Land und in der Luft werden auch die Probleme größer, und jedes Jahr gibt es Tausende von Verkehrstoten.

      Wer hat außerdem die Maschinen und die Stoffe geschaffen, durch die Wasser und Luft, ja sogar die Nahrungsmittel in steigendem Maße verunreinigt werden? Und wem ist die Erfindung der furchtbaren Waffen zuzuschreiben, durch die in unserer Generation Millionen von Menschen vernichtet worden sind? Der Wissenschaft.

      Die Wissenschaft hat den Flug zum Mond ermöglicht, aber man hat dafür ungeheure Geldmittel aufwenden müssen. Gleichzeitig verhungern täglich Tausende von Menschen, die Städte verfallen, und die Zahl der Verbrechen steigt ins unermeßliche.

      Würdest du sagen, die Wissenschaft löse die Probleme der Menschheit? Es ist so, wie Professor H. S. Commager vom Amherst-College in seinem Artikel schreibt, den die Zeitschrift Saturday Review veröffentlicht hat: „Jetzt, am Ende der Lebenszeit einer Generation, die unvergleichliche Fortschritte auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technik erlebt hat, muß man feststellen, daß der Hunger unter der Menschheit verbreiteter ist denn je, daß die Gewalttat brutalere Formen angenommen hat und daß das Leben unsicherer geworden ist als zu irgendeiner Zeit in unserem Jahrhundert.“

      Das ist der Bericht über die Leistungen des Menschen. Jahrhundertelang hat er Gelegenheit gehabt, eine Ordnung zu schaffen, die Gleichberechtigung gewährleistet, doch ist er dazu nicht fähig gewesen.

      Der Mensch weiß keinen Rat. Warum nicht? Warum schlagen die Versuche der Menschen ständig fehl? Was bedeutet der heutige Zusammenbruch der Ordnung eigentlich?

      [Bild auf Seite 7]

      PROTEST!

  • Was bedeutet der Zusammenbruch?
    Erwachet! 1970 | 8. April
    • Was bedeutet der Zusammenbruch?

      ALLERDINGS hat es in der Geschichte auch schon Zeiten gegeben, in denen Recht und Ordnung zusammengebrochen sind. Das geschah zum Beispiel im Römischen Reich kurz vor seinem Untergang. Deshalb betrachten einige den heutigen Anstieg des Verbrechens und der Gewalttat als etwas „Normales“; sie sagen: „Die Geschichte wiederholt sich.“

      Doch der heutige Zusammenbruch bedeutet viel mehr als das. Er erstreckt sich nicht nur auf ein Land. Die Experten sind sich im klaren darüber, daß noch nie alle Gruppen der Gesellschaft in allen Ländern der Erde gleichzeitig einen solchen Zusammenbruch erlebt haben.

      Einige wenden jedoch ein, das sei lediglich auf den Bevölkerungszuwachs zurückzuführen und durch eine bessere Nachrichtentechnik würden heute die Verbrechen weit herum bekannt. Stimmt das?

      Lediglich Bevölkerungszuwachs und bessere Nachrichtentechnik?

      Wäre der Bevölkerungszuwachs die Erklärung für die steigende Kriminalität, dann müßte die Zahl der Verbrechen gleich schnell zunehmen wie die Zahl der Bevölkerung. Tut sie das?

      Die französische Zeitung Le Figaro schreibt: „Seit 1955 hat sich die Zahl der von Jugendlichen begangenen Verbrechen vervierfacht.“ Aber die Zahl der jugendlichen Bevölkerung ist nicht in diesem Maße gestiegen. In Schweden ist die Zahl der Verbrechen zwölfmal schneller gestiegen als die Zahl der Bevölkerung, in Deutschland zehnmal; von 1960 bis 1968 stieg in den Vereinigten Staaten die Zahl der Verbrechen elfmal schneller als die der Bevölkerung — und im Jahre 1968 wuchs die Zahl der Verbrechen siebzehnmal schneller als die Zahl der Bevölkerung!

      Auch sollte man daran denken, daß nach Auffassung der Polizei viele, wenn nicht die meisten Verbrechen gar nicht gemeldet werden! An gewissen Orten wird nur etwa jeder dritte Einbruchdiebstahl gemeldet, Vergewaltigungen werden noch weniger bekannt. In einigen Städten werden der Polizei nur etwa ein Zehntel der Verbrechen angezeigt!

      Aus folgender Meldung der Associated Press geht hervor, daß sich die wachsende Kriminalität nicht aus dem Bevölkerungszuwachs und aus der besseren Nachrichtentechnik erklärt:

      „J Edgar Hoover, Leiter des Bundeskriminalamtes der Vereinigten Staaten, griff heute diejenigen Personen an, die versuchen, das Verbrechensproblem Amerikas zu bagatellisieren, indem sie sagen, der große Zuwachs, den die jugendliche Bevölkerung zu verzeichnen habe, und die genaueren Aufzeichnungen der Polizei seien dafür verantwortlich ... Er sagte, für diejenigen, die versuchen würden die furchtbare Wahrheit wegzuerklären, die sich hinter der Verbrechensstatistik verberge, werde die Rechnung nicht aufgehen.“

      Nur „kriminelle Elemente“?

      Auch darf man nicht meinen, nur „kriminelle Elemente“ seien für diesen Zusammenbruch des Rechts und der Ordnung verantwortlich. Das Sunday Bulletin von Philadelphia schrieb: „Die meisten Straftaten werden von Personen begangen, die zu ihrer Alltagsarbeit weiße Hemden tragen und die, wenn sie in der Betriebskantine oder in einem Restaurant des Geschäftsviertels beisammen sind, den Zusammenbruch von Recht und Ordnung im Land laut verdammen.“

      Aus dem Artikel im Sunday Bulletin geht auch hervor, daß „achtbare“ Bürger an ihrem Arbeitsplatz weit mehr veruntreuen als von Berufsverbrechern bei Einbrüchen gestohlen wird. In den Vereinigten Staaten ist in einem Jahr das Siebzigfache von dem, was Einbrecher gestohlen haben, von Angestellten veruntreut worden, 4 000 000 000 im Vergleich zu 53 000 000 Dollar!

      Am Zusammenbruch von Recht und Ordnung sind somit nicht nur Gewohnheitsverbrecher beteiligt. Unter der Bevölkerung greift eine kriminelle Einstellung, die Neigung zu stehlen, zu betrügen und gewalttätig zu werden, immer mehr um sich.

      Es kann nur eines bedeuten

      Was dieser ungeheure Zusammenbruch zu bedeuten hat, ist klar. Der amerikanische Redakteur David Lawrence weist durch folgende Worte darauf hin: „Je mehr wir nach einer Entschuldigung suchen, desto deutlicher erkennen wir, daß das Elend, das auf Erden herrscht, vom Menschen verursacht worden ist. Unsere Hauptschwäche besteht darin, daß wir das Problem Selbstverwaltung nicht gelöst haben.“ Die Menschen sind außerstande, sich erfolgreich zu regieren!

      Der Mensch besitzt überragende geistige Fähigkeiten. Er erfindet erstaunliche Maschinen. Er erforscht das Meer. Er fliegt zum Mond. Aber trotz seiner Klugheit und Urteilsfähigkeit ist er immer noch außerstande, mit seinen Mitmenschen in Eintracht zu leben.

      Niemand kann bestreiten, daß die Menschen — manche in aller Aufrichtigkeit — viele Versuche gemacht haben. Die Geschichte zeigt, daß der Mensch im Laufe der vergangenen Jahrtausende alle möglichen Regierungsformen ausprobiert hat. Daher kann nicht behauptet werden, daß mehr Zeit für einen Versuch erforderlich sei. Und gewiß hätte man in keiner Epoche mehr mit dem Erfolg eines solchen Versuchs rechnen dürfen als in der heutigen. Doch was wir heute erleben, ist der schlimmste Zusammenbruch aller Zeiten.

      Worauf hoffen?

      Ist es vernünftig, auf Systeme zu hoffen, die sich bereits als Fehlschlag erwiesen haben? Nein, wir müssen unsere Hoffnung auf etwas anderes setzen.

      Aber worauf? Warum uns nicht vom Schöpfer des Menschen über die Lösung der Probleme, denen sich die Menschheit gegenübersieht, aufklären lassen? Keiner von uns hat gelebt, als sich die Probleme zu entwickeln begannen, mit denen die Menschheit heute kämpft. Der Schöpfer dagegen hat ihre Entwicklung beobachtet. Er weiß, was zu der heutigen Krise geführt hat. Der Schöpfer des Menschen weiß bestimmt am besten, warum die menschliche Gesellschaft zerfällt. Er weiß außerdem, was dagegen zu tun ist.

      Er läßt uns auch nicht im ungewissen darüber, denn er hat dafür gesorgt, daß jeder aufrichtige Mensch diesen wichtigen Aufschluß erhalten kann, wenn ihm daran gelegen ist. Diesen Aufschluß, der befriedigt, überzeugt und wahrhaftig ist, findet man in dem Buch, das Gott der Menschheitsfamilie als Wegweiser gegeben hat und das unter seiner Inspiration entstanden ist — in der Bibel: „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich ... zum Richtigstellen der Dinge.“ — 2. Tim. 3:16.

      Warum der Mensch kein Gelingen hat

      Die Bibel zeigt deutlich, daß Gott dem Menschen weder das Recht noch die Fähigkeit gegeben hat, ohne den Schöpfer zu schalten und zu walten. Wir lesen in Jeremia 10:23: „Ich weiß, Jehova, daß nicht beim Menschen sein Weg steht, nicht bei dem Manne, der da wandelt, seinen Gang zu richten.“

      Das kann man veranschaulichen durch das Bedürfnis des Menschen nach Nahrung. Gott hat den Menschen so geschaffen, daß er nur am Leben bleiben kann, wenn er Nahrung zu sich nimmt. Ohne Nahrung kann er nicht leben. Hören wir auf zu essen, werden wir krank und sterben.

      Ähnlich ist es in bezug auf den menschlichen Geist. Gott hat den Menschen so geschaffen, daß er auch seinem Geist die rechte Nahrung zuführen muß. Diese setzt sich aus dem Rat und der Unterweisung Gottes zusammen und ist für den Menschen unerläßlich. (Matth. 4:4) Denn wenn sich der Mensch nicht mehr von Gott führen läßt, wird die menschliche Gesellschaft krank, es ergeht ihr also genauso wie dem menschlichen Organismus, wenn man ihn ungenügend oder falsch ernährt. Deshalb wird uns in Sprüche 3:5 der Rat gegeben: „Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen Verstand.“

      Das eigentliche Problem besteht also darin, daß die Menschheit im allgemeinen die erhabene Weisheit Gottes mißachtet und sich auf ihre eigenen Überlegungen stützt, die in keinem Vergleich zur Weisheit Gottes stehen. So handelten auch unsere Ureltern, die sich gegen die göttliche Führung auflehnten. (1. Mose, Kap. 3) In den fast 6 000 Jahren, die seither vergangen sind, hat die große Mehrheit der Menschen, der Regierten und der Regierenden, ebenso gehandelt. Da der Mensch über einen freien Willen verfügt, hat Gott ihm die Wahl gelassen. Nur muß der Mensch die Folgen seiner Entscheidung tragen.

      Wir wissen, wie diese Folgen aussehen. Es ist so gekommen, wie wir in der Bibel lesen: ‘Der Mensch hat über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht.’ (Pred. 8:9, New World Translation) Es ist zu einem Zusammenbruch gekommen, weil der Mensch unabhängig von Gottes Führung regiert hat. Gott hat den tragischen Versuch des Menschen, sich selbst zu regieren, zwar zugelassen, hat aber auch eine Zeitgrenze dafür festgelegt. Er läßt das gesetzlose Treiben nicht für immer zu. — Eph. 1:10; Offb. 11:18.

      Die wahre Bedeutung des heutigen Zusammenbruchs

      Die Bibel zeigt, daß der Zusammenbruch des Rechts und der Ordnung in der ganzen Welt hoch bedeutsam ist. Er läßt erkennen, daß für das gegenwärtige System der Dinge, das so fern von Gott ist, die Zeit abläuft, die Gott ihm eingeräumt hat! Es hat seinen Höhepunkt erreicht.

      Sogar Personen, die bei ihren Schlußfolgerungen nicht von der Bibel ausgehen, sehen, daß wir uns einem Höhepunkt nähern. Der Nobelpreisträger George Wald, Ordinarius an der Harvarduniversität, sagte, wie die kanadische Zeitung Victoria Daily Times, Ausgabe vom 9. April 1969, schrieb:

      „In den vergangenen paar Jahren bin ich immer mehr zu der Überzeugung gekommen, etwas sei grundverkehrt — und in diesem Jahr ist es noch schlimmer als im vergangenen. ... Ich glaube, wir stehen vor einer großen Entscheidung, vor einer Entscheidung, die nicht nur unser Volk, nicht nur die ganze Menschheit, sondern alles Leben auf der Erde betrifft.“

      Der britische Professor Fred Hoyle sagte warnend, daß die menschliche Gesellschaft „bereits in Auflösung begriffen“ sei (The Melbourne Age, 4. März 1969).

      Die Bibel prophezeite, daß es zu der Zeit, da die von Gott zugelassene Herrschaft des Menschen bald abgelaufen sei, auf der Erde so aussehen werde, wie es heute aussieht. Wir lesen in 2. Timotheus 3:1: „Dieses aber erkenne, daß in den letzten Tagen kritische Zeiten da sein werden, mit denen man schwer fertig wird.“

      Die Geschehnisse, durch die biblische Prophezeiungen in Erfüllung gehen, zeigen, daß die „letzten Tage“ im Jahre 1914 begonnen haben. In der Zeitschrift Time vom 30. August 1968 konnte man lesen: „Das schicksalsschwerste Jahr des zwanzigsten Jahrhunderts ist bisher das Jahr 1914 gewesen.“ Als der Erste Weltkrieg ausbrach, begann für das gegenwärtige System der Dinge die letzte Phase der Herrschaft des Menschen. Damals begann der schlimmste Zerfall, den die Geschichte kennt. Und seither geht er von Tag zu Tag schneller vor sich.

      Bitte lies selbst in der Bibel nach, was sie über die Geschehnisse sagt, die ein Merkmal der „letzten Tage“ sein würden. In 2. Timotheus, Kapitel 3 werden viele Einzelheiten aufgeführt. In Matthäus, Kapitel 24 sind viele Einzelheiten zu finden, die Jesus aufzählte. Unter anderem erwähnte er ‘zunehmende Gesetzlosigkeit’, etwas, was wir überall beobachten können. — Matth. 24:12.

      Aber die Tatsache, daß wir in den „letzten Tagen“ leben, bedeutet nicht, daß wir keine Hoffnung hätten. Es bedeutet nicht, daß Recht und Ordnung im eigentlichen Sinne nie Wirklichkeit werden.

      Im Gegenteil, gerade der Zusammenbruch von Recht und Ordnung in der ganzen Welt beweist eindeutig, daß der Wunsch aufrichtiger Menschen, unter gerechten Verhältnissen zu leben, bald in Erfüllung gehen wird!

  • Recht und Ordnung für die ganze Menschheit nahe!
    Erwachet! 1970 | 8. April
    • Recht und Ordnung für die ganze Menschheit nahe!

      MÖCHTEST du unter einer Regierung leben, die die menschliche Gesellschaft von allen kriminellen und gewalttätigen Elementen sowie vom Krieg, von Ungerechtigkeit und von Armut befreit?

      Es wird niemals möglich sein, eine Regierung zu schaffen, die diese Ziele erreichen wird, indem man neue Versuche mit menschlichen Systemen macht, die sich bereits als Fehlschläge erwiesen haben. Eine solche Regierung kann nur von jemandem errichtet werden, der den Beweis erbracht hat, daß er Recht und Ordnung herbeiführen kann, und zwar im Weltmaßstab. Diese Fähigkeit besitzt nur Jehova Gott, der Schöpfer. Einen Beweis für diese Fähigkeit liefert die Sternenwelt, über die der Kernphysiker Cecil B. Hamann sagte:

      „Wenn wir die Augen zum Himmel emporheben und die Sterne betrachten, die in einer bestimmten Ordnung ihre Bahn ziehen, können wir nur staunen. Seit Jahrhunderten folgen sie Nacht für Nacht, Monat für Monat und Jahr für Jahr ihrem Lauf durch den Weltraum. Sie kehren mit einer solchen Regelmäßigkeit auf ihren Bahnen wieder, daß astronomische Finsternisse Jahrhunderte im voraus angekündigt werden können ... Würde sich der Mensch beim Durchqueren des Weltmeeres und auf den nichtgekennzeichneten Pfaden am Himmel nach ihnen richten, wenn sie keinen Gesetzen unterworfen wären?“

      Der Gott, der im Weltall durch Gesetze eine solch erhabene Ordnung aufrechterhält, kann bestimmt auf einem winzigen Planeten ebenfalls für Recht und Ordnung sorgen. Und Gott hat deutlich erklärt, daß er vorhabe, in unserer Zeit eine solche Regierung zu schaffen. Wir lesen in der Bibel die Worte:

      „In den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, welches ewiglich nicht zerstört, und dessen Herrschaft keinem anderen Volke überlassen werden wird, es wird alle jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber ewiglich bestehen.“ — Dan. 2:44.

      Aus Daniels Prophezeiung geht hervor, daß alle Regierungen der Menschen durch die Regierung Gottes ersetzt werden. Diese wird die untauglichen Systeme der Menschen beseitigen, um für etwas Neues Platz zu schaffen. (Mark. 2:21, 22) Und da diese Regierung ihre Herrschaft vom Himmel her ausüben wird, wird es keinem Menschen je gelingen, sie zu korrumpieren.

      Besteht die geringste Gefahr, daß die Menschen durch Gottes Königreich bedrückt werden? Nun, empfinden wir die Naturgesetze, durch die Gott das Weltall steuert, als bedrückend? Nein, sondern sie bewirken eine erhabene Ordnung und Harmonie. Auch die göttlichen Gesetze, die die menschlichen Beziehungen regeln, werden eine wohltuende Ordnung zur Folge haben und von unermeßlichem Nutzen sein. Nur dem, der diese Gesetze mißachtet, wird es ebenso übel ergehen wie dem, der das Gesetz der Schwerkraft mißachtet und von einem hohen Gebäude herabspringt.

      Wir können ganz sicher sein, daß Gottes Herrschaft nicht bedrückend oder ungerecht sein wird, denn wir lesen: „Er hat einen Tag festgesetzt, an dem er die bewohnte Erde in Gerechtigkeit richten will.“ (Apg. 17:31) Ferner lesen wir: „Nicht ein Mensch ist Gott, daß er lüge.“ (4. Mose 23:19) Wenn Gott eine neue Ordnung verheißt und sagt: „Mein Volk wird wohnen an einer Wohnstätte des Friedens und in sicheren Wohnungen und an stillen Ruhestätten“, können wir glauben, daß es so sein wird. — Jes. 32:18.

      Die Menschheit benötigt eine Regierung, die über die ganze Erde herrscht und die die heutigen furchtbaren Mißstände beseitigt. Welche Beweise haben wir jetzt schon, daß diese Regierung erfolgreich sein wird?

  • Statt Verbrechen, Gewalttat und Krieg — Frieden und Sicherheit weltweit
    Erwachet! 1970 | 8. April
    • Statt Verbrechen, Gewalttat und Krieg — Frieden und Sicherheit weltweit

      WAS würdest du davon halten, wenn du Schloß und Riegel entfernen könntest und nie mehr befürchten müßtest, daß eingebrochen würde?

      Was würdest du bei dem Gedanken empfinden, zu jeder Zeit überallhin gehen zu können mit der Gewißheit, daß jeder, den du triffst, ein Freund ist?

      Würdest du dich nicht sehr erleichtert fühlen, zu hören, daß Krieg von nun an immer der unerfreulichen Vergangenheit angehören wird?

      Ein solcher Friede und eine solche Sicherheit sind kein Traum. Sie werden gewißlich kommen, aber nur unter der Herrschaft des Königreiches Gottes.

      Einige mögen sagen, es sei unrealistisch, so etwas zu glauben. Doch sie vertrauen weiterhin auf unvollkommene Menschen, die versprochen haben, die Probleme zu lösen, ihr Versprechen aber bisher nicht gehalten haben. Ist das realistisch? Bestimmt nicht! Ein Realist ist der, der den Tatsachen ins Auge sieht und nicht auf Menschen vertraut, die nicht halten, was sie versprechen, sondern auf Gott, der „nicht lügen kann“. — Tit. 1:2.

      Befreiung vom Bösen

      Wie wird Gott gegen die heutige steigende Gesetzlosigkeit vorgehen? Nun, was macht ein Landwirt mit dem Unkraut, das auf einem Stück Land überhandgenommen hat, das er bestellen möchte? Er reißt das Unkraut mit der Wurzel aus oder pflügt es unter — er beseitigt es also, und zwar mit Gewalt. Sprüche 2:22 sagt: „Aber die Gesetzlosen werden aus dem Lande ausgerottet, und die Treulosen daraus weggerissen werden.“

      Warum wird in diesem Fall ein Vorgehen mit Gewalt erfolgreich sein, während die Anwendung von Gewalt unter der Herrschaft des Menschen nicht den gewünschten Erfolg hatte? Weil Gott seine Gewalt oder Kraft vollkommen beherrscht. In 1. Mose 18:25 lesen wir: „Fern sei es von dir [Gott] ..., den Gerechten mit dem Gesetzlosen zu töten.“ Wie ganz anders handeln die Nationen dieser Welt, die in ihren Kriegen wahllos Menschenleben vernichten.

      Das heißt aber nicht, daß nur wenige Menschen umkommen, wenn die Bösen vernichtet werden. Vieles, was von der Mehrheit heute gutgeheißen wird, ist in Gottes Augen verabscheuungswürdig. Zum Beispiel denken viele, daß Hurerei, Ehebruch und Homosexualität kein Unrecht sind. Viele Menschen haben es sich zur Gewohnheit gemacht zu lügen, zu betrügen und zu stehlen, möglicherweise sogar unter der Maske der Gesetzlichkeit. Einige haben sich dem Trunk ergeben, andere fördern Gewalttat und Mord. Gottes Wort sagt jedoch warnend, daß solche Personen mit diesem bösen System vernichtet werden, wenn sie ihre Handlungsweise nicht ändern. — Offb. 21:8.

      In der Bibel wird vorhergesagt, daß die Zahl der Bösen, die vernichtet werden müssen, groß ist: „Die Erschlagenen Jehovas werden ... liegen von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde.“ (Jer. 25:31-33) Bei dieser Vernichtung wird kein Unschuldiger umkommen, da Jehova der Richter ist und er den Menschen ins Herz sehen kann.

      So wird Jehova mit einem Schlag die ganze Erde von Verbrechen und Gewalttat jeder Art befreien. Doch wieso wissen wir, daß die Gesetzlosigkeit nicht wieder überhandnehmen wird?

      Der gerechte Herrscher des Königreiches Gottes

      Gerechte Zustände können nur bestehenbleiben, wenn eine gerechte Herrschaft ausgeübt wird. Der Herrscher selbst muß Gottes Gesetze halten, die Recht und Ordnung gewährleisten.

      Wo kann man aber einen solchen Herrscher für unseren Planeten Erde finden? Wer sprach unerschütterlich die Wahrheit, stand für das ein, was recht ist, trat für die Sache der Armen und Unterdrückten ein und liebte seine Mitmenschen so sehr, daß er sein Leben für sie hingab?

      Der einzige, der all diese notwendigen Voraussetzungen besitzt, ist Jesus Christus, der „in allen Beziehungen auf die Probe gestellt worden ist wie wir selbst, doch ohne Sünde“. — Hebr. 4:15; Joh. 3:16.

      Als Jesus auf der Erde war, hielt er sich bis zu seinem qualvollen Tod an Gottes Gesetze der Wahrheit und Gerechtigkeit. Als Belohnung dafür auferweckte Gott ihn zu himmlischem Leben und gab ihm das Recht, der Herrscher des Königreiches Gottes zu werden. (1. Petr. 3:18; Ps. 110:1) Mit der Aufrichtung des himmlischen Königreiches in der „Zeit des Endes“ begann Christus dann zu herrschen. „Das Königreich der Welt ist das Königreich unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird als König herrschen für immer und ewiglich.“ — Offb. 11:15.

      Jesus geht mit gutem Beispiel voran, indem er Gottes Recht und Ordnung respektiert, und spornt so seine Untertanen an, das gleiche zu tun. Ehrlichgesinnte Personen sind auch gern bereit, diesem gerechten Herrscher treu zu dienen, weil er mit seinen Untertanen rücksichtsvoll verfährt, sagte er doch: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und werdet meine Jünger, denn ich bin mildgesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ (Matth. 11:28-30) Wie gern gehorcht man einem solchen Herrscher!

      Mitregenten

      Die Bibel zeigt auch, daß Christus Jesus als Herrscher der himmlischen Regierung Gottes viele befähigte Regenten hat, die ihm beistehen werden. (Offb. 20:6) Ihre Zahl beträgt 144 000. (Offb. 14:1) So vielen wird es gewiß möglich sein, darauf zu achten, daß in der neuen Ordnung Gottes Gesetze, die Recht und Ordnung gewährleisten, auf der ganzen Erde gehalten werden.

      Diese Mitregenten haben ziemlich die gleichen Eigenschaften wie Jesus. Wieso wissen wir das? Weil sie alle einst auf der Erde als seine treuen Nachfolger dienten, indem sie ihre Liebe zur Gerechtigkeit dadurch zum Ausdruck brachten, daß sie treu, selbst unter Verfolgung oder sogar bis in den Tod, Gottes Gesetze hielten. Deshalb wurden sie auch belohnt, indem sie zu geistigem Leben auferweckt wurden, um vom Himmel aus mit Jesus zu herrschen. (Offb. 3:21) Und wie sind sie als Regenten eingestellt? Jesus sagte zu den ersten dieser Gefährten:

      „Ihr wißt, daß die Herrscher der Nationen den Herrn über sie [die Menschen] spielen und die Großen Gewalt über sie ausüben. Unter euch ist es nicht so, sondern wer unter euch groß werden will, soll euer Diener sein, und wer unter euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.“ — Matth. 20:25-28.

      Möchtest du unter ehrlichen, wahrheitsliebenden und demütigen Herrschern leben, die selbstlos den Bedürfnissen der Menschheit dienen? Christus und seine Mitregenten haben bewiesen, daß sie solche Herrscher sind. Unter ihrer Herrschaft wird es nicht vorkommen, daß die Menschen die Hoffnung verlieren und verzweifeln, weil sie das Gefühl haben, ihre Regierung kümmere sich nicht um sie oder trete nicht ehrlich für ihre Interessen ein.

      Weitere Ermunterung

      Es gibt noch weitere Aspekte der Herrschaft des Königreiches Gottes, die Recht und Ordnung fördern wird. Heute werden zum Beispiel durch politische und nationalistische Propaganda Haßgefühle geweckt und Spaltungen hervorgerufen. Durch Filme, Fernsehprogramme und Lesestoff, die an die niederen Instinkte der Menschen appellieren, werden Verbrechen und Unmoral gefördert.

      Doch in Gottes neuer Ordnung werden alle Kommunikationsmittel für das verwandt werden, was wahr, gut und auferbauend ist, „denn die Erde wird voll sein der Erkenntnis Jehovas“. (Jes. 11:9) Dies wird dazu beitragen, daß überall auf der Welt eine ganz neue Atmosphäre, ein neuer Geist herrschen wird, der die Menschen anspornen wird, das Rechte zu tun.

      Auch der Umstand, daß dann kein Gesetzesbrecher „ungeschoren davonkommt“, wird die Menschen vom Unrechttun abschrecken. Heute gelingt es selbst mit elektronischen Geräten nicht, alle Gesetzes­übertreter zu stellen. Doch die Bibel sagt: „Jehova — in den Himmeln ist sein Thron; seine Augen schauen, seine Augenlider prüfen die Menschenkinder.“ (Ps. 11:4) Somit wird Gott und den Repräsentanten seines Königreiches kein Verbrechen verborgen bleiben.

      Jeder, der nicht bereit ist, von seinem verkehrten Weg abzugehen, wird in Gottes neuer Ordnung nicht weiterleben dürfen, denn das würde den Frieden und die Sicherheit anderer gefährden. Folgende Regel wird gelten: „Und der Sünder [wird] als Hundertjähriger verflucht werden.“ (Jes. 65:20) Das wird seine Vernichtung bedeuten. Welch ein Trost und Schutz das doch für diejenigen sein wird, die das Rechte tun möchten!

      Können wir ganz sicher sein, daß diese himmlische Regierung, die für Recht und Ordnung einstehen wird, auch wirklich Erfolg haben wird? Gewiß! Um einen Beweis dafür zu erhalten, brauchen wir nicht erst zu warten, bis Gottes neue Ordnung da ist. Wir können diesen Beweis schon heute erfahren.

      Die Wirksamkeit der Gesetze Gottes heute

      Die Prophezeiungen der Bibel zeigen, daß Gottes himmlische Regierung unter dem inthronisierten Sohne Gottes im Jahre 1914, als die „letzten Tage“ begannen, die Macht übernahm. Eine Regierung hat Untertanen, über die sie herrscht. Wer sind die Untertanen der Regierung des Königreiches Gottes? Alle Menschen, die bekennen: „Jehova ist unser Richter, Jehova unser Gesetzgeber, Jehova unser König.“ (Jes. 33:22, Fußnote) Es sind die Menschen, die Jehova Gott anbeten und von ihm und seinem Königreich Zeugnis ablegen. — Jes. 43:10.

      Gottes himmlische Regierung hat also heute Untertanen auf Erden — treue Zeugen Jehovas. Zur Zeit sind von ihnen mehr als eine Million in über 200 verschiedenen Ländern tätig, um die Interessen des Königreiches zu fördern. — Matth. 24:14.

      Was tun sie in bezug auf Recht und Ordnung? Zuerst schaffen sie die richtige Grundlage dafür. Regelmäßig nehmen sie aus Gottes Wort Erkenntnis über die göttlichen Gesetze in sich auf. (Joh. 17:3) Dies tun sie, indem sie die Bibel für sich allein, im Familienkreis und in den Zusammenkünften der mehr als 25 000 Versammlungen auf der ganzen Erde studieren, die der biblischen Unterweisung und der praktischen Anwendung biblischer Grundsätze im täglichen Leben gewidmet sind.

      Recht und Ordnung heute

      Wozu hat das geführt? Vor allem dazu, daß sich die Prophezeiung erfüllt hat: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugmessern schmieden und ihre Speere zu Winzermessern; nicht wird Nation wider Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.“ (Micha 4:3) Ja unter Jehovas Zeugen ist das Problem „Krieg“ bereits gelöst worden. — 1. Joh. 3:10-12; 4:20, 21.

      Was auf den Krieg zutrifft, trifft ebenfalls auf Verbrechen und Gewalttat zu. So etwas gibt es bei Jehovas Zeugen praktisch nicht. Sie haben gelernt, Leben, Eigentum und Rechte ihres Nächsten zu respektieren. — Röm. 14:19; Gal. 5:19-23.

      Menschen, die die auf die Bibel gegründete Gesellschaft der Zeugen Jehovas kennenlernen, bemerken, wie sehr sie Recht und Ordnung respektieren.

      Als einige Herren der Stadtverwaltung von Pasadena (Kalifornien, USA) Jehovas Zeugen auf einem ihrer großen Kongresse beobachteten, riefen sie aus: „Erstaunlich!“ „So etwas haben wir in unserem ganzen Leben noch nicht gesehen! Jemand im Rathaus sagte: „Es ist erstaunlich, mehr als 100 000 Besucher [Zeugen Jehovas] über eine Woche in einer Stadt zu haben, ohne daß ein einziger Zwischenfall, in den einer dieser Besucher verwickelt gewesen wäre, der Polizei gemeldet worden ist.“

      Die Ursache ihres Erfolges

      Wieso gelingt ihnen, was der Welt bisher nicht gelungen ist? Weil die Bibel ihre „Verfassung“ ist und sie danach leben. Dieses Buch fordert, daß sie friedlich und gesetzestreu sind, wo immer sie auch leben, das heißt, daß sie „des Cäsars Dinge dem Cäsar“ geben; und dieser Forderung kommen sie nach. Es fordert von ihnen aber auch, „Gottes Dinge Gott“ zu geben; diese Forderung erfüllen sie ebenfalls. Und wenn zwischen den Forderungen Gottes und denen des Cäsaren ein Widerspruch besteht, so gehorchen sie „Gott, dem Herrscher, mehr“. — Matth. 22:21; Apg. 5:29.

      Den Gesetzen Gottes ist ein solcher Erfolg beschieden, weil sie auf Liebe gegründet sind, die Liebe aber spricht das Herz an. Jesus sagte: „Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.“ Und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Matth. 22:37-39) Diese tiefe und echte Liebe zu Gott und zum Nächsten, die durch eine richtige Unterweisung im Worte Gottes entwickelt wird, ist die stärkste Kraft, die Krieg, Verbrechen und Gewalttat entgegenwirken kann. Sie berührt das Herz der Menschen und weckt in ihnen den Wunsch, das Rechte zu tun.

      Selbst unter der heftigsten Verfolgung halten Jehovas Zeugen an den Gesetzen oder Rechten Gottes fest. Als zum Beispiel unter Hitler die Nationalsozialisten forderten, daß Jehovas Zeugen in Deutschland Gottes Gesetze brechen sollten, weigerten sie sich, das zu tun. Deshalb kamen sie in die Konzentrationslager. Der Lagerinsasse N. Gun schrieb später in seinem Buch The Day of the Americans (Der Tag der Amerikaner): „Die Mitglieder der Zeugen Jehovas, das muß ich sagen, nahmen alle Widerwärtigkeiten so mutig, tapfer, unerschrocken und ruhig auf sich, daß sie ein besonderes Lob verdienen. Sie waren wie Felsen in einem Meer von Schlamm.“

      Nicht der Regierungssitz oder die Armee eines Landes beweist, daß eine Regierung wirklich erfolgreich ist, sondern es kommt auf das an, was die Regierung leistet, und darauf, wie die Untertanen sie unterstützen. Nun, welche der heutigen Regierungen bringt es fertig, daß ihre Untertanen Recht und Ordnung respektieren, so daß Polizei und Militär überflüssig sind? Welche Regierung wird so ganzherzig unterstützt, daß die Untertanen als Gesamtheit lieber leiden und sterben, als den Gesetzen oder Rechten der Regierung nicht zu gehorchen? Nur die Regierung des Königreiches Gottes.

      Wenn die Bibel deshalb von Recht und Ordnung in Gottes neuem System spricht, so spricht sie nicht von etwas, dem kein Erfolg beschieden sein mag. Den Erfolg sieht man schon heute. Und er wird noch offensichtlicher werden, nachdem die Bösen ausgerottet sind und ihr böser Einfluß beseitigt sein wird. Dann werden „die Sanftmütigen ... das Land besitzen und ... sich ergötzen an Fülle von Wohlfahrt“. — Ps. 37:11.

  • Statt Ungerechtigkeit und Diskriminierung — Gerechtigkeit und Einigkeit überall
    Erwachet! 1970 | 8. April
    • Statt Ungerechtigkeit und Diskriminierung — Gerechtigkeit und Einigkeit überall

      RECHT und Ordnung können nur zum Segen sein, wenn auch der Grundsatz der Gleichberechtigung Beachtung findet. Vorurteile und Haß gegen Angehörige anderer Rassen oder Völker müssen verschwinden.

      Wer jedoch erwartet, daß die Menschen diese Ziele aus eigener Kraft erreichen, wird enttäuscht werden. Die Geschichte weiß viel zu berichten über Ungerechtigkeit und Diskriminierung als Folge von Vorurteilen gegen ein anderes Volk oder einen anderen Stand.

      Vorurteile waren die Ursache, warum ganze Völker und Rassen bedrückt, versklavt, ja sogar ausgerottet worden sind. Heute beobachten wir eine wachsende Feindschaft zwischen Schwarzen und Weißen, Juden und Arabern, Chinesen und Malaien. In Afrika werden bei Stammesfehden ganze Stämme aufgerieben, und fast überall nimmt der Nationalismus überhand.

      Die politischen und religiösen Ideologien der Welt sind dazu untauglich

      Die heutige Situation wird in dem Buch Conflict and Cooperation Among Nations (Krieg und Zusammenarbeit unter den Völkern) von Ivo Duchacek richtig skizziert; er schreibt: „Der Nationalismus trennt die Menschheit in Gruppen, die gegeneinander unduldsam sind. Das hat zur Folge, daß die Menschen in erster Linie amerikanisch, russisch, chinesisch, ägyptisch oder peruanisch denken und erst in zweiter Linie menschlich — wenn sie überhaupt denken.“

      Nicht einmal kraftvolle politische Ideologien wie der Kommunismus vermögen Feindseligkeiten, die ihre Ursache in nationalistischem und rassistischem Denken haben, zu überwinden. Im März 1969 gab es bei einem der vielen bewaffneten Zusammenstöße, zu denen es zwischen den beiden führenden kommunistischen Staaten schon gekommen ist, auf russischer Seite 31 Tote und auf chinesischer Seite viele weitere.

      Aber auch den Religionen der Welt gelingt es nicht, Rassenvorurteile und Vorurteile, denen nationalistisches Denken zugrunde liegt, zu überwinden. Ein französischer Katholik, der am Notre-Dame-Seminar und am Cantoria-Seminar für Kirchenmusik in Paris studierte, mußte erleben, wie sich seine katholischen Glaubensbrüder, im Zweiten Weltkrieg gegenseitig umbrachten, nur weil sie Bürger verschiedener Staaten waren. Er erklärte:

      „Die Predigten, die unser Feldgeistlicher über die Soldaten auf der ,feindlichen‘ Seite hielt, empörten mich. Wenn ich beichten ging, stellte ich ihm immer wieder die Frage, warum der Papst den Katholiken beider kriegführenden Parteien nicht verbiete, sich gegenseitig umzubringen. Ich erhielt keine Antwort.“

      Ja, es kommt sogar vor, daß die reichen und angesehenen Mitglieder einer Kirche auf ärmere, weniger prominente Gemeindeglieder herabschauen, obschon diese den gleichen Glauben und die gleiche Staatszugehörigkeit haben und der gleichen Rasse angehören wie sie. Ein Mitglied der Vereinigten Kirche von Kanada schrieb:

      „In der Kirche galten nur die Glieder etwas, die wöchentlich 10 Dollar spendeten. Wer weniger gab, mußte sich seinen Platz selbst suchen, während der Platzanweiser die anderen, die viel spenden konnten, an ihren Platz führte. Die reichen Gemeindeglieder waren zu stolz, um mit Gemeindegliedern, die dem Mittelstand angehörten, zu sprechen.“

      Wahrscheinlich hast du solches auch erlebt, denn diese Erfahrungen sind keineswegs selten. Überall bestehen zwischen den Menschen Schranken, denen nationalistisches Denken, Rassenvorurteile oder Standesdünkel zugrunde liegt. Diese Schranken fallen nicht zwischen den Menschen, obschon sie die gleiche politische oder religiöse Überzeugung haben mögen.

      Eine tiefgehende Wandlung erforderlich

      Könnte diesem Zustand abgeholfen werden, indem der Staat Gesetze gegen Haß und Vorurteile erließe und der Bevölkerung vorschreiben würde, einander zu lieben? Nein, weil das Denken der Bevölkerung durch Gesetzgebung allein nicht geändert werden kann. Durch Gesetze können Menschen nicht veranlaßt werden, einander in Liebe zugetan zu sein. Der amerikanische Erzieher Horace Mann sagte:

      „Sobald das Denken der Bevölkerung durch und durch verderbt sein wird, wird jeder Versuch, Eigentum, Freiheit oder Leben nur durch die Macht von Gesetzen, die auf Papier stehen, zu schützen, so vergeblich sein, wie der Versuch, Schädlingen den Zutritt zu einem Obstgarten durch eine Verbotstafel zu verwehren.“

      Erforderlich ist eine tiefgehende Wandlung des Denkens und der Herzenseinstellung. Eine solche Wandlung ist aber nur durch eine entsprechende Erziehung zu erreichen. Heute spielt jedoch der Nationalismus in den Schulsystemen sämtlicher Staaten eine bedeutende Rolle. Die Menschen werden erzogen, im Nationalstolz miteinander zu wetteifern.

      Durch eine solche Erziehung werden Vorurteile, die auf nationalistischem Denken beruhen, sowie Rassen- oder Standesvorurteile niemals überwunden. Im besten Falle handelt es sich bei den Bestrebungen, die Menschen zum rechten Denken zu erziehen, um eine oberflächliche Unterweisung. Daher dringt sie den Menschen auch nicht tief ins Herz.

      Richtige Erziehung durch Gottes Königreich

      Nur unter der Herrschaft des Königreiches Gottes wird es eine grundlegende Änderung geben. Wie? Indem die Menschen richtig erzogen werden.

      Wir dürfen eines nicht vergessen: Nachdem das gegenwärtige böse System der Dinge vernichtet ist, wird Gottes himmlische Regierung über die ganze Erde herrschen. Das bedeutet, daß dieser Regierung auch das gesamte Erziehungswesen untersteht. In Gottes neuer Ordnung wird es in der Welt nicht mehr Hunderte von verschiedenartigen Schulsystemen geben wie heute. Nein, es wird nur noch das System geben, das Gott durch die Vertreter seiner Königreichsregierung auf Erden einführen wird.

      In Gottes neuer Ordnung wird der Unterricht im rechten Verhalten der Menschen zueinander etwas vom Wichtigsten sein. Jeder Mensch wird in den gerechten Grundsätzen Jehovas unterwiesen werden. Dieser einheitliche Unterricht wird dem Menschen vor Augen führen, daß „Gott nicht parteiisch ist“. (Apg. 10:34) Er zieht keinen Menschen einem anderen vor, weil er einem bestimmten Volk, einer bestimmten Rasse oder einem bestimmten Stand angehört. Die Bibel erklärt ausdrücklich: „Gibt es bei Gott Ungerechtigkeit? Dazu komme es nie!“ (Röm. 9:14) Jeder Mensch kann somit sicher sein, gerecht und unparteiisch behandelt zu werden.

      In Gottes neuer Ordnung werden alle Menschen lernen, daß sie wirklich „Brüder“ sind, da sie ja alle vom ersten Mann und von der ersten Frau abstammen, die Gott geschaffen hat: „Er hat aus e i n e m Menschen [Adam] jede Nation der Menschen gemacht.“ (Apg. 17:26) Die Bewohner der Erde werden dann nicht mehr dazu erzogen werden, auf ihre Rasse, ihre Nation oder ihren Stand stolz zu sein, sondern sie werden lernen, einander zu lieben und zu achten und sich gegenseitig zu schätzen. Jesus sagte: „Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, daß auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt.“ — Joh. 13:34, 35

      Wandel der Persönlichkeit

      Wieso wird ein solches Gesetz befolgt, während, wie bereits erwähnt, ein vom Staat erlassenes Gesetz, das den Menschen vorschreiben würde, einander zu lieben, seinen Zweck nicht erreichen würde?

      Es wird befolgt, weil die Erkenntnis Gottes so mächtig ist, daß sie den Menschen ins Herz dringt und tiefsitzende Einstellungen zu wandeln vermag. Wir lesen in der Bibel, daß Jehovas Gesetz Wahrheit ist. (Ps. 119:142) Ferner wird darin gesagt: „Das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus und ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert.“ (Hebr. 4:12) Gottes Wahrheit vermag bis ins Herz der Menschen zu dringen und sie zu veranlassen, Vorurteile abzulegen.

      Da dann alle Menschen auf Erden geistig richtig ernährt werden, wird ein Wandel der Persönlichkeit zum Guten hin vor sich gehen. Die folgenden Worte der Bibel zeigen, daß eine solch tiefgehende Wandlung möglich ist: „Streift die alte Persönlichkeit mit ihren Handlungen ab, und kleidet euch mit der neuen Persönlichkeit, die durch genaue Erkenntnis neugestaltet wird nach dem Bilde dessen, der sie geschaffen hat, wo es weder Grieche noch Jude, ... Ausländer, Skythe, Sklave, Freier gibt, ... kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einigkeit.“ — Kol. 3:9-14.

      In Gottes neuer Ordnung werden somit alle die richtige Anschauung kennenlernen — die Anschauung Gottes. Dann wird die Erde im wahrsten Sinne des Wortes „voll sein der Erkenntnis Jehovas, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken“. (Jes. 11:9) Der biblische Grundsatz lautet: „Wenn ... [Jehovas] Gerichte die Erde treffen, so lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkreises.“ (Jes. 26:9) Von der ganzen Menschheitsfamilie wird dann gesagt werden: ‘Ihr alle seid Brüder.’ — Matth. 23:8.

      Betrachtet man heute die Menschheit, mag man allerdings mit Recht fragen, ob das wohl möglich sei. Welchen Beweis gibt es, daß Angehörige der verschiedenen Rassen, Völker und Stände „Brüder“ werden können?

      Wenn unter den heutigen Verhältnissen Menschen aus allen Rassen, Völkern und Ständen einträchtig zusammen leben können, dann wird in der neuen Ordnung, wo der Einfluß der heutigen bösen Welt nicht mehr vorhanden sein wird, noch eine schönere Harmonie möglich sein.

      Gerechtigkeit und Einigkeit schon heute!

      Eine der Prophezeiungen der Bibel lautet: „Und es wird geschehen am Ende der Tage, da ... [werden] viele Völker ... hingehen und sagen: Kommt und laßt uns hinaufziehen zum Berge Jehovas ... Und er wird uns belehren aus seinen Wegen, und wir wollen wandeln in seinen Pfaden. ... und er wird ... Recht sprechen vielen Völkern.“ — Jes. 2:2-4.

      Man beachte, daß diese Prophezeiung sagt, es werde geschehen am „Ende der Tage“. Dieser Ausdruck erinnert uns an 2. Timotheus 3:1, wo von den „letzten Tagen“ gesprochen wird. Somit müßte man heute sehen, daß Menschen die Wege Jehovas kennenlernen und durch das Band der Liebe weltweit geeint werden, ganz gleich, welcher Rasse, welchem Volk oder welchem Stand sie angehören.

      Wo findet man heute eine solche Harmonie? In der Presse wird anerkannt, daß es Menschen gibt, unter denen eine solche Harmonie besteht. In der Zeitung Times, die in St. Petersburg (Florida) erscheint, konnte man nach einem Kongreß, der vor einiger Zeit dort stattfand, lesen:

      „UNTER DEN ZEUGEN HERRSCHT FRIEDE ZWISCHEN DEN RASSEN. ,Schwarze und Weiße beisammen‘. Jehovas Zeugen singen keine Lieder davon, sondern sie tun es einfach. Der Kongreß ist nicht nur ein Beispiel dafür gewesen, wie eine große Zahl Schwarze und Weiße einträchtig Gott anbeten kann, sondern das Programm ist auch, und zwar ohne den geringsten Widerspruch hervorzurufen, für die rund 700 spanisch sprechenden Zeugen in deren Sprache durchgeführt worden.“

      Nach einem ähnlichen Kongreß der Zeugen Jehovas schrieb die Zeitung Asheville Citizen (Nordkarolina):

      „Nie sah man einen Polizisten. Niemand lärmte, niemand störte, und es gab auch keinen Streit. ...

      Die Ordnung war vollkommen, man hörte keine unanständigen Rufe. Man darf nicht vergessen, daß zuweilen bis zu siebentausend anwesend waren — darunter viele Farbige.

      Es lagen auch KEINE Abfälle herum. ... Ohne Zweifel ließen sie sich von einem Geist des guten Willens gegenüber ihren Mitmenschen leiten.“

      Ein ehemaliges Mitglied der Vereinigten Kirche Christi zog folgenden Vergleich zwischen den Mitgliedern dieser Kirche und den Zeugen Jehovas: „Wir verhielten uns gegenüber Personen, die einen anderen Dialekt sprachen, kühl; wir pflegten einen Lokalpatriotismus. Bei Jehovas Zeugen gab es dieses Hindernis nicht.“

      Eine farbige Amerikanerin erzählte folgendes Erlebnis:

      „Jehovas Zeugen besuchten uns mindestens zwei oder dreimal, bevor wir uns entschlossen, in unserer Wohnung ein Bibelstudium zu haben. Ich hatte nicht nur ein Vorurteil gegen Weiße, sondern war auch entschieden dagegen, daß uns die Zeugen besuchten. Aber ich beschloß, die Sache meinem Mann zu überlassen.

      Etwa einen Monat später luden uns die Zeugen in ihren Königreichssaal ein. Ich dachte, jetzt würden meinem Mann die Augen aufgehen. Aber sogar ich war überrascht, als ich die Zeugen im Saal sah. Sie waren ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Die Worte ,herzlich‘ und ‚freundlich‘ reichen gar nicht aus, um sie zu beschreiben. ... Ihnen machte es nichts aus, daß wir eine andere Hautfarbe hatten als sie. Sie nahmen uns auf, als wären wir wie sie. Jetzt änderte ich meine Meinung. Ich war tief beschämt.

      Durch unsere Bibelstudien haben wir gelernt, wie wir uns verhalten und wie wir andere lieben sollen, auch wissen wir jetzt, daß das der rechte Weg ist. Unser Verhältnis zueinander hat sich geändert; wir führen jetzt eine glücklichere Ehe und sind bessere Eltern.

      Die Bibel gibt uns Halt und zeigt uns, was wir tun müssen, um ewiges Leben zu erlangen. Wir hätten hundert Jahre lang in die Kirche gehen können und hätten nie gelernt, worin das Vorhaben Jehovas Gottes mit uns besteht.“

      Überall — in Afrika, Asien, Europa, Amerika und auf den Inseln des Meeres — haben Jehovas Zeugen die Vorurteile, die im Rassenbewußtsein, Nationalbewußtsein und Standesbewußtsein wurzeln, überwunden.

      Wie ist ihnen das möglich gewesen? Sind sie intelligenter als andere? Haben sie eine bessere weltliche Schulbildung als andere? Nein, sondern es ist ihnen möglich gewesen, weil sie das tun, was Jesaja vorausgesagt hat: Sie lassen sich von Jehova belehren und handeln in ihrem täglichen Leben nach seinem Wort. — Spr. 2:1-9.

      Es ist eine Tatsache, daß die mehr als eine Million Zeugen Jehovas, die in über 200 Ländern verstreut wohnen, durch ein festes Band der Liebe und der Einigkeit miteinander verbunden sind. Das ist ein überzeugender Beweis dafür, daß es in Gottes neuer Ordnung weder Ungerechtigkeit noch Diskriminierung geben wird.

      Doch wie steht es mit den gewaltigen wirtschaftlichen Problemen, mit denen die Menschheit heute zu kämpfen hat? Wie steht es mit der Armut, dem Hunger und den Elendsvierteln? Was wird in Gottes neuer Ordnung dagegen unternommen werden?

  • Statt Armut, Hunger und Elendsvierteln — menschenwürdige Lebensbedingungen für alle
    Erwachet! 1970 | 8. April
    • Statt Armut, Hunger und Elendsvierteln — menschenwürdige Lebensbedingungen für alle

      KANNST du dich satt essen? Hast du eine gemütliche Wohnung? Hast du ein festes Einkommen?

      Wenn du eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, dann ergeht es dir besser als der Mehrzahl der Weltbevölkerung.

      Warum? Weil täglich etwa 10 000 Menschen verhungern und zwei Drittel der ganzen Menschheit unterernährt sind. Außerdem lebt der größte Teil der Weltbevölkerung in Armut, in einer armseligen Behausung.

      Was könnte man mit dem Geld anfangen, das einer der mächtigsten Staaten der Welt heute allein für die Rüstung ausgibt? Es könnten damit jährlich acht Millionen Häuser im Wert von je 10 000 Dollar gebaut werden! Und was könnte man mit dem Geld bauen, das alle Staaten für Kriegszwecke ausgeben? Man könnte überall in der Welt jedem Paar, das heiratet, ein schönes Haus davon bauen!

      Das geschieht jedoch nicht. Und nichts deutet darauf hin, daß die menschlichen Regierungen so etwas tun werden.

      Wirtschaftssysteme befriedigen die Bedürfnisse nicht

      Die Tatsachen zeigen, daß die Wirtschaftssysteme dieser Welt die Bedürfnisse der Menschheit nicht befriedigen. Im Gegenteil, die Zahl der Armen und Hungernden in der Welt nimmt rasch zu.

      Eine von den Vereinten Nationen durchgeführte Erhebung ergab, daß die Zahl der Arbeitslosen allein in Lateinamerika von 1960 bis 1968 von 18 Millionen auf 23 Millionen gestiegen ist. Die Regierungen der betreffenden Länder sind nicht in der Lage, die Verhältnisse so zu steuern, daß die Bevölkerung mit Recht auf eine wirtschaftliche Besserung hoffen kann. Das ruft unter vielen, besonders unter der jüngeren Generation, Zynismus und Zorn hervor.

      In Afrika sind Armut, übervölkerte Elendsviertel und Hunger Alltäglichkeiten.

      Sogar in den reichen Vereinigten Staaten von Amerika gibt es Millionen Arme. Auch der Mittelstand in jenem Land befindet sich, was die finanziellen Verhältnisse anbelangt, unter einem starken Druck, denn die schleichende Inflation läßt die Preise ständig höher steigen. Darüber konnte man in der Zeitschrift U.S. News & World Report, Ausgabe vom 7. Juli 1969, unter anderem lesen:

      „Ein Maschinist aus Indiana erklärte: ,Sie setzen die Löhne so fest, daß man gerade noch den Kopf über Wasser zu halten vermag. Als ich 16 Dollar in der Woche verdiente, konnte ich noch etwas zurücklegen. Jetzt verdiene ich 700 Dollar im Monat und komme kaum damit aus.‘“

      „Ein Milchmann in Illinois sagte: ,Jetzt kann man gar nicht mehr in den Ruhestand treten. Man muß fast so lange arbeiten, solange man lebt. Viele Leute haben sich etwas für Notzeiten zurückgelegt, doch es reicht nicht. Was man von der Sozialversicherung erhält, langt auch nicht.‘“

      „Ein Maler in Kalifornien sagte: ,Die Tatsache, daß die Steuern ständig erhöht werden und keine Aussicht besteht, daß sich das ändert, ist entmutigend. Die Bevölkerung ist so verzweifelt, wie sie es schon lange nicht mehr gewesen ist.‘“

      Diese Äußerungen hört man nicht selten. Sie sind charakteristisch. Doch diese Personen sind Bürger des reichsten Landes der Erde. Man kann sich vorstellen, wie die Bevölkerung in Ländern wie Indien denkt, wo allein in der Stadt Kalkutta 100 000 Personen auf der Straße leben, weil sie keine Wohnung und kein Einkommen haben!

      Die heutigen Wirtschaftssysteme befriedigen somit die Bedürfnisse der Menschen nicht; anders wird es mit dem Wirtschaftssystem in Gottes neuer Ordnung sein. Dann werden die Menschen alles in Fülle haben wie Gottes Wort verheißt: „Du [Gott] tust deine Hand auf und sättigst alles Lebendige nach Begehr.“ — Ps. 145:16.

      Keine Verschwendung der Hilfsquellen mehr

      Heute werden viel Zeit, Energie, Geld und Rohmaterialien zur Herstellung von Dingen verwendet, die der Menschheit gar nichts nützen. Gewaltige Mengen Rohmaterialien der Völker werden für Waffen gebraucht.

      In Gottes neuer Ordnung werden Zeit, Kraft und Rohmaterialien usw. nicht verschwendet. Da es dann zu keinen Kriegen und keinen Gewalttaten mehr kommen wird, werden auch keine Feuerwaffen, Bomben, Raketen oder andere Waffen mehr hergestellt werden. Das viele Rohmaterial, das jetzt für solche Dinge verschwendet wird, wird dann friedlichen Zwecken zugeführt werden. In Jesaja 2:4 wird gesagt, was dann geschehen wird: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugmessern schmieden, und ihre Speere zu Winzermessern.“

      Unter der zentralen Herrschaft des Königreiches Gottes werden alle Reichtümer der Erde zum Wohle des Menschen genutzt werden. Alle, die die Erde verderbt haben, werden dann nicht mehr dasein. — Offb. 11:18.

      Statt harten Wettbewerbs liebevolle Zusammenarbeit

      Es wird aber auch keine Verschwendung mehr zufolge eines wirtschaftlichen Wettbewerbs geben. Heute ist die Konkurrenz groß, und sowohl der einzelne als auch Geschäftsunternehmen, ja ganze Völker suchen jeden „Nebenbuhler“ auszustechen. Die rücksichtslose Verfolgung wirtschaftlicher Eigeninteressen hat zu Angst und Sorgen, zu Haß sowie zu Kriegen geführt.

      Wie qualvoll dieser Konkurrenzkampf ist, zeigte der Leitartikel, der überschrieben war „Der Konkurrenzkampf im amerikanischen Leben“ und den die New York Times in ihrer Ausgabe vom 25. Juni 1969 veröffentlichte. Darin wurde über die Schwierigkeit Präsident Nixons, qualifizierte Personen für hohe Ämter zu finden, folgendes ausgeführt:

      „Ein Kabinettsmitglied sagte vor kurzem: ,Ich ahnte gar nicht, welch einen Tribut der mörderische Konkurrenzkampf im amerikanischen Geschäfts- und Berufsleben unter unseren begabtesten und erfolgreichsten Männern gefordert hat. Viele von ihnen hat der Kampf aufgerieben. Andere haben alle möglichen familiären Probleme, die sie beschäftigt halten. Sehr viele sind so starke Trinker, daß das Risiko zu groß ist.‘ ...

      Doch jetzt beginnt der Konkurrenzkampf früher und wird außerdem ständig noch härter: um auf die besten Schulen zu gelangen, auf die besten Universitäten und die Tests einer Gesellschaft zu bestehen, die ihre Glieder ständig zu noch größeren Leistungen zwingt. ... Bei seiner [Präsident Nixons] Suche nach erfolgreichen Männern ist er auf einige tragische Fälle gestoßen, und das zwingt einen zu düsteren Schlußfolgerungen.“

      Schon vor Jahrtausenden hat ein Schreiber der Bibel auf die Torheit eines solchen Konkurrenzgeistes mit den Worten hingewiesen: „Denn was wird dem Menschen bei all seiner Mühe und beim Trachten seines Herzens, womit er sich abmüht unter der Sonne? Denn alle seine Tage sind Kummer, und seine Geschäftigkeit ist Verdruß; selbst des Nachts ruht sein Herz nicht.“ „Und ich sah ... all die Geschicklichkeit in der Arbeit, daß es Eifersucht des einen gegen den anderen ist. Auch das ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.“ — Pred. 2:22, 23; 4:4.

      Unter der Herrschaft des Königreiches Gottes wird es eine solche Konkurrenz nicht geben. Da dann nur eine Regierung bestehen wird, wird es natürlich auch nur ein Wirtschaftssystem geben. Die Menschen werden nicht mehr miteinander konkurrieren, sondern zusammenarbeiten. Sie werden sich bei ihren Beziehungen zueinander von Nächstenliebe leiten lassen. (Joh. 13:35) Auch werden dann nicht die einen reich sein, während die anderen in tiefster Armut leben. Und jedermann wird zum Nutzen der ganzen Menschheit tätig sein; die Regel wird angewandt werden: „Wenn jemand nicht arbeiten will, soll er auch nicht essen.“ (2. Thess. 3:10) Das bedeutet, daß es dann keine arbeitsscheuen Personen geben wird, die auf Kosten anderer leben. Nein, die neue Ordnung wird kein „Wohlfahrtsstaat“ sein.

      Freude an der Arbeit

      In der neuen Ordnung wird man Freude an der Arbeit haben, denn man wird die Früchte seiner Arbeit sehen. Heute ist das häufig nicht der Fall. Wie viele Leute haben denn heute Freude an der Arbeit?

      Tausende arbeiten am Fließband und drehen an Maschinen eine Mutter oder eine Schraube fest oder setzen einen kleinen Bestandteil ein. Sie verrichten diese Arbeit, damit sie ihren Unterhalt bestreiten können, aber nicht weil sie Freude daran haben. Andere verdienen sich ihr Brot als Wanderarbeiter, indem sie auf fremdem Boden die Ernte einbringen. Die Arbeit befriedigt sie oft nur in ganz geringem Maße. Und wieviel Freude bereitet es wohl, zu versuchen, Waren durch irreführende Werbung zu verkaufen, den Leuten Sachen aufzuschwatzen, die sie nicht benötigen, oder Produkte herzustellen, die, wie man weiß, nicht lange halten sollen, damit man wieder neue verkaufen kann?

      In Gottes neuer Ordnung wird das alles nicht mehr sein. Man wird das ‘königliche Gesetz der Nächstenliebe’ befolgen, und dadurch wird die Habsucht überwunden werden, die die Menschen zu bloßen Rädchen in einem riesigen Getriebe macht. (Jak. 2:8) Es wird die Menschen auch veranlassen, gute Arbeit zu leisten, es wird sie anreizen, für ihre Mitmenschen keine schlechten, sondern nur vorzügliche Waren zu erzeugen und Arbeiten zu liefern, die ihren Meister loben und an denen sie wahre Freude haben. — Pred. 3:12, 13.

      Das Wohnungsproblem gelöst

      Unter Gottes Regierung wird die Verheißung in Erfüllung gehen, die in alter Zeit dem Volke Israel gegeben worden ist: „Sie werden Häuser bauen und bewohnen, und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen. ..., und meine Auserwählten werden das Werk ihrer Hände verbrauchen. Nicht vergeblich werden sie sich mühen.“ — Jes. 65:21-23.

      Es war nicht Jehovas Vorhaben, daß die Menschen in schmutzigen Elendsvierteln zusammengepfercht leben sollten. Ein solches Leben widerspricht dem Wesen des Menschen. Die Zeitschrift Look schrieb in ihrer Ausgabe vom 10. Juni 1969: „Übervölkerung ist der Faktor, der unter allen Vertebraten, angefangen von den Mäusen bis zu den Pferden und bis zu dem Menschen, zum Ausbruch roher Gewalt führt.“

      Als Jehova die ersten Menschen schuf, ließ er sie nicht in einem Elendsviertel einer Stadt, sondern in einem schönen Garten wohnen. (1. Mose 2:7, 8) Die ersten Städte wurden von Personen erbaut, die von Gott nichts wissen wollten. (1. Mose 4:17; 10:8-12) Die Städte haben sich seither zu Brutstätten des Elends, der Verzweiflung und des Verbrechens entwickelt. In Gottes neuer Ordnung, die bald herbeigeführt werden wird, wird es keine übervölkerten Städte mehr geben wie heute, sondern alle Menschen werden dann ein schönes Heim haben.

      Die Erde wird einen guten Ertrag liefern

      In Gottes neuer Ordnung wird der Mensch das Land nicht mehr umsonst bebauen, wie das heute oft der Fall ist. Jehova wird dann die Menschen mit einer Fülle von Nahrungsmitteln segnen.

      In dem Bibelbuch der Psalmen werden Gottes Segnungen wie folgt beschrieben: „Es wird Überfluß an Getreide sein im Lande, auf dem Gipfel der Berge.“ „Der [das heißt Gott] Gras hervorsprossen läßt für das Vieh, und Kraut zum Dienste der Menschen: um Brot hervorzubringen aus der Erde.“ Dann wird sich auch das Wort erfüllen: „Die Erde gibt ihren Ertrag; Gott, unser Gott, wird uns segnen.“ — Ps. 72:16; 104:14; 67:6.

      Wird eine solche Ordnung möglich sein?

      Aber können wir sicher sein, daß die Menschen nicht wiederum solch furchtbare Wohnverhältnisse schaffen werden? Können wir sicher sein, daß sie die schönen Wohnungen nicht wieder in Elendsviertel verwandeln?

      Wir dürfen nicht vergessen, daß Gottes Königreich dann alles überwachen wird. Auch werden alle Menschen, die dann leben, in Gottes Wegen unterwiesen sein. Sie werden gelernt haben, Gottes Forderungen in bezug auf Sauberkeit und Ordnung — eine Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben — zu erfüllen.

      Können wir heute unter den Menschen, die Jehova anbeten, beobachten, daß sie diesen Forderungen entsprechen? Über den Mammutkongreß, den Jehovas Zeugen 1958 in New York durchführten und der von über 250 000 Personen besucht wurde, schrieb die Zeitschrift 1959 Arena, Auditorium & Stadium Guide:

      „Im Stadion oder auf dem übrigen Gelände, das sie gemietet hatten, konnte man weder ein Streichholz noch ein Bonbonpapier sehen. Tausende ihrer Mitglieder, Männer, Frauen und Kinder, bildeten Trupps, die dafür sorgten, daß jeder Quadratmeter des Geländes so sauber verlassen wurde, wie sie es vorgefunden hatten, oder noch sauberer.“

      Dadurch, daß sie sich nach dem ausrichten, was Gott in bezug auf Recht und Ordnung fordert, beginnen sie Ordentlichkeit und Sauberkeit zu schätzen. Ihre Wohnungen mögen früher unordentlich gewesen sein, doch dann haben ihre Freunde beobachten können, daß sie ihre Wohnung nun in Ordnung und sauberhalten. Dazu ist nicht eine Menge Geld erforderlich, sondern nur der Wille zu arbeiten. Wenn das diesen Menschen jetzt schon möglich ist, obschon sie von so vielen Personen umgeben sind, denen es gleichgültig ist, wie ihre Wohnung aussieht, wird es in Gottes neuer Ordnung noch leichter sein, da jeder gelernt haben wird, die Forderungen in bezug auf Ordnung zu erfüllen.

      Jehovas Zeugen helfen ihren Brüdern, wenn sie von einem schweren Unglück betroffen worden sind. Sie stehen ihnen bei, indem sie ihnen großzügig Geld und andere Dinge spenden sowie ihnen persönlich helfen. In Gottes neuem System wird jedermann so selbstlos sein. — 2. Kor. 9:11-14.

      Ist es nicht begeisternd, über eine neue Ordnung nachzudenken, in der es keinen Krieg, kein Verbrechen, keine Ungerechtigkeit, keine Armut und keinen Hunger mehr geben wird? Welche Wonne wird es sein, in Frieden und Sicherheit zu leben, durch Liebe mit allen seinen Mitmenschen vereint zu sein, ein schönes Heim und genügend zu essen zu haben! Das wäre wirklich das, was Jesus als „Paradies“ bezeichnete. — Luk. 23:43.

      Wer in solchen Verhältnissen lebt, möchte bestimmt nicht sterben. Heute jedoch werden die Menschen krank und sterben. Wie wird sich die Herrschaft des Königreiches Gottes auf diese beiden großen Feinde der Menschheit auswirken?

  • Statt des Gesetzes der Sünde und des Todes — Gesundheit und Leben
    Erwachet! 1970 | 8. April
    • Statt des Gesetzes der Sünde und des Todes — Gesundheit und Leben

      DIE Regierung des Königreiches Gottes wird ein Programm aufbauen, um Krankheiten auszumerzen, wie es bisher noch keine Regierung der Menschen auch nur zu tun versucht hat. Das wird sich günstig auf Recht und Ordnung auf der Erde auswirken. Wieso?

      Zwischen unserem Gesundheitszustand und unserer Handlungsweise besteht ein enger Zusammenhang. Kranke Personen tun oft Dinge, die sie nicht tun würden, wenn sie gesund wären. Schon Kopfschmerzen oder Verdauungsstörungen können bewirken, daß man schlecht gelaunt ist und in dieser Stimmung etwas sagt oder tut, was andere zu einer gewalttätigen Handlung herausfordern mag.

      Ein langes, schweres Leiden mag eine Neurose zur Folge haben. Der Neurotiker mag einen Selbstmordversuch unternehmen oder geistesgestört werden. Solche Personen sind zu Massenmördern geworden, einige von ihnen haben ihre eigene Familie umgebracht. Über solche tragischen Vorfälle hat die Presse schon vielfach berichtet.

      Die heutigen Programme, um Krankheiten auszumerzen, sind unzureichend

      Strahlende Gesundheit ist ein unbezahlbares Gut, eine wichtige Voraussetzung für ein zufriedenes Leben. Aber die heutige Menschheit ist nicht gesund. In Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika gibt es rund 700 000 000 Malariakranke. Malaria, Elefantiasis oder Hakenwürmer mögen in „fortschrittlichen Ländern“ kein Gesundheitsproblem darstellen, aber dafür fordern in diesen Ländern Krebs und Herzkrankheiten immer mehr Opfer. In diesen hochindustrialisierten Staaten wächst auch die Gefahr der Verschmutzung: der Luft, des Wassers und des Bodens. Es ist so, wie Dr. Barry Commoner vor kurzem sagte:

      „Der Mensch des heutigen technischen Zeitalters hat in den Knochen Strontium 90, in der Schilddrüse Jod 131, im Fettgewebe DDT und in der Lunge Asbest.“ — New York Times vom 3. Mai 1969.

      Für die Verwaltungen der Großstädte wird es immer schwieriger, die Probleme der Abwasserreinigung und der Müllbeseitigung zu bewältigen. Mißstände auf diesen Gebieten tragen nicht zu einem geordneten Zusammenleben bei.

      Viele sind der Meinung, durch die Fortschritte der Medizin sei die Lebenserwartung der Menschen gestiegen, doch dem ist nicht so. In der Zeitschrift Scientific American, Ausgabe vom März 1968, konnte man lesen:

      „Die verbreitete Auffassung, die moderne Medizin habe die Lebensdauer des Menschen verlängert, wird weder durch die Bevölkerungsstatistik noch durch biologische Zeugnisse gestützt. Durch die Fortschritte in der Bekämpfung der Infektionskrankheiten und bestimmter Todesursachen, die im zwanzigsten Jahrhundert gemacht worden sind, ist die Lebensdauer der Bevölkerung als Ganzes verlängert worden. Durch diesen medizinischen Fortschritt und die Hebung der Volksgesundheit wurde lediglich erreicht, daß die durchschnittliche Lebenserwartung gestiegen ist; mehr Menschen erreichen jetzt die obere Grenze der Lebenserwartung, die offenbar immer noch 80 Jahre ist, wie die Bibel sagt.“

      Der Umstand, daß das Menschenleben so kurz ist, wirkt sich ebenfalls auf Recht und Ordnung aus. Wieso?

      Das Bewußtsein, nur wenige Jahre leben zu können, ruft selbst in jungen Menschen ein Gefühl der Ohnmacht hervor. Sie haben das Empfinden, nicht genügend Zeit zu haben, um das leisten zu können, was sie leisten möchten. Das Bedürfnis, rasch ein gestecktes Ziel zu erreichen, treibt die Menschen oft zu rücksichtslosem Handeln an. Das trifft sowohl auf Staatsführer als auch auf gewöhnliche Bürger zu.

      Wenn wir uns mit dem Problem Recht und Ordnung auseinandersetzen, dürfen wir die Faktoren Krankheit und kurze Lebensspanne nicht außer acht lassen. Sie tragen dazu bei, daß immer mehr Menschen rauschgiftsüchtig werden. Zufolge der Ungeduld der kurzlebigen Menschen werden die Autostraßen mit dem Blut von Millionen Verkehrstoten getränkt. Zahllosen Rechtsbrüchen und Verbrechen liegt eigentlich der Drang zugrunde, „schnell reich zu werden“ und „möglichst alles zu genießen, bevor man alt wird“.

      Wieso ist die Menschheit in diese Lage gekommen? Wie kann sie aus dieser Lage befreit werden?

      Die Ursache des Problems

      Die Menschen haben viel Wertvolles über die Gesundheit und die Krankheiten des Menschen gelernt. Aber die eigentliche Ursache der Krankheit und des Todes ist der Medizin immer noch unbekannt. Die medizinische Forschung hat ergeben, daß Krankheit eine „Störung der Ordnung der Kräfte des Körpers“ ist, ein anormaler Zustand. Krebszellen zum Beispiel sind „rebellierende“ Zellen, die sich ungehemmt entwickeln ohne Rücksicht auf die geordnete Funktion anderer Zellen und Körperorgane. Aber was ruft diese krankheitserregende Unordnung hervor?

      Mikroben wie Bakterien, Bazillen oder Viren? Das ist keine endgültige Antwort. Denn die Medizin weiß, daß der menschliche Körper über ein Abwehrsystem verfügt, das so kompliziert und so mächtig ist, daß der Mensch eigentlich nie krank werden sollte. Einem Menschen, der richtig ernährt ist und Widerstandskraft besitzt, können Bakterien nichts anhaben, die für andere oft todbringend sind.

      Biologen sagen, der menschliche Körper besitze eine „potentielle Unsterblichkeit“, er brauchte eigentlich nicht zu sterben, denn er vermöge sich zu heilen und ständig zu erneuern. Der Biochemiker William Beck sagte:

      „Ich sehe keinen Grund dafür, warum die Unvermeidlichkeit des Todes in der Natur der Dinge liegen sollte.“

      Somit ist nicht nur die Krankheit für den menschlichen Körper etwas Anormales, eine Störung seiner Ordnung, sondern auch der Alterungsvorgang und der Tod. Warum werden denn die Menschen krank, und warum sterben sie? Wissenschaftler können nur Theorien darüber aufstellen. So lesen wir in dem Buch Die lebende Zelle, einem der Time-Life-Bücher:

      „Es gibt eine Reihe von Theorien, die einen Grund für das offenbar unvermeidliche und immer gleiche Altern der Zelle — und damit des Menschen selbst — anzugeben versuchen. Aber keine ist wirklich schlüssig und allgemein anerkannt.“

      Nur die Bibel gibt uns eine Antwort auf unsere Fragen. Nur sie nennt uns die Ursache von Krankheit und Tod. Und in der Bibel finden wir die Verheißung, daß die Störungen in der Ordnung des menschlichen Körpers beseitigt werden durch das Programm, das zu diesem Zweck von der gerechten Regierung Gottes aufgebaut werden wird.

      Befreiung vom Gesetz der Sünde und des Todes

      Der Apostel Paulus spricht in seinem Brief an die Römer in Kapitel 8, Vers 2 von Personen, die ‘vom Gesetz der Sünde und des Todes frei gemacht’ werden. Die Bibel zeigt, daß dieses Gesetz wirksam wurde, als das erste Menschenpaar in Eden sich gegen seinen Schöpfer auflehnte. (1. Mose 3:1-19) Diese beiden ersten Menschen verloren durch ihre Auflehnung den Frieden mit Gott und verstießen gegen sein Recht und seine Ordnung. Sie verloren ihr gutes Gewissen gegenüber Gott und den Herzensfrieden, den ein gutes Gewissen mit sich bringt. Ihr Geist funktionierte nicht mehr richtig, und das führte auch zum Verlust ihrer körperlichen Vollkommenheit. Sie kamen, wie der Apostel es ausdrückt, unter das „Gesetz der Sünde“, sie wurden Sklaven davon, und ‘die Sünde herrschte als König mit dem Tod’ über sie. Seither hat sie über alle ihre Nachkommen, auch über uns heute, geherrscht. — Röm. 5:12, 19-21.

      Es gehört aber zu den Aufgaben des Sohnes Gottes, Jesus Christus, durch die Herrschaft des Königreiches die gehorsamen Menschen wieder in Einklang mit Jehova Gott, dem Schöpfer, zu bringen. In Psalm 68:20 wird gesagt: „Bei Jehova, dem Herrn, stehen die Ausgänge vom Tode.“ Er hat das rechtliche Mittel beschafft, um alle Menschen, die ihn suchen und die sich von ihm leiten lassen, aus dem Zustand der Sünde zu befreien. Dieses rechtliche Mittel ist der Loskaufspreis, den sein Sohn zahlte, indem er sein menschliches Leben als vollkommenes Opfer dahingab und dadurch Gottes „Hauptvermittler“ des Lebens und der Rettung für alle gehorsamen Menschen wurde. — Apg. 3:15; Hebr. 2:10.

      Nachdem diese himmlische Regierung Gottes die Erde von allen Personen gesäubert haben wird, die willentlich Gottes Vorkehrung zum Erlangen des Lebens ablehnen, wird ein Tausendjahrprogramm ins Leben gerufen, das den Zweck hat, alle Menschen zur Vollkommenheit zu bringen. Gottes Sohn und alle, die dann ‘mit ihm als Könige und Priester herrschen’, werden allen gehorsamen Menschen die Wohltaten des Opfers Jesu zukommen lassen. (Offb. 20:6; 22:1, 2) Durch diese Hilfe und durch die Fortschritte, die sie dann in den Wegen der Gerechtigkeit machen, werden sie schließlich von der Sklaverei der Sünde, der Krankheit und des Todes, eines Erbes ihres Vorvaters Adam, völlig frei gemacht werden. Die Verheißung wird sich erfüllen: „Er [Gott] wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein.“ — Offb. 21:4.

      Und heute?

      Schon heute ist es für die Menschen ein großer Gewinn, nicht nur in geistiger, sondern auch in körperlicher Hinsicht, wenn sie sich von Gottes Wort leiten lassen. Wieso?

      Wir lesen in dem Bibelbuch Sprüche, Kapitel 4, Vers 20 bis 22:

      „Mein Sohn, merke auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden. Laß sie nicht von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens. Denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Gesundheit ihrem ganzen Fleische.“

      Die Personen, die Gottes Wort studieren und seine erhabenen Gesetze und Grundsätze in ihrem Leben anwenden, haben dadurch manchen gesundheitlichen Nutzen. In vielen Ländern der Erde nehmen zum Beispiel die Geschlechtskrankheiten — Syphilis und Tripper — in beängstigendem Maße überhand. Warum? In einer Broschüre, die das Komitee für öffentliche Angelegenheiten in den Vereinigten Staaten herausgegeben hat, wird gesagt:

      „Die Revolution auf sittlichem Gebiet, die in den vergangenen zwanzig Jahren vor sich gegangen ist, und die Überbetonung des Sexes durch unsere Massenmedien haben dazu beigetragen, daß die Geschlechtskrankheiten in unserem Land zu einem großen Problem geworden sind.“ Aber Personen, die sich von den edlen Sittengesetzen der Bibel leiten lassen, werden vor solchen Krankheiten, die zum Siechtum führen können, bewahrt. — Spr. 5:15-20; 7:22-27; Eph. 5:3.

      Die Bibel fordert auch Mäßigkeit im Essen und Trinken. (Spr. 23:2; Luk. 21:34) Wer sich entsprechend verhält, also Völlerei und Trunkenheit meidet, kann sein Leben um Jahre verlängern. Wer aufrichtig den Rat des Apostels befolgt: „Ob ihr eßt oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Verherrlichung Gottes“, bewahrt sich davor in die kostspielige Rauschgiftsucht verstrickt zu werden. (1. Kor. 10:31) Ein solcher Mensch setzt sich auch nicht der Gefahr aus, sich durch das Rauchen Lungenkrebs oder eine andere Krankheit zuzuziehen. — 2. Kor. 7:1.

      Wer sich in all diesen Dingen beherrscht, kann mit Recht Achtung vor sich selbst haben. Das trägt zur Zufriedenheit und geistigen Gesundheit bei. Wie wichtig das für die geistige Gesundheit ist, geht aus folgendem Zitat hervor, das dem Buch Cancer (Krebs) von Dr. J. E. Hett entnommen ist:

      „Affekte [Gemütsbewegungen] wie Schreck, Angst, Haß, Zorn, Eifersucht, Rachsucht und Groll bedeuten für die endokrinen Drüsen eine zusätzliche Belastung. Durch solche Affekte wird die Funktion des Magens und des Darms gehemmt. Es entstehen Gifte, die die Gewebe schädigen und die Tätigkeit des Geistes beeinträchtigen. So entsteht ein Teufelskreis“ (Seite 85).

      Mit Recht sagt die Bibel: „Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben, aber Ereiferung ist Fäulnis der Gebeine.“ (Spr. 14:30) Es ist daher weise, den Rat, der Christen gegeben wird, zu befolgen: „Kleidet euch somit als Gottes Auserwählte, heilige und geliebte, mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut. Fahrt fort, einander zu ertragen und einander bereitwillig zu vergeben, wenn jemand Ursache zu einer Klage gegen einen anderen hat. So wie Jehova euch bereitwillig vergeben hat, so tut auch ihr.“ — Kol. 3:12, 13.

      Nur die Bibel enthält geistige Nahrung, die es den Menschen ermöglicht, gesundheitsschädigende Gemütsbewegungen zu überwinden und gesundheitsfördernde, erbauende Eigenschaften zu entwickeln. Durch diese geistige Nahrung entwickelt sich im Herzen des Menschen eine Liebe zu Gott und zum Nächsten, die ihn davor bewahrt, sich in Streitereien, in Tumulte und in andere ordnungswidrige Handlungen zu verwickeln. Er hat Herzensfrieden, die Frucht eines guten Gewissens. — 1. Petr. 3:16-18.

      Wenn man Gottes Vorhaben für die Zukunft kennenlernt, wenn man erfährt, daß er in der Bibel verheißen hat, eine gerechte neue Ordnung zu schaffen, wird man, wenn man aufrichtig ist, von einer Hoffnung erfüllt, die einem Kraft gibt. Ein solcher Mensch wird nicht krank zufolge von Angst, Hoffnungslosigkeit oder Verzweiflung. Er erkennt, daß die heutigen furchtbaren Weltverhältnisse ein deutlicher Beweis dafür sind, daß sich seine Hoffnung bald erfüllen wird, ja, daß seine „Befreiung naht“. (Luk. 21:28) Solche Menschen haben wirklich etwas, wofür es sich zu leben lohnt.

      Wodurch kommt Ordnung in dein Leben, in dein Denken und in deine tägliche Arbeit? Worin besteht der Sinn deines Lebens, das Ziel, das du anstrebst? Denke darüber nach, während du folgenden Artikel liest.

  • Wünschst du wirklich Recht und Ordnung?
    Erwachet! 1970 | 8. April
    • Wünschst du wirklich Recht und Ordnung?

      SEHNST du wirklich Recht und Ordnung herbei? Wenn ja, was für ein Recht und was für eine Ordnung wünschst du?

      Bist du vielleicht nur an einer Ordnung interessiert, in der du so wie bisher leben und vielleicht weiterhin gewisse eigene ehrgeizige Ziele ungestört verfolgen kannst?

      Oder wünschst du eine Ordnung, in der Gesetze für rechtes Verhalten gelten, die auf Selbstlosigkeit und Liebe gegründet sind und die Rechte anderer respektieren? Wenn du dir Gedanken über die Rechte anderer machst, denkst du dann daran, daß Gott auch Rechte hat?

      Einige Personen ziehen es vor, bei dieser Angelegenheit Gott außer acht zu lassen. Aber Recht und Ordnung im wahrsten Sinne kann niemals auf eine solche Weise kommen. Kein Herrschaftssystem, das der Mensch sich ausgedacht hat, hat je Recht und Ordnung, die von Bestand waren, hervorgebracht. Alte Systeme verschwinden, neue entstehen, bestehen eine Zeitlang und werden dann wiederum durch andere ersetzt. Bestehende Gesetze werden von Zeit zu Zeit geändert, weil man im allgemeinen mit ihnen nicht zufrieden ist oder weil sie Mißstände und Missetaten nicht verhindern können.

      Man nimmt es mit den von Menschen erlassenen Gesetzen auf der ganzen Erde nicht mehr so genau. Immer mehr Menschen gehorchen nur noch den Gesetzen, die ihnen von Vorteil sind oder nicht ihre eigenen Ziele und ehrgeizigen Bestrebungen beschneiden. Selbst Angehörige des Militärs verstoßen gegen den Verhaltenskodex ihres Landes, wenn sie gefangengenommen und bedroht oder unter Druck gesetzt werden. Einige, die dem Druck widerstehen können, verletzen bereitwillig in anderer Hinsicht den Verhaltenskodex, wenn sie wieder frei sind.

      Damit erwartet werden darf, daß ein Gesetz ganzherzig und treu befolgt wird, darf es nicht von unvollkommenen Menschen, sondern muß von einer höheren Quelle stammen. Nur göttliche Gesetze können eine solche Treue fordern.

      Allen, die Recht und Ordnung im eigentlichen Sinne wünschen, bietet Gott jetzt die Gelegenheit, zu wählen, ob sie unter seiner himmlischen Regierung hier auf der Erde leben wollen oder nicht. (Matth. 24:14) Aber er zwingt niemanden, dieses Leben zu wählen. Es steht jedem frei, Gottes Recht und Ordnung abzulehnen, nur muß er dann die Folgen seiner Wahl tragen.

      Gottes Recht und Ordnung ablehnen

      Gottes Wort zeigt, daß jede Person die Verantwortung für ihre Einstellung den Gesetzen oder Rechten Gottes gegenüber selbst übernehmen muß. Es sagt: „Weil ich gerufen und ihr euch geweigert habt, ... wenn euer Schrecken kommt wie ein Unwetter, und euer Unglück hereinbricht wie ein Sturm, wenn Bedrängnis und Angst über euch kommen ... werden sie zu mir rufen, und ich werde nicht antworten; sie werden mich eifrig suchen, und mich nicht finden: darum, daß sie Erkenntnis gehaßt und die Furcht Jehovas nicht erwählt nicht eingewilligt haben in meinen Rat, verschmäht alle meine Zucht.“ — Spr. 1:24-30.

      Personen, die Gottes hohe Maßstäbe ablehnen, werden von ihm nicht beschützt werden, wenn das Ende dieses Systems kommt. Gott ist nicht verpflichtet, solchen zu helfen. In der Bibel wird gesagt: „Und sie werden essen von der Frucht ihres Weges, und von ihren Ratschlägen sich sättigen. Denn die Abtrünnigkeit der Einfältigen wird sie töten, und die Sorglosigkeit der Toren sie umbringen.“ — Spr. 1:31, 32.

      Heute sind viele Personen ‘abtrünnig’, das heißt, sie handeln Gott und seinen Rechten gegenüber treulos. Jugendliche und Erwachsene rebellieren gegen jegliches Recht und gegen jegliche Ordnung, besonders aber lehnen sie sich gegen Gottes Gesetze auf. Aber solche Personen werden ‘einfältig’ genannt. Sie wissen in Wirklichkeit gar nicht, worüber sie sprechen. Es mangelt ihnen an Weisheit und Verständnis.

      Andere lassen sich einfach „treiben“, gehen den bequemen Weg, als ob diese Zeiten vorübergingen und die Lage von selbst wieder besser würde. Doch das ist töricht, wie die Bibel zeigt. Jehova hat beschlossen, dieses System zu vernichten, und sowohl die Abtrünnigen als auch diejenigen, die bequem leben wollen, werden mit vernichtet werden. Wäre es da vernünftig, so wie sie zu handeln?

      Gottes Recht und Ordnung annehmen

      Es ist vernünftig, sich Jehova zuzuwenden, um seine Gesetze kennenzulernen und um sie dann zu halten. Gottes Wort verheißt denen, die das tun: „Wer aber auf mich hört, wird sicher wohnen und wird ruhig sein vor des Übels Schrecken.“ — Spr. 1:33.

      Wer der Weisheit Jehovas gehorcht und Gottes Willen tut, wird geborgen sein, wenn Unglück dieses System treffen wird. Er wird in Gottes neue Ordnung hinüberleben können, denn wir lesen in der Bibel: „Suchet Jehova, alle ihr Sanftmütigen des Landes, die ihr sein Recht gewirkt habt; suchet Gerechtigkeit, suchet Demut; vielleicht werdet ihr geborgen am Tage des Zornes Jehovas.“ — Zeph. 2:3.

      Um Gottes Recht und Ordnung kennenzulernen, muß man sich eine Erkenntnis der Bibel, des Wortes Gottes, erwerben. Das kann aber nicht in ein oder zwei Stunden geschehen. Einige meinen, sie könnten, ohne sich anstrengen zu müssen, das ganze Vorhaben Gottes kennenlernen. Wie unvernünftig diese Einstellung ist, wird treffend von einem Wissenschaftler in dem Buch Behind the Dim Unknown (Hinter dem dunklen Unbekannten) erklärt. Er sagt darin:

      „Gott ist gewiß nicht weniger komplex und vielseitig als sein Universum. ... niemand würde erwarten, nach einem einzigen Semester auf der Hochschule alles über Astronomie zu wissen. Doch muß ich fortwährend über diejenigen staunen, die von Gott erwarten, weniger komplex und ehrfurchterregend als das Universum zu sein, und die innerhalb einer Vortragsstunde, im Verlaufe einer angeregten Diskussion unter Männern an einem Abend oder, was noch schlechter ist, von ihrem Sonntagsschullehrer eine vollständige Antwort auf alle Fragen, die Gott betreffen, haben wollen.“

      Da die Erkenntnis über Gott der Schlüssel zum Leben ist, laden wir dich ein, dich an dem kostenlosen sechsmonatigen Bibelstudienkurs zu beteiligen, den Jehovas Zeugen allen interessierten Personen anbieten. Hunderttausende in der ganzen Welt lernen gegenwärtig auf diese Art und Weise die wahren Lehren der Bibel kennen. Das wird dir Gelegenheit geben, die Heilige Schrift in deiner eigenen Wohnung zu erforschen, um ‘dich aller Dinge zu vergewissern’. — 1. Thess. 5:21.

      Bald werden die gegenwärtigen Systeme der Menschen in Verwirrung und Chaos gestürzt werden, in eine „große Drangsal, ... wie es seit Anfang der Welt bis jetzt noch keine gegeben hat, nein, noch je wieder geben wird“. (Matth. 24:21) Dieser drastische Wechsel wird durch Gottes Vollstreckung seiner gerechten Urteilssprüche hervorgerufen. Du wirst in dieser oder in einer anderen Hinsicht mit in diesem Wechsel eingeschlossen sein, der für dich Leben oder Tod bedeuten wird.

      Wenn du dich wirklich nach gerechten Verhältnissen sehnst, wenn du Recht und Ordnung im wahrsten Sinne sehen möchtest, dann wirst du den Wunsch haben, folgender Aufforderung des großen Richters und Lebengebers nachzukommen: „Vergiß nicht meine Belehrung, und dein Herz bewahre meine Gebote. Denn Länge der Tage und Jahre des Lebens und Frieden werden sie dir mehren.“ — Spr. 3:1, 2.

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