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Predigttätigkeit unter den Maroniten in LibanonDer Wachtturm 1956 | 15. Januar
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Predigttätigkeit unter den Maroniten in Libanon
Von einem Wachtturm-Missionar in Libanon
DAS Wort Libanon ruft uns sogleich die Zedern des Libanon in den Sinn, die König Salomo beim Bau des Tempels Jehovas verwendete. In den Bergen, wo diese Zedern immer noch zu finden sind, gibt es viele Dörfer. Die meisten Einwohner dort sind Maroniten, eine Sekte innerhalb der Kirche Roms, die — so wird behauptet — von einem gewissen Johannes Maron im siebenten Jahrhundert (n. Chr.) gegründet worden sei. Als Ergebnis der Kreuzzüge des zwölften Jahrhunderts erkannten die Maroniten Roms Anspruch auf Obergewalt an. Doch haben sie immer noch ihren eigenen Patriarchen, der von ihren Bischöfen gewählt wird. Zu den Bräuchen, die die Maroniten auszeichnen, gehört die Gewährung der Priesterehe, die Bedienung der Teilnehmer der Messe mit Brot und Wein, wobei die Oblate in Wein getaucht und auf einem Löffel dargereicht wird, sowie gewisse eigene religiöse Feiertage.
In Tripoli predigten Jehovas Zeugen die gute Botschaft von Gottes Königreich diesen Leuten jeden Sonntag vom April bis Dezember 1954. Sie mieteten einen Autobus, und etwa dreißig Verkündiger trafen sich um sechs Uhr morgens, verbrachten den ganzen Tag mit Predigen von Haus zu Haus und kehrten abends heim. Obwohl die Bevölkerung sehr religiös ist, begegneten die Zeugen Jehovas nur geringem Widerstand. Sie hatten verschiedene Gelegenheiten, vor Interessiertengruppen in Cafés im Freien und auf öffentlichen Plätzen öffentliche Vorträge zu halten.
Ganz offenbar wurden viele Herzen jener mit Schafen zu Vergleichenden durch die gute Botschaft vom Königreich froh gemacht, und viele freuten sich, zum erstenmal eine Bibel zu sehen. Ein Zeichen des freundlichen Geistes dieser Leute gab jene ältere Frau, die den Verkündigern Jehovas das einzige anbot, was sie zu geben hatte: etwas Joghurt, hergestellt aus Schafmilch. Es wurde ihr gesagt, Jesus habe darauf hingewiesen, daß jemand, der einen Becher kalten Wassers darreiche, seines Lohnes nicht verlustig gehe und daß sie mehr gegeben habe als dies. Darauf erwiderte sie: „Ihr verdient mehr. Wir schulden euch unser Leben für diese gute Botschaft vom Königreich, die wir von euch empfangen haben.“
In einem anderen Dorfe trat ein Priester zufällig in ein Haus ein, in dem zwei Verkündiger etwa fünfzehn begierigen Zuhörern das Zeugnis gaben. Der Priester suchte die Zusammenkunft mit den Worten zu sprengen: „Wie wagt ihr, hierher zu kommen! Wißt ihr nicht, daß dieser Ort mir gehört? Ich bin der einzige, der hier Religion zu lehren hat. Fort mit euch!“ Aber der Hausinhaber war anderer Ansicht und weigerte sich, Jehovas Zeugen fortzuschicken. Darauf erklärte der Priester, er werde in der Kirche die Glocke läuten, um alle Dorfbewohner zusammenzurufen, damit sie die Zeugen aus dem Dorfe hinauswerfen könnten, und er rief den Anwesenden, ihm zu folgen. Einige folgten ihm, und jenen, die nicht mitgehen wollten, drohte er, er werde sie beim Bischof anzeigen.
Als die Glocke zu läuten begann, begannen auch die Dorfbewohner zu kommen, und da sich die Zeugen bei ihrem Bus gesammelt hatten, ließen sie sich sogleich mit ihnen in ein Gespräch ein und erklärten ihnen ihr Werk. Bald war die Menge in ganz aufnahmefähiger Stimmung, und so hielt ihnen einer der Zeugen eine biblische Stegreifrede. Unter anderem wies er sie darauf hin, wie die Geistlichkeit in Jesu Tagen sich denen widersetzt habe, die in das Königreich eingehen wollten, und zeigte, daß die römisch-katholische Geistlichkeit heute dasselbe tue, aber daß Leute, die Schafen gleichen, sich dennoch als solche offenbaren. Darauf hörte man manche sagen, daß Jehovas Zeugen wahre Christen seien, während sie und besonders ihre Priester es nicht seien. Somit hatte der Priester, statt Jehovas Zeugen zu vertreiben, ihnen geholfen, noch mehr Leuten zu predigen.
Im ganzen verbrachten die Verkündiger 4500 Stunden in diesem Werke und gaben 65 Dörfern das Zeugnis. Dadurch konnten viele biblische Schriften abgegeben und eine Anzahl Bibelstudien in den Wohnungen der Leute begonnen werden.
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Weshalb Leute irregehenDer Wachtturm 1956 | 15. Januar
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Weshalb Leute irregehen
Hast du dich jemals gefragt, weshalb Leute irregehen, wenn sie doch die Bibel besitzen, die ihnen als Wegleitung dienen könnte? Der Grund ist mehr als nur die Erbsünde. Er ist darin zu suchen, daß Satan, der Teufel, auf die Erde hinabgeworfen worden ist und ‚die ganze bewohnte Erde irreführt‘. Unter seinem bösen Einfluß werden die Massen in die Irre geführt. „Die ganze Welt liegt in der Gewalt des Bösen.“ — Off. 12:9; 1. Joh. 5:19, NW.
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