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Erwachet! 1973
g73 8. 6. S. 25-26

Gib uns unser täglich Brot

Vom „Awake!“-Korrespondenten in Libanon

NIRGENDWO ist der Ausdruck „täglich Brot“ angebrachter als im Nahen Osten, woher er stammt. Selbst heute ist hier Brot das wichtigste Nahrungsmittel in einem Haushalt. Ganz gleich, wie viele Gerichte bei einer Mahlzeit auf den Tisch kommen mögen, wird der Bewohner des Nahen Ostens glauben, er habe nicht richtig gegessen, wenn es kein Brot dazu gegeben hat.

Die Menge, die jemand ißt, wird hier daran gemessen, wieviel Brot er ißt, nicht daran, wie viele Portionen er sich von irgendeinem Gericht nimmt. Daher kommt es nicht selten vor, daß jemand sagt: „Ich habe wirklich viel gegessen! Zwei Brote!“ Kommen unerwartete Gäste gerade zur Mittagszeit, stellt das für die libanesische Hausfrau kein Problem dar, wenn sie genügend Brot im Hause hat. Alles andere, was zu der Mahlzeit gehört, kann so eingeteilt werden, daß es für alle reicht.

Daher kann es auch sehr leicht geschehen, daß Panik ausbricht, wenn aus irgendeinem Grund nicht genügend Brot vorhanden ist. Ein Bäckerstreik kann Panik verursachen, selbst wenn die Märkte voll von anderen Nahrungsmitteln sind.

Verschiedene Arten libanesischen Brotes

Man mag sich fragen, warum Brot für den Bewohner des Nahen Ostens so wichtig ist. Die Antwort darauf erhält man, wenn man erfährt, wie viele Sorten Brot hier gegessen werden und wie sie als eßbare „Löffel“ und „Gabeln“ benutzt werden. Betrachte einige der Brotsorten, die in Libanon gegessen werden.

Bei weitem das beliebteste Brot ist „khubz Arabi“ oder arabisches Brot. Der Hefeteig, entweder aus weißem Mehl oder Vollweizenmehl hergestellt, unterscheidet sich wenig von dem Brotteig, wie er in der westlichen Welt hergestellt wird. Er wird mit Wasser statt mit Milch angemacht und wird nur leicht gesalzen. Doch hier endet auch die Ähnlichkeit.

Der angerührte Teig wird in etwa faustgroße Bälle abgeteilt, und dann läßt man ihn gehen. Nachdem er genügend gegangen ist, werden die Laibe entweder mit der Hand flach gedrückt, oder man läßt sie durch eine Maschine gehen, die so aussieht wie eine Wringmaschine. Dadurch sind die Teigstücke jetzt dünn und flach und etwa so groß wie ein Eßteller. Dann läßt man sie wieder leicht gehen. Nun ist das Brot backfertig.

Während die Laibe backen, gehen sie noch einmal, so daß sie wie umgedrehte Rührschüsseln aussehen. Schon nach wenigen Minuten sind sie durchgebacken. Wenn sie abkühlen, fallen sie wieder ein, aber nun sind die Laibe wie Taschen, die am Rand zusammengenäht sind; sie sind außen knusprig und innen weich.

Sechs dieser hohlen Laibe ergeben etwa ein Kilogramm Brot. Große Familien verzehren an einem Tag fünf bis sechs Kilogramm Brot, und so muß die Hausfrau einen ganz schönen Stapel Brot von der Bäckerei nach Hause tragen!

Eine köstliche Variation des arabischen Brotes ist „kaak“, das überall dort verkauft wird, wo Kinder zusammen sind. Dieses Brot ist etwas kleiner, und es ist nur zur Hälfte hohl. Die andere Hälfte ist wie ein Henkel geformt und erinnert etwas an einen übergroßen unsymmetrischen Krapfen. Das Brot wird reichlich mit Sesamsamen bestreut und knusprig gebacken.

Jeden Nachmittag, wenn die Schule aus ist, oder auch vor jedem Park tragen Verkäufer große Körbe mit „kaak“ auf dem Kopf und rufen ihre Ware aus. Wenn du einen Verkäufer anhältst, wird er dich ein Brot aussuchen lassen. Dann wird er in den hohlen Teil des Brotes ein Loch bohren und das Innere mit einer Kräutermischung aus Thymian, Sumach und Salz bestreuen. Ein schmackhafter Imbiß am Nachmittag!

Ein beliebtes Frühstücksbrot hier in Libanon ist ein trockenes „kaak“, das so geformt ist wie ein Krapfen oder wie ein Finger. Es selbst schmeckt etwas fade, weil es kein Salz enthält, aber es ist sehr schmackhaft, wenn man es in sein Lieblingsgetränk tunkt.

Eine andere Art von Brot, die fast so beliebt ist wie arabisches Brot, ist „khubz marqook“ oder „khubz as-saj“, ein Brot, das so dünn ist wie Papier. Der Teig und das Gewicht des Brotlaibes sind annähernd so wie beim arabischen Brot, aber der Teig wird, bis er dünn ist und einen Durchmesser von 60 Zentimetern hat, von einer Hand auf die andere geworfen, etwa so, wie Pizzateig zubereitet wird. Das Brot ist ganz knusprig und enthält fast keine Feuchtigkeit, so daß es sich lange hält. Da die Dorffrauen nur einmal in der Woche für ihre große Familie backen, ist dieses Brot für sie sehr praktisch. Es ist nach einer Woche noch so gut, als wäre es frisch gebacken.

Eine andere Brotsorte, die hauptsächlich in den Bergdörfern bekannt ist, ist das „khubz at-tannoor“. Das Rezept für den Teig ist wieder das übliche, aber die Brotlaibe haben eine andere Festigkeit, weil sie anders gebacken werden. Zum Backen wird ein gewölbter Steinofen benutzt.

Nachdem der Teig flach gedrückt und von einer Hand auf die andere geworfen worden ist, wird er in den vorgeheizten Backofen hinabgelassen und an eine Seite der runden Wand geklatscht, wo er haftenbleibt, bis er gebacken ist. Wenn er fertig gebacken ist, wird er abgelöst. Dieses Brot ist dicker als das „khubz marqook“ und bleibt mehrere Tage feucht.

Nicht zu übersehen sind die armenischen Brotsorten. Diese unterscheiden sich nicht sehr vom französischen Brot. Die Brotlaibe werden vor dem Backen mit Sesamsamen bestreut, wodurch sie einen nußartigen Geschmack erhalten.

Eßbares Besteck

Viele libanesische Speisen ähneln Eintopfgerichten, und sie werden mit Reis gegessen. Statt einer Gabel hat jeder einen Laib arabisches Brot oder das papierdünne „khubz marqook“, wenn er dieses vorzieht. Für jeden Bissen Speise wird ein Stück Brot, das ungefähr drei mal drei Zentimeter groß ist, von dem Laib abgebrochen, zu einem Löffel geformt, und dann wird damit die Speise zum Mund geführt, und beides wird zusammen gegessen. Selbst die dünnsten Soßen können auf diese Weise geschöpft werden, ohne daß sie durchsickern; die krustige Oberfläche des Brotes verhindert, daß so etwas passiert.

Die meisten Restaurants im Orient kommen ohne Eßbestecke aus, aber sie servieren jedes gewünschte Brot. Für Speisen wie „shish kebab“ (am Spieß geröstetes Lamm) oder über dem Holzkohlenfeuer geröstete Hühnchen kann man handliche Stücke Brot benutzen, um sich Fleisch zu nehmen. Ein beliebtes Abendessen ist „maza“; das sind Platten mit Speisen, die man mit den Fingern essen kann, wie Salate, verschiedene Sorten Fleisch, Aufschnitt, Nüsse und natürlich arabisches Brot.

Ein arabisches Sandwich ist auch anders als ein Sandwich, das mit Brotscheiben gemacht wird. Es kann dazu ein ganzes oder ein halbes arabisches Brot verwendet werden. Der Brotlaib wird auseinandergeschnitten, so daß er zwei runde Hälften ergibt. Darauf kommt der Brotbelag oder der Aufstrich, den man gern ißt, und dann wird der Laib von einer Seite her zu einem langen Zylinder aufgerollt, so daß der ganze Brotbelag innen steckt. Kinder mögen davon mehrere am Tag essen, zusätzlich zu ihren regulären Mahlzeiten.

Hier in Libanon, wo wir jeden Tag Brot essen, ganz gleich, was wir sonst noch verzehren, können wir leicht verstehen, daß Jesus Christus die tägliche Speise meinte, als er seine Nachfolger lehrte, um ihr „täglich Brot“ zu beten. Mögen wir über diese Vorkehrung Gottes immer glücklich und dafür dankbar sein. — Matth. 6:9-11, Luther.

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