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  • Der „Baum“, dessen Fall die Welt erschüttert
    Der Wachtturm 1977 | 15. August
    • Der „Baum“, dessen Fall die Welt erschüttert

      „Beim Geräusch seines Falles werde ich gewißlich Nationen erschüttern, wenn ich ihn zum Scheol hinabbringe mit denen, die in die Grube hinabfahren, und im Lande tief unten werden alle Bäume Edens, die auserlesensten und die besten des Libanon, alle, die Wasser trinken, getröstet werden“ (Hes. 31:16).

      1. Warum kann das Fällen eines bestimmten Baumes großes Leid verursachen?

      MENSCHEN können zu einem Baum ein inniges Verhältnis entwickeln. Deshalb wandte sich ein Dichter an einen Holzfäller mit den Worten: „Du Fäller, hör mein Bitten; verschone diesen Baum. Laß seine Zweige stehen, und rühre ihn nicht an. Schon als ein kleiner Junge fand Schatten ich bei ihm; jetzt möchte ich ihn schützen; drum bleibe fort von ihm.“ Ein hochgewachsener prächtiger Baum hat schon bei manchem Betrachter Bewunderung ausgelöst. So fühlte sich ein anderer Dichter gedrängt, die Schönheit der Bäume mit den Worten zu rühmen: „Nie werd’ ich sehen ein Gedicht, so schön und prächtig wie ein Baum. ... Gedichte macht ein Tor wie ich; nur Gott kann machen einen Baum.“ Wegen dieser innigen Zuneigung zu einer solchen Schöpfung Gottes kann das Fällen eines bestimmten Baumes großes Leid verursachen.

      2. Was könnten wir uns in bezug auf die Baumverehrung fragen?

      2 Die Baumverehrung ist in der ganzen Welt nicht unbekannt. Der ü b e r r e i c h geschmückte immergrüne Lichterbaum, der bei vielen religiösen Leuten zu dem jährlichen Fest gehört, das am 25. Dezember gefeiert wird, erinnert an diesen Baumkult. Es gibt jedoch einen „Baum“, der von den Menschen im allgemeinen schon seit Jahrtausenden beachtet und bewundert wird. Durch ihre Einstellung und ihre Handlungsweise diesem weltbekannten „Baum“ gegenüber beweisen sie, daß sie ihn verehren. Eine gesunde Skepsis und brennende Neugier lassen daher in uns die Frage aufsteigen: „Was ist das für ein ,Baum‘? Verehre ich ihn auch?“

      3. Warum denken die Menschen, dieser „Baum“ könne niemals gefällt werden?

      3 Dieser „Baum“ ist schon sehr alt, 4 200 Jahre. Er konnte deshalb schon vor mehr als zweieinhalbtausend Jahren beschrieben werden. Schriften, die aus dieser alten Zeit stammen, enthalten eine treffende Beschreibung dieses Baumes, der sich so lange gehalten hat und so tief in der Erde wurzelt, daß die Menschen denken, er könne niemals gefällt werden. Hier folgt die Beschreibung:

      4, 5. Was trägt gemäß Hesekiel 31:3-9 zu der unvergleichlichen Schönheit dieses „Baumes“ bei?

      4 „Ein Zedernbaum auf dem Libanon, schön an Geäst, mit einem Walddickicht, das Schatten bot, und hoch an Wuchs, so daß sein Wipfel tatsächlich zwischen den Wolken war. Wasser ließen ihn groß werden; die Wassertiefe ließ ihn hochwachsen. Mit ihren Bächen ging sie [die Wassertiefe] rings um seine Pflanzstätte; und ihre Kanäle sandte sie [die Wassertiefe] zu allen Bäumen des Feldes. Darum wurde er höher an Wuchs als alle anderen Bäume des Feldes.

      5 Und seine Äste mehrten sich ständig, und seine Zweige wurden länger wegen des vielen Wassers in seinen Wasserläufen. Auf seinen Ästen bauten alle fliegenden Geschöpfe der Himmel ihre Nester, und unter seinen Zweigen gebaren alle wildlebenden Tiere des Feldes, und in seinem Schatten pflegten alle volkreichen Nationen zu wohnen. Und er wurde schön in seiner Größe, in der Länge seines Laubbehangs, denn sein Wurzelwerk befand sich über vielen Wassern. Andere Zedern kamen ihm nicht gleich im Garten Gottes. Was Wacholderbäume betrifft, sie hatten keine Ähnlichkeit mit seinen Ästen. Und Platanen selbst erwiesen sich ihm nicht gleich an Zweigen. Kein anderer Baum im Garten Gottes glich ihm an Schönheit. Schön hatte ich ihn gemacht in der Fülle seines Laubbehangs, und alle anderen Bäume Edens, die im Garten des wahren Gottes waren, beneideten ihn ständig“ (Hes. 31:3-9).

      6. Wieso gebührt die Ehre für das Pflanzen der Zedern auf dem Libanon keinem Menschen?

      6 Die Republik Libanon hat in den letzten Jahren viel von sich reden gemacht. Die Zedern auf dem Libanon sind jedoch schon seit Jahrtausenden berühmt. (Siehe Richter 9:15.) Kein Mensch pflanzte diese hohen Zedern mit ihren breiten Kronen dorthin. Zedernbäume gab es schon, bevor die Erbauer des Turmes von Babel sich wegen der Sprachverwirrung im zweiten Jahrhundert nach der Sintflut vom alten Babel am Euphrat aus in alle Richtungen zerstreuten. Der Schöpfer des Himmels und der Erde nimmt den Ruhm für die Anpflanzung dieser Zedern für sich in Anspruch. Deshalb werden sie in Psalm 80:10 als „die Zedern Gottes“ bezeichnet und in Psalm 104:16 als „die Zedern des Libanon, die er [Jehova] gepflanzt hat“.

      7. Wie sprach Gott über den Ort, an dem der Zedernbaum stand, und bedeutete dies, daß das Paradies auf der Erde wiederhergestellt worden war?

      7 Daß von diesen Zedern sowie von den Wacholderbäumen und den Platanen gesagt wird, sie seien in Eden und im „Garten Gottes“, bedeutet nicht, daß der Garten Eden nach der Sintflut (2370 v. u. Z.) wiederhergestellt worden wäre. Es bedeutet vielmehr, daß diese bestimmte Zeder an einem Ort stand, der so lieblich, so paradiesisch schön und der ursprünglichen Wohnstätte des Menschen so ähnlich war, daß er wie der „Garten Gottes“ war. Das hebräische Wort, das mit „Garten“ (gan) wiedergegeben wird, bedeutet hauptsächlich „eingehegter oder umzäunter Ort“, und wir erinnern uns, daß der ursprüngliche „Garten Eden“ im „Osten des Gartens“ einen Durchgang hatte, durch den der ungehorsame Adam und die ungehorsame Eva hinausgetrieben wurden und wo Gott die Cherube aufstellte, damit sie „den Weg zum Baume des Lebens“ bewachten (1. Mose 3:24).

      8. Wo befand sich gemäß Hesekiel 28:11-14 der König der libanesischen Hafenstadt Tyrus, und warum?

      8 In den Tagen, in denen Hesekiel prophezeite, war das Gebiet des für seine Zedern berühmten Libanon so schön, daß er dazu inspiriert wurde, zum König von Tyrus (einer libanesischen Hafenstadt) zu sagen: „In Eden, dem Garten Gottes, befandest du dich. ... Du bist der gesalbte Cherub, der schirmende, und ich habe dich eingesetzt. Auf dem heiligen Berge Gottes befandest du dich“ (Hes. 28:11-14). Es war daher passend, daß im siebenten Jahrhundert v. u. Z. von dieser besonders „schönen“ Libanonzeder gesagt wurde, sie sei in Eden, im „Garten Gottes“. Sie befand sich also in einer sehr günstigen Lage mit vortrefflichen Möglichkeiten.

      DIE BEDEUTUNG DIESES BAUMES IM JAHRE 1977 u. Z.

      9. Was veranschaulicht diese „schöne“ Libanonzeder, wenn man bedenkt, wer gemäß den Worten des Propheten alles unter ihrem Schatten wohnt?

      9 In der heutigen Zeit interessiert man sich weniger für das, was vor 2 500 Jahren geschah, als für das, was heute geschieht, was uns angeht und sich auf uns auswirkt. Veranschaulicht denn dieser „schöne“ Baum, dieser „Zedernbaum auf dem Libanon“, etwas aus der Neuzeit? Wie können wir das ermitteln? Zunächst einmal wird in der Prophezeiung nicht nur gesagt, daß die Vögel auf seinen Ästen Nester bauten und daß unter seinen langen Zweigen wildlebende Tiere ihre Jungen gebaren, sondern es wird auch erwähnt, daß ‘in seinem Schatten alle volkreichen Nationen zu wohnen pflegten’. Ferner lesen wir: „Beim Geräusch seines Falles werde ich [Jehova] gewißlich Nationen erschüttern“ (Hes. 31:6, 16). Diese Worte haben einen politischen Unterton. Sie deuten an, daß dieser hochgewachsene „Zedernbaum auf dem Libanon“ etwas Politisches darstellt, und so ist es auch.

      10. An wen ist die Prophezeiung über den „Zedernbaum auf dem Libanon“ ihrer politischen Bedeutung entsprechend gerichtet?

      10 Schon die Anwendung der Prophezeiung Hesekiels auf die damalige Zeit bestätigt, daß der „Zedernbaum auf dem Libanon“ etwas Politisches darstellt. An wen war denn die Prophezeiung damals gerichtet? Hesekiel gibt die Antwort. Er sagt: „Und es geschah ferner, daß im elften Jahr [607 v. u. Z.], im dritten Monat [dem Frühlingsmonat Siwan], am ersten Tag des Monats [fünf Tage vor dem Pfingstfest], das Wort Jehovas an mich erging, indem es besagte: ,Menschensohn, sprich zu Pharao, dem König von Ägypten, und zu seiner Menge: „Wem bist du ähnlich geworden in deiner Größe? Siehe! Ein Assyrer, ein Zedernbaum auf dem Libanon, schön an Geäst, mit einem Walddickicht, das Schatten bot, und hoch an Wuchs, so daß sein Wipfel tatsächlich zwischen den Wolken war“‘“ (Hes. 31:1-3).

      11. Was wurde dadurch angedeutet, daß Pharao und seine Menge mit einem „Assyrer“ verglichen wurden?

      11 Hier haben wir also die Antwort: ‘Pharao der König von Ägypten, und seine Menge’ wurden mit der ungewöhnlich hohen, langästigen Zeder auf dem Libanon verglichen. Es wird von ihnen zwar auch gesagt, sie würden einem „Assyrer“ gleichen, aber der größte Teil der Prophezeiung bezieht sich auf den „Zedernbaum auf dem Libanon“ und auf das, was mit ihm geschah, nicht auf den „Assyrer“. Der Vergleich mit einem „Assyrer“ könnte auf große militärische und politische Stärke hinweisen. Fünfundzwanzig Jahre vor der Niederschrift der Prophezeiung Hesekiels war das Assyrische Reich noch die Weltmacht. Es hatte das Ägyptische Reich, die vorangegangene der in den biblischen Prophezeiungen erwähnten Weltmächte, verdrängt. Es hatte sogar einen Teil des ägyptischen Gebietes besetzt. Doch nun, in den Tagen des Propheten Hesekiel, war Ägypten der bedeutendste Feind des Babylonischen Reiches oder der neuen, das heißt der dritten Weltmacht. Daß Pharao und seine Menge mit einem „Assyrer“ verglichen werden, bedeutet also, daß Ägypten auch damals noch eine politische Macht war, mit der Babylon rechnen mußte.

      12. Inwiefern glich Ägypten noch in den Tagen Hesekiels diesem hohen schattenspendenden „Zedernbaum auf dem Libanon“?

      12 Zu Hesekiels Zeiten erbat sich die jüdische Regierung in Jerusalem sogar militärische Hilfe von Ägypten, um die Expansion des Babylonischen Reiches aufzuhalten (Hes. 17:7-17). Ägypten spielte also damals zweifellos immer noch eine internationale Rolle (Jer. 37:5-7). Pharao und seine Menge konnten deshalb immer noch mit einem großen politischen und militärischen Gebilde verglichen werden, das sogar die Zedern des Libanon überragte, die dreißig Meter hoch oder noch höher werden können. Wie eine Libanonzeder, deren untere Äste so lang sind, daß der Baum — selbst wenn er noch so hoch ist — wie ein Zwerg aussieht, erschien auch Ägypten zwar klein, aber dennoch forderte es Babylon heraus und war bereit, den Völkern, die sich mit ihm, dem Land am Nil, verbündeten, Schatten zu spenden. Es ließ sie unter seinen ausladenden Ästen Schutz suchen, indem es ihnen militärische Hilfe bot. In den Augen der bedrängten Völker war es immer noch „schön an Geäst“, und sie verbündeten sich lieber mit ihm, als daß sie sich Babylon unterwarfen — der Macht, die Jehova Gott damals gebrauchte, um seinen Zorn auszugießen.

      13, 14. Was stellt der „Zedernbaum auf dem Libanon“ in unserer Zeit dar, und welche biblische Grundlage haben wir für diese Annahme?

      13 Das war vor zweieinhalbtausend Jahren alles sehr interessant und spannend. Doch wie ist es heute? Bestimmt paßt die Prophezeiung über den „Zedernbaum auf dem Libanon“ nicht auf das heutige Ägypten, das heißt auf die von Moslems regierte Vereinigte Arabische Republik. Wir stimmen damit überein, daß diese Prophezeiung heute nicht in diesem Sinne angewandt werden kann, da die Bibel sie nicht in diesem Sinne anwendet. Was ist also mit dieser außergewöhnlich „schönen“ Libanonzeder heute gemeint? Was oder wer gleicht jetzt, im zwanzigsten Jahrhundert, Pharao, dem König von Ägypten, und seiner Menge? Was ist heute unter dem sinnbildlichen „Zedernbaum auf dem Libanon“ zu verstehen, dessen Fall die Welt nun bald erschüttern wird?

      14 Der verurteilte „Baum“ versinnbildlicht etwas, was heute im allgemeinen nicht erkannt wird. Was denn? Ein geistiges Ägypten. Wenn wir das letzte Buch der Bibel aufschlagen, lesen wir in Offenbarung 11:8 die Worte des inspirierten Apostels Johannes: „Und ihre Leichname werden auf der breiten Straße der großen Stadt liegen, die in geistigem Sinne Sodom und Ägypten heißt, wo auch ihr Herr an den Pfahl gebracht wurde.“ Der hier als „ihr Herr“ Bezeichnete ist der Herr Jesus Christus, und die, deren Leichname auf der breiten Straße der Stadt liegen, sind die treuen Nachfolger oder Jünger Christi. In Offenbarung 11:3 werden diese Jünger des Herrn Jesus Christus als „meine zwei Zeugen“ bezeichnet, und sie werden getötet, weil sie eine düstere, unpopuläre Botschaft predigen.

      15. Weshalb kann die Bezeichnung „Ägypten“ in Offenbarung 11:8 nicht auf das buchstäbliche Land Ägypten angewandt werden?

      15 In welcher „großen Stadt“ wurden diese neuzeitlichen „Zeugen“ getötet und ihre Leichname der öffentlichen Schande preisgegeben? Nicht in der Hauptstadt des heutigen Ägypten. Wie wir wissen, wurde Jesus Christus, der „Herr“ dieser Zeugen, nicht im damaligen Ägypten an den Pfahl gebracht, aber gemäß Offenbarung 11:8 wurden die „Zeugen“ des Herrn da getötet und liegengelassen, wo er im Jahre 33 u. Z. an den Pfahl gebracht wurde. Wenn wir beachten, daß die „große Stadt“ ein Sinnbild ist und daß sie „in geistigem Sinne Sodom und Ägypten heißt“, hilft uns das zum Verständnis. Das schließt also die buchstäbliche Stadt Sodom, die damals nicht mehr existierte, und auch das buchstäbliche Land Ägypten, das damals vom Römischen Reich beherrscht wurde, aus. Wo wurde denn, in geistigem Sinne gesprochen, der Herr Jesus Christus an den Pfahl gebracht, und wo wurden auch seine wahren Jünger getötet und der Schande preisgegeben?

      16, 17. In welcher sinnbildlichen „großen Stadt“ wurde also der Herr Jesus Christus an den Pfahl gebracht?

      16 Eine „Stadt“ ist eine politische Organisation. Eine „große Stadt“ wäre demnach eine große politische Organisation, ein großes Herrschaftssystem. Das alte Sodom war einst eine politische Organisation, und das damalige Ägypten war ein Land mit einem politischen System, unter dem es jahrhundertelang die erste der in den biblischen Prophezeiungen erwähnten Weltmächte gewesen war. Folglich müßte das, was „in geistigem Sinne“ Ägypten genannt wird, das weltweite politische Herrschaftssystem sein, das politische Gebilde der durch menschliche Regierungen ausgeübten Menschenherrschaft. In einer solchen „großen Stadt“ wurde der Herr Jesus Christus im Jahre 33 u. Z. außerhalb der Stadt Jerusalem „an den Pfahl gebracht“. Die Menschenwelt bildet einen wesentlichen Bestandteil des gegenwärtigen Systems der Dinge. In dieser Welt, die das gegenwärtige System der Dinge aufrechterhält, wurde Jesus Christus an den Pfahl gebracht. Er sagte deshalb zu seinen Jüngern:

      17 „Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt“ (Joh. 9:5). „Wenn die Welt euch haßt, wißt ihr, daß sie mich gehaßt hat, bevor sie euch haßte. Wenn ihr ein Teil der Welt wäret, so wäre der Welt das Ihrige lieb. Weil ihr nun kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt“ (Joh. 15:18, 19).

      18. Inwiefern stimmt die Tatsache, daß Jesus an einem bestimmten Tag als Opferlamm starb, mit dem Gedanken überein, daß er im geistigen Ägypten an den Pfahl gebracht wurde?

      18 Jesus Christus wurde nicht im buchstäblichen Ägypten, aus dem er einst als Kind gebracht worden war, sondern in dem, was „in geistigem Sinne“ Ägypten genannt wird, als „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“, geopfert (Matth. 2:13-21; Joh. 1:29, 36). Es war kein Zufall, daß der Herr Jesus Christus am Passahtag des Jahres 33 u. Z. als das Lamm Gottes geopfert wurde. Warum nicht? Weil er durch das Lamm, das die Israeliten am ersten Passahtag im Jahre 1513 v. u. Z. im alten Ägypten geopfert hatten, vorgeschattet worden war. Die Ägypter, die kein Passahlamm geopfert und dessen Blut nicht an ihre Türpfosten gesprengt hatten, verloren ihre Erstgeborenen von Mensch und Tier. Daraufhin entließ Pharao die Israeliten aus der Sklaverei, so daß sie als ein freies Volk ausziehen konnten.

      19. Wovon werden also die Jünger Christi befreit, wie einst Israel aus Ägypten befreit wurde?

      19 Was veranschaulichte das Land Ägypten in Verbindung mit der damaligen Befreiung des auserwählten Volkes Jehovas? Was veranschaulichten Pharao und seine Menge? Das von Plagen heimgesuchte Ägypten stellte das gegenwärtige weltliche System der Dinge dar, und Pharao und seine Menge veranschaulichten die herrschenden Elemente dieses Systems. In diesem „geistigen Ägypten“ ist „Christus, unser Passah, ... geopfert worden. Darum laßt uns [die Jünger Christi] das Fest ... begehen“ (1. Kor. 5:7, 8). In völliger Übereinstimmung mit dieser Wahrheit ist das gegenwärtige weltliche System der Dinge das Ägypten, aus dem die treuen Jünger des Lammes, Jesu Christi, befreit worden sind. Deswegen wird den Jüngern Christi in Galater 1:3, 4 gesagt: „Unverdiente Güte und Friede sei euch von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Er hat sich selbst für unsere Sünden hingegeben, damit er uns befreie von dem gegenwärtigen bösen System der Dinge.“

      20. Was stellt also der „Zedernbaum auf dem Libanon“ in unseren Tagen dar, und wann kam er ins Dasein?

      20 Was schließen wir daraus mit Recht? Daß der „Zedernbaum auf dem Libanon“, der in den Tagen des Propheten Hesekiel ‘Pharao, den König von Ägypten, und seine Menge’ darstellte, auf etwas Größeres in unserer Zeit hinweist, nämlich auf das weltweite System der Dinge, in dem die herrschenden politischen Elemente über alle Völker regieren. Obwohl dieses System der Dinge mit dem Zedernbaum verglichen wird, der von allen anderen Bäumen in dem edengleichen Gebiet des Libanon beneidet wurde, ist es nicht von Jehova Gott gepflanzt worden, der jene immergrünen Bäume in dem Gebiet des buchstäblichen Libanon, das damals dem „Garten Gottes“ glich, gepflanzt hatte. Wie dem Bericht des Pflanzers, der Bibel, zu entnehmen ist, kam der sinnbildliche politische „Zedernbaum auf dem Libanon“ im zweiten Jahrhundert nach der Sintflut, in den Tagen Nimrods, des mächtigen Jägers und des Gründers des ersten Babylonischen Reiches, ins Dasein. Wie Nimrod, der Urenkel Noahs, sich gegen die universelle Souveränität Jehovas, des Gottes Noahs, auflehnte, so mißachtet auch der sinnbildliche „Zedernbaum auf dem Libanon“ die Souveränität Gottes, des Höchsten (1. Mose 10:8-12; 1. Chron. 1:8-10).

      21. Wie haben die weltlichen Nationen im allgemeinen diesem „Zedernbaum auf dem Libanon“ gegenüber gehandelt?

      21 Er hat versucht, sich mit Hilfe der ihm zur Verfügung stehenden menschlichen Mittel — mit einer Wassertiefe vergleichbar — gleichsam über Jehova Gott zu erhöhen, seinen Wipfel in die Wolken hineinragen zu lassen. Er hat seine Äste gemehrt und seine Zweige ausgebreitet, um über die ganze Erde, Gottes ‘Fußschemel’, zu herrschen (Jes. 66:1; Matth. 5:35). Unter seinem kräftigen Astwerk haben sich bis zum heutigen Tag alle von Menschen geschaffenen Regierungen sowie „alle volkreichen Nationen“ niedergelassen (Hes. 31:4-6). Im Laufe der Zeit ließ sich sogar das Volk Israel, das Jehova Gott im Verheißenen Land, in Palästina, angesiedelt hatte, zu seinem großen Schaden dazu verleiten, die Handlungsweise dieser weltlichen Nationen nachzuahmen. Es gibt jedoch Menschen, die eine Ausnahme bilden. Wer sind sie? Möchten wir zu ihnen gehören und wie sie für immer gesegnet werden, oder möchten wir die Handlungsweise der „volkreichen Nationen“ nachahmen? Um uns richtig zu entscheiden, benötigen wir Hilfe.

      „Setzt euer Vertrauen nicht auf Edle noch auf den Sohn des Erdenmenschen, bei dem es keine Rettung gibt. Sein Geist geht aus, er kehrt zurück zu seinem Erdboden; an jenem Tag vergehen seine Gedanken tatsächlich. Glücklich ist der, der den Gott Jakobs zu seiner Hilfe hat, dessen Hoffnung auf Jehova, seinen Gott, gerichtet ist“ (Ps. 146:3-5).

  • Entferne dich von diesem „schönen“ Baum!
    Der Wachtturm 1977 | 15. August
    • Entferne dich von diesem „schönen“ Baum!

      1. Auf welche Weise haben die mit Bäumen verglichenen Nationen den „Zedernbaum auf dem Libanon“ beneidet?

      WIE der „Zedernbaum auf dem Libanon“, der im 31. Kapitel der Prophezeiung Hesekiels von Jehova beschrieben wird, so sieht auch das von Menschen geschaffene politische Gebilde des gegenwärtigen Systems der Dinge schöner aus als irgend etwas anderes. Jehova sagte gemäß Hesekiel 31:8, 9: „Kein anderer Baum im Garten Gottes glich ihm an Schönheit. Schön hatte ich ihn gemacht [die buchstäbliche Zeder, die als Veranschaulichung gebraucht wird] in der Fülle seines Laubbehangs, und alle anderen Bäume Edens, die im Garten des wahren Gottes waren, beneideten ihn ständig.“ Dieses weltweite politische System der Dinge hat viele Zweige hervorgebracht, die sein schattenspendendes Laubwerk tragen, das für die politischen Bedürfnisse aller Nationen der Welt Schutz und Schirm ist. Von den mit Bäumen verglichenen Nationen möchte jede eine Weltmacht sein und über die anderen herrschen, also eine beneidenswerte Organisation sein.

      2. Wie hat die Menschheit bewiesen, daß sie den „Zedernbaum auf dem Libanon“ für schöner hält als irgend etwas anderes?

      2 Alle, die glauben, der Mensch könne unabhängig von Jehova Gott regieren, bewundern diesen „Zedernbaum auf dem Libanon“; sie betrachten ihn als den Gipfel der Schönheit. Das stellt jeder nüchtern denkende Mensch fest, wenn er die weltweite Ausbreitung des Nationalismus und den allgemeinen Hang nach nationaler Unabhängigkeit in Betracht zieht. Gleichzeitig geht der große Machtkampf zwischen den nach Weltherrschaft strebenden großen Nationenblocks vor sich. Der Staatskult hat weltweite Ausmaße angenommen. Man verlangt von allen Bewohnern der Erde, daß sie sich daran beteiligen. Diese Form neidischer Bewunderung des symbolischen „Zedernbaums auf dem Libanon“ gleicht der im letzten Buch der Bibel, in Offenbarung 13:3, 4, 15, vorhergesagten verehrenden Bewunderung. Wir lesen dort:

      3. Wie wird die Verehrung des Staates in Offenbarung 13:3, 4, 15 veranschaulicht?

      3 „Die ganze Erde folgte dem wilden Tier mit Bewunderung. Und sie beteten den Drachen an, weil er dem wilden Tier die Gewalt gab, und sie beteten das wilde Tier an mit den Worten: ,Wer ist dem wilden Tier gleich, und wer kann mit ihm kämpfen?‘ Und es wurde ihm gewährt „dem Bild des wilden Tieres Odem zu geben, damit das Bild des wilden Tieres sowohl rede als auch veranlasse, daß alle, die das Bild des wilden Tieres nicht auf irgendeine Weise anbeteten, getötet würden.“

      4. Warum könnten Anbeter des einen lebendigen und wahren Gottes sich an dieser Verehrung nicht beteiligen?

      4 Aus dieser prophetischen Beschreibung der „kommenden Dinge“ geht hervor, wie weit sich diese erzwungene Anbetung ausbreiten wird, nämlich erdenweit. Es geht auch daraus hervor, bis zu welchem Extrem man diese Anbetung treiben wird, daß man statt Jehova Gott ein „Tier“ und dessen Götzen„bild“ verehren wird. Die Frage erhebt sich nun: Könnte sich ein Anbeter des einen lebendigen und wahren Gottes, des Schöpfers, der ausschließliche Ergebenheit fordert, an diesem Tierkult beteiligen? Bestimmt nicht! (2. Mose 20:1-6). Der Schöpfer sagt über sich selbst: „Ich bin Jehova, das ist mein Name; und meine Ehre gebe ich keinem anderen, noch meinen Ruhm den geschnitzten Bildern“ (Jes. 42:8, Elberfelder Bibel).

      5. Wessen Beispiel können wir in dieser Hinsicht ohne weiteres nachahmen? Warum?

      5 Nehmen wir in der nationalistisch gesinnten Welt von heute diese Worte ernst, obwohl sie vor über 2 700 Jahren geäußert wurden? Das beste Beispiel gab uns in dieser Hinsicht Jesus Christus. Als Satan, der Teufel, der sinnbildliche Drache, ihm die Herrschaft über die ganze Welt anbot, dafür aber von ihm verlangte, daß er ihm einen Akt der Anbetung erweise, erwiderte er: „Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen“ (Matth. 4:8-10).

      6. Wie betrachtet Gott den „Zedernbaum auf dem Libanon“, und zwischen welchen beiden Möglichkeiten müssen wir deshalb unverzüglich wählen?

      6 Durch seine Ablehnung des Angebots Satans gab Jesus zu erkennen, daß der sinnbildliche „Zedernbaum auf dem Libanon“ in seinen Augen nicht „schön“ war. Auch seine wahren Jünger haben das politische Gebilde des gegenwärtigen Systems der Dinge nie für verführerisch „schön“ und anbetungswürdig angesehen. Jehova Gott beschreibt die „Schönheit“ des sinnbildlichen „Zedernbaums auf dem Libanon“ vom weltlichen Standpunkt aus, aber in seinen Augen sieht das, was durch diesen „Zedernbaum auf dem Libanon“ (Pharao, den König von Ägypten, und seine Menge) versinnbildlicht wird, nicht „schön“ aus. Es ist etwas Böses, weshalb er sagt: „Gemäß seiner Bosheit will ich ihn austreiben“ (Hes. 31:11). Betrachten wir heute den sinnbildlichen „Zedernbaum“ so, wie Jehova Gott ihn betrachtet, und sind wir davon überzeugt, daß sich dieser göttliche Ausspruch nun bald endgültig erfüllt? Unser Standpunkt hierzu ist für uns ausschlaggebend bei der Entscheidung der Frage: Sollen wir wie die Nationen unter dem sinnbildlichen „Zedernbaum“ bleiben, oder sollen wir uns unverzüglich davon entfernen?

      DER FALL DES „BAUMES“ IST GEWISS

      7, 8. Was hat Jehova hinsichtlich des „Zedernbaums auf dem Libanon“ beschlossen, weshalb wir jetzt unbedingt handeln sollten?

      7 Es ist dringend notwendig, in dieser Sache richtig zu entscheiden. Der sinnbildliche „Zedernbaum“ (das heutige Gegenstück Pharaos und seiner Menge) wird bestimmt mit großem Krachen fallen. Nach Gottes Beschluß muß dieses weltbewegende Ereignis eintreten. Gemäß der Beschreibung der beneidenswerten „Schönheit“ des sinnbildlichen „Zedernbaums auf dem Libanon“ heißt es in der durch Hesekiel übermittelten Prophezeiung weiter:

      8 „Dies ist ..., was der [Souveräne] Herr Jehova gesprochen hat: ,Darum, daß du hoch wurdest an Wuchs, so daß er seinen Wipfel sogar zwischen die Wolken reckte und sein Herz sich erhob wegen seiner Höhe, werde ich ihn dann in die Hand des Gewaltherrschers der Nationen geben. Er wird bestimmt wider ihn handeln. Gemäß seiner Bosheit will ich ihn austreiben. Und Fremde, die Tyrannen der Nationen, werden ihn umhauen, und man wird ihn verlassen auf den Bergen; und in alle Täler wird gewißlich sein Laub fallen, und seine Zweige werden zerbrochen werden inmitten aller Flußbetten der Erde. Und aus seinem Schatten werden alle Völker der Erde [vom Berg] herabkommen und ihn verlassen. Auf seinem umgefallenen Stamm werden alle fliegenden Geschöpfe der Himmel weilen, und auf seinen Zweigen werden bestimmt schließlich alle wildlebenden Tiere des Feldes sein; damit keine der bewässerten Bäume hoch werden in ihrem Wuchs oder ihren Wipfel sogar zwischen die Wolken recken und damit keine, die Wasser trinken, wider sie aufstehen in ihrer Höhe, denn sie alle werden gewißlich dem Tode hingegeben werden, dem Lande tief unten, inmitten der Menschensöhne, denen, die in die Grube hinabfahren‘“ (Hes. 31:10-14).

      9. Wie kennzeichnete Jehova diejenigen, die den „Zedernbaum auf dem Libanon“ umhauen werden, und wie sollte dies die Nationen, die darunter Schutz gesucht haben, berühren?

      9 Der in die Wolken ragende „Zedernbaum“ hoch oben auf dem Libanon soll also von einigen Holzfällern umgehauen werden. „Unmöglich!“ mögen die „volkreichen Nationen“, die in seinem Schatten wohnen, sagen, aber Jehova Gott wird dafür sorgen, daß seine Worte ausgeführt werden. Er hat beschlossen, den „Gewaltherrscher der Nationen“ zu beauftragen, gegen diesen sinnbildlichen „Baum“ vorzugehen. Dieser „Gewaltherrscher“ soll aus fremden Nationen zusammengesetzt sein, aus Nationen, die nicht unter dem sinnbildlichen „Zedernbaum“ wohnen, aus ‘Fremden, den Tyrannen der Nationen’. Die unter dem „Zedernbaum“ wohnenden „volkreichen Nationen“ werden die internationalen Tyrannen nicht daran hindern können, dieses schattenspendende Gebilde umzuhauen. Schon allein die Tatsache, daß diese Holzfäller als der „Gewaltherrscher der Nationen“ und als „die Tyrannen der Nationen“ bezeichnet werden, sollte die Herzen derer, die unter dem hohen, langästigen „Zedernbaum“ wohnen, mit Schrecken erfüllen.

      10. Wer war der „Gewaltherrscher der Nationen“, den Jehova damals als Hinrichtungsbeil benutzte, und was war hinsichtlich des „Zedernbaums“ schließlich nicht mehr zu befürchten?

      10 Gott, der Allmächtige, der nicht lügt, erfüllte seine Prophezeiung an dem sinnbildlichen Zedernbaum der damaligen Zeit. Er ließ die neue Weltmacht, das Babylonische Reich, gegen den ‘Pharao, den König von Ägypten, und seine Menge’ ausziehen. Dieser „Gewaltherrscher der Nationen“ war kein Freund Pharaos und seiner Menge, sondern bestand aus „Fremden“. Diese Feinde gingen gegen den ägyptischen „Zedernbaum“ so vor wie „die Tyrannen der Nationen“. Sie waren darauf aus, tyrannisch über die Welt zu herrschen, und Jehova gebrauchte sie als Hinrichtungsbeil in seiner Hand. Als Pharao, der König von Ägypten, und seine Menge, seine Soldaten, auf die Bitte König Zedekias dem belagerten Jerusalem zu Hilfe kommen wollten, wurden sie von den tyrannischen Babyloniern zurückgeschlagen. Im Jahre 607 v. u. Z. konnten Pharao und seine Streitkräfte dann sehen, wie Jerusalem und dessen heiliger Tempel zerstört wurden. Etwa sechzehn Jahre später gab Jehova das Land Ägypten König Nebukadnezar als Entgelt für den Dienst, den dieser als göttlicher Urteilsvollstrecker geleistet hatte (Hes. 29:17-20). Damals wurden die starken Arme Pharaos zerbrochen, so daß keine Heilung mehr möglich war und nie mehr befürchtet werden mußte, daß sie die Weltherrschaft übernahmen (Hes. 30:20-26).

      11, 12. An welchen gefürchteten Nationenblock denken wir in diesem Zusammenhang? Warum ist er aber nicht der von Gott gebrauchte neuzeitliche „Gewaltherrscher der Nationen“?

      11 Doch all das liegt nun schon über zweieinhalb Jahrtausende zurück. Was uns heute interessiert, ist die Frage: Wer ist der neuzeitliche „Gewaltherrscher der Nationen“, und wer sind die ‘Fremden, die Tyrannen der Nationen’? Ist damit nicht der gefürchtete kommunistische Nationenblock gemeint?

      12 Darauf antworten wir rundweg: „Nein!“ Denn die kommunistischen Nationen wohnen genauso unter den ausladenden Ästen des sinnbildlichen „Zedernbaums auf dem Libanon“ wie die liberalen, demokratischen Nationen. Sie sind ein Teil dieser Welt und wirken in Übereinstimmung mit dem von Menschen geschaffenen politischen Gebilde dieses Systems der Dinge. Sie sind nationalistisch, beten den Staat an und haben es sich zum Ziel gesetzt, mit ihrer politischen Ideologie und ihren Methoden die ganze Erde zu beherrschen. Es ist daher nicht zu erwarten, daß sie den sinnbildlichen „Zedernbaum auf dem Libanon“, das neuzeitliche Gegenstück des ägyptischen Pharao und seiner Menge, umhauen. Sie werden sich niemals selbst außer Gefecht setzen. Aus Daniel 11:40 bis 12:1 geht hervor, daß für sie wie für alle anderen „eine Zeit der Bedrängnis eintreten [wird], wie eine solche nicht herbeigeführt worden ist, seitdem eine Nation entstanden ist, bis zu jener Zeit“.

      13. Warum wird Jehova auch nicht seine christlichen Zeugen gebrauchen, um das Werk zu verrichten, das dem Werk des „Gewaltherrschers“ oder der „Tyrannen“ der Nationen entspricht?

      13 Durch wen wird Jehova also den sinnbildlichen „Zedernbaum auf dem Libanon“, der immer noch die Erde beherrscht, umhauen und ein Werk verrichten lassen, das dem Werk gleicht, das der „Gewaltherrscher der Nationen“ oder die ‘Fremden, die Tyrannen der Nationen’, in den Tagen des Propheten Hesekiel verrichteten? Nicht durch seine christlichen Zeugen, von denen es heute nur etwa zwei Millionen gibt, die über 210 Länder und Inselgebiete rund um die Erde verstreut sind. Sie sind keine Despoten, keine Tyrannen, die die Menschen in Schrecken versetzen; sie sind eine hilflose, wehrlose religiöse Minderheit, die offen verfolgt wird. Jehova wird nicht ein unvermögendes irdisches Werkzeug gebrauchen, sondern ein mächtiges himmlisches.

      14, 15. Wen wird Jehova gemäß den Worten Jesu in Matthäus 24:29-31 also gebrauchen?

      14 Das Werkzeug, das Jehova gebrauchen wird, sind der verherrlichte Jesus Christus und seine himmlischen Heerscharen. Nüchtern denkende Politiker mögen über diesen Gedanken lachen. Doch der assyrische König Sanherib hätte damals über den Gedanken, daß der Engel Jehovas in einer einzigen Nacht 185 000 seiner besten Soldaten töten würde, vielleicht auch gelacht (2. Kö. 19:35, 36). Jesus Christus sagte in Verbindung mit seiner Prophezeiung über den „Abschluß des Systems der Dinge“:

      15 „Die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen im Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Stämme der Erde wehklagend schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen mit Macht und großer Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen. Und er wird seine Engel mit großem Trompetenschall aussenden“ (Matth. 24:29-31).

      16. Wem hat Gott den „Zedernbaum“ und alle, die darunter Schutz suchen, übergeben, und was müssen wir tun, damit wir nicht mit diesem „Baum“ zugrunde gehen?

      16 Jehova hat das ganze „System der Dinge“ samt allen weltlichen Nationen, die darunter Zuflucht gesucht haben, seinem Sohn Jesus Christus, dem „Herrn der Herren und König der Könige“, übergeben. Dieser wird zusammen mit seinen Engeln den schön aussehenden „Zedernbaum auf dem Libanon“ umhauen (Offb. 11:15; 17:14; 19:11-16). Zur Erinnerung an seinen Sieg in Har-Magedon, dem „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, wird der „umgefallene Stamm“ des sinnbildlichen „Zedernbaums auf dem Libanon“, nämlich die neuzeitlichen Gegenstücke ‘Pharaos, des Königs von Ägypten, und seiner Menge’, am Boden liegen (Offb. 16:13-16). Sie werden denen gleichen, die in den Tod gehen, in das „Land tief unten“, ja „in die Grube“ oder das Grab (Hes. 31:14). Wollen wir, die wir inmitten dieses „Systems der Dinge“ leben, mit ihnen dorthinab gehen? Wenn nicht, dann dürfen wir nicht unter diesem zum Untergang verurteilten „Baum“ Schutz und Zuflucht suchen, sondern müssen uns von ihm entfernen. Lassen wir nicht zu, daß sein Fall auch für uns Vernichtung bedeutet!

      TRAUER ÜBER DEN FALL DES „BAUMES“

      17, 18. Warum wird man, wie das aus Hesekiel 31:15-17 hervorgeht, im kurzem in der ganzen Welt trauern?

      17 In kurzem wird man in der ganzen Welt über etwas trauern, was weit bedeutsamer sein wird als der Fall einer schönen Libanonzeder, die von Touristen aus aller Welt bewundert wurde. Man wird über den Sturz des weltweiten Systems der Dinge und seiner Führer (des neuzeitlichen ‘Pharao, des Königs von Ägypten, und seiner Menge’) trauern. Wir sollten hierüber nicht im ungewissen sein, denn es heißt in der göttlichen Prophezeiung weiter:

      18 „Dies ist, was der [Souveräne] Herr Jehova gesprochen hat: ,An dem Tage, da er zum Scheol hinabfährt, werde ich gewißlich trauern lassen. Seinetwegen will ich die Wassertiefe [den Abgrund, LXX] bedecken, damit ich ihre Ströme zurückhalte und damit die vielen Wasser gehemmt werden; und seinetwegen werde ich den Libanon verfinstern, und seinetwegen werden die Bäume des Feldes alle in Ohnmacht fallen. Beim Geräusch seines Falles werde ich gewißlich Nationen erschüttern, wenn ich ihn zum Scheol hinabbringe mit denen, die in die Grube hinabfahren, und im Lande tief unten werden alle Bäume Edens, die auserlesensten und die besten des Libanon, alle [Bäume], die Wasser trinken, getröstet werden. Mit ihm sind auch sie selbst zum Scheol hinabgefahren, zu den mit dem Schwert Erschlagenen, und die als sein Same in seinem Schatten inmitten der Nationen gewohnt haben‘“ (Hes. 31:15-17).

      19. Was würden nach den Worten Jesu alle Stämme der Erde tun, wenn sie das „Zeichen“ seines Kommens sehen würden, und welche Tatsache wird sie dann erschüttern?

      19 Im Sinne dieser Worte Jehovas konnte der Herr Jesus Christus mit Recht sagen, daß beim Erscheinen des „Zeichens“ im Himmel, das sein Kommen als Jehovas Werkzeug zur Vollstreckung der göttlichen Rache an den Bösen anzeigen würde, sich alle Stämme der Erde wehklagend schlagen würden (Matth. 24:30). Anzeichen, die lauter sprechen werden als die weltweite Predigttätigkeit der christlichen Zeugen Jehovas, werden alle Stämme der Erde erkennen lassen, daß dieses System der Dinge zur baldigen Vernichtung verurteilt ist. Sie werden schließlich einsehen, daß sie es trotz ihrer Bemühungen, es aufrechtzuerhalten, nicht vor seinem Untergang bewahren können. Sie werden erschüttert sein, wenn sie feststellen, daß der Schöpfer des Himmels und der Erde seine Vernichtung veranlaßt. Sie werden darüber betrübt sein, daß das, was sie wegen seiner erhabenen „Schönheit“ so bewundert haben, von Vernichtung bedroht ist. Der Gedanke daran, es zu verlieren, schmerzt sie sehr.

      20. Inwiefern ist der sinnbildliche „Zedernbaum“ ein starker „Wassertrinker“ gewesen?

      20 Die Stämme, die Leute von den Nationen, sind für den sinnbildlichen „Zedernbaum auf dem Libanon“ wie Wasser gewesen, wie eine „Wassertiefe“ oder ein Abgrund, dessen Wasser zu den Wurzeln dieses weltweiten Systems der Dinge geleitet worden sind. Die Wurzeln dieses Systems der Dinge haben das, was die Menschen zu dessen Gedeihen beitragen konnten, gierig aufgesogen. In dieser Hinsicht ist der sinnbildliche „Zedernbaum auf dem Libanon“ ein starker „Wassertrinker“ gewesen. Er gleicht Babylon der Großen, dem Weltreich der falschen Religion, von der gesagt wird, sie sitze „auf vielen Wassern“. Damit sind keine buchstäblichen Wasser gemeint, sondern „die Wasser, die du [der christliche Apostel Johannes] sahst, wo die Hure sitzt, bedeuten Völker und Volksmengen und Nationen und Zungen“ (Offb. 17:1, 15). Heute ist die Weltbevölkerung, die Völker, auf über vier Milliarden angewachsen. Der sinnbildliche „Zedernbaum auf dem Libanon“ hat daher eine gewaltige „Wassertiefe“, aus der er zu seinem Unterhalt schöpfen kann.

      21. Wie wird Jehova die sinnbildlichen Ströme zurückhalten und die vielen Wasser hemmen, so daß sie dem sinnbildlichen „Zedernbaum“ nicht mehr zufließen?

      21 Wird es der Erdbevölkerung aufgrund ihrer zahlenmäßigen Größe gelingen, das zedernbaumähnliche „System der Dinge“ aufrechtzuerhalten? Wird die sogenannte „Diktatur des Proletariats“, die Herrschaft der Massen, es schaffen? Jehova, der Souverän des Himmels und der Erde, sagt: „Nein!“ Er sagt, er werde ‘die Ströme der Wassertiefe zurückhalten’ und die „vielen Wasser“ würden „gehemmt werden“ (Hes. 31:15). Wie wird das geschehen? Indem er den sinnbildlichen „Zedernbaum auf dem Libanon“ trotz des allgemeinen Protestes umhauen wird.

      22. Von welchem Nutzen wird dem umgefallenen Baumstamm die darunterliegende „Wassertiefe“ sein?

      22 Was nutzt einem gefällten Baum eine „Wassertiefe“ unterhalb seines „umgefallenen Stammes“? Ihre Ströme werden zurückgehalten, denn sie erreichen den am Boden liegenden Baumstamm nicht, da er von seinem Wurzelstock abgeschnitten ist. Die vielen Wasser werden gehemmt; sie werden daran gehindert, dem Baumriesen zuzufließen. Der Wille Jehovas, nicht der Wille des Volkes, wird siegen. Das römische Sprichwort vox populi vox Dei (Volkes Stimme [ist] Gottes Stimme) entspricht nicht den Tatsachen.

      23. Warum wird das Umhauen des „Zedernbaums“ durch Jehova auch bei allen unbedeutenderen Teilen des Systems der Dinge Bestürzung auslösen?

      23 Der Sturz des „gegenwärtigen bösen Systems der Dinge“, der durch das Werkzeug Jehovas herbeigeführt wird, wird in der ganzen Welt Bestürzung auslösen, da er sich auf alle Nationen, Völker, Stämme und Sprachen auswirken wird. Das ist auch verständlich, denn könnte irgendein unbedeutenderer Teil dieses weltumspannenden Systems erwarten, weiterbestehen zu können, wenn das ganze System durch den göttlichen Todesstreich fällt? (Gal. 1:4). Wenn der höchste und schönste Baum nicht länger stehenbleiben und über die Erde herrschen darf, wie könnten dann die übrigen Bäume damit rechnen, ohne den Schutz des zedernähnlichen Systems stehenzubleiben? Sie werden ohnmächtig werden, das Bewußtsein verlieren, einen Herzschlag erleiden. Was von ihnen erwartet werden kann, wird durch die Worte Jehovas treffend veranschaulicht: „Seinetwegen werden die Bäume des Feldes alle in Ohnmacht fallen“ (Hes. 31:15).

      24. Was wird die durch den Fall des „Zedernbaums auf dem Libanon“ hervorgerufene Erschütterung der Nationen für diese bedeuten?

      24 In dem Gedanken daran, daß der „Zedernbaum auf dem Libanon“ ‘Pharao, den König von Ägypten, und seine Menge’ darstellt, sagt Jehova weiter: „Beim Geräusch seines Falles werde ich gewißlich Nationen erschüttern, wenn ich ihn zum Scheol hinabbringe mit denen, die in die Grube hinabfahren“ (Hes. 31:16). Der Fall des sinnbildlichen „Zedernbaums auf dem Libanon“ verursacht ein solch großes Getöse, daß die Erde gleichsam erbebt und die Stoßwellen alle Nationen erreichen. Die Erschütterung der Nationen, die die Herrschaft des „gegenwärtigen bösen Systems der Dinge“ vorziehen, wird für sie ebenfalls den Sturz bedeuten, ihren Untergang und ihre Beseitigung. Dadurch wird allen Territorialansprüchen ein Ende gemacht. Es wird auch keine Staatsregierungen mehr geben (Hebr. 12:26, 27; Hagg. 2:6, 7). Auf diese Weise wird man den anmaßenden „Zedernbaum auf dem Libanon“ gezwungenermaßen verlassen (Hes. 31:12).

      25. Wann werden die Nationen den „Zedernbaum auf dem Libanon“ verlassen?

      25 Wann wird dies geschehen? Während eines Krieges; aber nicht während eines dritten Weltkrieges, den die rivalisierenden Blocks der militarisierten Nationen mit Kernwaffen gegeneinander führen, sondern während des auf dem Schlachtfeld von Har-Magedon geführten „Krieges des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“. Krieg wird durch das „Schwert“ versinnbildlicht. Der sinnbildliche „Zedernbaum auf dem Libanon“ wird zu einem Bettgenossen der Nationen und Weltmächte gemacht, die durch das Schwert gefallen sind. Das geht aus den Worten Jehovas hervor: „Und im Lande tief unten werden alle Bäume Edens, die auserlesensten und die besten des Libanon, alle [Bäume], die Wasser trinken, getröstet werden. Mit ihm [dem sinnbildlichen Zedernbaum] sind auch sie selbst zum Scheol hinabgefahren, zu den mit dem Schwert Erschlagenen, und die als sein Same in seinem Schatten inmitten der Nationen gewohnt haben“ (Hes. 31:16, 17; siehe New World Translation, 1971, Fußnote).

      26. In welchem Sinne können die Nationen, die im Schatten des „Zedernbaums auf dem Libanon“ gewohnt haben, als „sein Same“ bezeichnet werden?

      26 „Sein Same“, der inmitten der Nationen unter dem Schatten des „Zedernbaums auf dem Libanon“ gewohnt hat, dürfte die politischen, militärischen und nationalen Organisationen darstellen, die als Nachwuchs oder Nachkommenschaft aus dem „gegenwärtigen bösen System der Dinge“ hervorgegangen sind. Natürlich sind sie unter der Schirmherrschaft des weltlichen Systems der Dinge groß oder stark geworden. Viele dieser nationalen Organisationen sind bereits zugrunde gegangen, sind zu den Toten in das Land tief unten, in das Totenreich, hinabgefahren, sind erloschen.

      27. Inwiefern werden die nationalen Organisationen, die sich bereits im Lande tief unten befinden, getröstet werden, wenn der „Zedernbaum auf dem Libanon“ fällt?

      27 Sie existieren also nicht mehr als sinnbildliche Bäume, obwohl das allumfassende System der Dinge immer noch besteht, dessen Vernichtung jedoch ständig näher rückt. Wenn es schließlich umgehauen wird und für immer fällt, wird das für alle anderen sinnbildlichen Bäume im Lande tief unten, in der allgemeinen „Grube“, im Scheol oder Totenreich, ein großer Trost sein. Wir alle kennen das Sprichwort: „Geteiltes Leid ist halbes Leid.“ Diese sinnbildlichen „Bäume“, die durch die Gewalt des „Schwertes“ bereits gefallen sind, werden sehr froh sein, wenn ihnen der majestätische „Zedernbaum auf dem Libanon“ im Tode Gesellschaft leisten wird. Sie werden getröstet werden, wenn sie sehen, daß dieses weltbeherrschende System der Dinge vor Jehovas Hinrichtung„schwert“ genauso schwach ist, wie sie es waren. (Vergleiche Jesaja 14:9-12.)

      28. Welchen künftigen „Garten Gottes“ wird der „Zedernbaum auf dem Libanon“ also nicht überschatten?

      28 Es wird sich somit zeigen, daß das System der Dinge nicht stärker ist als seine Unterstützer, die unter seinem schützenden Schatten Zuflucht gesucht hatten. Jehova will nicht, daß dieser sinnbildliche „Zedernbaum auf dem Libanon“ den wirklichen, buchstäblichen „Garten Gottes“ überschattet, der nach seinem Krieg von Har-Magedon und der Fesselung und Gefangensetzung Satans, des Teufels, des „Gottes dieses Systems der Dinge“, wiederhergestellt wird (2. Kor. 4:4).

      SEINE „SCHÖNHEIT“ IN DEN AUGEN DER MENSCHEN WIRD IHN NICHT RETTEN

      29, 30. Wo wird sich dieses „böse System der Dinge“ nach den Worten Jehovas schließlich befinden, obwohl es dem schönsten Zedernbaum auf dem Libanon gleicht?

      29 Menschen neigen dazu, Geschöpfe zu verehren. Sie haben sich auch dazu verleiten lassen, den schönen sinnbildlichen „Zedernbaum auf dem Libanon“ zu verehren. Dieses weltliche System der Dinge hält sich für schöner und begehrenswerter als das Königreich Gottes unter dem Messias, Jesus, dem Sohn Gottes. Ja, in den Augen der Menschen gleicht dieses „gegenwärtige böse System der Dinge“ an Schönheit dem hochgewachsenen „Zedernbaum auf dem Libanon“. Macht das aber dem, der die buchstäblichen Libanonzedern gepflanzt hat, etwas aus? Er sagt zu diesem erdumspannenden System der Dinge:

      30 „‚Wem bist du so gleich geworden an Herrlichkeit und Größe unter den Bäumen Edens? [Was wird trotzdem geschehen?] Doch wirst du gewißlich hinabgebracht werden mit den Bäumen Edens zum Land tief unten. Inmitten der Unbeschnittenen wirst du daliegen bei den vom Schwert Erschlagenen. Das ist Pharao und seine ganze Menge‘ ist der Ausspruch des [Souveränen] Herrn Jehova“ (Hes. 31:18).

      31. Zählte die Selbstgerechtigkeit ‘Pharaos und seiner ganzen Menge’ bei Gott, und wessen Schicksal sollten sie daher teilen?

      31 Bei ‘Pharao und seiner ganzen Menge’ mag damals die Beschneidung üblich gewesen sein, und sie mögen sich deshalb ebenso rein und gerecht vorgekommen sein wie die Israeliten, die Nachkommen Abrahams, des Hebräers. „Pharao und seine ganze Menge“ hätten wahrscheinlich nie daran gedacht, daß sie jemals das Schicksal der unbeschnittenen Nationen und Weltmächte der Erde teilen und mit ihnen begraben würden. Doch ihre Selbstgerechtigkeit zählte bei Jehova Gott nicht. Deshalb sollte die hamitische Herrschaft des alten Ägypten, des Landes am Nil, zur gegebenen Zeit ein Ende nehmen. Weder die Beschneidung noch die weltliche Schönheit ihrer von Menschen geschaffenen Organisation würde also „Pharao und seine ganze Menge“ vor dem Schicksal der unbedeutenderen Organisationen bewahren.

      32. Inwiefern wird es dem gegenwärtigen „schönen“ System der Dinge ähnlich ergehen wie ‘Pharao und seiner ganzen Menge’, und warum?

      32 Jehova, der Souveräne Herr, hatte beschlossen, daß „Pharao und seine ganze Menge“ durch sein Werkzeug hingerichtet werden und dahin kommen sollten, wo sich alle übrigen unreinen verstorbenen Menschen befinden. Ihre politische Organisation war schlecht, und Jehova sagte, er werde sie ‘gemäß ihrer Bosheit austreiben’ (Hes. 31:11). So wird es auch dem neuzeitlichen ‘Pharao und seiner ganzen Menge’ ergehen. Das System der Dinge, das von Pharao und seiner Menge dargestellt wurde, ist von Jehova Gott mißbilligt worden. Er sieht seine Bosheit, obwohl es in den Augen der Menschheit, die es bewundert, sehr „schön“ sein mag. Es verdient, ebenso behandelt zu werden wie der außergewöhnlich schöne „Zedernbaum auf dem Libanon“, nämlich von dem „Schwert“ des „Krieges des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, in Har-Magedon umgehauen zu werden (Offb. 16:13-16). Bei seinem Fall werden alle Nationen der Erde erschüttert werden, da sie erkennen werden, daß sie nun ebensowenig weiterexistieren können wie das ganze weltweite „System der Dinge“. Da es Gottes messianischem Königreich hartnäckig im Wege steht, wird es umgehauen.

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      33. In welchem Sinne „liegt die Axt [jetzt] an der Wurzel“ des schönen „Zedernbaums auf dem Libanon“?

      33 Johannes der Täufer sagte von dem damaligen jüdischen System der Dinge: „Schon liegt die Axt an der Wurzel der Bäume; jeder Baum nun, der keine vortreffliche Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen werden.“ Genauso ergeht es dem symbolischen „Zedernbaum auf dem Libanon“ (Matth. 3:10). Die Zeit, die Jehova dafür vorgesehen hat, daß „Fremde, die Tyrannen der Nationen“, die Axt an das „gegenwärtige böse System“ legen, steht kurz bevor. Sein Sturz rückt immer näher. Obwohl es in den Augen der Menschenwelt „schön“ aussieht, ist es keine Pflanzung Jehovas und kein Teil der Organisation Jehovas. Es ist der sichtbare Teil der Organisation Satans, des Teufels. „Gemäß seiner Bosheit will ich ... [es] austreiben“, sagt Jehova (Hes. 31:11, 12).

      34. Wessen „Same“ sind die Funktionäre des „gegenwärtigen bösen Systems der Dinge“?

      34 Die neuzeitlichen Gegenstücke ‘Pharaos, des Königs von Ägypten, und seiner Menge’ sind in diesem bösen System der Dinge nun schon über viertausend Jahre, nämlich seit der Gründung Babylons in den Tagen Nimrods, in Funktion. Diese herrschenden Elemente der Welt sind nicht von Jehova, dem Souveränen Herrn, in ihr Amt eingesetzt worden. Sie sind nicht der „Same“ oder die Nachkommenschaft des himmlischen Vaters; sie sind nicht der „Same“ des „Weibes“ Gottes, über das er im ursprünglichen „Garten Eden“ eine hoffnungeinflößende Verheißung gab. Sie sind vielmehr der „Same“ der großen Schlange, das heißt der Same Satans, des Teufels (1. Mose 3:15). Diese Worte mögen hart klingen, aber sie sind vollständig in Übereinstimmung mit dem, was Jesus damals zu seinen Gegnern sagte: „Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist“ (Joh. 8:44). Dieser neuzeitliche „Same“ des großen Widersachers Gottes dient Gott ebensowenig wie damals Pharao und seine Menge. Als geistiges „Ägypten“ gleicht er ihnen (Offb. 11:8).

      35. Was sollten wir im Hinblick auf diese geoffenbarten Tatsachen in dieser gefährlichen Zeit tun, und wie können wir es tun?

      35 Wozu sind wir im Hinblick auf diese geoffenbarten Tatsachen und angesichts der bevorstehenden Erfüllung der Prophezeiung Hesekiels über den „Zedernbaum auf dem Libanon“ verpflichtet? Was sollten wir in dieser gefährlichen Zeit in unserem eigenen Interesse tun? Wir sollten uns von dem sinnbildlichen „Baum“ entfernen. Niemand von uns möchte wegen seines Sturzes einen bleibenden Schaden davontragen. Wir müssen deshalb das „gegenwärtige böse System der Dinge“, den gegenbildlichen ‘Pharao, den König von Ägypten, und seine Menge’, verlassen und uns der Organisation Jehovas anschließen. Solange wir ein Teil dieser sündigen Welt sind, sind wir, was Jehovas Organisation betrifft, tot. Paulus sagt: „Ihr [wart] tot ... in euren Verfehlungen und Sünden, in denen ihr einst wandeltet gemäß dem System der Dinge dieser Welt, gemäß dem Herrscher [Satan, dem Teufel] der Gewalt der Luft“ (Eph. 2:1, 2). Wir dürfen nicht mehr „gemäß dem System der Dinge dieser Welt“ wandeln. Wir sollten uns aus dem schützenden Schatten dessen, was durch „Pharao und seine ganze Menge“ vorgeschattet wurde, entfernen.

      36. Wie sollten wir, nachdem wir Satans sichtbare Organisation einmal verlassen haben, beweisen, daß wir die Worte aus Jesaja 31:1 beachten?

      36 Haben wir uns einmal von der sichtbaren Organisation des großen Widersachers Gottes entfernt, so sollten wir nie mehr bei ihr Hilfe und Schutz suchen. Die Vernunft und die göttliche Weisheit gebieten uns, die inspirierten Worte zu beachten: „Wehe denen, die nach Ägypten hinabziehen um Beistand, denen, die sich bloß auf Rosse verlassen und die ihr Vertrauen auf Kriegswagen setzen, weil sie zahlreich sind, und auf Reitpferde, weil sie sehr mächtig sind, die aber nicht auf den Heiligen Israels geschaut und Jehova selbst nicht gesucht haben“ (Jes. 31:1).

      37, 38. Wieso sind uns die Juden, die nach der Zerstörung Jerusalems dort zurückgelassen wurden, in dieser Hinsicht ein warnendes Beispiel?

      37 Wir haben ein warnendes Beispiel, das zeigt, wie töricht es wäre, bei Ägypten, das doch zum Untergang verurteilt ist, Hilfe zu suchen. Hesekiel äußerte seine Prophezeiung im elften Jahr seiner Gefangenschaft, im dritten Monat, am ersten Tag (Hes. 31:1). Am neunten Tag des vierten Monats (9. Tammuz 607 v. u. Z.) nahm der babylonische „Gewaltherrscher der Nationen“ Jerusalem ein. Im darauffolgenden Monat zerstörten die Babylonier die Stadt und deportierten die meisten Überlebenden nach Babylon. Im siebenten Monat (Tischri 607 v. u. Z.) wurde der Statthalter, der über die zurückgelassenen Juden eingesetzt worden war, ermordet.

      38 Aus Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen der Babylonier beschlossen die zurückgebliebenen Juden, das Land Juda zu verlassen und nach Ägypten zu fliehen, um unter dem sinnbildlichen „Zedernbaum auf dem Libanon“ Zuflucht zu suchen. Der Prophet Jeremia riet ihnen davon ab. Er warnte sie, indem er sagte, der König von Babylon würde Ägypten erobern und so würden sie ohnehin unter dessen Herrschaft kommen. Die zurückgebliebenen Juden beachteten Jeremias Warnung aber nicht, sondern flohen nach Ägypten hinab und nahmen Jehovas Propheten mit sich. Ägypten enttäuschte sie jedoch, denn einige Jahre später wurde es vom König von Babylon seinem Reich einverleibt. Wie in der Vergangenheit, so erfüllte Ägypten auch diesmal die Erwartungen der treulosen Juden nicht; Gottes Wort aber erfüllte sich (2. Kö. 25:1-26; Hes. 29:17-20; Jer. 40:7 bis 43:13).

      39. Was ist also die Hoffnung der Menschheit, und weshalb?

      39 Für das weltliche System der Dinge sind bereits die letzten Tage angebrochen. Wie das alte Ägypten diejenigen enttäuschte, die unter den langen Zweigen dieses sinnbildlichen „Zedernbaums auf dem Libanon“ Schutz suchten, so wird auch das gegenwärtige System der Dinge alle enttäuschen, die darauf vertrauen und sich von seinen Armeen und seiner Wirtschaft Hilfe versprechen. Seine Herrschaft über die Angelegenheiten der Erde muß gleichsam umgehauen werden. Jehovas herannahendes Königreich wird dies durch Gottes königlichen Sohn Jesus Christus tun. Dieses Königreich ist die Hoffnung der Menschheit, denn es wird ein neues und gerechtes, ein wirklich „schönes“ System der Dinge herbeiführen. Es wird den „Garten Gottes“, das buchstäbliche Edenparadies, wiederherstellen und die ganze Erde mit dessen Herrlichkeit und Schönheit erfüllen.

      40. Warum dürfen wir nicht mit dieser Welt verbunden bleiben, und was bedeutet es für uns, uns so zu verhalten wie Jesus und seine Apostel?

      40 Angesichts der hoffnungslosen Weltlage dürfen wir nicht länger mit der zum Untergang verurteilten Welt der Gottlosen und ihrem System der Dinge verbunden bleiben. Wenn wir die ewigwährenden Segnungen genießen möchten, die der König Jesus Christus seinen Untertanen zukommen läßt, müssen wir uns so verhalten, wie er und seine Apostel sich verhielten. Er sagte: „Sie [sind] kein Teil der Welt ..., so, wie ich kein Teil der Welt bin“ (Joh. 17:14, 16). Wenn wir also kein Teil dieser „Welt gottloser Menschen“ sind, werden wir nicht mit ihr vernichtet werden (2. Petr. 2:5; 3:6). Wir werden am Leben bleiben und für immer unter dem gerechten neuen System der Dinge wohnen, in dem nicht Pharao und seine Menge, sondern Jesus Christus und seine verherrlichten Miterben zum Segen der Menschheit als Könige und Priester Gottes dienen werden (Offb. 20:4, 6).

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