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  • Tätigkeit und Leben gegen Untätigkeit und Tod
    Der Wachtturm 1956 | 15. Juni
    • laufen“ sollten. (Heb. 12:1, NW) Lasse dich durch Prüfungen, Gefahren und Hindernisse für künftige Wettkämpfe schulen. Je nachdem, wie du dich für den Wettkampf trainierst oder schulst, wirst du gewinnen oder verlieren. Daher bedeutet das Training zu Friedenszeiten, bevor die Verfolgung einsetzt, für dich größere Tätigkeit, Regelmäßigkeit im Dienste, Anwesenheit bei allen Versammlungen und gründliches persönliches Studium. Es ist verhängnisvoll, dies als eine Zeit anzusehen, in der man die Hände erschlaffen lassen dürfte. — Zeph. 3:16.

      20 Erinnere dich eines vor kurzem veranstalteten modernen Rennens. Ein wohlbekannter britischer Rennläufer lief das Meilenrennen (1,6 km) in weniger als vier Minuten. Ein Weltrekord! Denkst du, er hätte es tun können, wenn er nicht regelmäßig trainiert hätte, wobei er sich nicht schonte, sondern beim Üben für den Wettkampf alles einsetzte? Natürlich nicht! Bist du dir bewußt, daß viele jenes Rennen nicht gewannen? Es fehlte ihnen an Ausdauer. Ein Mann brach auf der Rennstrecke zusammen. Wenn wir im Schlußkampf gewinnen möchten, müssen wir jetzt gründlich trainieren.

      21. Wo und wie können wir uns für ernstere künftige Wettkämpfe schulen?

      21 Einige halten sich vom heutigen Training zurück, das darin besteht, emsig und regelmäßig von Tür zu Tür Zeugnis zu geben und regelmäßig zum Gruppenstudium zusammenzukommen, weil der Welt ein solches Training nicht gefällt. Sie träumen davon, ihre Lauterkeit beweisen zu wollen, wenn erst einmal die künftige Prüfung in Gefängnissen oder Konzentrationslagern komme. Sie werden geschlagen, besiegt werden, weil sie sich für den anstrengenden Wettkampf nicht trainierten. Sich jetzt durch Studium und Predigtdienst regelmäßig zu schulen und seine Fähigkeiten im Predigtdienst heranzubilden, ist ein Hauptteil des Kampfes selbst. Der Zeugnisdienst für Jehova geschieht heute hauptsächlich außerhalb der Gefängnisse. Die Zeit mag kommen, da das Zeugniswerk überall unterirdisch oder in Gefängnissen getan werden muß. Doch mag dies ein unmittelbares Vorspiel für das Ende in Harmagedon sein. (Jes. 43:10, 12; Off. 2:10, NW) Warum also warten, bis dich Diktatoren, Konzentrationslager oder Gefängnismauern des Teufels umgeben? Kannst du warten, bis das Zeugniswerk, das Gottes Volk durchführt, vorbei ist, um es dann zu tun? Nein, tausendmal nein! Gelange jetzt, das heißt vor dem „befremdenden Akt“ Jehovas in Harmagedon, in den Wettkampf! — Jes. 28:21.

      22. Welche weitere feste Regel des Trainings gibt es, wie uns welche Worte Jeremias, Jesu und anderer anzeigen?

      22 Eine feste Regel der Schulung ist jene, daß das Wort Jehovas gepredigt werden muß. Sämtliche Propheten der alten Zeit verschoben ihr Predigtwerk nicht auf morgen. Jeremia sagte, das Wort Gottes sei wie ein brennendes Feuer in seinen Gebeinen, und er könne es nicht bei sich behalten, es müsse hinaus — es müsse gepredigt werden! (Jer. 20:9) Jesus, der diesen Wettlauf für uns begann, würde von Jehova zum Predigen gesalbt. (Luk. 4:18) Wir müssen seinen Fußstapfen nachfolgen und predigen. Unsere Hauptaufgabe gleich der seinigen, sollte der Predigtdienst sein. (1. Pet. 2:21) Paulus sagte: „Ich gehe zugrunde, wenn ich nicht predige.“ (1. Kor. 9:16, AÜ) Wer jetzt nicht predigt, dem wird der Verlust des Lebens, den die Bösen erleiden, zur Last gelegt werden. Predige jetzt, und du wirst nicht für ihren Tod verantwortlich sein! (Hes. 33:8, 9) Einmal begonnen, dürfen wir in Trainingszeiten nicht abwesend sein. Und die Zeit der Schulung drängt h e u t e, Brüder, nicht morgen! Untätigkeit bedeutet für uns soviel wie Tod. Wer mit Trainieren aufhört und die Rennbahn verläßt, ist in Gottes Augen tot. Seid nicht tot in der Sünde der Untätigkeit, Brüder, seid heute tätig, um morgen zu leben!

      WORAUF DIE AUGEN GERICHTET SEIN SOLLTEN

      23, 24. (a) Worauf müssen wir unseren Blick gerichtet halten, und weshalb? (b) Was ist unser Ziel, und warum werden es einige nicht erreichen?

      23 Eine weitere Regel war, die Augen auf den Preis, den Efeukranz, gerichtet zu halten. Heute verlieren gewisse Christen den ihnen dargebotenen Preis aus den Augen. Es ist nicht verkehrt, die Augen auf die Krone des Lebens gerichtet zu halten. Der Grund dafür ist, daß er von Gott gegeben wird. Jehova weckt den Wunsch nach Lohn in unseren Herzen. Mache dir diesen Lohn zu eigen. Er ist es wert, daß man darum läuft. Es nützt nichts, zu sagen: ‚Ich bin so froh, in der Wahrheit zu sein, und ich werde Jehova dienen, ob ich Lohn erhalte oder nicht.‘ Sei vorsichtig! Weise Gottes Güte nicht zurück. Er hat uns aus einem bestimmten Grunde die Verheißung vor Augen gehalten, und wenn du sie siehst, wirst du die Hand danach ausstrecken und bis zum Ende laufen, um sie zu erlangen. Vergewissere dich, daß du zu allen Zeiten den Lohn siehst. Als Beispiel hierfür nimm an, ein irdischer Vater wünsche, daß sein Sohn das Schulexamen bestehe. Er verspricht ihm ein Fahrrad, wenn ihm dies gelinge. Dieser Junge wird sich anstrengen. Jede Stunde, die er zum Erlangen von Kenntnissen erübrigen kann, wird er dafür benutzen, um das Examen zu bestehen. Er sieht den Preis, während er studiert. Er träumt davon. Und er hat Gelingen, weil er das Fahrrad haben möchte. Jehova hält uns, seinen Kindern, einen weit größeren Preis vor Augen: das ewige Leben. Es ist richtig, daß wir als Ansporn zum Laufen an den Preis denken, weil unser Wettlauf sehr schwierig ist. Während wir nach dem Preise trachten, erfüllt uns Liebe zum Geber des Preises, und wir wünschen ihm zu gefallen.

      24 Warum versagen so viele? Weil sie diesem Ziel, dem ewigen Leben, keine Aufmerksamkeit schenken. Paulus schrieb: „Brüder, ich halte mich selbst noch nicht für so weit, es ergriffen zu haben; e i n e s aber ist zu sagen: … mich nach dem ausstreckend, was vor mir liegt, jage ich dem Ziele entgegen, dem Preis der Berufung droben, die Gott in Christus Jesus gewährt.“ (Phil. 3:13, 14, NW) Die „Berufung droben“ gilt den Gliedern der Klasse der Gesalbten. Aber auch der Ruf, zu den „anderen Schafen“ zu gehören, kommt ‚von oben‘. Das ewige Leben auf Erden ist für die „anderen Schafe“ ebenso begehrenswert wie das Leben im Himmel, „die Krone des Lebens“, für die von Jehova berufenen Gesalbten. (Off. 2:10, NW) Worin besteht der Unterschied? Der eine ist ein vorzüglicherer Preis; aber beide bedeuten ewiges Leben; und Leben ist das, was wir wünschen. Einige lassen es geschehen, daß ihre Vision über Jehovas Vorhaben, sein Königreich und sein theokratisches Werk trübe wird. Sie betreiben kein privates Studium und besuchen nicht die Studienversammlungen. Sie haben keine Vision. Solche werden das Ziel nicht mit Erfolg erreichen. Wo keine Vision, kein Gesicht ist, kommt das Volk um. (Spr. 29:18) Hast du beim Rennen den Preis aus den Augen verloren? Behalte den Preis im Auge, so wirst du auf der Rennstrecke bleiben und nicht vom Teufel auf ein Nebengeleise gezogen werden und dadurch dein Leben verlieren.

      25. Warum dürfen wir nicht zurückschauen?

      25 Eine weitere Regel ist, daß der Laufende nicht zurückblicken soll, während er läuft. Einige kommen in die Rennbahn und laufen eine Weile gut. Doch später haben sie das Gefühl, sie hätten etwas Wertvolles zurückgelassen. Sie wenden den Kopf und schauen zurück, um zu sehen, ob sie vielleicht ihr früheres Leben wieder aufnehmen sollten. Das Geschäft, Vergnügungen, Freunde in der alten Welt oder andere Dinge belagern ihre Erinnerungen und veranlassen sie, die Rennbahn zu verlassen, in der sie ihre Lauterkeit bewahren sollten. Wegen dieser Art einer Abweichung schied Jehova Lots Weib aus dem Rennen aus. Blickst du auf die Dinge zurück, die hinter dir liegen? Wenn du das tust, wirst du zu Fall kommen und so aus dem Rennen ausscheiden. Laß dich nicht durch Dinge, die hinter dir liegen, daran hindern, voranzukommen! — Phil. 3:13.

      26, 27. Wer ist unser wirklicher Feind, und warum ist die heutige Zeit besonders gefährlich?

      26 Jene, die in alter Zeit den Ringkampf oder das Boxen aufnahmen, mußten ihren Blick allezeit auf den Gegner richten. Im heutigen theokratischen Kampf geraten viele, die das zu tun verfehlen, in eine Schlinge. In einigen Abteilungen des Teams Jehovas blicken viele nach einem Gegner aus, der in Gestalt von Diktatoren, der Sicherheitspolizei oder von Pöbelrotten komme. Sie sehen nicht, daß der eigentliche Widersacher in ihrem eigenen Wettkampf für Menschenaugen unsichtbar ist. Bist du untätig geworden? Wenn ja, so hast du zu erkennen verfehlt, daß wir nicht gegen einen Feind aus Blut und Fleisch kämpfen. Mit den Augen des Apostels Paulus sehen wir unseren Feind. Er sagte, daß „wir uns im Kampf befinden, nicht gegen Blut und Fleisch, sondern gegen … die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern“. — Eph. 6:12, NW.

      27 Blickst du nach einem Gegner aus Blut und Fleisch aus statt nach einem unsichtbaren Feind? Damit würdest du zeigen, daß du dein geistiges Augenlicht verloren hast. Du bist vom unsichtbaren Feind aus dem Hinterhalt überfallen worden. Wachsame Brüder erkennen jetzt, daß diese Tage gefährlicher sind als die Tage, da die Nazis Deutschland beherrschten, in den Vereinigten Staaten Pöbelrotten Gewalt ausübten und überall Verfolgung herrschte. Jetzt wie nie zuvor bekämpft der Teufel samt den Dämonen Jehovas Werk in den demokratischen Ländern wie auch in Diktaturstaaten. Gleichwie Paulus warnt uns auch Petrus: „Bleibt eurer Sinne mächtig; seid wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemanden, den er verschlingen kann.“ (1. Pet. 5:8, NW) Ein brüllender Löwe veranlaßt das Wild, dem er nachstellt, die Aufmerksamkeit der falschen Seite zuzuwenden, indem er beim Brüllen den Kopf auf den Boden hält, damit das Opfer seinen Standort nicht ermitteln kann. Hast du dich nicht betrügen lassen? Erkennst du noch deutlich den unsichtbaren tierischen Widersacher, der dir auf den Fersen ist? Wenn du ihn siehst, wirst du deine ganze Kraft zum Rennen für den Schlußkampf aufbieten, ja mehr Kraft, als du anwenden würdest, wenn du nur die Geheimpolizei erblicktest, die dir auf den Fersen wäre, oder wenn du sähst, wie der Pöbel deine Schwelle belagert! — Off. 12:12.

  • Gewinnt den Preis des Lebens durch heutige aktive Schulung!
    Der Wachtturm 1956 | 15. Juni
    • Gewinnt den Preis des Lebens durch heutige aktive Schulung!

      1. Wie sehen Jehova und Jesus Christus halbherzige Personen an, und warum?

      HALBHERZIGE Personen werden von Jehova und von Christus Jesus gehaßt. (Ps. 119:113, ZB; Hos. 7:8) Oh, sicher wünschen sie, den Preis des Lebens zu erhalten, und sie lieben es, bei Jehovas Zeugen zu sein, doch sind sie lau, was ihre Anstrengungen betrifft. Sie möchten allerdings etwas Anregendes erleben. Sie möchten wohl mitfeiern, aber sie tun nichts, was Grund zum Feiern gäbe. Weil sie weder warm noch kalt sind, wird Christus Jesus sie aus seinem Munde ausspeien. (Off. 3:14-16) Sie werden das Rennen verlieren.

      2-4. Was müssen wir tun und haben, und was ist erforderlich, den Sieg zu gewinnen?

      2 Jene, die einst in Korinth den Wettlauf bei den Spielen mitmachten, wußten, daß sie selbst ihre letzte Kraft für den Wettkampf hergeben mußten. Ein gewisser griechischer Wettläufer beteiligte sich in alter Zeit am 24-Stadien-Lauf, hielt bis zum Ende durch und erreichte als erster das Ziel. Als ihm der Kranz aufs Haupt gesetzt wurde, fiel er tot um. Er hatte das Ziel erreicht. Er hatte gesiegt! Wie aber steht es mit uns? Setzen wir das Rennen an die erste Stelle, um bis zum Ende durchzuhalten? Jesus gab uns den Rat, zuerst nach dem Königreich und nach Jehovas Gerechtigkeit zu trachten. (Matth. 6:33) Nur wenn wir dies tun, können wir gewinnen. Laß dich nicht durch irgend etwas — Familie, Geschäft, Vergnügen, Wünsche oder sonst irgend etwas — am Kampfe hindern. Es würde deinen Sieg gefährden.

      3 Sei entschlossen, bis zum endgültigen Sieg unerschütterlich im Wettkampf auszuharren! Was nützt es einem Läufer schon, einen kräftigen Körper zu haben, wenn sein Wille schwach ist? Er wird unweise laufen oder wird gleich einem schlechten Boxer beim Trainieren die Luft schlagen statt des Sandsackes. (1. Kor. 9:26) Er wird bestimmt verlieren, weil er keine Ausdauer hat. Um auszuharren, bedarf er der geistigen Entschlossenheit. Dein Herz muß im Rennen sein; es muß stark und beständig fest sein und muß auf Jehova vertrauen. (Ps. 112:7) Du mußt ungeteilten Herzens darauf eingestellt sein, den Wettkampf zu vollenden. Ja, sei entschlossen, alle Hindernisse zu überwinden! Bist du es, so hast du das Rennen schon zur Hälfte gewonnen. Als Wettläufer mußt du das Tempo kennen, das zum Rennen nötig ist. Ist es ein Kurz- oder Langstreckenlauf? Erfordert es ein gleichmäßiges Tempo oder höchste Schnelligkeit? Ein Meister im Boxen oder Ringen muß klaren Sinnes sein. Er darf nicht wie ein unvernünftiger Bulle ohne Überlegung handeln. Ebenso verhält es sich mit uns. Es geht nicht darum, nur gut auf den Beinen, aber im Geiste schwach zu sein. Es genügt nicht, einfach von Tür zu Tür zu gehen, sondern unser Sinn muß stark sein, und wir müssen in unseren Predigten durch Bibeltexte den Nagel auf den Kopf treffen. Laufe weise! Gebrauche die biblische Erkenntnis und deinen Verstand, um den Wettlauf zu gewinnen oder den Sieg zu erlangen. Auferbaue dich selbst und wappne dich mit einer Erkenntnis des Wortes Gottes. „Ihr habt vom Ausharren Hiobs gehört und habt gesehen, welchen Ausgang Jehova schuf.“ — Jak. 5:11, NW.

      4 Jesus sagte, daß ‚der errettet werde, der ausharrt bis ans Ende‘. (Matth. 10:22, NW) Wirst du weiterhin ausharren? Wenn nicht, wirst du das Rennen verlieren. Nimm die Worte des Apostels Paulus an: „Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Herrschaften, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe noch irgendeine andere Schöpfung uns zu scheiden vermag von Gottes Liebe, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ — Röm. 8:38, 39, NW.

      5. (a) Warum wird ein bloß gelegentlich und ruckweise erfolgendes Training uns nicht zu Gewinnern machen? (b) Was half Hiskia gewinnen?

      5 Nur gelegentliches Training bedeutet das Verlieren eines Wettlaufs. Betätige dich nicht ruckweise im Verkündigungswerk. Wenn du dies tust, wirst du ins Ungewisse laufen. Paulus tat dies nicht. Sei regelmäßig in deiner Schulung, um tauglich zu werden. Du kannst nicht nur dann und wann laufen. Nur ein plötzlicher Kraftausbruch, der wieder abebbt, wird dir nicht gewinnen helfen. Denkst du vielleicht, du könntest ein Zurückbleiben nachholen, indem du dir einen Ruck gibst und eine Weile tätig wirst, um dich dann wieder fortzustehlen, so daß man dich wochenlang nicht mehr sieht? Das darfst du nicht. „Nicht den Schnellen gehört der Lauf, und nicht den Helden [Starken, SB] der Krieg.“ (Pred. 9:11) Sanherib, der Assyrer, besaß Kraft und eine überlegene Armee, aber der umzingelte König Hiskia, der seinen Glauben in Jehova setzte, gewann den Sieg. Kennst du die alte englische Fabel vom Hasen und der Schildkröte? Allerdings schoß der Hase urplötzlich davon und war außer Sicht, und doch gewann die Schildkröte durch beharrliches Laufen das Rennen. Aber warte! Du weißt, Jehovas zuverlässiges Wort ist besser als irgendeine von Menschen erfundene Fabel. Warum gewann denn Hiskia den Sieg? War er schnell? War er stark? Er gewann den Sieg, weil er sich im Gebet Jehova unterwarf. Darauf nahm Hiskia Jehovas Antwort an. Durch seinen Propheten Jesaja sagte Jehova zu Hiskia: „Ich will diese Stadt beschirmen, um sie zu retten, um meinet- und um Davids, meines Knechtes, willen.“ (Jes. 37:35) In jener Nacht schlug Jehovas Engel den Feind, nämlich 185 000 Assyrer. (2. Könige 19) Auch in unserem Kampf handelt es sich nicht nur um einen einzigen Schlag, um den Feind zu erledigen. Wir müssen weiterhin viele wirksame Schläge austeilen. Somit genügt im Zeugniswerk nicht nur eine Reihe Schrifttexte, nicht nur e i n e Predigt. Um damit abwechseln zu können, müssen wir mehrere veränderliche Predigten zur Verfügung haben und sie beim Angriff wie auch zur Verteidigung der guten Botschaft fortgesetzt richtig gebrauchen.

      6. Wen dürfen wir nicht fürchten? warum? und wen müssen wir fürchten?

      6 Der Regel entsprechend muß der Kämpfer, der am Boxmatch oder an der Kampfprobe teilnehmen will, furchtlos sein. Somit müssen wir furchtlos sein im Zeugnisgeben, vertrauensvoll im Bewußtsein unserer geistigen Kraft und zuversichtlich im richtigen Handhaben des Wortes der Wahrheit. Außer häufigen Hinweisen auf einen Wettlauf erwähnt Paulus auch den Wettkampf. (1. Kor. 9:26; 1. Tim. 6:12; 2. Tim. 4:7) Denke daran: Predige und erwarte Widerstand! Was tust du, wenn man dir widersteht? Wird dir bange, so daß du deine Tätigkeit einstellst? Wenn ja, wirst du für den Wettlauf untauglich und wirst aus dem Kampfe ausscheiden müssen. Jehova sagt: „Die Feiglinge und Ungläubigen und … alle Lügner, ihnen wird ihr Teil in dem See werden, der mit Feuer und Schwefel brennt … [im] zweiten Tod.“ (Off. 21:8, NW) Wer sich vor Menschen fürchtet, gerät in eine Schlinge und verliert den Preis des Lebens. (Spr. 29:25) „Die Furcht Jehovas ist der Weisheit Anfang.“ — Ps. 111:10.

      7. Welche Lehre können wir daraus ziehen, daß Wettkämpfe durch ein Team [eine Mannschaft] gewonnen oder verloren werden?

      7 In alter Zeit wurden Wettkämpfe von einem Team, also einer Mannschaft, nicht bloß von einem einzigen Teilnehmer gewonnen oder verloren. Zur Bildung eines Teams gab es Speer- und Diskuswerfer, Ringer, Springer, Boxer und Rennläufer. Die theokratische Organisation ist ein großes Team. Jeder von uns bildet darin eine kleine Einheit. Ein Glied kann nicht ohne die anderen auskommen. „Denn der Leib besteht tatsächlich nicht aus einem einzigen Gliede, sondern aus vielen.“ (1. Kor. 12:14-26, NW) Laßt uns nur an die Leistungen des Teams denken. Wird das Rennen gewonnen oder der Sieg errungen, so hat ihn nicht der einzelne, sondern das Team gewonnen. Laßt die Ehre und den Ruhm dem Führer des Teams, Christus Jesus, zukommen. In einem Rennen muß einer auf alle und müssen alle auf einen Rücksicht nehmen. Dann kann von wirklicher Team-Arbeit die Rede sein. Zu einer großen Maschine gehören viele Teile. Damit sie reibungslos läuft, muß sie geölt werden. Jehovas Geist und die sich ergebende Einheit sind für unsere Organisation dasselbe wie das Öl für eine Maschine.

      8. Warum ist schlechte Gesellschaft so überaus gefährlich?

      8 Eine weitere Wettkampfregel verbietet schlechte Gesellschaft. An einige heften sich noch Freunde aus der alten Welt. Andere klammern sich selbst törichterweise an Freunde von der alten Welt. Paulus gab den Rat: „Laßt euch nicht irreführen. Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten.“ (1. Kor. 15:33, NW) Selbst einige, die sich in der Organisation befinden, pflegen noch Gewohnheiten der alten Welt. Solche sind wie Sauerteig, und Sauerteig durchwirkt ihr ganzes Leben. Wer sich nicht von schlechter Gesellschaft trennt, wird das Rennen verlieren. (1. Kor. 5:9, 10; 6:9, 10) Unser Training wird dadurch unterbrochen, unsere geistigen Muskeln werden schlaff. Es handelt sich dabei nicht darum, ob ein Mitverbundener „ein netter Bursche“ sei. Ein „netter Bursche“ mag wohl ein guter Gesellschafter sein, ist er aber ein theokratischer Gesellschafter? Wenn nicht, so meide ihn. Laufe nur mit solchen, die in der Rennbahn laufen. Denke an das alte Sprichwort: „Gleich und gleich gesellt sich gern.“ Kannst du dich ferner an jene alte Geschichte vom Schwan eines Landwirts erinnern? Er kam stets in Gesellschaft von Kranichen daher. Die Kraniche zerstörten die Ernte des Farmers, und deshalb beschloß er, sie abzuschießen. Er tötete die Kraniche und mit ihnen auch seinen prächtigen Schwan, einen preisgekrönten Vogel. Laß nicht zu, daß du gleich diesem schönen, aber unglücklichen Schwan in Harmagedon ergriffen werdest!

      9. Was müssen wir üben, um zu vermeiden, mißbilligt zu werden?

      9 Paulus schrieb, daß „jedermann, der an einem Wettkampfe teilnimmt, in allen Dingen Selbstbeherrschung übt … [Demgemäß] bezwinge ich meinen Leib und mache ihn zum Sklaven, damit ich, nachdem ich anderen gepredigt habe, nicht selbst irgendwie mißbilligt werde.“ (1. Kor. 9:24-27, NW) Die ehemaligen Wettstreiter beherrschten sich in ihrem Alltagsleben, ihrem Benehmen, ihren Eßgewohnheiten, ihrem Umgang, im Trinken und in den Vergnügungen. Sie vermieden alles und jedes, was sie von ihrem Training ablenken konnte oder es unwirksam machte. Ebenso müssen wir uns als theokratische Wettkämpfer persönlich beherrschen, um Sieger zu werden.

      10, 11. Was ist das größte Gebot? welches die Schlußregel? und wie sind diese miteinander verwandt?

      10 Schließen wir unsere Betrachtung der Regeln und ihrer Auswirkung mit der Betrachtung des größten aller Gebote oder aller Regeln, jener der Liebe. Wenn wir nicht Liebe haben — so sagte Paulus — sind wir 1.) wie ein ‚klingendes Erz oder wie eine schallende Zimbel‘, oder 2.) wie nichts und 3.) wie solche, denen es ‚gar nichts genützt habe‘. (1. Kor. 13:1-3, NW) Jesus legte die Regel nieder, als er sprach: „‚Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und mit deiner ganzen Kraft … Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ Ein größeres Gebot als diese gibt es nicht.“ — Mark. 12:30, 31, NW.

      11 Erkenne, daß du keine Zeit verschwenden darfst! (Eph. 5:16; Off. 10:6, NW) Lerne die Regeln gut kennen und wisse, wie sie anzuwenden sind. Übe diese Dinge. Halte dich an die Regeln, und du wirst den Sieg erringen und Unheil vermeiden. Die letzte Regel, die von Jesus dargelegt wurde, geht dahin, daß wir alle Regeln des Wettlaufs oder Wettkampfes halten müssen. „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote beobachten.“ (Joh. 14:15, NW) Alle Regeln sind zu befolgen. Nicht eine einzige kann ungestraft verletzt werden.

      HERVORRAGENDE KÄMPFER, DIE DEN SIEG GEWANNEN

      12-14. Wie zeigte Jesus selbst, daß er ein hervorragender, gewinnender Wettkämpfer war, und welchen Lohn gewann er?

      12 Wir können dieses Thema der Teilnahme an den theokratischen Wettkämpfen nicht verlassen, ohne einige der hervorragenden Kämpfer für den Glauben, der furchtlos ausharrenden Kämpfer und Wettläufer, betrachtet zu haben.

      13 Der größte Kampfteilnehmer aller, die zum Team Jehovas gehören, ist unser Führer, Jesus Christus. Da er unser Vorbild ist, wollen wir ihn zuerst betrachten. (1. Pet. 2:21) Das erste bedeutende Hindernis, das ihm bei seinem Wettlauf in den Weg gestellt wurde, war die Gelegenheit, die Herrschaft über alle Reiche dieser Welt zu erlangen. Standhaft blieb Jesus in der Rennbahn, indem er dem Teufel antwortete: „Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: ‚Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und für ihn allein sollst du heiligen Dienst tun.‘“ (Matth. 4:10, NW) Eine weitere Hürde, die Satan als Hindernis für Jesus in der Rennbahn aufstellte, war Petrus mit seinem menschlichen, ungöttlichen Denken. Petrus nahm Jesus beiseite und erhob den starken Einwand, daß Jesus Schaden drohe. Petrus sagte: „Sei dir selbst gnädig, Meister!“ Verlangsamte Jesus deswegen seinen Lauf? Statt dessen erwiderte er: „Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Stein des Anstoßes.“ (Matth. 16:22, 23, NW) Auch vor Pilatus stritt Jesus für den Glauben, indem er zu ihm sprach: „Zu diesem Zwecke bin ich geboren worden und zu diesem Zwecke bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.“ — Joh. 18:37, NW.

      14 Kurz danach war Jesus vollständig auf sich selbst angewiesen und sah sich ohne Gefährten. Bis zum Ende war er im Rennen allein, denn alle seine Mitverbundenen hatten ihn verlassen; doch blieb er treu bis zum Schluß. Er legte sein alles in den Wettlauf, selbst sein Leben. Die Kleider wurden ihm ausgezogen; er wurde an den Stamm genagelt und trug eine Dornenkrone auf seinem Haupte. Allen schien es, als ob Jehova ihn völlig verlassen hätte. In den Augen Satans und seiner irdischen Werkzeuge starb Jesus als Verbrecher. Doch rasch änderte Jehova direkt vor den Augen Satans die Sachlage ins Gegenteil um. Innerhalb dreier Tage belohnte er Jesus mit einer Auferstehung zu ewigem Leben, und einige Wochen später fuhr Jesus in den Himmel auf, um den Platz zur Rechten seines Gottes und Vaters einzunehmen. — Ps. 110:1; Joh. 20:17.

      15. Welches Beispiel gab Stephanus von einem siegreichen Wettkämpfer? und Paulus?

      15 Der erste Nachfolger Jesu Christi, von dem wir wissen, daß er seinen Lauf treu beendete, nachdem Jesus den seinigen vollendet hatte, war Stephanus. Er beendete seinen Wettlauf, als er sich in den Klauen seiner Feinde befand. Selbst als sie ihn zu Tode steinigten, predigte er noch. Er war gelaufen und hatte die Siegeskrone errungen. Der Tod betrog ihn nicht um seinen Lohn. Ein anderer, der den Sieg gewann, war Paulus. Er überwand viele Hindernisse, die ihm bei seinem Wettlauf in den Weg gestellt wurden. Man betrachte seinen Bericht in 2. Korinther 11, Verse 23 bis 27 (NW). In seinem Bericht über sich sagte er: „In Gefängnissen zahlreicher,

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