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Leben und Licht gehen Hand in HandDer Wachtturm 1976 | 15. August
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Leben und Licht gehen Hand in Hand
„Denn bei dir ist der Quell des Lebens; durch Licht von dir können wir das Licht sehen“ (Ps. 36:9).
1, 2. Inwiefern wächst unsere Wertschätzung für das Licht als eine Notwendigkeit und eine Quelle der Freude, wenn wir es der Finsternis gegenüberstellen?
LICHT und Finsternis sind die größten Gegensätze. Wenn wir am hellichten Tag eine Wanderung durch ein offenes Gelände machen, fühlen wir uns ziemlich sicher. Wir können nicht nur unsere unmittelbare Umgebung sehen oder auf gewisse Dinge zugehen und sie berühren, sondern wir können auch die verschiedenen Landschaftsmerkmale in der Ferne und sogar etwas, was am Horizont auftaucht, erkennen. Bei völliger Dunkelheit wäre es dagegen töricht, einen einzigen Schritt ohne Taschenlampe oder Laterne zu machen, und selbst dann würde man sich mit äußerster Vorsicht fortbewegen.
2 Abgesehen davon, daß wir das Licht zum Leben und zur Fortbewegung benötigen, macht es das Leben auch schöner und angenehmer. Angenommen, wir sind in der prallen Mittagssonne unterwegs und kommen nun in einen schattigen Wald. Welch ein angenehmer Gegensatz! Warum ist dieser Gegensatz so wohltuend? Weil das Licht jetzt mild und sanft ist für die Augen. Es wird von den verschiedenen Bäumen und ihrem Laubwerk und vielleicht noch von einigen Blumen im Unterholz in unendlich vielen Farbschattierungen reflektiert. Wenn wir zum Himmel aufblicken, blendet uns die Sonne nicht, denn der Himmel wird von den Zweigen und Blättern verdeckt, und das Licht ist nur in Form von unzähligen winzigen Punkten oder Flecken zu sehen. Wir möchten am liebsten bleiben und die Ruhe und Schönheit des Waldes genießen, besonders wenn noch ein Freund bei uns ist, der dies alles ebenfalls still zu genießen weiß.
3. Welche natürliche Verbindung besteht zwischen Licht und Leben?
3 Natürlich könnten wir den ungeheuren Wert, den das Licht wegen seiner Nützlichkeit und auch als Quelle unendlicher Freude hat, nicht erkennen und nicht schätzen, wenn wir nicht leben würden oder blind wären. Ja, je gesünder wir sind und je besser wir sehen, desto mehr schätzen wir das Licht. Leben und Licht gehen tatsächlich Hand in Hand.
4. (a) Warum und in welcher Hinsicht betrachten viele Menschen dies alles als selbstverständlich? (b) Auf welches Erlebnis könnten solche gleichgültigen Personen hingewiesen werden?
4 Leider betrachten viele Menschen dies alles als selbstverständlich. Sie genießen die Wohltaten des Lebens und des Lichts, machen sich aber keine Gedanken darüber, wer deren Urheber ist. Sie sind der Meinung, daß das Leben im wesentlichen durch Zufall entstanden sei, durch einen Entwicklungsvorgang, der von selbst begonnen habe und von niemandem gesteuert worden sei. Von dem Licht, das wir auf der Erde genießen, sagen sie, es könne von nirgendwo anders herkommen als von der Sonne. Wie überrascht, um nicht zu sagen, schockiert, wären solche Leute gewesen, wenn sie das Erlebnis gehabt hätten, das ein Mann in ferner Vergangenheit hatte und das er König Agrippa II. folgendermaßen schilderte: „Ich [sah] unterwegs, o König, zur Mittagszeit ein Licht, heller als der Glanz der Sonne, das vom Himmel her mich und die, welche mit mir reisten, umblitzte.“ Wer war dieser Mann? Bei welcher Begebenheit hatte er dieses Erlebnis, und von welcher Bedeutung war es? (Apg. 26:13).
5. Wieso kann der Bericht über das Erlebnis des Saulus, das zu seiner Bekehrung führte, als zuverlässig betrachtet werden?
5 Viele Leute, darunter auch angebliche Christen, weisen einige der in der Bibel als Tatsachen berichteten Ereignisse in das Reich der Mythen und Legenden. Doch selbst diese Leute bestreiten nicht, daß ein Mann namens Paulus — früher unter dem Namen Saulus von Tarsus bekannt — tatsächlich gelebt und viele Briefe geschrieben hat, die heute zu den Christlichen Griechischen Schriften gehören. Es besteht auch kein Grund, an den Einzelheiten zu zweifeln, die der zuverlässige Geschichtsschreiber Lukas über die Bekehrung des Saulus niederschrieb. Der ganze Bericht, der in Apostelgeschichte 9:1-30 zu finden ist — auch das, was Jesus damals zu Paulus sagte —, trägt den Stempel der Wahrheit. Es ist unvorstellbar, daß sich Paulus dies alles nur eingebildet hätte, wenn man bedenkt, in welcher Absicht er nach Damaskus unterwegs war. Wie groß damals sein Haß gegen die Christen war, führte er König Agrippa mit den Worten vor Augen: „In allen Synagogen suchte ich sie oft durch Bestrafung zum Widerruf zu zwingen; und über die Maßen gegen sie rasend, ging ich so weit, sie sogar in auswärtigen Städten [außerhalb der Stadt Jerusalem] zu verfolgen.“ Auf dem Weg nach Damaskus erlebte er dann, wie bereits erwähnt, den größten Schock und die größte Überraschung seines Lebens. Das war also die Begebenheit. Doch von welcher Bedeutung war dies alles? (Apg. 26:8-11).
VOM LICHT ZEUGNIS ABZULEGEN BEDEUTET LEBEN
6. Welchen Auftrag gab Jesus Saulus, und warum sollten wir daran interessiert sein?
6 Eine genauere Betrachtung der Worte, die Jesus damals zu Saulus sprach, wird für uns sehr lehrreich und nützlich sein. Wir werden dadurch Näheres über die enge Verbindung zwischen Leben und Licht erfahren und sehen, inwiefern das einen jeden von uns berührt, ganz gleich, wie er reagiert. Als Jesus Saulus seinen Auftrag gab, sagte er zu ihm: „Denn dazu habe ich mich dir sichtbar gemacht, um dich zum Diener und Zeugen sowohl der Dinge zu erwählen, die du gesehen hast, als auch der Dinge, die ich dich in bezug auf mich sehen lassen werde, während ich dich von diesem Volk und von den Nationen befreie, zu denen ich dich sende, um ihnen die Augen zu öffnen und zu veranlassen, daß sie von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott umkehren [(um sie) aus der Gewalt des Satans zu Gott zu wenden, Karrer], so daß sie Vergebung der Sünden und ein Erbe unter denen empfangen, die durch ihren Glauben an mich geheiligt sind“ (Apg. 26:16-18).
7. Was bewies, daß Saulus — später als Paulus bekannt — den Auftrag angenommen hatte?
7 Aus den weiteren Worten, die Saulus an König Agrippa richtete, ersehen wir, daß er den Auftrag unverzüglich annahm: „Ich [wurde] dem himmlischen Anblick nicht ungehorsam, . . . ich [habe] bis zu diesem Tag fort und fort Zeugnis gegeben, sowohl vor klein als groß, . . . nämlich daß der Christus leiden müsse, und als der erste, der von den Toten auferstehen sollte, werde er sowohl diesem Volke [den Juden] als auch den Nationen Licht verkündigen“ (Apg. 26:19-23). Saulus verstand die Worte Jesu richtig. Es fragt sich nur, ob auch du sie verstehst und erkennst, wie sie sich auf dich auswirken sollten. Überlege einmal!
8. (a) Zeige, daß gewisse Ausdrücke sowohl eine buchstäbliche als auch eine übertragene Bedeutung haben können. (b) Welches Beispiel zeigt, daß in der Bibel gewisse Ausdrücke sinnbildlich angewandt werden?
8 Jesus drückte sich offensichtlich sinnbildlich aus, als er zu Saulus sagte, er werde ihn bestimmte Dinge sehen lassen und ihn veranlassen, anderen die Augen zu öffnen, damit sie sich aus der Finsternis zum Licht wenden würden. Das war nichts Neues, nichts Besonderes. Das buchstäbliche Sehvermögen und der Verstand sind eng miteinander verbunden. Wir gebrauchen oft Ausdrücke, die eine buchstäbliche, wörtliche Bedeutung haben oder in übertragenem, manchmal auch in geistigem Sinne aufgefaßt werden können, also mit Verstand und Herz zu tun haben. Sagen wir nicht oft: „Endlich sehe ich klar“ und meinen damit, daß wir das, was gesagt wurde, verstanden haben? Ein gutes Beispiel hierfür finden wir bei Paulus, der in einem seiner Briefe schrieb: „[Gott gebe] euch einen Geist der Weisheit und der Offenbarung in der genauen Erkenntnis seiner selbst . . ., so daß ihr, die Augen eures Herzens erleuchtet, erkennen möget . . .“ (Eph. 1:17, 18).
9. Was versinnbildlicht das Licht im Gegensatz zur Finsternis?
9 Das Licht ist demnach ein passendes Sinnbild für die Wahrheit und ähnliche Dinge, die man sehen lassen darf, zum Beispiel Gerechtigkeit. Die Finsternis dagegen ist ein Sinnbild für Irrtum und Unwissenheit sowie für ähnliche Dinge, die man lieber geheimhält, zum Beispiel ein schändliches Benehmen oder schlechte Taten.
10. (a) Legte Paulus für die Wahrheit als solche Zeugnis ab? (b) Zu welchen Schritten führt die Annahme der biblischen Wahrheit?
10 Paulus hatte offensichtlich erkannt, daß er unter der Leitung des auferstandenen Herrn Jesus für das Licht Zeugnis ablegen sollte, ,indem er die Wahrheit kundmachte‘ (2. Kor. 4:2), und zwar nicht die Wahrheit als solche, sondern die Wahrheit in Gottes Wort, der Bibel (Joh. 17:17; 1. Tim. 2:4; 2. Tim. 2:15). Wer die Wahrheit annahm, der begann mit seinen geistigen Augen zu sehen, und er konnte erkennen, welche Schritte er unternehmen mußte, um nicht nur zum Licht zu kommen, sondern um auch Leben zu erlangen, und dieses Leben bedeutet — wie das Licht — ebenfalls weit mehr als das gegenwärtige buchstäbliche und vergängliche Leben unseres menschlichen Körpers. Diese tiefere Bedeutung kommt in den nächsten Worten des Apostels Paulus an die Epheser zum Ausdruck: „Überdies seid ihr es, die Gott lebendig gemacht hat, obwohl ihr [früher] tot wart in euren Verfehlungen und Sünden.“ Diese Erklärung ist lediglich der erste Schritt zu einem genauen Verständnis des Lebens, wie Gott es sieht (Eph. 2:1).
11. (a) Wie können wir für das Licht Zeugnis ablegen, und was hat dies mit Leben zu tun? (b) Vor welcher Einstellung sollten wir uns in diesem Zusammenhang hüten?
11 Daher kann gesagt werden, daß Leben und Licht sowohl buchstäblich als auch in übertragenem und geistigem Sinne Hand in Hand gehen. Paulus legte für das Licht, für die Wahrheit, Zeugnis ab, und das bedeutete für ihn Leben. Auch für uns bedeutet es Leben, das Licht anzunehmen und es an andere weiterzugeben. Siehst du, welche Rolle du dabei spielst? Um dies noch besser zu verstehen, wollen wir uns mit den Worten, die Jesus zu dem Mann sprach, der nach Damaskus unterwegs war, noch etwas eingehender befassen. Merkwürdigerweise sah dieser Mann trotz seiner vorübergehenden Blindheit in geistiger Hinsicht auf einmal alles von einem völlig neuen Gesichtspunkt aus. Auch sein Herz spielte dabei eine Rolle. Er war nicht widerspenstig oder ungehorsam. Das kann auch von uns gesagt werden, sofern wir die folgenden Worte im Sinn behalten, die Jehova an Hesekiel richtete: „Menschensohn, inmitten eines rebellischen Hauses wohnst du, die Augen zum Sehen haben, die aber tatsächlich nicht sehen, die Ohren zum Hören haben, die aber tatsächlich nicht hören, denn sie sind ein rebellisches Haus“ (Hes. 12:2).
UNTER WESSEN GEWALT BEFINDEST DU DICH?
12. Welchem Zweck sollte der Auftrag, den Saulus erhielt, dienen, und was möchten wir in diesem Zusammenhang wissen?
12 Jesus sagte zu Saulus, daß den Menschen die Augen geöffnet werden sollten, um sie „ ‚aus der Finsternis zum Licht‘, aus der Gewalt des Satans zu Gott zu wenden“ (Apg. 26:18, Karrer). Er sprach also in Verbindung mit Finsternis und Licht oder, wie wir auch sagen könnten, in Verbindung mit Tod und Leben von einer Quelle und einer herrschenden Gewalt. Sicherlich möchten wir wissen, unter wessen Gewalt wir kommen, falls wir von einer Seite zur anderen überwechseln möchten.
13. Wie zeigt Gottes Wort, daß Jehova (a) der Quell des Lichts und (b) der Quell des Lebens ist?
13 Jehova gibt in seinem Wort deutlich zu verstehen, daß er der Quell des Lebens und des Lichts ist. Er ist „der Schöpfer der Himmel, . . . der Bildner der Erde und der sie gemacht hat, . . . der sie bildete, damit sie auch [von lebenden Geschöpfen] bewohnt werde“. Der Schöpfungsbericht in 1. Mose bestätigt dies mit den Worten: „Am Anfang erschuf Gott die Himmel und die Erde.“ Dann heißt es, die Erde betreffend: „Gott sprach nun: ,Es werde Licht.‘ “ Später wird das „größere Licht zur Beherrschung des Tages“ erwähnt, das heißt die Sonne, die wichtigste Licht- und Energiequelle der Erde, ohne die nichts auf der Erde leben könnte. Über das krönende Werk der irdischen Schöpfung wird gesagt: „Jehova Gott ging daran, den Menschen aus Staub vom Erdboden zu bilden und in seine Nase den Odem des Lebens zu blasen, und der Mensch wurde eine lebende Seele“, und zwar eine lebende Seele „im Bilde Gottes“. Adam und danach auch Eva wurden vollkommen erschaffen; sie waren mit allen Sinnen und allen physischen und geistigen Fähigkeiten ausgestattet und konnten so Leben und Licht voll und ganz genießen (Jes. 45:18; 1. Mose 1:1, 3, 16, 27; 2:7).
14. Aufgrund welcher Tatsache kann man erkennen, daß Jehova die höchste Gewalt ist, und welche Fragen erheben sich daher?
14 Daraus geht klar hervor, daß Jehova Gott nicht nur der Quell und Urheber des Lebens und des Lichts, der Schöpfer und Lebengeber, ist, sondern daß er in dieser Eigenschaft auch die höchste rechtmäßige Gewalt, der höchste regierende Herrscher, ist (Ps. 103:19; Dan. 4:17, 35; Offb. 4:11). Wenn wir diese Tatsache anerkennen, möchten wir natürlich wissen, wieso es dann eine Gewalt geben kann, die sich Jehova widersetzt. Was ist mit der von Jesus erwähnten „Gewalt des Satans“ gemeint? Wie kam sie auf, und wie können wir ihren Herrschaftsbereich verlassen?
15. (a) Wie versuchte Satan auf schlaue Weise, Gottes Herrschergewalt zu untergraben? (b) Welche Rolle spielte Gottes Wort dabei? (c) Was bewog Adam und Eva zu ihrer Handlungsweise?
15 Wie der Bibelbericht zeigt, versuchte Satan, seinen Einfluß auf schlaue Weise geltend zu machen, und es gelang ihm auch. Wie ging er dabei vor? Mit Überredungskunst und Falschheit. Er stellte Irrtum unter dem Deckmantel einer Lüge als Wahrheit hin. Mit anderen Worten: Er stellte Finsternis als Licht hin. Interessanterweise brachte er das Leben mit ins Spiel, denn er sagte zu Eva, sie würde nicht sterben, sondern als Mensch auf der Erde weiterleben, wenn sie auf seinen Vorschlag eingehe. Er verhieß ihr größeres Wissen, indem er durch die Schlange zu ihr sagte: „An demselben Tage, da ihr davon [von der verbotenen Frucht] eßt, [werden] euch ganz bestimmt die Augen aufgetan.“ Dann sagte er ihr noch Unabhängigkeit von Gott zu, indem er die Worte hinzufügte: „Ihr werdet ganz bestimmt sein wie Gott, erkennend Gut und Böse“ (1. Mose 3:1-5). Damit wollte Satan sagen, Gottes Wort und Gebot seien kein zuverlässiges Licht, das Adam und seiner Frau den Weg zu ewigem Leben weisen würde. Daraufhin entschloß sich zuerst Eva und danach Adam, Gottes einfaches, unmißverständliches Gebot zu übertreten und einen eigennützigen, unabhängigen Weg einzuschlagen, einen Weg, der sie vom Leben und vom Licht in Gottes Gunst wegführte in die Finsternis und den Tod (Ps. 119:105; siehe ferner 2. Korinther 11:14).
16. (a) Warum ist es nützlich, Satans Vorgehen näher zu betrachten? (b) Wie wirft die Bibel Licht auf diesen Punkt?
16 Halten wir nun einen Augenblick inne, um eine der Hauptmethoden Satans und ihre Wirksamkeit zu betrachten. Wie bei Eva, so wendet er auch bei uns das raffinierte Mittel der Täuschung an, um uns, wenn möglich, zu veranlassen, die Dinge von einem selbstsüchtigen Standpunkt aus zu betrachten. Wenn unser Herz von Selbstsucht beherrscht wird, gelingt es Satan eher, uns zu verblenden und zu täuschen, so daß wir ihm in die Falle gehen. Wir suchen uns zu rechtfertigen und lassen die Gottesfurcht außer acht. Das geht aus Psalm 36:1-3 klar und deutlich hervor, wo es heißt: „Für den Bösen ist der Ausspruch der Übertretung inmitten seines Herzens; es gibt keinen Schrecken Gottes [keine Gottesfurcht, Herder] vor seinen Augen. Denn er hat zu schmeichlerisch gegen sich gehandelt in den eigenen Augen, als daß er sein Vergehen herausfinden könnte, um es zu hassen. Die Worte seines Mundes sind Schädlichkeit und Trug; er hat aufgehört, Einsicht zu haben zum Gutestun.“ Wie Gottes Urteil über solche Menschen lautet, erfahren wir aus den Worten des Propheten Jesaja: „Wehe denen, die sagen, daß Gutes böse sei und Böses gut sei, denen, die Finsternis als Licht hinstellen und Licht als Finsternis . . .! Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und sogar vor ihrem eigenen Angesicht verständig!“ Wir sollten uns davor hüten, „durch die trügerische Macht der Sünde verhärtet“ und daher verblendet zu werden (Jes. 5:20, 21; Hebr. 3:13).
17. Inwieweit ist der Mensch selbst daran schuld, daß er immer mehr unter den Einfluß Satans gekommen ist?
17 Nach der Auflehnung in Eden kamen die Menschen im allgemeinen immer mehr unter den Einfluß und die Gewalt Satans. Schuld daran war vor allem Satan, aber der Mensch selbst trug ebenfalls viel dazu bei. Denken wir daran, daß Gott die Menschheit nicht in Unwissenheit über sich gelassen hat. Er ist zwar unsichtbar, aber „seine unsichtbaren Eigenschaften werden seit Erschaffung der Welt deutlich gesehen, da sie durch die gemachten Dinge wahrgenommen werden, ja seine ewigwährende Macht und Göttlichkeit, so daß sie unentschuldbar sind“. In Übereinstimmung mit Psalm 36:1-3 sagt Paulus dann weiter: „Obwohl sie [die Menschen] Gott kannten, verherrlichten sie ihn nicht als Gott, noch dankten sie ihm, sondern sie wurden hohlköpfig in ihren Überlegungen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert“ (Röm. 1:19-23). Zugegeben, Satan stellte Finsternis als Licht hin, aber leider haben die Menschen im allgemeinen Finsternis und Gottlosigkeit dem Licht vorgezogen. Das wird durch Henochs inspirierte Prophezeiung bestätigt, denn wir finden darin viermal den Ausdruck „Gottlose“ oder „gottlos“ (Jud. 14, 15). Die drei Ausnahmen, die es nach dem Bibelbericht in der Zeit vor der Flut gab, nämlich Abel, Henoch und Noah, waren lediglich eine Bestätigung für die Unentschuldbarkeit der Mehrheit. Diese Männer ‘wandelten mit Gott’. Von Noah wurde gesagt, er habe ‘Gottesfurcht bekundet und die Welt verurteilt’ (1. Mose 5:22; 6:9; Hebr. 11:4-7).
KÖNIGREICHSGEWALT
18. Welche Entwicklung hinsichtlich der Herrschergewalt Satans trat nach der Flut ein?
18 Nach der Flut begann Satan, durch eine ganz bestimmte sichtbare Staatsform Gewalt auszuüben. Wir lesen zum erstenmal von einem Königreich. Satan fand in Nimrod ein williges Werkzeug für sein ehrgeiziges Vorhaben. Wir lesen über Nimrod: „Er machte den Anfang, ein Gewaltiger auf der Erde zu werden. Er erwies sich als ein gewaltiger Jäger im Widerstand gegen Jehova. . . . Und der Anfang seines Königreiches wurde Babel . . . im Lande Schinear. Von jenem Land zog er nach Assyrien aus [um es zu erobern] und machte sich daran, Ninive zu bauen“ (1. Mose 10:8-12).
19. (a) Wie zeigte sich der Widerstand gegen Jehova, und wie reagierte Jehova? (b) Wie entwickelte sich dieser Widerstand weiter, obwohl ihm im Moment Einhalt geboten worden war?
19 Durch den gleichen Ehrgeiz und den gleichen rebellischen Geist angestachelt, beschlossen gewisse Leute daher, die Gewalt an sich zu reißen und dann zu behalten. Sie sagten: „Kommt her! Laßt uns eine Stadt und auch einen Turm bauen, dessen Spitze bis in die Himmel reiche, und machen wir uns einen berühmten Namen, damit wir nicht über die ganze Erdoberfläche zerstreut werden.“ Dadurch entsprachen sie Satans Vorhaben, setzten aber dem ausdrücklichen Vorsatz Jehovas, des Souveränen Herrn, Widerstand entgegen. Gott verschloß seine Augen nicht vor dieser Situation. Er „fuhr . . . herab, um die Stadt und den Turm zu sehen, die die Menschensöhne gebaut hatten“. Er sagte dann: „Nun wird ihnen nichts, was sie zu tun gedenken mögen, unerreichbar sein.“ Gott vereitelte daher ihr gemeinsames Vorhaben, indem er ihre Sprache verwirrte und sie so veranlaßte, sich über die ganze Erde zu zerstreuen (1. Mose 9:1; 11:1-8; Apg. 4:24). Die meisten Menschen zogen aber weiterhin eine Menschenherrschaft vor, und es fanden sich stets solche, die Satans Geist hatten und nach Macht und Herrschaftsgewalt strebten. Auf diese Weise entstanden von Menschen gegründete Königreiche. Einige waren anfänglich nur Stadtkönigreiche, andere umfaßten einen ganzen Landstrich, wie die Königreiche Moab und Ammon, und schließlich entstanden Kaiserreiche und Weltreiche.
20. (a) Welche Rolle spielte die Religion in den von Menschen gegründeten Königreichen? (b) Über welche Ausnahme berichtet die Bibel? (c) Wie und in welchem Ausmaß herrschte Satan über die meisten Menschen?
20 Die Religion spielte bei all diesen Königreichen zwar eine bedeutende Rolle, aber weder die Herrscher noch ihre Untertanen erkannten Jehova als den höchsten Herrscher an, dem Anbetung und Unterordnung gebührten (Jer. 10:10; Dan. 6:26). Die Bibel erwähnt nur eine Ausnahme: Melchisedek, den König von Salem. Er diente auch als „Priester Gottes, des Höchsten“. Als er Abram segnete, sagte er: „Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, dem, der Himmel und Erde hervorgebracht hat.“ Abram selbst äußerte sich ähnlich über Gott, als er mit dem König von Sodom sprach (1. Mose 14:18-23). Im übrigen aber herrschte Satan samt den ungehorsamen Engeln, die sich ihm angeschlossen hatten, durch die falsche Religion und durch Täuschung über alle Königreiche. Das wird gewöhnlich nicht in Betracht gezogen, da Satan und seine Dämonenscharen für das menschliche Auge unsichtbar sind. Jawohl, unsichtbar, aber dennoch sehr wirksam. Jesus bezeichnete Satan, den Teufel, dreimal als ‘den Herrscher dieser Welt’, und Paulus beschreibt den Kampf, den Christen gegen den Teufel führen, als einen Kampf „gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern“ (Joh. 12:31; 14:30; 16:11; Eph. 6:11, 12; siehe ferner 2. Korinther 4:4).
21. (a) Was bedeutet es, von der Gewalt Satans befreit zu werden? (b) Inwiefern hat die Entwicklung der Dinge auf beiden Seiten heute einen bedeutsamen Punkt erreicht?
21 Wenn sich also die Menschen, wie Jesus zu Saulus sagte, „aus der Gewalt des Satans zu Gott“ wenden sollen, dann bedeutet das für sie ein Überwechseln von einem Herrschaftsbereich zu einem anderen. Paulus schrieb: „Er [Jehova] hat uns von der Gewalt der Finsternis befreit und uns in das Königreich des Sohnes seiner Liebe versetzt“ (Kol. 1:13). Heute hat die Entwicklung der Dinge auf den beiden gegnerischen Seiten — auf der Seite Jehovas und auf der Seite Satans, des Teufels — einen bedeutsamen und kritischen Punkt erreicht. Die vorausgesagte „Feindschaft“ zwischen den beiden Seiten hat offensichtlich einen Höhepunkt erreicht (1. Mose 3:15). Die Finsternis im Herrschaftsbereich Satans ist noch nie so groß gewesen wie heute. Die Regierenden und die Regierten wissen nicht, wie sie ihre vielen bedrückenden Probleme lösen sollen. Es herrscht eine so ‘dichte Finsternis, daß man sie greifen kann’ (2. Mose 10:21, 22, Menge). Über den Untertanen der Regierung Jehovas, ausgeübt von seinem messianischen König, Christus Jesus, leuchtet jedoch das Licht der Wahrheit und der Gerechtigkeit stärker denn je. Es weist ihnen nicht nur den Weg, sondern gibt ihnen auch Zuversicht und läßt sie an vielen geistigen Segnungen und Freuden teilhaben. Es geht bei der Frage, die die Menschen jetzt zu entscheiden haben, also um Herrschaft und Königreichsgewalt.
22. Wo und wie werden Gewalt und Herrschaft (a) in bezug auf das messianische Königreich und (b) hinsichtlich Satans Machtanspruches besonders hervorgehoben?
22 Dieser Punkt wird in der Offenbarung besonders hervorgehoben. In einer Vision hörte Johannes laute Stimmen im Himmel, die sprachen: „Das Königreich der Welt ist das Königreich unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird als König regieren für immer und ewig.“ Das erfüllte sich im Jahre 1914, als die ununterbrochene Herrschaft, die die Nationen mit Gottes Zulassung vom Jahre 607 v. u. Z. an 2 520 Jahre lang ausgeübt hatten, endete. Nachdem Johannes die Geburt des messianischen Königreiches gesehen hatte sowie den Krieg im Himmel und den Sturz des Drachen, Satans, des Teufels, aus dem Himmel, hörte er die Ankündigung: „Jetzt ist die Rettung und die Macht und das Königreich unseres Gottes und die Gewalt seines Christus herbeigekommen.“ Im Gegensatz dazu erfahren wir aus der nächsten Vision, daß der Drache dem „wilden Tier“ (ein Sinnbild der weltweiten politischen Organisation Satans) „seine Macht und seinen Thron und große Gewalt“ gab, so daß alle Bewohner der Erde es anbeteten. Etwas Ähnliches wird über die Gewalt und die Anbetung des „Bildes des wilden Tieres“, das die gegenwärtige Organisation der Vereinten Nationen versinnbildlicht, gesagt. Ja, Satans Organisation „übt auf alle Menschen einen Zwang aus“, damit sie das Kennzeichen annehmen, ohne das das Leben nahezu unmöglich gemacht wird (Offb. 11:15; 12:10; 13:2, 15-17).
23. (a) Welche Fragen sollten wir uns daher stellen? (b) Wie ist der letzte Teil von Psalm 36:9 zu verstehen, und zu welcher Schlußfolgerung kommen wir gestützt darauf?
23 Unter wessen Gewalt befindest du dich? Begnügst du dich damit, als ein Unterstützer der Weltordnung Satans zu gelten? Oder hast du den aufrichtigen Wunsch, der Gewalt Satans zu entrinnen, bist dir aber darüber nicht im klaren, welche Schritte du unternehmen solltest, und fürchtest die damit verbundenen Konsequenzen? Schlage zu deiner Ermunterung nochmals den 36. Psalm auf. Nach der Beschreibung der schlechten Einstellung derer, die in ihren eigenen Augen stets richtig handeln, die daher ihre Fehler nicht einsehen und sie deshalb auch nicht hassen lernen, wendet sich der Psalmist an Jehova. Er preist Jehovas liebende Güte, Treue und Gerechtigkeit sowie die Segnungen, die denen zuteil werden, die unter seinen Flügeln Zuflucht suchen. Er spricht von Jehova als dem „Quell des Lebens“ und fügt dann noch die Worte hinzu: „Durch Licht von dir können wir das Licht sehen.“ Anders ausgedrückt: Wir werden erst dann veranlaßt, uns von der Finsternis zum Licht zu wenden und zu erkennen, welche Schritte wir unternehmen müssen, um ewiges Leben unter Gottes Herrschaftsgewalt zu erlangen, wenn wir lernen, alles — auch uns selbst — von seinem Standpunkt aus zu sehen. Glücklich sind wir, wenn wir mit diesem Licht, mit Wahrheit und Gerechtigkeit, Hand in Hand gehen, denn „der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Licht, das heller und heller wird, bis es voller Tag ist“. Dann können wir wie David beten: „Laß fortdauern deine liebende Güte denen, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit denen, die rechtschaffenen Herzens sind“ (Ps. 36:5-10; Spr. 4:18).
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„Fahrt fort, als Kinder des Lichts zu wandeln“Der Wachtturm 1976 | 15. August
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„Fahrt fort, als Kinder des Lichts zu wandeln“
„Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht in Verbindung mit dem Herrn. Fahrt fort, als Kinder das Lichts zu wandeln“ (Eph. 5:8).
1. Wie bringt Johannes in seinem Evangelium Leben und Licht miteinander in Verbindung, und auf welchen Gegensatz zwischen Licht und Finsternis weist er hin?
DER Apostel Johannes war ohne Zweifel davon überzeugt, daß Leben und Licht Hand in Hand gehen. Er betonte diese Tatsache sowohl in seinem Evangelium als auch in seinem ersten Brief. Zu Beginn seines Evangeliums stellt er das „Wort“ (das heißt Jesus in seiner vormenschlichen Existenz) vor und erwähnt das vertraute Verhältnis, das zwischen dem „Wort“ und Gott bestand. Dann sagt er: „Was ins Dasein gekommen ist durch ihn [das Wort], war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht überwältigt.“ Mit diesen Worten weist Johannes unmittelbar auf den Kampf zwischen Licht und Finsternis hin, zeigt aber gleichzeitig, daß die Finsternis den „Hauptvermittler“ Gottes, durch den die Menschen Leben und Licht empfangen, nicht besiegen konnte (Joh. 1:1-5; Apg. 3:15).
2. (a) Wem sollte das wahre Licht zugänglich sein? (b) Wer nahm Jesus als Lichtträger an und wer nicht?
2 Dann führt Johannes einige aufschlußreiche Punkte an, die denen helfen werden, die vielleicht noch nicht genau wissen, welche Schritte sie unternehmen sollten, um dem Reich der Finsternis unter der Gewalt Satans zu entfliehen. Er zeigt, daß unsere Einstellung und unsere Reaktion, nicht unsere Herkunft, unsere Erfahrung oder unsere natürliche Veranlagung der ausschlaggebende Faktor dafür ist, daß wir aus dem Licht Nutzen ziehen. Nach den Worten des Johannes könnten wir aufgrund unserer Herkunft sogar die besten Voraussetzungen haben, das Licht aber trotzdem nicht annehmen. Nach seinem Hinweis darauf, daß das Licht unterschiedslos allen zugänglich sein sollte, sagt er: „Das wahre Licht, das jeder Art von Menschen Licht gibt, war im Begriff, in die Welt zu kommen.“ Dann erwähnt er, daß die Menschheit im allgemeinen ‘Jesus nicht erkannte’ oder ihn nicht als das annahm, was er war, und fügt hinzu: „Er [Jesus] kam in sein Eigenes [sein Eigentum, Einheitsübersetzung], aber sein eigenes Volk nahm ihn nicht auf. So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Befugnis, Kinder Gottes zu werden, weil sie Glauben an seinen Namen ausübten“ (Joh. 1:9-13).
3. (a) Welche Verantwortung lastete auf jener Generation der Juden? (b) Inwiefern wurden diejenigen, die Jesus annahmen, gesegnet, und wie wurde dies möglich?
3 Welch vortreffliche Beschreibung der Sachlage! Jene Generation der Juden hatte aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Erfahrung die besten Voraussetzungen, Jesus als den ihr vom Himmel gesandten Messias, als denjenigen, auf den das Gesetz hinwies, anzunehmen (Röm. 10:4). Durch seine Geburt als Mensch war er einer von ihnen, er war gewissermaßen in ihr Eigentum gekommen, wurde aber von den meisten von ihnen verworfen. Die schlechte Einstellung der Mehrheit stand in krassem Gegensatz zu der guten Einstellung derer, die ihn aufnahmen und die erkannten, daß er „voll unverdienter Güte und Wahrheit“ war. Beachtenswert ist auch, daß er denen, die ihn aufnahmen, „Befugnis [gab], Kinder Gottes zu werden, weil sie Glauben an seinen Namen ausübten“, das heißt, weil sie Glauben an das ausübten, wofür sein Name bürgte, ja Glauben an den, der für „die Erlösung [von der Verurteilung] durch Loskauf mittels des Blutes dieses einen“ gesorgt hatte, und weil sie „Glauben an sein Blut“ ausübten (Joh. 1:12, 14; Eph. 1:5-7; Röm. 3:25; Apg. 4:12).
4. Was sagte Jesus über die Vorkehrung, die Gott für die Menschheit getroffen hat, und unter welcher Voraussetzung kann man daraus Nutzen ziehen?
4 Inwiefern hilft uns das, die richtigen Schritte zu unternehmen, um aus der Finsternis in das Licht und die Freiheit des messianischen Königreiches Gottes zu fliehen? Diese Frage läßt sich am besten durch eine weitere Betrachtung des Johannesevangeliums beantworten. Aus den Worten, die Jesus gemäß Johannes 3:16-21 zu Nikodemus sprach, erfahren wir weitere Einzelheiten. Wir lesen zunächst: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe.“ Also nicht nur Licht, sondern auch „ewiges Leben“ sollte der Menschenwelt zuteil werden. Das wurde aber nur dadurch möglich, daß Gott und sein geliebter Sohn zu großen Opfern bereit waren. Um aus dieser Vorkehrung Nutzen zu ziehen, mußte auch eine bestimmte Voraussetzung erfüllt werden. Man mußte ‘Glauben ausüben’, das heißt die richtige Einstellung bekunden und richtig reagieren. Wer versäumte oder sich sogar weigerte, Glauben auszuüben, wurde von Gott verurteilt, besser gesagt, Gottes Urteil blieb für ihn bestehen (Joh. 3:16, 18, 36).
5. Welchen wichtigen Grundsatz äußerte Jesus, und wie wirkt er sich aus?
5 Danach äußerte Jesus einen wichtigen Grundsatz. Er sagte: „Dies nun ist die Grundlage für das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, aber die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse.“ Dieser Grundsatz gilt heute noch genauso wie zu der Zeit, als er zum erstenmal geäußert wurde, und er wirkt sich heute noch genauso aus wie damals. Wer willentlich „schlechte Dinge treibt“, sagte Jesus, „haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht gerügt werden“. Darum ‘nahm ihn sein eigenes Volk nicht auf’. Den Juden — besonders ihren Führern, die sich als „blinde Leiter“ erwiesen — gefiel es nicht, daß sie wegen ihrer Vorliebe für die Tradition und wegen ihrer Heuchelei bloßgestellt oder angegriffen wurden. Heute ist die Situation ähnlich, besonders in der Christenheit (Joh. 1:11; 3:19-21; Matth. 15:7-9; 23:16-26).
6. Welche Schritte sollte jemand ungeachtet seines früheren Lebens unternehmen?
6 Möglicherweise erkennst du aber immer noch nicht richtig, was du tun solltest. Vielleicht denkst du, dein früheres Leben halte einer Beurteilung nicht stand. Doch wie hast du reagiert, als du zum erstenmal etwas von Gottes großer Liebe zur Menschheit gehört hast, von „seiner Güte und Nachsicht und Langmut“? Vielleicht hast du wie Saulus nicht ein „reueloses Herz“, sondern eine gute Herzenseinstellung geoffenbart. Wenn ja, dann hast du bestimmt ehrlich und in aller Demut zugegeben, unrein zu sein, in mancher Hinsicht vielleicht sogar sehr unrein. Das hat dich dann veranlaßt, deine frühere Lebensweise aufrichtig zu bereuen. Dadurch hast du der Tatsache entsprochen, „daß Gottes gütige Wesensart dich zur Reue zu führen“ suchte. Das war der erste Schritt: die Reue. Die nächsten Schritte erwähnte Paulus, als er zu König Agrippa sagte: „[Ich brachte ihnen] die Botschaft, daß sie bereuen und zu Gott umkehren sollten, indem sie Werke verrichten, die der Reue entsprechen.“ Mit anderen Worten: Echter Reue muß die Bekehrung, eine Abkehr von der früheren Handlungsweise, folgen. Der Bekehrung folgt dann der Schritt der Hingabe an Gott, um seinen Willen zu tun, das heißt, man wendet sich ihm zu, um ihm mit ganzer Seele ergeben zu sein. Auf diese Weise ‘übt man Glauben aus’, man setzt ihn in die Tat um (Röm. 2:4, 5; Apg. 26:20).
7. Wie bekennt man öffentlich, daß man sich Gott hingegeben hat, und was sagte Jesus zur Ermunterung derer, die seine Nachfolger werden?
7 Hast du diese Schritte getan und deine Hingabe an Gott öffentlich bekannt, indem du dich hast taufen lassen, wie das bei Jehovas christlichen Zeugen üblich ist? Wenn ja, dann kann mit Recht gesagt werden, daß du ein echter Jünger oder Nachfolger Jesu bist. Er sagte zu unserer Ermunterung: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird keineswegs in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens besitzen“ (Joh. 8:12).
8. Wie macht die Bibel einen Unterschied zwischen denen, die eine himmlische Hoffnung haben, und denen, die unter Gottes Königreich auf der Erde zu leben hoffen?
8 Von Pfingsten des Jahres 33 u. Z. an wurde den Nachfolgern Jesu „eine neue Geburt zu einer lebendigen Hoffnung“ auf ein himmlisches Erbe zuteil, durch die sie „Teilhaber an der göttlichen Natur“, an der Unsterblichkeit, wurden. Sie bilden die „kleine Herde“, deren Glieder mit Christus Jesus auf seinem himmlischen Thron sitzen werden (1. Petr. 1:3, 4; 2. Petr. 1:4; Luk. 12:32; 1. Kor. 15:54; Offb. 3:21). Doch Jesus sagte einmal: „Und ich habe andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind; auch diese muß ich bringen, . . . und sie werden e i n e Herde werden unter e i n e m Hirten.“ Diesen „anderen Schafen“ steht ewiges Leben auf der Erde unter dem himmlischen Königreich in Aussicht. Sie entsprechen den „Schafen“, die gemäß dem Gleichnis aus Matthäus 25:31-46 (einem Gleichnis, das sich heute erfüllt) den geistigen Brüdern Christi Gutes tun. Sie entsprechen auch der „großen Volksmenge“, die in Offenbarung 7:9-17 erwähnt wird, nachdem die aus 144 000 Gliedern bestehende himmlische Klasse beschrieben worden ist (Joh. 10:16).
9. Inwiefern entsprechen Jehovas Zeugen heute der von Jesus erwähnten ‘e i n e n Herde von Schafen’?
9 Jehovas Zeugen — heute über zwei Millionen an der Zahl — sind ein lebendiger Beweis für die Wahrhaftigkeit des Wortes Gottes. Unter ihnen befindet sich eine Minderheit, ein Kern, der die Hoffnung hegt, in den Himmel zu kommen. Um diese kleine Gruppe schart sich die ständig wachsende Menge derer, die unter der Regierung des Königreiches Gottes auf der Erde zu leben hoffen und die die „Brüder“ Christi freudig und nach bestem Vermögen unterstützen (Matth. 25:40). Beide Gruppen bilden „e i n e Herde . . . unter e i n e m Hirten“. Jesus sagte von allen seinen Schafen: „Meine Schafe hören auf meine Stimme, und ich kenne sie [mit Namen], und sie folgen mir. Und ich gebe ihnen ewiges Leben.“ Da sie alle in Gottes Familie aufgenommen worden sind, können sie als „Kinder Gottes“ bezeichnet werden und erfreuen sich des „Lichtes des Lebens“ (Joh. 10:3, 27, 28; Röm. 8:19-21).
WANDLE IM LICHT, UND DU WIRST NICHT STRAUCHELN!
10. Was empfiehlt Johannes denen, die mit Gott und Christus teilhaben möchten?
10 Der erste Brief des Johannes enthält, wie wir nun sehen werden, vortrefflichen und unmißverständlichen Rat für Menschen, die sich Gott zugewandt, sich ihm hingegeben und begonnen haben, den Fußstapfen Jesu zu folgen. Wie in seinem Evangelium, so schreibt Johannes auch in diesem Brief zuerst über Jesus, bezeichnet ihn diesmal aber als das „Wort des Lebens“. Auch erwähnt er eine „Teilhaberschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus“. Dann fügt er in seinem gewohnten nachdrücklichen Stil die Worte hinzu: „Gott [ist] Licht . . ., und in Gemeinschaft mit ihm gibt es gar keine Finsternis. Wenn wir erklären: ,Wir haben mit ihm teil‘ und wir trotzdem in der Finsternis weiterwandeln, so lügen wir und handeln nicht nach der Wahrheit“ (1. Joh. 1:1-7).
11. (a) Welche Verantwortung bringt eine Erkenntnis der Wahrheit mit sich? (b) Inwiefern helfen uns die Worte aus Sprüche 4:23-27, unserer Verantwortung gerecht zu werden?
11 Wie aus diesen Worten hervorgeht, bringt eine genaue Erkenntnis der Wahrheit über Jehova und seinen Vorsatz nicht nur Segen und ein besseres Verständnis mit sich, sondern auch eine Verantwortung, der wir uns nicht entziehen können. Es geht nicht so sehr darum, eine genaue Erkenntnis der Wahrheit zu besitzen, als darum, wie wir in unserem Herzen auf die Wahrheit reagieren, und das zeigt sich darin, wie wir in der Öffentlichkeit und auch im Privatleben handeln. Unsere Herzenseinstellung, der verborgene innere Mensch, ist ausschlaggebend dafür, wie wir eine Situation oder gewisse Möglichkeiten beurteilen und zu welcher Handlungsweise wir uns entschließen. Gottes Wort sagt: „Mehr als alles sonst, was zu behüten ist, behüte dein Herz, denn aus ihm sind die Quellen des Lebens. . . . Was deine Augen betrifft, geradeaus sollten sie schauen . . . Ebne die Bahn deines Fußes, und all deine eigenen Wege seien gefestigt. . . . Entferne deinen Fuß von dem, was schlecht ist“ (Spr. 4:23-27).
12. (a) Wie und warum könnte das „Licht“ in uns „Finsternis“ werden? (b) Wer war in den Tagen Jesu hierfür ein Beispiel?
12 Würden wir aber die Erkenntnis der Wahrheit oder unsere Zugehörigkeit zu Jehovas Volk zu unserem eigenen Vorteil auszunutzen suchen, hätten wir also schlechte oder unlautere Beweggründe, so würden wir die Dinge in einem falschen Licht sehen, und wir erhielten ein entstelltes oder verzerrtes Bild davon. Wir wären, ohne uns dessen vielleicht bewußt zu sein, nicht in der Lage, in geistiger Hinsicht geradeaus zu blicken. Jesus sagte: „Die Lampe des Leibes ist das Auge. Wenn nun dein Auge lauter [in seinem Blick ungeteilt, richtig eingestellt] ist, so wird dein ganzer Leib Licht sein; wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn in Wirklichkeit das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß ist diese Finsternis!“ (Matth. 6:22, 23). Wäre das, was die ‘Augen unseres Herzens’ aufnehmen, Finsternis statt Licht, so könnten wir sogar über das straucheln, was zu unserem Vorteil wäre, wenn wir es richtig sehen würden. Ein gutes Beispiel hierfür waren die geistlichen Führer in den Tagen Jesu. Hätten sie ihn als den für Gottes Einrichtung bestimmten „Haupteckstein“ angenommen, so wären sie reich gesegnet worden. Statt dessen verwarfen sie ihn. Sie strauchelten über ihn und kamen zu Fall. Sie lehnten ihn so entschieden ab und entwickelten einen solch mörderischen Haß auf ihn, daß sie von Gott deswegen aufs schärfste verurteilt wurden. Jesus sagte: „Der, welcher auf diesen Stein fällt, [wird] zerschmettert werden. Auf wen aber irgend er fällt, den wird er zu Staub machen“ (Matth. 21:42-44; siehe ferner Römer 9:32, 33).
13. Worauf sollten wir in bezug auf den Einfluß, den wir auf andere ausüben, achten?
13 Wichtig ist aber auch, darauf zu achten, wie wir andere beeinflussen. Paulus schrieb an die Korinther: „Alle Dinge sind erlaubt; aber nicht alle Dinge erbauen. Jeder suche fortwährend nicht seinen eigenen Vorteil, sondern den des anderen.“ Aus seinen weiteren Worten geht hervor, daß wir uns besonders in Fragen, bei denen es um das Gewissen geht, und zwar ‘nicht um unser eigenes, sondern um das des anderen’, davor hüten sollten, jemandem „Anlaß zum Straucheln zu geben“. Darüber hinaus gab er den Römern den Rat: „Trefft . . . diese eure Entscheidung: einem Bruder keine Ursache des Strauchelns zu geben noch ihm einen Fallstrick zu legen.“ Ja, wenn unser Verhalten bewirkt, daß ‘unser Bruder betrübt wird, so wandeln wir nicht mehr gemäß der Liebe’ (1. Kor. 10:23-33; Röm. 14:13-15).
14. (a) Welche beiden Aussprüche Jesu zeigen, von welcher Tragweite und wie gefährlich es ist, einen anderen zum Straucheln zu veranlassen? (b) Wie äußerte sich Johannes hierüber?
14 Auch Jesus betonte dies ausdrücklich. Er sagte, wenn etwas an uns selbst uns zum Straucheln veranlassen könnte, sollten wir es entfernen. Über unser Verhalten anderen Jüngern gegenüber sagte er: „Wer immer . . . einen dieser Kleinen, die an mich glauben, straucheln macht, für den ist es nützlicher, daß ihm ein Mühlstein . . . um den Hals gehängt und er ins weite, offene Meer versenkt werde.“ Des weiteren sagte er: „Es [ist] bei meinem Vater, der im Himmel ist, nicht erwünscht, daß eines von diesen Kleinen zugrunde geht“ (Matth. 18:6-10, 14). Wenn die ‘Augen deines Herzens’ tatsächlich „erleuchtet“ sind, so daß du siehst, wie wertvoll „einer dieser Kleinen“ in Jehovas Augen ist, wirst du auch die eindringlichen Worte des Johannes verstehen: „Wer seinen Bruder liebt, bleibt im Licht, und in seinem Fall gibt es keine Ursache zum Straucheln. Wer aber seinen Bruder haßt [wenn auch nur einen], ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis, und er weiß nicht, wohin er geht, weil die Finsternis seine Augen verblendet hat.“ Johannes wurde durch seine ungeteilte Liebe und Loyalität veranlaßt, solche Worte niederzuschreiben. Liebe und Loyalität sind Herzenseigenschaften, die unsere Einstellung und unsere Handlungsweise bestimmen und zu der „neuen Persönlichkeit“ gehören, die „nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist“ (1. Joh. 2:10, 11; Eph. 1:18; 4:24).
15. Mit welchen ernsten Worten sagt uns Paulus, wie wir wandeln sollen?
15 Paulus ermahnt uns ferner mit den ernsten Worten: „[Wandelt] nicht mehr so weiter . . ., wie auch die Nationen wandeln . . ., während sie wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Gefühllosigkeit ihres Herzens in geistiger Finsternis und dem Leben, das Gott gehört, entfremdet sind.“ Später beleuchtet er die positive Seite mit den Worten: „Werdet Nachahmer Gottes als ‘ geliebte Kinder, und wandelt weiterhin in der Liebe . . . Fahrt fort, als Kinder des Lichts zu wandeln, denn die Frucht des Lichts besteht aus jeder Art von Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ Ist das nicht eine vortreffliche und verlockende Frucht? Paulus kommt zu dem Schluß: „So wacht denn streng darüber, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise“ (Eph. 4:17, 18; 5:1, 2, 8-15).
DAS LICHT AUFNEHMEN UND WIDERSTRAHLEN
16. (a) Müssen wir, um unser Licht leuchten zu lassen, weiter nichts tun, als ein anständiges Leben zu führen? (b) Welche wichtige Frage wurde erörtert, als Jesus vor Pilatus stand?
16 Bei den bisher behandelten Bibeltexten ging es hauptsächlich um unser persönliches Verhalten als Kinder des Lichts sowie um unsere Verantwortung anderen gegenüber. Gottes Wort hebt aber noch einen anderen Gesichtspunkt hervor. Jesus sagte: „Ich bin das Licht der Welt“, und Paulus sprach davon, daß Christus Jesus Licht verkündigt habe (Joh. 8:12; Apg. 26:23). Wie geschah dies? Nur dadurch, daß Jesus ein vorbildliches, moralisch einwandfreies Leben führte? Viele angebliche Christen sind der Meinung, das sei alles, was sie tun müßten, um ihr Licht leuchten zu lassen. Wurde Jesus aber aus diesem Grund — wegen seiner guten und edlen Taten — verhaftet und Pilatus vorgeführt? Nein! Bei der Frage, die geklärt werden sollte, ging es um Herrschaft und Königreichsgewalt, und Jesus bildete dabei den Mittelpunkt. Das ist aus der Frage des Pilatus ersichtlich: „Bist du der König der Juden?“ Jesus gab ohne weiteres zu, ein Königreich zu haben und ein König zu sein. Pilatus brauchte aber deswegen nicht beunruhigt zu sein, denn Jesus sagte: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. . . . mein Königreich [ist] nicht von daher“ (Joh. 18:33-36).
17. (a) Was war das Hauptthema der Lehre und der Botschaft Jesu? (b) Auf welche Weise ließ Jesus dieses Licht bis zum Ende leuchten? (c) Welche Schrifttexte dienten Jesus in dieser Hinsicht als Richtschnur und Ermunterung?
17 Dieses Königreich war das Thema oder der Hauptgegenstand, die wichtigste Wahrheit der Botschaft und der Lehre Jesu. Matthäus berichtet, daß Jesus, nachdem Johannes der Täufer festgenommen worden war, „zu predigen und zu sagen [anfing]: ,Bereut, denn das Königreich der Himmel hat sich genaht.‘ “ Matthäus weist interessanterweise auch darauf hin, daß sich damals die Prophezeiung erfüllte: „Das Volk, das in Finsternis saß, sah ein großes Licht, und denen, die in einer Gegend des Todesschattens saßen: Licht ging ihnen auf“ (Matth. 4:12-17; Jes. 9:1, 2). Jesus hatte die Verpflichtung, von dieser überaus wichtigen Wahrheit Zeugnis abzulegen, klar erkannt, denn er sagte zu Pilatus: „Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege“ (Joh. 18:37). Jesus hatte das Wort seines Vaters völlig in sich aufgenommen und klar erkannt, daß sich Jehovas Vorsatz um das Königreich drehte, dessen verheißener König er war. Als Gottes einziggezeugter Sohn wußte er, daß sich die Prophezeiungen aus Psalm 2:4-8 und Jesaja 9:6, 7, in denen von einem „Sohn“ die Rede war, auf ihn bezogen und daß sie sich an ihm erfüllen würden. Er wußte auch, daß er es war, den Jehova durch den Propheten Jesaja als „mein Knecht“ angesprochen und von dem er gesagt hatte: „Ich werde dich . . . zum Licht der Nationen [geben], damit du die blinden Augen auftuest, aus dem Kerker den Gefangenen herausführest, aus dem Haus der Haft die in Finsternis Sitzenden“ und: „Ich [Jehova] habe dich auch zu einem Licht der Nationen gegeben, damit meine Rettung bis an das äußerste Ende der Erde gelange“ (Jes. 42:1, 6, 7; 49:6). Jesus wußte, daß einige dieser Schrifttexte bereits zitiert und auf ihn angewandt worden waren, als der Engel Gabriel seine Mutter Maria besucht hatte, um ihr seine Empfängnis anzukündigen, und als seine Eltern ihn als kleines Kind in den Tempel gebracht hatten und dort Simeon begegnet waren (Luk. 1:31-33; 2:25-32).
18. (a) Welche wichtige Wahrheit beleuchtet das Mustergebet Jesu? (b) Was geschah, nachdem Jesus als Lichtträger anscheinend beseitigt worden war?
18 Jesus strahlte alles, was er aufgenommen hatte, treu wider. Das ersehen wir aus dem ersten Teil des Mustergebets, wo er das Königreich mit der Heiligung des Namens Gottes verknüpfte, indem er sagte: „Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt. Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matth. 6:9, 10). Solange Jesus tätig war, breitete sich die Botschaft von diesem Königreich aus wie ein strahlendes Licht. Als aber Jesus tot an dem Marterpfahl hing, an dem er öffentlich hingerichtet worden war, schien es, als wäre dieses Licht in den durch die religiöse Gegnerschaft hervorgerufenen Sturmwolken völlig verschwunden. Doch was geschah dann? Am einundfünfzigsten Tag danach, zu Pfingsten, sprach Petrus öffentlich zu einer großen Volksmenge in Jerusalem und erklärte ihr, daß der ausgegossene heilige Geist ein Beweis dafür sei, daß Gott seinen Sohn tatsächlich von den Toten auferweckt und zu seiner Rechten erhöht habe, wodurch sich das erfüllt habe, was in den heiligen Schriften vorhergesagt worden sei (Apg. 2:22-36).
19. Was zeigt, daß die Christenversammlung des ersten Jahrhunderts das wahre Licht widerstrahlte?
19 Von da an leuchtete dieses Licht noch stärker, und sein Strahl breitete sich über ein noch größeres Gebiet aus, besonders als die Königreichsbotschaft auch den Nationen überbracht wurde, was mit der Bekehrung des Kornelius begann (Apg., Kap. 10). Alle, die diese Botschaft annahmen und Herz und Sinn damit erfüllten, strahlten dieses Licht wider. Sie erinnerten sich an den Auftrag, den ihnen Jesus erteilt hatte, als er sagte: „Ihr seid das Licht der Welt. . . . Laßt euer Licht vor den Menschen leuchten“ (Matth. 5:14-16). Die Apostelgeschichte ist dafür ein untrügliches Zeugnis. Selbst in den letzten Worten wird noch davon berichtet, daß Paulus „von dem Königreich gründlich Zeugnis ablegte“ und dabei auf eine weitere Erfüllung prophetischer Aussprüche Jesajas hinwies (Apg. 28:23-28). Auch Petrus hob diese besondere Verpflichtung der Christenversammlung hervor, als er schrieb: „Ihr . . . seid ,. . . ein Volk zum besonderen Besitz, damit ihr die Vorzüglichkeiten‘ dessen ,weit und breit verkündet‘, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat“ (1. Petr. 2:9).
20. (a) Besteht die Möglichkeit, daß Satan oder seine Diener das Licht Jehovas verdrängen? (b) Was beweist die Geschichte des neuzeitlichen Volkes Jehovas im Hinblick auf das, was Jehova durch Jesaja vorhergesagt hat?
20 Wie sieht es nun heute, nach den Jahrhunderten des sogenannten finsteren Mittelalters, aus? Zugegeben, es ist den Dienern Satans sehr gut gelungen, das Licht zu verdunkeln, indem sie „die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit“ annahmen. Doch das war für Jehova kein Problem, denn er blieb stets Herr der Lage. Ja für ihn könnte „die Finsternis . . . ebensogut das Licht sein“ (2. Kor. 11:14, 15; Ps. 139:11, 12). Uns mag die Nacht endlos erscheinen, dennoch kann nichts die Morgendämmerung aufhalten. Die Strahlen der aufgehenden Sonne fallen zuerst auf die höchsten Berge und Hügel sowie auf eine hochgelegene Stadt oder einen hochgelegenen Tempel. So war es auch mit der in den 1870er Jahren beginnenden Wiederherstellung gewisser Grundwahrheiten und der damit verbundenen Tätigkeiten — sie glich dem Aufgehen der Morgensonne. Nach einer kurzen, stürmischen Zeit der Prüfungen (von 1914 bis 1918) schenkte Gott seinen Treuen im Jahre 1919 wieder seine Gunst, die wie wohltuende Sonnenstrahlen auf sie wirkte. Seit dieser Zeit ist ihr Pfad tatsächlich „heller und heller“ geworden (Spr. 4:18). Sie erleben das, was Jehova vorhersagte, als er zu Zion, seiner Organisation, die Worte sprach: „Stehe auf, o Weib, leuchte, denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jehovas selbst ist über dir aufgeleuchtet. Denn siehe! Finsternis, sie wird die Erde bedecken und dichtes Dunkel die Völkerschaften; aber über dir wird Jehova aufleuchten, und seine eigene Herrlichkeit wird über dir zu sehen sein. Und Nationen werden bestimmt zu deinem Lichte gehen und Könige zum Glanz deines Aufleuchtens“ (Jes. 59:20; 60:1-3; 62:1-3; siehe ferner Jesaja 2:2, 3).
21. Aus wem setzt sich heute Jehovas „Knecht“ zusammen, und wie strahlen die Betreffenden seine Herrlichkeit wider?
21 Jehovas „Knecht“ setzt sich heute offensichtlich aus denen zusammen, die Jehova in Verbindung mit Christus Jesus, ihrem Haupt, dienen. Sie bilden eine aus „Zeugen“ bestehende Knechtsklasse, das geistige Israel. Zu ihnen sagt Jehova: „Ihr seid meine Zeugen . . ., mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennen und an mich glauben . . . mögt“ (Jes. 43:10-12). Sie beteiligen sich zusammen mit ihren vielen schafähnlichen Gefährten an der weltweiten Verkündigung des Königreiches. Sie nehmen das ständig zunehmende Licht des Verständnisses, das ihnen aus Gottes Wort entgegenstrahlt, dankbar an. Wie einst Moses, so strahlen daher auch die geistigen Israeliten „wie Spiegel die Herrlichkeit Jehovas“ wider, und zwar nicht nur durch ihr persönliches Verhalten, sondern auch dadurch, daß sie „diese gute Botschaft vom Königreich . . . auf der ganzen bewohnten Erde . . . allen Nationen zu einem Zeugnis“ verkünden (2. Kor. 3:4-6, 16-18; Matth. 24:14).
22. Worum beten Jehovas treue Diener heute, und was tun sie dementsprechend?
22 Der Überrest des geistigen Israel und seine Gefährten setzen das ihnen von Gott aufgetragene Werk, durch das das Königreich gepredigt wird und Jünger gemacht werden, weiterhin freudig fort. Ihr Gebet zu Jehova, durch das sie auch andere einladen möchten, sich an diesem Werk zu beteiligen, kommt in Psalm 43:3, 4 treffend zum Ausdruck: „Sende dein Licht und deine Wahrheit aus. Mögen diese selbst mich leiten. Mögen sie mich zu deinem heiligen Berg und zu deiner großartigen Wohnstätte bringen. Und ich will zu dem Altar Gottes kommen, zu Gott, meiner Jubelfreude. Und ich will dich lobpreisen auf der Harfe, o Gott, mein Gott.“
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Die biblische Wahrheit auf ungewöhnliche Weise verbreitetDer Wachtturm 1976 | 15. August
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Die biblische Wahrheit auf ungewöhnliche Weise verbreitet
● In einem Dorf eines westafrikanischen Landes ließ ein christlicher Zeuge Jehovas in einem nichtchristlichen religiösen Gebäude eine Ausgabe der Zeitschrift Der Wachtturm zurück. Der Verwalter des Gebäudes verkündete später den Dorfbewohnern: „Ein Engel Gottes hat dem Dorf eine Botschaft überbracht“ und hielt dabei die Zeitschrift hoch. Dann machte er sich an zu sagen, jeder, der einen Segen von Gott wünsche, sollte 10 Cent oder mehr für ein Blatt oder eine Seite der Zeitschrift geben.
Ein älterer Mann kaufte eine Seite. Das, was er auf dieser einen Seite las, genügte, um sein Interesse an der Botschaft der Bibel zu wecken. Bald begann er, unter der Anleitung von Zeugen Jehovas die Bibel zu studieren, und machte darin ausgezeichnete Fortschritte.
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