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Wähle den besten LebenswegDer Wachtturm 1980 | 15. Juni
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Wähle den besten Lebensweg
„[Ihr werdet] vermittels der Macht Gottes durch Glauben ... behütet“ (1. Petr. 1:4, 5).
1, 2. In welcher Situation befanden wir uns alle, bevor wir die „gute Botschaft“ kennenlernten, und welchen Grund zur Freude haben wir daher jetzt?
DER Apostel Paulus schrieb an Christen in Ephesus, einer Stadt in Kleinasien: „Ihr [wandeltet] einst ... gemäß dem System der Dinge dieser Welt ... Ja, unter ihnen führten wir alle einst unseren Wandel gemäß den Begierden unseres Fleisches, indem wir die Dinge taten, die das Fleisch und die Gedanken tun wollten, und wir waren von Natur Kinder des Zorns wie auch die übrigen. Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat wegen seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, uns, selbst als wir in Verfehlungen tot waren, zusammen mit dem Christus lebendig gemacht — durch unverdiente Güte seid ihr gerettet worden“ (Eph. 2:2-5).
2 Wir alle, die wir uns heute bemühen, Gott zu dienen, haben einst, bevor wir die Wahrheit kennenlernten, unseren Wandel gemäß dem Fleisch geführt. Sind wir aber nicht glücklich, daß wir von dem freien Willen Gebrauch gemacht haben, den Gott uns in seiner Güte gab, und daß wir einen Weg gewählt haben, auf dem wir von der Knechtschaft befreit werden und ewiges Leben erlangen können?
3. (a) Was müssen wir tun, wenn wir die Verwirklichung unserer biblisch begründeten Hoffnung erleben möchten? (b) Auf welche Weise haben wir unsere Wahl getroffen, und welche Fragen ergeben sich diesbezüglich?
3 Der Apostel Petrus schrieb den Christen des ersten Jahrhunderts, Gott habe ihnen eine „lebendige Hoffnung“ gegeben (1. Petr. 1:3). Auch wir haben eine realistische Hoffnung hinsichtlich der Zukunft. Nun ist aber das, worauf wir hoffen, noch nicht eingetroffen — unsere Hoffnung hat sich noch nicht erfüllt. Sollten wir deswegen aufgeben? Der Apostel Paulus schrieb: „Wenn wir ... auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es weiterhin mit Ausharren“ (Röm. 8:25). Wenn sich daher nicht alles so zu entwickeln scheint, wie wir erwartet hatten, dann haben wir um so mehr Grund, auszuharren und unsere Hoffnung zu stärken. Da wir nun einmal den Weg des wahren Lebens eingeschlagen haben, den besten, ja den einzigen Weg, müssen wir an unserer Wahl festhalten. Wir können nicht erwarten, daß wir die Erfüllung unserer Hoffnung erleben, wenn wir unentschlossen und unbeständig sind (Jak. 1:6-8). Wir haben unsere Wahl getroffen, indem wir uns Gott hingegeben haben und dies durch die Taufe symbolisiert haben. Doch wir werden jeden Tag mit Problemen konfrontiert, die von uns verlangen, geringere Entscheidungen zu treffen, die mit jener ersten großen Entscheidung in Übereinstimmung sind. Sind wir in der Lage, weiterhin täglich die richtigen Entscheidungen zu treffen, die uns helfen, auf dem Weg des Lebens zu bleiben? Können wir davon überzeugt sein, daß wir die Erfüllung unserer Hoffnung wirklich erleben werden?
Halte an deiner Wahl fest!
4. (a) Warum sollten wir uns nicht durch eine Enttäuschung, die durch Fehler hervorgerufen wurde, vom eingeschlagenen Weg abbringen lassen? (b) Zu welcher falschen Haltung sind Christen durch den Wunsch, daß sich ihre Hoffnung erfülle, in der Vergangenheit schon mehr als einmal verleitet worden?
4 Wenn wir treu bleiben, wird Gott nicht zulassen, daß wir Fehler machen, die unser Verderben bedeuten würden. Doch manchmal läßt er zu, daß wir uns irren, damit wir die Notwendigkeit einsehen, uns immer an ihn und sein Wort zu halten. Das stärkt unser Verhältnis zu ihm und hilft uns auszuharren, während wir warten. Wir lernen aus unseren Fehlern, daß wir in Zukunft vorsichtiger sein müssen. In allen Jahrhunderten haben Christen den starken Wunsch gehegt, daß das neue System auf der Erde aufgerichtet wird. Und da das Leben kurz ist, haben sie sich zweifellos danach gesehnt, daß das zu ihren Lebzeiten geschehen möge. Diejenigen, die sich bemüht haben, Gottes Gerichtstag „fest im Sinn“ zu behalten, sind mehr als einmal in der Geschichte übereifrig gewesen, was das Kommen dieses Tages betrifft, und haben versucht, das Eintreffen der gewünschten Ereignisse zu beschleunigen (2. Petr. 3:12). Im ersten Jahrhundert hielt es der Apostel Paulus zum Beispiel für nötig, an die Christen in Thessalonich folgende Worte zu schreiben, die wir in 2. Thessalonicher 2:1-3 finden: „Wir bitten euch jedoch, Brüder, in bezug auf die Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus und unser Versammeltwerden zu ihm hin, euch nicht schnell erschüttern und dadurch von eurem vernünftigen Denken abbringen noch euch aufregen zu lassen, weder durch eine inspirierte Äußerung noch durch eine mündliche Botschaft, noch durch einen Brief, angeblich von uns, in dem Sinne, daß der Tag Jehovas hier sei. Laßt euch in keiner Weise von irgend jemandem verführen, denn er wird nicht kommen, es sei denn, der Abfall komme zuerst und der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn der Vernichtung, werde geoffenbart.“
5. (a) Wie kam es, daß hinsichtlich des Jahres 1975 große Erwartungen gehegt wurden? (b) Weshalb trugen die zu diesem Thema veröffentlichten vorsichtigen Äußerungen nicht zur Dämpfung des besonderen Interesses an diesem Datum bei?
5 In der Neuzeit hat ein solcher Eifer, der an und für sich lobenswert ist, dazu geführt, daß man versucht hat, für die ersehnte Befreiung von den Leiden und Problemen, die die Menschen überall auf Erden plagen, ein Datum festzusetzen. Als das Buch Ewiges Leben — in der Freiheit der Söhne Gottes erschien und man darin lesen konnte, es sei sehr passend, wenn die Tausendjahrherrschaft Christi mit dem siebenten Millennium der Existenz des Menschen parallel liefe, wurden erhebliche Erwartungen bezüglich des Jahres 1975 geweckt. Es wurde damals und auch später erklärt, dies sei lediglich eine Möglichkeit. Unglücklicherweise wurden jedoch zusammen mit diesen vorsichtigen Äußerungen auch andere Erklärungen veröffentlicht, die durchblicken ließen, daß die Erfüllung solcher Hoffnungen in jenem Jahr eher wahrscheinlich als nur möglich sei. Es ist zu bedauern, daß diese späteren Erklärungen offensichtlich die vorsichtigen überschatteten und dazu beitrugen, daß die bereits geweckten Erwartungen noch gesteigert wurden.
6. Wollte Der Wachtturm vom 15. Oktober 1976 in seinen Darlegungen die Verantwortung für die gehegten Hoffnungen ausschließlich oder vor allem seinen Lesern zuschreiben? Erkläre es.
6 In der Ausgabe vom 15. Oktober 1976 schrieb Der Wachtturm, es sei nicht ratsam, sein Augenmerk auf ein bestimmtes Datum zu richten. In diesem Zusammenhang hieß es: „Falls jemand enttäuscht worden ist, weil er nicht diese Einstellung hatte, sollte er sich jetzt bemühen, seine Ansicht zu ändern, und sollte erkennen, daß nicht das Wort Gottes versagt und ihn betrogen und enttäuscht hat, sondern daß sein eigenes Verständnis auf falschen Voraussetzungen beruhte.“ Wenn Der Wachtturm hier „jemand“ sagte, so meinte er damit alle enttäuschten Zeugen Jehovas, also auch diejenigen, die an der Veröffentlichung von Informationen beteiligt waren, die dazu beitrugen, daß in bezug auf dieses Datum Hoffnungen geweckt wurden.
7. (a) Wie sollten sich solche menschlichen Fehler auf unseren Glauben an Gottes Verheißungen nicht auswirken? (b) Worauf kommt es gemäß Gottes Wort wirklich an?
7 Wir haben jedoch keinen Grund, unseren Glauben an Gottes Verheißungen erschüttern zu lassen. Wir sollten uns statt dessen veranlaßt fühlen, die Bibel noch eingehender in bezug auf den Gerichtstag zu untersuchen. Wenn wir das tun, stellen wir fest, daß das Datum gar nicht so wichtig ist. Wichtig ist, daß wir stets im Sinn behalten, daß es einen solchen Tag gibt, an dem wir alle Rechenschaft ablegen müssen — und daß dieser Tag näher rückt. Petrus forderte Christen auf, sie sollten ‘die Gegenwart des Tages Jehovas erwarten und fest im Sinn behalten’ (2. Petr. 3:12). Es kommt nicht auf ein vor uns liegendes Datum an, sondern auf unser tägliches Leben als Christen. Kein einziger Tag darf vergehen, ohne daß wir daran denken, daß wir unter Jehovas liebevoller Fürsorge und Leitung stehen und uns ihm unterwerfen müssen. Außerdem müssen wir im Sinn behalten, daß wir ihm für unsere Handlungen Rechenschaft schulden.
8. (a) Mit welchen Worten bestätigen Jesus und Paulus die Richtigkeit dieses Standpunktes? (b) Wir müssen bis zum Ende ausharren, doch wann ist dieses „Ende“, und was wissen wir über die Zeit, zu der es kommt?
8 Jesus nannte den Grund dafür: „Denn es ist dem Sohn des Menschen bestimmt, in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln zu kommen, und dann wird er einem jeden gemäß seiner Handlungsweise vergelten“ (Matth. 16:27). Auch der Apostel Paulus schrieb: „Wir werden alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen ... So wird denn jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft ablegen“ (Röm. 14:10-12). Und: „Wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar gemacht werden, damit ein jeder das ihm Zuerkannte für die Dinge empfange, die er durch den Leib getan hat, gemäß dem, was er zu tun pflegte, ob Gutes oder Böses“ (2. Kor. 5:10). Wieviel Zeit haben wir noch, bis wir Rechenschaft ablegen müssen? Jesus sagte: „Wer aber bis ans Ende ausgeharrt haben wird, der wird gerettet werden“ (Matth. 24:13). Wann ist dieses „Ende“? Für den einen kommt es am Ende dieses Systems der Dinge, für den anderen vorher, wenn er stirbt. Wieviel Zeit verbleibt daher für jeden von uns? Niemand kann den Tag seines Todes errechnen. In gleicher Weise sagte Jesus seinen Aposteln hinsichtlich der Zeit für die Aufrichtung des Königreiches Gottes: „Es ist nicht eure Sache, über die Zeiten oder Zeitabschnitte Kenntnis zu erlangen, die der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt hat“ (Apg. 1:7). Es ist uns unmöglich, das Ende der Welt im voraus zu errechnen.
Die Erfüllung unserer Hoffnung
9. Welche Worte des Petrus verleihen uns Zuversicht, um an der getroffenen Wahl festhalten zu können?
9 Falls jemand befürchtet, er könne wegen auftretender Prüfungen an seinem Entschluß, Gott und Christus zu dienen, nicht festhalten, so sollte er auf die Worte des Apostels Petrus hören. Petrus sichert uns zu, daß unsere Hoffnung zur Gewißheit wird, wenn wir durch unseren Glauben an Gott und seine zuverlässigen Verheißungen standhaft daran festhalten. Er schreibt: „Ihr [werdet] vermittels der Macht Gottes durch Glauben zu einer Rettung behütet ..., die bereit ist, in der letzten Zeitperiode geoffenbart zu werden“ (1. Petr. 1:3-5). Was lernen wir aus diesen Worten?
10, 11. (a) Wem haben wir es eigentlich zu verdanken, daß wir die „gute Botschaft“ angenommen haben, und warum? (b) Wie ermöglicht Gott es den Menschen, das Licht der Wahrheit zu erkennen? (c) Was wird in 1. Korinther 2:9 über die Fähigkeit der Menschen gesagt, von sich aus die göttlichen Wahrheiten zu verstehen?
10 Nun, wie war es, als wir zum erstenmal glaubensvoll der „guten Botschaft“ zuhörten, die uns verkündigt wurde? Konnten wir sagen, wir hätten ihren Wert von uns aus erkannt und sie gleich angenommen? Nein. „Während wir noch schwach waren“, zu hilflos, um uns selbst zu retten, „während wir noch Sünder waren“, ja während wir noch Feinde waren, wurden wir „mit Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt“ (Röm. 5:6-10). Wem haben wir daher die günstige Stellung zu verdanken, in der wir uns jetzt befinden? Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn“ (Joh. 6:44). Von uns aus wären wir nie zu einer Erkenntnis des wahren Gottes gekommen. Unsere unvollkommene, sündige menschliche Natur hätte dies nie zugelassen.
11 Wir können Gott jedoch suchen, denn er ist „einem jeden von uns nicht fern“ (Apg. 17:27). Er freut sich, wenn wir nach ihm suchen oder tastend nach ihm fühlen. Und er naht sich uns dann (Jak. 4:8). Gott kennt den Wunsch des Suchenden und schickt jemanden mit der „guten Botschaft“ zu ihm. Wenn der Suchende die „gute Botschaft“ hört und in Gottes Wort hineinschaut, wird er sich mit Hilfe des heiligen Geistes, den Gott gibt, seiner Situation bewußt. Wenn er dann an das glaubt, was Gott sagt, ist es ihm möglich, aus der Finsternis herauszukommen. In bezug auf menschliche Fähigkeiten sagt die Bibel: „Was das Auge nicht gesehen und das Ohr nicht gehört hat noch im Herzen eines Menschen aufgekommen ist, die Dinge, die Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1. Kor. 2:9). Aufgrund unseres menschlichen Denkens und unserer menschlichen Wünsche hätten wir die Wahrheit nicht verstehen können, wenn Gott nicht Mitleid mit uns gehabt und uns persönlich geholfen hätte.
12. (a) Was sollten wir ständig im Sinn behalten, um an unserer ursprünglichen Entscheidung festhalten zu können? (b) Wie kann Gott uns in gefährlichen Situationen schützen, in die wir aufgrund mangelnden Wahrnehmungsvermögens geraten könnten?
12 Da wir also wissen, daß Gott unsere Not gesehen und uns von Anfang an geholfen hat, können wir verstehen, wie es möglich ist, an unserer ursprünglichen Entscheidung festzuhalten, während die Jahre vergehen. Gott kann uns sogar in geistiger Hinsicht wachsen lassen. Wie Petrus sagt, werden wir durch Gottes Macht behütet. Wir müssen anerkennen, daß wir, nachdem wir einmal Christen geworden sind, nicht aus eigener Kraft und Weisheit oder eigenem Verständnis siegreich ausharren können — allein könnten wir es nie schaffen. Zum Beispiel ist unser Wahrnehmungsvermögen oft sehr träge. Manchmal geraten wir in Situationen und Umstände, in denen unsere christliche Lauterkeit sehr gefährdet ist, ohne daß wir uns dessen auch nur im geringsten bewußt sind (Gal. 6:1). Wir mögen im Begriff sein, einen Schritt zu tun, der ins Verderben führen könnte. Doch Gott, der auf uns achtet, der uns liebt und Mitleid mit uns hat, hält sich an seine Verheißung und mag uns im richtigen Augenblick aus der Gefahr befreien. Nachdem der israelitische König David erlebt hatte, wie Gott ihn in seiner wachsamen Fürsorge „behütet“ hatte, sagte er: „Du hast meine Seele vom Tode befreit — hast du nicht meine Füße vor dem Straucheln bewahrt? —, daß ich im Lichte der Lebendigen vor Gott wandeln möge“ (Ps. 56:13).
Vor Blutschuld bewahrt
13, 14. (a) Wie kam es dazu, daß David beinahe unschuldiges Blut vergossen hätte? (b) Wie wurde er durch Abigail von einer falschen Handlung zurückgehalten?
13 Ein Beispiel dafür, wie Gott David vor seinen eigenen unvollkommenen Überlegungen und Entschlüssen behütete und bewahrte, finden wir in 1. Samuel, Kapitel 25. Als David ein Ausgestoßener war — auf der Flucht vor König Saul, der ihn wie ein wildes Tier jagte —, unterstützten, bewachten und schützten er und seine Männer andere Israeliten, wann immer sich die Gelegenheit dazu bot. Ein Mann, dem sie halfen, war ein sehr reicher Israelit namens Nabal. Als David und seine Männer einmal in der Nähe von Nabals Hirten und ihren Schafen lagerten, erwiesen sie sich als ein Schutz vor Plündererstreifscharen, aber sie erbaten oder nahmen für ihre Dienste keinen Lohn. Als Davids Männer dann Proviant brauchten, bat David Nabal als israelitischen Bruder freundlich, ihm mit Nahrungsmitteln auszuhelfen. Statt sich aber als dankbar zu erweisen und die Selbstlosigkeit zum Ausdruck zu bringen, die das mosaische Gesetz gebot, beschimpfte Nabal Davids Männer.
14 Diese bösartige, undankbare Handlungsweise erregte Davids Zorn, so daß er mit etwa 400 Männern aufbrach, um sich an Nabal und seinem Haushalt zu rächen. Als jedoch Nabals Frau Abigail von dem schändlichen Benehmen ihres Mannes hörte, eilte sie zu David und brachte ihm reichlich Proviant. Sie flehte ihn an, aufgrund seines Verhältnisses zu Jehova seine Rachepläne aufzugeben, und sagte: „Möge dies dir nicht ein Anlaß zum Stolpern noch dem Herzen meines Herrn eine Ursache zum Straucheln werden, sowohl dadurch, daß Blut ohne Ursache vergossen wird, als auch dadurch, daß die Hand meines Herrn selbst sich Rettung schafft.“ Darauf kam David wieder zur Besinnung und erwiderte: „Gesegnet sei Jehova, der Gott Israels, der dich mir an diesem Tage entgegengesandt hat! Und gesegnet sei deine Verständigkeit, und gesegnet seist du, die du mich an diesem Tage davon zurückgehalten hast, in Blutschuld zu kommen und mir durch meine eigene Hand Rettung zu schaffen“ (1. Sam. 25:31-33).
15, 16. (a) Welche zwei Sünden hätte David begangen, wenn er nicht von seinem Vorhaben abgelassen hätte, und was rettete ihn? (b) Was lernen wir aus diesem Beispiel, und was sollte es bei uns bewirken?
15 Vom menschlichen Standpunkt aus fühlte sich David im Recht, als er aufbrach, um Nabal seine Bosheit heimzuzahlen, doch hätte er es getan, so hätte er auf sich selbst vertraut, er hätte sich selbst gerächt und sich selbst gerechtfertigt, auch hätte er Blutschuld auf sich geladen, indem er unschuldige Personen aus Nabals Haushalt getötet hätte. Was rettete ihn? Jehova Gott achtete auf ihn und bewahrte ihn vor dieser schrecklichen Sünde.
16 Aus diesem Beispiel lernen wir, daß wir nicht auf uns selbst vertrauen dürfen, während wir auf dem Weg der Rettung weitergehen, sondern daß wir immer zu Gott aufblicken müssen, der über uns wacht und der uns hilft, sicher das Ziel zu erreichen. Das sollte uns eine feste Zuversicht geben und sehr demütig stimmen.
17. (a) Sollten wir annehmen, Gott werde für einen seiner demütigen Diener von heute weniger tun? (b) Auf welche Weise mag Gott uns davor bewahren, schwerwiegende Sünden zu begehen?
17 Jemand mag jedoch einwenden: „Hier handelte es sich aber um Jehovas gesalbten König David, mit dem Gott einen Bund für das Königreich geschlossen hatte. Vielleicht würde er uns nicht soviel Aufmerksamkeit schenken.“ Können wir wirklich sagen, daß Gott, der uns mit dem kostbaren Blut seines Sohnes erkauft hat, nicht ebenso eifersüchtig über unser Leben wacht? Gewiß tut er das. Genauso, wie Gott David durch Abigail vor einer voreiligen, verhängnisvollen Handlung bewahrte, wird er auch uns aus der Versuchung befreien. Genauso, wie er Abigail veranlaßte, David zu retten, so mag er sein Wort, die Bibel, oder seine Engel oder einen unserer christlichen Gefährten gebrauchen oder die Umstände so lenken, daß wir davor bewahrt werden, etwas Törichtes zu tun. Das setzt aber voraus, daß wir Glauben haben und weiterhin demütig handeln und uns auf ihn stützen.
18, 19. Wie können wir durch diese Erkenntnis dazu ermuntert werden, auf dem Weg, für den wir uns entschlossen haben, treu auszuharren, und welche Frage bleibt noch offen?
18 Wie tröstlich und ermutigend ist es doch, dies zu verstehen! Gott sagt nicht: „Nun gut, du weißt, was du zu tun hast. Jetzt liegt es also an dir.“ Er ist vielmehr liebevoll an unserer Rettung interessiert und beschützt uns, solange wir Glauben an ihn und an das von seinem Sohn erbrachte Loskaufsopfer bekunden. Er „kennt unser Gebilde wohl, ist eingedenk dessen, daß wir Staub sind“, und weiß, daß wir von uns aus unweigerlich in dem Bemühen, bis zum Ende auf dem Weg der Gerechtigkeit zu bleiben, versagen würden (Ps. 103:10-14, 17, 18; vergleiche Psalm 38:4, 22; 40:12, 13; 130:3, 4).
19 Bedeutet das, daß wir so gut wie nichts dazu beitragen können, um treu zu bleiben — ist das allein von Gott abhängig? Wie die folgenden biblischen Darlegungen zeigen, ist dies keineswegs der Fall.
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Unserer Wahl gemäß lebenDer Wachtturm 1980 | 15. Juni
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Unserer Wahl gemäß leben
1. Was ist erforderlich, wenn wir an unserer Wahl festhalten wollen, wie dies aus Sprüche 16:9 und 1. Petrus 1:13 zu erkennen ist?
WENN wir das Leben wählen, das Gott uns anbietet, erwählen wir uns auch, den Weg Gottes zu gehen — den ganzen guten christlichen Weg. Auf diesem Weg müssen wir bleiben, und das erfordert Glauben an Gottes Verheißungen sowie Mühe und Ausharren. Aber in diesem Bemühen lassen wir uns von Gott in unseren Entscheidungen leiten, während wir stets an unserer ursprünglichen, gut durchdachten Wahl festhalten. In den Sprüchen heißt es: „Des Erdenmenschen Herz mag seinen Weg ausdenken, aber Jehova selbst lenkt in der Tat seine Schritte“ (Spr. 16:9). Petrus sagte diesbezüglich: „Darum gürtet euren Sinn zur Tätigkeit, bleibt vollständig besonnen; setzt eure Hoffnung auf die unverdiente Güte, die euch bei der Offenbarung Jesu Christi gebracht wird“ (1. Petr. 1:13).
2, 3. Was kann uns eine große Hilfe sein, ‘unseren Sinn zur Tätigkeit zu gürten’?
2 Wie können wir am besten ‘unseren Sinn gürten’? Wie können wir sichergehen, daß wir ‘besonnen bleiben’ und nicht das Gleichgewicht verlieren?
3 Als erstes können wir über die unvergleichlichen Segnungen nachdenken, die wir als Empfänger der Wahrheit Gottes haben. Wir führen schon jetzt ein besseres Leben, weil wir nicht die gleichen Sorgen, Probleme und Nöte haben wie die Welt. Wenn wir Leiden erdulden, wissen wir, warum, und erkennen auch, daß wir, wenn wir voller Glauben und Zuversicht ausharren, als bessere und brauchbarere Christen daraus hervorgehen. Und unsere Hoffnung auf eine Auferstehung hilft uns, besser über die Todesfurcht und über den Tod eines Angehörigen hinwegzukommen. Sie läßt all das Unerwünschte, was über uns kommen mag, angesichts des ewigen Lebens als unbedeutend erscheinen. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Glücklich sind die Augen, die die Dinge sehen, die ihr seht. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige begehrten die Dinge zu sehen, die ihr seht, sahen sie aber nicht, und die Dinge zu hören, die ihr hört, hörten sie aber nicht“ (Luk. 10:23, 24).
4, 5. (a) Was veranlaßte Engel, an der Rettung der Menschen so sehr interessiert zu sein, wie es in 1. Petrus 1:10-12 angedeutet wird? (b) Was sollten wir empfinden, wenn wir ihre Gründe berücksichtigen?
4 Ja, die Rettung, die wir erfahren haben, ist ein unermeßlicher Schatz, und über die wunderbare Art und Weise, wie Gott sie den Menschen zuteil werden läßt, sagt Petrus, die Propheten hätten begehrt, zu erfahren, wie Gott die Rettung ermöglichen werde, und sogar Engel hätten in diese Dinge hineinzuschauen begehrt (1. Petr. 1:10-12). Wir wissen, daß die Engel schon da waren, als die Erde gegründet wurde, ja schon zahllose Jahre davor (Hiob 38:7). Sie hatten Gottes Herrlichkeit, Weisheit und Macht und andere Facetten seiner Persönlichkeit bei Milliarden von Schöpfungswerken beobachtet. Doch hier auf der Erde geschah nun etwas Neues. Wie könnte Gott die sündige Menschheit retten? Die Engel waren daran sehr interessiert. Sie wollten erfahren, wie die Sünde des Menschen aufgrund eines menschlichen Opfers vergeben werden könnte, denn so etwas hatten sie noch nie erlebt. Gottes wunderbare Barmherzigkeit — eine hervorragendere, ansprechendere Facette seiner Persönlichkeit als seine Macht oder seine Weisheit — kam dadurch zum Ausdruck, daß er Christus zur Erde sandte, um die Menschheit zu erlösen. Gott brachte auch seine Liebe zu Sündern zum Ausdruck, indem er diejenigen leitete, die an seinen Sohn glaubten.
5 Wenn nun Engel diese Barmherzigkeit Gottes als eines der großartigsten Dinge im Universum ansehen, so sollten wir, die wir diese Barmherzigkeit empfangen haben und sie täglich verspüren, uns noch viel mehr darüber freuen und sie über alles schätzen. Welch triftigeren Grund könnten wir haben, über unsere Wahl glücklich zu sein und daran festzuhalten!
Bibelstudium sehr wichtig
6. Welche Rolle sollte das Bibellesen und das Bibelstudium im Einklang mit 1. Petrus 2:2, 3 in unserem Leben spielen?
6 Was können wir heute tun, um unsere Hoffnung festzumachen? Petrus antwortet: „Wie neugeborene Kindlein entwickelt ein Verlangen nach der unverfälschten Milch, die zum Wort gehört, damit ihr durch sie zur Rettung heranwachsen mögt, vorausgesetzt, ihr habt geschmeckt, daß der Herr gütig ist“ (1. Petr. 2:2, 3). Nur wenn wir die Bibel aufrichtig und sorgfältig lesen und studieren, können wir die geistige Kraft erlangen, die wir unbedingt benötigen. Es gibt keinen anderen Weg. Wir müssen selbst die Bibel lesen, über das, was sie sagt, nachsinnen, sie zusammen mit unserer Familie lesen und ihre Wahrheiten besprechen. Dann werden wir eine größere Liebe zu dem Wort entwickeln und ein tieferes Verlangen danach haben. Wenn schon die Könige Israels gemäß Gottes Gesetz verpflichtet waren, sich eine Abschrift des Gesetzes anzufertigen, das sie in ihrer Zeit hatten, und täglich darin zu lesen, wie können wir dann denken, wir hätten dies nicht nötig, wenn wir doch die gesamten Schriften zur Verfügung haben, die uns weise zu machen vermögen zur Rettung? (5. Mose 17:19, 20; 2. Tim. 3:15).
7, 8. (a) Was taten die Menschen in der Synagoge in Beröa, weswegen sie in Gottes Wort gelobt werden? (b) Warum ist es für uns so wichtig, die Wahrheiten in der Bibel selbst zu lesen?
7 Wen lobte Gott durch sein Wort, als die Apostel die „gute Botschaft“ verkündigten? Die Menschen in der Synagoge von Beröa, denn wie die Bibel sagt, „nahmen [sie] das Wort [der von Paulus und Silas verkündigten guten Botschaft] mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge [die sogar der Apostel Paulus sagte] so verhielten“ (Apg. 17:10, 11). Sie machten sich diese Dinge zu eigen; sie hörten nicht nur bereitwillig zu, sondern untersuchten auch die feste biblische Grundlage für das, was sie so begierig in ihren Sinn und in ihr Herz aufnahmen.
8 Wir sollten genauso handeln wie diese aufrichtigen Beröer. Warum? Weil uns die Wahrheit von menschlichen Lehrern gepredigt und gelehrt wird, doch wenn wir sie in der Bibel lesen, wird sie zu einer völlig begründeten, bleibenden Triebkraft in unserem Herzen, denn „das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus und ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch selbst bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenken und ihrem Mark und ist imstande, die Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen“ (Hebr. 4:12). Wir müssen ständig die Bibel studieren, wenn wir keine geistigen Kleinkinder bleiben wollen. Gottes Wort vermittelt uns seinen Geist und hilft uns, stark und reif zu werden. Der gleiche Grundsatz gilt, wenn wir anderen die „gute Botschaft“ verkündigen. Sie hat viel mehr Kraft, wenn wir sie aus der Bibel vorlesen, als wenn wir unsere eigenen Worte gebrauchen.
9. Welche nachteiligen Auswirkungen könnten Prüfungen auf uns haben, und was wird uns helfen, solchen Auswirkungen entgegenzuwirken?
9 Der Apostel Petrus erklärte in seinem ersten Brief, was wir als Christen tun sollten, um schließlich gerettet und von Gott belohnt werden zu können. Er gibt uns den Rat, uns durch Mühsale, Prüfungen und Verfolgung nicht entmutigen zu lassen. Wir sollten uns dadurch nicht verbittern und zu ungehorsamen, hemmungslosen Menschen machen lassen. Da wir mit dem kostbarsten Preis erkauft wurden, mit dem Blut Jesu Christi, der unsere Sünden trug, als er für uns starb, sollten wir hinsichtlich unserer „Sünden“ tot sein. Dadurch, daß wir Christi Sühnopfer für unsere Sünden annehmen, erkennen wir an, daß wir nicht weiter sündigen dürfen. Wir dürfen daher keine Form von Schlechtigkeit, Trug, Heuchelei, Neid und Verleumdung auch nur einen Augenblick lang erwägen oder ihr nachgeben (1. Petr. 2:1).
10. Wie können wir den Rat des Apostels befolgen, daß die in der Welt gepflegten unreinen Handlungen unter uns nicht einmal „erwähnt“ werden sollten?
10 Der Apostel Paulus sagte sehr nachdrücklich, daß die Dinge, die die Welt tut und die Christen getan haben mögen, bevor sie die Wahrheit erkannten, so schlecht sind, daß sie unter Christen nicht einmal „erwähnt“ werden sollten (Eph. 5:3). Natürlich ‘erwähnte’ Paulus diese unbiblischen Dinge, doch nur, um sie als schlecht zu bezeichnen. Er gab jedoch Christen den Rat, nicht darüber nachzusinnen, sie nicht in Einzelheiten zu beschreiben und nicht darüber zu sprechen, wie diese Dinge getan werden, und sie so zum Gesprächsthema zu machen. Jemand, der sich in der Vergangenheit solcher Dinge schuldig gemacht hat, sollte sich nicht mit Genuß daran erinnern, sondern sollte deswegen beschämt sein (Röm. 6:21).
11. Worauf sollten wir als Ausdruck unseres Glaubens Wert legen, wie aus 1. Petrus 4:8, 9 hervorgeht, und durch welches Verhalten zeigt sich dies?
11 Ein Christ muß jedoch mehr tun, als nur alles Schlechte und Negative zu meiden, wenn er die Erfüllung seiner Hoffnung erleben möchte. Der Apostel Petrus schreibt in 1. Petrus 4:8, 9: „Habt vor allem inbrünstige Liebe zueinander, denn Liebe deckt eine Menge von Sünden zu. Seid gastfreundlich gegeneinander ohne Murren.“ Wir haben eine ständige Verpflichtung gegenüber unseren Mitmenschen, besonders denen gegenüber, die uns im Glauben verwandt sind. Aufgrund unserer Liebe werden wir viele Fehler und Sünden unserer Brüder übersehen. Wahre Christen sind nicht darauf aus, bei anderen Fehler zu suchen, und sie werden auch nicht argwöhnisch und verurteilen andere nicht, weil sie bei ihnen Fehler finden. Sind wir darauf bedacht, Gastfreundschaft zu erweisen? Strengen wir uns an, zueinander freundlich zu sein und uns gegenseitig zu helfen? Oder murren wir, wenn sich eine Gelegenheit dazu ergibt? Würden wir das tun, so würden wir uns bald die Freude nehmen und auch der Belohnung verlustig gehen, die man für Gutestun empfangen würde. Wenn wir das, was wir tun, nicht von Herzen tun, ist es Gott nicht wohlgefällig.
Mache von deiner Gabe richtigen Gebrauch
12. (a) Welche Glieder der Versammlung empfangen hilfreiche ‘Gaben’, und werden von allen dieselben Fähigkeiten erwartet? (b) Inwiefern sind diese Personen „Verwalter“ Gottes, und welche Verantwortung ruht auf ihnen?
12 Petrus spricht auch davon, daß wir unsere Gaben gebrauchen sollten. Jeder hat gewisse Fähigkeiten, aber niemand hat alle Fähigkeiten zusammen. Auch haben einige gewisse Gaben in größerem Maße als andere. Wir können nicht erwarten, daß andere das gleiche tun wie wir oder gewissermaßen in die gleiche Form passen. Petrus schreibt: „In dem Verhältnis, wie jeder eine Gabe empfangen hat, gebraucht sie, indem ihr einander als vortreffliche Verwalter der unverdienten Güte Gottes dient, die auf mannigfaltige Weise zum Ausdruck kommt“ (1. Petr. 4:10). Wenn jemand eine Fähigkeit hat, die für die Versammlung nützlich ist, sollte er sich als ein von Gott eingesetzter Verwalter dieser Gabe betrachten und sie anwenden. Er weiß, daß die Gabe von Gott kommt, dem Geber jeder guten und vollkommenen Gabe. Derjenige, der die Gabe hat, wird zu ihrem Verwalter, und er ist ihrem Geber, seinem Herrn, dafür verantwortlich, wie er sie benutzt (1. Kor. 4:2; Jak. 1:17). Er hat sie durch Gottes unverdiente Güte empfangen, und durch diese unverdiente Güte wird der Christenversammlung das vermittelt, was sie benötigt. Sie kommt auf ganz unterschiedliche Weise zum Ausdruck, und verschiedene Personen in der Versammlung leisten ihren Beitrag zu dem, was benötigt wird. Wenn jemand von uns eine bestimmte Fähigkeit hat und sie nicht zum Wohl der Versammlung anwendet, verfehlt er den Zweck seines Verwalteramtes.
13. Inwiefern werden diejenigen, die in der Versammlung sprechen, aufgefordert, so zu reden, „als wären es die heiligen Aussprüche Gottes“?
13 Der Apostel beschreibt als nächstes die verschiedenen Gaben und wie sie gebraucht werden sollten. Er schreibt: „Wenn jemand redet, so rede er, als wären es die heiligen Aussprüche Gottes“ (1. Petr. 4:11a). Das bedeutet nicht, daß alles, was er spricht, richtig ist und daß andere das tun müssen, was er sagt. Doch wenn er redet, sollte er nicht seine eigene Meinung äußern oder unbewiesene Behauptungen aufstellen. Er sollte davon überzeugt sein, daß das, was er sagt, die Wahrheit ist — daß es sich auf die Aussprüche Gottes stützt und mit dem Geist der Bibel in Übereinstimmung ist —, daß er es mit der Bibel beweisen kann. Nur so kann er anderen eine Hilfe sein.
14. (a) Wie kann jemand gemäß 1. Petrus 4:11 anderen in der Versammlung „dienen“? (b) Was sollte ein solcher stets dabei im Sinn behalten, und wie wird er belohnt werden?
14 Nach dem Reden erwähnt Petrus das Handeln und schreibt: „Wenn jemand dient, so diene er als von der Kraft abhängig, die Gott darreicht“ (1. Petr. 4:11a). Jemand in der Versammlung, der die materiellen Mittel hat, einem Bruder oder einem anderen Mitmenschen zu helfen, oder der die Gelegenheit hat, einen nützlichen Dienst zu leisten, kann unter seinen Brüdern die Liebe fördern. Wenn er diese Fähigkeit hat, muß er seine Hilfe in Anerkennung dessen leisten, daß er die Gelegenheit und die Mittel dazu von Gott erhalten hat. Das ist nicht nur Gott wohlgefällig, sondern macht auch den Dienst des Christen wirkungsvoll, denn Gott wird den segnen, der ihm demütig dient. Er wird ihn belohnen, indem er seinen Glauben stärkt und ihm mehr Gelegenheiten bietet, seine Gaben anzuwenden. In den Sprüchen heißt es diesbezüglich: „Die freigebige Seele wird selbst fett gemacht werden, und wer andere reichlich tränkt, wird auch selbst reichlich getränkt werden“ (Spr. 11:25).
15. Wie kann Gott durch Jesus Christus als Ergebnis unseres Bemühens, unser Verwalteramt treu zu versehen, verherrlicht werden?
15 Was ist das Hauptergebnis unserer Bemühungen, unsere Gaben oder Fähigkeiten auf diese Weise zu gebrauchen? Bringen sie uns der vollständigen Erfüllung unserer Hoffnung näher? Ja, denn sie bewirken das Wichtigste, was wir durch unseren ursprünglichen Entschluß, Gott zu dienen, erreichen wollten, nämlich daß „in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus“ (1. Petr. 4:11b). Wenn wir vortreffliche Werke vollbringen, die mit der Bibel in Übereinstimmung sind, wird Christus verherrlicht, denn durch ihn haben wir unser Verhältnis zu Gott und die Aussicht auf Rettung erlangt. Und Gott wird verherrlicht, weil er es war, der seinen Sohn zur Erde sandte; indem wir also Christus verherrlichen, verherrlichen wir auch Gott.
Wie sich Leiden für uns zum Guten auswirken
16. Warum hat ein Christ trotz Druck oder Verfolgung Grund zur Freude?
16 Wenn wir so leben, werden wir sowohl Jehova Gott als auch seinen Sohn Jesus Christus verherrlichen und Freude daran finden, ihnen zu dienen. Mit dieser Erkenntnis können wir zufrieden und glücklich sein. Es kann sein, daß Druck auf uns ausgeübt wird, ja daß wir Mühsale und Verfolgung erleiden müssen. Dennoch können wir auf unserem Lebensweg glücklich bleiben. Der Apostel Petrus sprach in seinen beiden Briefen viel über das Leiden — über seine Ursache, seinen Zweck und seinen Ausgang für diejenigen, die treu ausharren. Er schrieb an Christen seiner Tage über ihre Hoffnung und über den Schutz, den Gott ihnen verliehen hatte, und sagte: „Über diese Tatsache freut ihr euch sehr, obwohl ihr jetzt für eine kleine Weile, wenn es sein muß, durch mancherlei Prüfungen betrübt worden seid, damit die geprüfte Echtheit eures Glaubens, viel wertvoller als Gold, das vergeht, obwohl es durch Feuer erprobt wird, bei der Offenbarung Jesu Christi als eine Ursache zum Lobpreis und zur Herrlichkeit und Ehre erfunden werde“ (1. Petr. 1:6, 7).
17, 18. (a) Warum gebraucht der Apostel Petrus, wenn er von den Leiden des Christus spricht, die Worte: „... wenn der Wille Gottes es wünscht.“? (b) Wie sollte ein Christ heute gleich dem Apostel Paulus Leiden betrachten, die über ihn kommen, weil er an der getroffenen Wahl festhält?
17 Im dritten Kapitel seines ersten Briefes lenkte Petrus die Aufmerksamkeit auf die Leiden des Christen und schrieb: „Denn es ist besser, für Gutestun zu leiden, wenn der Wille Gottes es wünscht, als für Übeltun“ (V. 17). Weshalb sagte er von solchen Leiden: „... wenn der Wille Gottes es wünscht.“? Er erklärte: „Geliebte, laßt euch das, was unter euch brennt und was euch als Prüfung widerfährt, nicht befremden, als ob euch etwas Befremdendes zustoße. Im Gegenteil, freut euch weiterhin, insofern ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, damit ihr euch auch während der Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Frohlocken freuen könnt. Wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet, seid ihr glücklich, weil der Geist der Herrlichkeit, ja der Geist Gottes, auf euch ruht“ (1. Petr. 4:12-14; vergleiche Apostelgeschichte 5:41, 42).
18 Christen ziehen es zwar nicht vor zu leiden, und sie sind nicht darauf aus, Märtyrer zu sein, doch wenn es nötig ist, wegen des treuen Dienstes für ihren Herrn, Christus, zu leiden, so tun sie es gern. Es gibt keine größere Ehre für einen Christen, als für seinen Glauben zu sterben. Bevor sich der Apostel Paulus dafür entschied, Christus nachzufolgen, womit viele Schmähungen und Leiden verbunden waren, hatte er die besten Aussichten, Ruhm, Ehre und eine hohe Stellung zu erlangen. Beachte, wie er darüber dachte: „Welche Dinge mir Gewinn waren, diese habe ich um des Christus willen als Verlust betrachtet. Ja, tatsächlich betrachte ich überhaupt auch alle Dinge als Verlust wegen des alles übertreffenden Wertes der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen habe ich den Verlust aller Dinge erlitten, und ich betrachte sie als eine Menge Kehricht, damit ich Christus gewinne ..., um ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Teilhaberschaft an seinen Leiden, indem ich mich einem Tode gleich dem seinigen unterziehe“ (Phil. 3:7-10). Paulus hatte den Wunsch, in jeder Hinsicht wie Christus zu sein, und er betrachtete es als die größte Ehre, so sterben zu müssen wie er.
19, 20. (a) Inwieweit läßt Gott solche Leiden über seine Diener kommen? (b) Wie kann der Zorn von Gegnern und Verfolgern letzten Endes dazu beitragen, daß Gott verherrlicht wird? Was hinsichtlich der Dauer der von Gott zugelassenen Leiden kann uns zum Ausharren ermuntern?
19 Außerdem weist Petrus nicht nur darauf hin, daß es eine Belohnung gibt, sondern erklärt auch, daß Gott Leiden nur insoweit zuläßt, als sie für uns zur Schulung und Erziehung gereichen. Der Psalmist schrieb: „Des Menschen Grimm selbst wird dich lobpreisen“ (Ps. 76:10). Wenn Gott zuläßt, daß Menschen ihren Zorn an uns auslassen, können wir sicher sein, daß durch unser Leiden oder unseren Tod Gutes bewirkt wird. Wir werden dadurch nicht nur geschult, sondern Gott wird auch die Absicht der Bösen zunichte machen, indem er bewirkt, daß andere, die beobachten, daß wir um seines Namens willen leiden, ihn verherrlichen. Außerdem dauern die Leiden nur eine verhältnismäßig kurze Zeit und werden dann zu Ende gehen.
20 Petrus tröstet Christen daher: „Nachdem ihr eine kleine Weile gelitten habt, wird der Gott aller unverdienten Güte, der euch zu seiner ewigen Herrlichkeit in Gemeinschaft mit Christus berufen hat, eure Schulung selbst beenden, er wird euch befestigen, er wird euch stärken“ (1. Petr. 5:10).
21. (a) Welche Fragen können wir uns jetzt möglicherweise stellen? (b) Welche wertvollen Gedanken erwähnt der Apostel Petrus am Ende seines zweiten Briefes?
21 Glaubst du, daß du die richtige Wahl getroffen hast? Glaubst du, daß du an deiner Wahl festhalten kannst, und zwar nicht nur, indem du das, was über dich kommt, passiv erduldest, sondern indem du Gott aktiv dienst? Bist du bereit, dich anzustrengen, von deinen Gaben Gebrauch zu machen, um deinen Brüdern beizustehen? Hast du den Wunsch, anderen zu helfen, die „gute Botschaft“ kennenzulernen und die gleiche Wahl für sich zu treffen, und bist du bereit, ihnen zu helfen festzustehen, während sie ihrer Wahl entsprechend leben? Petrus tröstet und stärkt uns durch die abschließenden Worte seines zweiten Briefes: „Ihr daher, Geliebte, die ihr dies im voraus wißt, hütet euch, damit ihr nicht durch den Irrtum derer, die dem Gesetz trotzen, mit ihnen fortgerissen werdet und aus eurem eigenen festen Stand fallt. Nein, sondern wachst weiterhin in der unverdienten Güte und an Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit sowohl jetzt als auch bis zum Tage der Ewigkeit“ (2. Petr. 3:17, 18).
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Durch unser Bibellesen wird die Wahrheit unserem Herzen eingeprägt.
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Achte darauf, daß sich dein Rat auf die Bibel stützt. Nur so ist er eine wirkliche Hilfe.
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Anderen mit unseren Fähigkeiten demütig zu dienen fördert die Liebe und trägt Gottes Segen ein.
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Nachrichten und ihre tiefere BedeutungDer Wachtturm 1980 | 15. Juni
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Nachrichten und ihre tiefere Bedeutung
Sex nach dem Tod?
● Die in der Schweiz gebürtige Psychiaterin Dr. Elisabeth Kübler-Ross ist durch ihre bahnbrechende Forschung über Tod und Sterben sowie durch ihr Buch zu diesem Thema, das ein Bestseller wurde, bekannt geworden. Sie gelangte zu der Überzeugung, daß die Erfahrungsberichte vieler Personen, die nach dem klinischen Tod wiederbelebt wurden, ein Beweis dafür seien, daß „Menschen beim Tod ganz einfach ihren Körper abschütteln, wie ein Schmetterling aus seinem Kokon schlüpft“. Gemäß der Zeitschrift „Time“ hat sie sich nun mit dem Spiritualisten Jay Barham zusammengetan, der „Séancen leitet, bei denen es zum Geschlechtsverkehr zwischen den Teilnehmern und ,Wesen‘ aus der Geisterwelt kommt“. Barham behauptet, daß sich die ,Wesen‘ verkörpern und dabei Zellen von seinem Körper gebrauchen.
„Die Wesen sind außergewöhnlich an Sex interessiert“, so die „Time“. Ob nun Barhams sinnliche „Wesen“ Wirklichkeit sind oder ob es sich dabei um eine Zeitungsente handelt, sei dahingestellt, jedenfalls zeigt die Bibel, daß irgendwelche „Geister“, mit denen man in Séancen Verbindung aufnimmt, keine Verstorbenen sind. Es sind dieselben sextollen „Gottessöhne“ (himmlische Wesen), die in den Tagen Noahs ein Verlangen nach Frauen hatten und sich materialisierten, um sich diejenigen zu Frauen zu nehmen, „die ihnen besonders gefielen“ (1. Mose 6:1, 2, „Menge“, Fußnote).
Da diese bösen „Geister im Gefängnis“ oder Dämonen seit der Sintflut von Gott daran gehindert werden, wieder Menschengestalt anzunehmen, gebrauchen sie Mittelspersonen, um ihre verderbten Pläne auszuführen. Daher Gottes warnende Worte: „Es sollte sich in dir nicht jemand finden, ... der ein Geistermedium befragt, oder ein berufsmäßiger Vorhersager von Ereignissen oder jemand, der die Toten befragt“ (1. Petr. 3:19, 20; 5. Mose 18:10-12; siehe auch 2. Petrus 2:4; Judas 6).
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