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  • Mit ganzem Herzen dienen wird reich belohnt
    Der Wachtturm 1963 | 1. August
    • Mit ganzem Herzen dienen wird reich belohnt

      Erzählt von Mona Brzoska

      MEINE Augen standen voll Tränen, als ich das große Stadion in der Nähe von Paris betrachtete, das Zehntausende von Anbetern Jehovas gefüllt hatten. Es war August 1961. Dreißig Jahre zuvor, als ich den Dienst einer Missionarin in Frankreich und Belgien aufnahm, gab es nur ein Häuflein von Gliedern des Volkes Jehovas in diesen Ländern. Es war kaum zu glauben, daß schon nach drei Jahrzehnten diese riesige Menschenmenge den Dienst Jehovas aufgenommen hatte. Welch ein Vorrecht war es doch, an dieser Einsammlung einen Anteil gehabt zu haben! Ich war Jehova sehr dankbar, daß er mir geholfen hatte, in den Tagen meiner Jugend seiner zu gedenken.

      Kurz vor dem Waffenstillstand im Jahre 1918 wurden meine Eltern auf ein Plakat aufmerksam, das zum Besuch des Vortrags „Wo sind die Toten?“ einlud. Die Zusammenkunft wurde von der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung veranstaltet. Was Mutter bei jenem Vortrag lernte, war mit einem Scheinwerferlicht zu vergleichen, das die Heilige Schrift erleuchtete. Sie war völlig überzeugt, daß sie die Wahrheit gehört hatte. Auch mein Vater entschloß sich, die Angelegenheit zu untersuchen. Bald wurden wöchentlich Bibelstudien in unserem Hause abgehalten.

      Ich wurde von der Sonntagsschule abgemeldet. Meine Mutter erklärte mir, daß das, was ich dort über die Seele, Hölle und Dreieinigkeit gelernt hatte, nicht richtig sei. Jeden Sonntag wurde ich zum Londoner „Tabernacle“ mitgenommen, und ich wuchs in der Erkenntnis und im Glauben heran. 1925 begann ich, ernsthaft über meine persönliche Verantwortung vor Jehova nachzudenken. Die Begeisterung, die in jenem Jahr auf dem Londoner Kongreß herrschte, machte mich glücklich, die Wahrheit zu kennen und ein Leben der Lobpreisung Jehovas vor mir zu sehen. Obwohl ich noch zur Schule ging, entschloß ich mich, mich Gott hinzugeben.

      Als ich mich Jehova hingab, fiel es mir jedoch nicht ein, die Laufbahn des Vollzeitdienstes einzuschlagen, denn ich war damals sehr erfolgreich in meinen Studien und hatte eben ein Stipendium erhalten, das mir ermöglichen würde, mein Studium fortzusetzen. Mutter wurde krank. Jetzt stand ich vor einer Entscheidung: Sollte ich mein Studium fortsetzen oder aufhören und für Mutter sorgen? Ich betete aufrichtig um Leitung, und es dauerte nicht lange, bis ich davon überzeugt war, was Jehovas Wille für mich war.

      Es fiel mir nicht leicht, die Schule zu verlassen, doch ich erkannte bald, wie bedeutungsvoll dieser Schritt war. Nun war ich nicht mehr mit meinen früheren Freunden, sondern mit jungen Brüdern und Schwestern, die bereits im Vollzeitdienst standen, in enger Verbindung. Als der Präsident der Watch Tower Society Brüder auswählte, die nach Indien und Spanien gehen sollten, war ich tief beeindruckt. Ich erkannte, wie sehr es in vielen Ländern an Arbeitern mangelte.

      Etwa um die gleiche Zeit hörte ich eine Ansprache auf einem Kongreß, die ich nie vergessen werde. 2. Chronika 31:21 lag ihr zugrunde: „Und in allem Werke, das er [Hiskia] anfing im Dienste des Hauses Gottes ..., handelte er mit ganzem Herzen, und es gelang ihm.“ Ich war entschlossen, daß, wenn Mutter wieder gesund werden sollte, ich den Vollzeitdienst Jehovas zu meiner Laufbahn machen wollte. Wie Hiskia wollte auch ich mit ganzem Herzen dienen und Gelingen haben.

      Zunächst bekam ich die Gelegenheit, die Tätigkeit durchzuführen, die wir damals den „Hilfspionierdienst“ nannten. Durch diese Tätigkeit empfing ich viel Freude. Im Jahre 1928 war ich in der Lage, der Gesellschaft zu melden, daß ich irgendwohin gehen könne, wo Arbeiter gebraucht würden. Eine kleine Schar von uns wurde ausgewählt, Geschäftshäuser in einigen großen Städten Englands zu bearbeiten. Zuerst dachte ich, daß ich nie eine solche Aufgabe erfüllen könnte. Schon von zu Hause fortzugehen kostete mich viel Überwindung. Doch ich erinnerte mich solcher Beispiele wie Moses und Jeremia und dachte, daß, wenn Jehova mich aufgefordert hatte, diese Arbeit zu tun und ich mit ganzem Herzen diente, er mir auch helfen würde, sie erfolgreich auszuführen. Das tat er auch, und als ich es erlebte, wurde ich angespornt, neue Aufgaben anzunehmen, die mir zugeteilt wurden und die ich aus eigener Kraft nicht hätte erfüllen können.

      Ich hatte so viele beglückende und stärkende Erfahrungen, daß ich den Ruf nach Freiwilligen, die bereit wären, auf dem Kontinent zu arbeiten, mit den Worten erwidern mußte: „Hier bin ich! Sende mich!“ Die Gesellschaft nahm meine Bewerbung an. Jetzt durfte ich das, was ich mir als Kind zum Ziel gesetzt hatte, ausüben: den Missionardienst.

      ALS MISSIONARIN IM AUSLAND

      Eines kalten Morgens im Januar 1931, als eine tiefe Schneedecke auf dem Boden lag, verließen meine Gefährtin und ich das Schiff und betraten französischen Boden. Wie froh war ich doch, daß ich auf der Schule Französisch studiert hatte! Wir leisteten wirklich die Arbeit von „Pionieren“, denn es gab damals keine Missionarheime. Alles war uns so fremd: z. B. das Essen und die Getränke — ich stellte bald fest, daß keiner Tee trank —, man fuhr auf der rechten Seite der Straße und es gab auch wichtigere Unterschiede, z. B. auf religiösem Gebiet. Die Sprache war zunächst ein besonderes Problem. Doch wir wurden mit ständiger Übung immer gewandter.

      Wir gingen zur Polizei, um Ausweise zu bekommen. Das war für mich etwas Neues. Ich nehme an, daß der Beamte dachte, daß wir Schutz brauchten, denn als ich fragte, ob er wüßte, wo wir ein passendes Zimmer finden könnten, gab er einem seiner Leute schnell Anweisungen und sagte uns, daß wir ihm folgen sollten. Man stelle sich unsere Überraschung vor, als wir uns plötzlich im Eingangs­flur eines römisch-katholischen Klosters befanden, wo Mädchen Unterkunft und Verpflegung bekommen konnten! Nach diesem Abenteuer und einigen weiteren fanden wir schließlich ein Zimmer, das unseren finanziellen Verhältnissen entsprach.

      Die winterliche Kälte stellte ein großes Problem dar. Oft mußten wir zuerst das Eis im Wasserkrug durchbrechen, ehe wir uns morgens waschen konnten. Wir hatten nur einen kleinen Ölofen, auf dem wir uns Kleinigkeiten kochen konnten. Oft fuhren wir fünfzehn bis fünfundzwanzig Kilometer weit, um Teile unseres Gebietes zu erreichen. Es war unsere Aufgabe, überall Literatur zu verbreiten und uns dann gleich in neue Gebiete zu begeben. Trotzdem begannen sowohl katholische wie auch protestantische Kirchenzeitschriften vor uns zu warnen. Sehr häufig bewirkten jedoch solche Warnungen nur, daß man sich noch mehr für uns interessierte.

      In der Zwischenzeit wurde das Volk des Herrn in Europa mit seinem neuen Namen, Jehovas Zeugen, immer bekannter. Welch ein Vorrecht war es doch, an diesen frühen Bemühungen einen Anteil zu haben. Selten sahen wir andere Zeugen, außer auf Kongressen und zu Hause während unseres jährlichen Urlaubs. Doch damals tauschten wir Briefe mit anderen Missionaren in Frankreich und Spanien aus. Obgleich wir allein waren, versäumten wir es nie, jeden Sonntag unser Wachtturm-Studium abzuhalten. Diese Aufnahme der geistigen Speise war ein Schutz für uns.

      1935 wurde ein glückliche Schar von uns nach Belgien zugeteilt, wo es insgesamt nur etwa sechzig Zeugen gab. Die Geistlichen nahmen uns unseren Einzug in ihre Weideplätze übel. Sie versuchten alles mögliche, um uns hinauszutreiben. Sie warnten ihre Schäfchen vor uns, bedrohten uns, ließen die Landespolizei kommen, schickten Kinder hin, die uns belästigen, mit Steinen bewerfen und unsere Fahrradreifen durchstechen sollten, und sie gingen hinter uns her, um die Literatur, die wir verbreitet hatten, wieder einzusammeln. Trotzdem sagten mir die Dorfbewohner oft: „Geben Sie mir einige von Ihren Broschüren! Wenn der Priester vorbeikommt, gebe ich ihm dann nur eine davon, um ihn zufriedenzustellen, und ich kann die übrigen zum Lesen behalten!“ Da Belgien kleiner ist als Frankreich, konnten wir des öfteren im Zweigbüro zusammenkommen. Die glückliche Gemeinschaft, die wir mit unseren Mitverkündigern pflegten, war anregend und ermunternd für uns. Doch wurden die Verhältnisse immer kritischer, als der 2. Weltkrieg näherrückte.

      DIE KRIEGSJAHRE

      Im Sommer des Jahres 1939 brach der Krieg aus, und wir mußten vom Grenzgebiet wegziehen. Wir lebten unter dem ständigen Druck des Krieges. Oft wurden wir vor die Behörden geholt und angeklagt, Spione oder Glieder der Fünften Kolonne zu sein. Mehr denn je empfand ich die Wichtigkeit, daß man von ganzem Herzen dient. Am 10. Mai 1940 kam die Invasion in Belgien, und wir mußten vor dem schnell vorrückenden Nazi-Heer fliehen. Im Herzen dachten wir oft nach, als wir mit dem Rad über die Straßen in Flandern fuhren, unsere wenigen Sachen bei uns hatten und in Scheunen oder irgendeiner anderen Art von Unterkunft, die wir finden konnten, schliefen. Die meisten Dörfer waren menschenleer. Hier und da lagen neben der Straße die Leichen derer, die in den Bomben­angriffen und Kämpfen, die um uns tobten, umgekommen waren. Ich empfand das Bedürfnis, immer wieder zu beten, um den Mut nicht zu verlieren. Ich war jedoch in einer Hinsicht sehr dankbar: Ich hatte jede Aufgabe bis dahin mit ganzem Herzen erfüllt. Wie hätte ich es doch bedauert, das nicht getan zu haben!

      Eines Tages wurde unsere Gruppe geteilt. Meine Partnerin schaffte es, über den Kanal zu kommen, die Gruppe jedoch, mit der ich zusammen war, wurde in jeder Hafenstadt am Kanal abgewiesen. Ich hatte wenig Geld, und die Lage war sehr gefährlich für mich, nicht nur wegen meiner englischen Staatsangehörigkeit, sondern besonders weil ich ein Vollzeitdiener der Zeugen Jehovas war. Hitler war entschlossen, alle Zeugen auszurotten. Alle Flüchtlinge wurden aufgefordert, in ihre Heimat zurückzukehren. Dies bedeutete für mich, nach Belgien zurückzugehen, das bereits kapituliert hatte. Der größte Teil Frankreichs war ebenfalls besetzt. War unsere Tätigkeit zu Ende?

      Wieder in Belgien angekommen, stellte ich fest, daß mein Name auf der „schwarzen Liste“ der Gestapo stand. Was sollte ich jetzt tun? Wo könnte ich wohnen? Irgend jemand, der einen Engländer aufnähme, würde erschossen werden. Wenn ich also bei Zeugen bliebe, würde ich sie in Gefahr bringen. Andererseits fehlte mir jegliches Mittel zum Lebensunterhalt in diesem Gebiet, das nunmehr feindlich war. Ich konnte nicht einmal eine Lebensmittelkarte bekommen. Ich dachte darüber nach, was wohl Jehovas Wille jetzt für mich sei, und ich bat ihn, mir diesen Willen zu zeigen. Jetzt wiederholte ein Zeuge, den ich schon etliche Jahre kannte, seinen Heiratsantrag. Ich erwog den Schritt gebetsvoll und sagte zu.

      DAS PREDIGEN IM UNTERGRUNDWERK

      Mit Hilfe der belgischen Behörden heirateten wir und fanden eine Wohnung. Das Untergrundwerk wurde bereits organisiert, und verantwortliche Brüder fragten mich, ob ich daran teilnehmen würde. Die dunkle Zukunft wurde jetzt etwas heller. Mein Mann war damit einverstanden und nahm eine Arbeit an, durch die er mir helfen konnte, diese neue Art des Vollzeitdienstes durchzuführen. Nachdem wir die geistige Speise übersetzten und heimlich vervielfältigten, war es meine Aufgabe, die geistige Speise zu Verteilerstellen zu bringen, von wo aus sie an die Brüder weitergegeben wurde.

      In unserer Untergrundtätigkeit entkamen wir der Gefahr oft mit knapper Not. An einem Tag kam ich zum Haus eines Bruders, unmittelbar nachdem die Gestapo die Wohnung verlassen hatte. Sie war vorbeigekommen, weil jemand einen anonymen Brief gegen mich an sie geschickt hatte. Ein anderes Mal wurde ich in letzter Minute davon zurückgehalten, die Wohnung eines Zeugen aufzusuchen, in der ich Anweisungen bekommen sollte. Am gleichen Sonntagmorgen hatte ihn die Gestapo verhaftet. Bewaffnete Wachposten standen drei Tage lang vor dem Haus, um alle Zeugen zu verhaften, die erscheinen sollten. Ein Bruder, der dort vorbeiging, wurde nicht erkannt und konnte mich dann warnen, dem Hause fernzubleiben. Manchmal waren mir Nazi-Soldaten behilflich, aus dem Zug oder der Straßenbahn zu steigen oder halfen mir mit meiner Tasche. Wenn sie gewußt hätten, daß die Tasche voll Literatur war!

      Wie kostbar war doch die geistige Speise, die uns erreichte. Wir versammelten uns in sehr kleinen Gruppen an verschiedenen Tagen und in verschiedenen Wohnungen. Meistens saßen wir um einen Tisch, der mit Speise bedeckt war, für den Fall, daß unwillkommene Besucher kämen. Zur Zeit des Gedächtnismahls strengten wir uns im Predigtwerk immer besonders an. Im Jahre 1943 stieß ich auf eine zehnköpfige interessierte Familie und durfte zu meiner großen Freude erleben, wie sie sich Jehovas Organisation anschloß. In den Kriegsjahren lernte ich mehr denn je zuvor die treue Bruderschaft des Volkes Jehovas in gefahrvollen Zeiten und den Wert der geistigen Speise, deretwegen viele ihr Leben aufs Spiel setzten, schätzen.

      DAS WACHSTUM IN DER NACHKRIEGSZEIT

      Im Laufe der Zeit nahm der Krieg eine Wendung, und unser Teil Europas wurde befreit. Jetzt konnte ich kurz nach England reisen und meine Eltern wieder sehen. Welch eine Freude war es, sie zu sehen und Erfahrungen mit ihnen auszutauschen! Es war wunderbar, so viele Brüder wieder zu treffen, ungehindert Zusammenkünfte zu besuchen und den Fortschritt der Organisation Jehovas zu beobachten!

      Sobald ich nach Belgien zurückkehrte, wurden mein Mann und ich eingeladen, als Übersetzer in dem kleinen Zweigbüro in Brüssel zu arbeiten. Eine unserer größten Freuden war es, festzustellen, daß in den harten und gefährlichen Kriegsjahren das Häuflein von Zeugen in Belgien jetzt eine Menge von Hunderten geworden war — ein Wunder, das nur durch Jehovas Geist möglich war.

      Im Dezember 1945 besuchte der dritte Präsident der Gesellschaft, Bruder Knorr, Belgien zum ersten Mal in der Nachkriegszeit. Ein Absolvent der Watchtower Bible School of Gilead kam nach Belgien, um uns bei der Organisierung des Werkes zu helfen. Es war mein Vorrecht, sein Dolmetscher zu sein, während er Französisch lernte. Das Werk wurde immer besser organisiert, und bald waren die Königreichsverkündiger nicht Hunderte, sondern Tausende an Zahl. Mehr denn je war es jetzt an der Zeit, mit ganzem Herzen zu dienen und dadurch Menschen guten Willens zu helfen, den Weg des Lebens zu finden.

      1950 besuchte ich den New Yorker Kongreß im Yankee-Stadion und gleichzeitig auch das neue Brooklyner Bethel, die Fabrik und die Schule Gilead. Ich kam mir vor wie die Königin von Saba: Die Hälfte war mir nicht erzählt worden! Kurz darauf starb mein Mann, und ich erkannte wieder, wie kostbar das Vorrecht ist, mit ganzem Herzen im Vollzeitdienst zu stehen, und wie viel die Liebe der Brüder und der sichtbaren Organisation Jehovas in solchen Zeiten der Prüfung bedeutet.

      Nachdem das neue Bethelheim in Paris fertiggestellt war, wurde ich gebeten, dort zu arbeiten. Als ich mich von meinen vielen lieben Freunden in Belgien verabschieden mußte, war es mir doch weh ums Herz. Ich habe meine alten Freunde nicht vergessen, doch ich habe inzwischen viele neue gefunden. Hier habe ich außerdem die Freude, die Aufseher kennenzulernen, die die Königreichsdienstschule besuchen und dann, besser zum Weiden der „Schafe“ Jehovas ausgerüstet, heimkehren. Hätte mir jemand damals, als meine Füße zum ersten Mal den Boden Frankreichs berührten, oder während der finsteren Tage des 2. Weltkrieges gesagt, daß die Dinge sich so entwickeln würden, hätte ich es bestimmt kaum glauben können.

      Kannst du jetzt verstehen, was ich empfand, als ich das gefüllte Stadion in der Nähe von Paris betrachtete? Diese großen Mengen von Menschen waren aus vielen Orten gekommen, wo wir vor über fünfundzwanzig Jahren Literatur verbreitet hatten. Bestimmt bringt es uns kostbare Belohnung in vieler Hinsicht, wenn wir mit ganzem Herzen dienen. Ich erkenne, daß es nur eine Art gibt, wie ich Jehova meine Wertschätzung bekunden kann, die ich wegen seiner vielen Segnungen empfinde: jeden Tag meine zugeteilte Arbeit mit ganzem Herzen auszuführen!

  • Ist das Zungenreden ein Zeichen des wahren Glaubens?
    Der Wachtturm 1963 | 1. August
    • Ist das Zungenreden ein Zeichen des wahren Glaubens?

      IN MANCHEN Glaubensgemeinschaften der Christenheit spielt das Zungenreden eine wichtige Rolle, und man betrachtet es in diesen Kreisen als unbedingt notwendig für den wahren Glauben. „Wir glauben an die Geistestaufe“, heißt es im Lehrbuch einer dieser Gemeinschaften, „wie sie die ersten Christen zu Pfingsten erlebten. Wir glauben, daß alle, die den Heiligen Geist empfangen, in anderen Zungen reden werden.“

      Die amerikanischen Pfingstkirchen gingen im allgemeinen aus einer Bewegung, die um die Jahrhundertwende entstand, hervor. Ihre Erweckungen zeichneten sich besonders durch das „Reden in anderen Zungen“ aus. Im Jahre 1906 ereignete sich in Los Angeles, Kalifornien, die bedeutendste dieser Erweckungen. Nach dem Buch Suddenly from Heaven (Plötzlich aus dem Himmel), einem offiziellen Bericht über die Entstehung der „Assemblies of God“ (Versammlungen Gottes), wurde am 9. April eine Gruppe von Gläubigen, „wie vom Blitz getroffen, zu Boden geworfen“. „Sieben begannen in verschiedenen Zungen zu reden und Gott zu verherrlichen. Sie riefen so laut und inbrünstig, daß sich draußen eine ganze Menge Leute ansammelte.“

      Da die Anhänger der Pfingstbewegung dieses Ereignis als eine Ausgießung des heiligen Geistes, ähnlich der zu Pfingsten des Jahres 33, also gleichsam als ein zweites Pfingsten betrachten, erheben sich die Fragen: Ist das Zungenreden heute ein besonderes Merkmal wahrer Christen? Wozu wurde den Christen des ersten Jahrhunderts die Wundergabe des Zungenredens verliehen? Redete Jesus in Zungen?

      WOZU DIE GABE DES ZUNGENREDENS?

      Jesus heilte Kranke, weckte Tote auf und vollbrachte viele andere erstaunliche Werke. Durch diese Wunder erwies er sich ebenso als

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