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Hoffnung für behinderte KinderErwachet! 1976 | 22. August
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Etliche Psychiater haben auch festgestellt, daß Lebensmittelzusätze, wie zum Beispiel künstliche Farbstoffe, Aromastoffe und Antioxydantien (die den Lebensmitteln zugesetzt werden, damit sie nicht verderben), die Ursache dafür sein können, daß ein Kind überaktiv wird. Als die überaktiven Kinder Speisen ohne solche Zusätze aßen, wurden sie normal. Dies bereitet kein geringes Problem, denn etwa 90 Prozent der Nahrung, die die Kleinen mögen, enthalten solche Stoffe; am schlimmsten ist es bei heißen Würstchen.
Während des vergangenen Jahres hat man mit der Überaktivität bei Kindern einen weiteren Faktor als wahrscheinliche Ursache in Verbindung gebracht, nämlich die künstliche Beleuchtung, besonders Leuchtstofflampen. Zum Beispiel hat ein Psychiater festgestellt, daß die überaktiven Kinder normal wurden, wenn er die Beleuchtungskörper veränderte, so daß das natürliche Spektrum der Lichtstrahlen erhalten blieb, während die Kinder vor den Röntgenstrahlen geschützt wurden, die gewöhnlich von den Kathodenenden dieser Lampen ausgehen.
Auch sollte man nicht die Methode übersehen, die der Nobelpreisträger Nicholas Tinbergen für einige Arten psychischer Probleme empfiehlt. In der Zeitschrift Science vom 5. Juli 1974 berichtet er von dem Nutzen der Muskelbehandlung, die man als eine leichte, doch spürbare, richtig angewandte Massage von Kopf bis Fuß bezeichnen könnte, durch die Spannungen im Körper beseitigt werden, so daß die Muskeln und Nerven normal arbeiten. Einerseits war Tinbergen erfreut, zu erfahren, wie viele Männer, die wegen ihres großen Wissens bekannt sind, sich günstig darüber äußerten, doch war er andererseits bestürzt, „weil wir festgestellt haben, daß in diesem Bereich der Psychiatrie Verwirrung herrscht, und weil wir gefunden haben, daß viele, die unbestreitbar Fachleute sind — Ärzte, Lehrer und Therapeuten —, neuen Ideen, ja Tatsachen gegenüber so wenig zugänglich sind“.
„Punkt“-Methoden
All die bisher beschriebenen Wege, Überaktivität zu behandeln, könnte man als „somatische“ Methoden bezeichnen, weil dabei das Problem vom Körper her angefaßt wird. Einen Gegensatz dazu bildet das „Punkt“-Programm, bei dem psychologische Mittel angewandt werden, nämlich Erziehungs- und Unterrichtsmethoden. Bei diesem neuen Lehrprogramm bekommen die Kinder verschiedene Punkte, je nachdem, wie gut sie sich benehmen und wieviel sie leisten, und dadurch können sie sich bestimmte Belohnungen aussuchen. Hierbei ist seitens der Lehrer viel Geduld und Verständnis erforderlich, denn jedem einzelnen Kind muß ständig Aufmerksamkeit geschenkt werden. Etwa 80 Prozent der überaktiven Kinder werden in etwa achtzehn Monaten wieder normal; bei den übrigen dauert es etwas länger.
Aus alledem geht deutlich hervor, daß es jetzt mehr Hoffnung für Kinder gibt, die entweder geistig zurückgeblieben oder überaktiv sind. Nicht nur haben ihre Eltern die Wahl zwischen vielen Arten fachmännischer Hilfe, sondern sie können auch selbst viel tun, was sich als sehr nützlich erweisen könnte.
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‘Unter einen Schatten kommen’Erwachet! 1976 | 22. August
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‘Unter einen Schatten kommen’
Der Schatten, den ein Fels, eine Wolke, ein Gebäude, ein Baum oder irgend etwas anderes wirft, kann einen angenehmen Schutz bieten, zum Beispiel vor der heißen Sonne. Deshalb bedeutet der biblische Ausdruck ‘unter den Schatten von etwas kommen’ soviel wie, an eine Stätte des Schutzes, der Sicherheit oder der Zuflucht zu gelangen. Zum Beispiel sagte Lot zu den Männern von Sodom über die Engel, die bei ihm zu Gast waren: „Nur diesen Männern tut nichts, denn eben deshalb sind sie unter den Schatten meines Daches gekommen“ (1. Mose 19:8). Siehe auch Jesaja 32:1, 2.
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