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Der Blitz — furchterregende NaturgewaltErwachet! 1978 | 8. April
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Da die Luft an einigen Stellen stärker ionisiert ist als an anderen, dreht und wendet sich der Kanal, um sich jede günstige Veränderung zunutze zu machen. Auf diese Weise gibt der Blitz dieses vertraute verzweigte Bild ab, während er so in die eine und die andere Richtung schießt, um die verschiedenen Abzweigungen „auszukundschaften“ in dem ständigen Bemühen, zur Erde den Weg des geringsten Widerstandes zu finden. Hat er sich seinem Ziel auf mehr als 50 Meter genähert, kommt von unten von einer günstigen Stelle aus ein Strahl entgegen. Jetzt ist der Stromkreis geschlossen. Die Wolke hat nun eine „Pipeline“, durch die sie sich ihrer lästigen Bürde von überschüssigen Elektronen entledigen kann.
Zuerst fließen durch den Kanal die Elektronen, die dem Boden am nächsten sind. Unmittelbar danach folgen die Elektronen, die von oben her nachdrängen. Der herrlich aufleuchtende Gegenblitz erreicht die Wolke mit einer Geschwindigkeit, die an die Lichtgeschwindigkeit herankommt. Während die Entladungen oder „Teilblitze“, die den Kanal ausbildeten, 20 000 Mikrosekunden benötigten, um den Boden zu erreichen, schafft der Gegenblitz die Strecke in lediglich 70 Mikrosekunden. Die Wolke entläßt jetzt während ungefähr 40 Mikrosekunden einen Strom von 10 000 bis 20 000 Ampere oder mehr. In diesem kurzen Augenblick erzeugt sie eine Energie von Milliarden von Kilowatt — mehr Energie als all die Kraftwerke der Erde zusammengenommen. Wirklich, das ist eine furchteinflößende Energieentfaltung!
Dieser Blitz stirbt schnell ab, was jedoch nur selten das Ende der Aktion bedeutet. Der Kanal, den sich der Blitz durch die Luft gebahnt hat, bleibt bestehen und ist immer noch stark ionisiert. Andere noch stark geladene Teile der Wolke bewegen sich rasch an die entladene Stelle und „blitzen“ durch den noch bestehenden Verbindungskanal zur Erde. Folglich gibt es normalerweise drei oder vier aufeinanderfolgende Entladungen, die sich so schnell wiederholen, daß sie wie ein einziger Blitz aussehen. Manchmal sind mehr als ein Dutzend Entladungen nötig, um die Ladung der Wolke abzuleiten.
In nur einer Fünftelsekunde hat der Blitz jetzt sein Werk vollbracht. Darauf folgt der Donner. Man kann ein Knallen, Rollen oder Rumpeln vernehmen, je nachdem wie weit man vom Blitz entfernt ist. In dem Kanal, den sich der Blitz gebahnt hat, ist ein dünner, gekrümmter Luftschlauch von nur einigen Zentimetern Dicke auf mehr als 30 000 °C erhitzt worden. Sobald der Strom abebbt, dehnt sich dieser überhitzte Luftschlauch explosiv aus — mit Überschallgeschwindigkeit. Die Stoßwelle dieser Ausdehnung erzeugt den Donner, der bis in 25 Kilometer Entfernung hörbar ist.
Vielleicht fragst du dich, warum es der Schöpfer für angebracht hielt, diese blitzartigen Entladungen zu ermöglichen. Dienen sie irgendeinem Zweck? Allerdings. Sie spielen eine hervorragende Rolle im Stickstoffkreislauf der Natur. Stickstoff ist lebenswichtig, und die Atmosphäre hat große Vorräte davon. Er kann indes von Lebewesen nicht direkt verwendet werden. Vielmehr werden durch die starke Hitze des Blitzes sowohl Stickstoff- als auch Sauerstoffmoleküle in Atome gespalten, und während sie sich abkühlen, verbinden sich viele zu Stickstoffoxyden. Diese Verbindungen lösen sich im Regen auf und werden in den Boden gewaschen. Nachdem sie dort zu Nitraten umgewandelt worden sind, bilden sie einen wichtigen Dünger für wachsende Pflanzen. Es handelt sich dabei um einen Vorgang, der für die natürliche Bindung des Stickstoffs wesentlich ist. Man schätzt, daß durch den Blitz jedes Jahr Milliarden Tonnen von Nitrat erzeugt werden.
Mit dem Blitz leben
Man hat guten Grund, sich bei einem starken Gewitter unwohl zu fühlen. Blitze haben eine enorme Zerstörungskraft. Sie können Bäume und Telegrafenmasten zersplittern, in Dächer und Wände Löcher schlagen und viele Wald- und Häuserbrände verursachen. Oftmals entwickelt der elektrische Strom in einem Baum eine derartige Hitze, daß die Feuchtigkeit des Holzes augenblicklich verdampft und der überhitzte Dampf den Baum buchstäblich in Stücke reißt.
Ein Blitz kann bekanntlich auch tödliche Folgen haben. Häufig werden Tiere, die während eines Gewitters unter einem Baum Schutz suchen, getötet, wenn der Baum von einem Blitz getroffen wird. Menschen erleiden oft das gleiche Schicksal, vor allem an Stränden und auf Golfplätzen. Vereinzelte Bäume, die an solchen Stellen stehen, sind ein geeignetes Ziel für den Blitz. Wirst du von einem Gewitter überrascht, so suche nicht unter einem einzelnen Baum Schutz. Befindest du dich im Wald, solltest du dich von großen Bäumen fernhalten. Meide ebenso Drahtzäune, Pipelines und Eisenbahnschienen. Du bist in einem Tal sicherer als auf einer Erhebung.
Wohnst du in einem Gebiet, in dem sich häufig Gewitter ereignen, dann versiehst du am besten dein Haus mit einem Blitzableiter. Damit sie wirksam sind, müssen sie gut geerdet sein. Über spitze Stäbe, die durch ein sehr starkes Kabel (vom Gebäude isoliert) mit einem sorgfältig vergrabenen Metallband oder einer Metallplatte verbunden sind, wird der Blitz in den Boden geleitet, ohne Schaden anzurichten. Fernsehantennen und Starkstromleitungen, die zum Haus führen, kann man ebenfalls durch Blitzableiter schützen.
Falls du dich während eines Gewitters in einem Auto oder in einem Zug aufhältst, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Durch die Metallkarosserie, von der du umgeben bist, wird der elektrische Strom verteilt und zum Boden abgeleitet. Ähnlich sind auch Flugzeugpassagiere vor einem Blitz geschützt. Flugzeuge werden nicht selten vom Blitz getroffen, und manchmal bleiben in der „Blechhaut“ kleine Löcher zurück, doch ist noch kein Fall bekanntgeworden, daß ein Flugzeugunglück direkt durch Blitzschlag verursacht worden wäre. Natürlich stellen die heftigen Windströmungen, die durch Gewitter entstehen, eine Gefahr dar, die der Pilot vorsichtshalber umgeht.
Ergreifst du diese Vorsichtsmaßnahmen, wirst du beim nächsten Gewitter, das über deinem Wohngebiet niedergeht, dich entspannen können und dieses großartige Schauspiel genießen, das Ausdruck der Macht unseres Schöpfers ist. Außerdem wird dadurch, daß du etwas über die Entstehung des Blitzes weißt, deine Wertschätzung für diese furchteinflößende Naturgewalt gesteigert.
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Behandlung bei SchockErwachet! 1978 | 8. April
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Behandlung bei Schock
Personen, die schwere Verbrennungen erlitten haben, mögen an den Folgen des Wundschocks sterben. Der Flüssigkeitsverlust aus dem Blutkreislauf muß sofort behoben werden. Zur Stützung des Kreislaufs haben die Ärzte Personen, die Verbrennungen erlitten haben, Blut übertragen. Doch in Peru haben Wissenschaftler mit einer anderen Behandlungsmethode experimentiert. Dieser Versuch erstreckte sich über dreieinhalb Jahre. In dieser Zeit wurde der Hälfte der Patienten, die schwere Verbrennungen erlitten hatten, Blut übertragen, die andere Hälfte erhielt eine Lösung aus Salz und Natriumbicarbonat (Natron)a. Diese Lösung erwies sich bei Schock als ebenso wirksam wie Blutübertragungen. Es traten keine Vergiftungserscheinungen ein, während sich Blutübertragungen als gefährlich erwiesen haben. Diese Lösung besteht aus einem Teelöffel Salz und einem halben Teelöffel Natriumbicarbonat, das in einem Liter Wasser aufgelöst wird. Der Patient soll von dieser Lösung soviel wie möglich trinken. Ein wichtiger Grund, warum diese Lösung lebenrettend sein kann, ist die Tatsache, daß man sie ohne weiteres zu Hause zubereiten kann.
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