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Dankbar für unsere älteren BrüderDer Wachtturm 1971 | 15. Juni
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zu. Das Dienstjahr 1970 hat uns mehr als 3 000 Neugetaufte gebracht. Und wir hatten eine Verkündigerhöchstzahl von 12 267 für das Dienstjahr. Auch ist kein Stillstand in Sicht.
Wir können voll Dankbarkeit auf die vielen älteren Glaubensbrüder und -schwestern zurückblicken, deren Leben das unsrige in unseren jüngeren Jahren berührte und die durch ihren treuen Lauf großen Einfluß auf uns ausübten. Manche davon gehörten zu den Gesalbten des Herrn. Wenn die Segnungen, deren wir uns bisher erfreut haben, irgendein Anzeichen von kommenden Dingen sein sollten, welch wunderbare Freuden erwarten uns dann alle im neuen System der Dinge, deren wir uns dann zusammen mit lieben Mitverbundenen erfreuen können!“
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1971 | 15. Juni
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Fragen von Lesern
● Was ist das in 1. Johannes 2:7, 8 erwähnte „alte Gebot“ und das „neue Gebot“? — USA.
Die fraglichen Verse lauten wie folgt: „Geliebte, nicht ein neues Gebot schreibe ich euch, sondern ein altes Gebot, das ihr von Anfang an hattet. Dieses alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt. Wiederum schreibe ich euch ein neues Gebot, etwas, was in seinem Fall und in dem euren wahr ist, weil die Finsternis vergeht und das wahrhaftige Licht schon leuchtet.“ — 1. Joh. 2:7, 8.
Bezog sich der Apostel Johannes durch die Worte „ein altes Gebot“ auf das mosaische Gesetz? Kaum, denn er schrieb an Christen, die nicht unter dem Gesetz standen. (Röm. 6:14) Statt dessen scheint es — da das Thema des Briefes des Johannes Liebe ist —, daß er sich auf folgende Worte Jesu bezog: „Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, daß auch ihr einander liebt.“ (Joh. 13:34) Als Johannes seinen ersten Brief schrieb (ca. 98 u. Z.), waren mehr als sechzig Jahre vergangen, nachdem Jesus zu Beginn des Christentums dieses Gebot der Liebe gegeben hatte. So konnte Johannes mit Recht sagen, daß es ein „altes Gebot“ war.
Was ist denn das „neue Gebot“, das Johannes in Vers acht erwähnt? Es scheint dasselbe zu sein wie das, welches er soeben das „alte Gebot“ genannt hatte. Wir können uns nicht vorstellen, daß Johannes den Nachfolgern Christi ein wahrhaft „neues“ Gebot gegeben hätte, das von jenem, das Jesus gelehrt hatte, verschieden gewesen wäre. Doch in welchem Sinne konnte Johannes es als „neu“ bezeichnen?
Er konnte es geradeso als neu bezeichnen, wie Jesus dies getan hatte. Es schloß in sich, daß man willens sein müßte, seine Seele zugunsten eines Bruders hinzugeben, etwas, was das mosaische Gesetz nicht gefordert hatte. (Joh. 15:12) Ferner war es neu in dem Sinne, daß es angesichts der sich verändernden Umstände und Situationen neu, ja mit neuer Dringlichkeit angewandt werden mußte. Gegen Ende des ersten Jahrhunderts u. Z. konnten die Christen, denen Johannes schrieb, mit dem Hinsterben der Apostel und als das ‘Geheimnis der Gesetzlosigkeit’ unter den Versammlungen schon am Werke war, die Veränderungen sehen und konnten die benötigte neue Anwendung der Liebe verstehen. (2. Thess. 2:6-8) Doch konnte Johannes ihnen schreiben, daß das „neue Gebot“ ‘in Christi Fall und in eurem’ wahr war, weil sie in ihrem Leben danach handelten, so wie Jesus danach gehandelt hatte. Im Begleittext zeigte Johannes, daß ein Christ, der seinen Bruder nicht liebt, in Finsternis ist. Es scheint daher, daß Johannes wegen der Zunahme der Liebe unter vielen Nachfolgern Christi schreiben konnte, daß „die Finsternis vergeht und das wahrhaftige Licht schon leuchtet“.
Angesichts der Schwierigkeit, die der Text in 1. Johannes 2:7, 8 bietet, haben eine Anzahl Bibelübersetzer der Neuzeit die Verse im Einklang mit der obigen Erklärung frei übersetzt. Zum Beispiel heißt es in der Übersetzung von Hans Bruns: „Geliebte, ich gebe euch hiermit kein neues Gebot; es ist das alte Gebot, das ihr von Anfang bekommen habt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt. Und doch ist es auch wieder ein neues Gebot.“ Und in The New English Bible heißt es weiter: „... neu in dem Sinne, daß die Finsternis vergeht und das wahre Licht schon scheint. Christus hat dies wahr gemacht, und es ist wahr in eurer eigenen Erfahrung.“ Siehe auch die Übersetzung von Otto Karrer, Dr. Hermann Menge und Rupert Storr.
Demzufolge beziehen sich beide Ausdrücke, das „alte Gebot“ und das „neue Gebot“, offensichtlich auf Jesu Anweisung, daß seine Nachfolger einander so lieben sollen, wie er sie geliebt hat.
● Was bedeutet der Kommentar in Offenbarung 19:10: „... das Zeugnisgeben für Jesus ist das, was zum Prophezeien inspiriert.“? — USA.
Diese Worte sind ein Teil dessen, was ein Engel dem betagten Apostel Johannes sagte, als ihm Johannes in einem Augenblick starker Gefühlsbewegung zu huldigen begann. Der Engel sprach: „Sieh dich vor! Tu das
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