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Hurrikan „Agnes“ offenbart die Schwäche des Menschen, aber auch seine StärkeErwachet! 1972 | 8. Dezember
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Personen, die einen starken Glauben haben, erkennen, daß echte Sicherheit nur in Gottes neuem System möglich ist. Ein Überlebender des Regensturmes „Agnes“ sagte: „Wir freuen uns auf die Zeit nach dem großen Sturm von Harmagedon, wenn die Erde gründlich gesäubert werden wird. Im Augenblick aber sind alle bestimmt Jehova tief dankbar dafür, am Leben und gesund zu sein sowie das Vorrecht zu besitzen, ihm zu dienen.“
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Wie ergeht es der Kirche in Finnland?Erwachet! 1972 | 8. Dezember
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Wie ergeht es der Kirche in Finnland?
Vom „Awake!“-Korrespondenten in Finnland
JAHRHUNDERTELANG hatte die Kirche im Leben des finnischen Volkes einen festen Platz. Noch vor wenigen Jahren erschien es unmöglich, daß sie von diesem Platz verdrängt würde.
Heute aber sieht sich die Kirche großen Problemen gegenüber, ja sie steht in Gefahr, aus dem Dasein zu verschwinden! Gegenwärtig sind es hauptsächlich Kräfte innerhalb der Kirche, die diese Gefahr heraufbeschwören. Aber diese Kräfte sind so stark, daß die Kirche in Finnland Angriffen von außen nicht gewachsen wäre.
Was hat die Kirche, die lange im Leben des Volkes eine so wichtige Rolle gespielt hat, derart geschwächt? Wer ist dafür verantwortlich?
Was geschehen ist
Einige statistische Angaben ermöglichen es einem, sich ein Bild von der Veränderung zu machen, die in der finnischen Kirche vor sich gegangen ist. Nach der Statistik gehören 92 Prozent der Bevölkerung der evangelisch-lutherischen Kirche an; doch die Statistik täuscht, denn die meisten Personen sind mehr oder weniger automatisch, bei ihrer Taufe, in die Kirche aufgenommen worden.
Ein realistischeres Bild ergeben die Zahlen, die das Interesse der Bevölkerung an der Nationalkirche zeigen. Im Jahre 1963 besuchten drei bis vier Prozent regelmäßig die Kirche. Im Jahre 1970 ging der Kirchenbesuch noch weiter zurück! Die Finnen sind offenbar immer weniger an der Kirche interessiert.
Obwohl neun von zehn Finnen der evangelisch-lutherischen Kirche angehören, haben sie doch kein anderes Interesse an der Kirche, als von ihr getraut und beerdigt zu werden und ihre Kinder taufen und konfirmieren zu lassen. Der Durchschnittsfinne nimmt die Kirche nicht ernst, sondern in seinen Augen erfüllt sie nur gewisse Funktionen. Eine Umfrage ergab, daß die Mehrzahl der Männer, die kirchlich beerdigt werden wollten, nicht einmal an ein Weiterleben nach dem Tode glaubten!
In letzter Zeit ist noch eine andere Tendenz zu beobachten gewesen. Die Zahl der Kirchenaustritte ist gestiegen — in einem Jahr um das Doppelte. Unter anderem treten immer mehr aus der Kirche aus, weil man, solange man in der Kirche ist, Kirchensteuer zahlen muß.
Diese Abneigung gegen die Kirche hat auch auf die Geistlichen übergegriffen, besonders auf die jüngeren Geistlichen und auf die Theologiestudenten. Professor Mikko Juva vom Ökumenischen Rat der Kirchen erklärte auf einer Tagung für Geistliche, die am 14. April 1971 in Tampere (Finnland) abgehalten wurde: „Wir durchleben eine schwierige Zeit, eine Zeit, in der die Kirche sich wandelt. Dieser Wandel geht nicht nur in unserem Lande vor sich, sondern in der ganzen Welt. Es gibt dafür viele Symptome. In vielen Ländern wollen die Theologiestudenten keine ordinierten Geistlichen werden; vor allem fühlen sie sich nicht zur Gemeindearbeit berufen.“
Er erwähnte, daß die kirchliche Krise in Finnland insbesondere im Jahre 1963 nach der vierten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, die in Helsinki
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