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  • Papier – ein vielseitiges Produkt
    Erwachet! 1985 | 8. November
    • Papierherstellung heute

      Obwohl sich die Methoden in der Papierherstellung bis heute verfeinert haben, hat sich wenig geändert. Der Ausgangspunkt sind entweder natürliche Wälder oder speziell für die Papierindustrie angelegte Anpflanzungen. (Ein südafrikanischer Papierhersteller pflanzt jedes Jahr über 12 Millionen junge Bäume.) Nach dem Fällen der Bäume wird das Holz geschnitzelt und anschließend zu einer breiigen Masse zerkocht. Dieser Brei wird gereinigt, gebleicht und der Papiermaschine, Fourdrinier genannt, zugeführt.

      Wie arbeitet sie? Zunächst gelangt der Brei in die Siebpartie der Maschine, und zwar über ein Förderband aus feinem Metalltuch. Die Holzfasern haben das Bestreben, sich in Laufrichtung des Siebbandes zu orientieren, wodurch das Papier seine Laufrichtung erhält. Außerdem wird das Siebband quer zur Laufrichtung geschüttelt, damit die Fasern verfilzen. Dadurch erhält das Papier seine Festigkeit. Zufolge der Schwerkraft, unterstützt durch Saugkästen, fließt Wasser durch das Siebband ab.

      Nun gelangt der Brei in die Pressenpartie der Maschine. Zu diesem Zeitpunkt hat er immer noch 80 bis 85 Gewichtsprozente Wasser, und beim Durchlauf durch eine Serie von Rollen, darunter Saugrollen, wird dem Papier mehr und mehr Wasser entzogen und so das Papiergewebe verfestigt. Jetzt geht es in die Trockenpartie. Hier läuft die Papierbahn über dampfbeheizte Rollen, wobei durch Verdampfung dem Papier noch mehr Wasser entzogen wird. Ist der Produktionsablauf zu Ende? Nein, nicht unbedingt. Bei einigen Papierarten passiert die getrocknete Papierbahn eine weitere Walzenanordnung. Hier werden Unebenheiten „ausgebügelt“, und das Papier erhält eine glatte Oberfläche. Das Endprodukt kann nun aufgerollt und auf die gewünschte Größe geschnitten werden.

      Man mag sich fragen, wie bei einem derartigen Schnellverfahren Fertigungskontrollen durchgeführt werden können. Heute gibt es eine Reihe von Fertigungskontrollsystemen, die die Qualität während des Produktionsablaufs überwachen. Die sich bewegende Papierbahn wird fortlaufend meßtechnisch überwacht. Mit Hilfe von Betastrahlen kann man das Flächengewicht bestimmen, und beim Durchlauf durch ein magnetisches Feld wird die Dicke kontrolliert. Zur Bestimmung des Feuchtigkeitsgehalts mißt man die Reflektion infraroten Lichtes. Hinzu kommt, daß der Durchlauf der Papierbahn durch die verschiedenen Produktionsstufen von Computern überwacht wird.

      Das Papier vielseitig machen

      Wieso ist das Papier denn so vielseitig? Das meiste Papier wird zwar aus einem Holzfaserbrei hergestellt, aber es werden auch andere Rohstoffe verwandt, wie zum Beispiel Espartogras, Bagasse (ausgepreßtes Zuckerrohr) und Bambus. Leinen, Baumwolle und Hanf werden ebenfalls verwendet, insbesondere für Urkundenpapier und andere Spezialpapiere wie Bibelpapier. Was geschieht, wenn man das Mengenverhältnis der verschiedenen Fasern ändert? Es entsteht Papier von sehr unterschiedlicher Qualität.

      Nehmen wir fettabweisendes Papier und Löschpapier. Obwohl in ihren Eigenschaften grundverschieden, sind sie aus denselben Fasern hergestellt. Wie kann das sein? Sie haben unterschiedliche Reinigungs- und Produktionsstufen durchlaufen. Außerdem kann ein anderer Zusatz dem Papier eine andere Qualität geben. Kaolin verleiht dem Papier eine glattere Beschaffenheit, da es die Zwischenräume zwischen den Fasern ausfüllt. Bleich- und Farbstoffe verbessern die Farbe. Titandioxyd verbessert die Opazität, so daß die Schrift nicht durchscheint. Formaldehydharze sorgen für die Festigkeit des Papiers bei Durchnässung — eine unverzichtbare Eigenschaft für Teebeutel! Ja, sogar verflüssigtes Paraffin kann ein wichtiger Bestandteil sein. Es bildet die Oberfläche von Wachspapier.

      Die Einsatzmöglichkeiten für Papier sind schier endlos. Pappe mit Kunststoffüberzug wird zur Herstellung von Bücherschränken und Stühlen benutzt. Aus Kunstfasern wie Nylon und Orlon, entweder in reiner Form oder vermengt mit Holzfaserbrei, entsteht Papier mit gewebeähnlichen Eigenschaften, das als Kleiderstoff oder Isolator verwendet wird.

      Der steigenden Nachfrage begegnen

      Man sagt, der Fortschritt der modernen Gesellschaft sei an ihrem Papierkonsum abzulesen. Es ist interessant, daß sich die Papier- und Pappproduktion im Jahre 1982 in den USA auf insgesamt 67 Millionen Tonnen belief. Diese erstaunliche Nachfrage stellt die Hersteller vor neue Aufgaben.

      Einerseits verbrauchen die Papiermühlen Unmengen an Wasser — 250 000 Liter je Tonne Holzbrei. Wie aus einem statistischen Jahrbuch hervorgeht, „verbraucht eine größere Papiermühle pro Tag so viel Wasser wie eine Stadt mit 50 000 Einwohnern“. Andererseits besteht das Problem der Beseitigung von Abfallpapier.

      Die Hersteller sind den Problemen mit Einfallsreichtum begegnet. Eine größere Firma in Südafrika reinigt Abwasser und verwendet es dann zum Waschen der Baumstämme. Das senkt den Wasserverbrauch spürbar. Auch sammelt man Abfallpapier und verwendet es als Rohstoff. In den USA stammen 25 Prozent des Fasermaterials, das bei der Papierherstellung eingesetzt wird, aus Abfallpapier.

      Ob es den Herstellern möglich sein wird, angesichts eines erschöpften Planeten den Ansprüchen einer verschwenderischen Bevölkerung gerecht zu werden, kann nur die Zeit zeigen. Sicher ist, daß die Nachfrage nach Papier groß bleiben wird. Die Herausgeber dieser Zeitschrift benötigen riesige Mengen davon, um Bibeln und biblische Literatur zu drucken. Und sie haben nicht vor, dieses bedeutende Werk einzustellen (Matthäus 24:14). Lehrer, Industrielle, Wissenschaftler, Geschäftsleute und Hausfrauen werden ebenso weiterhin Papier verwenden.

      Wenn du also das nächstemal zu einem Buch greifst, einen Brief schreibst oder von einem Pappteller ißt, dann denke an die Bedeutung, Nützlichkeit und Unentbehrlichkeit dieses einfachen, aber vielseitigen Produktes — Papier!

  • Wessen Kinder? Wessen Entscheidung?
    Erwachet! 1985 | 8. November
    • Wessen Kinder? Wessen Entscheidung?

      GROSSBRITANNIENS Gesellschaft zum Schutz der Gesundheit erklärte 1982: „Es ist vollkommen vernünftig, zu sagen, der [religiösen] Überzeugung der Eltern müsse Rechnung getragen werden. Aber es ist äußerst unvernünftig, das Leben des Kindes zu gefährden.“ Das bot Ärzten einen starken Rückhalt, Kindern von Zeugen Jehovas ohne gerichtliche Verfügung Blut zu transfundieren.

      Durch die sich in letzter Zeit ausbreitende Krankheit AIDS (erworbenes Immundefizienssyndrom) hat sich die Situation jedoch kompliziert, wie die Zeitschrift Justice of the Peace (Friedensrichter) vom März dieses Jahres berichtete: „Mit der schrecklichen AIDS-Krankheit erhält die Auseinandersetzung ein neues Moment. Wenn ein Teil des transfundierten Blutes durch einen der Blutspender infiziert wurde, könnte ... bei einem Kind die Krankheit hervorgerufen werden, und dieses könnte kurz darauf auf qualvollste Weise sterben. Es hat bereits Fälle gegeben, in denen das Schlimmste eingetreten ist ... Jede zum Tod führende Krankheit ist für Eltern und für andere dem Kind nahestehende Personen furchtbar; doch die Reaktion auf AIDS ist kaum zu beschreiben.“

      Wenige Wochen später starb in einem Londoner Krankenhaus ein nicht einmal zwei Jahre altes Kind an AIDS. Ein „tragisches Opfer einer Transfusion infizierten Blutes“, meldete die Zeitung Daily Mail. Nachforschungen ergaben, daß sich in Großbritannien „trotz eingehenderer Kontrollen des zu Transfusionszwecken verwendeten Blutes“ wahrscheinlich weitere Babys AIDS zuziehen werden. Von den britischen Blutbanken ist bereits bekannt, daß dort verunreinigtes Blut lagert. Werden Ärzte und Gerichte jetzt den Eltern die Entscheidung über die medizinische Behandlung ihrer Kinder überlassen und ihr gesetzliches Recht anerkennen, sich der Verordnung von Bluttransfusionen zu widersetzen? Die Zeit wird es zeigen.

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