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  • Ist die „Institution Ehe“ schuld?
    Erwachet! 1979 | 22. Januar
    • Ob man nun an die Liebe zwischen Mann und Frau, an die Sicherheit und Beständigkeit oder an das Großziehen von Kindern denkt — für die Ehe gibt es keinen Ersatz.

      NEIN, DIE „INSTITUTION EHE“ IST NICHT SCHULD. IM GRUNDE SIND DIE LEUTE SCHULD, DIE DAMIT VERKEHRT UMGEHEN.

      Also sollte sich jemand, der zufrieden sein möchte, nicht durch irrige Philosophien beeinflussen lassen, die auf eine Herabsetzung oder Abschaffung der Ehe abzielen, als trage sie die Schuld an der Misere. Vielmehr sollte man nach Möglichkeiten Ausschau halten, die Ehe zu verbessern und zu bewahren — nach Möglichkeiten, Eheprobleme zu lösen.

      Wenn dagegen die Ehe für Mann und Frau geschaffen wurde, warum ist dann in unserer Zeit ein solcher Zerfall eingetreten? Was ist verkehrt?

  • Gründe für den Zerfall der Ehen
    Erwachet! 1979 | 22. Januar
    • Gründe für den Zerfall der Ehen

      DIE Eheberater dieser Welt geben für den heutigen Zerfall der Ehen viele Gründe an. Aber nur wenige Eheberater ziehen die grundlegende Ursache in Betracht.

      Ihr Rat mag zwar hilfreich sein, doch ohne Berücksichtigung dieses Grundproblems ist er oft nicht ausreichend. Die Ratschläge können sogar widersprüchlich sein, weil die Meinungen so stark voneinander abweichen.

      Die Situation ähnelt der Handlungsweise einer Person, die gegen Zahnschmerzen Aspirin nimmt. Wird der Schmerz auch gelindert, so ist doch die Wurzel des Problems nicht beseitigt. Hat man aber die grundlegende Ursache gefunden und entsprechend behandelt, dann hört der Schmerz auf.

      Folglich müssen wir auch die Eheprobleme an der Wurzel fassen. So können Probleme gelöst werden, ohne daß man die Institution als solche abschaffen muß. Man sollte nicht „das Kind mit dem Bade ausschütten“.

      Bevor wir die grundlegende Ursache untersuchen, seien kurz einige augenscheinlichere Gründe für das Versagen vieler Ehen genannt.

      Zu jung geheiratet

      Eine Frucht, die zu früh, also bevor sie reif ist, gepflückt wird, kann bitter schmecken. Ebenso erleben Paare, die zu jung heiraten, oft eine bittere Ernte. Am meisten scheitern die Ehen von sehr jungen Leuten, besonders von Teenagern. Je jünger das Ehepaar, um so größer das Risiko.

      In der australischen Zeitschrift Women’s Weekly wird es ganz offen ausgedrückt: „Mit achtzehn zu heiraten ist dumm. Du bist zu jung. Du hast noch nicht genügend vom Leben gesehen. Du weißt nicht, wer du bist, und triffst unreife Entscheidungen. Kleinigkeiten, die dir jetzt wichtig sind, sind es später nicht mehr.“ Ja, man braucht Zeit, um sich selbst kennenzulernen und auch um den voraussichtlichen Partner kennenzulernen.

      Jugendliebe besteht größtenteils aus Leidenschaft, körperlicher Anziehungskraft, und nicht aus echter Liebe. Das reicht aber für eine Ehe nicht aus. Man kann das auch in Fällen erkennen, wo der Leidenschaft vor der Ehe freier Lauf gelassen wird und das Mädchen schwanger wird. Das Paar heiratet und läßt sich bald wieder scheiden.

      In Frankreich „erwarteten 85 Prozent der Ehepaare, die sich vor dem zweiten Ehejahr scheiden lassen, ihr erstes Kind schon vor der Hochzeit“, heißt es in dem Buch Le Divorce a la Carte. Weder die sexuelle Anziehungskraft noch das gemeinsame Kind reichten aus, um die Ehe zusammenzuhalten.

      Unrealistische Erwartungen

      Viele Leute haben von Liebe, Sex und Ehe unrealistische Vorstellungen. Vielleicht rühren sie vom Fernsehen oder Kino her, von Büchern, Zeitschriften, Freunden oder der eigenen Phantasie. Wenn diese Vorstellungen in der Ehe nicht in Erfüllung gehen, schreibt der Betreffende dem Ehepartner oder der „Institution Ehe“ statt seinen falschen Erwartungen die Schuld zu.

      Bei manchen verdrängt der Wunsch zu heiraten die Forderung, einen Partner zu suchen, der wirklich zu ihnen paßt. Obwohl der gewählte Partner nicht zu ihnen paßt, denken sie, daß es „schon irgendwie funktionieren wird“. Sie meinen, irgendeine Ehe sei besser als gar keine. Oder sie denken, daß sie nach der Hochzeit den anderen ändern können.

      Die schwindelerregenden Scheidungsstatistiken dagegen zeigen, daß diese Erwartungen sehr oft unrealistisch sind. Man sieht in vielen Fällen, daß es eben nicht „irgendwie funktioniert“. Die erhofften Änderungen bleiben aus. Das Paar stellt fest, daß „einfach irgendeine Ehe“ nicht besser ist als gar keine. Wie der aufkommende Wunsch nach Scheidung zeigt, ist ihrer Meinung nach die schlechte Ehe schlimmer als keine Ehe.

      Persönliche Vergangenheit

      Die Umwelt, in der jemand aufgewachsen ist, hat oft Einfluß auf sein späteres Eheglück. Eine schlechte häusliche Atmosphäre kann die künftige Ehe gefährden. Viele stellen fest, daß sie gerade die schlechte Handlungsweise ihrer Eltern nachahmen, die sie zu Hause verabscheuten. Eine Ehefrau meinte dazu:

      „Meine Mutter bekrittelte immer meinen Vater und warf mit Gegenständen, wenn sie auf ihn zornig war. Obwohl ich mich deshalb geradezu hasse, neige ich dazu, an meinem Mann herumzunörgeln und mit Sachen zu werfen, wenn ich ärgerlich werde. Es ist so, als ob meine Mutter mir ,beigebracht‘ hätte, daß man mit seinem Mann so umzugehen hat. Ich wünschte, sie hätte mir beigebracht, wie man mit dem Ehemann Probleme löst statt verursacht.“

      Ein anderer Faktor, der mit der persönlichen Vergangenheit der beiden Heiratswilligen zu tun hat, ist ein zu großer Interessenunterschied. Er mag anfangs faszinierend erscheinen. Doch später in der Ehe, wenn der Reiz des Neuen verflogen ist, können durch die unterschiedlichen Interessen Spannungen entstehen. Je größer die Unterschiede in den Neigungen und Abneigungen sind, wie zum Beispiel Geschmack in Kleidungs- oder Ernährungsfragen oder Einstellung zu Arbeit, Geld, Politik, Religion und auf anderen Gebieten, um so wahrscheinlicher ist es, daß sie nach der Heirat darüber streiten werden.

      Gegensätze können zuerst anziehend, später aber abstoßend wirken. Wie man festgestellt hat, gibt es in der Ehe um so weniger Reibungspunkte, je mehr Gemeinsamkeiten die Partner von Anfang an haben.

      Arbeit und Geldschwierigkeiten

      Wenn sich der Mann beruflich zu sehr engagiert, vernachlässigt er seine Frau. Die Frau beginnt sich darüber zu ärgern und fühlt sich durch die Bindung an Haushalt und Kinder eingeschränkt.

      Andererseits kann die Frau ihren Mann verärgern, wenn sie nicht aus wirtschaftlicher Notwendigkeit berufstätig ist, sondern um sich das Leben „interessanter zu gestalten“. Vielleicht hat er den Eindruck, sie vernachlässige seine Interessen, den Haushalt und die Kindererziehung.

      Da heute das Leben so teuer ist, gehen viele Frauen arbeiten, um zum Haushalt etwas beizusteuern. In solchen Fällen sind schon Probleme entstanden, wenn der Mann erwartet hat, daß die Frau die ganze Hausarbeit allein bewältigt. Sie betrachtet das mit Recht als unfair, und darunter leidet das Verhältnis.

      Manchmal tauchen Probleme auf, wenn der Mann nicht die richtige Arbeit findet, um die Familie gut ernähren zu können. Das kann an seiner Selbstachtung nagen, so daß er vielleicht sogar anfängt, viel zu trinken. Die schlechte Situation verschlimmert sich und wird für die Frau immer hoffnungsloser.

      Geldschwierigkeiten, eine Hauptursache für Eheprobleme, entstehen häufig, weil die Beteiligten nicht ihr Verlangen nach unnötigen materiellen Gütern zügeln. Ihre Wünsche überschreiten ihre Bedürfnisse bei weitem, und sie kaufen mehr, als sie sich leisten können.

      Das trifft oft auf junge Ehepaare zu, die die Waren haben möchten, die angepriesen werden oder die ältere Leute besitzen. Dabei vergessen sie, daß diese älteren Personen jahrelang arbeiten mußten, um sich das leisten zu können. So geben die jungen Eheleute mehr Geld aus, als sie verdienen, und machen viele Schulden. Eventuell müssen beide arbeiten, um den Lebensstil halten zu können, und oft reichen selbst diese Einkommen nicht aus. Dann bekommt die Frau womöglich ein Kind und kann nicht mehr berufstätig sein. Also ist nicht genügend Geld da, um die Ausgaben zu decken. Verbitterung und Nörgelei sind die Folge.

      Zuwenig Gedankenaustausch

      Dieses weitverbreitete Übel äußert sich hauptsächlich darin, daß Ehepartner nicht bereit sind, Angelegenheiten ruhig und offen unter vier Augen zu besprechen. Das hat in vielen Bereichen der Ehe eine lähmende Wirkung.

      Oft hat die Frau das Empfinden, ihr Mann sei an dem, was sie denkt, sagt oder tut, nicht interessiert. Sie beklagt sich darüber, daß ihr Mann nicht zuhört, wenn sie sich äußert. Also denkt sie, sie sei einsam, werde nicht geliebt und habe keinen Gefährten (was ihr Mann für sie sein sollte). Das Ehepaar lebt sich somit auseinander.

      In vielen Fällen ist aber nicht der Mangel an Gedankenaustausch die Ursache der Probleme. Er ist das Ergebnis. Der Fehler liegt woanders und äußert sich unter anderem dadurch, daß die Verständigung zwischen den Ehepartnern immer schlechter wird.

      Alkoholismus

      Eine der häufigsten Ursachen für zerrüttete Familien ist der Alkoholismus. Unzählige Millionen in der ganzen Welt sind Alkoholiker. Unzählige Millionen andere sind vom Alkoholismus nicht weit entfernt.

      Das Trinken kann dem Verlangen entspringen, das Leben zu genießen. Allerdings kann es auch auf Probleme zurückzuführen sein, die dem Betreffenden schwer zu schaffen machen und die er durch das Trinken lindern oder umgehen möchte. Statt dessen wird jedes Problem dadurch nur verschlimmert.

      Gewöhnlich wirkt der Trinker auf seinen Ehepartner abstoßend. Ein Großteil der Scheidungen ist darauf zurückzuführen, daß ein Ehepartner dem Alkohol verfallen ist.

      Leider haben die Kinder von Alkoholikern später selbst größere Probleme mit dem Trinken. Dieses frühe häusliche „Training“ macht sich dann in ihrer Ehe bemerkbar, denn sie werden vielen Problemen gegenüberstehen, die auch ihre Eltern wegen übermäßigen Trinkens hatten.

      Sexuelle Probleme

      Unstimmigkeiten auf sexuellem Gebiet sind ein anderer Hauptgrund für das Scheitern vieler Ehen. Der Mann sagt vielleicht, er fühle sich unbefriedigt, weil seine Frau an Geschlechtsbeziehungen nicht so interessiert sei wie er. Die Frau klagt, der Mann sei selbstsüchtig und berücksichtige nicht ihre emotionellen Bedürfnisse.

      Die heutige freizügige Einstellung zum Sex hat sich nicht als Hilfe erwiesen. Viele, vor allem Männer, meinen, sie hätten ein Recht auf die Befriedigung jeglicher sexuellen Bedürfnisse, und wenn die Ehefrau sie nicht befriedigt, dann suchen sie sich eine andere Partnerin. Die Frau wiederum pflegt vielleicht mit einem Mann ehebrecherische Beziehungen, den sie für verständnisvoller hält. Aber im Laufe der Zeit wird die Ehe durch diese Seitensprünge vergiftet.

      In vielen Ländern wird es als heldenhaft betrachtet, wenn ein Mann außereheliche Beziehungen pflegt und sogar noch uneheliche Kinder hat. Vielleicht gibt er für solche Beziehungen viel Geld aus, so daß die ehelichen Kinder und seine Frau weniger zum Leben haben. Gewöhnlich ist sie darüber sehr ärgerlich.

      Scheidung jetzt leichter

      In letzter Zeit haben viele Länder durch Gesetzesänderungen die Ehescheidung erleichtert. Mancherorts genügt dabei der beiderseitige Wunsch nach Scheidung.

      Da solche Scheidungserleichterungen immer mehr zur Regel werden, beginnen viele eine Ehe mit dem Gedanken: „Wenn es nicht klappt, kann ich mich ja immer noch scheiden lassen.“ Aber genau diese Einstellung kann sich schädlich auswirken. Sie kann bewirken, daß Heiratswillige bei der Partnerwahl sorgloser vorgehen. Treten dann in der Ehe Schwierigkeiten auf, sind sie nicht so sehr willens, angestrengt an einer Lösung zu arbeiten.

      Das sind einige der häufigeren Ursachen für die in den letzten Jahren aufgetretene Flut von gescheiterten Ehen, und es gibt natürlich noch andere. Um dem entgegenzuwirken, geben Eheberater viele Ratschläge — einige gute, einige unzulängliche, einige widersprüchliche und einige ausgesprochen schlechte.

      Wieso besteht ein solches Durcheinander? Weil nur wenige Eheberater das Übel an der Wurzel packen. Bevor das nicht erreicht wird und die entsprechenden Heilmittel angewandt werden, bleibt die Gefahr bestehen, daß die Ehe scheitert.

      Wir haben einige der offensichtlicheren Gründe für das Versagen einer Ehe kennengelernt. Doch die wahre Ursache liegt tiefer. Worin besteht denn die Hauptursache für Eheprobleme? Und was ist erforderlich, um eine glückliche Ehe führen zu können?

      [Bilder auf Seite 13]

      Leidet deine Ehe unter ...

      ... Geldschwierigkeiten?

      ... Schweigsamkeit?

      ... Alkoholismus?

  • Hauptursache für das Scheitern einer Ehe
    Erwachet! 1979 | 22. Januar
    • Hauptursache für das Scheitern einer Ehe

      WAS ist die Hauptursache für die Flut von gescheiterten Ehen? Warum ist heute die Ehe an sich in solchen Schwierigkeiten?

      Wir könnten die Antwort folgendermaßen veranschaulichen: Wenn ein komplizierter Computer versagt, wer wird dann für die Reparatur bemüht? Doch nicht etwa ein anderer Computer? Vielmehr ist in einem solchen Fall eine überlegene Kapazität gefragt, ein Computerexperte, vorzugsweise der Konstrukteur oder Hersteller — jemand, der wirklich Ahnung hat.

      Wen sollen wir denn darum bitten, „Reparaturen“ vorzunehmen, wenn in einer Ehe die menschlichen Beziehungen scheitern? Andere Menschen, deren Wissen ebenfalls begrenzt ist? Nein. Wie im Fall des Computerversagens wäre es weit sinnvoller, sich an eine überlegene Kapazität zu wenden — jemand, der wirklich Ahnung hat, vorzugsweise der Konstrukteur oder Hersteller.

      Wer wäre das? Der Schöpfer des Menschen und Stifter der Ehe, Jehova Gott. Da er den Menschen und die Ehe geschaffen hat, weiß er viel besser als irgend jemand anders, warum Ehen scheitern und was für das Glück menschlicher Beziehungen getan werden muß.

      Hauptursache

      Damit sind wir schon bei der grundlegenden Ursache, der Hauptursache, für Eheversagen: Ein oder beide Partner mißachten die Gesetze und Grundsätze für eine glückliche Ehe, die von Jehova Gott, dem Schöpfer des Menschen und der Ehe, festgelegt worden sind.

      Arbeitet das Ehepaar im Rahmen dieser weisen, praktischen Gesetze und Grundsätze zusammen, wird die Ehe von Erfolg gekrönt sein. Werden sie dagegen mißachtet, dann lassen Schwierigkeiten nicht lange auf sich warten.

      Die Formel für das Eheglück bleibt nicht unserer eigenen Vorstellung überlassen. Sie ist festgelegt durch den Leitfaden, den der Schöpfer zu unserem Nutzen aufzeichnen ließ — sein Wort, die Bibel.

      Einwände

      Freilich, viele mögen einwenden: „Die Bibel und der Glaube an Gott sind doch schon seit langer Zeit in ,christlichen‘ Ländern vertreten, ohne daß dadurch der Zerfall der Ehen aufgehalten wurde.“

      Das stimmt. Allerdings ist ein Land nicht deshalb christlich, weil es das zu sein behauptet; ebensowenig werden dadurch die Bürger des Landes zu Christen. Lediglich eine Bibel zu besitzen bedeutet noch lange nicht, nach ihren Maßstäben zu leben. Tatsache ist, daß die meisten, die eine Bibel haben, ihre Gesetze und Grundsätze nicht anwenden.

      Manche bringen einen anderen Einwand vor: „Gibt es nicht Eheleute, die glücklich verheiratet sind, aber die Bibel nicht als Richtlinie benutzen und vielleicht nicht einmal an Gott glauben?“

      Auch das ist wahr. Wie kommt denn ihr Glück zustande? Es liegt daran, daß die Ehepartner — obwohl unbewußt — einem Maßstab folgen, der dem der Bibel ähnelt. Ob sie sich nun dessen bewußt sind oder nicht, haben sie gemäß dem von Gott verliehenen Gewissen einen Lebensweg eingeschlagen, der mit den göttlichen Gesetzen und Grundsätzen für die Ehe fast übereinstimmt (Röm. 2:14, 15).

      Darauf zu spekulieren, daß man zufällig auf die richtige Formel für die Ehe stoßen wird, kommt der Hoffnung gleich, man könne auf einem Schiff ohne Ruder oder Navigator reisen und würde dann schon durch Zufall am Bestimmungsort ankommen. Das könnte zwar eintreten, doch wäre es nicht weise, darauf zu spekulieren. Ein Schiff mit einem Ruder und einem erfahrenen Navigator wird mit weit größerer Wahrscheinlichkeit einem genauen Kurs folgen und das Ziel erreichen.

      Eine ähnliche Wahl kannst du in folgendem Fall treffen: Würdest du in einer riesigen Wildnis ohne eine Straßenkarte über gefährliche und unbekannte Straßen fahren? Oder würdest du dich nach einer Karte richten, die der Erbauer der Straße aufgestellt hat und die sich schon bei vielen anderen Reisenden bewährt hat?

      Der große Navigator der Ehe ist Gott, und durch sein Wort hat er für ein richtungweisendes Ruder gesorgt. Er ist der große Bauingenieur der Institution Ehe und hat die Straße gebaut, die zum Erfolg führt. Zudem hat er eine zuverlässige Straßenkarte herausgegeben.

      Entscheidender Fehler

      Viele Leute glauben, daß die Ehe menschlichen Ursprungs ist und sich irgendwie im Laufe der Zeitalter entwickelt hat, um einem menschlichen Bedürfnis nachzukommen. Andere sagen zwar, sie würden an einen Schöpfer glauben, machen jedoch geringe oder keine Anstrengungen, sich über seinen Willen zu informieren.

      Folglich besteht bei dieser großen Zahl von Verheirateten der entscheidende Fehler darin, daß sie sich in ihrer Ehe nur von menschlicher Weisheit leiten lassen. Sie lassen die überlegene Weisheit dessen außer acht, der sich am besten auskennt, des Stifters der Ehe.

      Gemäß der Bibel ist jemand, der sich nur auf menschliche Weisheit verläßt, „wie ein kahler Strauch in der Steppe. Er wird nicht erleben, daß Gutes kommt.“ Aber jemand, der sich an seinen Schöpfer um Führung wendet, „ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bache hinbreitet. Er braucht nichts zu fürchten, wenn die Hitze kommt, sein Laub bleibt immer grün. In einem dürren Jahr macht er sich keine Sorgen, ohne Unterlaß bringt er Frucht“ (Jer. 17:6, 8, Jerusalemer Bibel; Ps. 1:1-3).

      Manch einer dagegen möchte nicht, daß Gott in seinem Leben etwas zu sagen hat. Er möchte es allein machen. Er denkt ähnlich wie die Personen, die in Hiob 21:14-16 beschrieben werden: „Doch sagen sie zu Gott: ,Weiche von uns, wir wollen von deinen Wegen nichts wissen! Wer ist der Allmächtige, daß wir ihm dienen sollten? Oder was nützt es uns, wenn wir ihn anrufen?‘“ (Lutherbibel erklärt).

      Diese Mißachtung der göttlichen Weisheit zeigt sich in den vielen Ehen, die heute auseinandergehen. Deshalb heißt es in der Bibel: „Es gibt einen Weg, der vor einem Mann gerade ist, aber sein Ende sind danach die Wege des Todes“ (Spr. 14:12).

      Dem steht der göttliche Rat gegenüber: „Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen eigenen Verstand. Beachte ihn auf all deinen Wegen, und er selbst wird deine Pfade gerademachen.“ Ja, „die Furcht Jehovas ist der Weisheit Anfang“ (Spr. 3:5, 6; 9:10).

      Den Tatsachen ins Auge sehen

      Ein Regierungsbeamter aus Westafrika äußerte über den Erfolg einer Ehe eine Wahrheit: „Ehen können nur durch die Achtung vor biblischen Grundsätzen ein Erfolg werden.“

      Wir Menschen sind so geschaffen. Wenn wir die Grundsätze, deren Urheber Gott ist, außer acht lassen, müssen wir mit schlechten Auswirkungen rechnen. Ähnlich verhält es sich, wenn andere Grundsätze oder Gesetze außer acht gelassen werden, die den Menschen betreffen. Wenn wir beispielsweise das Gesetz der Schwerkraft nicht beachten und in die Tiefe springen, werden wir uns verletzen oder das Leben verlieren. Übergehen wir die Gesetzmäßigkeit unserer Körperfunktionen wie Aufnahme von Nahrung, Wasser und Luft, dann müssen wir dafür büßen. Und die Mißachtung der Grundsätze für die Ehe, die von Gott stammen und unserer geistigen, emotionellen und körperlichen Beschaffenheit genau entsprechen, müssen wir mit dem Scheitern der Ehe büßen.

      Wir ernten, was wir säen (Gal. 6:7). Wir können nicht Unkraut säen, wenn wir Weizen ernten möchten. Wollen wir eine wirklich glückliche Ehe führen, können wir nicht den Gesetzen und Grundsätzen zuwiderhandeln, die Gott zu unserem Nutzen festgelegt hat. Je enger wir uns an die Richtlinien des Schöpfers der Ehe halten, um so glücklicher werden wir sein.

      Wenn man sich gewissenhaft an Gottes Maßstab hält, wird die Ehe niemals völlig versagen. Den Beweis dafür liefern unzählige Ehepaare, die sich daran halten und in ihrer Ehe so viel Glück empfinden, wie man heutzutage vernünftigerweise erwarten kann.

      Doch wie wendet man die Gesetze und Grundsätze der Bibel an? Was sind eigentlich die Erfordernisse für eine glückliche Ehe?

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