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17. Teil: Als Christen neutral während des Zweiten WeltkriegesDer Wachtturm 1955 | 1. November
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und unter dem Deckmantel religiöser Betätigung lediglich staatsfeindliche Ziele verfolgt. Ich habe mich deshalb voll und ganz von dieser Organisation abgewandt und mich auch innerlich von der Lehre dieser Sekte freigemacht. Ich versichere hiermit, daß ich mich nie wieder für die Internationale Bibelforscher-Vereinigung betätigen werde. Personen, die für die Irrlehre der Bibelforscher werbend an mich herantreten, oder in anderer Weise ihre Einstellung als Bibelforscher bekunden, werde ich unverzüglich zur Anzeige bringen. Sollten mir Bibelforscherschriften zugesandt werden, werde ich sie umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle abgeben. Ich will künftig die Gesetze des Staates achten und mich voll und ganz in die Volksgemeinschaft eingliedern. Weiter ist mir eröffnet worden, daß ich mit meiner sofortigen erneuten Inschutzhaftnahme zu rechnen habe, wenn ich meiner heute abgegebenen Erklärung zuwiderhandled.“
Es ist wohl unnötig, zu sagen, daß nur ganz wenige der Zeugen diese totale Abschwörung einer Verbindung mit Jehovas theokratischer Neuer-Welt-Gesellschaft unterzeichneten. Eine solche Erklärung zu unterzeichnen wäre dasselbe gewesen, wie geistigen Selbstmord zu begehen.
Nun zu einigen Beweisen hinsichtlich der Predigttätigkeit und der Resultate innerhalb dieser großen Konzentrationslager, bestehend aus Tausenden von politischen Gefangenen und anderen, die sich nicht anpassen wollten, und die man als Feinde der Hitlerregierung behandelte. Man beachte nachstehenden Bericht:
„Was im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück geschah, zeigt, wie niederträchtig katholische SS-Mannschaften gegen Jehovas Zeugen vorgingen. Allein in diesem Frauenlager waren 50 Polinnen in der Wahrheit, ferner 15 Ukrainerinnen, 10 Tschechinnen, 10 Ungarinnen, 25 Holländerinnen, 2 Belgierinnen, 500 Deutsche und 300 junge russische Jonadabe, die die Wahrheit sogar im Lager kennengelernt hatten. Hier machten nahezu tausend christliche Frauen die Qualen eines katholischen ‚Fegfeuers‘ durch … Morgens 5 Uhr wurde Appell gemacht … Am Tag mußten diese Frauen schwere Arbeit verrichten, z. B. Fundamente für Gebäude graben, Straßen bauen, Kohlen schippen, mit schweren Koffern und Kisten im Gepäckraum hantieren, Baracken bauen und noch viele andere Arbeiten verrichten, die für unterernährte, schlecht gekleidete und mißhandelte Menschen viel zu schwer sind. Auf die Weigerung von 495 Zeugen Jehovas, Munitionskisten zu machen, wurden sie zu acht Wochen Dunkelarrest (in einer fensterlosen Zelle) verurteilte.“
Mademoiselle Geneviève de Gaulle von Frankreich, die selbst ein nichttheokratischer Insasse in Ravensbrück war, liefert folgendes Zeugnis:
„Ich schätze mich glücklich, hier mein Zeugnis über die Bibelforscherinnen, denen ich im Konzentrationslager Ravensbrück begegnete, geben zu können. Tatsächlich hege ich für sie wahrhafte Bewunderung. Sie waren von verschiedener Nationalität: deutsch, polnisch, russisch und tschechisch, und erduldeten um ihres Glaubens willen sehr große Leiden. Bereits vor zehn Jahren fanden die ersten Verhaftungen statt, und die meisten derer, die um jene Zeit ins Lager verbracht wurden, sind hingerichtet worden oder zufolge der schlechten Behandlung gestorben. Ich lernte jedoch einige Überlebende aus jener Zeit kennen und auch andere Gefangene, die erst später ankamen; alle lieferten den Beweis sehr großen Mutes, was schließlich sogar auf die SS Eindruck machte. Sie hätten sofort frei werden können, wenn sie ihrem Glauben abgesagt hätten. Aber im Gegenteil, sie beharrten in ihrem Widerstand, ja, es gelang ihnen sogar, Bücher und Traktate ins Lager zu schaffen, welche Schriften zum Anlaß wurden, daß einige von ihnen den Tod durch Erhängen fandenf.“
Wahrlich, der Glaube dieser internationalen Schar von Zeugen, der Glaube an ihren Gott Jehova und ihre Lauterkeit vor ihm im Festhalten an ihrer Neutralität gegenüber dem Hitler-Regime, das der katholischen Inquisition glich, ist weltberühmt geworden!
Und was geschah mit den Zeugen in England während all dieses Sturms des faschistischen Krieges? Auch sie folgten eifrig einem Laufe strikter Neutralität. Zu Anfang des Krieges wurden in den Zeitungsmeldungen die Zeugen Jehovas erwähnt wegen der weiten Verbreitung und Besprechung des White Paper [Weißbuchs] (Deutschland Nr. 2), das am 30. Oktober 1939 herauskam und betitelt war: „Behandlung deutscher Bürger in Deutschland“, in dem die furchtbaren Erfahrungen der Zeugen Jehovas in Deutschland der Welt offiziell bekanntgegeben wurden. Die in diesem Weißbuche dargelegten Tatsachen stützten sich auf einen Bericht, den Sir Neville Henderson, britischer Gesandter in Berlin, bis zur Kriegserklärung am 3. September 1939 zusammengestellt hatte. Wir zitieren aus diesem Weißbuch:
„Da waren 1500 Juden und 800 Ernste Bibelforscher … Jeder trug ein Abzeichen — die Juden gelbe, mit dem Davidsstern, die Bibelforscher violette usw. … Zweimal im Monat schrieben jüdische Gefangene Briefe und empfingen solche. Den Bibelforschern wurde keine Verbindung mit der Außenwelt erlaubt, aber andererseits wurden ihre Rationen nicht geschmälert. Herr X. sprach mit dem höchsten Respekt von diesen Männern. Ihr Mut und ihr religiöser Glaube waren bemerkenswert, und sie bekannten sich bereit, das Äußerste dessen zu erleiden, was ihnen nach ihrem Empfinden Gott verordnet habe … Die ‚Bibelforscher‘, eine Religionssekte, die ihre Lehre der Bibel entnimmt und eine beträchtliche Anzahl Mitglieder in jedem Teil des Landes hat, aber von der Gestapo verboten worden ist, seitdem ihre Mitglieder den Wehrdienst verweigern — diese Unglücklichen wurden fast so schlimm behandelt wie die Judeng.“
Am 15. November 1939 wurde es nötig, daß das Büro der Gesellschaft in London folgende Erklärung an alle Parlamentsmitglieder, an religiöse Führer, örtliche Amtspersonen und die Presse ergehen ließ:
„Wo immer Jehovas Zeugen wohnen, sind sie den Gesetzen und Sitten des Landes loyal und suchen Gott zu dienen und sind allen Menschen gegenüber guten Willens. Wenn sie von Menschen als illoyal beurteilt werden, so nur aus dem Grunde, daß ein menschliches Gesetz eingeführt wird, das eine menschliche Anweisung auferlegt, die mit der Schrift im Widerspruch steht, oder das einem Menschen die Verehrung zuschreibt, die allein dem allmächtigen Gott gebührt. Um die Stellungnahme der Zeugen Jehovas zu den gegenwärtigen Ereignissen klar zu zeigen, wird eine Abhandlung, die aus dem Wachtturm von neuem veröffentlicht worden ist, hier beigelegt. Zugleich zeigt sie deutlich den Grund an, warum sie in allen Fällen NEUTRALITÄT bewahren und weshalb sie an nichts Militärischem teilnehmen können. Im Interesse der Tausende von Zeugen Jehovas in England möchten wir diese Stellungnahme klar dartun. Als Diener Gottes, des Höchsten, ist unsere Haltung gleichwie jene unserer deutschen Brüder, nämlich eine solche strikter NEUTRALITÄT. Unsere Ergebenheit, unser Dienst und unsere Loyalität sind Jehovas THEOKRATISCHER HERRSCHAFT geweiht, und gemäß Johannes 17:16 sagen wir: ‚Sie sind nicht von der Welt, gleichwie ich nicht von der Welt binh.‘“
In der Erklärung wurde auch auf das Weißbuch der britischen Regierung hingewiesen, in dem anerkannt worden ist, daß die deutschen Zeugen zudem aus dem Grunde verfolgt wurden, weil sie den Wehrdienst nicht aufnahmen.
(Fortsetzung folgt)
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Afrikaner wird durch das Verbrennen seines Jujus bekehrtDer Wachtturm 1955 | 1. November
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Afrikaner wird durch das Verbrennen seines Jujus bekehrt
● Es war im Februar 1954, als einige christliche Prediger einen gewissen Menschen guten Willens besuchten, der ein Anführer einer Juju-Gesellschaft war und selbst inbrünstig an die Kraft des Jujus glaubte. Sie lenkten seine Aufmerksamkeit auf den Bericht der Bibel über die Baalsverehrer in früheren Zeiten und erklärten ihm, was die Bibel über Jehova, den einzigen Lebengeber, sagt. Nachdem er sorgfältig alles angehört, was die Zeugen ihm zu sagen hatten, erklärte der Juju-Anbeter, daß er glauben würde, wenn sie ihm bewiesen, daß sie über seinen Juju Macht hätten. An einem vereinbarten Datum kamen die Zeugen zusammen und luden alle Einwohner ein, um zu sehen, was geschehen würde. Zuerst wurde ein biblischer Vortrag gehalten, und dann das Juju-Idol öffentlich verbrannt. Durch Jehovas unverdiente Güte wurde nicht nur dieser Anführer der Juju-Gesellschaft ein Zeuge Jehovas, sondern er weckte auch mit Erfolg das Interesse eines anderen Menschen guten Willens für die wahre Anbetung. Kürzlich wurden sie beide während einer Zusammenkunft der Zeugen Jehovas getauft.
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