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Genügt materieller Wohlstand?Erwachet! 1982 | 8. März
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„Nicht von Brot allein“
Zu Beginn der industriellen Revolution sahen einige wenige weitsichtige Männer die Gefahren dieser Revolution voraus. Der britische Staatsmann William Gladstone (1809—1898) warnte vor der „zunehmenden Herrschaft dessen, was man sieht, über das, was man nicht sieht“, und auch vor der „Macht eines stummen, nichteingestandenen, unbewußten Materialismus“. Der amerikanische Philosoph und Dichter Ralph Waldo Emerson (1803—1882) warnte mit den poetischen Worten vor dem aufkommenden Materialismus: „Die [materiellen] Dinge sitzen im Sattel und reiten die Menschheit.“
R. H. Tawney prangert in seinem Buch Religion and the Rise of Capitalism (Religion und das Aufkommen des Kapitalismus) die „Illusion des Fortschritts“ an, „den der Mensch durch seine Beherrschung der materiellen Umwelt erlangt hat, der Mensch, der zu selbstsüchtig und zu oberflächlich ist, um den Zweck zu ermitteln, dem seine Triumphe dienen sollten“. Er kritisiert die Auffassung, daß „das höchste Ziel im menschlichen Leben und das Kriterium für menschlichen Erfolg das Erlangen materieller Reichtümer“ sei. Ferner betont er die Notwendigkeit „eines Wertmaßstabes ..., der auf einem Verständnis der Bedürfnisse der gesamten menschlichen Natur basiert; selbstverständlich ist die Befriedigung wirtschaftlicher Bedürfnisse lebenswichtig, doch hat der Mensch noch andere Bedürfnisse, die ebenfalls befriedigt werden wollen“.
Um wirklich glücklich sein zu können, benötigt er einen „Wertmaßstab“. Das heutige Aussehen der Welt führt uns jedoch mit aller Eindringlichkeit vor Augen, daß ihm weder die Philosophie noch die Politik, noch die Wirtschaft, noch die Wissenschaft, noch die Technik gültige Normen geliefert hat. Deshalb sollte der Mensch die Bibel, das einzige Buch, das einen zuverlässigen Wertmaßstab enthält, nicht verachten.
In den Hebräischen und in den Griechischen Schriften ist folgende grundlegende Wahrheit zu finden: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht“ (Mat. 4:4; 5. Mo. 8:3). Die Bibel setzt den Schwerpunkt dort, wohin er gehört — auf geistig-religiöse Werte. Gemäß der Bibel muß jeder, der glücklich werden möchte, sich seiner „geistigen Bedürfnisse bewußt“ sein (Mat. 5:3).
Der Mensch hat sich als unfähig erwiesen, die geistig-religiösen Bedürfnisse zu befriedigen. Weil ihm die Technik und das Erreichen materialistischer Ziele das Wichtigste waren, sieht er sich heute einer Krise gegenüber, die wie folgt skizziert wurde: „Trotz seiner Intelligenz verhält sich der Mensch gegen seine Umwelt mit einer Rücksichtslosigkeit, die potentiell selbstzerstörerisch ist. Es fragt sich daher, ob die Technik ein Segen oder ein Fluch ist. Die Geschichte der Technik beginnt mit den Leistungen der ersten Werkzeugerfinder und endet an dem Scheideweg, an dem der Homo sapiens jetzt, im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts, steht. Und er hat nur noch eine Wahl: Selbstzerstörung oder eine glückliche Zeit des Wachstums und der kühnen Expansion“ (Encyclopædia Britannica).
Ein Zeitalter echter Wohlfahrt
Die Bibel vermittelt uns aber nicht nur geistig-religiöse Werte, eine wichtige Voraussetzung für das Glück, sondern sie vermittelt uns auch eine wunderbare Hoffnung auf ein Zeitalter des Friedens, der Gerechtigkeit und der materiellen Wohlfahrt hier auf der Erde. (Siehe Seite 13.) Weit über 2 000 000 Zeugen Jehovas, die in 205 Ländern leben, in denen die unterschiedlichsten wirtschaftlichen und politischen Systeme — vom Kapitalismus bis zum Kommunismus — existieren, sind jetzt schon glücklich, weil sie sich an die Sittenmaßstäbe der Bibel halten und überzeugt sind, daß Gott seine Verheißung, eine neue Ordnung zu schaffen, in der Frieden und Gerechtigkeit herrschen werden, wahr machen wird (2. Pet. 3:13).
Früher haben viele, die jetzt Zeugen Jehovas sind, den von Menschen geschaffenen politischen und wirtschaftlichen Systemen vertraut, oder sie haben geglaubt, man könne diese Systeme reformieren. Einige waren eifrige Verfechter der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Andere dachten, der sozialistische Wohlfahrtsstaat löse die Probleme der Menschen. Wieder andere kämpften für den Kommunismus. Aus Frankreich berichtete ein Mann: „Ich war überzeugt, daß durch den Marxismus alle Arbeiter wohlhabend und glücklich würden. Etwa 12 Jahre lang gehörte ich der kommunistischen Partei an. Ich verkaufte die kommunistische Zeitung L’Humanité auf der Straße und klebte spätabends kommunistische Plakate an die Hausmauern. Ich war völlig überzeugt, daß nur der Kommunismus der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein Ende machen könne. Aber schließlich bekam ich die Partei satt. Es war immer das gleiche kleine Häufchen Mitglieder, die gebeten wurden, dies oder jenes zu tun. Die übrigen begnügten sich mit dem Besitz der Parteimitgliedskarte.“
Warum er Zeuge Jehovas wurde, schilderte er wie folgt: „Die Zeugen konnten meine sämtlichen Fragen beantworten. Ich erkannte, daß die göttlichen Verheißungen realistischer sind als die der kommunistischen Partei. Ich war überglücklich, freundliche Menschen kennenzulernen, die einander wirklich liebten. Auch erfuhr ich dann, daß das Paradies, das ich mir vom Kommunismus erhofft hatte, nur durch Gottes Königreich kommen wird.“
Andere Zeugen haben durch böse Erfahrungen gelernt, daß der materielle Wohlstand nicht ausreicht, um glücklich zu sein. Sie haben erlebt, wie wahr folgendes Bibelwort ist: „Die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten“ (1. Tim. 6:10). Diese Erfahrung haben Reiche und Arme gemacht. Jehovas Zeugen beherzigen den biblischen Rat, ganz gleich, welcher sozialen Schicht sie angehören: „Übe dich ... in einer Lebensführung, die deinem Glauben entspricht und an der man deinen Glauben erkennt ... Führst du aber ein Leben, das deinem Glauben entspricht, so wirst du alles bewältigen. Dein Leben auf dieser Erde wird dir gelingen, und das Leben in der kommenden Welt wartet auf dich“ (1. Tim. 4:7, 8, Zink).
Das „Leben in der kommenden Welt“, auf einer paradiesischen Erde, das uns die Bibel in Aussicht stellt, wird ein Leben in nie endender geistiger und materieller Wohlfahrt sein, ein ewiges und glückliches Leben für alle, die Jehova, dem „glücklichen Gott“, treu sind (1. Tim. 1:11; Offb. 21:1-5). So etwas wagt weder der Kapitalismus noch der Kommunismus, noch der Sozialismus den Menschen in Aussicht zu stellen.
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Biblische Werte und Verheißungen, die wirklich glücklich machenErwachet! 1982 | 8. März
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Biblische Werte und Verheißungen, die wirklich glücklich machen
Die Bibel ist kein Buch für Politik oder Wirtschaft. Doch verurteilt sie Ungerechtigkeit und sagt voraus, daß den von Menschen geschaffenen Systemen ein Ende gemacht wird und daß sie durch eine neue Ordnung ersetzt werden, eine Ordnung, in der Frieden und Wohlfahrt herrschen werden und die von Gottes Königreich regiert werden wird.
GEISTIG-RELIGIÖSE WERTE STEHEN ÜBER DER MATERIELLEN WOHLFAHRT:
„Glücklich ist der Mensch, der Weisheit gefunden hat, und der Mensch, der Unterscheidungsvermögen erlangt, denn sie als Gewinn zu haben ist besser, als Gewinn an Silber zu haben ... Ihre Wege sind Wege der Lieblichkeit, und alle ihre Pfade sind Frieden. Sie ist ein Baum des Lebens für die, die sie ergreifen, und die sie festhalten, sind glücklich zu nennen“ (Spr. 3:13-18).
HABSUCHT WIRD VERURTEILT:
„Wehe denen, die Haus an Haus fügen, und denen, die Feld an Feld rücken, bis kein Raum mehr bleibt“ (Jes. 5:8).
„Neige mein Herz zu deinen Mahnungen und nicht Gewinnen zu“ (Ps. 119:36).
WARNUNG VOR MATERIALISMUS:
„Wer reich werden will, verliert leicht die Verbindung mit Gott und verstrickt sich in unzählige, immer neue, törichte Wünsche nach wertlosen Dingen, und das Ende ist, daß er selbst ins Verderben stürzt ... Denn die Geldgier ist die Wurzel alles Bösen“ (1. Tim. 6:9, 10, „Zink“).
„Der Besitz gibt kein Leben, auch dem nicht, der an allem Überfluß hat“ (Luk. 12:15, „Zink“).
GERECHTE NEUE ORDNUNG VERHEISSEN:
„Wir erwarten aber, weil wir uns auf sein [Gottes] Wort verlassen, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt“ (2. Pet. 3:13, „Zink“).
DAS ENDE JEDER BEDRÜCKUNG:
„Der Bedrücker hat sein Ende erreicht; die Verheerung hat aufgehört; diejenigen, die andere zertreten, sind von der Erde weggefegt worden. Und in liebender Güte wird gewißlich ein Thron fest errichtet sein; und darauf wird in Wahrhaftigkeit im Zelte Davids einer sitzen [Christus, der messianische König], der richtet und das Recht sucht und unverzüglich Gerechtigkeit handhabt“ (Jes. 16:4, 5).
EIN LEBEN IN GEISTIGER UND MATERIELLER FÜLLE:
„Die Erde wird gewißlich erfüllt sein mit der Erkenntnis Jehovas“ (Jes. 11:9).
„Die Erde selbst wird bestimmt ihren Ertrag geben; Gott, unser Gott, wird uns segnen“ (Ps. 67:6).
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