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  • Bibelkritiker revidieren ihre Ansicht
    Der Wachtturm 1982 | 1. Februar
    • zusätzliche Aspekte und Quellen erweitert. Die Erörterung und Weiterentwicklung der Theorie füllte Dutzende von Büchern und lieferte Stoff für Tausende von Artikeln. Sie gewann so sehr an Bedeutung, daß sie für viele Theologen sogar zu einer Art „Glaubensartikel“ wurde. Als Folge davon verwarf man Griesbach und übte häufig scharfe Kritik an ihm.

      Nachdem die „Quellentheorie“ lange Zeit das Feld beherrscht hat, ist sie heute selbst Gegenstand der Kritik. Viele Gelehrte revidieren ihre Ansicht und kommen wieder auf die Ausführungen Griesbachs zurück. Man hat festgestellt, daß dieses Gedankengut — wenn durch gewisse Änderungen auf den neuesten Stand gebracht — zu den Fragen über die Evangelien eine passendere Lösung liefert als andere Ansichten.

      Die „Quellentheorie“ hat den Glauben vieler an die göttliche Inspiration der Bibel zerstört (2. Tim. 3:16, 17). So etwas ist nichts Neues, denn der Apostel Paulus wies Timotheus an, gewissen Leuten zu gebieten, „nicht eine andere Lehre zu lehren noch unwahren Geschichten und Geschlechtsregistern Aufmerksamkeit zu schenken, die zu nichts führen, sondern eher Fragen zur Nachforschung hervorrufen [„Anlaß zu spitzfindigen Untersuchungen ... geben“, Menge], als irgend etwas von Gott darzureichen, was mit Glauben in Verbindung ist“ (1. Tim. 1:3, 4).

      Bischof B. C. Butler, der vor einigen Jahren fast als einziger die Ansicht verteidigte, daß Matthäus sein Evangelium zuerst schrieb, trifft interessanterweise den Kern des Problems, wenn er sagt: „Jemand, der unvoreingenommen die Wahrheit herauszufinden wünscht, wird, wenn er die synoptischen Evangelien als ganze Bücher immer wieder liest, im allgemeinen zu dem Schluß kommen, daß die Autoren ehrliche Männer waren und das niederlegten, wovon sie aufrichtig überzeugt waren, daß es wahr war. Ihm wird klar, daß sie von der Wahrhaftigkeit dieser Dinge nur dann überzeugt sein konnten, wenn sich diese im wesentlichen so verhielten, wie sie sie darstellen“ (Searchings, S. 85).

      Matthäus, Markus, Lukas und Johannes griffen für ihre Evangelien nicht auf eine uninspirierte, verlorengegangene schriftliche Quelle zurück. Sie schrieben unter dem Einfluß des heiligen Geistes Jehovas. Natürlich mögen irrige menschliche Theorien sehr lange — in diesem Fall 200 Jahre — dominieren. Währenddessen wird bei vielen der Glaube an Gottes Wort untergraben. Wir handeln aber vernünftig, wenn wir das umfangreiche Beweismaterial beachten, das die Zuverlässigkeit und die göttliche Inspiration der Bibel bestätigt. Dann können wir es den Kritikern überlassen, ihre Ansichten zu revidieren, und das so oft sie wollen.

  • Matthäus verkündet: Der Messias ist gekommen!
    Der Wachtturm 1982 | 1. Februar
    • Matthäus verkündet: Der Messias ist gekommen!

      WELCHES sind die bedeutendsten Ereignisse in der Menschheitsgeschichte? Zweifellos die Geburt, das öffentliche Wirken, der Tod, die Auferstehung und die Himmelfahrt Jesu Christi, des Sohnes Gottes.

      Im Einklang mit dem göttlichen Grundsatz „Aus zweier oder dreier Zeugen Mund wird jede Sache bestätigt werden“ sorgte Jehova Gott dafür, daß vier Berichte über das Leben Jesu Christi erstellt wurden, damit die Wahrhaftigkeit der Geschehnisse bestätigt werde (5. Mo. 17:6; 2. Kor. 13:1, Elberfelder Bibel). Die Namen der vier Evangelisten sind Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Mit Recht wird gesagt, daß jeder seinen Bericht unter ein bestimmtes Thema gestellt und ein bestimmtes Ziel verfolgt habe; daß die Berichte die Persönlichkeit ihres Schreibers widerspiegeln würden und daß sich jeder an einen bestimmten Leserkreis gewandt habe.

      Über Matthäus, den ersten Evangelisten, wissen wir wenig. Vermutlich war er jedoch eine bescheidene Person, denn nur aus seinem Bericht erfahren wir, daß er einer der verachteten Steuereinnehmer war (Mat. 9:9). Und daß man auf die Steuereinnehmer herabschaute, ist auch nicht verwunderlich, vertraten sie doch die römische Fremdherrschaft da, wo sie besonders schmerzte: wo es ums Geld ging! Darüber hinaus waren sie dafür berüchtigt, ihre Rechte zu mißbrauchen und die Leute zu erpressen. Das läßt der Steuereinnehmer Zachäus durchblicken. Als Jesus bei ihm zu Gast war, offenbarte Zachäus einen Sinneswandel, indem er sagte: „Was immer ich von jemand durch falsche Anklage erpreßt habe, erstatte ich vierfach“ (Luk. 19:8). Doch Matthäus muß ein ehrlicher Steuereinnehmer gewesen sein, denn sonst hätte Jesus ihn nicht von der Arbeit weggeholt, um sein Nachfolger zu werden.

      Schon in Eden, als Adam ungehorsam geworden war, äußerte Jehova Gott in symbolischen Worten eine Prophezeiung über das Kommen des Messias, in der er ihn als den Weibes„samen“ bezeichnete. Und bereits zur Zeit König Davids wurde er Gottes „Gesalbter“ genannt. Besonders der Prophet Daniel sagte das Kommen des Messias voraus (1. Mo. 3:15; 22:17, 18; Ps. 2:2; Dan. 9:24-27). Und als dann der sehnsüchtig erwartete Messias endlich gekommen war, war das eine so begeisternde Neuigkeit, daß Matthäus keine Zeit verlor, sie durch sein Evangelium zu verkünden. Nach den zuverlässigsten Quellen scheint er seinen Bericht schon 41 u. Z. verfaßt zu haben.

      UNTERSCHEIDUNGSMERKMALE

      Es ist deutlich zu erkennen, daß Matthäus durch sein Evangelium eine Brücke zwischen den Geschehnissen, die in den Hebräischen Schriften berichtet werden, und denen in Verbindung mit dem Leben des Messias schlagen wollte. Nach den Zeugnissen frühchristlicher Historiker schrieb Matthäus sein Evangelium erst in Hebräisch und später in Griechisch. Gestützt wird diese Ansicht durch die Tatsache, daß alle seine Zitate aus den älteren Schriften nicht aus der Septuaginta stammen — während die anderen Evangelisten häufig daraus zitieren —, sondern aus dem hebräischen Text. Ferner zeigt Matthäus mehr als andere, daß sich durch das Leben und Wirken Jesu biblische Prophezeiungen erfüllten. (Vergleiche Matthäus 8:16, 17 mit Markus 1:34 und Lukas 4:40.) Matthäus hob auch mehr als die übrigen Evangelisten immer wieder das Thema „Das Königreich der Himmel“ hervor. Deshalb wird sein Evangelium das Evangelium des Königreiches genannt (Mat. 4:17; 5:3; 11:12; 22:2).

      Bestimmte Merkmale des Matthäusevangeliums stehen deutlich mit der früheren Beschäftigung des Verfassers in Zusammenhang. Matthäus ist ganz besonders dankbar für die große unverdiente Güte, die ihm, dem Steuereinnehmer, zuteil wurde, indem er ein Apostel des Messias werden durfte. Er allein berichtet, welchen Nachdruck Jesus auf die Tatsache legte, daß Barmherzigkeit gefordert wird und nicht allein Opfer. Es ist interessant, daß nur Matthäus die trostreichen Worte Jesu wiedergibt, die mit der Aufforderung beginnen: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken“ (Mat. 9:9-13; 11:28-30; 12:7; 18:21-35).

      Auch die Aufmerksamkeit, die Matthäus den Zahlen widmet, verrät seinen Beruf. Allein Matthäus berichtet, daß Judas Jesus für 30 Silberstücke verriet (Mat. 26:15). Und da, wo andere Evangelisten nur von einem sprechen oder die Einzahl gebrauchen, nimmt es Matthäus genauer und schreibt von zweien oder gebraucht die Mehrzahl. (Vergleiche Matthäus 4:3; 8:28; 20:29, 30 mit Markus 5:2; 10:46, 47; Lukas 4:3; 8:27; 18:35-38.) Matthäus hatte anscheinend eine Vorliebe für Zahlen. Im Mustergebet (Kapitel 6) führt er sieben Bitten an (Lukas nur 5), in Kapitel 13 sieben Gleichnisse und in Kapitel 23 sieben Wehe, die Jesus gegen die jüdische Geistlichkeit seiner Zeit ausrief. Auch zerlegt Matthäus Jesu Stammbaum in drei Gruppen von je 14 Namen (Mat. 1:1-17).

      Ferner können wir die Unterscheidungsmerkmale des Matthäusevangeliums deutlich erkennen, wenn wir es mit dem des Lukas vergleichen und dann feststellen, wie es dieses ergänzt. Doch das ist zu erwarten, wenn man bedenkt, daß ein Steuereinnehmer ganz anders denkt als ein Arzt. Wir dürfen aber auch die Rolle nicht vergessen, die der heilige Geist in dieser Sache spielt. Außerdem

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