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Bist du bereit, als Diener Gottes Fortschritte zu machen?Der Wachtturm 1963 | 15. Juli
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nicht bestrebt, nur eine gute Persönlichkeit zu entwickeln, denn dadurch würden sie nur ihre Ehre suchen. Sie möchten aber Jehova ehren, und das tun sie durch Opfer des Lobes, das heißt durch die Frucht ihrer Lippen. (Hebr. 13:15) Mit anderen Worten: Sie sind Diener Gottes und predigen von Haus zu Haus. Sie möchten, daß Jehova sie in seiner sich immer mehr ausdehnenden Neuen-Welt-Gesellschaft gebrauchen kann.
10. Was sollte man tun, um geistige Reife zu erlangen? Welche Ermahnungen des Apostels Paulus sollten wir daher beachten?
10 Auch du hast vielleicht bis jetzt deswegen die Bibel studiert und bereits gelernt, daß Gott eine neue gerechte Welt herbeiführen will. Du magst nach und nach Wahrheiten erkannt haben, die dich schließlich veranlaßten, dich Jehova hinzugeben. Solltest du es noch nicht getan haben, dann möchten wir dich ermuntern fortzufahren, diese Erkenntnis aufzunehmen, damit du schließlich diesen Schritt, der zum Leben führt, tun kannst. (Joh. 17:3, NW) Gib weiterhin den wichtigsten Dingen den Vorrang. Stelle jederzeit die geistigen Dinge den irdischen voran. Nimm dir vor, täglich in der Bibel zu lesen, und bereite dich gut auf alle Zusammenkünfte der Versammlung vor. Folgende Worte des Apostels Paulus gelten allen Christen: „Denn in der Tat, obwohl ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, benötigt ihr wieder jemanden, der euch die ersten Grundbegriffe der heiligen Aussprüche Gottes von Anfang an lehrt, und ihr seid solche geworden, die der Milch bedürfen, nicht fester Speise. Denn jeder, der Milch genießt, ist unbewandert im Worte der Gerechtigkeit, denn er ist ein kleines Kind. Die feste Speise aber ist für Gereifte, für jene, die ihr Wahrnehmungsvermögen durch Gebrauch geübt haben, um zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden.“ (Hebr. 5:12-14, NW) Darum geht es also! Sind diese Worte nicht eine vorzügliche Ermahnung und Ermunterung, Reife anzustreben? Warum nicht gleich damit beginnen? Da sich Jehovas Werk in allen Ländern immer mehr ausdehnt, werden immer mehr tüchtige Lehrer und Prediger der guten Botschaft gebraucht.
11. (a) Welche Unterrichtskurse werden wöchentlich durchgeführt? Wo? Warum sind sie so wichtig? (b) Warum ist es gut, die Zusammenkünfte der Versammlung regelmäßig zu besuchen?
11 Wie können wir aber Reife erlangen und tüchtige Prediger werden? Es genügt nicht, daß wir die Bibel nur für uns studieren, wir müssen auch die Zusammenkünfte der Versammlung besuchen, in denen wir durch die Gemeinschaft mit unseresgleichen gestärkt werden. Wir sollten uns fest vornehmen, alle Unterrichtskurse, die Jehova zu unserer Ausbildung im Predigtdienst durchführen läßt, zu besuchen. In jeder der 22 166 Versammlungen der Zeugen Jehovas in 189 Ländern werden jede Woche fünf solche Unterrichtskurse abgehalten: Man liest zum Beispiel die Bibel sorgfältig und systematisch durch, wird im Halten von Vorträgen geschult, lernt, wie man erfolgreich am öffentlichen Predigtdienst teilnimmt, usw. — und all das unentgeltlich! Es wird nie eine Kollekte erhoben. In diesen Unterrichtskursen werden wir geistig erbaut und gestärkt, so daß wir in diesen gefahrvollen Tagen, in denen unser Glaube ernstlich erprobt wird, feststehen können. (1. Petr. 1:7) Damit möchten wir auch dich freundlich einladen, der einen oder anderen oder gar allen dieser wöchentlichen Zusammenkünfte beizuwohnen, sofern du es nicht bereits tust. Paulus sagte: „Laßt uns aufeinander achtgeben, damit wir uns zur Liebe und zu vortrefflichen Werken anspornen, indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Gewohnheit geworden ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht.“ (Hebr. 10:24, 25, NW) Welcher Ernst, welche Liebe und welche Ermunterung doch in diesen warnenden Worten Jehovas zum Ausdruck kommt! Besuche diese Zusammenkünfte regelmäßig, um dich über die geoffenbarten Wahrheiten, die uns durch Jehovas Organisation wie durch einen Kanal ständig aus dem Tempel zufließen, auf dem laufenden zu halten. Bist du erst seit kurzem mit der Neuen-Welt-Gesellschaft verbunden? Wenn ja, dann denke daran, daß deine Anwesenheit viel dazu beiträgt, die Versammlung zu beleben und ihr neuen Auftrieb zu geben. Aus diesen zwingenden Gründen sollten wir uns die gute Gewohnheit aneignen, die Zusammenkünfte regelmäßig zu besuchen, sofern wir es nicht bereits tun. Das ist der sicherste Weg zur christlichen Reife.
12. Warum ist es unbedingt notwendig, „Zeugnis abzulegen“?
12 Mit zunehmender Reife und Ausgeglichenheit wächst auch die Wertschätzung für den Predigtdienst. Welch ein unaussprechliches, gesegnetes Vorrecht ist es doch, die gute Botschaft von Gottes Königreich verkündigen und denen, die seufzen und jammern wegen der Greuel, die sie heute beobachten, Trost und Hoffnung bringen zu dürfen! (Hes. 9:4-6) Daß es unbedingt notwendig ist, Zeugnis abzulegen, bestätigte auch Ralph W. Sockman, ein New Yorker Geistlicher, mit den Worten: „Die Kirche erreicht ihre höchste Leistungsfähigkeit erst dann, wenn ihre Glieder imstande sind, von dem, was ihre Religion für sie tut, Zeugnis abzulegen ... Wir brauchen Menschen, die Zeugnis ablegen von dem, was ihre Herzen bewegt ... Euer Glaube wird nie lebendig, wenn ihr ihn nicht betätigt.“ Dann führte er Jehovas Zeugen als Beispiel an und fuhr fort: „Sie machen ihren Glauben bekannt. Sie verkündigen, was der lebendige Christus für sie getan hat.“
13. Welche Vorrechte genießen jene, die bereit sind, Jehova Gott als seine Diener zu vertreten, und wie werden sie belohnt?
13 Dieses wichtige Werk, die Ausbreitung der guten Botschaft von Gottes Königreich, bietet uns die beste Gelegenheit, in den Fußstapfen des Meisters, Christi Jesu, zu wandeln. Gäbe es eine erhabenere Aufgabe zu erfüllen? Könnten wir ein größeres Vorrecht genießen als das, Jehova zu dienen, wie Christus Jesus ihm diente? Während wir bereitwillig an diesem segensreichen Werk teilnehmen, werden wir täglich daran erinnert, daß wir von Jehova Gott abhängig sind und fortgesetzt lernen müssen, wie wir die größte Persönlichkeit im Universum am besten vertreten können. Wir sollten uns auch stets der zuversichtlichen Worte Davids erinnern: „Jehova kennt die Tage derer, die lauter sind, und ihr Erbteil wird ewig sein; sie werden nicht beschämt werden in der Zeit des Übels, und in den Tagen des Hungers werden sie gesättigt werden.“ David sagte ferner: „Ich war jung und bin auch alt geworden, und nie sah ich den Gerechten verlassen, noch seinen Samen nach Brot gehen.“ — Ps. 37:18, 19, 25.
GRÖSSERE TÄTIGKEIT
14, 15. Wie dachte Paulus über den Predigtdienst?
14 Verkündiger der guten Botschaft, die sich bemühen, im Dienste Gottes immer mehr zu leisten, erinnern sich an die Worte des Apostels Paulus: „In Ephesus will ich noch bis Pfingsten bleiben, denn eine weite Tür zu kraftvoller Wirksamkeit hat sich mir aufgetan.“ (1. Kor. 16:8, 9, Kr) Dem Apostel Paulus wurde nach seiner Hingabe und Taufe große Verantwortung auferlegt, die Tätigkeit forderte. Er kam dieser Verantwortung jedoch vorbildlich nach, und die Arbeit machte ihm große Freude. Er sagte: „Geben ist beglückender als Nehmen“ und handelte auch nach diesem Grundsatz, denn er war bereit, selbst sein Letztes herzugeben. (Apg. 20:35, Alb) Bist auch du bereit, dich in den Dienst der Ausbreitung der guten Botschaft von Gottes Königreich zu stellen? Möchtest auch du durch die offene Tür, die „zu kraftvoller Wirksamkeit“ führt, eingehen?
15 Wer Gott gefallen möchte, sollte bereit sein, das, was er über Gottes Königreich weiß, mit anderen zu teilen. In diesem Zusammenhang können wir auch aus dem Rat des Apostels Paulus Nutzen ziehen, den er den ersten Christen in Rom gab: „Da wir nun Gaben haben, die je nach der uns widerfahrenen unverdienten Güte verschieden sind: sei es Prophezeiung, laßt uns nach dem verliehenen Maß des Glaubens prophezeien; sei es ein Dienstamt, so mögen wir uns diesem Dienste widmen; oder sei es, daß jemand lehrt, so widme er sich der Lehre; oder sei es, daß er ermahnt, so betätige er sich im Ermahnen; oder sei es, daß er mitteilt, so tue er es mit Freigebigkeit; wer vorsteht, tue es mit wirklichem Ernst; wer Barmherzigkeit erweist, tue es mit Freudigkeit.“ — Röm. 12:6-8, NW.
16. Was hilft uns ganz besonders, reifer zu werden? Warum ist es so wichtig, diese Früchte hervorzubringen?
16 Mit dieser geistigen Einstellung gewappnet, können wir unser Hingabegelübde richtig und gewissenhaft erfüllen. Bevor jemand getauft werden kann, muß sein Denken und Handeln rein sein. Damit er in Jehovas Gunst bleiben kann, muß er in Wort und Tat rein bleiben. Wir dürfen nie Schmach auf den Namen Jehovas oder auf seine Organisation bringen. Darum sollten Diener Gottes auch stets darauf bedacht sein, reifer zu werden, und das Hervorbringen der Früchte des Geistes ist ihnen dabei eine große Hilfe. (Gal. 5:22, 23, NW) Was ist unter diesen Früchten des Geistes Gottes zu verstehen? Eigenschaften wie Liebe, Freude, Friedfertigkeit, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glaube, Milde und Selbstbeherrschung. Nach der Taufe sollte sich jeder fortgesetzt prüfen, um festzustellen, ob er im Hervorbringen dieser Früchte Fortschritte macht. Wir sollten einen Fortschritt sehen können, er mag uns noch so gering erscheinen. Selbst der geringste Fortschritt ist wichtig, denn wir müssen alle reifer werden und geistig wachsen. Warum? Damit wir mit Jehovas Hilfe den Angriffen des Teufels in diesen kritischen Tagen vor Harmagedon widerstehen können.
17. (a) In welchem Maße hilft uns Jehovas Organisation, den Willen Gottes zu tun? (b) Wie können wir zeigen, daß wir Jehovas Organisation achten und schätzen?
17 Noch etwas hilft uns weitgehend, den Willen Gottes zu tun: die Organisation, durch die Jehova sein Volk und die Menschen guten Willens führt und belehrt. Was wir gelernt haben, haben wir nicht von uns aus gelernt. Wir hatten einen Lehrer! Jesus sagte: „Es steht geschrieben: ‚Und sie werden alle von Gott gelehrt sein‘.“ (Joh. 6:45; Jes. 54:13) Wir verdanken unsere Erkenntnis dem heutigen Werkzeug Jehovas: seinen vom Geist gezeugten und gesalbten Zeugen, die die von Jesus beschriebene Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ bilden. (Matth. 24:45-47, NW) Diese Sklavenklasse hat seit 1884 die Watch Tower Society als rechtsfähiges Werkzeug gebraucht, und die Zeitschrift Der Wachtturm, die im Jahre 1879 zum erstenmal erschien, ist heute noch ihr Hauptorgan zur Verbreitung der biblischen Wahrheit. Wir sollten diese Einrichtung achten und schätzen lernen, denn das ist wohlgefällig in den Augen Jehovas. (Hebr. 12:9) Ja, nicht nur die Organisation sollten wir achten und schätzen, sondern auch die Brüder, denen Jehova eine verantwortungsvolle Stellung in der Organisation übertragen hat. Wir sollten diesen bewährten, treuen Brüdern vertrauen und ihre harte Arbeit schätzen, denn sie sind eigentlich für unsere Seelen verantwortlich. — Hebr. 13:17.
18. (a) Was bewirkt ein gutes Beispiel bei den vielen, die sich der Neuen-Welt-Gesellschaft täglich anschließen? (b) Warum müssen Christen Beharrlichkeit lernen?
18 Durch Wachstum und Reife werden wir nicht nur reich gesegnet und glücklich gemacht, sondern wir geben dadurch auch den vielen Gott gut gesinnten Menschen, die sich der Organisation tagtäglich anschließen, ein gutes Beispiel. Nichts begeistert diese Menschen mehr als das Beispiel Gott hingegebener und getaufter Christen, die durch die Stärke und Kraft Jehovas an ihrer Lauterkeit festhalten. (Matth. 5:16) Wer sich eng an Jehova hält, täglich um seinen Segen und seine Führung bittet, sich von seiner Organisation leiten läßt und eifrig mit ihr zusammenarbeitet, läuft weniger Gefahr, untätig zu werden und die Segnungen des Lebens einzubüßen. Wer den Weg des Lebens einmal betreten hat, muß darauf bleiben und ständig an sich arbeiten, um den Preis zu gewinnen. Wir sollten im Gutestun nie müde werden. Im Gegenteil, wir sollten versuchen, noch mehr zu tun, um noch mehr Freude zu erleben. Ja, wir sollten uns überlegen, wie wir als Diener Gottes noch mehr Fortschritte machen könnten. — 1. Kor. 9:24; Offb. 2:10.
19, 20. (a) Wie können Christen als Diener Gottes Fortschritte machen? (b) Womit werden jene belohnt, die treu bleiben?
19 Bist du bereit, als Diener Gottes Fortschritte zu machen und die gute Botschaft regelmäßig zu verkündigen, mit anderen Worten jeden Monat drei bis vier Stunden zu predigen? Bist du bereit, nachdem du die gute Botschaft von Haus zu Haus verkündigt hast, Personen, die Interesse bekundeten, wieder zu besuchen und mit ihnen die Bibel zu studieren? Bist du auch bereit, deine Predigttätigkeit auf zehn Stunden im Monat auszudehnen? Ja bist du bereit, als Diener Gottes so weit Fortschritte zu machen, daß dich deine vortrefflichen Werke empfehlen und du, wenn es nötig werden sollte, als Aufseher der Herde Gottes oder als ein Dienstamtgehilfe eingesetzt werden kannst? Vergiß nicht, Paulus sagte: „Wenn jemand nach einem Aufseherdienst trachtet, so begehrt er ein schönes Werk.“ — 1. Tim. 3:1.
20 Ein Diener Gottes hat viele Möglichkeiten, Fortschritte zu machen, Jehova segnet sein ihm ergebenes Volk auf vielerlei Weise. Denken wir nur an die neue gerechte Welt, die er allen verheißen hat, die seinen Willen tun! Wir sollten daher jetzt die volle Bedeutung der Hingabe an Gott und der Taufe erkennen, die Furcht dieser Welt verbannen und durch unsere christliche Festigkeit und Beharrlichkeit anderen ein gutes Beispiel geben. Dann haben wir nicht nur eine vernünftige, begeisternde Lebensaufgabe zu erfüllen, sondern können auch heute schon glücklich und zufrieden sein. So komm und sieh, wie gütig Jehova ist, denn er segnet alle, die ihm in diesen kritischen Tagen vor Harmagedon treu bleiben und bereit sind, als Diener Gottes Fortschritte zu machen. — Offb. 21:1-5; Ps. 110:3.
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Der historische JordanDer Wachtturm 1963 | 15. Juli
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Der historische Jordan
WENN der Jordan auch nicht zu den größten Flüssen der Erde zählt, so ist er doch nicht unwichtig. An seinen Ufern spielten sich aufsehenerregende Dinge ab, und an seinen Wassern trugen sich Geschehnisse von großer geschichtlicher Bedeutung zu. Da er in der Bibel rund zweihundertmal erwähnt wird, kann er als der bedeutendste biblische Fluß bezeichnet werden. Seinen einzigartigen Lauf bis zu seinem seltsamen Ende zu verfolgen ist hochinteressant.
Der Jordan erhielt seinen Namen nicht, wie eine alte Überlieferung besagt, von den beiden Quellen „Jord“ und „Dan“. Die Bezeichnung „Jordan“ wird von dem hebräischen jarde̱n abgeleitet und bedeutet „Herabfließender“ oder „Hinabeilender“. Seinem Namen getreu bewältigt der Fluß auf seinem 167 Kilometer (Luftlinie) langen Lauf vom Fuß des Hermon bis zum Toten Meer 915 Meter Höhenunterschied. Dieses starke Gefälle wird durch eine große Erdspalte verursacht, die einen mächtigen Graben bildet, der durch die Araba bis zum Golf von Akaba verläuft.
Da der Fluß im allgemeinen von Norden nach Süden fließt, wurde das Gebiet im Osten als „die Jordangegend gegen Sonnenaufgang“ und das im Westen als „die Seite des Jordan nach der Richtung des Sonnenuntergangs“ bezeichnet. (5. Mose 4:47; Jos. 1:15; 5. Mose 11:30, NW) Schon in alter Zeit betrachtete man den Jordan wegen der zu seinen beiden Seiten steil abfallenden Berge, wegen seines ununterbrochenen Laufes und seiner dicht bewachsenen Ufer als eine Grenze. Moses befürchtete, daß der Fluß die Streitkräfte Israels trennen könnte, und verlangte deshalb von den Söhnen Rubens und Gads, daß sie versprachen, über den Jordan hinüberzuziehen und ihren Brüdern bei der Eroberung des Verheißenen Landes beizustehen. — 4. Mose 32:20-23, 31, 32.
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