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  • Friede auf Erden — kein leerer Wahn
    Erwachet! 1971 | 8. Februar
    • Friede auf Erden — kein leerer Wahn

      Ein Beweis dafür sind die in Kanada durchgeführten Kongresse „Menschen guten Willens“

      DIE zehn Bezirkskongresse der Zeugen Jehovas, die im vergangenen Sommer in Kanada unter dem Motto „Menschen guten Willens“ durchgeführt wurden, waren eine wohltuende Erfrischung. Für wen? Für alle, die es müde waren, von Haß, Krawallen, Verbrechen, Krieg, Rauschgiftsucht und dem Anstieg der Zahl unehelicher Geburten und der Geschlechtskrankheiten zu hören.

      Diese Kongresse waren für gerechtdenkende, aufmerksame Beobachter ein beredtes Zeugnis dafür, daß es Menschen gibt, die durch ihr Leben, das sie jetzt führen, den Beweis erbringen, daß Haß, Furcht oder Krieg nicht unbedingt Merkmale der Welt des Menschen sein brauchen.

      Auf den zehn Kongressen waren so viele Personen anwesend — insgesamt 91 876 —, daß wohl niemand auf den Gedanken kam, zu behaupten, die Atmosphäre, die auf diesen Kongressen geherrscht habe, sei einem glücklichen Umstand oder Zufall zuzuschreiben.

      Die Teilnehmer dieser Kongresse wünschten, Gottes „Menschen guten Willens“ zu sein. Dieser Ausdruck stammt aus der Bibel; aus diesem Buch geht auch hervor, daß nur Menschen, die Gottes Wohlwollen besitzen, ewiges Leben und Frieden erlangen. — Luk. 2:13, 14.

      In Eintracht und willig zusammenarbeiten

      Hätte man alle Kongresse besuchen wollen, wäre eine ziemlich weite Reise notwendig gewesen. Die Kongreßstädte waren über eine Entfernung von mehr als 6 400 Kilometern verstreut: von einer Küste Kanadas zur anderen. Natürlich war viel Arbeit mit der Vorbereitung des Programms und dem Aufbau auf den Kongreßgeländen der zehn Kongreßstädte erforderlich.

      In Amherst (Neuschottland) zum Beispiel erforderte es viel Arbeit, die notwendigen Stühle zu beschaffen, weil viel mehr Besucher kamen als erwartet wurde. Mit den Schulbehörden konnte eine Abmachung getroffen werden, so daß sämtliche Stühle aus allen Schulhäusern im Umkreis von über 140 Kilometern um Amherst für den Kongreß benutzt werden konnten. Als das immer noch nicht reichte, schafften Jehovas Zeugen weitere Stühle aus dem über 200 Kilometer entfernten Halifax heran.

      Wie organisieren Jehovas Zeugen solche Arbeiten? Manchmal arbeiten sie lediglich nach den Methoden, die sie auch bei ihrer öffentlichen Predigttätigkeit anwenden. Ein Beispiel ist das Reinigen des Kongreßgeländes in Edmonton (Alberta). Jede der siebzehn Ortsversammlungen erhielt ein „Gebiet“ zugeteilt. Das Gebäude hatte man in ebenso viele Sektoren aufgeteilt. Die Freiwilligen, die sich für die Arbeit meldeten, wurden jeweils gefragt, welcher Versammlung sie angehörten, und erhielten dann die entsprechende Zuteilung.

      Auf diesen Kongressen konnte man sehen, mit welcher Bereitwilligkeit einer zum Nutzen des anderen arbeitete. In Prince George (Britisch-Kolumbien) belieferte ein Zeuge Jehovas zum Beispiel die Cafeteria mit über 1 200 Kilogramm Fisch, Lachs und Heilbutt; er hatte die Fische selbst gefangen und spendete sie seinen christlichen Brüdern.

      Aber es kam auch vor, daß trotz aller Bemühungen der Erfolg ausblieb. In Sault Sainte Marie (Ontario) gaben sich die Zeugen alle erdenkliche Mühe, die Behörden zu veranlassen, ihnen einen geteerten Platz neben dem Kongreßgelände für die Cafeteria zu überlassen. Aber ihre Bemühungen blieben fruchtlos. Sie mußten daher ein anderes Grundstück benutzen. Doch wie dankbar waren die Zeugen nachher, daß die Sache so ausgegangen war. Warum? Während des Kongresses mußten Angestellte der Stadt jenen geteerten Platz an vier Stellen aufbrechen, um zu ermitteln, wo die Abwasserleitung verstopft war. Hätten die Zeugen jenen Platz benutzt, so hätten sie am ersten Kongreßtag die Cafeteria verlegen müssen.

      Unterkunft für die Delegierten

      Zu den wichtigen Vorkongreßarbeiten gehört immer das Suchen von Unterkünften für die Delegierten. Tausende von Zeugen halfen freiwillig bei der Zimmersuche mit, denn sie freuten sich, christliche Gastfreundschaft bekunden zu können.

      In Toronto (Ontario) erhielten sie das Studentenheim der York-Universität. Das bedeutete, daß sie mehrere hundert Delegierte in einem Haus unterbringen konnten. In Sherbrooke (Quebec), Edmonton und Amherst erhielten sie ebenfalls die Studentenheime von Colleges und Universitäten; im Studentenheim der Mount-Allison-Universität fanden etwa 1 000 Delegierte Unterkunft.

      Als es sich zeigte, daß weit mehr als 2 500 Personen den Kongreß in Amherst besuchen würden, wurde die Zimmersuche auch auf das fast sechzig Kilometer entfernte Moncton ausgedehnt. Eine Einwohnerin dieser Stadt wies den Zeugen Jehovas ab, der sie nach einer Unterkunft fragte, rief aber später im Unterkunftsbüro an und sagte, sie habe es sich anders überlegt; als sie darüber nachgedacht habe, warum sie abgelehnt habe, sei sie zu der Erkenntnis gekommen, daß es nur aus Vorurteil geschehen sei. Sie sei jetzt bereit, Zimmer zur Verfügung zu stellen. Sie sagte auch, daß sie zu ihren Nachbarn gehen werde, die aus dem gleichen Grund abgelehnt hätten. Das tat sie. In den darauffolgenden Tagen rief sie noch mehrmals an und bat jeweils: „Gehen Sie bitte zu Frau Soundso, sie ist ebenfalls bereit, Gäste aufzunehmen.“ So beschaffte diese Frau fünfundzwanzig Unterkünfte.

      Als Gottes „Menschen guten Willens“ getauft

      Auf den zehn Kongressen kam es während der Taufe häufig vor, daß dem einen oder anderen Tränen in den Augen standen, wenn er Sohn, Tochter oder Freund umarmte, dem Betreffenden gratulierte und ihn in Jehovas glücklicher Familie, bestehend aus „Menschen guten Willens“, willkommen hieß. Als sich die 207 Taufanwärter in Sault Sainte Marie erhoben, um die Fragen zu beantworten, konnte man beobachten, daß die Jugend überwog.

      Aber es wurden auch Ältere getauft. In Edmonton, wo zwei örtliche Fernsehstationen die Taufe sendeten, wurden 208 getauft. Darunter befand sich ein älteres Ehepaar aus Rocky Mountain House (Alberta). Die beiden hatten lange nach der göttlichen Wahrheit gesucht und sich vielen verschiedenen Religionsgemeinschaften angeschlossen gehabt. Vor etwa einem Jahr begannen sie mit Jehovas Zeugen die Bibel zu studieren. „Jetzt tappen wir nicht mehr im dunkeln“, sagte die zweiundsiebzigjährige Ehefrau. „Wir sind so glücklich, endlich die Wahrheit gefunden zu haben.“ Der achtzig Jahre alte Ehemann fügte hinzu: „Ich wußte nicht, daß ich so viele Verwandte habe.“

      Unter den 151 Personen, die auf dem Kongreß in Sherbrooke (Quebec) getauft wurden, befand sich auch eine Frau aus Levis. Nachdem sie angefangen hatte, die Bibel zu studieren, begann ihr Mann ihr Schwierigkeiten zu machen; er drohte, sie zu zwingen, das Haus zu verlassen, und alle ihre biblischen Schriften zu vernichten. Sie bemühte sich, allen ihren Pflichten zu Hause nachzukommen, fuhr aber fort zu studieren. Jetzt wurde sie getauft, und was macht ihr Ehemann? Er wurde vor sechs Monaten getauft. Was war geschehen? Vor einem Jahr hatte seine sechsjährige Tochter ihn gebeten, ihr jeden Abend vor dem Schlafengehen etwas vorzulesen. Er war einverstanden. Die Kleine gab ihm das Buch Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten Paradies. Die Lektüre gefiel ihm. Schließlich war er auch bereit, das Buch Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt zu lesen. Nachdem er es gelesen hatte, bat er um ein Bibelstudium, und 1969 ließ er sich taufen.

      In Toronto ließen sich 662 Personen taufen — mehr als auf irgendeinem der übrigen neun Kongresse — und zeigten dadurch, daß sie Gottes Menschen guten Willens sein wollten. Auf allen zehn kanadischen Kongressen ließen sich insgesamt 2 012 Personen taufen und symbolisierten dadurch ihre Hingabe an Jehova, den Gott, der Frieden gibt.

      Mehr Delegierte als erwartet wurden

      Mitten im Sommer wurden die Motoren der Traktoren abgestellt, die Männer kamen von den Feldern, und ganze Familien verließen ihre Farm im Prärieland und besuchten den Kongreß in Regina. Viele hatten schon Wochen zuvor planen müssen, um diesem Kongreß beiwohnen zu können; doch wie glücklich waren sie, gekommen zu sein! Man hatte erwartet, daß dieser Kongreß von etwa 3 500 Personen besucht würde; glücklicherweise brachten einige Gartenstühle mit, denn am letzten Tag, als der öffentliche Vortrag „Die Rettung des Menschengeschlechts durch Gottes Königreich“ gehalten wurde, waren 5 533 Personen anwesend!

      Wie auf allen übrigen Kongressen, so konnte man auch in Sault Sainte Marie den Geist der Eintracht und der Zufriedenheit verspüren, wenn man sich unter die Kongreßteilnehmer mischte. Es herrschte große Begeisterung, weil weit mehr als die erwarteten 2 500 Besucher gekommen waren. Wie viele hörten den öffentlichen Vortrag? Insgesamt 11 054!

      In Edmonton wurde ein Gebäude gemietet, das 7 000 Sitzplätze hatte. Man hatte mit 4 500 Besuchern gerechnet, doch schon am ersten Tag zeigte es sich, daß alle 7 000 Sitzplätze benötigt würden. Kannst du dir die Begeisterung vorstellen, als beobachtet wurde, daß die Zahl der Anwesenden von einem Tag zum andern stieg, bis sie schließlich das Doppelte betrug — 8 255?

      In Sherbrooke, wo ein französischsprachiger Kongreß durchgeführt wurde, füllten während des öffentlichen Vortrags 4 564 Personen das mit 4 200 Sitzplätzen ausgestattete „Palais des Sports“. Am letzten Kongreßtag waren fast vierzig Prozent mehr anwesend als am ersten Kongreßtag. Und in Amherst, wo man 2 500 Delegierte erwartet hatte, zählte man 6 221 Besucher. Welche Wirkung das auf eine Kleinstadt mit nur 10 500 Einwohnern hatte! Es war der größte Kongreß, der je an der Ostküste durchgeführt wurde.

      Für den Kongreß in Toronto hatte man 16 000 Personen erwartet. Den öffentlichen Vortrag aber besuchten fast doppelt so viele, nämlich 31 272 Personen. Dieser Kongreß war der größte dieser Kongreßreihe in Kanada. Das Interesse an der biblischen Botschaft der Hoffnung wächst gewaltig, und als Folge davon übertraf die Besucherzahl der zehn Kongresse alle Erwartungen.

      Publizität

      Mehrere Kongresse wurden von Presse, Rundfunk und Fernsehen ausgezeichnet bekanntgemacht. Die Leitung der FM-Station CKCY in Sault Sainte Marie befürchtete, daß nicht alle das Programm hören würden, weil die Zahl der Zuhörer so groß war; sie anerbot sich daher, das Programm teilweise aufzunehmen und dann zu senden. Am Freitagabend wurde das ganze Esther-Drama, das sich auf das entsprechende Bibelbuch stützte, übertragen, und am darauffolgenden Abend wurde dieses Programm nochmals von ihrer AM-Station ausgestrahlt.

      In Sherbrooke filmten Kameraleute vom französischen Sender der „Canadian Broadcasting Company“ während zwei Tagen die Höhepunkte des Kongresses. Die französischsprachige Zeitung La Tribune widmete am zweiten Kongreßtag etwa 30 Prozent ihrer ersten Seite dem Kongreß. An den darauffolgenden Tagen brachte sie manchmal mehr als eine halbe Seite Bilder.

      Äußerungen über friedfertiges Verhalten

      In den Kongreßstädten hörte man viele Kommentare über das friedfertige Verhalten der Zeugen und ihre gute Ordnung. Die Reaktion der Bevölkerung von Sault Sainte Marie auf den Kongreß brachte ein Polizist treffend in folgenden Worten zum Ausdruck: „Ihr habt einen Geist der Friedfertigkeit in unseren Ort getragen.“

      In Amherst sagte eine Gastgeberin über die Zeugen, die sie aufgenommen hatte: „Machen Sie eigentlich nie Lärm? Ich habe acht Personen vier Tage lang in der Wohnung gehabt und kaum etwas von ihnen gemerkt.“ Ein Motelbesitzer sagte: „So anständige Gäste hatte ich noch nie, sie können jederzeit wiederkommen. ... Jehovas Zeugen haben offensichtlich etwas, was wir nicht besitzen.“ Und der Polizeichef bemerkte: „Sie können sich von mir aus jedes Jahr hier versammeln — oder auch zweimal im Jahr.“

      Auf dem Kongreß in Prince George fiel einem Inspektor des Gesundheitsamtes ebenfalls die gute Ordnung und die Sauberkeit auf. Er sagte: „Wahrscheinlich habt ihr darin mehr Erfahrung als ich.“

      Ein Mitglied der Verwaltung von „Woodbine Racetrack“ in Toronto erzählte, daß der Gärtner gestaunt habe, als er am Montagmorgen zur Arbeit kam, „weil keine einzige Blume abgebrochen war“. Während des Kongresses wies eine Rennbahnwache, die mit einem Reporter sprach, auf ein Schild, auf dem zu lesen war: „Haltet Woodbine sauber“, und sagte über die Zeugen: „Zum erstenmal sehe ich jemand, der sich wirklich bemüht, das zu tun.“

      Auch die Torontoer Zeitung Telegram schrieb einiges über die Zeugen, so zum Beispiel: „Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit der Zeugen bleiben unveränderlich. Man mag über sie denken, wie man will — und viele Leute denken sehr negativ über sie —, doch sie führen ein vorbildliches Leben. Auch glauben sie alle dasselbe.“ In der erwähnten Zeitung konnte man außerdem noch lesen: „Sie sind wahrscheinlich auch die freundlichsten Menschen, denen man begegnen kann.“ „Obschon Tausende dort versammelt waren, wurde niemand gestoßen oder geschoben — ja auch die Hitze bewirkte nicht, daß jemand die Beherrschung verlor.“ „Sie sind keine Staatsfeinde; sie sind lediglich für Jehova“, schrieb Telegram. „Sie verbrennen keine Musterungsbefehle, sind nicht aufständisch ... auch beteiligen sie sich in keiner Form an staatsgefährdenden Umtrieben.“a

      Heute, da das gegenwärtige System überall in der Welt immer mehr zerfällt, erkennen klar denkende Personen deutlicher denn je, daß es eine Gruppe von Personen gibt, die eine ganz andere Gesellschaft bilden und die beweisen, daß Menschen auf Erden in Frieden zusammen leben können.

      Dieses friedfertige Verhalten beruht auf Liebe. Das zeigte sich, als in Amherst ein Kongreßdelegierter und seine Angehörigen von einem Unglück betroffen wurden. In seinem Wohnwagen brach Feuer aus und griff so schnell um sich, daß alles verbrannte. Eine halbe Stunde später stand der Familie ein anderer Wohnwagen zur Verfügung, den man ihr zur Benutzung überlassen hatte. Zeugen Jehovas spendeten dem Mann, der Frau und den Kindern Kleider und so viel Geld, daß es für den Unterhalt der Familie auf dem Kongreß und für die Heimreise reichte.

      Was beweist das?

      Diese Kongresse wurden in erster Linie zur Belehrung und zum Nutzen der Zeugen Jehovas veranstaltet. Welche Bedeutung soll das alles für dich haben?

      Erinnerst du dich an einige der Bemerkungen, die von Außenstehenden über Jehovas Zeugen gemacht wurden? — Ehrliche Menschen. Rechtschaffene Leute. Die anständigsten Leute, die je hier waren. — Ein Zeitungsreporter von Toronto wird das bestimmt nicht bestreiten. Er hatte seinen Schlüsselbund am Kofferraumschloß des Autos steckenlassen. Das Auto stand auf einem Parkplatz des Kongreßgeländes. Im Kofferraum befanden sich Kameras und Zubehör im Wert von Hunderten von Dollar. Als es ihm einfiel, daß er den Schlüssel hatte steckenlassen, eilte er zum Auto zurück, mußte jedoch feststellen, daß der Kofferraum abgeschlossen war. Ein Zeuge, der bemerkt hatte, daß der Schlüssel im Schloß steckte, hatte den Kofferraum abgeschlossen und den Schlüsselbund im Fundbüro abgegeben. Wie erleichtert war der Photograph, als er ihn dort zurückerhielt! Wäre dein Dasein nicht schöner, wenn du unter solchen Menschen leben könntest?

      Sauber und ordnungsliebend? Ja. Der Bürgermeister von Sherbrooke sagte: „Ein Mitglied des Stadtrates besuchte den Kongreß. ... Er erzählte, er sei noch nie in einer mit 4 000 Personen besetzten Halle gewesen, in der er keinen Papierfetzen und keinen Zigarettenstummel auf dem Boden gefunden habe. Ihr seid die saubersten und ordnungsliebendsten Personen, denen ich je begegnet bin.“ Möchtest du mit solchen Menschen Gemeinschaft pflegen?

      Aus der Bemerkung eines Reporters in Sherbrooke geht hervor, daß unter Jehovas Zeugen eine solche Einheit herrscht, daß sie sogar Probleme wie den „Generationenkonflikt“ nicht kennen. Der erwähnte Reporter sagte: „Einem ,Weltling‘, der sich in den ,Palais des Sports‘ wagte, erschienen Jehovas Zeugen als friedfertige Menschen, die sich eifrig bemühten, nach dem zu leben, was die Bibel sagt. Außerdem ist es merkwürdig, Kongresse zu sehen, die von ganzen Familien besucht werden. Auf diesem Kongreß saßen alt und jung nebeneinander, sogar Babys waren dabei, die noch nichts verstanden.“

      Wahres Christentum überwindet die von selbstsüchtigen Menschen errichteten Schranken zwischen Völkern und Rassen. Auf diesen Kongressen hörte man keine Proteste gegen Diskriminierung. Es wurden sogar besondere Programme für viele Emigranten veranstaltet, die Zeugen Jehovas geworden sind. In Vancouver (Britisch-Kolumbien) wurde das griechischsprachige Programm von 65 Personen besucht, das italienische von 106. In Regina wurden die in Ukrainisch durchgeführten Zusammenkünfte von 146 Personen und die in Winnipeg in dieser Sprache veranstalteten Zusammenkünfte von 209 Personen besucht. In Sault Sainte Marie waren bei dem in Finnisch dargebotenen Programm 67 Personen anwesend. In Edmonton waren bei einer italienischsprachigen Veranstaltung 35 anwesend. In Toronto wurden ebenfalls fremdsprachige Veranstaltungen durchgeführt, denn seine Bevölkerung setzt sich aus Angehörigen verschiedener Nationalität zusammen. Dort wurde das ganze Programm in Italienisch geboten, 1 565 Personen waren anwesend. Die wichtigsten Programmpunkte wurden auch in Spanisch dargeboten, und bei diesen Veranstaltungen waren 111 Personen zugegen. Die portugiesischen Zusammenkünfte wurden von 84 und die griechischen von 334 Personen besucht.

      Wie groß die Hingabe bei manch einem dieser Delegierten war, kann man besser ermessen, wenn man daran denkt, daß nicht alle über eine gute Gesundheit verfügten oder sich ungehindert bewegen konnten. Wenn ein Mann, der schon über siebzig Jahre alt ist und an Krebs leidet, einen solchen Kongreß besucht und seinen Entschluß, sich taufen zu lassen, ausführt, muß man überlegen, was es für ihn bedeutet haben mußte, in dieses vertraute Verhältnis zu seinem Gott zu kommen.

      Zweifelst du daran, daß ewiger Friede auf Erden herrschen kann, wenn sie von solchen Menschen bevölkert sein wird, nachdem Jehova Gott sie in der kommenden „großen Drangsal“ gereinigt haben wird? Objektiv betrachtet zeigt dieser Bericht deutlich, daß es ein Volk gibt, das jetzt schon dem Frieden nachjagt. (1. Petr. 3:8-11) Nicht nur auf Kongressen, sondern in einem der Königreichssäle der Zeugen Jehovas kannst du dich jede Woche dieses Friedens und einer auferbauenden Gemeinschaft erfreuen.

      Warum sich nicht einmal mit dieser Sache näher befassen? Du kannst schon jetzt glücklich sein, sittlich einwandfreie Gefährten haben und erleben, was es heißt, Einheit und Frieden zu haben. Suche zu erfahren, warum es unter Jehovas Zeugen so ist, obschon wir in einer Zeit leben, in der man das unter den Menschen im allgemeinen nicht mehr findet. Eine Prüfung mag für dich und deine Angehörigen ewiges Glück bedeuten.

      [Fußnote]

      a Telegram, Ausgaben vom 11., 25., 28. Juli 1970.

      [Bild auf Seite 17]

      Szene aus dem Esther-Drama (Sherbrooke, Quebec): Esthers Festmahl für den persischen König und für Haman

      [Bild auf Seite 18]

      Der Kongreß, in Toronto, der größte der in Kanada durchgeführten Kongresse „Menschen guten Willens“, wurde von 31 272 Personen besucht.

  • „Abtreibungen“ — vom Standpunkt eines Arztes aus betrachtet
    Erwachet! 1971 | 8. Februar
    • „Abtreibungen“ — vom Standpunkt eines Arztes aus betrachtet

      IN MEINER über dreißigjährigen Praxis als Chirurg habe ich viel erlebt. Aber auf das, was am 11. August 1970 auf mich wartete, war ich doch nicht ganz gefaßt. Es war mein erster Arbeitstag in einem Brooklyner Krankenhaus, nachdem das Gesetz in Kraft getreten war, das den Ärzten im Staat New York erlaubt, Schwangerschaftsunterbrechungen aus jeglichen Gründen vorzunehmen.

      Als ich mich dem Eingang, der zu den Operationssälen führt, näherte, um den auf diesen Tag angesetzten operativen Eingriff vorzunehmen, bemerkte ich im Flur vor dem Eingang eine lange Reihe fahrbarer Krankenbahren. Auf jeder lag eine junge Patientin, benommen von den Medikamenten, die man ihr verabreicht hatte, und wartete, bis sie an die Reihe kam, um von einer unerwünschten Schwangerschaft befreit zu werden. Als ich durch den Eingang trat, merkte ich sofort, daß alle in den drei Operationssälen — Chirurgen, Krankenschwestern, Narkoseärzte, Pfleger und verschiedene Helfer —, die damit beschäftigt waren, Schwangerschaftsunterbrechungen vorzunehmen, unter einem ungewöhnlichen Druck arbeiteten. Alle fünfzehn Minuten wurde ein solcher Eingriff vorgenommen.

      Abscheu unter dem Krankenhauspersonal

      Als ich einen Blick auf den Operationsplan für diesen Tag warf, stellte ich fest, daß mein Fall die einzige „berechtigte“ Schwangerschaftsunterbrechung war, die an diesem Tag vorgenommen wurde — bei allen übrigen vierundzwanzig Fällen handelte es sich um solche ohne medizinische Begründung. Es war offensichtlich, daß diese Situation dem Operationsteam zu schaffen machte. Als ich sagte, ich hätte das Gefühl, hier deplaciert zu sein, weil ich heute der einzige sei, der wirklich aus medizinischen Gründen operiere, trat ein Narkosearzt, der mir ganz unbekannt war, zu mir, ergriff meine Hand, schüttelte sie und

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