Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Wo liegen die Wurzeln des Problems?
    Erwachet! 1975 | 8. Oktober
    • sie versuchen, ihren Willen durchzusetzen.“ Diese Ausführungen schildern offensichtlich nichts anderes als das Verhalten total verwöhnter Kinder.

      Es kann auch sein, daß sich Streß bei Erwachsenen schädlich auswirkt, weil bei ihnen Persönlichkeitsdefekte vorhanden sind. Die Depression ist ein Symptom, das besonders häufig in einer modernen Kultur auftritt, in der die Arbeit nicht mehr als etwas Ehrbares gilt, als etwas, was Zufriedenheit zur Folge hat. Nicht immer sind die Arbeitsbedingungen heutzutage belastender als früher, aber das Problem liegt oft darin, daß die Arbeitnehmer heute höhere Anforderungen an die Arbeit stellen. Die Arbeit soll nicht nur dazu dienen, sich sein Brot zu verdienen, sondern sie soll auch das Ego befriedigen.

      Da die Geisteskrankheiten ein solch kompliziertes Gebiet sind, ist es verständlich, daß auch die Meinungen darüber, wie man sie behandeln sollte, weit auseinandergehen. Welche Methoden werden angewandt, und sind sie erfolgreich?

  • Läßt sich das Problem durch Schocktherapie, Medikamente oder Leukotomie lösen?
    Erwachet! 1975 | 8. Oktober
    • Läßt sich das Problem durch Schocktherapie, Medikamente oder Leukotomie lösen?

      IN DEN meisten Ländern hat die Behandlung von Geisteskranken beachtliche Fortschritte gemacht. Wie sind die Geisteskranken früher behandelt worden? Wir lesen in einem einschlägigen Werk: „Man ließ sie hungern, verabreichte ihnen Spritzbäder mit eiskaltem Wasser, zwängte sie in ,Zwangsstühle‘ und peinigte sie auf andere furchtbare Weise. Diese ,Behandlungsmethoden‘ waren allgemein üblich. Zu den weniger grausamen Methoden zählten folgende: Die Kranken wurden verprügelt, mit Ochsenziemern gepeitscht, mit Ruten, Drähten und Ketten gestäupt und mit Fäusten traktiert.“

      Besonders berüchtigt war die Londoner Irrenanstalt „Bedlam“ (korrumpiert aus Bethlehem; sie entstand aus dem Kloster „St. Mary of Bethlehem“). An gewissen Tagen konnte das Volk gegen Bezahlung eines Pennys zuschauen, wie die Geisteskranken mißhandelt wurden. Bis auf den heutigen Tag wird in der englischen Sprache mit dem Ausdruck „Bedlam“ ein Schauplatz oder Ort bezeichnet, an dem ein wildes Durcheinander herrscht. In diese Irrenanstalt kamen sogar Mitglieder des Königshauses, wenn sie geisteskrank wurden. Der englische König Georg III. war solch ein unglückliches Opfer.

      Als man aufhörte, die Geisteskranken in dieser Weise zu mißhandeln, überließ man sie ihrem Schicksal, indem man sie in unsagbar schmutzige und von Ungeziefer verseuchte Gefängnisse warf. Aber kurz vor Beginn des 19. Jahrhunderts traten Reformer auf, die ein Herz für diese Menschen hatten und anfingen, sie als Kranke und nicht als Personen, die von Teufeln besessen seien, zu behandeln. Sie sorgten dafür, daß die Geisteskranken etwas lernen konnten, daß sie Gelegenheit zur Erholung bekamen und daß man ihnen mit Güte begegnete. Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an sind viele neue Theorien und Methoden für die Behandlung von Geisteskranken entwickelt worden.

      Einerseits wurden psychotherapeutische Verfahren geschaffen — z. B. die Psychoanalyse von S. Freud und später eine neue Form davon von C. G. Jung —, aber auch somatische Methoden sind entwickelt worden. Die bekanntesten davon sind die Schocktherapie und die Pharmakotherapie. Die Leukotomie oder „Psychochirurgie“, die einmal sehr populär war, dann aber in Verruf kam, feiert jetzt ihr Comeback, allerdings in einer stark veränderten Form. Gewöhnlich wird bei der Behandlung eines Patienten nicht nur eine dieser Methoden angewandt.

      Die Schocktherapie

      Man könnte sagen, daß die Entwicklung dieses Heilverfahrens in drei Phasen vor sich gegangen ist. Als erstes wurde der Insulinschock eingeführt, und zwar von dem österreichischen Nervenarzt M. Sakel. Aber dieses Verfahren hatte seine Nachteile. Der Insulinschock war am wirksamsten, wenn er wenigstens 30 bis 50 Stunden dauerte, und gelegentlich passierte es, daß der Patient nicht mehr aus der Bewußtlosigkeit erwachte. Dieses Verfahren war auch kostspielig, denn es waren viele Krankenschwestern oder Wärter zur Betreuung der Patienten erforderlich. Rund zehn Jahre nach der Einführung dieses Verfahrens hörte man damit auf (in den 1940er Jahren) und beschränkte sich auf andere Arten der Schockbehandlung.

      Danach wurde der Cardiazolschock angewendet, und zwar erstmals von dem ungarischen Arzt L. v. Meduna. Er stellte fest, daß in die Vene eingespritztes Cardiazol einen Krampfanfall, ähnlich dem epileptischen Anfall, hervorruft. Er glaubte, dadurch Geisteskrankheiten heilen zu können. Aber auch dieses Verfahren erwies sich aus verschiedenen Gründen als unbefriedigend. Ein nicht unbedeutender Grund zum Beispiel war der Umstand, daß es während eines Krampfanfalls oft zu Knochenbrüchen kam.

      Diese Schockbehandlungen sind im großen und ganzen durch die Elektroschockbehandlung ersetzt worden, die heute noch häufig verschrieben wird. Beim Elektroschock wird dem Gehirn elektrischer Strom zugeführt, wodurch Krampfanfälle ausgelöst werden; gewöhnlich wird dem Patienten ein Medikament verabreicht, damit er nichts spürt. Der Schock dauert etwa fünfzig Sekunden und hat einen verwirrten Geisteszustand zur Folge, der eine Stunde anhalten mag, oder Amnesie (Gedächtnisverlust), die Wochen dauern mag. Viele Psychiater und Patienten halten diese Schocktherapie für sehr wirksam. Aber sie wird auch kritisiert. Sollte sie wirklich so häufig angewandt werden, wie es geschieht? Dr. Perry C. Talkington, Präsident der Amerikanischen Gesellschaft für Psychiatrie, ist anderer Meinung. Er sagte (1972): „Die Elektroschocktherapie sollte nur bei schweren Depressionen angewandt werden, wenn andere Verfahren — Chemotherapie [Medikamente], Psychotherapie oder beide kombiniert — keinen Erfolg haben.“

      Kein anderer als Professor Cerletti selbst, der die Elektroschocktherapie als erster anwandte, bezeichnete dieses Verfahren als „unästhetisch — häßlich ... grausig“ und erklärte, er bemühe sich intensiv, einen Ersatz zu finden. Die Ärzte F. G. Alexander und S. T. Selesnick schreiben in ihrem Werk The History of Psychiatry (Die Geschichte der Psychiatrie): „Die Schockbehandlungen bekämpfen nur die Symptome. Die eigentliche psychische Störung, die der Krankheit zugrunde liegt, bleibt davon unberührt, und bei Patienten, die mit Elektroschock behandelt werden, kommt es immer wieder zu Rückfällen, wenn nicht auch die Psychotherapie angewandt wird, die bis zur Wurzel der Krankheit vorstößt.“

      In einer vielgelesenen Autobiographie eines Psychiaters schreibt der Verfasser, daß Elektroschockbehandlungen wahrscheinlich deshalb so populär seien, weil die Krankenkasse sie bezahle. Jedesmal, wenn der Psychiater auf den Knopf drücke, erhalte er 35 Dollar (1972).

      Die Anwendung von Medikamenten

      Anfang des 20. Jahrhunderts machte man Versuche mit Medikamenten, deren Wirkung beinahe an das Wunderbare grenzte — aber die Wirkung hielt nur einige Minuten oder Stunden an. Dann wurden Brompräparate populär. Doch auch sie enttäuschten die Erwartungen. Wir lesen darüber: „Obwohl der Traum, die psychischen Störungen des Menschen schließlich auf chemischem Wege beheben zu können, immer wieder zerstört wurde, haben die Ärzte die Hoffnung noch nicht aufgegeben.“

      Am Anfang der fünfziger Jahre begann man im Westen mit der Anwendung psychotroper Medikamente. Einige sollen zur Behandlung von Schizophrenien von größtem Wert sein, andere, um die Kranken von ihren Depressionen oder ihrer Angst zu befreien.

      Seitdem diese Medikamente verabreicht werden, sind die Patienten ruhiger, und sie brauchen nicht mehr so zu leiden. Aber offensichtlich wird zuviel davon verabreicht, insbesondere in Heimen für geistig Behinderte. Im National Observer vom 11. Januar 1975 wurden zum Beispiel viele Psychiater zitiert, die das Aufsichtspersonal heftig kritisierten. Sie warfen ihm vor, sich die Aufgabe dadurch zu erleichtern, daß es „die Patienten tyrannisiere, indem es diese in einen Dämmerzustand versetze“.

      Zum Beispiel wurde Professor Dybwad von der Brandeis-Universität (USA) zitiert. Er sagte: „Wir haben mechanische Zwangsmittel [Zwangsjacken und Einsperrung] durch chemische Zwangsmittel ersetzt. Und das ist noch verwerflicher, weil man sie nicht sehen kann.“ Ein anderer Psychiater äußerte sich wie folgt: „Wir müssen mit der Methode brechen, die Leute in Institutionen einzuweisen und sie dann mit Medikamenten zu betäuben, damit sie ruhig sind, eine Methode, die akzeptabel geworden ist.“

      Medikamente sind oft nur eine Krücke. Anstatt die Heilung zu beschleunigen, mögen sie sie verzögern, ja sie mögen sogar das Nervensystem schädigen. Ein Psychiater stellte fest, daß bei 20 bis 30 Prozent der stark erregten Patienten, denen solche Medikamente verabreicht wurden, um sie zu beruhigen, danach die Muskelkontrolle beeinträchtigt war.

      In einem 1970 erschienenen Fachbuch wird über die psychotropen Medikamente gesagt: „Trotz des ermutigenden Fortschrittes ... müssen wir unsere Bemühungen fortsetzen. Wir sind immer noch jämmerlich unwissend über die Ursachen der meisten Krankheiten, die wir behandeln. Wir wissen wenig darüber, wie die Medikamente diese Zustände bessern oder warum damit keine Besserung erzielt wird. Zwar bessert sich der Zustand vieler Patienten, aber nur ganz wenige werden gesund.“

      Die Leukotomie

      Die Leukotomie oder das Verfahren, Geisteskranke durch eine Gehirnoperation zu heilen, ist seit 1936 bekannt. In jenem Jahr entdeckte der portugiesische Neurologe Egas Moniz, daß durch die operative Durchtrennung der vom Stirnhirn zu anderen Hirnteilen ziehenden Nervenbahnen die Krankheitssymptome bei schwer erregten Kranken behoben werden können. Aber nachdem er zwanzig Hirnschnitte durchgeführt hatte, wurde diese Operation von der portugiesischen Regierung verboten. In den Vereinigten Staaten fand sie jedoch Anklang. Walter Freeman, ihr Hauptbefürworter, führte 4 000 Hirnschnitte aus.

      Diese Operation wurde mit dem Bearbeiten des Stirnhirns mit einem Stemmeisen in der Absicht, einige Teile davon zu zerstören, verglichen. In der Zeitschrift Science News wurde folgendes berichtet: „Nachdem man in den Vereinigten Staaten ungefähr 50 000 Lobotomien [Leukotomien] und in England 15 000 durchgeführt hatte, kam der Hirnschnitt aus der Mode, wahrscheinlich wegen der Fortschritte, die auf dem Gebiet der Elektroschock- und der Pharmakotherapie erzielt wurden.“

      Durch eine Leukotomie kam es oft zu einer weit schlimmeren Persönlichkeitsveränderung. Selbst Freeman, der in den Vereinigten Staaten den Hirnschnitt als erster ausführte, bestätigte, daß ein Mensch dadurch seiner „Moral“ beraubt werde, seiner Vorstellungskraft, der Fähigkeit, etwas vorauszusehen und uneigennützig zu sein. Bei dem Leukotom-Patienten „nehmen das Einsichtsvermögen, das Einfühlungsvermögen, das Empfindungsvermögen, die Fähigkeit des Selbstbewußtseins, das Urteilsvermögen, das emotionelle Reaktionsvermögen usw. immer mehr ab“, sagte ein führender Psychiater aus Washington (D. C.).

      Vor kurzem ist die Frage der Leukotomie oder „Psychochirurgie“ jedoch wieder in den Vordergrund getreten, da feinere Methoden angewandt werden, um Teile des Gehirns zu zerstören. In den Vereinigten Staaten werden jährlich 400 bis 600 solche Operationen durchgeführt, und es wird berichtet, daß „jeder Psychochirurg die Meinung vertrete, die Psychochirurgie werde sich noch gewaltig entwickeln“. Interessanterweise sind diese Operationen jedoch in der Sowjetunion wegen der schädlichen Nebenwirkungen verboten.

      In den USA löste im Frühjahr 1973 der Plan, diesen chirurgischen Eingriff an kriminellen Geisteskranken — sofern sie damit einverstanden wären — auszuführen, einen Sturm der Entrüstung aus. Viele befürchten, daß diese Operationen den Weg dafür ebnen würden, Menschen durch die Gehirnchirurgie zu manipulieren. Ein entschiedener Gegner solcher operativen Eingriffe ist der Gehirnchirurg Dr. A. K. Ommaya. Er steht auf dem Standpunkt, daß Geisteskranken durch solche Eingriffe nicht geholfen wird, sondern daß man sie dadurch schädigt, weil „jeder Teil des Gehirns den andern benötigt, um funktionieren zu können“ (New York Times, 2. April 1973).

      Das alles zeigt, daß die Elektroschocktherapie, die Pharmakotherapie und die Leukotomie oder „Psychochirurgie“ als Verfahren zur Behandlung von Geisteskranken viel zu wünschen übriglassen. Einige dieser Methoden sind sogar stark umstritten. Gibt es denn andere Möglichkeiten?

  • Können Hormone, Vitamine und Mineralstoffe helfen?
    Erwachet! 1975 | 8. Oktober
    • Können Hormone, Vitamine und Mineralstoffe helfen?

      KANN zwischen der Ernährung und einer Geisteskrankheit oder einer emotionellen Störung ein Zusammenhang bestehen? Ist es möglich, durch eine Ernährungs- oder Hormontherapie bei Geisteskrankheiten eine Besserung zu erzielen?

      Hippokrates, der im 5. Jahrhundert v. u. Z. lebte und „Vater der Medizin“ genannt wird, vermutete einen Zusammenhang zwischen schlechter Ernährung und Geisteskrankheiten. Und kein Geringerer als Sigmund Freud, der „Vater der Psychoanalyse“, schrieb in seinen späteren Jahren: „Ich bin fest davon überzeugt, daß alle diese Störungen, die zu erforschen wir bemüht sind, eines Tages mit Hormonen oder ähnlichen Stoffen behandelt werden.“

      Die Anwendung von Hormonen

      In den letzten Jahren ist eine ganze Anzahl von Geisteskranken erfolgreich mit Hormonen behandelt worden. Ein Psychiater am New Yorker „Medical College“ stellte zum Beispiel fest, daß synthetische Geschlechtshormone wirksamer und „weniger traumatisch sind als der Elektroschock und schneller zum Ziel führen als die konventionellen Medikamente“. Mit der Hormontherapie hat er depressive Patienten geheilt und bei anderen eine Besserung erzielt (Washington Star-News, 9. Mai 1974).

      Noch ermutigender sind die Ergebnisse, die ein Forscherteam in Worcester (Massachusetts), bestehend aus Biochemikern und Psychiatern, durch die Anwendung ähnlicher Geschlechtshormone erzielt hat. Es gelang ihnen, bei 80 Prozent ihrer Patientinnen eine Besserung des Zustandes zu erreichen. Und sie erzielten diese Ergebnisse, obschon sie Patientinnen ausgesucht hatten, „die bis dahin stationär behandelt worden waren, und zwar mit verschiedenen konventionellen Therapien — Schocktherapie, Antidepressiva [Medikamente mit depressionslösender Wirkung] und Psychotherapie —, jedoch ohne Erfolg“ (The Boston Globe, 30. September 1974).

      Die Ernährungstherapie

      Von der als Pellagra bekannten Krankheit weiß man schon lange, daß sie die Folge einer Fehlernährung ist. Sie wird durch einen Mangel an Nikotinsäureamid verursacht und führt u. a. zu nervlichen und psychischen Störungen.

      Zu den Befürwortern der Ernährungstherapie bei Geisteskrankheiten gehört George Watson; er war früher als Universitätsprofessor tätig, widmet sich aber jetzt ganz der psychochemischen Forschung. In seinem Buch Nutrition and Your Mind (Die Ernährung und dein Geist) schreibt er, daß einige Menschen die Nahrung besser verwerten würden als andere und die Ernährung entsprechend abgestimmt werden müsse. Er vertritt folgende Ansicht: „Was man ißt, bestimmt die geistige Verfassung und in einem gewissen Sinne auch, was für ein Mensch man ist.“ Watson behauptet ferner: „In den meisten Fällen werden Verhaltensstörungen durch ein ungenügend ernährtes Gehirn, ein erschöpftes Nervensystem oder durch eines der vielen anderen physischen Probleme, die in direktem Zusammenhang mit einem unrichtig funktionierenden Stoffwechsel stehen, verursacht.“ Er berichtet, daß es ihm gelungen sei, eine Patientin, die an einer extremen Form von Schizophrenie gelitten habe, dadurch zu heilen, daß er ihr die notwendigen oder die fehlenden Nährstoffe verabreicht habe.

      Eine ähnliche Behandlungsmethode wenden die über 500 Ärzte und Psychiater der Stiftung zur Erforschung der Hypoglykämiea an. Sie sind der Meinung, daß ein niedriger Blutzuckerspiegel Depressionen, Angst, Vergeßlichkeit, Zittern, Alpdrücken und einen Nervenzusammenbruch hervorrufen könne.

      In der Ernährungstherapie für Geisteskranke spielen auch die Spurenelemente eine wichtige Rolle. So wird allgemein die Bedeutung von Lithium anerkannt. In Texas stellte ein Biochemiker fest, daß in Städten, in denen der Lithiumgehalt des Trinkwassers höher war als in anderen, die Zahl der Geisteskranken niedriger war. Dr. Leon Eisenberg, Professor für Psychiatrie an der Medizinischen Fakultät der Harvarduniversität, schrieb: „Wir können bereits manisch-depressiven Patienten helfen, nach einer Krankheitsepisode gesund zu bleiben, indem wir das Element Lithium prophylaktisch verabreichen“ (Weltgesundheit, Oktober 1974)b.

      Außer Lithium mögen auch andere Spurenelemente, die in gewissen Nahrungsmitteln vorhanden sind — zum Beispiel Zink, Calcium, Mangan, Magnesium, Eisen, Kupfer, Kobalt, Chrom, Selen und Molybdän —, bei Geisteskrankheiten eine wichtige Rolle spielen. Tatsächlich erkennen immer mehr Psychiater die Bedeutung der Spurenelemente an.

      „Orthomolekulare Psychiatrie“

      Der Ausdruck „orthomolekulare Psychiatrie“ wurde von dem Nobelpreisträger Dr. Linus Pauling geprägt. Damit bezeichnete er eine Therapie, bei der Wert darauf gelegt wird, daß „an den richtigen Stellen die richtige Konzentration der richtigen Substanzen vorhanden ist“. Der Ausdruck ist aus ortho, was „gerade“, „aufrecht“, „richtig“ oder „recht“ bedeutet (wie in dem Wort „orthodox“), und molekular, abgeleitet von dem Wort „Molekül“, zusammengesetzt.

      Pauling schreibt: „Es ist bekannt, daß das Gehirn nur richtig funktionieren kann, wenn Moleküle vieler verschiedener Substanzen darin vorhanden sind“, die dem Gehirn durch das Blut zugeführt werden. Er ist der Meinung, daß es bei gewissen Geisteskrankheiten dem Organismus nicht möglich ist, die Vitamine und Spurenmineralien, die in der Nahrung vorhanden sind, richtig zu verwerten. Um diesen genetischen Defekt zu kompensieren, empfiehlt er die Einnahme hoher Dosen von Vitaminen und/oder die Ernährung des Patienten auf andere Weise auf ihn abzustimmen. Das Schwergewicht sollte auf die Einnahme der Vitamine B1, B5 (Nikotinsäureamid), B6, B12, C und H gelegt werden.

      Es tobt ein heftiger Streit der Meinungen über den Nutzen der „orthomolekularen Psychiatrie“. Professor Carlos A. León (Ecuador) sagte zum Beispiel, es gebe noch keinen überzeugenden Beweis für ihre Nützlichkeit. Ähnlich äußerte sich auch die Amerikanische Gesellschaft für Psychiatrie. Ihr Sprecher erklärte, die Verfechter der Megavitamin-Therapie hätten aufsehenerregende, aber in vielen Fällen haltlose Behauptungen über ihre Wirkung erhoben. Und Dr. S. Kety, Professor für Psychiatrie an der Medizinischen Fakultät der Harvarduniversität, behauptete, bei dieser Methode handle es sich um eine „verfrühte Anwendung unvollständiger Kenntnisse“.

      Dr. David Hawkins (Manhasset, New York) dagegen berichtet, er habe auf diese Weise 5 000 Schizophrene behandelt und bei mehr als 4 000 von ihnen sei eine Besserung eingetreten. Er hat sogar die Erfahrung gemacht, daß er die Heilungsrate fast verdoppeln, die Zahl der Dauerpatienten auf die Hälfte vermindern und Selbstmorde völlig ausschalten kann — die Zahl ist unter Schizophrenen sonst sehr hoch —, wenn er bei seinen Patienten nicht nur die übliche Psychotherapie und Chemotherapie anwendet, sondern sie auch mit Vitaminen behandelt.

      Dr. Abram Hoffer, Präsident der Kanadischen Stiftung zur Erforschung der Schizophrenien sowie der entsprechenden Stiftung in Amerika, sagte: „Meine Patienten halten mich für einen verrückten Psychiater, weil ich ihnen, wenn sie mit psychischen Problemen zu mir kommen, einen Ernährungsplan mit nach Hause gebe. Aber schließlich kommen auch sie zu der Überzeugung, daß die Ernährung wichtig ist.“

      Gegenwärtig wenden in den USA über 300 Psychiater — und ihre Zahl wächst ständig — die „orthomolekulare“ Methode an. Sie behaupten, damit bei rund 30 000 Patienten eine Besserung erzielt zu haben. Nicht unbeachtet lassen sollte man auch die Tatsache, daß dieses Heilverfahren weit billiger ist als andere Heilverfahren.

      Was man tun kann

      Vielleicht leidet jemand in deiner Familie — du oder ein anderes Familienglied — an einer Geisteskrankheit oder an einer psychischen Störung. Wie wir nun gesehen haben, kann man manches tun, um eine Heilung zu erzielen.

      Da eine Geisteskrankheit oft durch übermäßige Belastung ausgelöst wird, sollte man alles daransetzen, die Streßursache zu beseitigen oder zu vermindern. Das Verhältnis zu einem unserer Mitmenschen mag uns Kummer bereiten, oder wir mögen Eheprobleme haben oder in Verbindung mit unserer Arbeit eine Entscheidung treffen müssen oder sonst irgendein Lebensproblem haben. Dann sollte man das Problem lösen oder sich bemühen, es aus dem Sinn zu verbannen.

      Bei schweren psychischen Störungen bestehen Möglichkeiten wie die Anwendung von Medikamenten oder der Elektroschocktherapie, um der Krankheit Herr zu werden. Allerdings dürfen solche Verfahren nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden, und im allgemeinen sollten sie als allerletztes Mittel angewandt werden. In den vergangenen Jahren hat man auch mit der Anwendung von Vitaminen und Hormonen vorzügliche Ergebnisse erzielt. Es mag sich als nützlich erweisen, sich mit diesen Möglichkeiten näher zu befassen.

      Grundlegend muß dem Geisteskranken jedoch geholfen werden, sein Denken zu beherrschen. Viele wenden sich deshalb der allbekannten Psychotherapie zu, um in einem solchen Fall Hilfe zu bekommen. Was ist Psychotherapie? Verhilft sie einem wieder zum inneren oder seelischen Gleichgewicht?

      [Fußnoten]

      a Hypoglykämie bedeutet Erniedrigung des Blutzuckergehaltes.

      b In der Zeitschrift The Medical Letter (Ausgabe vom 3. Januar 1975) konnte man lesen, daß Lithium wegen möglicher nachteiliger Nebenwirkungen nur unter sorgfältiger Überwachung genommen werden darf.

  • Ist die Psychotherapie erfolgreich?
    Erwachet! 1975 | 8. Oktober
    • Ist die Psychotherapie erfolgreich?

      DER Psychotherapeut ist bemüht, psychisch oder emotionell gestörten Personen zu helfen, indem er sich ihre Probleme anhört und versucht, die Einsicht in die Ursachen ihrer Probleme zu fördern, damit sie sie dann lösen können. In den Vereinigten Staaten hat sich die Zahl der Psychotherapeuten in den vergangenen 25 Jahren versiebenfacht.

      Das bekannteste Behandlungsverfahren des Psychotherapeuten ist die Freudsche Psychoanalyse. Dieses Verfahren, auch „Couch“-Theorie genannt, hat besonders in den Vereinigten Staaten viele Anhänger gefunden. In der Stadt New York, die 9 Millionen Einwohner zählt, gibt es fast 1 000 Psychoanalytiker, während es in Tokio mit seinen 11 Millionen Einwohnern nur 3 gibt.

      Die Psychotherapie wird keineswegs allgemein anerkannt. Selbst der Leiter des US-Instituts für Psychotherapie sprach vor kurzem von der „Kontroverse und den häufigen Enttäuschungen, die das Gebiet der Psychotherapie charakterisieren“. Auch der bekannte amerikanische Psychiater Karl Menninger erklärte: „Neun Zehntel der Menschen, die an der sogenannten Schizophrenie leiden, werden ohne Krankenhaus wieder gesund.“

      In einer sehr scharfen Anklage schrieb Dr. H. J. Eysenck vom Institut für Psychiatrie der Universität London in der Zeitschrift Medical Tribune (Ausgabe vom 4. April 1973), daß „die Zahl der Heilungen, die angeblich durch verschiedene Methoden der Psychotherapie, einschließlich der Psychoanalyse, erzielt werden, fast genau gleich groß ist wie die Zahl der Fälle, die spontan abklingen“. Anders ausgedrückt: Gemäß Dr. Eysenck ist die Zahl der Patienten, denen die Psychotherapie geholfen hat, ungefähr gleich groß wie die Zahl der Patienten, die ohne eine solche Behandlung gesund geworden sind.

      Erfolge

      Es kann jedoch nicht bestritten werden, daß es Leute gibt, denen die Psychotherapie wirklich geholfen hat. Aus Kalifornien schreibt ein Mann: „Jener gütige Mann hat mir viel geholfen, und mein Problem hat sich schnell gelöst.“ Er wirft dann die Frage auf: „Was hat der Psychotherapeut für mich getan?“ Seine Antwort: „Er hat mir zugehört. Er hat mir wirklich zugehört. ... er hat mir geholfen zu erkennen, daß es mir möglich ist, Selbstbeherrschung zu entwickeln.“

      Dieser Mann litt an einer Verhaltensstörung, die sich durch Perversität äußerte. Aber der Psychotherapeut half ihm durch Güte und Ermunterung, seine Schwäche zu überwinden. Dieses Behandlungsverfahren ist sogar in schweren Fällen erfolgreich gewesen. Ein einschlägiger Beweis dafür ist eine Krankengeschichte, die in dem Buch The Vital Balance (Die große Bedeutung des inneren Gleichgewichts), herausgegeben von einem Spezialistenteam unter Karl Menninger, berichtet wird.

      Es handelt sich um die Patientin „Mary Smith“, die im Alter von 63 Jahren in ein staatliches Krankenhaus eingewiesen wurde. Sie glaubte, ihr Mann — ein gütiger, sanfter Mensch, ein typischer Farmer — habe sich am illegalen Handel mit alkoholischen Getränken beteiligt und er habe wiederholt versucht, sie zu vergiften. Daher ging sie, während er schlief, mit einem Hammer auf ihn los.

      Die Diagnose lautete: „Gestört, ruhelos und verwirrt.“ Sechs Jahre nach ihrer Einlieferung erklärte man sie für unheilbar geisteskrank. Weitere sieben Jahre vergingen, dann kam ein neuer Arzt, der sich für sie interessierte. Er hörte ihrem Gezeter geduldig zu, zeigte Verständnis und gab ihr immer, wenn es ihm möglich war, recht. Er ging mit ihr spazieren und half ihr taktvoll, von einigen ihrer Täuschungen frei zu werden. Er ließ für sie eine Brille anfertigen und sagte der Schwester, sie solle dieser Patientin etwas zum Lesen geben und sich auch mit ihr unterhalten.

      Allmählich änderte sich der Ton ihrer Stimme; dann begann sie mitzuarbeiten, indem sie Betten machte. Darauf durfte sie allein im Garten spazierengehen. Es dauerte nicht lange, und man erlaubte ihr sogar, das Krankenhaus für einige Tage zu verlassen. Im Alter von 76 Jahren nahm sie eine Stelle als Pflegerin an. Sie betreute eine ältere Frau. Jahre später berichtete ihre Tochter über sie: „Sie leistet ausgezeichnete Arbeit, sie ist hilfsbereit und gefällig ..., sie gehört zu den bestorganisierten Frauen, die ich je kennengelernt habe.“

      Diese erfolgreiche Behandlung psychisch Gestörter zeigt, was solchen Menschen besonders fehlt. Sir Geoffrey Vickers erklärte vor Jahren, als er noch für den Fonds zur Psychohygiene-Forschung verantwortlich war: „Die weitaus wichtigste Entdeckung der Psychiatrie ist die Entdeckung, daß die Liebe die geistige Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen vermag.“

      Jetzt wird allgemein anerkannt, daß Liebe, Güte, Geduld und Verständnis die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Behandlung von Geisteskranken sind. Aber wie bereits erwähnt, gelingt es Psychotherapeuten in vielen Fällen nicht, eine Heilung zu erzielen. Gibt es dafür einen wesentlichen Grund?

      Der grundlegende Fehler in der Methode

      Es ist bekannt, daß der Mensch wissen muß, warum er da ist, worin der Sinn seines Lebens besteht, damit er nicht verzweifelt, wenn ihn ein Unglück trifft. Kann der Psychotherapeut diesbezüglich eine Hilfe sein? Kann er Personen helfen, eine Antwort auf wichtige Fragen zu erhalten wie: „Warum bin ich hier?“ „Was ist der Sinn des Lebens?“ „Was ist meine Bestimmung?“

      Tatsächlich kann kein Mensch, sondern nur der Schöpfer des Menschen, Gott, der Allmächtige, diese Fragen vernünftig und zufriedenstellend beantworten. Er hat das in seinem Wort, der Bibel, auch getan, um uns Hoffnung und Trost zu geben. Aber wie denken die Psychotherapeuten im allgemeinen über Gott?

      Eine im Jahre 1970 in den USA durchgeführte Umfrage zeigt, wie sie denken. Fünfundfünfzig Prozent der befragten Psychotherapeuten hielten den Glauben an Gott für „infantil“ und für „unvereinbar mit der Wirklichkeit“.

      Welch unvernünftige, unlogische Schlußfolgerung! Denn man überlege einmal: Wie könnte man die Entstehung des Lebens erklären, wenn es keinen höchsten Gott gäbe? Oder woher würde dann die wunderbare Eigenschaft der Liebe, die eine so wichtige Rolle für die Erhaltung der geistigen Gesundheit spielt, stammen? Nur die Erklärung der Bibel ist sowohl vernünftig als auch einleuchtend. Und sie sagt, daß ein allmächtiger und liebevoller Schöpfer für all das verantwortlich ist (Ps. 36:9; 1. Joh. 4:8-11). Bekannte Wissenschaftler, die keineswegs „infantil“ waren, machten keinen Hehl daraus, daß sie an einen solchen Gott glaubten.

      In der Zeitschrift Science Digest wird über einen solchen Wissenschaftler wie folgt berichtet: „Die meisten Verfasser einer Geschichte der Naturwissenschaft wären sofort bereit, zu erklären, daß Isaac Newton der größte Wissenschaftler war, der je gelebt hat.“ In seinem Meisterwerk Principia schrieb Newton: „Aus seiner zuverlässigen Herrschaft ergibt sich, daß der wahre Gott ein lebendiges, intelligentes und mächtiges Wesen ist; und aus seinen übrigen vortrefflichen Eigenschaften, daß er hoch erhaben oder absolut vollkommen ist. Er ist ewig und unendlich, allmächtig und allwissend.“

      Im allgemeinen machen die weltlichgesinnten Psychotherapeuten den großen Fehler, daß sie bei der Behandlung emotionell und geistig Gestörter die Weisheit und Führung des wahren Gottes außer acht lassen. Auf diese Einstellung ist zweifellos auch die Tatsache zurückzuführen, daß die Zahl der Selbstmorde unter ihnen größer ist als unter allen übrigen, die sich mit der Heilkunst befassen. Darüber schreibt einer aus ihren eigenen Reihen: „Solange die Psychotherapeuten eine so hohe Selbstmordrate haben, geben ihre Methoden Anlaß zu Argwohn“ (Journal of the American Medical Association).

      Weitere Auswirkungen des grundlegenden Fehlers

      Da die Psychotherapeuten die vernünftigen Belehrungen des Wortes Gottes außer acht lassen, wenden sie auch selten das Prinzip der ausgewogenen Liebe an. Ein Vater, dem es nicht gelang, seinen minderjährigen Sohn vom Drogengenuß abzubringen, sandte ihn zu einem Psychotherapeuten. Was war das Ergebnis? Der Vater war um 2 000 Dollar ärmer, und der Sohn hatte sich nicht im geringsten geändert.

      Doch der Vater wollte seinem Sohn helfen. Aber weder er noch der Psychotherapeut würdigten die Lehre des Wortes Gottes, wonach Entschiedenheit, gepaart mit Güte, ein wichtiger Bestandteil einer liebevollen Erziehung ist (Hebr. 12:6-9; Spr. 23:13, 14). Schließlich befolgte der Vater einen weisen Rat und erklärte seinem Sohn, solange er nicht bereit sei, sich in einer psychiatrischen Klinik einer Entziehungskur zu unterziehen, dürfe er das Elternhaus nicht mehr betreten. Später sagte der Sohn zu seinem Vater: „Als ihr, du und Mutti, mich hinauswarft, wußte ich, daß ihr mir wirklich helfen wolltet.“ Der Sohn ist jetzt von seiner Rauschmittelsucht geheilt.

      Es kann sich auch außerordentlich unheilvoll auswirken, daß die Psychotherapeuten im großen und ganzen nicht an Gott glauben und seine Lehren über die Sittlichkeit nicht respektieren. In der Zeitung Long Island Press konnte man zum Beispiel vor kurzem folgende Schlagzeile lesen: „Ring Homosexueller aufgeflogen. Der Gruppe wird vorgeworfen, sich an Jugendlichen vergangen zu haben“. In dem Artikel wurde ausgeführt: „Gestern wurde gegen vier Männer, darunter ein international bekannter Kinderpsychotherapeut, ... Klage erhoben wegen homosexueller Handlungen, wegen Mißbrauchs zur Unzucht und wegen Rechtswidrigkeit in Verbindung mit Jugendlichen.“

      Dieser Fall mag vereinzelt dastehen, doch Fälle, in denen Psychotherapeuten mit ihren Patientinnen Geschlechtsbeziehungen haben, sind nicht selten. Als eine christliche Frau wegen Eheproblemen zum Psychotherapeuten ging, sagte er ihr, sie habe drei Möglichkeiten: ihren Mann zum Besuch eines Psychotherapeuten zu überreden, sich scheiden zu lassen oder mit einem „Freund“ ein Verhältnis zu unterhalten; und er erbot sich an, ihr „Freund“ zu sein.

      In der Zeitung New York Daily News wurde berichtet, daß ein Psychotherapeut strafrechtlich verfolgt wurde, weil er als Therapie verschrieb, Geschlechtsverkehr mit ihm zu haben, und sich diese „Behandlungen“ dann noch honorieren ließ. Ein anderer Psychotherapeut mußte sich vor dem Obersten Gerichtshof des Staates New York verantworten, weil er mit seinen Patientinnen unter dem Vorwand, sie psychotherapeutisch zu behandeln, Geschlechtsverkehr pflegte. Diese forderten von ihm Schadenersatz in Höhe von 1 250 000 Dollar. Ein Psychotherapeut schrieb sogar ein Buch, in dem er den Therapeuten empfahl, sich den Patientinnen als „Geschlechtspartner zur Verfügung zu stellen, aber nicht darauf zu ,beharren‘“. Der Titel des Buches lautet The Love Treatment (Die Behandlung durch Liebe).

      Zwei Kliniker, die Amerikas bekannteste Sexklinik führen, sagten, daß ein großer Prozentsatz der 800 Patientinnen, die sie behandelten, zugegeben hätten, mit ihrem Psychotherapeuten oder Berater Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Ein Teil dieser Patientinnen mag sich das nur eingebildet haben, oder der Wunsch mag der Vater des Gedankens gewesen sein, oder es mag Angeberei gewesen sein, dennoch meinte einer der Ärzte: „Wenn nur 25 Prozent dieser Aussagen stimmen, ist es dennoch ein großes Problem, vor das sich die Fachleute dieses Gebietes gestellt sehen.“

      Das alles zeigt, daß man mit Recht weltlichgesinnten Psychotherapeuten gegenüber Vorsicht

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen