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  • Milde — ein christliches Erfordernis
    Der Wachtturm 1967 | 15. August
    • 23. Wieso fällt es uns leichter, milde zu sein, wenn wir die Vielfalt in der Schöpfung Gottes anerkennen?

      23 Was uns ebenfalls hilft, Milde zu entwickeln, ist die Anerkennung der Tatsache, daß Jehova innerhalb bestimmter Grenzen eine große Vielfalt von Wesensarten, Geschmäcken, Sympathien und Antipathien duldet. Gott hat den Menschen mit der wunderbaren Gabe des freien Willens ausgestattet. Obwohl das nicht heißt, daß der Mensch vollständig frei ist — denn dann wäre er ja von Gott und seinen Gesetzen unabhängig —, genießt er doch auf vielen Gebieten des menschlichen Verhaltens eine bedingte Freiheit. Denke also nicht, alles müsse deiner Art und deinem Geschmack entsprechen, wenn doch Jehova Unterschiede zuläßt. Denke nicht, jedermann müsse sich dir anpassen. Sei dir stets bewußt, daß wir alle verschieden sind, und versuche nicht, deine eigenen Maßstäbe aufzustellen, durch die die Vielseitigkeit in Gottes Schöpfung zerstört würde. In den Fällen, in denen strikter Gehorsam oder Anpassung erforderlich ist, das heißt, wo es um die Anbetung, die richtige Lehre und den richtigen Wandel geht, werden wir von Gottes Wort, seinem heiligen Geist und seiner sichtbaren Organisation darüber belehrt, was wir tun sollten. Wo es aber um Dinge geht, bei denen es jedem weitgehendst überlassen ist, was er tut, zum Beispiel, was er ißt, wie er sich kleidet, wie er seine Freizeit gestaltet usw., sollten wir stets daran denken, daß wir das, was Gott gestattet, ebenfalls gestatten sollten. Dann werden wir uns über den unterschiedlichen Geschmack eines anderen nicht so schnell aufregen.

      24, 25. Ist es leicht, die Eigenschaft der Milde zu entwickeln?

      24 Ist es leicht, die Eigenschaft der Milde zu entwickeln? Es mag für einige leichter sein als für andere, je nach ihrer Veranlagung, ihrer Kinderstube, ihrer Lebenserfahrung und ihrer christlichen Reife. Solltest du zu denen gehören, denen es schwerfällt, sie zu entwickeln, dann magst du mehr Rückschläge in deinen Bemühungen erleiden als andere. Laß dich deswegen jedoch nicht entmutigen, sondern bemühe dich weiterhin. Beachte, was Paulus gemäß Römer 7:21-23 sagte: „Ich finde also in meinem Fall dieses Gesetz: daß, wenn ich das Rechte zu tun wünsche, das Schlechte bei mir vorhanden ist. Ich habe wirklich Lust an dem Gesetz Gottes gemäß dem Menschen, der ich innerlich bin, aber ich sehe in meinen Gliedern ein anderes Gesetz, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet.“

      25 Ja, dein sündiges Fleisch und äußere Einflüsse können es dir sehr erschweren, die Eigenschaft der Milde zu entwickeln, aber du solltest in deinem Bemühen nicht nachlassen, auch wenn du ab und zu wieder zurückfällst. Denke an ein Kleinkind, das Laufen lernt. Es fällt immer wieder hin, steht aber jedesmal wieder auf und versucht es weiter, bis es schließlich richtig gehen kann. So magst auch du, während du dich bemühst, im Entwickeln der Milde fortzuschreiten, manchmal versagen. Lerne jedoch aus der Erfahrung, und setze deine Bemühungen um so entschlossener fort. Vergiß nicht, daß das Heranwachsen zur Reife, auch was die Milde betrifft, Zeit erfordert. Sei mit allmählichen Fortschritten zufrieden, und laß in deinem Bemühen nicht nach, nur weil es vielleicht länger dauert, als du gedacht hast.

      26. Wie hilft uns Jehova in dieser Hinsicht?

      26 Denke auch daran, daß Jehova barmherzig ist. Wenn wir zurückfallen, können wir uns im Gebet an ihn wenden und ihn um Vergebung bitten. Wir sollten auch stets um seinen Beistand bitten, denn die Milde ist ein Erzeugnis des Geistes Jehovas. Wenn wir um Gottes Geist bitten, den Geist, der Milde erzeugt, dann können die Fortschritte nicht ausbleiben. Mit dieser wirksamen Hilfe wird mit der Zeit jeder, dem es an Milde mangelt, diese Eigenschaft erwerben, und das Mildesein wird für ihn fast ebenso selbstverständlich werden, wie es das Gehen für den Erwachsenen ist.

      27. Welche segensreichen Auswirkungen hat die Milde?

      27 Das Entwickeln der Eigenschaft der Milde wirkt sich also zweifellos vorteilhaft aus. Die Milde macht uns glücklicher, denn sie hilft uns, selbst in schwierigen Verhältnissen das Gleichgewicht zu bewahren und uns durch sie nicht entmutigen oder verhärten zu lassen. Sie wirkt sich auch insofern vorteilhaft für uns aus, als sie uns für die Wahrheit empfänglicher macht. Wir werden eher bereit sein, die neuen Wahrheiten, die Jehova allmählich offenbart, anzunehmen und unser Leben danach auszurichten. Wie wird sich das auf uns auswirken? Jakobus 1:21 gibt uns die Antwort: „Nehmt mit Milde die Einpflanzung des Wortes an, das eure Seelen zu retten vermag.“ Ja, es geht dabei um deine Rettung! Sei deshalb mildgesinnt, und du wirst die Erfüllung der göttlichen Verheißung erleben, die in Psalm 37:11 aufgezeichnet ist: „Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen, und sie werden in der Tat ihre Lust haben an der Fülle des Friedens.“ — NW.

  • Mit Milde unterweisen
    Der Wachtturm 1967 | 15. August
    • Mit Milde unterweisen

      1, 2. Warum ist die Milde heutzutage eine für Christen unerläßliche Eigenschaft?

      DER Christ sollte aber auch noch aus einem anderen Grund die Eigenschaft der Milde entwickeln. Die Milde macht ihn zwar, wie gesagt, glücklicher, verträglicher und für die göttliche Wahrheit empfänglicher und hilft ihm daher, auf den Weg zu ewigem Leben zu gelangen, aber sie ist noch aus einem anderen Grund erforderlich. Sie ist auch zur Durchführung des großen Predigtwerkes, das Christen in diesen kritischen letzten Tagen durchführen müssen, unerläßlich.

      2 Gottes Wahrheiten müssen der Menschheit übermittelt werden. Es muß auf der ganzen Erde ein Zeugnis gegeben werden, bevor das Ende des gegenwärtigen bösen Systems der Dinge kommt. Darüber hinaus müssen alle, die sich Gott bereits hingegeben haben, fortgesetzt mit den Wahrheiten aus Gottes Wort gespeist werden. Es muß also ein großes Unterweisungswerk durchgeführt werden, und dabei spielt die Milde eine wichtige Rolle. In der gegenwärtigen Welt mögen verschiedene Lehrmethoden üblich sein; wenn es jedoch darum geht, Kenntnisse aus Gottes Wort zu vermitteln, dann sollte dies mit Milde geschehen.

      3—5. (a) Wieso wissen wir, daß es richtig ist, mit Milde zu unterweisen? (b) Warum wurden schafähnliche Menschen von Jesus angezogen?

      3 Die Unterweisung mit Milde ist die richtige, die biblische Methode, die Methode, die bei Wahrheitssuchern den besten Anklang findet. Das wissen wir, weil der größte Lehrer, der je gelebt hat, Jesus Christus, die Wahrheit mit Milde lehrte. Diese hervorragende Eigenschaft, die Milde, gehörte zu seiner Persönlichkeit, und er wandte sie sehr wirkungsvoll an, wenn er die nach Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden belehrte.

      4 Jesus wies selbst darauf hin, daß er mildgesinnt war, als er sagte: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und werdet meine Jünger, denn ich bin mildgesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seelen.“ (Matth. 11:28, 29) Wie wirkungsvoll Jesu Lehrtätigkeit doch war, weil er mit Milde lehrte! Schafähnliche Menschen suchten ihn eifrig, um seine Erklärungen der göttlichen Wahrheit zu hören. Sie fürchteten ihn nicht, wie sie ihre strengen, herrischen religiösen und politischen Führer fürchteten, die ohne Rücksicht auf ihr Wohl über sie herrschten.

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