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  • Bist du aufgeschlossen oder unzugänglich?
    Erwachet! 1985 | 22. Februar
    • Bist du aufgeschlossen oder unzugänglich?

      FÄLLT es heutzutage den Menschen nicht schwer, gut miteinander auszukommen? Zwar halten sich die meisten von uns gern für aufgeschlossen, dennoch sollte sich jeder einmal ganz offen und ehrlich fragen: Sind wirklich immer nur die anderen engstirnig und intolerant?

      Tatsächlich bist du vielleicht unaufgeschlossener, als du ahnst. Oder sagst du nicht auch gelegentlich: „Religion und Politik sind zwei Themen, über die ich grundsätzlich nicht spreche.“? Oder rümpfst du die Nase über Speisen, die du noch nie gegessen hast? „Schnecken? Nein, nie im Leben!“ Oder wie stehst du zu medizinischen Behandlungsmethoden, die du nicht kennst? „Akupunktur? Reine Quacksalberei!“ Oder bist du „sicher“, daß die Zigeuner stehlen, die Norddeutschen dickköpfig sind, die Berliner eine „große Klappe“ haben, die Schwaben knauserig und die Ausländer faul sind? Ähnliche Meinungen gibt es natürlich überall auf der Welt.

      Was bedeutet es, aufgeschlossen zu sein?

      Ein aufgeschlossener Mensch ist frei von Vorurteilen. Das Wort Vorurteil wird in einem englischsprachigen Wörterbuch wie folgt definiert: „eine Meinung oder ein Urteil (negativ und positiv), das vorschnell, ohne genaue Prüfung der Tatbestände gefällt wird; eine unüberlegte, ungerechte Entscheidung; besonders eine vorgefaßte negative Meinung“.

      Entscheiden und Urteilen ist unentbehrlich im Leben. Aber „ohne genaue Prüfung der Tatbestände“ zu entscheiden oder eine „unüberlegte, ungerechte Entscheidung“ zu fällen verrät einen Mangel an Aufgeschlossenheit.

      Ein aufgeschlossener Mensch dagegen ist für Neues empfänglich. Er ist bereit, sich unvoreingenommen mit Neuem zu beschäftigen und es zu beurteilen. Wir können zu gutbegründeten, definitiven Schlußfolgerungen kommen, wenn wir das, was wir für wertvoll erachten, annehmen und Wertloses ablehnen, gleichzeitig aber für Korrekturen aufgeschlossen bleiben, die aufgrund zusätzlichen Aufschlusses, den wir später erhalten mögen, notwendig werden. Die Meinung, man wisse alles, hindert einen mit Sicherheit daran, etwas hinzuzulernen.

      Warum Menschen nicht aufgeschlossen sind

      Einem unaufgeschlossenen Menschen fehlt es offensichtlich an Kenntnissen. Wir mögen über ein Thema so wenig wissen oder das, was wir wissen, mag so entstellt oder unvollständig sein, daß die für richtige Schlußfolgerungen notwendigen Tatsachen einfach fehlen. Wenn du zum Beispiel auch der Meinung bist, die Berliner hätten eine „große Klappe“, dann frage dich, wie viele Berliner du persönlich kennst. Sind es so viele, daß du mehrere Millionen Menschen fair beurteilen kannst? Wenn du scharf nachdenkst, stellst du vielleicht fest, daß du mehr Hamburger, Frankfurter oder Münchener kennst, die eine „große Klappe“ haben, als Berliner.

      Ein unaufgeschlossener Mensch ist uninteressiert oder abgeneigt, eine Sache zu prüfen. Unaufgeschlossenheit könnte sogar ein Zeichen von Unsicherheit oder Zweifel sein. Wenn wir zum Beispiel unsere Glaubensansichten nicht verteidigen können, mögen wir auf kritische Fragen nicht logisch antworten, sondern mit vagen Erklärungen oder spitzen Bemerkungen darauf reagieren. Das riecht nach Vorurteil und Unaufgeschlossenheit.

      Ferner mögen Menschen unaufgeschlossen sein, weil sie den selbstsüchtigen Wunsch hegen, gewisse Vorteile nicht zu verlieren, was vielleicht geschehen könnte, wenn sie aufgeschlossen wären. In manchen Ländern genießen bestimmte ethnische Gruppen auf Kosten anderer Gruppen gewisse Vorrechte. Um zu verhindern, daß diese ebenfalls in den Genuß dieser Rechte kommen, nehmen die privilegierten Gruppen zu der voreingenommenen Meinung „Wir sind besser als ihr“ Zuflucht und zeigen sich für alles, was das Gegenteil beweisen würde, unzugänglich.

      Bist du so aufgeschlossen, daß du bereit wärst, über die Möglichkeit, es vielleicht doch nicht zu sein, einmal nachzudenken? Das herauszufinden lohnt sich. Aufgeschlossenheit kann für dich von Vorteil sein; ein unzugängliches Wesen dagegen wird sich ziemlich sicher zu deinem Schaden auswirken.

  • Sechs Vorteile der Aufgeschlossenheit
    Erwachet! 1985 | 22. Februar
    • Sechs Vorteile der Aufgeschlossenheit

      AUS den vielen Vorteilen der Aufgeschlossenheit möchten wir sechs herausgreifen und besprechen. Überlege, ob dein Leben vielleicht schöner und lebenswerter wäre, wenn du in dieser oder jener Beziehung aufgeschlossener sein würdest.

      1 Bereichert das Leben

      Kannst du dich noch an deine Kindheit erinnern? Wie aufregend das Leben damals doch war! Mit Entzücken hast du alles Neue, dem du begegnet bist, untersucht. Wie die meisten Kinder, so bist auch du aufgeschlossen und für neue Eindrücke empfänglich gewesen. Vorurteile hast du nicht gekannt.

      Bist du Neuem gegenüber immer noch so aufgeschlossen? Oder verhältst du dich wie der Tourist, der auch im Ausland so essen möchte, wie er es von zu Hause kennt, und sich beklagt, wenn das nicht möglich ist? Natürlich sollte man auf Auslandsreisen der Gesundheit zuliebe etwas darauf achten, was man ißt und trinkt. Zum Beispiel mag es vernünftig sein, nur in Flaschen abgefülltes Wasser zu trinken und, besonders in den Tropen, keine rohen Gemüse oder Salate zu essen. Doch was hindert dich, abgesehen von dieser Vorsichtsmaßnahme, einige einheimische Gerichte wenigstens zu probieren? Die Einheimischen genießen sie schon seit Jahren. Du ahnst vielleicht gar nicht, was du dir sonst entgehen lassen würdest.

      Was hältst du von fremden Sitten? Sie mögen dir „fremd“ erscheinen, aber das ist noch lange kein Grund, sie als „rückständig“ zu betrachten. Nur ein voreingenommener Mensch behauptet: „Wie wir es machen, ist es viel besser.“ Du ißt vielleicht lieber mit Messer und Gabel als mit Eßstäbchen wie die Chinesen. Es bereichert jedoch im gewissen Sinne dein Leben, wenn du lernst, mit Eßstäbchen zu essen.

      Warum mit fremden Volksgruppen keinen Umgang pflegen, nur weil sie vielleicht eine andere Lebensweise haben? Ein Absolvent der Wachtturm-Bibelschule Gilead, der aus Deutschland kam, erzählte, er sei zum erstenmal in seinem Leben mit Angehörigen anderer Nationen in enge Berührung gekommen, als er 1962 diese Missionarschule besuchte. „Die Studenten unserer Klasse stammten aus 50 verschiedenen Ländern“, erinnerte er sich, „aus fernen Ländern wie Japan, Papua-Neuguinea, dem Kongo, Argentinien und Indien. Anfänglich begegnete ich ihnen mit gemischten Gefühlen, nachdem ich sie aber besser kennengelernt hatte, gewann ich sie lieb. Diese Erfahrung hat mein Leben ungemein bereichert und meinen Horizont außerordentlich erweitert.“ Aufgeschlossenheit gegenüber Angehörigen der verschiedenen Nationen, aus denen unsere Menschheitsfamilie besteht, kann auch dein Leben bereichern.

      2 Trägt zu einer besseren Gesundheit bei

      Weder jetzt noch in der Zukunft wird es den Menschen möglich sein, alle Krankheiten zu heilen. Aber Hilfe von Gott ist nicht mehr fern. Bald wird die gegenwärtige körperlich und moralisch kranke menschliche Gesellschaft durch Gottes neues System der Dinge ersetzt werden. Dann wird „kein Bewohner ... sprechen: ‚Ich bin krank‘“ (Jesaja 33:24).

      Bis es aber soweit ist, sind wir bestrebt, wenigstens vorübergehend Erleichterung zu finden, wenn wir körperlich krank sind. Es gibt viele verschiedene Heilmethoden. Wenn wir aufgeschlossen sind, werden wir uns nicht über irgendeine dieser Methoden abfällig äußern, nur weil sie ungewöhnlich ist oder nicht allgemein praktiziert wird. Wir erkennen auch an, daß eine Heilmethode dem einen helfen mag, dem andern aber nicht. So kann der aufgeschlossene Mensch die für ihn geeignete Heilmethode — allerdings mit der gebotenen Vorsicht — aus einer breiteren Palette auswählen als der unaufgeschlossene.

      Der Aufgeschlossene kann auch eher fröhlich sein. Der Unzugängliche ist durch Vorurteile und Haß vergiftet. Er ist lieblos, und das ist seiner Gesundheit abträglich. Ein Psychiater schrieb einmal: „Es ist leichter zu hassen, aber gesünder zu lieben.“ Ja, die heutige Medizin hat entdeckt, daß die Bibel recht hat, wenn sie sagt, daß ‘ein ausgeglichener Sinn den Körper gesund erhält’ und daß ‘Fröhlichkeit gut für die Gesundheit ist’ (Sprüche 14:30; 17:22, Die Bibel in heutigem Deutsch).

      3 Fördert die geistige Entwicklung

      Man hat geschätzt, daß das menschliche Gehirn 10 000mal soviel aufnehmen kann, wie in einem dreißigbändigen enzyklopädischen Lexikon steht. Warum diese gewaltige Kapazität nicht nützen, anstatt sich unzugänglich zu zeigen und sich gegen die Aufnahme neuer Erkenntnisse zu sträuben?

      Unaufgeschlossenheit bringt das geistige Wachstum zum Stillstand. Das ist gefährlich, weil es dann nicht mehr möglich ist, verkehrte oder irrige Meinungen und Ansichten zu korrigieren. Aufgeschlossenheit dagegen führt zur Reife und zu einem stabileren seelischen Gleichgewicht. Sie trägt dazu bei, daß wir für unsere Ansichten und Entscheidungen eine breitere Grundlage haben. Somit ist es auch wahrscheinlicher, daß wir richtig entscheiden.

      4 Erleichtert die Lösung von Problemen

      Probleme lassen sich nur erfolgreich lösen, wenn die Bereitschaft vorhanden ist, guten Rat anzunehmen. In Sprüche 15:22 heißt es: „Pläne scheitern, wo es kein vertrauliches Gespräch gibt, aber bei der Menge der Ratgeber kommt etwas zustande.“ Aufgeschlossenheit erleichtert es uns, von Personen Rat anzunehmen, mit denen wir zusammen arbeiten, zusammen leben und mit denen wir Umgang haben. So kann man etwas zustande bringen oder läßt sich etwas erreichen.

      Dem Aufgeschlossenen fällt es leichter, sich an anderen ein Beispiel zu nehmen, auch wenn diese es vielleicht nicht wissen. Die Frau eines christlichen Missionars pflegte zu ihrem Mann zu sagen, wenn dieser sich über die Art und Weise, wie andere etwas taten, aufregte: „Man kann von jedem etwas lernen, selbst wenn es nur das eine ist, nämlich wie man es nicht macht.“

      Ja, es ist außerordentlich nützlich, an den Gedanken und dem Verhalten anderer interessiert zu sein. Wer „den Ausgang ihres Wandels genau betrachtet“, kann entweder ihren Wandel nachahmen oder sich vor einem solchen Wandel hüten. (Vergleiche Hebräer 13:7.)

      5 Fördert gute menschliche Beziehungen

      Hast du je voreilig geurteilt und mußtest hinterher feststellen, daß du dich geirrt hast? Wie peinlich! Noch schlimmer ist es, wenn du durch ein Fehlurteil deine Ehe oder eine Freundschaft, die dir viel bedeutet, einer Zerreißprobe ausgesetzt hast. Wärest du aufgeschlossen gewesen, so hättest du nicht vorschnell geurteilt, sondern gewartet, bis du dir ein vollständigeres Bild hättest machen können. Du hättest dich dann nicht voreilig geäußert. In Sprüche 18:13 finden wir die weisen Worte: „Wenn irgendeiner auf eine Sache eine Erwiderung gibt, ehe er sie angehört hat, so ist es ihm Torheit und Demütigung.“

      Es ist äußerst schwierig, ein gutes Verhältnis zu Personen zu haben, die engstirnig sind und alles nur aus ihrer Perspektive sehen, ohne zu berücksichtigen, daß es auch noch andere Meinungen, Geschmacksrichtungen und Neigungen gibt. Ja, wer hat wohl einen engeren Horizont als ein engstirniger Mensch?

      Natürlich darf die Aufgeschlossenheit nicht so weit gehen, daß man sittliche Grundsätze aus dem Auge verliert und anfängt, alles zu tolerieren. Die Tatsache, daß man aufgeschlossen ist und sich bemüht, den anderen zu verstehen, bedeutet nicht, seine verkehrte Handlungsweise zu entschuldigen. Man ist lediglich bemüht, herauszufinden, warum jemand so denkt oder handelt. Kann man demjenigen mildernde Umstände zubilligen — vielleicht wegen seiner Erziehung, seiner Herkunft oder dem Milieu, in dem er aufgewachsen ist? Kann es Unkenntnis sein?

      Wenn man die Fehler und Schwächen anderer nicht engstirnig beurteilt, fällt es einem leichter, einfühlsam zu sein. Es ist dann auch nicht schwierig, anderen aus christlicher Liebe heraus zu helfen, ihre falsche Handlungsweise und ihre verkehrte Einstellung zu korrigieren. Aufgeschlossenheit führt zu fruchtbaren Beziehungen.

      6 Der wichtigste aller Vorteile

      Der sechste Vorteil der Aufgeschlossenheit ist so wichtig, daß er es verdient, eingehend behandelt zu werden. Auch dieser Vorteil hat mit der Beziehung zu anderen zu tun, allerdings mit der Beziehung zu unserem Schöpfer, Jehova Gott, und zu seinem Sohn und unserem Erlöser, Christus Jesus.

      Obschon die Beziehungen zu unseren Mitmenschen eine wichtige Rolle spielen, entscheiden sie höchstens darüber, ob wir glücklich oder unglücklich sind. Unsere Beziehungen zu Jehova Gott und Christus Jesus dagegen sind entscheidend dafür, ob wir am Leben bleiben oder nicht. Im folgenden Artikel wird das näher besprochen werden.

  • Durch Aufgeschlossenheit Gottes Wohlgefallen erlangen
    Erwachet! 1985 | 22. Februar
    • Durch Aufgeschlossenheit Gottes Wohlgefallen erlangen

      AUS den Worten in Epheser 5:10 und 17 geht hervor, daß Aufgeschlossenheit eine wichtige Voraussetzung dafür ist, Gottes Wohlgefallen zu erlangen. Sie lauten: „Vergewissert euch fortwährend dessen, was beim Herrn annehmbar ist ... Deshalb hört auf, unvernünftig zu werden, sondern nehmt weiterhin wahr, was der Wille Jehovas ist.“

      Sind aber nicht viele Leute recht unzugänglich, wenn es um religiöse Fragen geht? Manche meinen sogar, es gebe kein höheres Wesen und wollen auch nicht zuhören, wenn man ihnen Beweise für seine Existenz unterbreiten möchte. Dem Thema „Religion“ verschließen sie sich einfach.

      Selbst religiöse Leute sind nicht immer aufgeschlossen. Sie sind nur an „ihrem“ Glauben interessiert und sind nicht bereit, sich andere Ansichten auch nur anzuhören. Selbst wenn sie ihren Glauben nicht aus freien Stücken gewählt, sondern ihn von ihren Eltern übernommen haben, sind sie überzeugt, daß er der richtige ist. Aber nicht alles, was man ererbt, muß gut sein. Auch Eigenschaften wie Hitzköpfigkeit, Selbstsucht oder Hinterlist können von den Eltern ererbt sein, doch wünschenswert sind sie deshalb bestimmt nicht.

      Richtig kann nur der Glaube sein, der sich eng an das Wort Gottes hält. Ob unser Glaube diesem Kriterium standhält oder nicht, kann nur entschieden werden, wenn man ihn anhand der Bibel objektiv prüft. Eine solch wichtige Sache wie die Religionszugehörigkeit sollte nicht davon abhängen, wo man geboren wurde. Schließlich kann ein Kind nicht bestimmen, daß es von katholischen oder moslemischen Eltern geboren wird.

      Sei für religiöse Fragen aufgeschlossen

      Versucht man mit den Leuten über Religion zu sprechen, reagieren sie ganz verschieden. Einige sagen: „Es gibt keine absolute Wahrheit.“ Andere: „Alle Religionen sind nur auf Geld aus.“ „Die Wissenschaft hat die Lehre der Religion widerlegt.“ Oder: „Religion ist nur eine Krücke für Schwache.“ Solche und ähnliche Ansichten führen zu Unaufgeschlossenheit und machen jemand von vornherein für neue Erkenntnisse unzugänglich. Das sind typische Beispiele für Voreingenommenheit.

      Es gibt sogar Personen, die nur deshalb an der Wahrhaftigkeit einer Botschaft zweifeln, weil derjenige, der sie überbringt, aus einem bestimmten Ort stammt. Als Beispiel sei eine Begebenheit aus dem 1. Jahrhundert u. Z. erwähnt. In Johannes 1:45, 46 heißt es: „Philippus fand Nathanael und sagte zu ihm: ,Wir haben den gefunden, von dem Moses in dem „Gesetz“ und die Propheten schrieben, Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth.‘ Nathanael aber sagte zu ihm: ,Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?‘ Philippus sprach zu ihm: ,Komm und sieh.‘“ Philippus mahnte Nathanael offensichtlich zu Aufgeschlossenheit.

      Ähnliches geschieht heute. Wenn Missionare der Zeugen Jehovas in fremden Ländern predigen, mag man sie, obschon ihre Botschaft biblisch begründet ist, nur wegen ihrer Nationalität ablehnen. Diese Leute stellen eine ähnliche Frage wie Nathanael im 1. Jahrhundert. Sie sagen: „Kann aus Amerika etwas Gutes kommen?“

      Andere lehnen die Botschaft ab, weil sie ihnen von einfachen Frauen und Männern in schlichter Form überbracht wird. Ist das jedoch vernünftig? Über Glieder der frühen Christenversammlung lesen wir: „Die Mitglieder des Gerichtshofes wunderten sich darüber, wie mutig Petrus und Johannes redeten; wußten sie doch, daß es einfache Leute waren, die niemals Theologie studiert hatten. Aber sie erkannten die beiden als Jesu Jünger wieder“ (Apostelgeschichte 4:13, Hoffnung für alle).

      Ja, „einfache Leute“ oder Laien können Erstaunliches leisten, wenn sie im Worte Gottes unterwiesen werden. Deshalb solltest du dich ihnen gegenüber nicht unaufgeschlossen zeigen, nur weil sie nicht Theologie studiert haben; verschließe dich der Botschaft nicht, die sie bringen, sondern prüfe sie.

      Wie man die wahre Religion findet

      Ein aufgeschlossener Mensch ist bereit, den in 1. Johannes 4:1 gegebenen Rat zu beherzigen. Es heißt dort: „Geliebte, glaubt nicht jeder inspirierten Äußerung, sondern prüft die inspirierten Äußerungen, um zu sehen, ob sie von Gott stammen, weil viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen sind.“ Kann man denn unter den Tausenden von verschiedenen Religionsgemeinschaften und Sekten, die es heute gibt, herausfinden, welche die Wahrheit hat? Ja, das ist nicht nur möglich, sondern auch nicht halb so schwierig, wie man glauben mag. Zum Beispiel:

      Manche Religionsgemeinschaften lehren, die buchstäbliche Erde werde einmal verbrannt. Um diese Lehre zu stützen, führen sie 2. Petrus 3:7 an: „Aber durch dasselbe Wort sind die Himmel und die Erde, die jetzt sind, aufgespart für das Feuer und sind aufbehalten für den Tag des Gerichts und der Vernichtung der gottlosen Menschen.“

      Heißt es in diesem Text aber wirklich, daß die buchstäbliche Erde verbrannt werden wird? Er spricht doch eigentlich nur von der „Vernichtung der gottlosen Menschen“. In den Versen 5 und 6 wird als Vergleich die Sintflut herangezogen, in der die ‘damalige Welt vernichtet und mit Wasser überflutet wurde’.

      Was ging denn in der Sintflut zugrunde? Die Antwort geht aus 1. Mose 7:23 hervor: „So tilgte er alles Bestehende aus, was sich auf der Oberfläche des Erdbodens befand, vom Menschen bis zum Tier, ... und sie wurden von der Erde weggefegt.“ Wenn die bösen Menschen „von der Erde weggefegt“ wurden, muß logischerweise die Erde bestehengeblieben sein.

      Das stimmt mit Prediger 1:4 überein, wo es heißt: „Eine Generation geht, und eine Generation kommt; aber die Erde besteht sogar auf unabsehbare Zeit.“ Psalm 104:5 sagt es noch deutlicher: „Er hat die Erde auf ihre festen Stätten gegründet; sie wird auf unabsehbare Zeit oder für immer nicht zum Wanken gebracht werden.“

      Nach einem Vergleich dieser Texte wird sich ein aufgeschlossener Mensch sagen, daß eine Religionsgemeinschaft, die behauptet, die buchstäbliche Erde werde vernichtet, nicht die Wahrheit lehrt. Kann eine solche Religionsgemeinschaft die wahre sein und Jehova Gott, den Gott der Wahrheit, vertreten? Und wenn sie noch weitere Irrtümer lehrt?a Mit Hilfe eines Ausleseverfahrens kann man sehr schnell erkennen, ob eine Religionsgemeinschaft die Wahrheit hat oder nicht.

      „Seid ... gesunden Sinnes“

      Die Ermahnung des Apostels Petrus, ‘gesunden Sinnes zu sein’, schließt natürlich ein, aufgeschlossen zu sein, weil nur ein aufgeschlossener Mensch vernünftig schlußfolgern und urteilen kann. Einige Bewohner von Beröa waren aufgeschlossen, denn wir lesen über sie: „Sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten“ (1. Petrus 4:7; Apostelgeschichte 17:11).

      Wenn wir aufgeschlossen, ja vorurteilslos sind, werden wir fortfahren können, ‘täglich in den Schriften sorgfältig zu forschen’ und dann das Gelernte anzuwenden. Das ist im Einklang mit dem Rat der Bibel: „Werdet ... Täter des Wortes und nicht bloß Hörer.“ Die Beröer waren nicht nur Hörer, denn aus Apostelgeschichte 17:12 geht hervor, daß „viele von ihnen gläubig [wurden]“ (Jakobus 1:22; siehe auch Matthäus 7:21).

      Aufgeschlossen zu sein lohnt sich in mancherlei Hinsicht. Wenn wir zufolge unserer Aufgeschlossenheit die wahre Religion finden, wird das unser jetziges Leben bereichern, unsere geistige Gesundheit verbessern und uns helfen, die Probleme des Lebens zu bewältigen. Durch Aufgeschlossenheit — und das ist das allerwichtigste — werden wir Gottes Wohlgefallen erlangen können, was bedeutet, die Aussicht zu haben, in Gottes neuem System der Dinge ewig zu leben. (Siehe Markus 10:29, 30.)

      Hunderttausende in der Welt sind glücklich, die biblische Botschaft vorurteilslos geprüft zu haben. Da sie für religiöse Fragen aufgeschlossen waren, haben sie erfahren, daß sie die wunderbare Hoffnung hegen dürfen, auf einer paradiesischen Erde ewig zu leben. Würdest du dich freuen, ebenfalls einer solch herrlichen Zukunft entgegenblicken zu können?

      Bist du so aufgeschlossen, daß du zu forschen bereit bist? Wenn ja, dann wird deine Aufgeschlossenheit zu deinem ewigen Wohl beitragen.

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