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  • Das allgemeine Priestertum — die von der Christenheit vergessene Lehre
    Der Wachtturm 1963 | 15. Mai
    • ausgoß. Dadurch wurden sie zu Unterpriestern gesalbt, und Gottes Geist half ihnen auch, sogleich mit der Erfüllung ihrer Priesterpflichten zu beginnen, denn unter seinem Einfluß fingen sie an, geistliche Opfer darzubringen, das heißt, Gott und sein Vorhaben zu verkündigen. Von den etwa 120 Anwesenden wurden nicht nur einige von Gott dazu bestimmt, eine Geistlichkeit oder Priesterschaft zu bilden, während die übrigen eine Klasse von Zuhörern oder Laien hätten werden sollen. Nein, sie „wurden alle vom Heiligen Geiste erfüllt und begannen ... von den großen Taten Gottes [zu] reden“. — Apg. 2:4, 11, Alb.

      16. Wie bereitete Jesus seine Nachfolger schon vor Pfingsten auf die Pflichten des allgemeinen Priestertums vor?

      16 Es gibt viele Beweise dafür, daß die ersten Christen die Lehre vom allgemeinen Priestertum verstanden und sich auch daran hielten. Sie wurden aufgefordert, den Fußstapfen ihres Hohenpriesters Christi Jesu zu folgen. Er kam als neuer Hoherpriester den mit diesem Amt verbundenen Pflichten nicht nur selbst nach, sondern lehrte auch seine Nachfolger, Priesterpflichten zu erfüllen, und bereitete sie so auf das allgemeine Priestertum vor. — Luk. 10:1-12.

      17—19. Wieso wissen wir, daß der Predigtbefehl Jesu, den wir in Matthäus 28:19 lesen, nicht nur den elf Aposteln galt?

      17 Von gewisser Seite wird zwar darauf hingewiesen, daß, als Jesus seinen Nachfolgern den berühmten Predigtbefehl, den wir in Matthäus 28:19 lesen, gegeben habe, nur die elf Apostel zugegen gewesen seien, folglich hätten nur die Apostel diesen Auftrag empfangen. Man nimmt jedoch an, daß „mehr als fünfhundert“ Brüder ebenfalls anwesend waren. (1. Kor. 15:6) Es ist eine Tatsache, daß die Apostel wie kaum jemand sonst an der Gründung neuer Versammlungen in anderen Ländern beteiligt waren, aber sie waren nicht allein daran beteiligt. Alle trugen dazu bei. Pauli erster Besuch in Rom galt nicht der Gründung einer Versammlung, denn es bestand dort bereits eine, und die Brüder kamen ihm entgegen, bevor er die Stadt erreichte. — Röm. 1:8, 13; Apg. 28:14-16.

      18 Die Apostel selbst faßten den Predigtbefehl nicht so auf, als gälte er nur ihnen. Paulus lobte zum Beispiel die Brüder in Thessalonich mit den Worten: „Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen, nicht allein in Mazedonien und in Achaja, sondern an jedem Orte ist euer Glaube an Gott ausgebreitet worden, so daß wir nicht nötig haben, etwas zu sagen.“ — 1. Thess. 1:8.

      19 Titus und Timotheus waren Lehrer, aber Lehrer von Lehrern. Sie waren nicht als Prediger ausgesandt worden, um Laien zu belehren. Paulus schrieb Timotheus: „Was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Leuten an, welche tüchtig sein werden, auch andere zu lehren.“ (2. Tim. 2:2) Das stimmt auch mit dem überein, was wir in Offenbarung 22:17 lesen: „Der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm!“ Als die Hebräer nicht recht vorankamen und die Pflichten, die ihnen das allgemeine Priestertum auferlegte nicht erfüllten, war Paulus enttäuscht. „Denn die ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet“, schrieb er ihnen, „habt wieder nötig, daß man euch die Anfangsgründe der Worte Gottes lehrt.“ Es sollte unter ihnen keine Laien geben. — Hebr. 5:12, AB.

      20. Wie beweist die Geschichte, daß die Urkirche das allgemeine Priestertum kannte?

      20 Auch die Geschichte beweist uns das. Der dänische Professor Hal Koch sagt in seiner Kirchengeschichte: „Nur in den Tagen der Apostel und in den Jahrzehnten unmittelbar danach hören wir von richtigen Missionaren die sich die Ausbreitung des Evangeliums zur Lebensaufgabe gemacht hatten, im übrigen aber wurden der Gemeinde durch ganz einfache Christen, Kaufleute, Handwerker, Sklaven usw. neue Glieder zugeführt.“ Das allgemeine Priestertum war somit ein charakteristisches Merkmal der frühchristlichen Kirche. Jeder Gläubige war ein Priester, der sich verpflichtet fühlte, Gottes Wort in der Gemeinde und außerhalb zu verkündigen und zu lehren, und alle wurden von Gottes Geist, der auf sie ausgegossen worden war, unterstützt. Es gab in dieser Kirche keine Laien. Wieso kennen denn die heutigen Kirchen der Christenheit fast nur noch eine von der Kanzel herab predigende Geistlichkeit und eine passive Laienschaft?

      EINE VOM TEUFEL INSPIRIERTE ÄNDERUNG

      21. Bildeten die Diener in den Versammlungen der Urkirche eine Priesterschaft?

      21 Da die frühzeitliche Christenversammlung eine tätige Organisation war, mußten einige Glieder mit besonderen Diensten betraut werden. Bevor jemand zu einem Diener ernannt wurde, mußte er ein reifer älterer Mann oder ein sogenannter „Ältester“ (griechisch: presbyteros) sein. Aus den älteren Männern wurden Versammlungsaufseher (griechisch: episkopoi) und ihre Gehilfen oder Diener (griechisch: diakonoi) ausgewählt. Gestützt auf das, was wir bereits über das allgemeine Priestertum in der Urkirche erfahren haben, wurden diese Männer nicht zu Priestern ernannt, die eine Klasse für sich bildeten, sie waren einfach die Diener ihrer christlichen Brüder. — Apg. 6:1-7; Tit. 1:5; 1. Petr. 5:2, 3; Matth. 20:25-28.

      22. Wie kam es, daß die Diener der Versammlungen später zu einer Priesterschaft wurden?

      22 Der Apostel Paulus sagte jedoch voraus: „Ich weiß, daß nach meinem Abschiede verderbliche Wölfe zu euch hereinkommen werden, die der Herde nicht schonen. Und aus euch selbst werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her.“ Diese Worte erfüllten sich, und eine der traurigen Folgen des verderblichen Einflusses dieser selbstsüchtigen Männer war das Verschwinden des allgemeinen Priestertums. Wie die Kirchengeschichte zeigt, erhob man die Diener in den Versammlungen im zweiten Jahrhundert langsam, aber sicher in einen besonderen Stand und machte sie zu einer Klasse für sich. Die Versammlungsaufseher oder episkopoi legten das Gewand eines Bischofs an, die Ältesten oder presbyteroi waren mit der Zeit nicht mehr nur reife, ältere Männer, aus denen man die Diener auswählte, sondern bekleideten das Amt eines Priesters, und aus den Dienern oder Gehilfen wurden unsere heutigen Diakone. Aus dieser Entwicklung ging allmählich eine Hierarchie hervor, die jahrhundertelang eine strenge geistliche und weltliche Herrschaft über die Laien ausübte. — Apg. 20:29, 30.

      23. (a) Wieso ist die katholische Kirche ein auffallendes Beispiel dafür, wie eine sogenannte christliche Kirche vom allgemeinen zum besonderen Priestertum zurückgekehrt ist? (b) Warum kann diese Rückkehr als eine vom Teufel inspirierte Änderung bezeichnet werden?

      23 Die römisch-katholische Kirche ist hierfür ein auffallendes Beispiel. Sie hat nicht nur eine besondere Priesterklasse geschaffen, die sich durch ihren Einfluß, ihre Bildung und ihre äußere Erscheinung deutlich von der Laienschaft abhebt und somit die Nachahmung einer besonderen Priesterordnung ist, sondern hat auch buchstäbliche Tempel mit buchstäblichen Altären gebaut, und sie kleidet ihre Priester in besondere Gewänder, um sie von den gewöhnlichen Gläubigen zu unterscheiden. Sie ist in ihrer Rückkehr zum besonderen Priestertum sogar noch weiter gegangen: Sie behauptet, ihre Priester hätten durch besondere Weihung die Macht, Christus Jesus jederzeit auf ihre Altäre herabkommen zu lassen, um sein buchstäbliches Fleisch und Blut während der Messe immer wieder neu zu opfern. Die Rückkehr zum besonderen Priestertum hätte kaum noch vollkommener erfolgen können, wenn das christliche Aussehen noch gewahrt werden sollte. Dadurch, daß die Geistlichkeit die Gläubigen ihres Rechts beraubte, Gottes Diener und Prediger seines Wortes zu sein, und aus ihnen eine Klasse unwissender Kirchgänger machte, von denen viele nicht einmal lesen und schreiben können, unterdrückte sie den Geist Gottes in der Kirche und entzog ihr die dynamische Kraft, die sie ursprünglich belebte und die Ausbreitung der guten Botschaft bewirkte, ja sie verhinderte dadurch die richtige Wiedergeburt, durch die die Wahrheit über Gott und Christus die Welt hätte erobern sollen — wirklich, eine vom Teufel inspirierte Änderung.

  • Das allgemeine Priestertum heute
    Der Wachtturm 1963 | 15. Mai
    • Das allgemeine Priestertum heute

      „Ich [werde] meinen Geist ausgießen ... über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben, eure Jünglinge werden Gesichte sehen. Und selbst über die Knechte und über die Mägde werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen.“ — Joel 2:28, 29.

      1, 2. Wer geht in dem gegenwärtigen Feldzug der Christenheit zur Wiederbelebung des allgemeinen Priestertums führend voran, und warum unternimmt man diesen Feldzug?

      IN THEOLOGISCHEN Kreisen der Christenheit wußte man schon seit Jahrhunderten, daß ein besonderes Priestertum, wie es ihre Kirchen aufweisen, unchristlich und unbiblisch ist; aber erst jetzt, im 20. Jahrhundert, hat man begonnen, etwas in dieser Richtung zu unternehmen. Heute spricht man in diesen Kreisen viel vom „allgemeinen Priestertum“, und so merkwürdig es auch erscheinen mag, wenn man den hierarchischen Aufbau der römisch-katholischen Kirche in Betracht zieht, geht doch gerade diese Kirche, die ihren Laien jahrhundertelang jede Tätigkeit vorenthalten hat, in dem Feldzug der Christenheit zur Wiederbelebung der Laientätigkeit führend voran.

      2 Sie tut es aber weniger in dem Wunsch, eine Rückkehr zum allgemeinen Priestertum der Urkirche zu bewirken, als gezwungenermaßen, weil nämlich immer weniger Männer in der katholischen Kirche bereit sind, in den Priesterstand zu treten.a Dieser Mangel droht das Streben der katholischen Kirche nach Weltherrschaft zu vereiteln. Deswegen müssen nun die katholischen Laien zur Tat angespornt werden, und deswegen spricht man in einer Kirche, die sonst wahrscheinlich niemanden an die alte Lehre vom allgemeinen Priestertum erinnert hätte, nun auf einmal von dieser Einrichtung.

      3. Gibt es nach den Worten Papst Pius’ XII. in der katholischen Kirche ein einziges, allgemeines Apostolat, und wird ein Laie durch apostolische Tätigkeit zum Priester?

      3 Auf dem zweiten Weltkongreß des Laienapostolats, der 1957 in Rom stattfand, sprach Papst Pius XII. von zwei Apostolaten in der katholischen Kirche, einem „hierarchischen Apostolat“ und einem „Laienapostolat“. Er stellte die Frage: „Wechselt der Laie, der mit der Religionslehre betraut wird, dadurch, daß er eine mission canonica (einen kirchlichen Auftrag) zum Lehren empfängt und seine Lehrtätigkeit vielleicht hauptamtlich ausübt, vom Laienapostolat zum ‚hierarchischen Apostolat‘ über?“ Die Antwort war: Nein. Die Gewalt zu lehren stehe nur dem Papst und den Bischöfen zu. „Alle übrigen, Priester und Laien“, sagte der Papst weiter, „arbeiten in dem Maße mit, in dem sie von der kirchlichen Obrigkeit damit beauftragt worden sind, die Gläubigen sorgfältig zu lehren und zu leiten.“b

      4. Kann die Mitarbeit, zu der die römisch-katholische Laienschaft aufgerufen wird, als eine Wiederbelebung des allgemeinen Priestertums bezeichnet werden?

      4 Mit anderen Worten: Wir sollten aus all dem Gerede vom allgemeinen Priestertum nicht schließen, die katholische Kirche hebe nun ihren Geistlichenstand auf und rüste ihre Laienschaft mit Bibeln und Lehrbüchern aus, damit jeder Katholik das Wort Gottes predigen könne, wie es ein Christ tun sollte. Nach Papst Pius XII. „sind nicht alle Christen in gleicher Weise zum Laienapostolat im strengen Sinne des Wortes berufen“.c Nur eine auserlesene und besonders geschulte Minderheit soll für das Laienapostolat in Frage kommen, und diesen Laienpredigern verspricht die Kirche ein Jahresgehalt von 12 000 Dollar.d Das könnte man wohl kaum noch als ein allgemeines Priestertum bezeichnen.

      5. Warum bezeichnete der Papst die Mitarbeit der Laien wohl als ein Apostolat in einem „weniger strengen Sinne des Wortes“? Was wird von den Laien erwartet?

      5 Was sollen denn die Millionen Katholiken tun, die nicht damit beauftragt worden sind, den katholischen Glauben „sorgfältig zu lehren“, dennoch aber aufgefordert werden, an den Werken des „allgemeinen Priestertums“ teilzunehmen? Sie sollen sich nicht dem „Laienapostolat im strengen Sinne des Wortes“ widmen, sondern einem „Apostolat des Gebets und des persönlichen Beispiels, einem Apostolat in einem erweiterten, weniger strengen Sinne des Wortes“. Warum es als ein Apostolat in einem „weniger strengen Sinne des Wortes“ bezeichnet wird, versteht man, wenn man es etwas näher betrachtet. Diese Millionen Katholiken haben nichts, was sie — wie die ersten Christen — Gott als geistliche Opfer darbringen könnten, keine „Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen“, sie haben auch keine Dienstvorrechte, die den Grundsätzen des allgemeinen Priestertums entsprechen. Ihre Arbeit besteht nach den Worten Papst Pius’ XII. darin, in Fabriken katholische Zellen zu bilden, in das öffentliche, wirtschaftliche, soziale und politische Leben einzudringen, sich Gewerkschaften und Genossenschaften von Produzenten und Konsumenten anzuschließen, ja sogar internationalen Organisationen wie der UNESCO beizutreten, um ihnen „den Stempel Christi aufzudrücken“.e

      6. Woran erinnert uns das erwähnte katholische Programm zur Wiederbelebung des allgemeinen Priestertums, und wozu diente die Katholische Aktion in der Vergangenheit?

      6 All das erinnert mehr an die Infiltration gewisser politischer Bewegungen als an das Werk der eifrig predigenden Glieder der Urkirche, in der das allgemeine Priestertum bestand. Die wichtigste Organisation der katholischen Laienbewegung ist die sogenannte Katholische Aktion, eine halbreligiöse Bewegung, die der Kirche zum Teil schon ähnliche Dienste geleistet hat wie die SA den Nazis unter Hitler, so zum Beispiel in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern, wo sie in den Jahren kurz vor und während des zweiten Weltkrieges auf Veranlassung der Kirche religiöse Versammlungen der Zeugen Jehovas sprengte, weil ihr das, was dort gesagt wurde, nicht genehm war.f

      7. (a) Wie hat die katholische Laienschaft bisher auf Aufruf zur Teilnahme am Laienapostolat der Kirche reagiert? (b) Kann man mit Recht sagen, daß die katholische Kirche kein allgemeines Priestertum hat? Was fehlt ihr?

      7 Trotz aller Bemühungen beklagt man sich über unbefriedigende Ergebnisse. Mgr. Valerian Gracias, Erzbischof von Bombay, sagte zum Beispiel: „Wie sollen wir uns die Gleichgültigkeit der großen Mehrheit erklären, die die geistigen und sittlichen Fähigkeiten hätte, um das hierarchische Apostolat tatkräftig zu unterstützen, es aber leider nicht tut? Heute sucht — wie einst der Heilige Paulus sagte — jeder das Seinige, nicht das, was Christi ist. Sie haben kein Feuer mehr in ihren Herzen, nur noch einen sterbenden Funken. Die meisten Katholiken sehen in der Kirche nur noch eine gesellschaftliche Einrichtung, zu der man einfach gehört; der Gedanke, daß die Kirche ein lebendiger Organismus sei, ist ihnen vollständig fremd.“g All das beweist, daß das sogenannte allgemeine Priestertum der römisch-katholischen Kirche mit dem echten allgemeinen Priestertum nichts zu tun hat und Gottes Geist die Bemühungen der katholischen Kirche nicht unterstützt. — Apg. 1:8.

      8. Beteiligen sich auch die griechisch-orthodoxen Kirchen an den gegenwärtigen Erörterungen über das allgemeine Priestertum?

      8 Die griechisch-orthodoxen Kirchen, die beinahe ebenso hierarchisch aufgebaut sind wie die römisch-katholische Kirche, haben dem allgemeinen Priestertum bisher noch nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt.

      DER PROTESTANTISMUS UND DAS ALLGEMEINE PRIESTERTUM

      9. (a) Wie wurde die Aufmerksamkeit wieder auf Gedanken des allgemeinen Priestertums gelenkt, nachdem man jahrhundertelang nicht mehr davon sprach? (b) Was sagte Luther über das allgemeine Priestertum?

      9 Der Reformator Luther stellte die Lehre vom allgemeinen Priestertum wieder auf den Leuchter. Er forschte eifrig in der Bibel und erkannte bald, daß sich die katholische Kirche mit ihrem besonderen Priestertum weit von der Urkirche entfernt hatte. Diese Erkenntnis wandte er in seinem Kampf gegen das Papsttum ausgiebig an. „Wir [werden] also allesamt durch die Taufe zu Priestern geweihet“, betonte er und verhöhnte den Papst, der durch eine Ordinationszeremonie aus bereits getauften Christen Priester zu machen glaube. „Daß aber der Papst oder Bischof salbet, Platten [Tonsuren] machet, ordiniert, weihet, anders denn Laien kleidet, kann einen Gleisner und Ölgötzen machen, macht aber nimmermehr einen Christen oder geistlichen Menschen.“h

      10. (a) Was betrachtete Luther als die wichtigste Aufgabe eines Christen? (b) Was tat er, nachdem er die Lehre vom allgemeinen Priestertum wieder entdeckt hatte? Welchen Erfolg hatte er?

      10 Luther suchte mit großem Eifer das allgemeine Priestertum in seiner neugegründeten Kirche zu verwirklichen. „Das Wort Gottes zu lehren“ sei das wichtigste Werk eines Christen und schließe alle anderen Priesterpflichten ein, lehrte er.i Aber er erlitt in dieser Beziehung eine Niederlage. Er mußte erkennen, daß das allgemeine Volk von der katholischen Kirche geistig so sehr vernachlässigt worden war, daß es für das allgemeine Priestertum und seine Aufgaben kein Verständnis hatte. Luthers Nachfolger setzten seine Bemühungen auf diesem Gebiet nicht fort, und so verliefen sie im Sand.

      11. Wer hat ebenfalls versucht, das allgemeine Priestertum wiederzubeleben? Mit welchem Ergebnis?

      11 Schon die Vorläufer der Reformation, die Waldenser in Zentraleuropa und die Lollarden in England, hatten versucht, das allgemeine Priestertum wiederzubeleben. Auch der sogenannte Pietismus, eine Bewegung, die nach der Reformation in Deutschland aufkam, und die heutige Oxford-Bewegung haben bis zu einem gewissen Grad dieses Ziel verfolgt, aber diese Bemühungen müssen alle von Gottes heiligem Geist nicht gestützt worden sein, denn sie blieben alle erfolglos, und selbst in der lutherischen Kirche hat sich seit der Zeit Luthers nichts geändert: Die Lehre vom allgemeinen christlichen Priestertum wird wohl anerkannt, aber man hält sich nicht daran.

      12. (a) Wie wollen einige protestantische Geistliche den Gedanken des allgemeinen Priestertums in ihren Kirchen verwirklicht sehen? Was zeigen jedoch die Tatsachen? (b) Woran erkennt man, daß zum Beispiel weder in der dänischen noch in der schwedischen lutherischen Volkskirche das allgemeine Priestertum besteht?

      12 Viele nichtepiskopale protestantische Geistliche — auch lutherische — behaupten zwar, bei ihnen sei der Gedanke des allgemeinen Priestertums verwirklicht, denn ihre Geistlichen seien lediglich Diener, die aus der Gemeinde ausgewählt und mit einer besonderen Aufgabe betraut worden seien. Theoretisch könne jedes Glied der Gemeinde als Geistlicher amten, wie es bei den ersten amerikanischen Siedlern der Fall gewesen sei, die einfach die fähigsten Laien aus ihren Reihen ausgewählt und mit der Seelsorge betraut hätten, bis sie einen „richtigen“ Pfarrer hätten bekommen können, oder wie der Schiffskapitän oft als Seelsorger seiner Mannschaft und seiner Passagiere gelte. In Wirklichkeit haben aber die protestantischen Kirchen — auch die lutherischen — ein besonderes Priestertum. In Wirklichkeit darf in ihren Kirchen im allgemeinen niemand predigen oder irgendwelche Zeremonien durchführen, ohne ordiniert worden zu sein, und in der Regel setzt die Ordination eine bestimmte akademische Bildung voraus. Auch kleiden sich ihre Geistlichen anders als die übrigen Gläubigen, mindestens zur Ausübung ihres Amtes. Die Ausnahmen sind so selten, daß sie nur die Regel bestätigen. In den protestantischen Kirchen ist es nicht so wie in der Urkirche, in der nach dem norwegischen Theologieprofessor Hallesby „alle kirchlichen Handlungen von irgendeinem Christen durchgeführt werden konnten“.j Deshalb geben aufrichtige protestantische Geistliche, deren Kirchen eigentlich das allgemeine Priestertum lehren, offen zu, daß sie in Wirklichkeit dennoch ein besonderes Priestertum hätten.k

      ERGEBNISLOSE BEMÜHUNGEN

      13, 14. Wieso wissen wir, daß die protestantische Christenheit mit ihrer gegenwärtigen Lage in bezug auf das allgemeine Priestertum nicht zufrieden ist?

      13 Diese Kirchen haben somit alle kläglich versagt. Sie folgen nicht dem Beispiel der ersten Christen und halten sich nicht an die Lehre vom allgemeinen Priestertum. Sie wissen, was sie tun sollten, sind aber unfähig, es zu tun, und das muß natürlich jede Kirche, die sich christlich nennt, beunruhigen. Als man daher 1948 in Amsterdam den Ökumenischen Rat der Kirchen gründete, schuf man eine „Abteilung für Laien“, die „den Kirchen ständig ihre Verantwortung vor Augen führen sollte, den Laien zu helfen, die Kirche in der Welt zu sein“.l

      14 In den Berichten über die Konferenz des Ökumenischen Rates in Amsterdam lesen wir: „Wir müssen immer wieder bedenken, was es bedeutet von der Kirche als von ‚einem königlichen Priestertum‘, ‚einer heiligen Nation‘, ‚einem eigentümlichen Volk‘ (1. Petrus 2, 9) und dem ‚Leib Christi‘ (Epheser 4, 16) zu sprechen, zu dem jedes Glied das Seine beiträgt.“a Und in den Berichten über seine Konferenz, die 1954 in Evanston (USA) abgehalten wurde, lesen wir: „Die Wendung ‚Laiendienst‘ drückt die herrliche Aufgabe der ganzen Kirche aus, an dem Dienst teilzuhaben, den Christus der Welt getan hat. Wir müssen wieder verstehen, was es bedeutet, daß wir alle getauft sind. Wie Christus erschienen ist, um zu dienen, so müssen alle Christen zu Dienern seiner Heilsbotschaft werden.“b Demnach ist sich nun auch der Protestantismus bewußt geworden, was es heißt, ein Christ zu sein, er hat erkannt, daß er das allgemeine Priestertum haben sollte, es aber nicht hat, und deshalb etwas unternehmen müßte.

      15. (a) Wie reagieren die protestantischen Laien im allgemeinen auf den Versuch, zum allgemeinen Priestertum zurückzukehren? (b) Was setzt eine Rückkehr zum allgemeinen Priestertum voraus?

      15 Aber wie in katholischen Kreisen, so beklagt man sich auch in protestantischen Kreisen überall über den geringen Fortschritt, der auf diesem Gebiet erzielt wird. Ein norwegischer Geistlicher sagt über die Lage in seinem Land: „Es gibt heute zum Beispiel viel weniger Laien, die sich freiwillig und unentgeltlich dem christlichen Predigt­werk zur Verfügung stellen, als vor einigen Jahrzehnten. Es gibt auch immer weniger Christen, die bereit sind, spontan Zeugnis abzulegen oder ein Gebet zu sprechen. Man hat Mühe, jemanden zu finden, der bereit ist, Bürden und Verantwortung auf sich zu nehmen.“c Das erinnert uns an die Worte in Römer 9:16: „Also liegt es nun nicht an dem Wollenden, noch an dem Laufenden, sondern an ... Gott.“ Was die Christenheit benötigt, um zum allgemeinen Priestertum zurückkehren zu können, ist das, was auch die Urkirche damals benötigte: eine Ausgießung des Geistes Gottes.

      DAS ALLGEMEINE PRIESTERTUM — EIN ZEICHEN DES GEISTES

      16. Was beweist, daß sich Joels Prophezeiung an Jehovas Zeugen erfüllt hat?

      16 In seinen Darlegungen über die erste Ausgießung des heiligen Geistes zu Pfingsten führte Petrus die Worte des Propheten Joel an: „Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, daß ich von meinem Geiste ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen.“ Die Ausgießung des Geistes in den Tagen des Apostels Petrus war nur eine vorläufige Erfüllung dieser Prophezeiung oder eine Erfüllung im kleinen. Die verheißene, letzte, endgültige und vollständige Ausgießung des Geistes in den letzten Tagen dieses alten Systems der Dinge erlebten Jehovas Zeugen, nicht die katholischen und protestantischen Kirchen der Christenheit. Der beste Beweis dafür ist die Tatsache, daß Jehovas Zeugen die biblische Lehre vom allgemeinen Priestertum nicht nur verstehen und anerkennen, sondern sie auch in der Praxis anwenden. — Apg. 2:17, 18.

      17. Seit wann haben Jehovas Zeugen der Neuzeit die Lehre vom allgemeinen Priestertum richtig verstanden?

      17 Jehovas Zeugen der Neuzeit haben diese Lehre schon von Anfang an richtig verstanden. Das bestätigt ein Artikel, der in der ersten englischen Ausgabe ihres Organs, Zions Wachtturm (jetzt Der Wachtturm), im Juli 1879 unter dem Titel „Das königliche Priestertum“ erschien. In diesem Artikel wurde zuerst auf die vier Schlüsselbibelstellen aus den Christlichen Griechischen Schriften über das allgemeine Priestertum hingewiesen (1. Petr. 2:9; Offb. 1:5, 6; 5:10; 20:6) und dann gesagt: „Nach den obigen Bibelstellen besteht unsere künftige Aufgabe mindestens zum Teil darin, als Priester Gottes zu amten. Da ein Priester die Aufgabe hat, Mittlerdienst zu leisten und ein Unterweiser in der Gerechtigkeit zu sein, beweisen diese Bibelstellen auch deutlich, daß das herrliche Werk der Evangelisation durch alle Zeitalter hindurch fortgesetzt wird ... Wir werden ... als ein königliches Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks ausziehen, völlig bereit, den Nationen Mitleid zu zeigen, sie in den Pfaden der Gerechtigkeit zu leiten und sie auf dem Wege des Lebens zu ermuntern.“

      18. Wann begannen die Zeugen in vollstem Umfang zum allgemeinen Priestertum zurückzukehren? Woran konnte man das erkennen?

      18 Wenn man die Geschichte der Zeugen zurückverfolgt, stellt man jedoch fest, daß sie 1879 zwar schon erkannten, daß jeder Christ ein aktiver, öffentlicher Lehrer des Wortes Gottes sein sollte, dennoch aber erst 1919 und besonders 1922 den Mut und die Kraft aufbrachten, das allgemeine Priestertum in vollstem Umfang nach den Methoden der Urkirche einzuführen. Von da an bemühten sie sich, jedes Glied der Versammlung zu veranlassen, von Haus zu Haus zu predigen. Sie verteilten nicht nur bibelerläuternde Gratistraktate, sondern sprachen auch mit den Wohnungsinhabern persönlich und ließen ihnen zu geringen Kostenbeiträgen bibelerklärende Zeitschriften, Bücher und Broschüren zurück. Seither haben alle Zeugen Jehovas, Jünglinge und Greise, Jungfrauen und Greisinnen und Kinder „geweissagt“. Heute werden sie bei der Durchführung des gewaltigen Werkes der weltweiten Verkündigung der guten Botschaft von Gottes Königreich von einer großen Menge von Menschen guten Willens unterstützt, die der gesalbten königlichen Priesterschaft in ihrem Tempeldienst ebenso gern beistehen, wie die Nethinim und die Gibeoniter der levitischen Priesterschaft beistanden. — Luk. 8:1; Apg. 17:17; 20:20; Offb. 7:9, 10.

      19. Was zeigt, daß in den Versammlungen der Zeugen Jehovas die Grundsätze des allgemeinen Priestertums angewandt werden?

      19 Die Grundsätze des allgemeinen Priestertums werden bei Jehovas Zeugen auch auf das Versammlungsleben angewandt. Obwohl in jeder Versammlung einige Glieder dazu bestimmt werden, besondere Dienste zu leisten — die einen führen die Aufsicht, andere stellen Zahlenberichte auf, verwalten die Literatur oder das Geld, weisen Gebiete für die Predigttätigkeit zu oder leiten Bibelstudien —, so sind sie dennoch die Diener ihrer Brüder, wie es bei den ersten Christen war, sie sind nicht die Geistlichkeit und die übrigen die Laien. In den Zusammen­künften der Versammlung beteiligen sich alle Anwesenden an den Besprechungen. Da jeder fähige männliche Zeuge Jehovas ein Prediger ist, kann er beauftragt werden, eine Begräbnisansprache zu halten, eine Taufe durchzuführen, eine Trauung zu vollziehen oder die Feier zum Gedächtnis an den Tod des Herrn zu leiten. Nach einer entsprechenden Ausbildung, die allen gewährt wird, werden alle fähigen männlichen Zeugen beauftragt, vom Podium aus zu lehren und zu predigen, und da in einer Versammlung die fast ausschließlich aus Predigern besteht, die verschiedensten Themen behandelt werden können, gibt es Aufgaben für jede Gruppe von Lehrern und Predigern. Es ist also tatsächlich so wie in der Urkirche, in der „alle kirchlichen Handlungen von irgendeinem Christen durchgeführt werden konnten“. — Phil. 1:1; 1. Tim. 2:12; Eph. 4:11-13.

      20. Warum kommen Jehovas Zeugen öfter zusammen als andere, und in welchem Verhältnis steht ihr Versammlungsbesuch zum Kirchenbesuch im allgemeinen?

      20 Sobald jeder Gläubige ein öffentlicher Lehrer ist, muß die Unterweisung entsprechend gründlicher sein und sind auch mehr Zusammenkünfte erforderlich. Daher führen Jehovas Zeugen jede Woche einstündige Zusammenkünfte durch, die in der ganzen Welt durchschnittlich von etwa 75 Prozent der mit einer Versammlung verbundenen Zeugen besucht werden. Dadurch unterscheiden sie sich wesentlich von den Namenchristen, die nur einmal in der Woche in die Kirche gehen und über deren schwachen Besuch der Gottesdienste man sich in den meisten Kirchen beklagt.

      21. Warum sind die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas anders als die Gottesdienste anderer Kirchen?

      21 Das allgemeine Priestertum bedingt auch, daß die meisten Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas anders sind als die sogenannten Gottesdienste und Versammlungen der Kirchen der Christenheit. Außer der sonntäglichen Predigt, zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen wird, und zwei wöchentlichen Bibelstudien, führen sie jede Woche zwei Zusammenkünfte durch, die in erster Linie dem Zweck dienen, sie in der Erfüllung der verschiedenen Pflichten, die sie als Priester ihren Brüdern und der Öffentlichkeit gegenüber haben, zu schulen und auszubilden.

      22. Welche Zusammenkünfte dienen besonders dem Zweck, Jehovas Zeugen für die Erfüllung ihrer Priesterpflichten auszurüsten?

      22 Eine dieser Zusammenkünfte ist die Dienstversammlung, in der Jehovas Zeugen darüber sprechen, wie sie ihrer Verpflichtung, regelmäßig bei jeder Familie in dem ihrer Versammlung zugeteilten Gebiet zu predigen und mit zugänglichen Menschen die Bibel zu studieren, nachkommen können. Die andere Zusammenkunft ist die theokratische Predigtdienstschule, in der jeder Zeuge zu einem öffentlichen Prediger der guten Botschaft herangebildet wird. In diese Schule werden Männer, Frauen und Kinder aufgenommen. Zum Schulprogramm gehören Unterrichtsansprachen, von Kursteilnehmern durchgeführte Aufgaben — Vorlesungen aus der Bibel und für die Öffentlichkeit oder die Tätigkeit von Haus zu Haus bestimmte Predigten — und lehrreiche Ratschläge eines Schuldieners. Alle Zusammenkünfte sind unentgeltlich und öffentlich.

      23. Zu welchem Schluß kommt man angesichts der Tatsache, daß Jehovas Zeugen den Gedanken des allgemeinen Priestertums in der ganzen Welt verwirklichen konnten?

      23 Eine religiöse Bewegung, die erreicht, daß sich alle ihre Glieder (1962 waren es laut Berichten 989 192 in 189 Ländern) an der öffentlichen Lobpreisung beteiligen, müßte beachtet werden. Jehovas Zeugen widmen sich nicht der sozialen Arbeit und singen auch nicht auf den Straßen; sie sind Prediger, die den Fußstapfen Jesu folgen und wie die Apostel von Haus zu Haus gehen, um zu predigen und zu lehren — jung und alt, Männer und Frauen, ungeachtet ihrer Sprache, Rasse oder weltlichen Bildung. Die Ehre für diese Leistung gebührt weder einem Menschen noch einer Organisation. Jehovas Zeugen widmeten 1962 der Predigttätigkeit von Haus zu Haus 142 046 679 Stunden. Die Tatsache, daß die Bemühungen der Christenheit, dasselbe zu erreichen, trotz größter Anstrengungen, erfolglos blieben, verraten etwas: Diese Leistung ist auf die Wirksamkeit des Geistes Gottes zurückzuführen und ist ein Beweis dafür, daß wir in den von Joel prophezeiten „letzten Tagen“ leben und daß die Versammlung, bei der wir das so sehnlich erwünschte allgemeine Priestertum finden, Gottes Geist empfangen hat und von ihm dazu auserwählt wurde, ihn unter den Nationen zu vertreten. Warum also Jehovas Zeugen nicht näher kennenlernen? Sie sind in der ganzen Welt zu finden. Sie laden auch dich zu ihren Bibelstudienzusammenkünften, die sie in ihren Königreichssälen abhalten, ein.

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