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  • Die rechte Ansicht über das vor uns liegende Werk
    Der Wachtturm 1961 | 1. Oktober
    • glaubensvoll auf diese Verkündigung eingehen und sich uns in der Lobpreisung Gottes anschließen, denn „jeder, der den Namen Jehovas anruft, [wird] errettet werden“. — Apg. 2:21, NW.

      6. Wie bekundete der Apostel Paulus Unterscheidungsvermögen, indem er die Gelegenheiten benutzte, die ihm offenstanden?

      6 Paulus, ein Apostel Jesu Christi, bekundete ein scharfes Unterscheidungsvermögen, indem er von den ihm gebotenen Gelegenheiten Gebrauch machte, wenn er sagte: „Was immer mir ein Gewinn war, das habe ich um des Christus willen als Verlust betrachtet. Ja, was dies betrifft, sehe ich auch alle Dinge als Verlust an wegen des vorzüglichen Wertes der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn.“ Er ließ sich nicht beschweren durch Erwägungen über seine frühere soziale Stellung, über die Gelegenheiten seiner beruflichen Tätigkeit oder seine Prominenz in der religiösen Welt. Was immer ihm „ein Gewinn war“ vom weltlichen Standpunkt aus, schrieb er gern als Verlust ab, um sein Leben so aufzubauen, daß der ihm vom Herrn anvertraute Dienst im Mittelpunkt stand. Sein Herz war im Dienste, und er sagte: „Ich bin Christus Jesus, unserem Herrn, dankbar, der mir Macht übertrug, weil er mich als vertrauenswürdig ansah, und mir ein Dienstamt zuteilte.“ — Phil. 3:7, 8; 1. Tim. 1:12, NW.

      DURCH DIE AUSFÜHRUNG DES WERKES

      7, 8. (a) Welche Auffassung hatte Paulus in bezug auf die Art, wie der Dienst zu verrichten ist? (b) Wie zeigte er dies in seinem Dienste in Ephesus?

      7 Paulus bewies seine Ergebenheit dadurch, daß er seinen Predigtdienst beispielhaft durchführte. Als er mit den Aufsehern der Versammlung in Ephesus über die Handlungsweise, der er gefolgt war, sprach, erwähnte er den Widerstand, dem er begegnet war, zeigte aber, daß er sich dadurch nicht hatte zurückhalten lassen. Er hatte seinen Dienst gründlich versehen. „Ihr wißt wohl, wie ich vom ersten Tage an, da ich die Provinz Asien betrat, allezeit bei euch gewesen bin, indem ich als ein Sklave des Herrn mit größter Demut und unter Tränen und Anfechtungen diente, die mir durch die Nachstellungen der Juden erwuchsen, wobei ich mich nicht davon zurückhielt, euch irgendwelche Dinge, die nützlich waren, kundzutun und euch öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren; sondern gründlich legte ich Zeugnis ab sowohl vor Juden als auch vor Griechen in bezug auf Reue gegenüber Gott und Glauben an unseren Herrn Jesus.“ Er nahm nicht den Standpunkt ein, daß es genüge, wenn er in ihrer Mitte weile und sie, wenn sie die gute Botschaft zu erfahren wünschten, zu ihm kommen könnten, um sie zu hören. Er ging von Haus zu Haus, um mit ihnen in Verbindung zu treten. Er hatte die Überzeugung, daß sie die Botschaft tatsächlich gehört hatten und, ob sie daran glaubten oder nicht, wußten, worum es ging. In seinem eigenen Sinn stellte er sich nicht die Frage: Habe ich einen Anteil am Dienste genommen? sondern: Habe ich ihn gründlich verrichtet? Paulus erkannte die Wichtigkeit, so zu handeln, und er hob dies hervor mit den Worten: „[Ich] schätze … meine Seele nicht irgendwie als teuer ein für mich selbst, wenn ich nur meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, nämlich gründlich Zeugnis abzulegen von der guten Botschaft der unverdienten Güte Gottes.“ — Apg. 20:18-24, NW.

      8 Um sich seines Gebietes in Ephesus anzunehmen, leitete er dort seinen Dienst mit einer Reihe öffentlicher biblischer Ansprachen ein, die in der Synagoge gehalten wurden, und zwar lief diese Serie etwa drei Monate. Er sprach gerade heraus und kraftvoll, und gleichzeitig berücksichtigte er die Art, wie seine Zuhörer dachten, und faßte die Botschaft in Worte, die sie leicht begreifen konnten. (1. Kor. 9:20-23) Man konnte das, was er lehrte, nicht mit der Lehre der Geistlichen von Ephesus verwechseln, die dem Ohr zu kitzeln suchten, und bald machte sich die Spaltung zwischen denen, die harten Herzens waren, und denen, die lernen wollten, bemerkbar. Daher brachte Paulus jene, die etwas lernen wollten, die Jünger, in einen anderen Versammlungsort, und dort, in der Schulaula von Tyrannus, hielt er zwei Jahre lang täglich mit ihnen Versammlungen ab. (Apg. 19:8-10) Gleichzeitig nahm er am Dienst von Haus zu Haus teil und schulte sie. Da er ein liebevolles Interesse an ihnen hatte, teilte er ihnen nicht nur die gute Botschaft mit, sondern verausgabte seine Kraft auch großmütig in ihrem Interesse. Er verrichtete seinen Dienst gründlich.

      9. (a) Welche Einstellung zum Predigtdienst empfahl Paulus dem Timotheus, und warum? (b) Wie kann jemand „jene erretten“, die auf ihn „hören“?

      9 Dieselbe Anerkennung der Tatsache, daß Gründlichkeit im Dienste wichtig ist, empfahl Paulus seinem Mitarbeiter Timotheus und denen von heute, die einen gleichen Glauben wie Timotheus haben: „Bewahre in allen Dingen dein Gleichgewicht; erleide Ungemach, tue das Werk eines Evangelisten, verrichte deinen Dienst gründlich.“ (2. Tim. 4:5, NW) Er ermunterte Timotheus nicht bloß deshalb, sich am Dienste zu beteiligen, um sicher zu gehen, daß er der leitenden Körperschaft jeden Monat berichten könne, er habe in diesem Monat die gute Botschaft gepredigt. Sein Rat war viel kraftvoller als das: „Verrichte deinen Dienst gründlich.“ Warum? Weil das Leben gewisser Menschen mit im Spiele war. Timotheus war sich dessen wohl bewußt, denn nicht lange vorher hatte Paulus ihm geschrieben und ihn folgendermaßen ermahnt: „Gib beständig auf dich selbst acht und auf das, was du lehrst. Bleibe bei diesen Dingen, denn wenn du dies tust, wirst du sowohl dich selbst als auch jene erretten, die auf dich hören.“ (1. Tim. 4:16, NW) Er war an mehr als nur an seiner eigenen Rettung interessiert. Er sollte nicht bloß in dem Gedanken am Dienste teilnehmen, daß er selbst auf diese Weise Rettung erlange. Der Fleiß und die Gründlichkeit im Dienste würden Rettung für andere bedeuten, die, wenn sie auch die gute Botschaft gehört haben mochten, sonst nicht die persönliche Aufmerksamkeit empfangen hätten, die ihnen half, die Wichtigkeit der Botschaft zu erkennen und danach zu handeln.

      10. Wie sollten wir das Werk betrachten, das von nun an bis Harmagedon noch zu tun ist?

      10 Wie passend ist der Rat, der Timotheus gegeben wurde, doch für uns heute! Er schiebt das Werk, das in der Zeit von heute bis Harmagedon noch vor uns liegt, in den rechten Brennpunkt. Er hilft uns, das Gefühl zu unterdrücken, wir hätten „unseren Teil nun getan“, nur weil wir jeden Monat einen Felddienstbericht abgegeben hätten. Wie würden wir doch den Zweck der unverdienten Güte Gottes verkennen, wenn wir im Interesse der eigenen Rettung, lediglich zur Sicherstellung einer regelmäßigen Berichterstattung, Zeit im Dienste verbrächten und Berichte einreichten. Wir müssen „die Geduld unseres Herrn als Rettung“ betrachten, nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere. (2. Kor. 6:1; 2. Pet. 3:15, NW) Die Gegenwart, die Zeit der „großen Drangsal“, die in der Schlacht von Harmagedon endet, ist die Zeit, die Jehova Gott dafür bestimmt hat, „aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen“ eine große Volksmenge herauszusammeln, die niemand zählen kann, nämlich Personen, die sich uns anschließen werden, um Gott und dem Lamme öffentlich die Rettung zuzuschreiben. — Off. 7:9, 14, NW.

      11. Wie wird unser Dienst in kommenden Tagen davon berührt, daß wir unsere Aufmerksamkeit auf Jehova Gott lenken?

      11 Wenn wir eine reife Ansicht über das Werk haben, das Gott uns zu tun gegeben hat, werden wir unser Herz in dieses Werk legen. Liebe zu Gott und der Wunsch, andere zu seiner Anbetung hinzuführen, werden uns Eifer einflößen. Wenn wir auf Widerstand stoßen, werden wir uns bei unserer Teilnahme am Dienste der Bekanntmachung des Namens Jehovas nicht durch die Reaktion beherrschen lassen, der wir an den Türen begegnen, während wir uns am Dienste beteiligen. Wir werden uns nicht entmutigen lassen, noch unseren Lauf verlangsamen, weil die meisten Menschen die gute Botschaft verwerfen. Statt dessen werden wir uns von unserer Ergebenheit gegenüber Jehova Gott treiben lassen. Wir werden zum Dienste durch die Tiefe unseres Gefühls der Empörung über den Mißbrauch angespornt, den der Teufel und seine Welt der Gottlosen mit Gottes Namen getrieben haben. Wir werden durchhalten, weil wir Gerechtigkeit lieben, und werden fortfahren, diejenigen zu suchen, die für Gottes Mittel der Rettung dankbar sind. Statt uns bloß an einem Minimum Dienst genügen zu lassen, werden wir wachsam alle sich uns bietenden Gelegenheiten ergreifen und danach trachten, diese Dienstvorrechte voll auszunutzen.

      12. (a) Welche Prüfung könnten wir persönlich vornehmen, um festzustellen, wie gründlich wir unseren Dienst von Haus zu Haus tun? (b) Wie können wir mit Milde sogar jene unterweisen, die der Botschaft gegenüber nicht günstig eingestellt sind, und welches Ergebnis ist möglich?

      12 Kannst du von deinem Dienst in deinem Gebiet dasselbe sagen, was Paulus von dem seinigen sagte, nämlich: „Ich habe von der guten Botschaft gründlich Zeugnis abgelegt“? Hast du sorgfältig Aufzeichnungen geführt, und hast du immer wieder vorgesprochen, bis du mit den Menschen in jeder Wohnung Fühlung nehmen konntest? Bist du oft genug vorbeigegangen, damit du während einer gewissen Zeitspanne mit den verschiedenen Gliedern jedes Haushalts sprechen konntest? Mehr als das: Hast du ihnen ein gründliches Zeugnis von Gottes Königreich abgelegt? Bisweilen erfordert es viel Geduld und viele Besuche, bis jemand seine derzeitige Beschäftigung lange genug einstellt, um zuzuhören. Doch magst du durch sorgfältige Vorbereitung und Takt imstande sein, bei jeder Vorsprache wenigstens e i n e n Punkt aus der vorbereiteten Predigt vorzubringen, indem du einige gutgewählte Bemerkungen machst. Ob nun der Wohnungsinhaber die Dringlichkeit der Sachlage erkennt oder nicht, erkennst doch du als Verkündiger sie. Aus diesem Grunde bemühst du dich, „mit Milde die Widerstrebenden“ zu unterweisen, „da ihnen Gott vielleicht Reue gewährt, die zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit führt“. (2. Tim. 2:25, NW) Vielleicht wird der so ausgestreute Same der Wahrheit erst nach vielen Monaten oder gar nach Jahren wirklich wachsen. Vielleicht mag im Leben des Betreffenden, in der Gemeinde oder in seiner Kirche etwas geschehen, wodurch er anfängt, zu „seufzen“ und zu „jammern“ wegen der abscheulichen Dinge, die geschehen. (Hes. 9:4) Das mag ihn veranlassen, für die Königreichsbotschaft empfänglicher zu werden, und jetzt wird er, wenn du wieder vorbeikommst, zum Hören bereit sein. Wenn wir echtes Interesse an den Menschen haben, werden wir ausdauernd sein im Lehren und im Bewußtsein, daß veränderte Umstände in jemandes Leben seine Haltung ändern und es uns ermöglichen können, ihm den Weg zur Rettung beschreiten zu helfen. Das hilft uns, auf die vielen Gelegenheiten aufzupassen, die es gibt, Rückbesuche zu machen und für die Wahrheiten der Bibel die weitere Wertschätzung zu fördern.

      INTERESSE AN DEN MENSCHEN, DENEN WIR DIENEN

      13. Wie kann jemand Interesse für die Menschen bekunden, denen er dient?

      13 Für Verkündiger, die ein solch reges Interesse an den Menschen haben, denen sie predigen, ist der Dienst nicht etwas Unpersönliches. Sie denken nicht bloß an zwei oder drei Stunden, die sie im Dienste verbringen wollen, wenn sie ausziehen, und wenn sie zurückkehren, sprechen sie nicht bloß von der Anzahl Schriften, die sie abgegeben haben. Sie sind an den Menschen interessiert und suchen nach Menschen, die Gott gegenüber guten Willens sind. Sie erkennen, daß sie in einem lebenrettenden Werke stehen. Wenn sie sehen, daß ein Wohnungsinhaber aufrichtig ist, schwingen sie, selbst wenn der Teufel Schranken der Furcht aufgeworfen hat, kraftvoll das Schwert des Geistes, um die Hindernisse wegzuhauen und „Freiheit auszurufen den Gefangenen, und Öffnung des Kerkers [der Augen, NW] den Gebundenen“. (Jes. 61:1) Wiewohl sie keine Zeit damit vergeuden, mit denen zu argumentieren, die keine Achtung vor göttlichen Dingen bekunden, nehmen sie doch nicht von vornherein an, daß jeder, der einen Einwand erhebt, ein Gegner ist, sondern finden durch Takt und die Anwendung der gleichen Lehrmethoden, die der Herr Jesus anwandte, und indem sie sich unter üblen Umständen zurückhalten, viele Gelegenheiten, selbst jene mit Milde zu unterweisen, die zuerst nicht so günstig eingestellt waren. Mit der Zeit mögen solche Personen zu Verstand kommen und eine genaue Erkenntnis der Wahrheit erlangen. — Joh. 1:46-49; Apg. 9:1-22.

      14. Welche Einstellung bekundeten Jesus und Paulus gegenüber jenen, denen sie predigten?

      14 Jesus war hervorragend in der Art, wie er liebevolles Interesse an jenen bekundete, denen er diente. Er wies Kinder nicht ab mit der Begründung, sie seien zu jung, um zuzuhören, auch nicht die Reichen mit der Begründung, sie seien zu stolz, als daß es sich lohne, für sie Zeit aufzuwenden, noch schickte er die Armen und Blinden und Krüppel weg. Sein Herz schlug für diese Menschen; er „empfand … zarte Zuneigung zu ihnen; denn sie waren zerschunden und umhergestoßen worden wie Schafe, die keinen Hirten haben“. (Matth. 9:36, NW) Selbst wenn er müde war und etwas der Ruhe bedurft hätte, sandte er Personen, die ihn aufsuchten, nicht weg. Auch Paulus fühlte eine „zarte Zuneigung“ zu den Menschen, denen er predigte. (1. Thess. 2:8, NW) Wir müssen denselben Standpunkt einnehmen.

      15. Welche Erfahrung veranschaulicht einen reifen christlichen Standpunkt im Dienste?

      15 Dieses Empfinden wurde von einer Pionierin treffend an den Tag gelegt, die eine Freundin in einer anderen Versammlung besuchte und dort am Dienste teilnahm. Während sie am Morgen Dienst tat, traf sie eine junge Frau, die etwas Interesse bekundete und die angebotenen bibelerklärenden Schriften entgegennahm. Die Schwester hatte keine Gelegenheit, wieder bei ihr vorzusprechen, da sie dort nur ganz kurz zu Besuch war, aber ihr Herz schlug für diese Person guten Willens, und als sie heimkam, begann sie, ihr zu schreiben, um sie zum Studium zu ermuntern. Sie führte brieflich ein Bibelstudium mit ihr durch, und das Interesse entwickelte sich so schnell, daß die Schwester bald eine besondere Reise unternahm, um die junge Frau wieder zu besuchen und sie mit der Ortsversammlung in Verbindung zu bringen. Heute nimmt diese selbst am Dienste teil! Bestimmt tat jene Pionierschwester nicht Dienst, nur um die aufgewandte Zeit berichten zu können, die sie mit Predigen verbrachte. Ihr Wunsch war, Jehova zu ehren, indem sie die Menschen suchte und speiste, die ihm gegenüber von schafähnlicher Gesinnung waren. So sollte jeder reife Verkündiger den Dienst ansehen.

      DIE RECHTE ANSICHT ÜBER DIE HINGABE AN GOTT

      16. Welchen weiteren Schritt verlangt Gott, obwohl man regelmäßig am Felddienste teilnehmen mag, und weshalb?

      16 Wenn wir einmal diese schafähnlichen Menschen gefunden und ihnen geholfen haben, Verkündiger der guten Botschaft vom Königreich zu werden, ist damit unsere Arbeit noch nicht getan. Niemand sollte denken, die Verbindung mit der Neuen-Welt-Gesellschaft an sich sei eine Gewähr für Gottes Billigung oder die Beteiligung an der Verkündigung der Königreichsbotschaft sei alles, was Gott von jemandem verlange, damit er Harmagedon überleben könne. Das ist ganz und gar nicht so! Solange jemand nicht zu Gott sagt: „Dir zu dienen ist mein Lebenszweck, deinen Willen tue ich mit Wonne, und mein Leben ist deinem Dienste gewidmet, ungeachtet, was dieser sein mag“, tut er seinen Dienst nicht mit ganzer Seele. Vielleicht wünscht jemand nicht, die Verantwortung auf sich zu nehmen, die mit der Hingabe an Gott verbunden ist, aber wenn er ihr ausweicht, wird er dadurch nicht in eine günstigere Stellung geraten. Wenn jemand, der es tun könnte, dem Beispiel Jesu Christi nicht folgt und sich Gott nicht hingibt, um ihm zu dienen, und es nicht durch die Wassertaufe symbolisiert, dann ist er noch nicht auf dem schmalen Wege, der zum Leben führt. In einem gewissen Sinne hält er an der Denkweise fest, die den Gliedern der Religionsorganisationen der Christenheit eigen ist. Auch sie machen einige Grundsätze der Bibel im Leben zu ihrer Wegleitung. Aber sie behalten sich das Recht vor, bei der Frage, wie weit sie gehen wollen, die Grenzlinie selbst zu ziehen. Sie sitzen als Richter Gottes und treffen selbst die Entscheidung, welche Dinge in seinem Wort sie annehmen wollen. Wenn jemand weiß, was Jehova verlangt, aber in seinem Sinn beschließt, daß nicht alles so wichtig sei, um ihm zu entsprechen, hat er in Tat und Wahrheit Jehova nicht als seinen Gott angenommen. Wie können wir also von Gott erwarten, daß er ihn für das Leben in der neuen Welt annimmt? In bezug auf jene, die das zu tun verfehlen, wovon sie wissen, daß Gott es verlangt, sagt Jakobus, der Bruder des Herrn: „Wer recht zu handeln weiß und es doch nicht tut, für den ist es eine Sünde.“ (Jak. 4:17, NW) Solche Menschen brauchen die Hilfe reifer Personen, damit sie eine rechte Ansicht über ihren Gottesdienst erlangen. Sie müssen sich nicht nur eine Erkenntnis des Wortes Gottes, sondern auch eine Wertschätzung für seine Anforderungen aneignen.

      17. (a) Sind Hingabe an Gott und die Taufe eine Gewähr dafür, daß man in die neue Welt hinüberleben kann? (b) Was erwartet Gott von denen, die ihm dienen?

      17 Natürlich sind Hingabe an Gott und die Taufe an sich noch keine Gewähr dafür, daß jemand in der neuen Welt Leben erhält. Wenn jemand sich Gott hingegeben hat, muß er sein Leben so, wie er es Gott versprochen hat, gebrauchen. Niemand kann erwarten, noch in letzter Minute in die neue Welt hineinzuschlüpfen. Wer versucht, mit so wenig Dienst wie möglich durchzukommen, hat bereits das allergrößte Gebot verletzt. Nachdem Jesus diesbezüglich befragt worden war, sagte er, was man tun soll, um ewiges Leben zu erlangen: „‚Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Sinn‘ und ‚deinen Nächsten wie dich selbst‘.“ (Luk. 10:25-27, NW) Jehova Gott, unser Richter, sieht mehr, als Menschen sehen. „Jehova erforscht alle Herzen, und jede Neigung der Gedanken nimmt er wahr.“ (1. Chron. 28:9, NW) Er weiß nicht nur, was wir tun, sondern kennt auch unseren Beweggrund. Er weiß, ob wir uns in seinem Dienst wirklich von ganzem Herzen anstrengen und ob unsere Liebe zu unserem Nächsten, unser Wunsch zu sehen, daß er Rettung erlangt, so groß ist wie der Wunsch, den wir für uns selbst hegen. Jetzt, bevor Gott das endgültige Gericht vollzieht, ist die Zeit, daß wir unser Herz prüfen, daß wir unseren eigenen Dienst überprüfen, um zu sehen, ob wir die rechte Ansicht über das lebenswichtige Werk haben, an dem Gott uns teilnehmen läßt.

  • Erweiterung eurer Dienstvorrechte
    Der Wachtturm 1961 | 1. Oktober
    • Erweiterung eurer Dienstvorrechte

      1. (a) Was veranschaulichte Jesus kraftvoll in dem Gleichnis von den Minen, und wie? (b) Wer ist es, der Königsmacht empfing, und mit welchen Interessen hat er seine Diener betraut?

      DIE Notwendigkeit, daß wir im Dienste unseres Meisters produktiv sind, wurde von Jesus in einem Gleichnis machtvoll veranschaulicht. Er erzählt von einem gewissen Mann von vornehmer Herkunft, der im Begriffe stand, in ein fernes Land zu reisen, um für sich Königsmacht zu erlangen, und der seine Diener zu sich rief und jedem eine Mine anvertraute und ihnen sagte, sie möchten damit Geschäfte machen. „Als er schließlich zurückkehrte, nachdem er die Königsmacht erlangt hatte, befahl er, daß jene Sklaven, denen er das Silbergeld gegeben hatte, zu ihm gerufen würden, um festzustellen, was sie durch ihre geschäftliche Tätigkeit gewonnen hätten. Darauf erschien der erste und sagte: ‚Herr, deine Mine ist durch Handelsgeschäfte auf zehn Minen angewachsen.‘ Er antwortete ihm

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