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Warum ist deine Predigttätigkeit erfolgreich?Der Wachtturm 1969 | 1. Juli
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Warum ist deine Predigttätigkeit erfolgreich?
„In diesem Fall wirst du Erfolg haben, wenn du achtgibst, die Bestimmungen und die richterlichen Entscheidungen auszuführen, die Jehova ... geboten hat.“ — 1. Chron. 22:13, NW.
1. Wovon macht man heute im allgemeinen Erfolg abhängig, was nach der Bibel auf die meisten christlichen Gläubigen nicht zutrifft?
ALS erfolgreich gilt heute jemand, der in seinem Leben einen hohen Bildungsgrad erreicht, der reich geworden, allgemein beliebt oder besonders tüchtig ist. Wie glücklich können wir doch sein, daß Gott unseren Erfolg in der christlichen Predigttätigkeit nicht von diesen Dingen abhängig macht! Der Apostel Paulus — obwohl ein Gelehrter, der zu den Füßen des berühmten Gamaliel erzogen worden war — anerkannte, daß die meisten christlichen Gläubigen einfache Menschen sind. „Ihr seht eure Berufung durch ihn, Brüder, daß nicht viele, die dem Fleische nach Weise sind, berufen wurden, nicht viele Mächtige, nicht viele von vornehmer Geburt; sondern Gott hat das Törichte der Welt auserwählt, damit er die Weisen beschäme; und Gott hat das Schwache der Welt auserwählt, damit er das Starke beschäme; und Gott hat das Unedle der Welt auserwählt und das, worauf man herabblickt, die Dinge, die nicht sind, um die Dinge, die sind, zunichte zu machen, damit sich vor Gott kein Fleisch rühme.“ (1. Kor. 1:26-29) Wir sollten daher bei der Beurteilung unseres Erfolges in der Predigttätigkeit von Gottes Standpunkt ausgehen.
2. Warum braucht jemand, der eine mangelhafte Schulbildung genossen hat, nicht zu denken, er könne sich nicht an der Predigttätigkeit beteiligen?
2 Eine gute Schulbildung kommt einem beim Predigen zustatten, aber man sollte nicht entmutigt sein oder denken, man könne sich nicht daran beteiligen, wenn man eine mangelhafte Schulbildung genossen hat. Gott schaut nicht darauf, wieviel du weißt, sondern darauf, wie sehr du die Wahrheit liebst, die in dein Herz gepflanzt worden ist, und wie du diese Liebe nährst und wachsen läßt. Es ist heute noch genauso wie in den Tagen des Apostels Paulus: „Die Welt [vermochte] durch ihre Weisheit Gott nicht zu erkennen.“ (1. Kor. 1:21) Denken wir daran, daß viele Jünger Jesu, auch die bekannten Apostel Petrus und Johannes, „ungelehrte, gewöhnliche Menschen waren“. (Apg. 4:13) Über die Freude, die Jesus empfand, als seine demütigen Nachfolger, die er unterwiesen und ausgesandt hatte, zurückkehrten und über ihre guten Ergebnisse im Predigtdienst berichteten, lesen wir: „In eben dieser Stunde jubelte er im heiligen Geist und sprach: ‚Ich preise dich öffentlich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du diese Dinge vor Weisen und Intellektuellen sorgfältig verborgen und sie Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn das zu tun ist vor dir wohlgefällig gewesen.‘“ — Luk. 10:21.
3. Warum ist Reichtum und allgemeine Beliebtheit kein Maßstab zur Beurteilung unseres Erfolges in der Predigttätigkeit?
3 Reichtum und allgemeine Beliebtheit müssen wir als Maßstab zur Beurteilung unseres Erfolges in der christlichen Predigttätigkeit gleich von vornherein ausschalten. Reichtum und Ansehen gelten bei Gott nichts. Die Geistlichkeit der Christenheit strebt nach beidem und ahmt dadurch die geistlichen Führer der Tage Jesu nach. „Die Pharisäer nun, die geldliebend waren, hörten allen diesen Dingen zu, und sie begannen ihn zu verhöhnen.“ Jesus sagte: „Alle Werke, die sie tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden ... Sie haben gern den hervorragendsten Platz bei Abendessen und die vorderen Sitze in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Marktplätzen und daß die Menschen sie Rabbi nennen.“ Jesus lehrte seine Jünger, sich mit dem Lebensnotwendigen zu begnügen, demütig zu sein, einander zu dienen und sich gegenseitig nicht mit Titeln anzureden. Sie waren bestrebt, „Schätze im Himmel“ aufzuhäufen und Gottes Gunst, nicht die Gunst von Menschen, zu erlangen. Jesus hieß die Armen und die Verachteten willkommen. — Luk. 16:14; 15:1-7; Matth. 23:5-12; 6:19, 20, 31-34.
4. Welche Rolle spielt Tüchtigkeit bei einer erfolgreichen Predigttätigkeit?
4 Tüchtigkeit wird in der Welt sehr hoch eingeschätzt, und ein kluger Kopf und tüchtige Hände haben schon manche hervorragende Leistung vollbracht. Erfolg beim Predigen setzt ebenfalls Tüchtigkeit voraus. Dennoch ist es nicht allzu schwierig, ein guter Lehrer des Wortes Gottes zu werden. Wer ein tüchtiger Arzt oder Ingenieur werden möchte, muß nicht nur die nötigen Fähigkeiten besitzen (und diese haben nicht viele), sondern er muß auch jahrelang studieren und Erfahrungen sammeln. Das ist nicht nötig, um ein tüchtiger Prediger zu werden. Das heißt aber nicht, daß man nicht auch viel studieren und das Gelernte richtig anwenden müßte. Das muß man ebenfalls tun, nur mit dem Unterschied, daß man schon mit Predigen beginnen kann, nachdem man erst kurze Zeit studiert hat. Wenn man die guten Dinge aus Gottes Wort kennengelernt hat und einsieht, daß auch andere darüber belehrt werden sollten, so hat man keinen Grund mehr, nicht mit seinem Nächsten darüber zu sprechen. Als Neuling sollte man natürlich achtgeben, daß man nicht unabsichtlich etwas Verkehrtes lehrt. Man sollte daher gut zuhören, wenn man von einem erfahreneren Prediger im Predigtdienst geschult wird. Dann dauert es gar nicht lange, bis man sich Gott hingeben und sich taufen lassen kann, und bald wird man ein tüchtiger, ordinierter Prediger sein, der andere belehren kann.
5. (a) Wie können wir feststellen, nach welchen Maßstäben wir den Erfolg unserer Predigttätigkeit beurteilen sollten? (b) Was, außer der Anzahl der gewonnenen Jünger, machte die Predigttätigkeit Jesu zu einem vollen Erfolg?
5 Wenn Bildungsgrad, Reichtum, allgemeine Beliebtheit und Tüchtigkeit nicht der Maßstab zur Beurteilung des Erfolges unserer Predigttätigkeit sind, wonach kann er dann beurteilt werden? Etwa nach der Anzahl der gewonnenen Gläubigen? Oder gehört mehr dazu? Wenn wir die Predigttätigkeit Christi Jesu und die Anweisungen, die er für die Durchführung der Predigttätigkeit nach seiner Himmelfahrt gab, näher prüfen, erhalten wir die Antwort. Wollte man die Predigttätigkeit Jesu nach der Zahl der Gläubigen, die er gewann, beurteilen, dann würde man interessanterweise feststellen, daß es eine Zeitlang so aussah, als ob er vergeblich gepredigt hätte. Als er festgenommen wurde, verließen ihn alle seine Jünger, was zwar vorhergesagt worden war. (Joh. 16:32) Doch als zu Pfingsten des Jahres 33 u. Z. der heilige Geist ausgegossen wurde, warteten 120 treue Jünger in einem Obersaal in Jerusalem auf Anordnungen. An jenem Tag sprach der Apostel Petrus zu einer großen Menge Juden, von denen 3 000 weitere an Christus Jesus glaubten und vom heiligen Geist gezeugt wurden. Von jenem Tag an wurden noch viele der Christenversammlung hinzugefügt. Jesus hatte beim Sammeln der ersten Glieder der Christenversammlung also offensichtlich Erfolg gehabt. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, daß nur eine beschränkte Anzahl Juden ihn als den Messias annahmen. Es kam nicht zu einer Massenbekehrung. Der Erfolg der Predigttätigkeit Jesu wurde aber nicht allein nach der Anzahl der gewonnenen Jünger beurteilt. Die Zahl der Bekehrungen war eigentlich nur ein untergeordneter Faktor. Jesus legte das Hauptgewicht auf die Verherrlichung seines himmlischen Vaters. Durch seine Standhaftigkeit in allem, auch in den Prüfungen und Verfolgungen, die der Teufel über ihn brachte, bewies er außerdem, daß er seinem himmlischen Vater rückhaltlos ergeben war, und er stempelte den großen Widersacher zum Lügner. Gemessen an den Maßstäben Jehovas, war die Predigttätigkeit Jesu ein voller Erfolg.
HEUTIGE MASS-STÄBE ZUR BEURTEILUNG DES ERFOLGES
6. Haben wir heute, im zwanzigsten Jahrhundert, einen anderen Auftrag als die ersten Christen, und verfolgen wir beim Predigen andere Ziele als sie?
6 Da das erste Jahrhundert unserer Zeitrechnung, die Zeit der ersten Christenversammlung, schon weit zurückliegt, könnte man nun denken, die Maßstäbe zur Beurteilung des Erfolges eines Predigers hätten sich geändert. Dem ist aber nicht so. Wir haben immer noch den gleichen Auftrag wie die ersten Christen und verfolgen beim Predigen dasselbe Ziel wie sie. Wir haben für das Schlußzeugnis keine anderen Richtlinien erhalten als die, die in Gottes Wort enthalten sind. Wenn wir also Gottes Wort genau prüfen, erhalten wir den Maßstab, nach dem wir den Erfolg unserer Predigttätigkeit beurteilen können. Stellen wir dann fest, daß wir in dem Werk, durch das Zeugen gemacht werden, nicht erfolgreich genug sind, können wir uns bemühen, Christus Jesus, den Meisterlehrer, und die ersten Jünger, die er belehrte, noch genauer nachzuahmen.
7. (a) Welches ist der erste der vier Gründe für beharrliches Predigen in der „Zeit des Endes“? (b) Welches ist der zweite Grund?
7 Wie in den Tagen Jesu, so gibt es auch heute hauptsächlich vier Gründe, weshalb wir in dieser „Zeit des Endes“ weiter predigen, und jeder dieser Gründe sollte bei der Beurteilung des Erfolges unserer Predigttätigkeit berücksichtigt werden. Wir laden dich ein, unserer Betrachtung der einzelnen Gründe zu folgen, um zu sehen, ob deine Predigttätigkeit dem Maßstab entspricht. Jehova ist zwar der Richter, aber wir sind überzeugt, daß du ermuntert wirst, wenn du siehst, daß du deine Aufgabe treu erfüllst, und solltest du feststellen, daß deine Predigttätigkeit einige schwache Stellen aufweist, dann kannst du ihnen die entsprechende Aufmerksamkeit schenken. 1. Wie Jesus, so predigen auch Jehovas Zeugen eine Botschaft der Rettung, und sie fühlen sich verpflichtet, dem Gebot Christi Jesu, „Jünger aus Menschen aller Nationen“ zu machen, nachzukommen. (Matth. 28:19, 20) Rechtgesinnte Menschen müssen die Botschaft hören, wenn sie den schmalen Weg zum Leben finden und den breiten, in die Vernichtung führenden Weg verlassen sollen. 2. Wir predigen aber auch unter allen Erdbewohnern eine Botschaft, durch die wir vor dem kommenden Tag der Vollstreckung des göttlichen Urteils an den Übeltätern warnen. — Matth. 7:13, 14; Hes. 3:17-19; Offb. 14:6, 7.
8. Wieso können wir ermuntert werden, wenn wir unsere Predigttätigkeit im Hinblick auf die ersten zwei Gründe für das Predigen der göttlichen Botschaft prüfen?
8 Wir sind demnach nicht nur beauftragt, „den Sanftmütigen gute Botschaft“ zu predigen und sie auf „das Jahr guten Willens seitens Jehovas“ hinzuweisen, sondern auch, „den Tag der Rache seitens unseres Gottes“ auszurufen. (Jes. 61:1, 2, NW; Luk. 4:16-21) Wie Gottes treuer Diener Hesekiel, so müssen auch wir heute trotz Widerstandes fortfahren, den Menschen zu predigen, „mögen sie hören oder es lassen“. (Hes. 2:5-7; 3:4, 7-9) Freimütig, doch taktvoll und von echter Liebe getrieben verkündigen wir die Gerichtsbotschaft, obwohl wir im voraus wissen, daß die meisten Menschen nicht darauf hören werden. Dennoch mögen einigen, die anfänglich gegnerisch eingestellt sind, die Augen aufgehen. Nützt du gewissenhaft jede Gelegenheit, die gute Botschaft zu predigen, aus, und bemühst du dich, alle, die die Botschaft annehmen, richtig zu belehren? Wenn ja, dann hast du guten Grund, nicht entmutigt zu sein, sondern kannst die Gewißheit haben, daß Jehova dir Erfolg verleihen und dich stärken wird, damit du beharrlich weiter predigen kannst. Jehovas neuzeitliche Zeugen durften schon Tausenden von schafähnlichen Menschen helfen, sich für die Seite der Rettung zu entscheiden, das heißt sich zur Rechten Christi Jesu, des Königs und Hirten, zu stellen, während ihre Tätigkeit die bockähnlichen Gegner veranlaßt, zu beweisen, daß sie es verdienen, zu seiner Linken gestellt zu werden, wo die Vernichtung auf sie wartet. — Matth. 25:31-46.
9. Was wird als dritter Grund für beharrliches Predigen angeführt, und warum ist dies für die Beurteilung unseres Erfolges wichtig?
9 Der dritte und höchst wichtige Grund, warum weiter gepredigt werden muß, besteht darin, daß Jehovas Diener auf der Erde dadurch Gelegenheit erhalten, ihre Liebe zu ihrem Gott und ihre Lauterkeit ihm gegenüber zu beweisen. Es genügt nicht, nur zu sagen, wir würden Gott und unseren Nächsten lieben; wir müssen es beweisen. Ja erst, wenn wir uns bemühen, zu beweisen, was wir in unserem Innern zu sein glauben, werden wir feststellen, in welcher Hinsicht wir unsere Liebe und unsere Lauterkeit noch vervollkommnen sollten. Wir erkennen, daß wir von Gott abhängig sind (2. Kor. 12:9) und daß wir taktvoll, geduldig und barmherzig sein müssen. Die regelmäßige Beteiligung am Predigtwerk mag einigen von uns in gewisser Hinsicht zur Prüfung werden; aber wir müssen daran denken, daß Prüfungen Ausharren bewirken und uns helfen können, unsere Heiligkeit zu vervollkommnen: „Laßt uns frohlocken, während wir in Drangsalen sind, da wir wissen, daß Drangsal Ausharren bewirkt, Ausharren aber einen bewährten Zustand, der bewährte Zustand aber Hoffnung, und die Hoffnung führt nicht zur Enttäuschung, weil die Liebe Gottes durch den heiligen Geist, der uns gegeben wurde, in unsere Herzen ausgegossen worden ist.“ (Röm. 5:3-5) Alle, die sich schon lange Zeit an der Predigttätigkeit von Haus zu Haus beteiligen, werden dir ohne Zögern sagen, daß es keine bessere Möglichkeit gibt, unser Wahrnehmungsvermögen zu schärfen, unseren Gehorsam zu vervollkommnen, unsere Liebe zu Gott und zu unserem Nächsten zu fördern, uns von Menschenfurcht frei zu machen und zu beweisen, wie es in unserem Herzen wirklich aussieht. — 2. Tim. 4:2-5.
10. Welche Befriedigung bringt die gewissenhafte Erfüllung unserer Aufgaben mit sich?
10 Wie befriedigend ist es doch zu wissen, daß man das tut, wozu man beauftragt worden ist! Jesus sagte im Gebet zu seinem Vater: „Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und habe das Werk vollendet, das du mir zu tun gegeben hast.“ (Joh. 17:4) Von welch tiefer Freude muß doch der in Linnen gekleidete Mann erfüllt gewesen sein, als er berichtete: „Ich habe getan, wie du mir geboten hast“, nachdem er alle mit dem Zeichen versehen hatte, die gerettet werden sollten. (Hes. 9:1-4, 11) Hast du in der Vergangenheit trotz gegnerisch eingestellter Angehöriger, trotz Schüchternheit, trotz schwacher Gesundheit oder trotz anderer Hindernisse und ungünstiger Verhältnisse gehorsam und mutig jede Gelegenheit zum Predigen ausgenutzt? Haben die verschiedenen Situationen, denen du im Predigtdienst schon begegnet bist, dazu beigetragen, daß deine Liebe zu Jehova und zu deinem Nächsten, ja sogar zu deinen Feinden gewachsen ist? Haben sie bewirkt, daß du Schwierigkeiten und Prüfungen besser begegnen kannst? Wenn ja, dann kannst du sagen, daß, was die Auswirkungen auf dich persönlich betrifft, deine Predigttätigkeit auch in dieser Hinsicht erfolgreich ist.
11. Was wird als vierter und wichtigster Grund für beharrliches Predigen angeführt?
11 Der vierte und wichtigste Grund, warum wir weiter predigen, besteht darin, daß dadurch der Name und das Vorhaben Jehovas bekanntgemacht werden. Jesus machte seinen Jüngern den Namen Jehovas bekannt und lehrte sie beten: „Dein Name werde geheiligt.“ (Matth. 6:9; Joh. 17:26) Allein in der Prophezeiung Hesekiels lesen wir mindestens sechzigmal, daß Gott sagte, die Menschen würden wissen, daß er Jehova sei. In der neuzeitlichen Erfüllung von 2. Mose 9:16 will Jehova seinen Namen „auf der ganzen Erde“ verkündigen lassen. Sein Name steht mit seinem Ruf in Verbindung, und die Menschen müssen die Gelegenheit erhalten, zu erfahren, daß der Schöpfer ein liebender und barmherziger Gott ist, daß aber allen, die ihn außer acht lassen und seine Liebe verachten, das Recht, in seinem neuen System der Dinge zu leben, versagt werden wird.
12. Warum ist es wichtig, daß wir die Rechtfertigung des Namens Jehovas unterstützen, und werden wir dadurch ermuntert?
12 Viele, die die große Streitfrage, in die der Widersacher, Satan, der Teufel, verwickelt ist, nicht verstehen, machen Gott für das Böse verantwortlich. Ohne Ursache ist Gottes Name geschmäht und ist Gott verleumdet und falsch dargestellt worden. Millionen falscher Götter sind an seiner Stelle verehrt worden, ja heutzutage gibt es sogar Menschen, die den Teufel anbeten. Wer ist der wahre Gott? Ja lebt Gott überhaupt? Möge es nie vorkommen, daß wir als Zeugen Jehovas uns weigern, in der sich auf der Weltbühne abspielenden Gerichtsverhandlung für Jehova, unseren Gott, einzutreten und alle Menschen wissen zu lassen, daß er der wahre Gott ist, daß er sowohl lebt als auch dafür sorgen wird, daß sein Vorhaben verwirklicht wird! Betest du nicht nur um die Heiligung des Namens Jehovas, sondern handelst du auch deinem Gebet entsprechend, indem du von Jehovas Größe und von seinen Wundertaten sprichst? Wenn ja, dann ist deine Predigttätigkeit auch in dieser Hinsicht erfolgreich, da sie von Gott anerkannt wird und in seinen Augen ein liebliches, annehmbares Schlachtopfer der Lobpreisung ist. — Jes. 43:10; Hebr. 13:15.
ERFOLG TROTZ HINDERNISSEN
13. (a) Wie sollten wir eingestellt sein, obwohl die meisten nicht auf die Botschaft hören? (b) Wieso predigen wir trotzdem nicht vergeblich?
13 Dennoch müssen wir zugeben, daß es verschiedene Faktoren gibt, die dazu beitragen könnten, uns zu entmutigen, und die uns auf den Gedanken kommen lassen könnten, unsere Predigttätigkeit sei erfolglos. Als wir die Wahrheiten des Wortes Gottes kennenlernten, sprachen wir voll Eifer mit unseren Verwandten und Freunden darüber und gingen dann in unserer Umgebung auch von Haus zu Haus. Wir stellten aber fest, daß viele unserer Mitbürger von diesen für uns neuen Wahrheiten nicht so begeistert waren und sie nicht so schätzten wie wir. Ja heute kommt es in manchen Gebieten vor, daß wir an ziemlich vielen Türen vorsprechen müssen, bis wir jemandem unsere kurze Predigt halten und ihn auf die biblischen Schriften hinweisen können, die ihm beim Studium des Wortes Jehovas eine Hilfe wären. Wir mögen uns zu fragen beginnen: „Was mache ich nur verkehrt?“ Wenn wir aber einen Augenblick überlegen und die Sache im Lichte des Wortes Gottes betrachten, erkennen wir, daß die Menschen nicht unsertwegen so ablehnend sind, sondern wegen der Botschaft, die wir ihnen bringen. Wenn wir aber etwas mit uns zu Rate gehen, mögen uns dennoch Möglichkeiten in den Sinn kommen, wie wir unsere Darbietung der Botschaft verbessern könnten, um noch überzeugender zu sprechen und zu erreichen, daß uns mehr Menschen zuhören. Das wichtigste ist aber, daß wir nicht aufgeben. Unsere Predigttätigkeit wird uns trotz alledem befriedigen, wenn wir daran denken, daß wir uns gewissenhaft bemüht haben, das Zeugnis zu geben. Die nicht hören wollen, können dann nicht sagen, sie hätten keine Gelegenheit gehabt zu hören. Doch welche unbeschreibliche Freude ist es, hier und da ein hörendes Ohr zu finden! Diese Fälle entschädigen uns weitgehend für die anderen, in denen wir abgewiesen werden.
14. Wieso tragen vernünftige Ziele zum Erfolg unserer Predigttätigkeit bei?
14 Vernünftige Ziele tragen zum Erfolg unserer Predigttätigkeit bei. Sie sollten nicht zu hoch sein, damit wir nicht entmutigt werden, wenn wir sie nicht erreichen. Andererseits sollten wir uns auch nicht mit einem Minimum zufriedengeben. Wir sollten, wenn wir uns ein Ziel setzen, unsere Gesundheit, unsere Familienverhältnisse und andere Faktoren berücksichtigen. Könntest du es so einrichten, daß du die gute Botschaft als Vollzeitprediger verkündest? Wenn ja, dann wäre das für dich ein vernünftiges Ziel. Vielleicht bist du aber krank und ans Haus gefesselt. In diesem Falle magst du kaum von Haus zu Haus gehen können, aber du hast die Möglichkeit, denen Zeugnis zu geben, die dich besuchen, und kannst andere mit Hilfe des Telephons oder durch Briefe mit der Königreichsbotschaft erreichen. Ein gutes Programm und die entschiedene Einhaltung des Programms wird dir helfen, das vernünftige Ziel, das du dir für deine Predigttätigkeit gesetzt hast, zu erreichen. Denke auch daran, daß andere sehen, wie du dich unter diesen Umständen gewissenhaft bemühst, dein Teil zu tun, und daß sie dadurch selbst zu größerer Tätigkeit angespornt werden. Darüber hinaus zeigt sich der Erfolg deiner Predigttätigkeit auch darin, daß du dich an christliche Grundsätze hältst und so freundlich bleibst, Geduld übst, eine positive Einstellung bewahrst und darauf achtest, daß du durch deine Krankheit nicht zu einem Menschen wirst, mit dem es unangenehm oder schwierig ist umzugehen.
15. Warum sollten wir nicht entmutigt sein, wenn wir uns wegen unvermeidlicher Umstände nur in beschränktem Maße am Predigtdienst beteiligen können?
15 Gewisse Umstände, wie eine mangelhafte Schulbildung, hohes Alter oder eine Körperbehinderung, mögen die Ursache sein, weshalb jemand nicht als Vortragsredner ausgewählt worden ist oder weshalb es ihm schwerfällt, mit jemandem ein Bibelstudium zu beginnen oder regelmäßig durchzuführen. Er mag sich zwar eifrig bemühen, sich zu verbessern, und mag auch die Hilfe anderer annehmen, aber es fällt ihm einfach schwer, ein Bibelstudium regelmäßig durchzuführen. Es mag ihm auch nicht gelingen, die Voraussetzungen für einen Vortragsredner zu erfüllen. Obwohl er darüber etwas enttäuscht sein mag, sollte er doch nicht entmutigt sein. Er erreicht trotzdem viel Gutes. Dadurch, daß er beharrlich weiter predigt, erhalten viele mindestens die Gelegenheit, die gute Botschaft zu hören. Er kann auch bibelerklärende Schriften abgeben, die die Leute lesen und aus denen sie Nutzen ziehen können. Dieser Eifer und der Wunsch, Fortschritte zu machen, werden von Jehova über Erwarten reich gesegnet. Wir können auf keinen Fall sagen, die Predigttätigkeit des Betreffenden sei erfolglos. In einem solchen Fall kann man ein lebendiges Beispiel dafür werden, daß Gott „das Schwache der Welt auserwählt [hat], damit er das Starke beschäme“.
16. Was können viele tun, die eine mangelhafte Schulbildung genossen haben oder von Natur nicht besonders befähigt sind?
16 Wenn du keine gute Schulbildung genossen hast oder es dir an natürlichen Fähigkeiten mangelt, dann solltest du alle Vorkehrungen Jehovas zur Schulung im Predigtdienst ausnutzen, selbst wenn es bedeuten würde, daß du, wie das schon bei einigen der Fall war, ganz von vorn beginnen und noch lesen und schreiben lernen müßtest. Erfahrenere Diener Gottes werden dir gern helfen. Wer bereitwillig ist und das, was Jehova von ihm verlangt, tun möchte, wird im Predigtdienst Erfolg haben, denn Jehova bürgt dafür durch seinen Geist. — Luk. 11:13; 2. Tim. 1:6-8.
17. Wie können Jugendliche im Königreichswerk Erfolg haben?
17 Ein Verkündiger, der noch jung an Jahren ist, mag das Empfinden haben, seine Tätigkeit sei erfolglos, weil er noch keine Predigt halten oder noch keine Bibelstudien durchführen kann wie die erfahreneren Verkündiger. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Jugendliche Verkündiger der guten Botschaft können viel dazu beitragen, daß andere die Wahrheit kennenlernen. Anfänglich mag sich ihre Tätigkeit in Verbindung mit der Bibel auf eine gut vorbereitete Darlegung in Verbindung mit dem Angebot der Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! beschränken und auf Gelegenheiten, mit Lehrern und Mitschülern über die Bibel zu sprechen, aber nach und nach können sie mit der Hilfe der Eltern ihre Tätigkeit auf das Nachbesuchs- und Bibelstudienwerk ausdehnen. Viele jugendliche Diener Jehovas haben sich dadurch, daß sie in den Tagen ihrer Jugendzeit in der Schule und anderswo mutig über ihren Schöpfer gesprochen haben, einen hervorragenden Ruf erworben. Es muß andere tief beeindrucken, wenn sie sehen, daß Jungen und Mädchen sich einem solch ehrenhaften Werk widmen, statt daß sie wie viele ihrer Altersgenossen zu nichtsnutzigen Unruhestiftern heranwachsen. — Pred. 12:1; Matth. 21:16; Ps. 148:12, 13.
18. Sollte jemand, der noch niemandem helfen konnte, ein getaufter Jünger zu werden, denken, seine Predigttätigkeit sei erfolglos?
18 Ein erfahrener Verkündiger mag jedoch über seine Predigttätigkeit nachdenken und dabei feststellen, daß er noch niemandem helfen konnte, ein Jünger zu werden, sich Gott hinzugeben und sich taufen zu lassen. Er gibt bibelerklärende Schriften ab, führt Nachbesuche durch und hat vielleicht auch schon ein Bibelstudium beginnen und eine Zeitlang durchführen können. Obwohl er die erwarteten Ergebnisse noch nicht erzielt hat, sollte er nicht denken, seine Predigttätigkeit sei erfolglos gewesen, weil er noch niemandem helfen konnte, ein Jünger zu werden. Nein, seine Predigttätigkeit erfüllt einen bestimmten Zweck; er predigt immerhin die gute Botschaft und macht den erhabenen Namen Jehovas bekannt. Er führt seine Predigttätigkeit beharrlich durch, und das hilft ihm, seine Lauterkeit gegenüber Jehova und seine Liebe zu ihm zu vervollkommnen. Durch die Anwendung bestimmter Lehrmethoden und mit der Hilfe erfahrener Diener Gottes wird es ihm mit der Zeit vielleicht doch gelingen, nicht nur ein Bibelstudium zu beginnen, sondern es auch regelmäßig durchzuführen und so mitzuhelfen, ‘Jünger zu machen’.
19. Fasse die vier Gründe, warum unsere Predigttätigkeit erfolgreich ist, zusammen.
19 Warum ist deine Predigttätigkeit erfolgreich? Vergiß nie, daß sich der Erfolg nicht nur in einer Hinsicht zeigt! Während wir uns dem Ende nähern, fahren wir fort, auf Wachstum hinzuwirken, und hoffen zuversichtlich, daß Jehova das Wachstum gibt; wir sind aber nicht entmutigt, wenn das Wachstum in einigen Ländern nicht so schnell vor sich geht wie in anderen. Wir werden sogar warnend darauf hingewiesen, daß die Zeit kommen wird, da niemand auf Jehovas christliche Zeugen hören wird. Dessenungeachtet werden wir mit Jehovas unfehlbarer Hilfe beharrlich fortfahren, das Schlußzeugnis zur Warnung vor seiner bevorstehenden Hinrichtung der Bösen zu geben, wir werden unsere Lauterkeit trotz Widerstandes und trotz Verfolgungen bewahren und vor allem den erhabenen Namen Jehovas bekanntmachen. „Mein Vater wird dadurch verherrlicht, daß ihr fortwährend viel Frucht tragt und euch als meine Jünger erweist.“ — Joh. 15:8.
[Bild auf Seite 404]
Personen, die ans Haus gefesselt sind, verbreiten die „gute Botschaft“ erfolgreich durch Briefe und mit Hilfe des Telephons.
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So Zeugnis geben, wie es des Königreiches würdig istDer Wachtturm 1969 | 1. Juli
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So Zeugnis geben, wie es des Königreiches würdig ist
Was zeigt, daß die Wachtturm-Gesellschaft die Notwendigkeit, ein Zeugnis zu geben, das des Königreiches würdig ist, schon früh erkannte?
Die Gesellschaft erkannte schon früh, daß das Zeugnis vom Königreich gegeben werden mußte, von dem Jesus sprach, als er sagte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen.“ „Auch muß die gute Botschaft zuerst unter allen Nationen gepredigt werden.“ — Matth. 24:14; Mark. 13:10.a
Die Wachtturm-Gesellschaft wies schon früh darauf hin, daß diese Prophezeiung Jesu nur von Christen erfüllt werden könne, die die biblische Wahrheit darüber, daß die Erde ein Paradies werden soll, richtig verstanden hätten, und daß dieses Zeugnis mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegeben werden müsse. Zu diesem Zweck förderte sie unter anderem die Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen, die Predigttätigkeit von Haus zu Haus durch Vollzeitdiener und die Veröffentlichung von Predigten in Zeitungen. Sie arbeitete ferner ein biblisches Drama aus, das eine Kombination von Lichtbildern und Filmen, synchronisiert mit Schallplatten, war, ein Werk, das der damaligen Zeit weit voraus war.
Wie ist das Zeugnis vom Königreich trotz Widerstandes immer weiter ausgedehnt worden?
In den Jahren 1918/19 wurden acht führende Mitglieder der Wachtturm-Gesellschaft, einschließlich des Präsidenten, verhaftet und neun Monate eingesperrt. Kurz vor und während des Zweiten Weltkrieges wurden in den Vereinigten Staaten viele Zeugen Jehovas verhaftet und bei Pöbelaktionen
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