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  • Die Jungfrauengeburt — War es wirklich eine Tatsache?
    Der Wachtturm 1982 | 15. Mai
    • Die Jungfrauengeburt — War es wirklich eine Tatsache?

      DIE meisten Leute wissen, daß die Bibel sagt, Jesus sei von einer Jungfrau geboren worden. Doch nicht alle erkennen das als Tatsache an. Meinst du, daß es vernünftig ist, an die Jungfrauengeburt zu glauben? Ist es von Bedeutung, ob du daran glaubst oder nicht?

      Unter denen, die den Bibelbericht verwerfen, befinden sich diejenigen, die die Jungfrauengeburt als biologisch unannehmbar betrachten. Angesichts der gegenwärtigen wissenschaftlichen Entwicklungen in der Gentechnologie überdenken jedoch einige vielleicht noch einmal ihre Einstellung. Ist es möglich, daß etwas dieser Art bei der Jungfrauengeburt Jesu eine Rolle spielte?

      Andere haben gegenüber der Jungfrauengeburt eine ablehnende Haltung eingenommen, weil die katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen den einfachen Bibelbericht über die Jungfrauengeburt ziemlich ausgeschmückt haben. Die überbetonte Verehrung der Jungfrau Maria zum Beispiel hat ihnen die ganze Geschichte verleidet.

      Wieder andere finden den Gedanken an eine Jungfrauengeburt etwas geschmacklos. Sie meinen: „Bestimmt hat Gott, wenn er allmächtig ist, nicht solch einen Trick nötig, um sein Vorhaben durchzuführen.“ Sie vertreten vielleicht die Ansicht, die Geschichte von der Jungfrauengeburt sei lediglich eine Illustration oder ein Gleichnis.

      Wir werden jede dieser Meinungen behandeln und sehen, inwieweit die ganze Angelegenheit unser Leben und unseren Glauben betreffen mag. Aber zuerst lohnt es sich, kurz zu betrachten, was die Bibel in Wirklichkeit über die Jungfrauengeburt sagt.

      Was die Bibel in Wirklichkeit sagt

      Es gibt darüber zwei Berichte. Beide wurden von intelligenten Männern niedergeschrieben, die in der Zeit lebten, als Jesus auf der Erde war. Es ist sehr passend, daß ein Bericht von einem Arzt — Lukas — aufgezeichnet wurde. Der andere Schreiber war Matthäus, ein Mann, der es gewohnt war, in Verbindung mit seiner Arbeit genaue Angaben zu machen, und der von Jesus als einer der 12 Apostel ausgewählt worden war.

      Der Bericht des Matthäus lenkt das Hauptaugenmerk auf die Rolle Josephs, „des Mannes der Maria, von der Jesus geboren wurde“ (Mat. 1:16). In Kapitel 1, Vers 18 wird erklärt, daß Maria, eine Jungfrau, vor ihrer Vereinigung mit Joseph, ihrem Verlobten, schwanger war. Als Joseph, der „gerecht“ war, das herausfand, beabsichtigte er, die Verlobung heimlich zu lösen, weil er Maria nicht öffentlich zur Schau stellen wollte. Gott teilte ihm jedoch mit, daß die Empfängnis durch die Macht des heiligen Geistes stattgefunden habe und daß er Maria ausgewählt habe, die besondere Rolle der Mutter des Retters zu übernehmen. Aufgrund dieser Zusicherung führte Joseph Maria heim. „Doch hatte er keinen ehelichen Verkehr mit ihr, bis sie einen Sohn gebar“ (Mat. 1:25).

      Lukas berichtet im Gegensatz dazu vom Standpunkt Marias aus. Im großen und ganzen beschreibt er dieselben Tatsachen, er erzählt aber die Einzelheiten, z. B. die Unterhaltung zwischen Maria und dem Engel, der ihr offenbarte, daß sie Mutter werden würde. Erstaunt antwortete Maria: „Wie soll dies sein, da ich keinen ehelichen Verkehr mit einem Mann habe?“ Es erschien ihr unglaublich, wie dies auch bei dir der Fall sein mag. Der Engel erklärte ihr dann, daß die Empfängnis durch ein Wunder stattfinden werde, durch heiligen Geist, durch die Kraft des Höchsten, dessen Sohn das Kind sein werde. Maria nahm diese Ehre bereitwillig an, und zur bestimmten Zeit gebar sie einen Sohn, Jesus (Luk. 1:26-38).

      Die Bibel sagt nach der Geburt Jesu verhältnismäßig wenig über Maria. Sie wird in Verbindung mit ihm einige Male erwähnt, doch nichts läßt darauf schließen, daß sie unter den Jüngern eine prominente Stellung innegehabt hätte. Als Jesus erwachsen war, übte sie zweifellos keinen Einfluß mehr auf ihn aus. Gelegentlich mußte er sie und auch andere daran erinnern (Joh. 2:4; Mat. 12:46-50). Dennoch liebte er sie. Sogar in seiner Todesstunde beauftragte Jesus den Apostel Johannes, sich ihrer anzunehmen (Joh. 19:26, 27).

      Nach der Auferstehung Jesu befand sich Maria unter den Jüngern und wahrscheinlich auch zu Pfingsten, als die 120 Jünger mit heiligem Geist erfüllt wurden (Apg. 1:13, 14; 2:1-4). Es ist sicher, daß Maria auch in späteren Jahren eine treue, demütige Jüngerin war, ohne daß sie irgendwie eine bedeutungsvolle oder autoritäre Stellung innegehabt hätte oder besonders hervorgehoben worden wäre.

      Nachdem wir nun wissen, was die Bibel über die Jungfrauengeburt sagt, können wir eine Frage behandeln, die sich schon viele gestellt haben: Ist es wissenschaftlich annehmbar oder vernünftig, daran zu glauben?

  • Die Jungfrauengeburt — Kann man daran glauben?
    Der Wachtturm 1982 | 15. Mai
    • Die Jungfrauengeburt — Kann man daran glauben?

      WURDE Jesus, der Sohn Gottes, tatsächlich von einer Jungfrau geboren, dann mußt du zugeben, daß es zweifellos das Wunder der Geschichte war. Ist der Bericht darüber aber glaubwürdig? Ist die Jungfrauengeburt für dein Leben in irgendeiner Hinsicht von Bedeutung?

      Einige, die nicht an die Jungfrauengeburt glauben, sagen, sie sei unwissenschaftlich und stimme nicht mit den Naturgesetzen überein. Ist das der Standpunkt der Wissenschaftler? Haben kürzlich gemachte Entdeckungen in der Genetik die Sache etwas beleuchtet?

      Wissenschaftlich möglich?

      Die Fortpflanzung ohne ein männliches Wesen ist als Parthenogenese [griechisch: parthénos, was „Mädchen“ bedeutet, und genesis] bekannt. Wissenschaftler haben kürzlich bei Säugetieren erfolgreich Versuche mit der Parthenogenese durchgeführt. In The Economist vom 1. August 1981 hieß es: „Die Entwicklung des Embryos ohne Sperma ist bei vielen niederen Tierarten die natürliche Art und Weise der Fortpflanzung. ... Die Parthenogenese wurde im Labor an Mäusen genauer untersucht. Man kann die unbefruchtete Eizelle einer Maus auf verschiedene Weise künstlich aktivieren.“

      Dr. M. B. V. Roberts vom Marlborough College (England) schrieb etwas Ähnliches: „Man entnahm einem Kaninchenweibchen ein unbefruchtetes Ei, aktivierte es und setzte es dann in die Gebärmutter ein. Das Kaninchen war vorher mit Hormonen behandelt worden, so daß die Gebärmutterschleimhaut auf das Einsetzen vorbereitet war. Danach erfolgte eine normale Entwicklung, und es wurde ein normales Junges zur Welt gebracht.“

      Ist daraus zu schließen, daß Gott bewirkte, daß Marias Kind aus einer unbefruchteten Eizelle hervorging? Nein. Aus der Skizze ist zu erkennen, warum. Hätte Marias erstgeborenes Kind beide Chromosomen (X) von ihr erhalten, wäre es mit Sicherheit ein Mädchen geworden.

      Folglich muß bei der Empfängnis Jesu mehr geschehen sein. Der Engel erklärte Joseph, was es war: „Was in ihr gezeugt worden ist, ist durch heiligen Geist“ (Mat. 1:20). Wir wissen nicht genau, wie das geschah. Wir müssen aber zugeben, daß es für den Schöpfer des Universums und Lebengeber bestimmt nicht zu schwer war, die Lebenskraft seines Sohnes vom Himmel in die Eizelle einer Jungfrau zu übertragen, wenn schon der Mensch in der Lage ist, den Befruchtungsprozeß im Labor begrenzt zu manipulieren.

      Religiöse Ausschmückungen

      Wie bereits erwähnt, bringen einige aber hinsichtlich der Jungfrauengeburt eine ganz andere Art Einwand vor. Bei diesem Einwand geht es darum, daß der Bibelbericht während der vergangenen Jahrhunderte ausgeschmückt wurde. Es scheint, daß die katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen nicht bereit gewesen sind, anzuerkennen, daß Maria, nachdem sie ihre Rolle, den Sohn Gottes zu gebären, erfüllt hatte, in der Christenversammlung keine besondere Stellung bekleidete. Während der vergangenen Jahrhunderte wurde sie immer mehr erhöht und dem dreieinigen Gott der Christenheit fast gleichgestellt.

      Im Jahre 553 u. Z. wurde Marias „immerwährende Jungfrauschaft“ verkündet, was bedeuten würde, daß sie, obwohl mit Joseph verheiratet, mit ihm niemals Geschlechtsverkehr gehabt hätte und daß sie keine Kinder zusammen gehabt hätten. Im Jahre 1854 verkündete Papst Pius IX. die „Unbefleckte Empfängnis“ Marias. Diese Lehre besagt, daß sie vor der Erbsünde bewahrt worden sei, was auch die Freiheit von der Sündenneigung einschließe. Papst Pius XII. stellte 1950 die Glaubenslehre vor, Maria sei „mit Leib und Seele in die Glorie aufgenommen“ worden. Und seit 1950 denkt der Vatikan darüber nach, ob die Jungfrau Maria überhaupt den Tod erlitten hat.

      Obwohl die Kirche offiziell die „immerwährende Jungfrauschaft“ Marias lehrt, fragen wir, ob dies der Wahrheit entspricht. Oder hatte sie mit Joseph nach der Geburt Jesu noch andere Kinder? Ist das von Bedeutung? Für denjenigen, der an der Wahrheit interessiert ist, ganz bestimmt. Was sagt also die Bibel darüber?

      Matthäus berichtet, daß Joseph „keinen ehelichen Verkehr mit ihr [hatte], bis sie einen Sohn [Jesus] gebar“ (Mat. 1:25). In einem Kommentar über die Bedeutung des Wortes „bis“ sagt die katholische Revised Standard Version, herausgegeben von der Londoner Catholic Truth Society: „Das bedeutet nur, daß Joseph nichts mit der Empfängnis Jesu zu tun hatte. Es enthält keinen Hinweis auf das, was danach geschah.“

      Es gibt jedoch in der Bibel keine Grundlage für die Annahme, daß Maria und Joseph nach der Geburt Jesu niemals eine normale Ehe geführt hätten. In den Prophezeiungen wurde nichts dergleichen angedeutet; es war kein göttliches Erfordernis. Ihr Geschlechtsleben und die daraus resultierenden Nachkommen beeinflußten den irdischen Dienst Jesu oder seine Tätigkeit danach im Himmel nicht im geringsten. Nein, die Bibel unterstützt nicht die Lehre von der „immerwährenden Jungfrauschaft“ Marias, sondern aus den Evangelien geht hervor, daß Jesus der Erstgeborene Marias war und daß er Halbgeschwister hatte. Markus berichtet, daß Jesus in der Synagoge seiner Heimatstadt Nazareth predigte und die Leute ihn erkannten. Die meisten waren über Jesu Art des Lehrens erstaunt und sagten: „Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns?“ (Mar. 6:2, 3, Einheitsübersetzung; Luk. 2:7).

      Katholische Theologen behaupten, daß diese ‘Brüder und Schwestern’ in Wirklichkeit seine Cousins und Cousinen gewesen seien. Doch die New Catholic Encyclopedia (Bd. 9, S. 337) gibt zu, daß „die griechischen Wörter ..., die gebraucht werden, um das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Jesus und diesen Verwandten anzuzeigen, die Bedeutung von wirklichen Brüdern und Schwestern haben“. Diese Wörter sind adelphós und adelphḗ. Das Wort für Cousin ist jedoch anepsiós und für Verwandte syngenéis (Kol. 4:10; Luk. 1:36). Es ist nicht vernünftig, anzunehmen, daß die Schreiber der Evangelien diese Wörter verwechselt hätten. (Vergleiche Markus 6:4; Lukas 14:12.) Auch besteht kein Grund, zu bestreiten, daß Joseph und Maria nach der Geburt Jesu Kinder hatten.

      War Jesus ein Gottmensch?

      Der einfache Bibelbericht über die Jungfrauengeburt wurde auch dadurch ausgeschmückt, daß man lehrte, das Kind sei nicht völlig Mensch gewesen, sondern eine Inkarnation. Das Athanasianische Glaubensbekenntnis sagt darüber: „Unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, [ist] Gott und Mensch zugleich. ... und ob er zwar Gott und Mensch ist, so sind doch nicht zwei, sondern nur EIN Christus.“

      Religionsorganisationen, die die Dreieinigkeit lehren, vertreten den Standpunkt, daß Jesus, als er auf der Erde war, zwei Naturen in sich vereinigt habe. Die Bibel unterstützt diesen Standpunkt aber nicht. Der Apostel Paulus sagte über Jesus: „Da nun die Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind, hat auch er in gleicher Weise Fleisch und Blut angenommen ... Darum mußte er in allem seinen Brüdern gleich sein“ (Heb. 2:14, 17, Einheitsübersetzung). Wie hätte er „in allem seinen Brüdern gleich sein“ können, wenn er ein Gottmensch gewesen wäre? Paulus schrieb an die Philipper über ‘Christus Jesus, der, obwohl er in Gottesgestalt existierte, sich selbst entäußerte und Sklavengestalt annahm und den Menschen gleich wurde’ (Phil. 2:5-7). Dieser himmlische Sohn Gottes entledigte sich also völlig der „Gottesgestalt“, um die menschliche Natur anzunehmen, um Mensch zu werden. Und warum er tatsächlich Mensch sein mußte und nicht ein Gottmensch sein konnte und in welchem Zusammenhang die Jungfrauengeburt damit steht, werden wir im folgenden Artikel behandeln.

      [Übersicht auf Seite 5]

      (Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

      In einer weiblichen Eizelle befinden sich zwei X-Chromosomen und in einer männlichen Samenzelle ein X- und ein Y-Chromosom. Von jedem Elternteil stammt ein Chromosom. Kommen zwei X-Chromosomen zusammen, so entsteht ein Mädchen. Kommen ein X- und ein Y-Chromosom zusammen, dann entwickelt sich ein Junge.

      Eine im Labor verursachte Parthenogenese bewirkt, daß sich eine weibliche Eizelle teilt und sich vermehrt. Das Ergebnis ist ein weibliches Wesen.

      Maria kann nicht eine solche Art der Parthenogenese erfahren haben, denn ihr erstgeborenes Kind (Jesus) war männlich. Da sie eine Jungfrau war, muß das Y-Chromosom, wie die Bibel erkennen läßt, durch ein Wunder hinzugefügt worden sein.

  • Die Jungfrauengeburt — Sollte man daran glauben?
    Der Wachtturm 1982 | 15. Mai
    • Die Jungfrauengeburt — Sollte man daran glauben?

      WIR kommen nun zu den Fragen: War Maria eine Jungfrau, als sie Jesus zur Welt brachte? War es notwendig, daß sie eine Jungfrau war? Warum hatte Jesus keinen menschlichen Vater? Wenn wir untersuchen, wer Jesus war und welche Mission er auf der Erde zu erfüllen hatte, können wir diese Fragen leichter beantworten.

      Der Apostel Johannes erklärt, daß Jesus, bevor er auf der Erde geboren wurde, als erstgeborener Sohn Gottes im geistigen Bereich des Universums lebte und „das Wort“ genannt wurde. Zur bestimmten Zeit „wurde das WORT Fleisch und weilte unter uns“ (Joh. 1:1-14). Oder an einer anderen Stelle der Bibel heißt es: „Gott [sandte] seinen Sohn, der aus einer Frau geboren wurde“ (Gal. 4:4). Jesus selbst erkannte diese Tatsache an; denn er sagte „bei seinem Eintritt in die Welt: ,Opfer und Gaben hast du nicht gewollt, aber einen Leib hast du mir bereitet‘“ (Heb. 10:5, Herder).

      Jesus kam aus guten Gründen auf die Erde. Einer der wichtigsten war der Loskauf der Menschheitsfamilie von der Sklaverei der Sünde, der Unvollkommenheit und des Todes. Der Apostel Paulus erklärte: „Darum, so, wie durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt hineingekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten —“ (Röm. 5:12). Paulus sagte auch, wie der allmächtige Gott dieses Problem lösen würde: „Da ist e i n Gott und e i n Mittler zwischen Gott und Menschen, ein Mensch, Christus Jesus, der sich selbst als ein entsprechendes Lösegeld für alle hingegeben hat“ (1. Tim. 2:5, 6; vergleiche 1. Korinther 15:21, 22).

      Ja, durch die Rebellion Adams, unseres Vorfahren, kam über alle Menschen der Tod. Um der Gerechtigkeit Genüge zu leisten, war das Leben eines anderen vollkommenen Menschen — nicht mehr und nicht weniger — erforderlich. Das war der Loskaufspreis, der erbracht werden mußte, um ewiges Leben zurückzukaufen. Ein unvollkommener Mensch konnte diesen Preis niemals bezahlen (Ps. 49:6, 7). Es mußte jemand vom Himmel kommen. Das tat passenderweise der erstgeborene Sohn Gottes. Er mußte ein vollkommener Mensch werden, aber sein Leben durfte nicht unterbrochen werden. Seine Lebenskraft sollte nicht zerstört, sondern in eine Eizelle einer Jungfrau — Marias — übertragen werden. Dadurch, daß ‘Kraft des Höchsten sie überschattete’, konnte sie Jesus mit einem vollkommenen Leib hervorbringen (Luk. 1:35).

      Das erklärt auch, warum die Lebenskraft nicht auf normalem Wege von einem unvollkommenen Mann kommen konnte. Wäre Jesus unvollkommen gewesen, hätte er niemals den Loskaufspreis bezahlen können. Auch als Inkarnation oder Gottmensch hätte er dies nicht tun können.

      Als irdische Mutter für Jesus wählte Jehova eine Jungfrau aus, damit eindeutig zu erkennen war, daß er nicht der Sohn eines unvollkommenen Vaters war, sondern der Sohn Gottes. Wäre diese große Ehre einer verheirateten Frau zuteil geworden, so hätte es in dieser Hinsicht immer Zweifel gegeben.

      Es ist also klar ersichtlich, daß Jesus von einer Jungfrau geboren werden mußte, damit der ursprüngliche Vorsatz Jehovas, der Menschheitsfamilie auf einer paradiesischen Erde ewiges Leben zu geben, verwirklicht werden konnte (1. Mo. 2:7-9, 15-17). Aus Liebe hatte er für ein Loskaufsopfer gesorgt. Auf diese Weise war der Gerechtigkeit Genüge getan worden, und seine Weisheit triumphierte.

      Wir können also erkennen, daß der Bibelbericht über die Jungfrauengeburt Jesu Christi nicht an Glaubwürdigkeit verliert, nur weil Skeptiker darüber spotten oder Religionsorganisationen ihn in übertriebener Weise ausschmücken. Er ist eine grundlegende Tatsache, die für den christlichen Glauben von Bedeutung ist. Und er steht in engem Zusammenhang mit unserer Aussicht auf ewiges Leben (Joh. 17:3).

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